The Frighteners – Director’s Cut (1996)

Halloween. Die Nacht, in der ein paar Halbstarke meinen, sie müssten das, was ihnen in amerikanische Medien vorgelebt wird, auf unsinnige Art und Weise nach Deutschland bringen. Für mich bedeutet das: die Klingel ignorieren, hoffen dass die Kinder nicht aufwachen und in Ruhe einen Horrorfilm einlegen. Heute sorgte Peter Jacksons „The Frighteners“ im Director’s Cut für die nötige Abwechslung. Zwar nur bedingt Horror, doch einer der perfekten Filme für Halloween. Lasset das Gruseln beginnen…

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Für Peter Jackson war „The Frighteners“ der letzte Film, bevor er mit „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ endlich Weltruhm erlangte. Anfangs nur ein paar Genrefreaks bekannt, drehte er zwei Jahre zuvor das eher anspruchsvolle Drama „Heavenly Creatures“, um mit der Robert Zemeckis-Produktion um einen glücklosen Geisterjäger in sein Ursprungsgenre zurückzukehren. Als ich den Film vor inzwischen bestimmt 13 Jahren zum ersten Mal sah, war ich ein wenig enttäuscht, wie sehr er als Komödie angelegt ist und dass er die für Jackson damals typischen Splattereinlagen vermissen ließ. Über die Jahre sollte mir der Film jedoch ans Herz wachsen.

Seit dem Erscheinen der wirklich tollen DVD-Box habe ich stets nur den 12 Minuten längeren Director’s Cut gesehen, der den Figuren mehr Tiefe verleiht und dabei den Humor auf die Spitze treibt. „The Frighteners“ ist teils wirklich zum Schreien komisch – und dennoch besitzt er eine recht morbide Stimmung und schlägt gegen Ende sogar in waschechten Horror um. Dabei lebt der Film in jeder Sekunde von seinem Einfallsreichtum. Zwar zündet nicht jede Idee, doch was Jackson an visuellen Spielereien und Wortwitz in seinem Genremix untergebracht hat, ist wahrlich eine Freude.

Man sieht dem Film heute seine inzwischen 17 Jahre zwar an, doch funktionieren die Effekte immer noch, was der wunderbar funktionierenden Kombination aus CGIs und Miniaturen zu verdanken ist, die bereits damals den Grundstein für die Effekte von „Der Herr der Ringe“ legte. Ich habe auch bei der heutigen Sichtung wieder viel gelacht, mich gegruselt und an der herrlichen Atmosphäre erfreut. Zudem ist Michael J. Fox in der Rolle des Geisterjägers Frank Bannister einfach herrlich. Horrorfreunde dürfen sich zudem über einen grandios überdrehten Auftritt von Jeffrey Combs („Re-Animator“) freuen. Perfektes Halloween-Vergnügen: 8/10 Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 4

Nun beschäftige ich mich mit dieser Serie beinahe durchgängig seit bereits 10 Monaten. Abnutzungserscheinungen lassen sich jedoch auch bei „That ’70s Show – Season 4“ kaum ausmachen, was nach über 100 Episoden nicht selbstverständlich ist. Inzwischen bin ich auch an einem Punkt angelangt, an dem ich die Serie nicht mehr, oder nur noch sehr lückenhaft, von früher kenne. Ein weiterer Grund jetzt erst recht dranzubleiben…

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Die Handlung setzt exakt dort ein, wo man die Gang aus Point Place beim Finale der dritten Staffel verlassen hat. Die Trennung von Donna macht Eric schwer zu schaffen. Thematisch passend wird in der ersten Episode eine herrliche Parodie von Frank Capras „Ist das Leben nicht schön?“ aufgefahren, in der sich Eric mit einer Welt konfrontiert sieht, in der er Donna nie geküsst hat. Auch in der gesamten weiteren Staffel wird die gescheiterte Beziehung der beiden Freunde thematisiert und bildet somit den zentralen roten Faden, der alle Handlungsstränge zusammenhält.

Auch wenn ich diese Staffel genauso gerne gesehen habe, wie die vorherigen, so gab es doch ein paar Elemente, die ich nicht allzu gelungen fand. Zu diesen gehört u.a. die Figur Big Rhonda, die eine größere Rolle als Fez‘ Freundin einnimmt und böse Erinnerungen an Steve Urkel weckt. Schön war es dagegen Luke Wilson als Michael Kelsos großen Bruder Casey zu sehen, der zu einem wichtigen Element in der Beziehung zwischen Donna und Eric wird. Erwähnenswert ist zudem noch die Musical-Episode, die zwar nett anzusehen ist, der es jedoch nicht gelingt die wohl gewünschte Wirkung zu erzielen.

Fazit

Meine Lieblingsepisoden in der Staffel waren „Class Picture“, in der die Kennenlernphase der einzelnen Charaktere nacherzählt wird, und „Eric’s Corvette Caper“, eine eher klassische Coming-of-Age-Geschichte, die mit viel Humor gespickt ist. Auch die restlichen Episoden haben mir erneut viel Freude bereitet, wenngleich nicht alle Elemente perfekt aufeinander abgestimmt waren. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird und freue mich bereits auf die fünfte Staffel: 9/10 (8.6) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 3

Wie bereits angekündigt, habe ich „That ’70s Show – Season 3“ wieder deutlich schneller verschlungen, als die vorangegangene Staffel. Die Qualität hat sich nicht plötzlich (noch mehr) gesteigert, es liegt eher am zurzeit kürzeren Fernsehabend – 20 Minuten-Shows lassen sich eben eher unterbringen als ihre 40 Minuten-Pendants. Davon einmal abgesehen könnte ich die Serie sowieso nahezu am Stück schauen, doch lest selbst…

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Zu Beginn des dritten Jahres in Point Place werden die Ereignisse des Finales der zweiten Staffel aufgegriffen und Red darf hart durchgreifen, was er gut kann und ihm zudem große Freude bereitet. Hydes heldenhafte Tat soll für ihn auch nicht ohne Folgen bleiben und so wirft sich ihm die gerettete Jackie sprichwörtlich an den Hals. Neben diesem amüsanten Handlungsstrang wird Hyde auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert, indem sein Vater wieder in sein Leben tritt. Allein anhand der Figur des Steven Hyde zeigt die Serie erneut, wie zielsicher sie zwischen Komödie und Drama (natürlich alles im Rahmen einer Sitcom) wandelt.

Fantastisch fand ich die diesjährige Halloween-Episode, in der nahezu jeder größere Film Alfred Hitchcocks zelebriert wird. Ein großer Spaß, besonders für Filmfreunde. Auch Musikfreunde kommen nicht zu kurz, da Donna einen Job beim örtlichen Radiosender annimmt. Dies sorgt für einige Verwicklungen und stellt insbesondere ihre Beziehung mit Eric auf die Probe – dahinter kann man jedoch klar den Konflikt mit der Wahrnehmung von Rollenbildern erkennen, was sich teils auch in den anderen Paaren (insbesondere den Eltern) widerspiegelt.

Fazit

Trotz teils ernsthafter Themen, ist „Die wilden Siebziger!“ auch im dritten Jahr eine reinrassige Sitcom. Herrlich fand ich z.B. die Beziehung zwischen Fez und seiner Beinahe-Stalkerin oder die überraschende Begegnung von Vater und Sohn während eines romantischen Wochenendes. Es gibt alberne Momente, schöne Momente und – am wichtigsten – Momente, an die man sich noch aus seiner eigenen Jugend erinnern kann, ganz egal ob 70er oder 90er Jahre. Nach dem beinahe schon schwermütigen Finale freue ich mich nun sehr auf die, wenn ich mich recht erinnere, mir noch größtenteils unbekannte vierte Staffel: 9/10 (9.0) Punkte.

The Big Bang Theory – Season 6

Nun verabschiedet sich mit „The Big Bang Theory – Season 6“ auch die letzte der aktuell laufenden Comedys, die ich live verfolge, in die Sommerpause. Wie in den letzten 5 Jahren hat mich die Serie rund um die sympathischen Nerds aus L.A. auch in diesem Jahr wieder gut unterhalten. Was die sechste Staffel insbesondere auszeichnet und ob es langsam zu Abnutzungserscheinugen kommt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Während der erste vier Episoden steht noch Howards Weltraum-Abenteuer im Mittelpunkt bzw. bildet die Schnittstelle für die Handlungsstränge der anderen Charaktere. So sieht sich Raj z.B. nach einem Ersatz für Howard um, den er in Stuart, dem Besitzer des Comic-Ladens, dann auch findet. Nach Howards Rückkehr müssen sich alle erst einmal wieder zusammenraufen, was ich teils etwas anstrengend fand. Dennoch gibt es in dieser Phase der Serie ein paar wirklich nette Episoden zu sehen.

Der Mittelteil der Staffel bietet einiges an absurder Unterhaltung, wie man es eben von „The Big Bang Theory“ gewöhnt ist. So begibt sich unsere Gruppe z.B. auf den Weg zur Comic-Con und erlebt dabei ein klassisches „Star Trek“-Abenteuer. Überhaupt überwiegen im zweiten Drittel der Staffel die absurden Einzelepisoden, bevor gegen Ende wieder größere Handlungsstränge eingeführt werden. Zu diesen gehört u.a. auch Rajs erste längere Beziehung, was grundsätzlich eine nette Idee war, letztendlich aber mit zu wenig Witz erzählt wurde.

Alles in allem waren auch in diesem Jahr keine wirklich schlechten Episoden auszumachen. Dennoch fand ich die einzelnen Folgen ingesamt etwas schwächer, als die der fünften Staffel. Für das kommende Jahr erhoffe ich mir – zumindest in der ersten Episode, denn viel länger wird man Leonard nicht außen vor lassen – ein paar Einblicke in Sheldons Dasein als Strohwitwer und eine erhöhte Interaktion mit Penny, was immer für Lacher sorgt. Auch wenn die Show nicht mehr sonderlich innovativ ist, so freue ich mich doch jetzt schon wieder auf die kommenden Abenteuer unserer liebsten Nerds: 8/10 (8.2) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 2

Hatte ich die erste Staffel beim letzten Mal noch innerhalb nur weniger Tage verschlungen, hat sich die Sichtung von „That ’70s Show – Season 2“ beinahe über ein halbes Jahr hingezogen. Dies liegt jedoch glücklicherweise nicht an der Qualität der Serie, sondern vielmehr daran, dass ich in den letzten Monaten – wie aufmerksame Leser sicher mitbekommen haben – etliche aktuell laufende Comedys verfolgt habe. Umso schöner war es nach der Pause wieder nach Point Place, Wisconsin zurückzukehren…

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Das zweite Jahr führt die Handlung der vorangegangenen Staffel von Beginn an konsequent weiter. Auf allen Ebenen gibt es Entwicklungen, die zunächst schleichend beginnen, doch letztendlich für nahezu alle Charaktere bedeutend sind. Seien es nun die Liebeswirren unter den Teenagern, eine drohende Scheidung oder die Geldsorgen der Eltern – all diese unterschiedlichen Elemente fügen sich erneut harmonisch zusammen und bilden Brücken zwischen Charakteren, die man so nicht erwartet hätte. Die Kombination aus Humor und Drama – wobei auch dieses stets sehr humorvoll behandelt wird – macht wohl die perfekte Mischung aus, welche „That ’70s Show“ (zumindest im Entstehungsland) so erfolgreich werden ließ.

Coming-of-Age ist wieder einmal das zentrale Thema und im Rahmen einer Sitcom wurde es wohl noch nie mit so viel Lebensgefühl zelebriert, wie in „Die wilden Siebziger!“. Selbst die Thematisierung des ersten Mals wird mit viel Feingefühl, Witz und erfreulich wenigen Klischees inszeniert. Jeder einzelne Charakter macht über den Lauf der Staffel eine Entwicklung durch und besonders Hyde nimmt eine immer zentralere Rolle ein, wodurch auch eine schöne Schnittstelle zu Erics Eltern entsteht. Überhaupt sind Red und Kitty im zweiten Jahr wieder großartig!

Fazit

Auch wenn sich die Sichtung der zweiten Staffel sehr lange hingezogen hat, so steht sie der ersten doch in kaum etwas nach. Für mich hat „That ’70s Show“ somit ihren Platz unter den besten und innovativsten Sitcoms gefestigt und ich bin mir sicher, die kommende Staffel wieder ohne größere Pausen zu verschlingen. Wer die Serie noch nicht kennt und auf der Suche nach neuem Sitcom-Stoff ist, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Großartige TV-Unterhaltung: 9/10 (8.8) Punkte.

Silver Linings – OT: Silver Linings Playbook (2012)

Nach nur drei Filmen – und unzähligen unglaublich unterhaltsamen Interviews – schickt sich Jennifer Lawrence an, sich einen Platz unter meinen absoluten Lieblingsschauspielern zu sichern. So war ihr Mitwirken bei „Silver Linings“ wohl auch einer der Gründe, warum der Film – nach „Winter’s Bone“ und „The Hunger Games“ – überhaupt mein Interesse geweckt hat. Natürlich darf man auch die stets positiven Kritiken nicht vergessen. Oder die Aufmerksamkeit, die dem Film bei den Academy Awards zuteil wurde. Zu Recht?

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Einerseits bin ich beinahe etwas sauer, dass so ein Trubel um „Silver Linings Playbook“ herrschte. All die Oscar-Nominierungen. Als Filmfreund kam man ja gar nicht an dem Film vorbei. Dabei ist David O. Russells wunderbare Liebesdramödie genau die Art von Film, die man gerne entdecken würde. Ein Geheimtipp, von dem man begeistert seinen Freunden berichtet. Ein Film, der sich einem tief ins Herz spielt. Doch keine Chance, denn „Silver Linings“ hat sein Publikum bereits erobert. Und irgendwie freue ich mich ja auch darüber. Insofern sei der Academy in diesem Fall verziehen.

Inszeniert wie eine Indie-Film, ist „Silver Linings Playbook“ doch gespickt mit großen Namen: Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Julia Stiles, Chris Tucker – alles Schauspieler, von denen man auf jeden Fall gehört hat. Sie betreten hier jedoch neues Terrain und leisten allesamt vorzügliche Arbeit. Allen voran natürlich die beiden fantastischen Hauptdarsteller – und besonders Robert De Niro, der hier endlich einmal wieder zu großer Form aufläuft. Ein wunderbares Ensemble in einem Film, der größtenteils von seinen Charakteren und ihrer Darstellern lebt.

Die Handlung ist ungewöhnlich für einen Liebesfilm und schwankt zwischen dramatischen Szenen, wirklich lustigen Momenten und herzerwärmenden Darbietungen. Die psychischen Probleme der beiden Hauptfiguren stehen dabei nicht im Mittelpunkt, sondern sind Teil der Charaktere – und das ohne diese zu Witzfiguren oder abstrakten Klischees verkommen zu lassen. Wirklich sehr schön und mit viel Feingefühl gelöst. Während des Abspanns fand ich es bereits schade diese Welt und ihre Figuren zu verlassen.

Zwar ist der Film nicht frei von Fehlern, doch auch wenn so manche Hinführung zu gewissen Ereignissen ein wenig Erzwungen wirkt, überwiegt bei weitem das gute Gefühl, das einem der Film gibt. Mehr als nur ein Silberstreifen am Horizont. Hinzu kommt der wunderbare – und für ihn ungewöhnliche – Score von Danny Elfman und ein perfekt gewählter Soundtrack, der die Stimmung des Films absolut passend untermalt. Kein Geheimtipp mehr, doch auf jeden Fall ein dicker Tipp: 9/10 Punkte.

New Girl – Season 2

Letztes Jahr noch als großer Hit gestartet, wandelte sich die Comedy in der Gunst der Kritiker und man las in letzter Zeit kaum noch Gutes über sie. Ich jedoch hatte auch mit „New Girl – Season 2“ enorm viel Spaß. Sogar so viel Spaß, dass ich die Serie zu meinen liebsten Sitcoms der vergangenen TV-Saison zählen würde. Warum lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Wie vermutlich ein Großteil der popkulturell interessierten Medienkonsumenten mag ich Zooey Deschanel. Ihr Mitwirken dürfte, wie bei so vielen, der Grund gewesen sein, warum ich letztes Jahr überhaupt bei „New Girl“ reingeschaut habe. War die Serie zu Beginn noch sehr auf Deschanels Charakter konzentriert, hat sie sich im Laufe der Staffel zu einer Ensemble-Comedy gewandelt, was ich persönlich ausgezeichnet fand. Sympathische Figuren, abgedrehte Situationen und eine Art von Humor, die mich oft zum Lachen brachte.

In der zweiten Staffel wird der bisher eingeschlagene Weg konsequent weitergeführt. Die einzelnen Charaktere bekommen eigene Storylines, die Beziehungen der Figuren untereinander werden wichtiger und es wird ein Repertoire an Insider-Humor aufgebaut. Die Situationskomik lebt dabei weniger von ausgefeilten Dialogen oder Wendungen, sondern von absurder Albernheit – und das hat bei mir erstaunlich gut funktioniert. Besonders die Dynamik zwischen Jess und Nick fand ich herrlich. Meine Lieblingsepisoden im zweiten Jahr waren die Weihnachtsepisode „Santa“, die Detektivgeschichte „Pepperwood“ und der Kampf um den „Parking Spot“.

Bei keiner anderen Comedy musste bzw. konnte ich dieses Jahr so oft und so laut lachen, wie bei „New Girl“. Dies allein reicht schon, um die Serie in meiner Gunst deutlich steigen zu lassen. Weiterhin mochte ich die Entwicklung der Charaktere und die Gaststars (u.a. Regisseur Rob Reiner als Jess‘ Vater). So kann es von mir aus gerne noch ein paar Staffeln weitergehen: 9/10 (8.6) Punkte.

Happy Endings – Season 3

Wieder einmal wurde eine von mir geliebte Comedy abgesetzt. Wirklich schade, denn „Happy Endings – Season 3“ überzeugte durch einen ganz besonderen Mikrokosmos aus Popkultur-Referenzen, Insider-Humor und exzentrischen Persönlichkeiten. Innovativer, lustiger und abgefahrener als die meisten anderen „Friends“-like Comedys da draußen…

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Ich hatte bei „Happy Endings“ stets das Gefühl Teil dieser kleinen Clique zu sein. Weniger aufgrund der Tatsache, dass die Charaktere allesamt überaus sympathisch wären, als aufgrund der unzähligen Insider-Späße, die man als Zuschauer eben nur versteht, wenn man mehr als eine Episode gesehen hat. Das schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und zauberte mehr als nur einmal ein Lächeln auf meine Lippen. Insofern kaum verwunderlich, dass die Serie eine kleine, aber durchaus hartnäckige Anhängerschaft aufbauen konnte.

Nachdem die zweite Staffel eher von diversen Verrücktheiten lebte, gibt es mit den Planungen für Pennys Hochzeit einen fokussierteren Handlungsstrang, auf den in den meisten Episoden zumindest am Rande Bezug genommen wird. Dies schadet der Serie nicht wirklich, da stets genügend Platz für die Eskapaden von Max, Dave, Alex, Jane, Brad und Penny leibt. Insgesamt gesehen hatte die Serie mit ihrer zweiten Staffel ihren Höhepunkt erreicht, doch auch mit der finalen Staffel musste man kaum Qualitätseinbußen hinnehmen:

  1. „Happy Endings – Season 2“
  2. „Happy Endings – Season 3“
  3. „Happy Endings – Season 1“

Letztendlich wurde die Serie trotz eingeschworener, doch leider zu kleiner, Fangemeinde abgesetzt. Ich finde es wirklich schade, da sich die Serie zu einem wahren Highlight der Beziehungskomödie mit etlichen absurden Einfällen entwickelt hatte. Andersartigkeit wird in der TV-Landschaft eben leider nur selten belohnt. Macht’s gut, ihr Verrückten: 8/10 (8.3) Punkte.

The Office (US) – Season 9

Nach 9 Jahren verlässt eines der Comedy-Schwergewichte die US-Serienbühne. Als ich vor ca. 6 Jahren die ersten zaghaften Versuche unternahm, mich in dem kleinen Büro in Scranton heimisch zu fühlen, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass „The Office (US) – Season 9“ einmal so gemischte Gefühle bei mir hervorrufen würde. Abschied ist mir eben schon immer schwer gefallen…

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Zunächst einmal möchte ich meine Emotionen aufgrund des Serienfinales ausblenden und konkret etwas zur 9. Staffel schreiben. Diese war qualitativ höchst heterogen, d.h. teils haben mich einzelne Episoden unglaublich genervt und teils lag ich vor Lachen fast am Boden – letzteres kam jedoch leider viel seltener vor. Am schlimmsten fand ich wohl, wie man mit bereits etablierten Charakteren umgegangen ist: Besonders Andy Bernard (Ed Helms) hat man auf Kosten seiner Sympathie zu einer hassenswerten Witzfigur verkommen lassen. Wirklich schade. Generell lässt sich festhalten, dass die Geschichten immer abgedrehter und die Figuren zu einer Karikaturen ihrer selbst wurden.

Als es in der Beziehung zwischen Pam und Jim zu bröckeln beginnt, hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Glücklicherweise hat man noch die Kurve gekriegt und Pam keine – wie anfangs zu befürchten war – Beziehung zum Tonmann der fiktiven Dokumentation angedichtet, sondern dieses Ereignis genutzt, um das Finale vorzubereiten. Gegen Ende der hat die Serie auch fast wieder zu alter Größe zurückgefunden und ich habe die finalen drei Doppelepisoden sehr genossen. Ein rundum gelungener Abschluss nach drei holprigen Jahren. Insgesamt würde ich die qualitative Einordung der einzelnen Staffeln wohl wie folgt vornehmen:

  1. „The Office (US) – Season 3“
  2. „The Office (US) – Season 1 & 2“
  3. „The Office (US) – Season 4“
  4. „The Office (US) – Season 5“
  5. „The Office (US) – Season 6“
  6. „The Office (US) – Season 7“
  7. „The Office (US) – Season 9“
  8. „The Office (US) – Season 8“

Aufgrund des wirklich gelungenen Finales blicke ich letztendlich doch sehr wehmütig auf meine 6 Jahre mit der US-Version von „The Office“ zurück. Die ersten drei Staffeln hatten mich nahezu perfekt unterhalten, danach folgten drei immer noch sehr gute Jahre und erst gegen Ende hat die Qualität deutlich nachgelassen. Dennoch gab es immer wieder Episoden, die mich zum lachen brachten. Besonders wenn man sich tagtäglich in der Geschäftswelt bewegt, lassen sich durchaus einige Parallelen ziehen.

Über die Jahre sind mir die Serie und ihre Charaktere wirklich ans Herz gewachsen. Das famose Finale wertet die ansich eher schwache 9. Staffel letztendlich so auf, dass ich die Serie im kommenden Jahr doch vermissen werde. Na, vielen Dank auch! Ein echter Höhepunkt zum Abschluss – ‚That’s what she said!‘ –, der es mir tatsächlich schwer macht, Abschied von diesem kleinen Büro in Scranton zu nehmen: 7/10 (7.0) Punkte.

Modern Family – Season 4

Auch im vierten Jahr konnte mich die Serie rund um die Großfamilie Pritchett-Dunphy noch bestens unterhalten. So ist „Modern Family – Season 4“ eine der Serien gewesen, auf die ich mich Woche für Woche gefreut habe. Leider machen sich, wie auch in einigen anderen etablierten Comedy-Serien, inzwischen erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar…

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Letztes Jahr entließ uns „Modern Family“ mit einem Cliffhanger, der speziell den Familienteil Pritchett-Delgado ins Chaos stürzen dürfte. Mit dieser Erwartungshaltung spielt die Serie zu Beginn der Staffel auch geschickt und es entwickeln sich einige unterhaltsame Erzählstränge, wenngleich ich auch gehofft hatte, dass man Jay öfter mal seiner neuen, alten Rolle als Vater eines Babys hadern sieht. Auf jeden Fall ein Handlungsbogen, der mir ausgezeichnet gefallen hat.

Bei den Dunphys stehen besonders die Liebeleien der Töchter, Phils Karriere bzw. Konkurrenzkampf mit Gil Thorpe und Claires Rückkehr ins Geschäftsleben im Vordergrund. Auch hier finden sich etliche herrliche Episoden, die viel Spaß machen. Bei Familie Tucker-Pritchett lässt Tochter Lily ein paar Kracher los, was mit der Zeit leider etwas aufgesetzt wirkt, und Cam sucht beständig nach Selbstverwirklichung (z.B. als Zweitbesetzung für das Musical „Cats“).

Insgesamt hatte ich auch dieses Jahr viel Spaß mit der „Modern Family“. Wenn ich meine letztjährige Bewertung anschaue, dann ist die Qualität leicht gesunken, doch schaffen es die Charaktere und ihre Eigenheiten weiterhin mich bei der Stange zu halten. Somit werde ich natürlich auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sein, um am turbulenten Familienleben teilzuhaben: 8/10 (8.1) Punkte.