Bones – Season 8

Auch wenn ich nach der vorangegangenen Staffel eher ernüchtert war, hat mein Feierabendprogramm noch eine Serie benötigt, der man ohne Weiteres Episode für Episode folgen kann – selbst mit kurzen Schlafpausen. Da ich mich in dem Serienuniversum bereits auskenne, hat es sich angeboten „Bones – Season 8“ weiterzuverfolgen. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Noch weiter als bereits mit der siebten Staffel driftet „Bones“ im achten Jahr immer mehr in Richtung Soap Opera ab. Zudem scheinen die Figuren ihren Biss zu verlieren und es sich in ihren festgefahrenen Rollen nur allzu bequem zu machen. Um es einfach auszudrücken: Den Autoren gehen die Ideen aus. Zwar gibt es theoretisch interessante Ansätze, wie die Geistergeschichte „The Ghost in the Machine“, doch wird selbst solch eine Idee völlig unsinnigen Handlungselementen geopfert.

Recht spannend fand ich – zumindest zu Beginn – den durchgängigen Fall rund um Serienmörder Christopher Pelant sowie ein paar nette Einzelfälle. Insgesamt gesehen waren die 24 Episoden der Staffel jedoch zu den Vorjahren ziemlich redundant, was zur Folge hatte, dass ich tatsächlich öfter mal bei der Sichtung eingeschlafen bin. Aufgrund der prozeduralen Struktur, konnte ich allerdings ohne Probleme beim nächsten Fall wieder einsteigen. Ob das nun positiv zu bewerten ist?

Wie bereits bei der verwandten Serie „The Mentalist“ sehe ich wirklich nicht mehr die Notwendigkeit hier am Ball zu bleiben. Zwar sind mir die Charaktere irgendwie vertraut, doch kommen viele Fälle über Mittelmaß einfach nicht mehr hinaus. Für Fans – ich selbst wende mich nun lieber wieder anderen Serien zu, bei denen ich dann hoffentlich wach bleibe: 6/10 (6.4) Punkte.

World War Z – Extended Action Cut (2013)

Inzwischen ist es wirklich schwierig geworden einen Film zu sehen, ohne bereits im Vorfeld eine gewisse Meinung zu ihm zu haben. Im aktuellen Fall von „World War Z“ wusste ich bereits im Vorfeld, dass mir der Film unmöglich gefallen kann: Das komplette Missachten der Buchvorlage, die fehlende Härte und rennende Zombies hatten die Entrüstung der Genrefans befeuert – und ich war mir sicher einen deutlichen Verriss schreiben zu müssen…

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Nachdem ich erstmals von der Ankündigung des Films gehört hatte, stellte ich es mir schwierig bis unmöglich vor aus Max Brooks‘ Vorlage mit dem seltsamen deutschen Titel „Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie“ eine kohärente Filmhandlung zu adaptieren. Dann kam der Trailer und schnell war klar, dass der Film nicht mehr viel mit der fiktiven Interviewsammlung gemeinsam haben würde. Die CGI-lastigen Zombie-Wellen sahen zudem albern aus und Brad Pitt als Hauptdarsteller in einem Zombie-Film ließ auch nichts Gutes vermuten. Die größtenteils vernichtenden Kritiken taten ihr Übriges, um meine Erwartungen gegen Null tendieren zu lassen. Dennoch war ich neugierig und gespannt, was Marc Forster („James Bond 007: Ein Quantum Trost“) denn aus der Vorlage gebastelt hat.

Was soll ich sagen? Ich mochte den Film. Die erste halbe Stunde fand ich sogar ziemlich großartig, da sie mich emotional komplett involviert hatte und mich nicht von der Sofakante weichen ließ. Hier wurden Erinnerungen an den Anfang von „28 Days Later“ wach, nur eben im familiären Umfeld – und mit deutlich mehr Budget. Auch den weiteren Verlauf der Handlung fand ich interessant, hat man aus Brooks‘ Vorlage doch tatsächlich nur den Titel „World War Z“ als grundlegendes Element genommen und eben auch einen Kriegsfilm inszeniert: So gibt es etliche Schauplätze, viel Action und Militärgedöns zu sehen. Eben etwas anderes, als ein klassischer Zombiefilm vermuten lassen würde.

Was die häufig kritisierte fehlende Härte angeht, so kann ich dies nicht nachvollziehen. Natürlich fehlen Ausweideszenen, doch hätte dies meiner Meinung nach auch nicht zu diesen Zombies bzw. Infizierten gepasst. Mit Blut wird – zumindest im sogenannten Extended Action Cut – dennoch nicht gespart und mich hätte vor ein paar Jahren auch eine 18er Freigabe für diesen Film nicht gewundert.

Man muss sich einmal vor Augen halten, wie sich dieses Subgenre entwickelt hat: In den 90er Jahren war es noch nahezu unmöglich ungeschnitten an irgendeinen Zombiefilm heranzukommen. Die Toten wandelten höchstens in den Schmuddelecken der Videotheken. Dann kamen die ersten Mainstream-Filme, wie Zack Snyders „Dawn of the Dead“-Remake oder Danny Boyles „28 Days Later“ – ja selbst Romero meldete sich mit „Land of the Dead“ zurück. Und heute? Heute findet man die TV-Serie „The Walking Dead“ ungeschnitten im DVD-Regal, die grafisch härter ist als alles, was man in den 80er Jahren auf den Index gestellt hat. Und nun eben ein Big Budget-Zombiefilm mit Brad Pitt in der Hauptrolle. Für einen kleinen Teil von mir ist dies auch heute noch vor allem eines: unfassbar!

Wie man es auch dreht und wendet: Ich hatte großen Spaß mit „World War Z“. Der Film ist sicher nicht perfekt und ab dem Mittelteil oft auch unsauber in seiner Dramaturgie. Mit den Zombie-Wellen wird es teils auch übertrieben und das Quasi-Happy-End kommt auch zu plötzlich. Dennoch kann ich die große Schelte absolut nicht nachvollziehen und kann den Film tatsächlich selbst Genrefreunden empfehlen. Lasst euch nicht verrückt machen und schaut, wie weit es eure Zombies in Hollywood gebracht haben: 7/10 Punkte.

Friday Night Lights – Season 5

Es ist vorbei. Mein vorerst letzter Besuch in Dillon. Während ich über die vergangenen vier Monate beinahe täglich in der texanischen Kleinstadt vorbeigeschaut habe, breitet sich nun nach der Sichtung von „Friday Night Lights – Season 5“ eine gewisse Leere aus. Das war es nun? Nie wieder an einem Training von Coach Taylor teilnehmen? Nie mehr Panthers vs. Lions? Es ist wirklich unfassbar, wie sehr mir diese Serie und ihre Charaktere ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe nach diesem Eintrag habt auch ihr den Wunsch nach Dillon, Texas zu reisen. Es lohnt sich!

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Wie bereits in den vorangegangenen Staffeln muss man als Zuschauer auch in diesem Jahr von einigen liebgewonnenen Figuren Abschied nehmen. Bereits in der ersten Episode verlassen uns Landry, Tim und Julie – wie man es von „Friday Night Lights“ kennt, sind dies jedoch keine Abschiede für immer. Es gibt immer wieder Begegnungen mit der Vergangenheit, die glücklicherweise nie aufgesetzt und gezwungen wirken. Das damit geschaffene Serienuniversum ist glaubwürdig und wirkt in der Realität verankert. Emotional darf man sich somit auch auf einige wirklich ergreifende Szenen gefasst machen. Großartig geschrieben, inszeniert und gespielt.

Rein inhaltlich knüpft das finale Jahr in Dillon ziemlich übergangslos an die vierte Staffel an. Kein erneuter Reboot, aber auch kein Status quo. Eine konsequente Weiterentwicklung aller Handlungsstränge, die – besonders gegen Ende – für alle Figuren interessante Möglichkeiten eröffnet, was letztendlich ein absolut stimmiges Gesamtbild im Hinblick auf das Finale liefert. Für mich bildet die fünfte Staffel somit das Highlight dieser ohnehin schon großartigen Serie:

  1. „Friday Night Lights – Season 5“ (9.6 Punkte)
  2. „Friday Night Lights – Season 3“ (9.4 Punkte)
  3. „Friday Night Lights – Season 4“ (9.2 Punkte)
  4. „Friday Night Lights – Season 1“ (9.0 Punkte)
  5. „Friday Night Lights – Season 2“ (8.4 Punkte)

Zur absoluten Höchstform läuft die Serie in ihren letzten Episoden auf. Speziell das Finale ist Serienkino in Perfektion. Mitreißend, höchst emotional und allen Charakteren gerecht werdend. Dies ist umso bemerkenswerter, schaffen es die meisten Serien doch nicht ihre treuen Zuschauer mit einem befriedigenden Ende wieder in die Realität zu entlassen. Das Finale von „Friday Night Lights“ ist perfekt in jeder Hinsicht: es erzählt neue spannende Geschichten, führt alle offenen Handlungsstränge zu Ende und lässt uns Zuschauer von jeder einzelnen auch nur annhähernd wichtigen Figur Abschied nehmen. Für mich wohl das bisher beste Serienfinale, das ich jemals sehen durfte.

Es ist mir schon lange nicht mehr so schwer gefallen, von einer Serienwelt bzw. deren Charakteren Abschied zu nehmen. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten seit „The West Wing“ keine bessere Serie gesehen zu haben. Somit reiht sich „Friday Night Lights“ in die elitäre Riege meiner Lieblingsserien ein. Ich werde sie vermissen und hoffe sehnlichst, dass Jason Katims Nachfolgeserie „Parenthood“ baldmöglichst eine entsprechende DVD-Verwertung erfährt und uns noch ein paar Jahre erhalten bleibt. Ein wirkich ganz besonders Serienerlebnis: 10/10 (9.6) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Men at Work – Season 1

Nach über 15 Monaten in Point Place war es nach dem Finale von „That ’70s Show“ nicht einfach den Übergang in eine andere Sitcom-Welt zu finden. Somit habe ich mit „Men at Work – Season 1“ nur einen kurzen Ausflug nach New York unternommen und war dabei immerhin in Begleitung von Danny Masterson – Mr. Steven Hyde aus „Die wilden Siebziger!“ höchst persönlich. Eine gute Wahl?

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Der Einstieg in die Serie ist mir nicht leicht gefallen. Während der ersten vier Episoden konnte ich mich nur schwer mit Mastersons neuer Rolle anfreunden, die so gar nichts von dem Charme seines bekanntesten Charakters zu haben schien. Auch das Setting wirkte extrem gewollt: wie eine 90er Jahre Sitcom, die auf Biegen und Brechen versucht modern zu sein. Die nur allzu bekannte Prämisse von Männern, die sich in der heutigen Welt zurechtfinden müssen, hatte man in den letzten Jahren zudem einfach schon zu oft gesehen – und das teils auch gelungener, wie z.B. in der von mir gerne gesehenen Serie „Man Up!“, die leider äußerst kurzlebig war.

Wenn ich die DVDs nicht schon zu Hause gehabt hätte und die Staffel länger als 10 Episoden laufen würde, hätte ich vermutlich nicht weitergeschaut. Dann jedoch hatte ich einen Abend eine gute Stunde Zeit und blieb gleich drei Episoden am Stück dran – und was soll ich sagen? Die Serie konnte mich für sich gewinnen. Einige Witze sind schon etwas platt, die Handlung ist meist auch vorhersehbar, doch werden die Charaktere – insbesondere Mastersons Milo – immer sympathischer. Mit den Gastauftritten von Laura Prepon (Donna) und Wilmer Valderrama (Fez) aus „That ’70s Show“ konnte die Serie bei mir zudem noch einige Punkte gut machen. Und dann noch eine „The Goonies“-Referenz – Sitcom-Herz, was willst du mehr?

Man darf sich nichts vormachen: „Man at Work“ ist keine sonderlich innovative Serie, doch wer gerne Sitcoms schaut, der dürfte recht gut unterhalten werden. Ich hatte nach einer gewissen Anlaufphase zumindest meinen Spaß und hätte durchaus mehr als 10 Episoden vertragen können – gerade wenn man sich als Zuschauer warm gesehen hat: 7/10 (7.4) Punkte.

Friday Night Lights – Season 4

Mit knapp zwei Wochen Sichtungszeit hat mich „Friday Night Lights – Season 4“ noch intensiver am Leben in Dillon teilhaben lassen, als die vorhergehenden Staffeln. Ich finde es nach wie vor unglaublich, wie stark die Sogwirkung ist, die von dieser TV-Serie über High School-Football in Texas ausgeht. Das  hätte ich zuvor niemals gedacht. Doch auch die vorletzte Staffel hat bewiesen, dass man ohne Vorurteile an solch eine Serie herangehen sollte… Spoiler sind zu erwarten.

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Das vierte Jahr in Dillon, doch auch das vierte Jahr mit den Dillon Panthers? Es hatte sich ja bereits im Finale der dritten Staffel abgezeichnet, dass große Veränderungen anstehen – und das sollte sich auch bewahrheiten. Die Änderungen sind teils sogar so gravierend, dass man als Kenner der ersten drei Staffeln beinahe das Gefühl hat, in einem Reboot gelandet zu sein. Es gibt viele neue Charaktere und mit der Verlagerung des Handlungsschwerpunkts an die East Dillon High fühlt sich auch die texanische Kleinstadt anders an, als in den Staffeln zuvor. Überhaupt wird die Serie düsterer und dramatischer, bleibt dabei aber realistisch und glaubwürdig – und bindet uns Zuschauer somit noch enger an ihre Charaktere.

Trotz der Veränderungen besteht zu keiner Sekunde ein Zweifel, dass man man weiterhin „Friday Night Lights“ vor sich hat. Dies liegt vor allem natürlich an den Taylors, die weiterhin das Zentrum nahezu aller Handlungsstränge bilden. Mit Tim Riggins entwickelt sich zudem ein Charakter beständig weiter, den man bereits seit der ersten Staffel verfolgt. Weiterhin gelingt es den Autoren auch in diesem Jahr liebgewonnenen Figuren einen emotional packenden und inhaltlich zufriedenstellenden Abschluss zu gewähren. Das habe ich besser wohl noch in keiner anderen Serie erlebt, zumal die meisten Figuren auch nicht einfach weg sind, sondern weiterhin Gastauftritte haben und ihre Bedeutung für die Zurückgelassenen stets greifbar bleibt.

Mit Vince Howard und Luke Cafferty gibt es zwei neue Hauptfiguren, die sich wunderbar in die Serie einfügen und dabei doch komplett neue Wege beschreiten. Ich kannte die beiden Schauspieler zudem bereits aus Jason Katims aktuell laufender Serie „Parenthood“, in der Michael B. Jordan und Matt Lauria ebenfalls fantastisch spielen. Überhaupt sind die Schauspieler allesamt großartig und es ist für mich abermals unvorstellbar, wie Taylor Kitschs Kinokarriere mit u.a. „Battleship“ so gnadenlos floppen konnte. Sein Handlungsstrang ist einer der bewegendsten der gesamten Staffel.

Auch wenn ich das vierte Jahr in Dillon erneut großartig fand, so waren die Änderungen zu Beginn doch so einschneidend, dass ich eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt habe. Dennoch kann ich den Autoren nur meinen Respekt zollen, dass sie sich für solch einen mutigen Schritt entschieden haben. Für das fünfte Jahr erhoffe ich mir noch Großes und sehe dem Ende der Serie bereits jetzt mit dickem Kloß im Hals entgegen: 9/10 (9.2) Punkte.

Let Me In (2010)

Nachdem meine Freizeit in den letzten Tagen gegen Null tendierte und sich die Besucherzahlen dieses Blogs in ähnlichen Regionen eingefunden haben, wollte ich vorerst nur noch effiziente Kurzkritiken verfassen. Irgendwo muss man ja anfangen. Doch nach einem anstrengenden Arbeitssamstag wanderte Matt Reeves „Let Me In“ auf die Mattscheibe – und hat mich komplett gefesselt. Folglich keine Kurzbesprechung. Als Filmfreund hat man es schon nicht leicht…

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Die Geschichte des Films hatte mich schon länger gereizt. Allerdings wusste ich nicht, welche Version ich mir ansehen soll. Das schwedische Original „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008, oder das zwei Jahre später folgende US-Remake „Let Me In“? Die meisten werden sagen: natürlich das Original! Allerdings verstehe ich kein Schwedisch und liegt beiden Filmen eine Buchvorlage zugrunde. Aufgrund ebenfalls sehr guter Kritiken und meiner Kenntnis der Originalsprache, habe ich mich letztendlich für das Remake entschieden. Auf jeden Fall eine gute Wahl, wenngleich ich nun doch neugierig auf „Let the Right One In“ bin.

Es mag am heutigen Tag liegen, doch so mitgenommen hat mich schon lange kein Film mehr. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dabei ist es nicht leicht das Gesehene emotional einzuordnen. Was das Genre angeht, bewegt sich der Film irgendwo zwischen Horror und Coming-of-Age, was ohnehin schon eine interessante Mischung ist. Auch die Charaktere sind nicht leicht zu greifen. Man fühlt sich von ihnen abgestoßen und fiebert dennoch mit ihnen mit. Die Trostlosigkeit der Wohnsiedlung sickert aus jedem einzelnen Frame – und doch gibt es irgendwo da draußen Hoffnung.

Der 80er Jahre Look ist Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) wirklich exzellent gelungen. Einzig ein paar CGI-Elemente wirken ein wenig befremdlich, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus beabsichtigt war, um die animalische Seite Abbys zu unterstreichen. Am meisten konnten mich jedoch die beiden Jungdarsteller Kodi Smit-McPhee, den ich bereits in „The Road“ toll fand, und Chloë Grace Moretz, die ich seit „Kick-Ass“ immer für ein wenig überbewertet hielt, begeistern. Wirklich fantastische Leistungen!

Auch wenn ich die leise Stimme in meinem Kopf nicht ganz verdrängen kann, die behauptet das schwedische Original wäre bestimmt noch besser gewesen, wird mir „Let Me In“ wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau solche Genrefilme will ich sehen. Aufgrund des Remake-Faktors lasse ich bei der Bewertung noch wenig Luft für das Original – obwohl es ja häufig so ist, dass einem die Fassung, die man zuerst gesehen hat, auch weiterhin besser gefällt: 8/10 Punkte.

Man of Steel (2013)

Auch wenn mich der Film nie so wirklich interessiert hat, wurde ich nun doch schwach und habe mir Zack Snyders „Man of Steel“ angesehen. Superman und ich sind bisher keine großen Freunde. Auch mit Zack Snyder habe ich so meine Schwierigkeiten. Keine sonderlich guten Voraussetzungen – auch wenn der Trailer, der letztes Wochenende vor „Battleship“ lief, schon verdammt gut aussah. Und was hatte der Film selbst nun zu bieten?

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In meiner damaligen Besprechung zu Bryan Singers „Superman Returns“ hatte ich mir noch eine echte Modernisierung im Stile von „Batman Begins“ gewünscht. Diese habe ich nun auch bekommen. So irgendwie. Zumindest werden sich dies Zack Snyder, David S. Goyer und Christopher Nolan wohl gedacht haben. Auch mag es sein, dass sie die Comics – ich selbst kenne sie nicht – perfekt auf die Leinwand transportiert haben. Selbst wenn das alles so ist, komme ich doch nicht umhin festzustellen, dass der Film komplett an meiner Vorstellung von Superman (die zugegebenermaßen größtenteils durch Jerry Seinfeld und „Die Abenteuer von Lois & Clark“ geprägt wurde) vorbeigeht.

Während der ersten 20 Minuten wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Da steht doch tatsächlich ein bärtiger Russell Crowe, der in gnadenlosem Overacting überkandidelte Dialoge von sich gibt. Als seltsam kostümiertes Alien-Mensch-Wesen. Achja, auf einen Flugdrachen springt er auch noch. Durch die von Pathos geschwängerte Ernsthaftigkeit der Inszenierung wirkt das alles einfach nur befremdlich – dabei bin ich eigentlich immer für Sci-Fi, Monster und Fantasyelemente zu haben.

Dann befinden wir uns auf der Erde und der Film wird in meinen Augen richtig gut. Clark Kent muss sich selbst finden und wir bekommen Rückblenden in seine Kindheit zu sehen. Sonnendurchflutete Bilder einer Farm in Kansas, Kevin Costner als Ziehvater und erste Heldentaten. So hatte ich mir das vorgestellt! Auch das erste Auftreten von Lois Lane fand ich gelungen. Zwischen Henry Cavill, der einen wirklich guten Superman abgibt, und Amy Adams entsteht tatsächlich eine gewisse Chemie, auch wenn die Szenen der beiden viel zu knapp bemessen sind und – was ich extrem schade fand – nie ein Geheimnis um die Identität Supermans gemacht wird.

Ab der Hälfte des Films tritt dann Michael Shannon als General Zod auf den Plan, der Crowes Overacting fortführt und viel Alien-Trara veranstaltet. Auf mich wirkte das auch inhaltlich unglaublich billig, vermutlich weil Snyder diese Elemente so bedeutungsschwanger inseniert hat. Zudem wird jeder Hauch einer Zweideutigkeit eliminiert, da wirklich jeder Charakter meint, den Zuschauern durch ein Substitut auf der Leinwand alles haarklein erklären zu müssen. Langweilig! Ebenso wie die Action, die zwar toll anzusehen, letztendlich aber ermüdend redundant ist.

Die beste Einstellung folgt übrigens in einer Rückblende kurz vor dem Ende, als der junge Clark Kent in einem selbstgebastelten Umhang vor seinen Zieheltern posiert. Diese ist übrigens bereits im Trailer zu finden. Auch die Daily Planet-Szene nach dem Finale macht Lust auf mehr, doch war die Zerstörungsorgie davor einfach zuviel, so dass ich selbst in einer Fortsetzung wohl nicht mehr unbefangen an diese Art von Superman anknüpfen könnte.

All dies liest sich nun vermutlich extrem negativ, doch hatte ich durchaus Spaß mit dem Film. Leider hatte ich zu oft das Gefühl, dass man mit nur kleinen Änderungen am Drehbuch so viel mehr hätte erreichen können. Potential ist auf jeden Fall vorhanden und teils zaubert Snyder wahrlich tolle Bilder auf die Leindwand, doch dann taucht wieder General Zod auf und gestikuliert wild herum. Für mich ungefähr auf einem Level mit Bryan Singers 2006er „Superman Returns“ – nur mit ganz anderen Stärken und leider ebenso vielen Schwächen: 6/10 Punkte.

Friday Night Lights – Season 3

Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich bereits dass die letzten zwei Staffeln dieser fantastischen Serie viel zu schnell an mir vorbeiziehen werden. Auch „Friday Night Lights – Season 3“ habe ich in knapp zweieinhalb Wochen verschlungen, was aufgrund der verringerten Zahl von nur 13 Episoden auch kein Wunder ist. Vielleicht gelingt es der Serie aber gerade deshalb ihre Stärken weiter auszubauen und ohne Längen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Spoiler sind zu erwarten.

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Im Vergleich zu den teils ein wenig absonderlich wirkenden Handlungssträngen der zweiten Staffel, fokussieren sich die Autoren im dritten Jahr wieder mehr auf die Charaktere und deren Entwicklung. Am meisten hat es mich wohl beeindruckt, wie konsequent die Geschichten einzelner Figuren zu Ende erzählt werden: die letzten Auftritte von Smash Williams und Jason Street haben bei mir einen dicken Kloß im Hals hinterlassen. Toll geschrieben, ergreifend und fantastisch gespielt – und das ohne jeglichen Anflug von Kitsch oder falscher Sentimentalität. Auch im kommenden Jahr gibt es einige Senior-Spieler, was erneut sehr emotional werden dürfte.

Auch wenn es zu Beginn ein wenig plötzlich erschien, Tami Taylor als Rektorin der Dillon High zu sehen, so war dieser Schritt in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Bildung und Football sowie zwischen ihr und Coach Taylor doch absolut richtig. Die Figuren entwickeln sich weiter ohne dabei ihre markanten Charakterzüge zu verlieren. Genau so müssen TV-Serien geschrieben sein und ich kann immer noch kaum glauben, dass sich solch herausragende Qualitäten gerade in einer scheinbar schnöden Football-Serie finden lassen. Hier spielen einige Faktoren zusammen, die für mich einfach funktionieren: Drehbuch, Schauspiel und Inszenierung. So will ich das sehen!

Aufgrund der nur 13 Episoden vergeht die Staffel wie im Flug. Auch das Football-Jahr ist schneller vorbei, als man glauben mag. Mit J.D. McCoy gibt es einen einen neuen Spieler, der in jeder Hinsicht für Spannungen sorgt, besonders was die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sowie gegenseitigen Erwartungen angeht. In diesem Spannungsfeld stecken auch Lyla und Buddy Garrity, was anderen Figuren (in diesem Fall Tim Riggins) neue Möglichkeiten eröffnet. Ihr seht schon: Das Beziehungsgeflecht ist hochgradig komplex, was die Serie so spannend macht.

Für mich stellt die dritte Staffel bisher das Highlight dar. Auch wenn ich gerne wieder volle 22 Episoden gesehen hätte, so glaube ich dass die Staffel gerade durch die komprimierte Erzählweise an Qualität gewonnen hat. Das großartige Finale stellt zudem die Weichen neu und ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass sich mit dem vierten Jahr so einiges ändern wird in Dillon. Solange die Qualität so hoch bleibt, soll es mir recht sein: 9/10 (9.4) Punkte.

Co-Review: Der große Gatsby – OT: The Great Gatsby (2013)

Normalerweise schreibe ich meine Filmbesprechungen direkt nach der Sichtung. Bei Baz Luhrmanns Verfilmung von „Der große Gatsby“ hat es allerdings eine Woche gedauert, bis der Blogeintrag fertig war. Woran das liegt? Philipp von Das Cinemascope hatte mich zu einem Co-Review eingeladen, was ich natürlich gerne angenommen habe. Die folgende Besprechung zu „The Great Gatsby“ findet ihr auch auf Philipps Blog – schaut doch mal rein!

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Philipp: „The Great Gatsby“. Ein großer Name. Hier also eine Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 2013. Wie hat dir der Film denn so gefallen?

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Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 8

Ungefähr 15 Monate sind vergangen, seit die Serie Weihnachten 2012 unter dem Weihnachtsbaum lag. Das heißt 15 Monate in Point Place, Wisconsin. Im Schnitt 13 Episoden pro Monat. Eine ständige Begleitung, die nun mit „That ’70s Show – Season 8“ ihr mehr oder weniger rumreiches Ende findet. Es war eine wirklich schöne Zeit, wenngleich sich die Serie mit ihrem letzten Jahr auch ein wenig selbst überlebt hat… Spoiler sind zu erwarten.

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Ich wusste ja schon länger, dass Topher Grace im achten Jahr ausgestiegen ist. Dass allerdings auch Ashton Kutcher nach nur vier Episoden der Serie den Rücken kehrt, war mir nicht bewusst. Deutliche Lücken, die leider nicht gefüllt werden konnten. Hatte man in der siebten Staffel behutsam versucht mit Charlie einen neuen Charakter einzuführen, wurde dieser – aufgrund eines wichtigeren Engagement seines Darstellers – bereits in der ersten Episode wieder herausgeschrieben. Dafür kam Randy, mit dem ich mich jedoch nicht anfreunden konnte.

Am meisten gestört hat mich wohl die veränderte Dynamik in der Gruppe. Der Humor wurde fieser, selbst Red und Kitty verkamen immer mehr zu Klischees und auch im Kreis der Freunde wurden Charakterentwicklungen dem billigen Lacher geopfert. Immer noch nett anzusehen, doch weit entfernt von der herzlichen Coming-of-Age-Comedy der ersten Jahre. Kein Wunder also, dass diese letzte Staffel auch im Ranking den letzten Platz besetzt:

  1. „That ’70s Show – Season 1“ (9.1 Punkte)
  2. „That ’70s Show – Season 3“ (9.0 Punkte)
  3. „That ’70s Show – Season 2“ (8.8 Punkte)
  4. „That ’70s Show – Season 4“ (8.6 Punkte)
  5. „That ’70s Show – Season 5“ (8.4 Punkte)
  6. „That ’70s Show – Season 6“ (8.0 Punkte)
  7. „That ’70s Show – Season 7“ (7.9 Punkte)
  8. „That ’70s Show – Season 8“ (6.9 Punkte)

Aufgrund von Michael Kelso hatte ich mit den ersten vier Episoden noch am meisten Spaß, bis zum Finale war es dann sehr durchwachsen, doch die letzte Episode hat wieder einiges gut gemacht: Kelso ist zurück und selbst Eric lässt sich einen letzten Auftritt nicht nehmen. Diese letzten 22 Minuten haben sich tatsächlich wie eine Rückkehr in die goldene Zeit der Serie angefühlt, die mir über die letzten 15 Monate doch sehr ans Herz gewachsen ist.

Fazit

Ich bin wirklich froh, dass die Autoren nach einer solch durchwachsenen Staffel noch ein wirklich versöhnliches und auf der perfekten Note endendes Finale hingezaubert haben – selbst wenn das den Abschied nicht leichter macht. Definitiv eine meiner liebsten Sitcoms, die ich allen Freunden des Genres nur ans Herz legen kann. Leider konnte der Abschluss nicht auf ganzer Linie überzeugen – insgesamt dennoch eine großartige Serie mit unerwartet starkem Finale: 7/10 (6.9) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie