The Shield – Season 4

Aufgrund der momentanen Hitzewelle hat es mich seltener nach Los Angeles in den fiktiven Distrikt Farmington verschlagen, in dem auch die Handlung von „The Shield – Season 4“ angesiedelt ist. Dabei unterstreicht das aktuelle Klima wunderbar die brodelnde Konfliktsituation, weshalb ich auch wieder komplett in die Serie hineingesogen wurde. Was beneide ich Zuschauer, die diese Serie innerhalb nur weniger Wochen verschlingen können…

the_shield_s4

Mit Beginn des vierten Jahres standen bei „The Shield“ zunächst personelle Veränderungen an. David Aceveda verlässt The Barn um in den Stadtrat zu wechseln, was Platz für Captain Monica Rowling schafft. Gespielt wird Rowling von Glenn Close, was für mich eine besondere Freude war, habe ich sie doch bereits in der ebenfalls von FX produzierten Serie „Damages“ sehr gerne gesehen. Anders als man es vielleicht erwarten könnte, wird Aceveda jedoch nicht einfach plump aus der Serie herausgeschrieben. Er bleibt fester Bestandteil des Ensembles und nimmt nur eine andere Position ein, die für die bekannten Charaktere jedoch von mindestens ebenso großer Bedeutung ist. Konfrontationen zwischen ihm und Rowling sind somit vorprogrammiert.

Nach der Auflösung des Strike Teams im Finale der dritten Staffel, fühlt sich das vierte Jahr in Farmington ein wenig wie ein Reboot an. Dies liegt auch an der neuen Führung, die einen komplett neuen Ansatz wählt, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Mit Antwon Mitchell gibt es zudem einen Gegenspieler, der aufgrund diverser neuer Konstellationen im Team rund um Vic Mackey für einigen Wirbel sorgt. Besonders das Verhältnis zwischen den ehemaligen Strike Team-Mitgliedern wird dabei abermals auf eine harte Probe gestellt – und ich bin mir sicher, dass sich die aufgestauten Emotionen irgendwann mit einem Knall entladen werden.

Dutch und Claudette arbeiten während der gesamten Staffel daran ihr Image wieder aufzupolieren, doch haben sie darin nur sehr bedingt Erfolg. Unterdessen gibt es eine einige Konfrontationen zwischen Dutch und Vic, da sich die Privatleben der beiden auf eine interessante Art und Weise zu überschneiden beginnen. Richtung Staffelfinale drehen alle Handlungsstränge dann auch noch einmal auf und das tatsächliche Ende wirft düstere Schatten voraus – in der nächsten Staffel könnte es eng um Vic und sein Team werden.

Ingesamt hat mir auch die vierte Staffel wieder ausgezeichnet gefallen, was u.a. auch an Glenn Close und ihrem neu eingeführten Charakter lag. Ich hoffe, wir bekommen sie auch in den kommenden Staffeln noch ab und an zu sehen. Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln kann ich erneut kaum einen Qualitätsunterschied feststellen. Somit freue ich mich schon sehr auf das, was die Autoren noch so für uns Zuschauer bereithalten: 9/10 (8.8) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 2

Ich weiß nicht, ob es an den bereits bekannten Charakteren lag, oder an den sommerlichen Temperaturen, auf jeden Fall hat mir mein zweiter Besuch bei Familie Walker in Kalifornien ausgezeichnet gefallen. Mit „Brothers & Sisters – Season 2“ konnte sich die Serie bei mir nun endgültig etablieren und ich habe die 16 Episoden der Staffel wirklich genossen. Schön zu wissen, dass noch drei volle Staffeln darauf warten von mir gesehen zu werden…

brothers_and_sisters_s2_1

Fand ich meine erste Begegnung mit Großfamilie Walker zwar recht angenehm, doch letztendlich auch nicht vollends überzeugend, ist mein Widerstand während der zweiten Staffel völlig gefallen. Jeder einzelne Charakter hat inzwischen eine gewisse Entwicklung durchgemacht und hatte somit die Möglichkeit dem Zuschauer ans Herz zu wachsen. Zwar gibt es auch weiterhin typische Elemente einer Soap Opera, doch werden diese spielend von den gut gelaunten Schauspielern aufgefangen. Komödie und Drama gehen dabei Hand in Hand und beide Elemente sind in jeder Episode zu finden.

Vielleicht liegt es an der kürzere Laufzeit, vielleicht auch am Gewöhnungseffekt, doch mir hat die zweite Staffel noch einmal bedeutend besser gefallen, als die erste. Mit Danny Glover (Roger Murtaugh, „Leathal Weapon“) und Chevy Chase (Clark Griswold, „Schöne Bescherung“) gab es zudem zwei Gaststars, die ich immer wieder gerne sehe. Ihr merkt schon: Inzwischen fühle ich mich bei den Walkers ziemlich wohl und deshalb freue ich mich auch wirklich (wenn auch nicht halb so sehr, wie meine bessere Hälfte) auf die verbleibenden drei Staffeln.

Im Staffelfinale werden noch einmal alle Register gezogen. Und damit meine ich wirklich alle. Diese Episode könnte man wohl auch als Lackmustest für alle geneigten Zuschauer sehen. Wer mit den Wendungen klar kommt, der dürfte viel Spaß mit der Serie haben. Ich für meinen Teil freue mich auf weitere Familientreffen und werde wohl bald zu den Walkers zurückkehren: 8/10 (8.4) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 3

Wie bereits angekündigt, habe ich „That ’70s Show – Season 3“ wieder deutlich schneller verschlungen, als die vorangegangene Staffel. Die Qualität hat sich nicht plötzlich (noch mehr) gesteigert, es liegt eher am zurzeit kürzeren Fernsehabend – 20 Minuten-Shows lassen sich eben eher unterbringen als ihre 40 Minuten-Pendants. Davon einmal abgesehen könnte ich die Serie sowieso nahezu am Stück schauen, doch lest selbst…

that_70s_show_s3_1

Zu Beginn des dritten Jahres in Point Place werden die Ereignisse des Finales der zweiten Staffel aufgegriffen und Red darf hart durchgreifen, was er gut kann und ihm zudem große Freude bereitet. Hydes heldenhafte Tat soll für ihn auch nicht ohne Folgen bleiben und so wirft sich ihm die gerettete Jackie sprichwörtlich an den Hals. Neben diesem amüsanten Handlungsstrang wird Hyde auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert, indem sein Vater wieder in sein Leben tritt. Allein anhand der Figur des Steven Hyde zeigt die Serie erneut, wie zielsicher sie zwischen Komödie und Drama (natürlich alles im Rahmen einer Sitcom) wandelt.

Fantastisch fand ich die diesjährige Halloween-Episode, in der nahezu jeder größere Film Alfred Hitchcocks zelebriert wird. Ein großer Spaß, besonders für Filmfreunde. Auch Musikfreunde kommen nicht zu kurz, da Donna einen Job beim örtlichen Radiosender annimmt. Dies sorgt für einige Verwicklungen und stellt insbesondere ihre Beziehung mit Eric auf die Probe – dahinter kann man jedoch klar den Konflikt mit der Wahrnehmung von Rollenbildern erkennen, was sich teils auch in den anderen Paaren (insbesondere den Eltern) widerspiegelt.

Fazit

Trotz teils ernsthafter Themen, ist „Die wilden Siebziger!“ auch im dritten Jahr eine reinrassige Sitcom. Herrlich fand ich z.B. die Beziehung zwischen Fez und seiner Beinahe-Stalkerin oder die überraschende Begegnung von Vater und Sohn während eines romantischen Wochenendes. Es gibt alberne Momente, schöne Momente und – am wichtigsten – Momente, an die man sich noch aus seiner eigenen Jugend erinnern kann, ganz egal ob 70er oder 90er Jahre. Nach dem beinahe schon schwermütigen Finale freue ich mich nun sehr auf die, wenn ich mich recht erinnere, mir noch größtenteils unbekannte vierte Staffel: 9/10 (9.0) Punkte.

Bones – Season 6

Über die vergangenen acht Monate verteilt, habe ich mir in sehr unregelmäßigen Abständen „Bones – Season 6“ angesehen. Auch wenn mir die Serie größtenteils viel Spaß gemacht hat, kam sie hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn Luft zwischen den Hauptserien war. Dies ist vor allem dem Fall-der-Woche-Prinzip geschuldet, doch für solch ein Crime Procedural funktioniert „Bones“ auch im sechsten Jahr noch tadellos…

bones_s6_2

Wieder einmal stehen hauptsächlich die Einzelfälle im Vordergrund. Doch gibt es auch ein paar übergreifende Handlungsstränge, die immer wieder aufgegriffen werden (z.B. Gravedigger, Scharfschütze). Dies sorgt für Abwechslung und bricht das Schema der Serie ab und zu recht angenehm auf. Hinzu kommt eine Episode, in welcher die inzwischen wieder abgesetzte Serie „The Finder“ als Backdoor-Pilot eingeführt wird. Großes sollte man sich aber nicht erwarten, denn letztendlich lebt die Serie in erster Linie weiterhin von den Beziehungen der Charaktere untereinander. So könnte man beinahe vermuten, die Arbeit mit Mord und Totschlag wäre nur das Setting für diverse Beziehungswirren.

Manchmal wird es dann aber doch ernst und die Charaktere sehen sich einer direkten Bedrohung ausgesetzt. Dies ist oft spannend, wirkt im ansonsten eher lockeren Ton der Serie aber auch etwas aufgesetzt. Überhaupt sollte man eine Toleranz gegenüber dieser seltsamen Mischung aus brutalen Mordfällen und Soap Opera-Elementen besitzen. Für mich funktioniert es – zumindest zeitweise – irgendwie noch ganz gut, doch der Cliffhanger im Finale hat auch meine Toleranzgrenze ziemlich strapaziert.

Im Vergleich zur fünften Staffel macht die Serie konsequent dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Nichts, was ich jeden Tag sehen müsste, doch einmal pro Woche begebe ich mich ganz gerne mit Booth und Bones auf Tour. Nun ist sowieso erst einmal eine Pause angesagt, da die kommende Staffel erst wieder in günstigere Preisregionen rutschen muss. Geschieht dies, werde ich den Ermittlern in Washington, D.C. aber vermutlich einen weiteren Besuch abstatten: 7/10 (7.1) Punkte.

The Big Bang Theory – Season 6

Nun verabschiedet sich mit „The Big Bang Theory – Season 6“ auch die letzte der aktuell laufenden Comedys, die ich live verfolge, in die Sommerpause. Wie in den letzten 5 Jahren hat mich die Serie rund um die sympathischen Nerds aus L.A. auch in diesem Jahr wieder gut unterhalten. Was die sechste Staffel insbesondere auszeichnet und ob es langsam zu Abnutzungserscheinugen kommt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

big_bang_theory_s6_1

Während der erste vier Episoden steht noch Howards Weltraum-Abenteuer im Mittelpunkt bzw. bildet die Schnittstelle für die Handlungsstränge der anderen Charaktere. So sieht sich Raj z.B. nach einem Ersatz für Howard um, den er in Stuart, dem Besitzer des Comic-Ladens, dann auch findet. Nach Howards Rückkehr müssen sich alle erst einmal wieder zusammenraufen, was ich teils etwas anstrengend fand. Dennoch gibt es in dieser Phase der Serie ein paar wirklich nette Episoden zu sehen.

Der Mittelteil der Staffel bietet einiges an absurder Unterhaltung, wie man es eben von „The Big Bang Theory“ gewöhnt ist. So begibt sich unsere Gruppe z.B. auf den Weg zur Comic-Con und erlebt dabei ein klassisches „Star Trek“-Abenteuer. Überhaupt überwiegen im zweiten Drittel der Staffel die absurden Einzelepisoden, bevor gegen Ende wieder größere Handlungsstränge eingeführt werden. Zu diesen gehört u.a. auch Rajs erste längere Beziehung, was grundsätzlich eine nette Idee war, letztendlich aber mit zu wenig Witz erzählt wurde.

Alles in allem waren auch in diesem Jahr keine wirklich schlechten Episoden auszumachen. Dennoch fand ich die einzelnen Folgen ingesamt etwas schwächer, als die der fünften Staffel. Für das kommende Jahr erhoffe ich mir – zumindest in der ersten Episode, denn viel länger wird man Leonard nicht außen vor lassen – ein paar Einblicke in Sheldons Dasein als Strohwitwer und eine erhöhte Interaktion mit Penny, was immer für Lacher sorgt. Auch wenn die Show nicht mehr sonderlich innovativ ist, so freue ich mich doch jetzt schon wieder auf die kommenden Abenteuer unserer liebsten Nerds: 8/10 (8.2) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 2

Hatte ich die erste Staffel beim letzten Mal noch innerhalb nur weniger Tage verschlungen, hat sich die Sichtung von „That ’70s Show – Season 2“ beinahe über ein halbes Jahr hingezogen. Dies liegt jedoch glücklicherweise nicht an der Qualität der Serie, sondern vielmehr daran, dass ich in den letzten Monaten – wie aufmerksame Leser sicher mitbekommen haben – etliche aktuell laufende Comedys verfolgt habe. Umso schöner war es nach der Pause wieder nach Point Place, Wisconsin zurückzukehren…

that_70s_show_s2_2

Das zweite Jahr führt die Handlung der vorangegangenen Staffel von Beginn an konsequent weiter. Auf allen Ebenen gibt es Entwicklungen, die zunächst schleichend beginnen, doch letztendlich für nahezu alle Charaktere bedeutend sind. Seien es nun die Liebeswirren unter den Teenagern, eine drohende Scheidung oder die Geldsorgen der Eltern – all diese unterschiedlichen Elemente fügen sich erneut harmonisch zusammen und bilden Brücken zwischen Charakteren, die man so nicht erwartet hätte. Die Kombination aus Humor und Drama – wobei auch dieses stets sehr humorvoll behandelt wird – macht wohl die perfekte Mischung aus, welche „That ’70s Show“ (zumindest im Entstehungsland) so erfolgreich werden ließ.

Coming-of-Age ist wieder einmal das zentrale Thema und im Rahmen einer Sitcom wurde es wohl noch nie mit so viel Lebensgefühl zelebriert, wie in „Die wilden Siebziger!“. Selbst die Thematisierung des ersten Mals wird mit viel Feingefühl, Witz und erfreulich wenigen Klischees inszeniert. Jeder einzelne Charakter macht über den Lauf der Staffel eine Entwicklung durch und besonders Hyde nimmt eine immer zentralere Rolle ein, wodurch auch eine schöne Schnittstelle zu Erics Eltern entsteht. Überhaupt sind Red und Kitty im zweiten Jahr wieder großartig!

Fazit

Auch wenn sich die Sichtung der zweiten Staffel sehr lange hingezogen hat, so steht sie der ersten doch in kaum etwas nach. Für mich hat „That ’70s Show“ somit ihren Platz unter den besten und innovativsten Sitcoms gefestigt und ich bin mir sicher, die kommende Staffel wieder ohne größere Pausen zu verschlingen. Wer die Serie noch nicht kennt und auf der Suche nach neuem Sitcom-Stoff ist, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Großartige TV-Unterhaltung: 9/10 (8.8) Punkte.

The Shield – Season 3

Auch wenn ich mich seit Sichtung der zweiten Staffel eher auf aktuell laufende Serien konzentriert habe, so hat mich „The Shield – Season 3“ doch stets begleitet. Am liebsten hätte ich wohl die ganze Staffel am Stück gesehen (und vor ein paar Jahren hätte ich das vermutlich auch noch gemacht), doch das Angebot ist zu groß und die Zeit zu knapp. Dabei war ich so neugierig darauf, was aus Vic und Co. nach dem großen Coup des Vorjahres wurde…

the_shield_s3

Wie bereits in der vorhergehenden Staffel gibt es unzählige Handlungsstränge, die sich teils über die gesamte Staffel ziehen, teils nach wenigen Episoden abgehandelt sind und teils erst etliche Episoden später wieder aufgegriffen werden. Dieser Aufbau sorgt für eine unglaubliche Dynamik, da man auch als Zuschauer nie weiß, welcher Fall nun wirklich bedeutend ist, und welcher Fall nach 20 Minuten relativ unspektakulär geköst wird. Im Hintergrund steht stets bedrohlich der Coup, der Vic und seinem Strike Team am Ende der zweiten Staffel gelungen ist. Man hört es ja oft, doch dieses Geld macht wirklich nicht glücklich…

Neben dem großen Handlungsstrang um die Nachwehen des Überfalls auf den Money Train, hält auch die dritte Staffel wieder einige Prüfungen für ihre Charaktere parat. Detective Wachenbach sieht sich mit einem Serienvergewaltiger (übrigens gespielt von Clark Gregg, Agent Coulson aus „The Avengers“) konfrontiert, der ihn nicht nur beruflich bis aufs Äußerste fordert, sondern auch sein ganz persönliches Weltbild erschüttert und ihn Grenzen überschreiten lässt. Captain Aceveda wird selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs und muss danach lernen damit umzugehen, was ihm auf überraschend unspektakuläre und deshalb doch umso imposantere Art und Weise gelingt. Und Detective Wyms kämpft voller Überzeugung gegen die Windmühlen der Polizeirealität.

Im Strike Team entwickelt sich nach dem Coup eine ganz neue Dynamik, was in erster Linie daran liegt, dass auch das Privatleben der Mitglieder immer stärker in die Gruppe hineinspielt. Egal ob Shanes Verlobte oder Vics Familie – man spürt die Anspannung in vielen Szenen fast körperlich. Mit Ankunft der Decoy Squad steht das Strike Team auch beruflich immer mehr unter Druck, da sich diese Einheit von Undercover-Spezialisten ebenfalls im Gang-Milieu bewegt und somit eine direkte Konkurrenz zu Vics Team bildet. Nach dem Finale steht nicht nur das Strike Team vor dem Aus, es zerbrechen auch Freundschaften.

Für mich hat sich „The Shield“ im dritten Jahr noch ein wenig gesteigert und liefert die bisher überzeugendste Staffel ab. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich die Serie in Zukunft noch steigern soll. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe bzw. befürchte, dass die Autoren noch weiter in die menschlichen Abgründe hinabsteigen werden. Nach wie vor großartige Unterhaltung: 9/10 (8.9) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 1

Nach „Six Feet Under“ und der Sendepause von „Parenthood“ war ich auf der Suche nach einer neuen Serie, die das Thema Familie in den Fokus stellt. So musste ich zwangsläufig über „Brothers & Sisters – Season 1“ stolpern, das eine Verwandtschaft mit den genannten Serien nicht verleugnen kann. Auslöser für den Kauf war – neben der positiven Erwähung bei Kollege Inishmore – letztendlich der sehr gute Preis von nicht einmal 20 Euro für die kompletten 5 Staffeln. Eine Investition, die sich auf jeden Fall gelohnt hat…

brothers_and_sisters_s1_2

Bereits in der ersten Episode stirbt der Vater. Das Leben der gesamten Familie wird dadurch aus der Bahn geworfen. Ein bereits erwachsenes Kind kehrt an den Ort der Kindheit zurück und wird bleiben. Es gibt ein Familienunternehmen, das nun unter erschwerten Bedingungen weitergeführt werden muss. Ein schwuler Sohn kämpft sich durch Beziehungen. Rachel Griffiths spielt zudem eine der Hauptrollen. Von welcher Serie könnte hier die Rede sein? Nein, nicht „Six Feet Under“ – auch wenn sich all diese Elemente in der ersten Staffel der bahnbrechenden HBO-Serie wiederfinden lassen. „Brothers & Sisters“ könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein.

Von allen Serien, die ich bisher gesehen habe, ist „Brothers & Sisters“ wohl am nähesten an der klassischen Soap Opera dran. Solche Elemente gibt es in nahezu jeder Serie mit fortlaufenden Charakterbeziehungen, doch können diese unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei dieser Großfamilie kommt hinzu, dass es sich um reiche Leute in Kalifornien handelt, die sich mit ebensolchen Problemen und Beziehungen beschäftigen. Kein Vergleich zur doch eher realistisch erzählten Familie Braverman aus „Parenthood“. Auch die Inszenierung könnte nicht unterschiedlicher sein: Handkamera und überlappende Dialoge stehen soften Kamerafahrten und perfekt abgemischtem Ton gegenüber.

Zu Beginn hatte ich wirklich Schwierigkeiten in die Serie hineinzukommen, auch wenn ich Schauspieler und Charaktere durchaus interessant fand. Es gab zu viele Figuren und zu beliebige Handlungsstränge. Hinzu kam das Gefühl, dass die dargestellte Welt kilometerweit von meiner Realität entfernt ist – und doch hat mich die Serie über ihre 23 Episoden dieser ersten Staffeln in ihren Bann gezogen. Die Figuren wachsen einem ans Herz und auch die einzelnen Handlungselemente werden interessanter. Hinzu kommen Schauspieler, wie Calista Flockheart („Ally McBeal“), Sally Field („Forrest Gump“) und Robe Lowe („The West Wing“ und „Parks and Recreation“), die teils wirkliche nette Dialoge von sich geben.

Keine Frage: „Brothers & Sisters“ kommt bisher nicht an die eigene Serienverwandtschaft heran, doch wer sich mit dieser bereits beschäftigt hat, und neben einschlägigen Genreausflügen (d.h. Mord, Mystery und Co.) einmal wieder etwas Bodenständigeres sehen möchte, dem kann ich die Familie Walker auf jeden Fall ans Herz legen. Einfach nette Unterhaltung: 8/10 (7.7) Punkte.

New Girl – Season 2

Letztes Jahr noch als großer Hit gestartet, wandelte sich die Comedy in der Gunst der Kritiker und man las in letzter Zeit kaum noch Gutes über sie. Ich jedoch hatte auch mit „New Girl – Season 2“ enorm viel Spaß. Sogar so viel Spaß, dass ich die Serie zu meinen liebsten Sitcoms der vergangenen TV-Saison zählen würde. Warum lest ihr in der folgenden Besprechung…

new_girl_s2_4

Wie vermutlich ein Großteil der popkulturell interessierten Medienkonsumenten mag ich Zooey Deschanel. Ihr Mitwirken dürfte, wie bei so vielen, der Grund gewesen sein, warum ich letztes Jahr überhaupt bei „New Girl“ reingeschaut habe. War die Serie zu Beginn noch sehr auf Deschanels Charakter konzentriert, hat sie sich im Laufe der Staffel zu einer Ensemble-Comedy gewandelt, was ich persönlich ausgezeichnet fand. Sympathische Figuren, abgedrehte Situationen und eine Art von Humor, die mich oft zum Lachen brachte.

In der zweiten Staffel wird der bisher eingeschlagene Weg konsequent weitergeführt. Die einzelnen Charaktere bekommen eigene Storylines, die Beziehungen der Figuren untereinander werden wichtiger und es wird ein Repertoire an Insider-Humor aufgebaut. Die Situationskomik lebt dabei weniger von ausgefeilten Dialogen oder Wendungen, sondern von absurder Albernheit – und das hat bei mir erstaunlich gut funktioniert. Besonders die Dynamik zwischen Jess und Nick fand ich herrlich. Meine Lieblingsepisoden im zweiten Jahr waren die Weihnachtsepisode „Santa“, die Detektivgeschichte „Pepperwood“ und der Kampf um den „Parking Spot“.

Bei keiner anderen Comedy musste bzw. konnte ich dieses Jahr so oft und so laut lachen, wie bei „New Girl“. Dies allein reicht schon, um die Serie in meiner Gunst deutlich steigen zu lassen. Weiterhin mochte ich die Entwicklung der Charaktere und die Gaststars (u.a. Regisseur Rob Reiner als Jess‘ Vater). So kann es von mir aus gerne noch ein paar Staffeln weitergehen: 9/10 (8.6) Punkte.

Happy Endings – Season 3

Wieder einmal wurde eine von mir geliebte Comedy abgesetzt. Wirklich schade, denn „Happy Endings – Season 3“ überzeugte durch einen ganz besonderen Mikrokosmos aus Popkultur-Referenzen, Insider-Humor und exzentrischen Persönlichkeiten. Innovativer, lustiger und abgefahrener als die meisten anderen „Friends“-like Comedys da draußen…

happy_endings_s3_1

Ich hatte bei „Happy Endings“ stets das Gefühl Teil dieser kleinen Clique zu sein. Weniger aufgrund der Tatsache, dass die Charaktere allesamt überaus sympathisch wären, als aufgrund der unzähligen Insider-Späße, die man als Zuschauer eben nur versteht, wenn man mehr als eine Episode gesehen hat. Das schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und zauberte mehr als nur einmal ein Lächeln auf meine Lippen. Insofern kaum verwunderlich, dass die Serie eine kleine, aber durchaus hartnäckige Anhängerschaft aufbauen konnte.

Nachdem die zweite Staffel eher von diversen Verrücktheiten lebte, gibt es mit den Planungen für Pennys Hochzeit einen fokussierteren Handlungsstrang, auf den in den meisten Episoden zumindest am Rande Bezug genommen wird. Dies schadet der Serie nicht wirklich, da stets genügend Platz für die Eskapaden von Max, Dave, Alex, Jane, Brad und Penny leibt. Insgesamt gesehen hatte die Serie mit ihrer zweiten Staffel ihren Höhepunkt erreicht, doch auch mit der finalen Staffel musste man kaum Qualitätseinbußen hinnehmen:

  1. „Happy Endings – Season 2“
  2. „Happy Endings – Season 3“
  3. „Happy Endings – Season 1“

Letztendlich wurde die Serie trotz eingeschworener, doch leider zu kleiner, Fangemeinde abgesetzt. Ich finde es wirklich schade, da sich die Serie zu einem wahren Highlight der Beziehungskomödie mit etlichen absurden Einfällen entwickelt hatte. Andersartigkeit wird in der TV-Landschaft eben leider nur selten belohnt. Macht’s gut, ihr Verrückten: 8/10 (8.3) Punkte.