One Tree Hill – Season 6

Die Sichtung der jüngsten Staffel meiner momentan liebsten Guilty-Pleasure-Serie hat bisher am meisten Zeit in Anspruch genommen. Ob das daran liegt, dass „One Tree Hill – Season 6“ mehr Episoden zur Verfügung hat als die vorhergehenden Staffeln, um die Handlung zu erzählen, oder an der fallenden Qualität der Serie, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zu Beginn hat es mir das sechste Jahr in Tree Hill wahrlich nicht leicht gemacht: Im Vergleich zum Vorjahr wurden plötzlich unzählige neue Handlungsstränge aufgemacht, die teils hanebüchener nicht hätten sein können. Speziell die Entführung Dans durch das verrückte Ex-Kindermädchen seines Enkels hat meine Nerven ganz schön strapaziert und ich war mir sicher, dass die Show spätestens damit über den Hai gesprungen war. Glücklicherweise hat sich die Show nach diesem Ausreißer wieder gefangen.

Nach den Anlaufschwierigkeiten, zu denen natürlich auch ein dramatischer Todesfall gehört, hat die Serie in der Mitte der Staffel wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Speziell den Handlungsstrang um die Verfilmung des fiktiven Romans „An Unkindness of Ravens“ fand ich sehr unterhaltsam, was u.a. auch am Auftritt James Van Der Beeks (Dawson Leery, „Dawson’s Creek“) lag – interessanterweise haben etliche Schauspieler aus „One Tree Hill“ eben in genau dessen stilbildender Jugendserie als Gaststars angefangen.

Nach dem starken Mittelteil, der musikalisch u.a. einen Auftritt von Angels & Airwaves zu verbuchen weiß, driftet die Staffel gegen Ende leider wieder in Richtung Drama ab. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen und hätte ohne die Komplikationen, speziell wenn man den Ausstieg der Hauptcharaktere in der kommenden Staffel bedenkt, für ein versöhnlicheres Ende gesorgt. Dennoch ist das Staffelfinale gelungen und hätte wohl auch als Serienfinale funktionieren können; also eine ähnliche Situation wie nach der vierten Staffel. Auch wenn sich inzwischen eine leichte Müdigkeit einstellt, so bin ich dennoch gespannt was die letzten drei Staffeln noch zu bieten haben: 7/10 (7.4) Punkte.

Abenteuer Kind #17: Die zweite Fremdsprache

Diesen Eintrag will ich schon seit Wochen schreiben, doch wie das im Alltagstrubel eben so ist, bleibt einfach viel zu viel auf der Strecke. Im Moment verändert sich die Sprache unseres Zwergofanten aber so gewaltig, dass ich Angst habe mich nächsten Monat schon gar nicht mehr an die zauberhaften Wortschöpfungen erinnern zu können. Im Vergleich zu den Sprachfähigkeiten unseres Zapplinchens, ist unser Zwergofant ein wenig langsamer, doch nicht weniger vehement, wenn es darum geht sich Gehör zu verschaffen. Hach, so toll!

Anbei eine kleine Auswahl der Sprachkreationen – und ich bin mir sicher abermals einen Großteil vergessen zu haben:

Deutsch Kind
Anton Doni
Aus Auh
Auto Brummbrumm
Bitte/Danke Gahga
Boot Toob
Esel Ih Ah
Essen Nammihi
Feuerwehr/Polizei/Krankenwagen Daddüdadda
Fisch Hitsch
Gurke Gugge
Hinsetzen Hindedde
Hase Hahi
Hund Wauwau
Jakob Haku
Katze Mau
Kuh Muh
Nein Nahiii!!!
Papa, komm jetzt zum Essen! Babba, gohom! Nammihi!
Pfau Pau
Pferd Wihihi
Reh Hee
Schnuller Nemnem
Traktor Dakko
Trinken/Wasser Dubbadubba
Vogel Gaggag

Mama, Papa, Oma, Opa, und natürlich den Namen seiner Schwester, konnte der kleine Mann schon relativ früh sagen. Meist reicht das auch schon, um mit viel Gestik durchzusetzen, was er denn gerade in diesem Moment will. Neuerdings bildet er schon ganze Sätze (aus ca. 3-5 Worten) – und auch wenn noch nicht alles davon beim Gegenüber ankommt, so ist es doch herzzerreißend zu sehen, wie es in dem kleinen Kopf rattert und wie stolz er ist, wenn er verstanden wird.

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Das Wörterbuch von Kind eins nützt bei Kind zwei nicht mehr viel – Zeit eine zweite Fremdsprache zu lernen!

Mehr aus der “Abenteuer Kind”-Reihe…

Media Monday #175

Der erste Tag nach dem Herbsturlaub bot nicht nur weit über 500 E-Mails, sondern auch den ersten Sankt-Martins-Umzug der Kindergartensaison. Insofern ein anstrengender Tag mit vielen neuen Informationen, ein wenig Punsch und leuchtenden Kinderaugen. Auch der erste Montag seit langer Zeit, an dem ich die Fragen des Medienjournals am liebsten ausgelassen hätte, doch was wäre dann mit meinen Lesern? In diesem Sinne viel Spaß mit meinen Antworten!

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  1. Horrorctober und Halloween sind vorbei: Meine Horrorfilm-Entdeckung des Jahres ist „Let Me In“ – und das obwohl der Film nur ein Remake aus dem Jahr 2010 ist.
  2. Hingegen „Silent Hill: Revelation“ war eine echte Enttäuschung, denn der Film hatte so rein gar nichts vom wunderbar atmosphärischen ersten Teil.
  3. Im November freue ich mich am meisten auf den zweiten Geburtstag unseres Zwergofanten, weil das bestimmt ein anstrengender, aber auch schöner Tag werden wird.
  4. Cartoons der ursprünglichen TELE 5-Ära fand ich früher echt klasse, würde ich mir aber heut nicht mehr ansehen, weil die Zeit einfach vorbei ist.
  5. Es ist mir echt ein Rätsel, wie „Game of Thrones“ gefilmt werden konnte, denn schließlich galt die Vorlage lange Zeit als unverfilmbar; vielleicht sind Serien aber auch tatsächlich das Kino der Zukunft.
  6. Jetzt, wo es kälter und ungemütlicher draußen wird, habe ich mir vorgenommen, daheim wieder mehr zu lesen; mal sehen ob sich das in die Tat umsetzen lässt.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „The Conjuring“ und das war wunderbar atmosphärische Gruselunterhaltung, weil James Wan sich größtenteils auf die Stärken des Genres besonnen hat.

The Conjuring (2013)

Halloween ist jedes Jahr eine Freude. Dieses Mal wollten sich ein paar halbstarke Gören an den Reifen unseres Autos vergehen, nachdem wir ihren Ruf nach Süßem oder Saurem nicht erhört hatten. Nachdem ich sie in meiner Rolle als spießiger (zumindest beinahe) Hausbesitzer verscheucht hatte, war es Zeit sich mit „The Conjuring“ dem gemütlichen Teil des Abends zu widmen. Endlich einmal wieder Zeit dem wohligen Grusel zu frönen…

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James Wan hat mit „The Conjuring“ einen wahren Hype entfacht, der nicht nur ein Franchise, sondern sogar etliche Spin-offs nach sich ziehen sollte – mit „Annabelle“ ist das erste sogar schon in die Kinos gekommen. Der Mann hinter der nicht ganz uneinflussreichen Horror-Saga „Saw“ besinnt sich bereits seit geraumer Zeit auf die Wurzeln des Gruselkinos, denen er bereits mit „Dead Silence“ neues Leben einhauchen wollte. Dieser Film war jedoch zu sehr auf eine überraschende Auflösung getrimmt und ist schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Mit „Insidious“ und besonders „The Conjuring“ konnte er sich letztendlich jedoch seinen Ruf als fähiger Genre-Regisseur sichern.

So gerne ich Gruselfilme schaue, so sehr hasse ich mich teils dafür. Ich kann mich (zu) gut in diese Welten fallen lassen und die Atmosphäre zerrt teils extrem an meinen Nerven, was meist für Amusement bei meinen Mitschauern sorgt. Auch James Wan gelingt es in „The Conjuring“ eine unglaublich dichte Atmosphäre aufzubauen, was vom 70er Jahre Setting perfekt unterstützt wird. Dabei spielt er, zumindest in der ersten Filmhälfte, Schockeffekte fast nie aus, sondern belässt es bei Andeutungen. Eine wahre Wohltat. In der zweiten Hälfte drückt er deutlich mehr auf die Tube, was oft nicht nötig gewesen wäre. Dennoch hat es der Film geschafft mich bis zum erwarteten Ende zu fesseln.

Überall wird „The Conjuring“ für seine klassische Inszenierung gelobt, doch empfand ich sie auch nicht gelungener als z.B. die Inszenierung von Alejandro Amenábars „The Others“ oder Juan Antonio Bayona „Das Waisenhaus“. Hervorzuheben ist dagegen der Aufbau der Geschichte und seiner unterschiedlichen Protagonisten: Man beobachtet nicht nur die Familie, die gerade ins typische Spukhaus gezogen ist, sondern begleitet auch Lorraine und Ed Warren, zwei selbsternannte Geisterjäger. Einmal abgesehen vom ‚Nach einer wahren Geschichte‘-Stempel, bekommt der Film dadurch eine ganz eigene Dynamik.

Mich hat „The Conjuring“ über die letzten knapp 120 Minuten wirklich gut unterhalten. Leider hat man im letzten Drittel ein wenig zu sehr auf gruselige Fratzen gesetzt, doch davon abgesehen bietet der Film wahrlich wunderbar anzusehenden, klassischen Grusel. Zwar keine Offenbarung im Genre (das können die Spanier schon seit Jahren besser), doch der richtige Weg zurück zu den Wurzeln ohne Blut und Gekröse; das ist mir doch zumindest knappe 8/10 Punkten wert.

Sneakers: Die Lautlosen (1992)

Schon der dritte Film diese Woche – und es ist erst Donnerstag! Alleine dafür liebe ich Urlaub, auch wenn wir aufgrund unseres Hausbaus nicht weggefahren und alle mehr oder weniger krank sind. Heute ist die Wahl mit „Sneakers: Die Lautlosen“ auf einen persönlichen Klassiker gefallen, den ich während meiner Jugend unzählige Male im TV gesehen habe. Die letzte Sichtung liegt allerdings bestimmt schon 12 Jahre zurück – es war also spannend zu sehen, ob mich dieser 22 Jahre alte Film auch heute noch mitreißen konnte…

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Zunächst einmal fand ich es wieder einmal faszinierend, wie selektiv mein Filmgedächtnis doch zu funktionieren scheint: An den Prolog konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, dann gab es in der ersten Filmhälfte nur noch die Weihnachtsfeier, die bei mir etwas klingeln ließ, dafür war mir die zweite Filmhälfte beinahe noch komplett vertraut. Davon einmal abgesehen hatte ich das Gefühl mich mit einem guten, alten Bekannten zu unterhalten. Es war wie früher, selbst wenn die Technik heute ein wenig angestaubt wirkt. Regisseur Phil Alden Robinson hat „Sneakers“ – zumindest aus heutiger Sicht – im besten Sinne klassich inszeniert und lässt uns Zuschauer ohne zu viel Aufregung an einem sympathischen Heist-Movie teilhaben.

„Sneakers“ lebt viel von seiner ausgewogenen Mischung aus Humor, leichtem Drama und Spannung. Hinzu kommt ein Ensemble, das mit Robert Redford, Sydney Poitier, Dan Aykroyd, Mary McDonnell und River Phoenix gar wunderbar aufgestellt ist. Speziell Redford und Poitier scheinen wie für diese Art von Film gemacht und es ist eine Freude ihnen beim unkonventionellen Ermitteln zuzusehen. Als Antagonist darf Ben Kingsley einen völlig überzognenen Bösewicht geben, dem nur noch die Katze auf dem Arm fehlt, um einen guten „James Bond“-Bösewicht abzugeben. Hier wäre weniger mehr gewesen, doch letztendlich mag ich dem Film deshalb auch nicht böse sein.

Ob ich genauso begeistert gewesen wäre, hätte ich „Sneakers“ heute zum ersten Mal gesehen? Vermutlich wäre es ohne die Vorkenntnis gar nicht dazu gekommen. Ich freue mich auf jeden Fall, ihn einmal wieder aus dem Regal geholt und mit frischem Blick seine Qualitäten entdeckt zu haben. Zurecht ein Film, den man durchaus bei jeder TV-Ausstrahlung mitnehmen kann, wenngleich die heutige Jugend darauf nicht mehr angewiesen ist und deshalb vermutlich so einige Klassiker unentdeckt bleiben: 8/10 Punkte.

300 (2007) (WS1)

Nachdem die Fortsetzung „300: Rise of an Empire“ inzwischen schon wieder aus den Kinos verschwunden ist und sich im Heimkino breitgemacht hat, war es für mich an der Zeit mit „300“ noch einmal zu den Ursprüngen der martialischen Fantasy-Geschichtsstunde aufzubrechen. An meine damalige Erstsichtung im Kino habe ich noch gute Erinnerungen und somit war ich gespannt, wie der Film den Test der Zeit überstanden hat…

300 (2006) | © Warner Home Video

300 (2006) | © Warner Home Video

Wie zu erwarten war ich erneut von der audiovisuellen Wucht des Films beeindruckt. Um ehrlich zu sein, dachte ich nach den ersten paar Minuten noch, dass ich den Film damals zu streng bewertet hätte. Irgendwann wurde ich jedoch auch dieses Mal der schönen Bilder überdrüssig und wünschte mir ein wenig Handlung als Abwechslung zu den imposanten Schlachtszenen – und siehe da, die gab es auch. Leider jedoch wirkt der gesamte politische Verschwörungsteil dermaßen dröge und einfältig, dass man sich prompt wieder in die Schlacht zurückwünscht. Puh, glücklicherweise hat der Film hier weiterhin Schauwerte zu bieten. Nur nicht von so etwas wie Handlung ablenken lassen. Cinematisches Fast Food für das Auge.

Da Zack Snyder „300“ völlig überstilisiert und comichaft inszeniert hat, und dabei auch inhaltlich keinen Hehl daraus macht, einfach nur ein unterhaltsamer Comicfilm sein zu wollen, kann ich auch nach dieser zweiten Sichtung die Debatte nicht nachvollziehen, die um den Film aufgemacht wurde. Als Ex-Zivi (so etwas kennt man ja heute nicht mehr), kann ich mich ohnehin nicht in die Gedankenwelt des militärischen Drills und Aufopferns einfühlen, doch selbst wenn man für so etwas empfänglich ist, muss einem doch klar sein, dass dieses Macho-Sparta nichts weiter als eine männliche Power-Fantasy ist. Da gibt es wahrlich wichtigere Diskussionen, die man führen sollte.

Letztendlich bleibt „300“ auch beim zweiten Mal ein unglaublich gut aussehender Film, in dem Zack Snyder wirklich zeigen konnte, dass er eine visuelle Sprache besitzt und diese auch einzusetzen weiß: Die Bilder sind zurecht in die Kinogeschichte eingegangen. Der Film macht Spaß, aber nicht satt. Inhaltlich ist er leider recht schwach auf der Brust und auch emotional weiß er nicht mitzureißen; Kino ist allerdings ein visuelles Medium – und dieses weiß „300“ bis zur Perfektion auszunutzen: 7/10 Punkte.

Blogparade: Halloween

Drei Tage vor dem 31. Oktober lädt mich olivesunshine91 von pieces of emotions tatsächlich zu einer Blogparade zum Thema Halloween ein. Normalerweise beginnen so Horrorfilme, weshalb ich die Einladung auch lieber einmal annehme…

1. Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?
Das Tür-zu-Tür-Drama bräuchte ich nicht. Es wirkt hierzulande furchtbar aufgesetzt und wird zudem hauptsächlich von Halbstarken missbraucht, um Krawall zu machen. Insofern doofes Ami-Plastik-Grusel-Gedöns. Die Atmosphäre an Halloween mag ich allerdings schon, zumal der Tag gerade dazu einlädt abends einen schönen Gruselfilm zu schauen.

2. Feierst du Halloween und wenn ja, wie?
Vor den Kindern war Halloween bei uns immer ein kleines Ereignis. Freunde kamen zum Videoabend und es gab ein paar richtig schöne Horrorfilme. Das habe ich sehr gemocht, ist inzwischen aber schon lange her…

3. Was ist dein Lieblingskostüm?
Ich verkleide mich nicht gern; wenn dann wäre es bestimmt etwas mit Filmbezug.

4. Was war dein Kindheitsmonster?
Gmork aus „Die unendliche Geschichte“ dürfte mir wohl am meisten Angst gemacht haben. Mit 14 hatte ich dann die erste Begegnung mit Ridley Scotts „Alien“ – und diese hat mich wahrlich nachhaltig geprägt.

5. Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an?
Ich weiß nicht, ob es unter Aberglaube fällt, doch glaube ich an Karma. Vielleicht bin ich deshalb so ein netter Kerl.

6. Glaubst du an Geister?
Daran glauben wäre wohl zu stark ausgedrückt; ganz ausschließen möchte ich es aber nicht.

7. Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: „Ich hätte gerade sterben können?“
Dieser Gedanke kommt mir beim täglichen Pendeln im Berufsverkehr durchaus öfter. Vor ca. 6 Jahren hatte ich zudem ein Erlebnis, das mich noch lange Zeit verfolgt hat. Glücklicherweise ist es glimpflich ausgegangen, doch wirkt es immer noch nach…

8. In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?
Seit ich in den letzten fünf Jahre mit meiner Oma und meinem Vater zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren habe, ist der Tod ein ständiger Begleiter. Auch unser Zappelinchen fragt immer öfter nach dem Sterben und wo die Leute danach denn sind. Das ist gar nicht so einfach zu erklären, verstehe ich es doch selbst nicht…

9. Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht „Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele“. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?
1000 Euro? Ich bitte dich! Meine exquisite Seele (Karma, siehe Frage 5) kann man doch nicht mit lumpigen 1000 Euro kaufen. Häng‘ mal noch sechs Nullen dran und wir können drüber reden… 😉

Ich nominiere:

Damages – Season 4

Nach längerer Pause habe ich mich über die letzten Wochen (fast schon Monate) verteilt immer wieder „Damages – Season 4“ zugewandt. Nachdem mich die erste Staffel des seriell erzählten Anwaltsdramas wirklich gepackt hatte, stellte sich während des dritten Jahres bereits Routine ein – somit war ich gespannt, ob der zeitliche Abstand und der Senderwechsel der Serie gut getan haben…

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Zunächst einmal die negativen Aspekte: Zu Beginn der Staffel war ich wirklich erschrocken wie billig die Serie wirkt. Man merkt das geschrumpfte Budget in nahezu jeder Einstellung: Licht, Drehorte, Sets – alles wirkt teils wie in einer Vorabendserie. Es gibt auch kaum noch Außenaufnahmen mit komplexeren Kamerabewegungen und die Anzahl der Schauplätze hat sich drastisch reduziert. Dadurch wirkt die Serie viel statischer, was auch der Atmosphäre abträglich ist.

Die Handlungs ist durchaus interessant, wenngleich auch zu wenig aus dem Thema gemacht wird. Mit John Goodman hat man einen weiteren famosen Gegenspieler für Glenn Close gefunden, wenngleich beide auch zu wenig Screentime besitzen. Auch wenn bereits die dritte Staffel nicht mehr großartig, sondern nur noch sehr gut war, so ist im vierten Jahr leider ein weiterer Qualitätseinbruch festzustellen.

Vermutlich sollte ich der Serie ihre budgetbedingten Schwächen nicht zu sehr anlasten, doch kann ich auch solche Elemente nur schwer ausblenden. Hinzu kommt ein durchaus routiniert erzählter Fall, der allerdings zu sehr in die persönliche Ebene geht und zu wenig aus der Vogelperspektive betrachtet – größere Themen, was z.B. die Rolle von privaten Militärunternehmen im Auslandseinsatz, werden leider nur am Rande behandelt. Das alles ist nicht schlecht, lässt „Damages“ im vierten Jahr allerings auch in der Maße der nur noch guten Shows verschwinden: 7/10 (7.0) Punkte.

Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit (2006)

Heute habe ich einmal wieder einen Film nachgeholt, der mich schon seit Jahren reizt. Tony Scotts „Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit“ hat inzwischen schon unglaubliche 8 Jahre auf dem Buckel – mir kommt es allerdings so vor, als hätte ich ihn erst gestern im Kino verpasst. Zeitwahrnehmung ist eben sehr subjektiv, was der Film auch inhaltlich am laufenden Band beweist…

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Den Trailer hatte ich über die letzten Jahre verteilt öfter gesehen. Insofern wusste ich von dem Zeitreisethematik – und war deshalb wohl auch so erstaunt, dass das Thema erst relativ spät im Film aufgegriffen wird. Die Jerry Bruckheimer-Produktion strahlt Hochglanz aus jeder Pore bzw. jedem einzelnen digitalen Filmkorn aus, allerdings auf die sympathische Art und Weise der 2000er Jahre. Irgendwo zwischen hypermodern und schon ein wenig veraltet. Inzwischen mag ich das. Denzel Washington macht sich wie immer gut und New Orleans kurz nach Hurrikan Katrina bietet ein interessantes Setting für diesen ungewöhnlichen Sci-Fi-Thriller.

Was Zeitreisegeschichten angeht, so bin ich wohl am stärksten von den Regeln fasziniert, die unterschiedliche Filme aufstellen. Anfangs versucht „Déjà Vu“ noch den ganz wissenschaftlichen Weg zu gehen: Man blickt gar nicht in die Vergangenheit, sondern sieht nur eine 3D-Rekonstruktion. Natürlich ist dies auf die dargestellte Art und Weise nicht möglich, der Kern der 3D-Rekonstruktion aus 2D-Fotos bzw. -Videobildern wird jedoch bereits heute durchgeführt – der Film zeigt uns nur die übernächste Stufe. Als jemand, der mit dem Thema ein wenig vertraut ist, war dies ein wahrlich interessanter Versuch den Blick in die Vergangenheit tatsächlich einigermaßen glaubwürdig zu erklären. Kurz darauf packt Val Kilmer (leider nur in einer kleinen Nebenrolle) allerdings das Wurmloch aus und wir befinden uns in einem klassischen Zeitreisefilm.

Rein audiovisuell hat Tony Scott auch in „Déjà Vu“ alle Register gezogen, ohne jedoch in den Stakkato-Schnitt zu verfallen, wofür seine letzten Filme (z.B. „Domino“) berühmt und berüchtigt waren. Inhaltlich muss man, wie es für das Genre üblich ist, eine gesunde Portion Suspension of Disbelief aufbringen, was mir allerdings nicht schwer gefallen ist. Der emotionale Kern des Thrillers, die angedeutete Liebesgeschichte, hatte mich ebenfalls voll auf seiner Seite. Insgesamt bin ich wirklich zufrieden mit dem Film, der mich ein wenig an „Frequency“ (ebenfalls mit Jim Caviezel) und „Source Code“ erinnerte. Für Fans von Zeitreisegeschichten wirklich bestens geeignet: 8/10 Punkte.

Media Monday #174

Trotz Krankheit und dickem Schädel, schlage ich mir die Nacht des ersten Urlaubstages um die Ohren, um die Fragen des Medienjournals zu beantworten. Zum Schlafen wäre ich sowieso noch zu aufgekratzt, da ich erst das Finale der fantastischen Serie „True Detective“ verarbeiten muss. Insofern drückt mir die Daumen, dass meine Kinder morgen ein wenig länger schlafen – und viel Spaß mit meinen Antworten zum 174. Media Monday!

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  1. In jedem Film, der in Washington, D.C. spielt, sieht man die typischen Wahrzeichen. Können die nicht mal stattdessen [Nein, können sie nicht! Schließlich schaue ich ja gerade deshalb viele Filme, die in der US-Hauptstadt spielen: weil dann Erinnerungen meine Hochzeitsreise wach werden – und das soll auch so bleiben!].
  2. Ewan McGregor zählt zu meinen liebsten Schauspielern, spätestens seit seiner Rolle als tragisch liebender Schriftsteller Christian in Baz Luhrmans „Moulin Rouge“.
  3. Diese Bundesliga ist auch wieder so ein Hype, dem ich nichts abgewinnen kann, denn wer soll sich wirklich ernsthaft für so etwas interessieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass darüber in ein paar Monaten noch jemand redet…
  4. Hingegen für Filme und Serien jeder Art bin ich Feuer und Flamme, bekomme nicht genug davon und verbringe hier viel zuviel Zeit damit über meine Sichtungen zu schreiben.
  5. Im direkten Vergleich zu früheren Filmepochen sind die in den letzten Jahren entstandenen Filme oft ein wenig herzlos.
  6. Den Podcast Second Unit kann ich nur jedem empfehlen, der gerne Filme analytisch betrachtet, denn Christian und Tamino gehen oft sehr ins Detail, was zwar nicht immer meiner Meinung entspricht, aber sehr fundiert und logisch begründet ist – für weitere Empfehlungen, schaut doch mal in meine Sidebar unter Podcasts!
  7. Zuletzt gelesen habe ich „Maniac“ von Douglas Preston und Lincoln Child und das war der dritte Teil der Diogenes-Trilogie, weil in diesem Band die Handlungsfäden rund um den bösen Bruder von Special Agent Pendergast aufgelöst werden.