Into the Badlands – Season 1

Über die Serie bin ich schon häufiger gestolpert, doch erst die Besprechung durch Miss Booleana hat mich dazu gebracht tatsächlich einmal in „Into the Badlands – Season 1“ reinzuschauen. Dadurch lernte ich auch, dass es sich um eine Serie handelt, die auf AMC läuft, was die Vorfreude zusätzlich steigerte. Mit „Mad Men“, „Breaking Bad“ und „The Walking Dead“ hat der Sender bisher ein ausgezeichnetes Gespür für Qualitätsfernsehen bewiesen. Ob auch diese Serie daran anschließen kann?

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Die erste Episode hat mich komplett umgehauen: ein frisches Setting, akrobatische Kampfkunst und eine angenehm erwachsene Inszenierung. Wow! Es ist wirklich fantastisch was die Serie in ihrem Piloten abfackelt. Das Setting ist eine dystopische Welt, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hat: Fünf Barone teilen sich die Macht und sichern sich diese durch ihre Armee von Clippern, tödlichen Martial-Arts-Kämpfern. Schusswaffen wurden in dieser Welt verbannt und somit ist jede kämpferische Begegnung eine fantastisch choreografierte Martial-Arts-Szene. Die Charaktere sind mysteriös und interessant. Sie wirken einem Comic entsprungen und bilden einen wunderbaren Kontrast zur dargestellten Welt: einem Südstaaten-Setting mit Anleihen an die düstere Epoche der Sklavenhaltung und asiatisch angehauchten Steam-Punk-Einflüssen. Also eine neue Lieblingsserie?

Leider nutzt sich der Wow-Effekt ziemlich schnell ab: Die Handlung zwischen den imposanten Kampfszenen wirkt oft redundant und zäh. In der Inszenierung abseits der Kämpfe merkt man das anscheinend begrenzte Budget deutlich. Es gibt die immer gleichen Einstellungen und Landschaftsbilder zu sehen, die Ländereien der einzelnen Barone scheinen nur einen Steinwurf voneinander entfernt zu sein und überhaupt wirken die scheinbar so gefährlichen Badlands eher wie idyllische grüne Wiesen und Laubwälder. Hier hätte ich mir tatsächlich (noch) mehr Worldbuilding gewünscht, um die dargestellte Situation mit der erzählten zu verknüpfen. Und dennoch erzeugt die Serie einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Nach dem Finale, das viel zu schnell kommt, möchte ich nun unbedingt weiterschauen. Umso passender, das heute eine zweite Staffel angekündigt wurde. Die sechs Episoden füttern die Geschichte nur ein wenig an und man merkt, dass noch viel mehr kommen mag. Bis dahin überzeugt die Serie zumindest durch außergewöhnliche Kampfszenen, wie man sie zuvor noch in keiner TV-Serie gesehen hat und einer Welt, die tatsächlich einmal neu und anders wirkt. Diesen Mut möchte ich trotz so mancher Schwäche belohnen und die Serie allen nun Interessierten ans Herz legen: 8/10 (7.5) Punkte.

Community – Season 5

Nachdem ich mit der ersten Staffel eine neue Lieblingsserie gefunden hatte, war ich von der vierten Staffel der Serie fast schon enttäuscht – und es sollte beinahe drei Jahre dauern bis „Community – Season 5“ den Weg in mein Programm fand. Ich erwartete mir durchaus eine Steigerung zum Vorjahr, da Showrunner Dan Harmon nun endlich wieder mit an Bord war. Ob dies die Qualität der Geschichten tatsächlich positiv beeinflusst hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Ja, tatsächlich legt „Community“ qualitativ wieder deutlich zu – und das trotz des Ausstiegs zweier Schauspieler: Chevy Chase und Donald Glover sind nicht mehr dabei. Dafür ist mit Jonathan Banks (Mike Ehrmantraut, „Breaking Bad“) ein Darsteller am Start, der eine naturgegebene Präsenz mitbringt und durchaus eine würdige Ergänzung des Ensembles darstellt. Dennoch merkt man den Verlust zweier liebgewonnener Charaktere deutlich, was auch in die für die Serie typischen Meta-Erzählung mit einfließt. Als roten Faden versammelt sich dieses Mal keine Lerngruppe (schließlich sind nicht mehr alle unsere Charaktere Studenten), sondern das Save Greendale Committee – im Prinzip bleibt aber alles beim Alten und wir erleben popkulturell etablierte Szenarien, welche ins Greendale-Setting transferiert und von Studenten und Professoren nachgespielt werden.

In ihrem fünften Jahr bietet die Serie ein paar Episoden, die sich absolut auf der Höhe befinden und denen der ersten drei Staffeln in kaum etwas nachstehen. Leider gibt es auch immer wieder ein paar durchschnittliche Folgen, die nur nett sind und eher an das vierte Jahr erinnern. An dieser Stelle möchte ich euch jedoch die Highlights vorstellen: In „Basic Intergluteal Numismatics“ gibt es großartige Parodie auf typische Krimi-Procedurals zu bewundern. Meine Lieblingsepisode dürfte wohl „Geothermal Escapism“ gewesen sein, die ganz Greendale in eine postapokalyptische Welt à la „Mad Max: Fury Road“ versetzt und qualitativ nahe an die prägenden Paintball-Episoden der ersten beiden Staffeln heranreicht. Ebenso großartig ist die Episode „App Development and Condiments“, in der wir eine dystopische Zukunft mit ganz eigenen Regeln kennenlernen – wirklich unglaublich, was die Autoren in gerade einmal 20 Minuten Laufzeit an Ideen unterbringen.

Auch bekannte Erfolgsformeln werden wieder aufgegriffen: In „Advanced Advanced Dungeons & Dragons“ dürfen wir erneut einem Rollenspiel-Abenteuer beiwohnen, was abermals ein großes Vergnügen ist. Mit „G.I. Jeff“ werden audiovisuell wieder alle Register gezogen und man findet sich in einem 80er Jahre Cartoon samt Werbeclips wieder. Herrlich! Das Finale gibt sich abermals ganz meta und es steht die Zukunft Greendales im Mittelpunkt. Inzwischen wissen wir, dass Greendale bzw. die Serie von Yahoo! Screen tatsächlich gerettet wurde. Juhu!

Trotz langer Abwesenheit von „Community“ hatte ich viel Spaß mit der fünften Staffel der Serie. Man merkt manchen Episoden deutlich an, dass Dan Harmon wieder mit an Bord ist – und dennoch schafft es die Serie nicht mehr ganz zu alter Form aufzulaufen. Pierce und Troy fehlen der Serie sehr, doch ich hatte das Gefühl, dass das Beste aus der Situation gemacht wurde: 8/10 (8.4) Punkte.

The X-Files – Season 6

Während alle Welt über die brandneue zehnte Staffel der Serie spricht, habe ich in aller Ruhe „The X-Files – Season 6“ gesehen und damit meine Marathon-Sichtung der Serie fortgeführt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Qualität nun langsam deutlich nachlässt, doch wurde ich mehr als positiv überrascht. Ob sich die sechste Staffel damit den neuen Spitzenplatz sichern kann, lest ihr ihn der folgenden Besprechung…

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Die Handlung setzt unmittelbar nach dem Kinofilm „The X-Files: Fight the Future“ ein und wirkt auch wie eine direkte Fortführung. Dennoch versucht man inhaltlich den Spagat zu schaffen, auch Zuschauer erreichen zu wollen, die den Film nicht gesehen haben und direkt aus der fünften Staffel kommen. Dies schwächt den Staffelauftakt ein wenig und lässt das vom Film aufgebaute Potential ein wenig verpuffen. Darüber hinaus bekommt man im sechsten Jahr tatsächlich ein paar wichtige Erkenntnisse, was die Mythology betrifft, an die Hand. Mit der Doppelfolge „Two Fathers“/“One Son“ erfährt man mehr als in den bisherigen Staffeln zusammen. Es macht zwar nicht alles komplett Sinn, doch ist es immerhin ein Versuch die aufgemachten Erzählstränge zusammenzuführen und einen Meilenstein zu setzen.

Die große Stärke der sechsten Staffel liegt eindeutig in den oft humorvollen Monster-of-the-Week-Folgen. In „Drive“ präsentiert Bryan Cranston sein dramatisches Können. Kein Wunder, dass er sich damit für seine Rolle in „Breaking Bad“ qualifiziert hat. Weiter geht es mit der famos experimentellen Episode „Triangle“, die unsere Figuren über mehrere Zeitebenen verstreut. Mit dem „Dreamland“-Zweiteiler gibt es das erste komödiantische Highlight zu bewundern, das sogleich mit „How the Ghosts Stole Christmas“ fortgeführt wird. Die auf Scully fokussierte Episode „Tithonus“ schlägt wieder dramatische Töne an und funktioniert innerhalb dieser eher leichten Staffel deshalb vielleicht umso besser. Über eine Zeitschleife in „Monday“ geht es danach wieder in Richtung Comedy: „Arcadia“ ist eine wahrlich herrliche Episode, in der wir Mulder und Scully endlich als Paar in einem nicht ganz so normalen Vorort erleben dürfen. Großartig!

Nach einem qualitativen Einbruch mit „Alpha“ und „Trevor“, die nur solide Monster-of-the-Week-Unterhaltung bieten, läuft die Staffel kurz vor ihrem Abschluss mit „The Unnatural“ und „Field Trip“ noch einmal zu ungeahnter Bestform auf. Das Finale „Biogenesis“ dagegen wirkt ein wenig forciert – als wolle man unbedingt ein neues Kapitel in der Mythology aufschlagen. Inhaltlich dennoch interessant, zumal Parallelen zu Ridley Scotts „Prometheus“ erkennbar sind, den ich ja – ganz im Gegensatz zum restlichen Publikum – wahrlich großartig finde.

Insgesamt hätte ich wirklich nicht gedacht, dass mich die Serie in ihrem bereits sechsten Jahr noch einmal so begeistern können würde. Was die kommenden Staffeln angeht, so zeichnen die Kritiker- bzw. Fan-Stimmen ein eher düsteres Bild. Ich lasse mich aber gerne weiterhin so positiv überraschen: 9/10 (8.6) Punkte.

Linktipp: Leser, die Gefallen an meinen Besprechungen zu „Akte X“ gefunden haben, sollten auch einmal bei Blogger-Kollege donpozuelo reinschauen und eine alternative Meinung zu den einzelnen Staffeln abholen. Es lohnt sich!

Wish I Was Here (2014)

Mit dem Start ins Wochenende, habe ich mir einen Film angeschaut, der schon lange auf meiner Liste steht: Zack Braffs „Wish I Was Here“ hat schon während seiner Entstehungsphase mein Interesse geweckt, in der der Autor, Regisseur und Schauspieler im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne zur Unterstützung seines Projekts aufgerufen hatte. Auch wenn ich mich nicht aktiv daran beteiligte, so war ich doch mehr als gespannt, ob mich auch das jüngste Werk Zack Braffs zu überzeugen wissen würde…

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Wie einige von euch vielleicht wissen, gehört „Garden State“ zu meinen erklärten Lieblingsfilmen. Seit diesem ganz besonderen Film waren 10 Jahre vergangen, in denen keine weitere Regiearbeit des aus „Scrubs“ bekannten Schauspielers folgte. Nachdem ich die ersten Kritiken las, war ich tatsächlich ein wenig skeptisch und schob die Sichtung immer weiter auf. Heute hat sich jedoch gezeigt, dass dies nicht nötig gewesen wäre, denn auch wenn sich „Wish I Was Here“ sowohl formal als auch inhaltlich durchaus an seinem Vorgänger im Geiste orientiert, so schafft er es doch eine ganz eigene Sogwirkung zu entfalten, die mich nicht nur aufgrund der verarbeiteten Themen an den wunderbaren „Beginners“ denken ließ.

Vermutlich hat der Film bei mir einen Nerv getroffen, weil abermals eine Vater-Sohn-Beziehung im Zentrum steht bzw. das automatische Erwachsenwerden, das mit dem Tod eines Elternteiles einhergeht, erzählt wird. Auch wenn mein Leben ganz anders aussieht, als das der Hauptfigur Aidan Bloom (Zack Braff), kamen mir viele Themen doch bekannt vor. Wenn man selbst Kinder hat und sich mit der Sterblichkeit der eigenen Eltern beschäftigen muss, treten unweigerlich die Erinnerungen an die eigene Kindheit in den Vordergrund. Man versucht längst vergessene Momente zu greifen und ihnen Bedeutung zu geben. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Auch wenn „Wish I Was Here“ teils etwas gewollt inszeniert wirkt, so spiegelt er die mit diesem Lebensabschnitt einhergehenden Emotionen doch wirklich gut wider.

Nein, ein zweiter „Garden State“ ist dieses Filmprojekt nicht. Ihm fehlt oft die Leichtigkeit, was ich aufgrund der verarbeiteten Themen aber nicht zu negativ bewerten würde. Emotional hat mich das Drama mich tief berührt und es ist wahrlich kein Auge trocken geblieben. Trotz des erzählten Abschieds, gelingt es dem Film seine Charaktere beständig nach vorne schauen zu lassen und voller Hoffnung zu sein. Ich mag das sehr. Für mich darf der dritte Film des talentierten Regisseurs gerne früher als in 10 weiteren Jahren kommen: 8/10 Punkte.

Fear the Walking Dead – Season 1

Wie bereits angekündigt, bin ich den Zombies treu geblieben und habe mir mit „Fear the Walking Dead – Season 1“ das Spin-off der AMC-Erfolgsserie angesehen. Dieses läuft aktuell im Programm von Amazon Prime – und das löblicherweise im Originalton und der Option englischsprachige Untertitel einzublenden. Selbst als Streaming-Skeptiker könnte ich mich unter diesen Voraussetzungen an diese Form des Film- und Serienkonsums gewöhnen…

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Nach wie vor kann ich, was die Hauptserie betrifft, kaum Ermüdungserscheinungen ausmachen, was am von mir geliebten Survival-Setting liegt. Hier schlägt wohl das 80er Jahre Kind durch, das in mir schlummert und der damit einhergehende Reiz am Subgenre Zombiefilm. Ich kann immer noch nicht glauben, was man heutzutage alles ungeschnitten im TV oder auf DVD/Blu-ray zu sehen bekommt. Das wäre damals unvorstellbar gewesen. Aufgewachsen bin ich also mit den Romero-Filmen und ein paar unsäglichen Ablegern. Als dann Anfang des Jahrtausends die zweite große Zombiewelle losgetreten wurde, war ich sehr begeistert. Mit „The Walking Dead“ waren die Untoten ca. 10 Jahre später endgültig im Mainstream angekommen – und gerade in serieller Erzählform funktioniert dieses Subgenre für mich famos. Welche neuen Aspekte kann nun also „Fear the Walking Dead“ dazu beitragen?

Gerade der Ausbruch der Epidemie scheint mir ein essenzieller Zeitpunkt in der Geschichte zu sein. Eine Zeit ohne die bekannten und etablierten Regeln und Vorgehensweisen. Anders als „The Walking Dead“ und „28 Days Later“, die beide auf den Kniff eines Krankenhausaufenthalts der Hauptperson während des Ausbruchs zurückgreifen, bekommen wir in „Fear the Walking Dead“ den Beginn der Epidemie live mit. Davon hatte ich mir wirklich einiges erhofft, jedoch schafft es die Serie nicht in der Intensität an die ersten Szenen aus Zack Snyders „Dawn of the Dead“-Remake oder selbst „World War Z“ anzuschließen. Ob dies der längeren Laufzeit der Serie geschuldet ist? Ich habe da eher die Charaktere und das leider oft klischeehafte Drehbuch in Verdacht…

Bei „The Walking Dead“ werden ja häufig die dummen Entscheidungen der Figuren beanstandet. Für mich lassen sich diese häufig mit der Extremsituation erklären, mit der die Charaktere schon seit längerer Zeit umgehen müssen. In diesem Spin-off allerdings, war selbst mir so manches Verhalten einfach zu hanebüchen: Wenn ich nur daran denke, dass der Junkie-Sohn plötzlich den Einfall hat nachts bei den Nachbarn einzusteigen, nur um eine Waffe zu suchen, die er irgendwann mal gesehen hat – dann rennen alle zusammen raus und lassen die Türe zu ihrem eigenen Haus offen, durch die dann natürlich ein Zombie torkelt? Bei solchen Szenen musste selbst ich ab und zu mit den Augen rollen. Überhaupt wirken die Charaktere viel oberflächlicher und aufgesetzter als die der Mutterserie. Dies mag sich aber noch entwickeln.

Insgesamt hatte ich trotz aller Kritikpunkte viel Spaß mit „Fear the Walking Dead“ und werde bestimmt auch in die zweite Staffel reinschauen. Die Vorfreude spare ich mir vorerst aber für die Fortführung des Originals auf. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob auch das Spin-off eine ähnliche Erfolgsgeschichte haben wird: 7/10 (7.2) Punkte.

Guardians of the Galaxy (2014) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy“ am 18. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Vor knapp eineinhalb Jahren hat mich „Guardians of the Galaxy“ im Kino komplett umgehauen. Bis auf den fehlenden Originalton hatte ich für 120 Minuten das perfekte Filmerlebnis. Seitdem war ich umso gespannter auf die Zweitsichtung und ob James Gunns Sci-Fi-Actioner im Marvel-Universum auch mit Langzeitwirkung funktionieren würde – speziell im Vergleich zum jüngsten „Star Wars“-Abenteuer, das ja im selben Haus produziert wurde…

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Eigentlich kann ich meine damalige Besprechung des Films 1:1 übernehmen, denn er hat mir auch dieses Mal wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Natürlich fehlt der audiovisuelle Bombast des Kinobesuchs, doch das war dem Unterhaltungswert kaum abträglich. Inhaltlich besitzt der Film keine großen Überraschungen, so dass ich auch in dieser Hinsicht kaum Abnutzungserscheinungen feststellen konnte. Dennoch hat „Guardians of the Galaxy“ ein wenig eingebüßt – und ich kann nicht einmal mit Sicherheit sagen, woran das liegt. Am ehesten habe ich die typische Marvel-Action in Verdacht, die immer aus unzähligen fliegenden Helden gegen unzählige fliegende Gegner zu bestehen zu scheint. Da fehlen tatsächlich etwas die großen Kämpfe unserer Helden gegen ebenbürtige Bösewichte, wie sie tatsächlich gerade „The Force Awakens“ zu bieten hat. Der Feind bleibt hier doch leider recht blass.

Davon abgesehen liebe ich die knallbunte Optik, die unterschiedlichen Charaktere der zusammengewürfelten Crew sowie den wunderbaren Humor. Im O-Ton funktionieren die Dialoge gleich noch einmal besser und ich hätte mir wahrlich mehr Szenen gewünscht, in denen unsere Helden tatsächlich nur Wortgefechte zu bestehen haben. Darin und in den großartig abenteuerlichen Schauplätzen liegt das wahre Potential von „Guardians of the Galaxy“. Mit James Gunn ist auch der richtige Mann am Start, um noch einen Tick weiterzugehen, was im starren Marvel-Konstrukt wohl nicht ganz einfach ist.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: „Guardians of the Galaxy“ bietet auch beim zweiten Durchgang beste Unterhaltung für alle, die auch nur annähernd etwas mit knallbunter Sci-Fi-Action anfangen können. Für mich nach wie vor der beste Marvel-Film knapp vor „The Avengers“. Da stellt sich mir nur noch die Frage, ob wir in ein paar Jahren, wenn sowohl das MCU als auch „Star Wars“ ausreichend ausgeschlachtet sind, nicht doch ein Crossover beider Franchises zu sehen bekommen? Bis es soweit ist, freue ich mich erst einmal auf das zweite Abenteuer der Guardians: 8/10 Punkte.

Entourage: The Movie (2015)

Was für eine Woche. Ich habe das Gefühl mich mit letzter Kraft ins Wochenende geschleppt zu haben. Normalerweise würde ich jetzt bei einem Glas Whisky Entspannung suchen, doch faste ich dieses Jahr auch Alkohol. Das nächstbeste Erlebnis ist natürlich einen Film zu schauen – und was könnte dazu besser geeignet sein als „Entourage: The Movie“? Bereits die Serie bot Eskapismus par excellence und so schloss ich mich abermals Vinnie Chase und seiner Entourage an, um ins wilde Nachtleben Hollywoods abzutauchen…

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Machen wir uns nichts vor: „Entourage“ ist in Filmform nichts weiter als eine dreimal so lange Episode der TV-Serie. Bereits diese war hochwertig produziert und konnte mit etlichen Gaststars sowie Einblicken in die Glitzerwelt Hollywoods aufwarten. Auch wenn die Kinoversion noch besser aussieht, ist es kein wirklich großer Sprung. Der Film schließt nahtlos an die finale Staffel der Serie an und bekommt sogar eine angepasste Version des fantastischen Vorspanns spendiert. Ich habe mich auch sofort wieder zu Hause gefühlt und hatte viel Spaß dabei die Gang und Ari Gold bei dem Kampf um ihren großen Erfolg zu begleiten. Wie eben bereits unzählige Male zuvor.

Auch inhaltlich gibt es keine Neuerungen und auch keine Weiterentwicklung. Die Charaktere verhalten sich noch genauso kindisch wie immer, es geht nur um Frauen, Filme, das große Geld – und eben Freundschaft, was die Serie bzw. nun den Film trotz aller Oberflächlichkeit doch wieder sympathisch macht. Der Star dieser Welt ist erneut Jeremy Piven, der als zum Studio-Boss aufgestiegener Schauspielagent Ari Gold abermals allen anderen die Show stiehlt – selbst wenn er seine besten Szenen bereits in der ursprünglichen TV-Serie hatte.

Letztendlich ist „Entourage: The Movie“ ein Film für die Fans der Serie. Allen anderen dürften die Figuren zu nichtssagend sein. Ich für meinen Teil hatte großen Spaß noch einmal mit den Jungs um zu Häuser zu ziehen, selbst wenn die besten Zeiten schon hinter ihnen liegen. So ist das eben manchmal. Ein spaßiger Besuch der popkulturellen Vergangenheit. Macht es nun gut Jungs: 7/10 Punkte.

Unnütze Trivia am Rande: Der Charakter Turtle wohnt in demselben Strandhaus, in dem auch das Finale der TV-Serie „Fear the Walking Dead“ spielt.

The Walking Dead – Season 5

Die Vorteile Serien per Stream zu verfolgen häufen sich: Schneller als ursprünglich erwartet, habe ich die Gelegenheit bekommen „The Walking Dead – Season 5“ zu sehen. Somit konnte ich nach Sichtung der vierten Staffel nahtlos in der Welt der Zombie-Serie verweilen, ohne ein weiteres Jahr verstreichen lassen zu müssen. Ob dies dem Erlebnis zuträglich war oder eher zu Abnutzungserscheinungen geführt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… Spoiler sind zu erwarten.

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Die Staffel fängt unglaublich intensiv an. Nachdem sich Terminus als die perfideste aller möglichen Fallen herausgestellt hat, kommt es zu einer Rettungsaktion, die einfach nur mitreißend ist. Die Bedrohung bleibt noch ein paar Episoden lang bestehen, wird dann aber ziemlich schnell und extrem brutal aufgelöst. Puh. Harter Tobak. Der Mittelteil der Staffel ist wieder ruhiger, schürt Konflikte zwischen den Charakteren und gipfelt in zwei Todesfällen, die für mich ziemlich unerwartet kamen. Nachdem zudem die einzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft zerstört wird, herrscht Desillusionierung bei unserer Gruppe – und diese Zermürbung überträgt sich auch auf uns Zuschauer. Die plötzliche Aussicht auf ein besseres Leben läutet das letzte Drittel der Staffel ein, das ich wirklich erfrischend fand.

Nach einer emotionalen Tour-de-Force fällt es der Gruppe um Rick nicht leicht, sich wieder an ein Leben in scheinbarer Sicherheit zu gewöhnen. Nach dem inhaltlich etwas redundanten Zwischenspiel in Atlanta, mochte ich diesen Handlungsstrang wirklich gerne und hätte mir auch gewünscht, dass man nicht zu schnell wieder in die übliche Zombie-Action verfällt. Gerade die Probleme des Zusammenlebens bzw. des Eingliederns in eine bestehende Zivilisation hätten noch mehr Potential geboten. Am Ende folgt das Unausweichliche und die neu gewonnene Idylle zerbröckelt nicht nur von innen, es steht auch schon die nächste Bedrohung von außen vor der Tür.

Sehr erfreut war ich inzwischen nun schon drei Schauspieler aus „The Wire“ als zumindest vorübergehende Mitglieder unserer Gruppe zu sehen. In den letzten Episoden lernen wir sogar ein bekanntes Gesicht aus „One Tree Hill“ kennen, was bei mir fast einen Knoten im Hirn verursacht hat, könnten beide Serien inhaltlich doch nicht weiter auseinander liegen. Trotz der gefühlt starken Fluktuation, fügt sich auch jede neue Figur gut in die Gruppe ein – und manchmal erwischt es auch bereits etablierte Figuren und eben nicht nur das typische Redshirt, das vor fünf Minuten zur Gruppe gestoßen ist.

Insgesamt hat mir auch die fünfte Staffel von „The Walking Dead“ sehr gut gefallen und sie hat mich emotional das eine oder andere Mal doch ziemlich gefordert. Das Finale birgt Potential, kann aber auch leicht in Enttäuschung umschlagen – mal sehen, was die Autoren daraus machen. Die Wartezeit auf die sechste Staffel, die ja vermutlich erst im Januar 2017 erhältlich sein wird, werde ich mir zunächst mit „Fear the Walking Dead“ vertreiben. Die Welt der Untoten verlasse ich somit noch nicht komplett, doch dann wird es Zeit mich wieder einmal einem anderen Setting zu widmen: 9/10 (8.5) Punkte.

Der Schwarze Falke – OT: The Searchers (1956)

Kürzlich hatten wir es auf der Arbeit über Western und dass viele Kollegen – mich eingeschlossen – noch nie einen Western mit John Wayne gesehen haben. Daraufhin hat sich ein großer Fan des Dukes vorgenommen, diesen untragbaren Umstand zu ändern und mich sowie fünf weitere Kollegen zu einem Westernabend inklusive standesgemäßem Essen (lecker Grillfleisch und Bohnen mit Speck) einzuladen. Nach einem kurzen Abriss über die Bedeutung des Films, waren wir schon gespannt, ob „Der Schwarze Falke“ seinem Ruf als bester Western John Fords und John Waynes gerecht wird und uns auch 60 Jahre später noch zu überzeugen weiß…

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Der Western und ich

Im Vorfeld der Besprechung muss ich den Hinweis geben, dass die Stimmung doch eher ausgelassen war und somit manche aus heutiger Sicht unfreiwillig komische Szene noch zusätzlich an Humor gewonnen hat. Die Umstände der Sichtung haben den Film bestimmt anders wirken lassen, als die ursprüngliche Intention vorgesehen hat – und doch glaube ich, dass ich mir insgesamt ein recht gutes Bild von „Der Schwarze Falke“ machen konnte, zumindest nachdem die Zwischenbildberechnung ausgeschaltet war, was nur wieder mich zu stören schien. Danach aber konnte John Fords epochaler Western zumindest visuell überzeugen, denn die auf Blu-ray gebannten VistaVision-Bilder sind auch heute noch sehr beeindruckend und lassen schnell vergessen, dass man einen Film aus dem Jahr 1956 sieht.

Western ist ein Genre, das mich meist nicht sonderlich lockt, auch wenn mit „Die glorreichen Sieben“ ein nur vier Jahre nach „The Searchers“ entstandener Genrekollege zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Auch John Fords legendärer Western zählt für viele Kritiker und Filmschaffende (u.a. Martin Scorsese und John Milius) zu den besten Filmen aller Zeiten. Dies hatte ich bei der Sichtung im Hinterkopf – und auch wenn ich so manch spannenden Ansatz erkennen konnte, wollte mich der Film nicht so wirklich mitreißen. Das mag einerseits an den Umständen der Sichtung liegen, doch auch darüber hinaus werden John Ford, John Wayne und ich vermutlich keine allzu engen Freunde. Die simple Handlung wird oft unnötig umständlich erzählt und ein Gefühl für den langen Zeitraum (immerhin über 5 Jahre), den unsere Suchenden unterwegs sind, mag sich kaum einstellen.

Licht und Schatten im Monument Valley

Ich war wirklich erstaut wie unsympathisch der Held aus heutiger Sicht gezeichnet ist: wortkarg, eindimensional und ohne jegliche Empathie. Ob das damals genauso wahrgenommen wurde? In ausgewählten Szenen kann man als Zuschauer tatsächlich hinter die Fassade blicken – und in diesen Momenten konnte mich der Film tatsächlich packen. Teils hatte ich auch das Gefühl eine Entmystifizierung des Westernhelden zu sehen: Während der 5-jährigen sinnlosen Odyssee geht das restliche Leben weiter und Martin Pawley (Jeffrey Hunter) hätte beinahe seine große Liebe an einen anderen Mann verloren. Die endlich ausgeübte Rache an Scar wirkt wenig kathartisch und für unseren Helden scheint es auch kein glückliches Ende zu geben – ruhelos zieht er weiter. Eine Deutung von „Der Schwarze Falke“, mit der ich mich wirklich anfreunden könnte. Leider jedoch wirkt John Fords Film in anderen Szenen äußerst eindimensional erzählt und bekräftigt fragwürdige Stereotype. Den Rassismusvorwurf muss sich Ford aus heutiger Sicht an manchen Stellen gefallen lassen, doch offenbart „The Searchers“ auch für die damalige Zeit durchaus progressive Ansichten, wie das offene Zeigen der Auswirkungen eines Massakers an den Ureinwohnern. Insofern befindet sich der Film eher in einer Grauzone als in einem der beiden Lager, welche von der Filmkritik so gerne eingenommen werden.

Rein formal ist „The Searchers“ bemerkenswert. Gerade in den Szenen, die auf einem Set spielen, gelingt Ford ein Deep Staging mit ungeahnter Tiefenschärfe, was bei uns Zuschauern oft den Eindruck hervorruft eher ein Theaterstück als einen Film zu sehen. Im direkten Kontrast dazu stehen die weiten, offenen Einstellungen des Monument Valley, die wirklich famos anzusehen sind. Max Steiners Score ist mir dagegen leider kaum im Ohr geblieben, was ich schade fand, da z.B. Elmar Bernsteins Score zu „The Magnificent Seven“ zu meinen Lieblingsfilmmusiken zählt und Ennio Morricone im Italowestern geradezu Großartiges geleistet hat.

Fazit

Eine Bewertung fällt mir nun wirklich schwer. Einerseits konnte ich mich während der Sichtung nicht so komplett auf den Film einlassen, wie er es verdient gehabt hätte, und andererseits habe ich genug gesehen, um zu wissen, dass „The Searchers“ für mich nicht die große Offenbarung des Western ist, die er für viele Fans und Kritiker gerne sein würde. Die Präsenz John Waynes hat mich beeindruckt, gerade weil er einen ungewöhnlich unsympathischen Heldentypus verkörpert und die Inszenierung John Fords fand ich famos. Dem gegenüber stehen eine unausgegorene Rachegeschichte und eine aus heutiger Sicht fragwürdige Charakterzeichung. Filmhistorisch relevant, doch keiner dieser Klassiker, die auch heute noch wie eine Offenbarung wirken. Dennoch bin ich sehr froh, die Möglichkeit bekommen zu haben den Film zu sehen: 6/10 Punkte.

Castle – Season 6

Lange hat es gedauert, doch auch bei TV-Serien heißt aufgeschoben nicht aufgehoben – und so hat es „Castle – Season 6“ nach beinahe drei Jahren endlich in mein ganz privates Programm geschafft, was speziell meine bessere Hälfte erfreut hat. Es war übrigens das erste Mal, dass wir die Serie nahezu am Stück verfolgt haben. Somit war ich sehr gespannt, ob das Krimi-Procedural auch noch funktioniert, wenn man beinahe täglich eine Episode schaut…

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Die Freude um die Rückkehr zu Castle, Beckett und Co. war wirklich groß. Die Serie funktioniert einfach famos als Wohlfühlunterhaltung – und das trotz des Settings rund um Mord und Totschlag. Wie kein anderes Procedural dieses Genres schafft es die Serie Krimi und Komödie perfekt zu kombinieren, was neben dem sympathischen Nathan Fillion (Captain Mal Reynolds, „Firefly“ & „Serenity“) besonders an den außergewöhnlichen Fällen liegt: In der Vergangenheit gab es schon eine Zombie-Apokalypse zu bestehen und in dieser Staffel wird ein Zeitreisefall behandelt, der perfekt mit der Serienwelt harmoniert – und das ohne offensichtlich nur eine falsche Fährte zu sein. Auch wenn nicht jeder Fall wirklich außergewöhnlich ist, so ist „Castle“ doch das einzige Krimi-Procedural, das mir auch über längere Zeit Spaß bereitet.

Bis zur fünften Staffel hatte ich „Castle“ von Woche zu Woche verfolgt, doch bei dieser Sichtung stand beinahe täglich eine neue Episode auf dem Programm, was dem Sehgenuss letztendlich wohl eher abträglich war. Hier fällt dann doch die starke Formelhaftigkeit auf, was glücklicherweise durch die spielfreudigen Darsteller und die oft ungewöhnlichen Fälle aufgefangen wird. Dennoch keine Serie, die sich zum Binge-Watching eignet und lieber in kleineren Dosen genossen werden sollte. Dann funktioniert wohl auch die Rahmenhandlung rund um die bevorstehende Hochzeit und die damit verbundenen privaten Wirrungen besser. Immerhin wurde nun endlich das große Mysterium rund um den Mord an Detective Becketts Mutter aufgeklärt.

Mir hat auch das sechste Jahr rund um Richard Castle wirklich viel Spaß bereitet. Der Cliffhanger am Ende wäre dagegen nicht nötig gewesen, hat man diesen in ähnlicher Form doch bereits unzählige Male gesehen. Auf eine Rückkehr des ermittelnden Krimi-Autoren freue ich mich dennoch schon sehr. Dann werde ich ihn aber vermutlich wieder in weniger geballter Form besuchen: 8/10 (7.9) Punkte.