Toy Story (1995)

Aktualisierung: Ich habe „Toy Story“ am 2. April 2017 und am 23. Mai 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

An Tagen wie diesen muss ich mir manchmal in Erinnerung rufen, warum ich überhaupt machen will, was ich mache. Manche Filme eignen sich dazu besser als andere – und ganz besonders gut eignet sich Pixars Kinodebüt „Toy Story“. Ein Film, der eine ganz besondere Bedeutung für mich hat. Dabei war ich von der ersten Sichtung noch wenig begeistert. Damals war ich gerade einmal 15 und hatte mir unter dem ersten vollständig computeranimierten Spielfilm wohl etwas anderes vorgestellt.

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Toy Story (1995) | © Walt Disney

Einige Jahre später hatte ich eine erneute Begegnung mit „Toy Story“: Ich hatte während meines Zivildienstes eine Woche am Stück Nachtwache im Behinderteninternat und musste mir jede Nacht die Zeit zwischen 22:00 und 8:00 Uhr um die Ohren schlagen. Da das TV-Programm zu dieser Tageszeit eher bescheiden ist, bin ich dazu übergegangen mir die diversen Videos der Bewohner anzuschauen. Zu 99 Prozent waren dies Kinderfilme. Darunter auch beide „Toy Story“-Teile. Ich weiß noch genau wie sehr ich die Nachtwachen gehasst habe. Doch die Nächte, in denen ich mir „Toy Story“ angesehen habe, sind mir nicht ganz so schlimm vorgekommen.

Seitdem habe ich den Animationsklassiker noch unzählige Male gesehen und jedes Mal hat sich wieder dieses wohlige Gefühl eingestellt, wie ich es bei meinen nächtlichen Sichtungen hatte. Zudem habe ich über die Jahre verstanden, wie wichtig und außergewöhnlich „Toy Story“ für das Genre ist. Ein Meilenstein. Viele Filme bekommen dieses Prädikat, doch auf kaum einen trifft es so sehr zu, wie auf diesen. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass seit der Erstaufführung schon über 11 Jahre vergangen sind. Unglaublich, dass „Toy Story“ komplett mit Forward Kinematic animiert wurde. Unglaublich, dass der Film auch heute noch so frisch wirkt, wie am ersten Tag.

Damals hat man man Pixar noch belächelt und nur die neue Technik gesehen. Es sei ja gar kein richtiger Disneyfilm, hieß es. Heute ist es anders. Heute hat Pixar Disney den Rang als wichtigstes Animationsstudio abgelaufen. Heute ist Pixar Disney und ich hoffe, dass Pixar seinen hohen Standard halten kann.

Fazit

Auch wenn „Toy Story“ storymäßig sicherlich nicht der ausgefeilteste Pixarfilm ist, so ist er doch einer der wichtigsten. Mit ihm wurde eine neue Ära eingeläutet. Er ist einer der Gründe, warum ich mich für 3D Grafik und Animation beigeistern konnte und immer noch begeistert bin. Ein unglaublich unterhaltsamer Meilenstein mit viel Herz und Verstand: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Red Eye

Zum Ausklang des Wochenendes habe ich mir gestern „Red Eye“ angesehen. Erwartet hatte ich nicht zu viel, was sich auch als richtig erwiesen hat. Zudem gehört Wes Cravens jüngstes Werk zu den Filmen, bei denen der Trailer viel zu viel von der Geschichte verrät. Wirklich schade, denn ohne Vorwegnahme der essentiellen Wendung, hätte der Film garantiert (noch) mehr Spaß gemacht.

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Die erste Hälfte von „Red Eye“ hat mir ziemlich gut gefallen. Nette Charaktere, netter Storyverlauf und mit dem Flughafen/Flugzeug ein mehr als ansprechendes Setting. Als dann der eigentliche Thriller beginnt war ich auch noch gut bei der Sache, was zu großen Teilen an Cillian Murphy liegt, der eine wirklich intensive Performance hinlegt. Zwar kommt es während des Flugs zu keinen großen Überraschungen, doch entwickelt sich ein Psychospiel, das wirklich ausbaufähig gewesen wäre.

Dann jedoch kommt die Landung, was einem filmischen Absturz gleichkommt. Hier verwandelt sich „Red Eye“ in einen typischen Wes Craven-Film. Beinahe wähnt man sich in einem neuen „Scream“-Abklatsch. Das Ganze ist zwar durchaus ansprechend und spannend inszeniert, zieht der vorher relativ sorgsam vorbereiteten Geschichte allerdings sowas von den Boden unter den Füßen weg, dass hier wirklich nichts mehr zu retten ist. Meiner Meinung nach hätte Craven den Film im Stil der ersten Hälfte fortführen und wenigstens einmal auf den Slasher-Part verzichten sollen.

„Red Eye“ ist durchaus unterhaltsam. Ein netter Thriller. Aber eben auch nicht mehr. Möglichkeiten, die durchaus vorhanden gewesen wären, werden aber für 08/15-Actionszenen verschenkt: 5/10 Punkte.

Dead End (2003)

Meine zweite Wahl für den gestrigen Filmabend war „Dead End“. Eine gewagte Wahl. Ungefähr zwei Drittel meiner Mitseher konnten mit diesem Film sichtlich nichts anfangen. Umso schlimmer, wenn man selbst überzeugt davon ist. Ich habe dann immer das Gefühl mich für meinen Filmgeschmack rechtfertigen zu müssen, was nie so ganz gelingt. Ich nehme mir dann auch stets vor das nächste Mal bekanntere Filme zu wählen, auf Nummer sicher zu gehen. Doch irgendwie kann ich es nicht lassen, außergewöhnliche Filmerlebnisse teilen zu wollen.

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Meine Erstsichtung von „Dead End“ war solch ein außergewöhnliches Filmerlebnis. Ich war bei meiner Schwester und wir haben uns den Film zu dritt angesehen. Jeder war konzentriert und hat sich auf den Film eingelassen. Beste Voraussetzungen also für einen unheimlichen Abend. Der Film hat auch tatsächlich Wirkung gezeigt und ist mir seither als einer der grusligsten Filme in Erinnerung. Wohl auch, weil ich an jenem Abend noch einen ca. 30-minütigen Heimweg mit dem Auto vor mir hatte. Natürlich durch den Wald. Natürlich in einer stürmische Winternacht. Natürlich ist mir auch kein Auto begegnet. Eine wahrlich einprägsame Autofahrt, die das Filmerlebnis deutlich erweitert hat.

Mir hat der Film auch gestern ausgezeichnet gefallen. Die Mischung aus schwarzem Humor, Grusel und Schockszenen weiß wirklich zu gefallen. Besonders stark ist zudem die Atmosphäre. Man wähnt sich als Zuschauer mit auf der endlosen Straße. Die Orientierung fehlt. Man weiß nur es geht immer weiter und weiter. Die beinahe schon surrealistischen Zwischenstops verstärken dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Überwiegt anfangs noch der – mal mehr, mal weniger gelungene – schwarze Humor, so steigert sich die Spannung gegen Ende ins Unermessliche. Das Ende ist dann mehr oder weniger überraschend, kann aber aufgrund der vielen Anspielungen im Hauptteil des Films voll und ganz überzeugen. Der letzte Schlussgag wäre zwar nicht nötig gewesen, zeigt aber noch einmal die Freude der Regisseure am schwarzen Humor.

„Dead End“ ist ein wirklich außergewöhnlicher Film. Leider ziemlich unbekannt und ich befürchte von meinen Mitsehern wird er auch nicht besonders gute Mund-zu-Mund-Propaganda erfahren. Wer sich jedoch auf neue Seherlebnisse einlassen will und schwarzem Humor nicht abgeneigt ist, der bekommt mit „Dead End“ eine kleine Perle des modernen Horrorkinos zu sehen. Ungewohnt, schockierend, lustig. Hier stimmt einfach die Mischung: 8/10 Punkte.

The Village (2004)

Wie jedes Jahr zu Halloween – bzw. in grober zeitlicher Nähe – habe ich gestern einen kleinen Filmabend veranstaltet. Problematisch hierbei ist nur, dass außer mir nur sehr wenige Leute in meinem Freundeskreis sich dem Genre des Horror- oder Gruselfilm zugeneigt fühlen. Dementsprechend soft habe ich versucht meine Filmwahl zu gestalten – man mag ja niemanden verschrecken. Zunächst gab es M. Night Shyamalans  „The Village“. Ein Film, der wohl die Erwartungen von vielen Horrorfans enttäuscht hat und mir gerade deshalb als guter Mittelweg für den gestrigen Abend erschien.

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Ich mag Shyamalans Films. Sogar sehr. Für mich ist er der Spielberg des Mysteriösen. Mit „The Sixth Sense“ hat er mir eines meiner unglaublichsten Kinoerlebnisse beschert. Von „Unbreakable“ war ich zunächst etwas enttäuscht, habe dann aber begriffen, dass man die Filme des Inders nicht allein auf die – fast schon obligatorische – überraschende Wendung reduzieren darf. „Signs“ hat seine persönliche Stellung bei mir gefestigt und auch „The Village“ hat mich sehr überzeugt. Bei der zweiten Sichtung sogar noch mehr, da ich hier mit den richtigen Erwartungen an den Film herangehen konnte. „The Village“ ist kein Horrorthriller, wie uns diverse Trailer und die Marketingkampagne weismachen wollten – „The Village“ ist ein zutiefst menschliches Drama, das sich dramaturgisch bei den düsteren Genres bedient. Doch das Drama steht klar im Vordergrund.

Der Film funktioniert auch am besten in seinen zwischenmenschlichen Szenen. Wunderschöne Bilder werden von einem wunderschönen Score unterstützt. In manchem Szenen wähnt man sich gar in einem Köstumfilm. Doch es liegt eine stete Bedrohung in der Luft. Auch diese zeigt Wirkung. Shyamalan kann das sehr gut. Atmosphäre schaffen. Erwartungen wecken. Auch die etwas lauteren Szenen wissen zu gefallen. Bei der Erstsichtung bin ich mehr als nur einmal zusammengezuckt. Doch solche Szenen stellen in „The Village“ eine Minderheit dar.

Das vielgescholtene Ende ist für mich nur konsequent. Oberflächlich betrachtet sicher einmal wieder eine typische Wendung. Allerdings untypisch inszeniert. Nicht auf den Effekt aus, sondern allein um der Geschichte zu dienen. Hier offenbart sich das ganze menschliche Drama. Man kann ihm nicht entkommen. Alles ist eine Illusion. Wie das Medium Film selbst.

„The Village“ eignet sich besonders für Menschen, die sich bisher noch nicht wirklich mit unheimlichen Filmen beschäftigen wollten und eher auf bodenständige Kost stehen. Dieser Film kann der erste Schritt in eine neue Welt sein. Doch auch für Freunde des Genres bietet der Film mehr, als er oberflächlich betrachtet erkennen lässt. Ein moralisches Märchen in zauberhaften Bildern: 8/10 Punkte.

Tarzan

Gestern Abend habe ich mir seit Langem einmal wieder einen Disneyfilm angesehen: „Tarzan“. Disneys Adaption der Edgar Rice Burroughs-Vorlage stellt für mich einen Bruch dar. „Tarzan“ war der letzte große klassisch animierte Film des Zeichentrickgiganten. Alles was danach kam war mehr schlecht als recht und wurde von den Pixarfilmen beinahe vollständig verdrängt. Bei „Tarzan“ jedoch konnte man noch einmal die Disneymagie spüren, die einen bereits in „Aladdin“ oder „Der König der Löwen“ verzaubert hat – unter der Vorraussetzung natürlich, dass man empfänglich ist für diese Art von Film.

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Herausstechend bei „Tarzan“ ist besonders der technische Aspekt. Die Hintergründe waren hier zum ersten Mal wirklich dreidimensional und haben sich zugleich perfekt in den handgezeichneten Film eingefügt. Eine Technik names Deep Canvas hat es den Künstlern ermöglicht direkt auf die 3D-Geometrie zu malen und somit den handgezeichneten Look zu bewahren. Dadurch sind atemberaubende Actionszenen entstanden, die den Zuschauer erstmals völlig in den Zeichentrickfilm hineinziehen. Fantastisch.

Von der Geschichte her gesehen gibt es keine großen Überraschungen. Typisch Disney: Sympathische Figuren, lustige Sidekicks, der obligatorische Bösewicht und natürlich ein happy ending. Allein die Ruppigkeit der Kampfszenen ist überraschend und hat für eine Kürzung um rund 48 Sekunden in der deutschen Version geführt. Damit auch unter 6jährige den Film sehen können. Wieder einmal eine äußerst sinnvolle Entscheidung von Disney Deutschland. Der Film wirkt durch diese Kürzungen für Kinder diesen Alters in besagten Szenen nämlich kaum weniger bedrohlich.

Alles in allem kommt „Tarzan“ zwar nicht ganz an die großen Meisterwerke von Disney heran, es ist aber dennoch ein fantastischer Film, der zeigt, dass es eine Fehlentscheidung war die klassiche Animationsabteilung von Disney zu schließen. Glücklicherweise hat John Lasseter – der Chef von Pixar und inzwischen auch von Disneys Animationsabteilung – erkannt, dass es in erster Linie um die Geschichte geht und somit geplant, auch die klassische Animation wiederzubeleben: 8/10 Punkte.

Into the Blue

Wie ich bestimmt schon einige Male erwähnt habe, liebe ich Filme die am, im oder auch unter Wasser spielen. „Into the Blue“ erfüllt all diese Voraussetzungen. Der Hauptdarsteller ist eindeutig das Meer. Abgeschreckt haben mich bisher nur die teils katastrophalen Kritiken – doch glücklicherweise habe ich dennoch den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

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„Into the Blue“ ist genau das Richtige für die jetzt kürzer werdenden Abende: Sonnendurchflutete Bilder, ein chilliger Soundtrack, schöne Körper, nicht zu viel Geschichte und verhaltene Action. Der perfekte Feierabendfilm. Abschalten und genießen. Eigentlich würden ja auch die grandiosen Unterwasseraufnahmen reichen. Doch der Rest ist gerade so anspruchslos, dass er nicht weiter stört und mich als Zuschauer von einem Beauty Shot zum nächsten führt. Allein die letzte halbe Stunde wird etwas unruhig und erinnert einen daran, dass es sich hierbei um einen Spielfilm handelt. Mit Geschichte und so.

Irgendwie kann ich dem Film auch nicht böse sein, hat er mir doch 100 Minuten perfekten Eskapismus geboten. Die Darsteller sind auch nicht so schlecht, wie stets behauptet wird. Wer will in diesem Film schon Jodie Foster oder Al Pacino sehen? Nein, Jessica Alba und Paul Walker sind hier wahrlich die Idealbesetzung. Die Geschichte schrammt haarscharf am Nichtvorhandensein vorbei, was jedoch den positiven Nebeneffekt hat, dass man beim Abschweifen in gedanklich südlichere Regionen nicht all zu viel verpasst. Wirklich genervt haben mich allein die 08/15-Gangster-Hip Hopper. Lächerliches Pack. Hat aber irgendwie auch wieder zu Oberflächlichkeit des Films gepasst. Also Schwamm drüber.

Mehr gibt es hierzu wirklich nicht zu sagen. Tolle Bilder, tolle – vorsicht Wortspiel – Figuren und gute Unterhaltung. Was will man – zumindest ab und an – mehr? 6/10 Punkte.

Jungfrau (40), männlich, sucht… – OT: The 40 Year Old Virgin

„Jungfrau (40), männlich, sucht…“ gehört zu den Filmen, die man sich aufgrund guter Mund-zu-Mund-Propaganda oder auch dem witzigen Trailer anschaut. Ich fand zudem die zugrunde liegende Idee ganz nett. Zwar nicht sonderlich innovativ, aber nett – etwas, das man vom eigentlichen Film leider nicht behaupten kann.

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Die erste Stunde war ich sogar ein paar Mal kurz davor abzuschalten. Ich habe mir von „The 40 Year Old Virgin“ sicherlich keine hochgeistige Unterhaltung erhofft, aber schon etwas mehr als einen schlechten „American Pie“-Abklatsch. Warum müssen sich die 30 bis 40jährigen Charaktere ununterbrochen über Schlampen und Muschis unterhalten? Wird das vom Publikum allgemein als lustig empfunden? Sprechen erwachsene Männer tatsächlich so über Frauen und Sex? Bin ich humormäßig da irgendwie falsch gepolt? Fragen über Fragen. Mich hat diese penetrant ordinäre Ausdrucksweise leider nur genervt. Zudem die Handlung auch nicht viel mehr Substanz vorweisen konnte.

Die zweite Hälfte war dann deutlich angenehmer. Weniger „Männergespräche“ und mehr Handlung. Hier kommt es sogar zu einigen richtig netten Szenen. Insgesamt ist dieser Teil des Films jedoch auch zu lang. So gezwungen gewagt die Produktion bei nackten Tatsachen und der Sprache erscheint, so zieht sie wenn es um die Handlung geht den – um es mit den Worten echter Männer zu sagen – Schwanz ein. Die Geschichte verläuft genauso, wie man es erwartet. Keine Überraschungen. Nichts. Dann jedoch kommt eine grandiose Musicalnummer, die mich meinen Groll beinahe vergessen lässt. „Hair“ war selten so unterhaltsam.

Zugute halten muss ich dem Film seine gut aufgelegten Darsteller. Allen voran Steve Carell, der wirklich komisches Potential besitzt. Neben ein paar wenigen Lachern und einem fantastischen Schluss hat der Film leider kaum etwas zu bieten, das ihn sehenswert machen würde: 5/10 Punkte (davon einer für die Tanznummer).

Event Horizon (1997)

Mit „Event Horizon“ verbinde ich eines meiner schönsten Kinoerlebnisse. Damals, als man noch die Zeit hatte wöchentlich ins Kino zu gehen. Als man – mangels Führerschein – noch auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war. Als sich noch eine ganze Horde von Freunden zusammengefunden hat, um sich auf das Abenteuer Kino einzulassen. Ich weiß noch ganz genau, wie lange wir nach dem Ende noch über den Film diskutiert haben. Uns allen war klar kein Meisterwerk gesehen zu haben, doch „Event Horizon“ hat Wirkung gezeigt und ist mir im Gedächtnis geblieben – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Kinofilmen aus dieser Zeit.

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Auch heute noch zeigt Paul W. S.  Andersons Sci-Fi-Thriller Wirkung. Teils ist der Film tatsächlich äußerst spannend und unheimlich. Ein Geisterhaus im Weltraum. Sicher sind die meisten Schockeffekte äußerst berechenbar und werden zudem sehr plakativ eingesetzt, doch gerade die dadurch geschürte Erwartungshaltung – „Jetzt passiert es gleich!“ – lässt mich als Zuschauer schonmal unruhig auf der Sofakante sitzen.

Fantastisch ist das Produktionsdesign gelungen. Die Event Horizon bleibt wirklich im Gedächtnis. Wahrlich ein eigener Charakter im Film. Bei der Lewis & Clark hingegen musste ich öfter an die Nostromo denken – besonders beim Besprechungsraum. Alles in Allem trägt die schöne Gestaltung aller, für den Film wichtigen, Elemente jedoch viel zur starken Atmosphäre bei.

Die Geschichte lebt von der Atmosphäre. Ohne diese würde kaum etwas übrig bleiben. Die Idee ist leidlich innovativ und setzt sich hauptsächlich aus Genreversatzstücken zusammen. Ich weiß noch wie enttäuscht ich bei der besagten Kinosichtung war, als sich die Bedrohung als reines Hirngespinst herausgestellt hat. Dennoch fand ich die Idee in „Event Horizon“ noch um einiges besser umgesetzt, als im thematisch mehr als ähnlichen „Sphere“ aus dem Folgejahr.

„Event Horizon“ ist sicherlich Paul W. S. Andersons bester Film, wenngleich ich auch „Resident Evil“ oder „Alien vs. Predator“ zumindest den Unterhaltungswert nicht absprechen will. Dieser Genrehybrid hat zudem noch eine grandiose Atmosphäre und eine gesunde Portion Horror mit auf den Weg bekommen und ist – nicht nur aus diesem Grund – wirklich sehenswert: 7/10 Punkte.

From Dusk Till Dawn (1996)

Es gibt viele prägende Filme in meiner persönlichen Filmgeschichte. Doch kaum ein Film hat jemals soviel Eindruck hinterlassen, wie „From Dusk Till Dawn“. Ich erinnere mich noch genau an die erste Sichtung: Nach der überschwänglichen Empfehlung eines weiter entfernt wohnenden Freundes, habe ich – zusammen mit meinem damals besten Freund – den Film irgendwie aus der winzigen örtlichen Videothek geschmuggelt. Alleine das war für unter 18jährige schon ein kleines Abenteuer. Dann die Sichtung. Wow. Wir wurden förmlich überrumpelt. Dieser Film hat uns eine völlig neue Filmwelt eröffnet. Da mein Freund älter war und kurze Zeit später völlig legal die Videothek betreten durfte, folgten in den kommenden Wochen Filme wie „Braindead“ und alles weitere, was es von Tarantino oder Rodriguez gab. Mein Interesse am etwas anderen Film war geboren.

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„From Dusk Till Dawn“ war zudem einer der wenigen Filme, die ich auf VHS besessen habe – bzw. noch besitze: Die ungeschnittene Widescreen-Version aus UK, gekauft von besagtem 18jährigen Freund im WOM. Was war ich damals stolz. In den kommenden Jahren habe ich den Film unzählige Male gesehen, bis er sich irgendwann totgelaufen hatte. Nun – etliche Jahre später – die erneute Sichtung und ich kann immer noch verstehen, was mich damals so fasziniert hat.

Auch heute noch macht die Verbindung zweier Genres auf mich einen frischen und innovativen Eindruck. Doch im Gegensatz zu den ersten Sichtungen, gefällt mir die erste Hälfte deutlich besser. Diese ist typisch Tarantino und angereichert mit abgefahrenen Dialogen und dem schwärzesten Humor. Allein der Prolog. Fantastisch. Der Film ist hier wahrlich eine Gradwanderung zwischen An- und Entspannung. Er macht Spaß, doch es schwingt stets etwas Unangenehmes mit. Ich habe hier öfters an Rob Zombies „The Devil’s Rejects“ denken müssen – eine ähnliche Atmosphäre. Ab dem Titty Twister nimmt deutlich die Handschrift von Robert Rodriquez zu. Die nun folgenden Splattereinlagen machen immer noch Spaß – zumal auch hier der für Tarantino typische schwarze Humor vorherrscht – doch sind die Abnutzungserscheinungen etwas stärker, als in der ersten Hälfte.

Nachdem der Film in meinem Freundeskreis die Runde gemacht hatte, hat die Anzahl der an Halloween im schwarzen Anzug erscheinenden Jungs deutlich zugenommen. Die Zitate sind in den täglichen Wortschatz mit eingeflossen und Darsteller wie George Clooney oder Harvey Keitel wurden als Garant für gute Unterhaltung gewertet. Von Regisseur und Autor einmal gar nicht zu sprechen. Der Soundtrack wurde auf Parties rauf und runtergespielt und selbst heute höre ich ihn noch gerne. „From Dusk Till Dawn“ war ein Phänomen.

Nachdem ich nun unzählige Filme mehr gesehen habe, kann ich nur sagen, dass ich nach all den Jahren „From Dusk Till Dawn“ auch heute noch in mein Buch der coolen Filme aufnehmen würde: 9/10 Punkte.

Donnie Darko – The Director’s Cut (2001)

Nach über zwei Jahren des Wartens habe ich nun endlich „Donnie Darko – The Director’s Cut“ gesehen. Anfangs habe ich ja immer noch gehofft diese Version würde eine erneute Kinoauswertung erfahren, doch als dies nicht geschehen ist, habe ich mich irgendwie auch nicht dazu durchringen können, mir den Director’s Cut zusätzlich auf DVD zuzulegen – bis vor einer Woche. Gestern konnte ich mich nun endlich von den Vorzügen (und leider auch Nachteilen) der neuen Schnittfassung überzeugen.

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Richard Kellys „Donnie Darko“ ist ein fantastisches Erlebnis. Außer David Lynchs „Mulholland Drive“ kenne ich keinen anderen Film, der seine Rätselhaftigkeit so gut bewahren kann, ohne dabei zu künstlerisch oder abgehoben zu wirken. Den Film durchzieht dabei eine (alb)traumhafte Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Jedes Mal, wenn ich denke das Gesehene vollständig begriffen zu haben, fördert mein Bewusstsein neue Ungereimtheiten ans Tageslicht. So schön das Rätselraten auch ist, so erhoffe ich jedoch stets die Intention des Regisseurs zu verstehen. Ohne das fiktive Buch „The Philosophy of Time Travel“, das auf der DVD der Kinoversion vorliegt, hätte ich die Geschichte um das Tangentenuniversum, lebende Empfänger, Artefakte, manipulierte Tote und Lebende usw. nie auch nur annähernd begriffen – und ich bin mir sicher, dass niemand ohne diese Hilfe dahinter kommen kann, da diese essentiellen Informationen im Film verschwiegen werden. Das war ein Problem, das ich der ursprünglichen Version angelastet habe, denn ein Film muss auch ohne zsätzliche Informationen seine Geschichte offenbaren können. Diesen Missstand zu beheben, habe ich mir vom Director’s Cut erhofft.

Im Folgenden möchte ich kurz auf die Änderungen und ihre Wirkung eingehen: Die erweiterten und neuen Szenen fügen sich meiner Meinung tadellos in den Film ein und verhelfen den Charakteren zu mehr Tiefe. Ob alle nötig gewesen wären, lässt sich schwer sagen. Nicht gefallen haben mir die Änderungen im Soundtrack, was vermutlich daran liegt, dass ich den Score/OST im Kinocut bereits zu gut kenne und liebgewonnen habe. Nun zur größten Chance – und gleichzeitig auch zur größten Schwäche – des Director’s Cuts: Der Einbindung einzelner Kapitel aus „The Philosophy of Time Travel“. Die Seiten werden zu kurz gezeigt um ein Verständnis des Inhalts beim Zuschauer zu erreichen. Zudem wäre ein Vorlesen des Inhalts in Kombination mit kleinen Animationen im Stil von Roberta Sparrows Illustrationen schön gewesen. Ich denke, das hätte viel zum Verständnis beigetragen. So wirken die Einblendungen leider immer etwas wie störende Fremdkörper. Noch störender fand ich die überarbeiteten Effekte, wie z.B. das überlagernde Gitter bei der finalen Montage. Auch die technischen Texte, die öfter erschienen sind, empfand ich unpassend – solch eine Art Science-Fiction ist „Donnie Darko“ nicht.

Anonsten ist mir wieder einmal der wunderbare Score und das Produktionsdesign aufgefallen. Man wähnt sich wirklich in den 80ern. Auch die Schauspieler empfand ich erneut als grandios besetzt. Herausgestochen ist dieses Mal besonders Donnies Mutter, die ich erst kürzlich als Präsidentin Laura Roslin in „Battlestar Galactica“ gesehen habe. Schön auch das Zusammenspiel der Geschwister Gyllenhaal.

Insgesamt habe ich mir vom Director’s Cut wohl mehr (bzw. weniger) erhofft. Eine definitive Version von „Donnie Darko“ gibt es meiner Meinung nach also (noch) nicht. Der Kinocut ist mir jedoch in vielen Dingen sympathischer. In Ergänzung mit einer gedruckten Version von „The Philosophy of Time Travel“ dürfte die alte Version auch am meisten Spaß machen. Trotz allem auch in dieser Fassung ein klasse Film: 9/10 Punkte.