Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS5)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Es war knapp dieses Jahr, doch können die Feierlichkeiten unmöglich beginnen, bevor nicht „Schöne Bescherung“ gesichtet wurde. Wie bereits im letzten Jahr habe ich erneut die englische Originalfassung der Blu-ray bevorzugt, was abermals ein großes Vergnügen war. Nachdem unser Baum inzwischen steht, macht sich somit auch langsam die nötige Weihnachtsstimmung breit…

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Wie jedes Jahr stellt sich mir nun die Frage, was ich noch über diesen Film sagen kann, das ich noch nicht in den letzten fünf Besprechungen untergebracht habe. Vielleicht einmal ganz analytisch meine Einschätzung, warum „Christmas Vacation“ so ausgezeichnet funktioniert: John Hughes‘ Drehbuch strotzt nur so vor ganz genauen Beobachtungen der Vorweihnachtszeit. Jeder kennt den dargestellten Konsumwahn, die Familienstreitigkeiten und berufliche Katastrophen. Es wäre leicht gewesen den Film in eine reine Satire abrutschen zu lassen, doch er besitzt erstaunlicherweise auch unglaublich viel Herz und transportiert echte Weihnachtsstimmung.

Man kommt einfach nicht umhin mit Clark Griswold mitzufühlen. Er will ein old-fashioned family Christmas, wie er es selbst aus Kindertagen kennt. Die Szene auf dem Dachboden spricht Bände – und solche Erinnerungen an scheinbar magische Weihnachtsfeste haben wir alle. Ganz am Ende offenbart sich im Gespräch mit seinem Vater, dass es auch damals schon so chaotisch und nervenzehrend war. Jedoch verdrängen wir diese Erinnerungen, den Konsumwahn und die nervige Verwandtschaft. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein magisches Weihnachtsfest – und spätestens wenn man selbst Kinder hat, möchte man diese Erinnerungen für sie aufleben lassen. Alle Jahre wieder.

Auch wenn unsere Feierlichkeiten nicht annähernd den Grad an Chaos erreichen werden, so gibt es doch immer wieder eben diese Momente, die einen kurzfristig die Sinnhaftigkeit des ganzen Weihnachtstrubels in Frage stellen lassen. Dann denkt man an die Griswolds und weiß: egal was kommt, es gibt immer ein Happy End. Und ja, ich freue mich jetzt schon wieder auf die Sichtung im kommenden Jahr: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

3rd Rock from the Sun – Season 2

Nach kürzeren Ausflügen in andere Comedy-Gefilde, habe ich nach einem guten halben Jahr auch meine Sichtung von „3rd Rock from the Sun – Season 2“ beendet. Wie sich die zweite Staffel mit den netten Aliens von nebenan so geschlagen hat, erfahrt ihr in folgenden Besprechung…

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Im Grunde geht es so weiter, wie es mit der ersten Staffel aufgehört hat: Nachdem der herrliche Handlungsstrang um den bösen Dick aufgelöst wurde, wirft die Serie in abgeschlossenen Einzelepisoden einen satirischen Blick auf die seltsamen Angewohnheiten von uns Erdlingen. Ganz egal ob unser seltsames Beziehungsverhalten aufs Korn genommen wird, oder unsere Feiertage – die Beobachtungen der Solomons sind oft treffender als schmeichelhaft wäre.

Bei dieser zweiten Staffel ist mir der doch sehr formelhafte Aufbau der einzelnen Episoden stärker aufgefallen, als noch im ersten Jahr. Dadurch wirkt die Serie heute ein wenig angestaubt, wenngleich sich der Humor auch wirklich gut gehalten hat.  Speziell die Auftritte von Wayne Knight (Newman, „Seinfeld“) haben es mir angetan. Für „Star Wars“-Freunde (und wer ist das nicht?) gibt es zudem einen herrlichen Gastauftritt von Mark Hamill zu bewundern.

Alles in allem ist auch die zweite Staffel von „3rd Rock from the Sun“ wirklich unterhaltsam, allerdings eignet sich die Serie wohl nicht zum heute so beliebten Binge-Watching – dafür ist Erzählstruktur doch ein wenig zu repetitiv. Davon abgesehen bietet jede einzelne Episode, auch wenn es nicht nur Highlights gibt, etliche Lacher. Für Freunde von 90er Jahre Sitcoms immer noch ein großer Spaß: 8/10 (8.0) Punkte.

Sneakers: Die Lautlosen (1992)

Schon der dritte Film diese Woche – und es ist erst Donnerstag! Alleine dafür liebe ich Urlaub, auch wenn wir aufgrund unseres Hausbaus nicht weggefahren und alle mehr oder weniger krank sind. Heute ist die Wahl mit „Sneakers: Die Lautlosen“ auf einen persönlichen Klassiker gefallen, den ich während meiner Jugend unzählige Male im TV gesehen habe. Die letzte Sichtung liegt allerdings bestimmt schon 12 Jahre zurück – es war also spannend zu sehen, ob mich dieser 22 Jahre alte Film auch heute noch mitreißen konnte…

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Zunächst einmal fand ich es wieder einmal faszinierend, wie selektiv mein Filmgedächtnis doch zu funktionieren scheint: An den Prolog konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, dann gab es in der ersten Filmhälfte nur noch die Weihnachtsfeier, die bei mir etwas klingeln ließ, dafür war mir die zweite Filmhälfte beinahe noch komplett vertraut. Davon einmal abgesehen hatte ich das Gefühl mich mit einem guten, alten Bekannten zu unterhalten. Es war wie früher, selbst wenn die Technik heute ein wenig angestaubt wirkt. Regisseur Phil Alden Robinson hat „Sneakers“ – zumindest aus heutiger Sicht – im besten Sinne klassich inszeniert und lässt uns Zuschauer ohne zu viel Aufregung an einem sympathischen Heist-Movie teilhaben.

„Sneakers“ lebt viel von seiner ausgewogenen Mischung aus Humor, leichtem Drama und Spannung. Hinzu kommt ein Ensemble, das mit Robert Redford, Sydney Poitier, Dan Aykroyd, Mary McDonnell und River Phoenix gar wunderbar aufgestellt ist. Speziell Redford und Poitier scheinen wie für diese Art von Film gemacht und es ist eine Freude ihnen beim unkonventionellen Ermitteln zuzusehen. Als Antagonist darf Ben Kingsley einen völlig überzognenen Bösewicht geben, dem nur noch die Katze auf dem Arm fehlt, um einen guten „James Bond“-Bösewicht abzugeben. Hier wäre weniger mehr gewesen, doch letztendlich mag ich dem Film deshalb auch nicht böse sein.

Ob ich genauso begeistert gewesen wäre, hätte ich „Sneakers“ heute zum ersten Mal gesehen? Vermutlich wäre es ohne die Vorkenntnis gar nicht dazu gekommen. Ich freue mich auf jeden Fall, ihn einmal wieder aus dem Regal geholt und mit frischem Blick seine Qualitäten entdeckt zu haben. Zurecht ein Film, den man durchaus bei jeder TV-Ausstrahlung mitnehmen kann, wenngleich die heutige Jugend darauf nicht mehr angewiesen ist und deshalb vermutlich so einige Klassiker unentdeckt bleiben: 8/10 Punkte.

Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine! – OT: Hot Tub Time Machine (2010)

Nachdem mich der wunderbare „Alles eine Frage der Zeit“ erst kürzlich mit einer ungewöhnlichen Zeitreisegeschichte begeistern konnte, habe ich diesem Subgenre mit „Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine!“ (so der dämliche deutsche Titel) erneut einen Besuch abgestattet. Aufgrund durchwachsener Kritiken waren meine Erwartungen nicht allzu hoch, was letztendlich genau die richtige Einstellung für die Sichtung dieses Films sein sollte…

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Die Prämisse des Films ist so dämlich, dass man sich auch genau auf dieses Niveau einstellen sollte: Drei Jugendfreunde in ihren 40ern landen zusammen mit dem Neffen der Hauptfigur in den 80ern nachdem sie eine wilde Nacht in eine Whirlpool verbracht haben, der sich als Zeitmaschine entpuppt hatte. Wow. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. „Hot Tub Time Machine“ (so der ungleich gelungenere Originaltitel) scheint sich seiner Albernheit durchaus bewusst zu sein und inszeniert die Ausgangssituation entsprechend abgefahren, z.B. tritt 80er Jahre Comedy-Star Chevy Chase (u.a. „Schöne Bescherung“) als ominöser Zeitmachinentechniker auf. Herrlich! Weiterhin ist die Dynamik zwischen den vier Zeitreisenden so völlig neben der Spur, dass man den Film einfach nicht ernst nehmen kann.

Die 80er Jahre werden in all ihren Klischees wunderbar dargestellt: ob Musik, Kleidung oder popkulturelle Referenzen – man fühlt sich in eine überstilisierte Version dieser Epoche zurückversetzt. Großartig fand ich zudem den Auftritt Crispin Glovers, der in einem anderen Zeitreisefilm aus den 80er Jahren eine nicht unbedeutende Rolle spielte: nämlich George McFly in „Zurück in die Zukunft“. Er hat wohl auch den besten Running Gag des Films abbekommen, dessen Auflösung letztendlich fast ein wenig enttäuschend war. Überhaupt gibt es einige Witze, die wunderbar zünden, und wiederum etliche, die so überhaupt nicht funktionieren wollen. Speziell einige Fäkalhumorszenen hätte sich der Film wirklich schenken können.

Trotz der abgefahrenen Prämisse und vielleicht gerade aufgrund der Unstimmigkeiten in der Handlung und Inszenierung weiß „Hot Tub Time Machine“ zu unterhalten. Er lebt natürlich auch von seinen Darstellern – und auch wenn ich John Cusacks Auftritt (wie leider alle in den letzten Jahren) eher schwach fand, so machte seine Besetzung aufgrund seiner 80er Jahre Filmvergangenheit doch absolut Sinn. Wie man es auch dreht und wendet: Der Film hat seine Fehler und ist wohl auch nicht wirklich gut; dennoch konnte er mich besser unterhalten, als so manch andere Hollywoodkomödie. Für Freunde der 80er möglicherweise ein großer Spaß – solange ihr eure Erwartungen drosselt: knappe 7/10 Punkte.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty – OT: The Secret Life of Walter Mitty (2013)

Manchmal funktionieren Filme, manchmal nicht. Obwohl mich damals schon der Trailer zu „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ nicht überzeugen konnte, wollte ich dem Film aufgrund der größtenteils guten Kritiken dennoch eine Chance geben – schließlich konnte mich „Life of Pi“ vor zwei Jahren auch begeistern, obwohl ich den Trailer mies fand. Leider sollte es dieses Mal kein Happy End geben…

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Der Film versucht recht eindeutig ein Feel-Good-Movie in der Tradition eines „Forrest Gump“ zu sein. Anfangs dachte ich auch noch, es könnte ihm gelingen. Ben Stiller spielt den titelgebenden Walter Mitty wirklich überzeugend und die Inszenierung scheint perfekt. Für Tagträumer – kann ich mich doch selbst zu dieser Sorte Mensch zählen – habe ich zudem einiges übrig, insofern sollte „The Secret Life of Walter Mitty“ doch leichtes Spiel mit mir haben. Leider jedoch werden die Tagträume völlig überzogen als CGI-Schlachten dargestellt, was mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Den Kampf im Aufzug um Stretch Armstrong fand ich z.B. herrlich! Genau auf diesem Niveau hätten Mittys Tagträume bleiben müssen, doch nein! Da muss auf dem Asphalt quer durch New York City gesurft werden. Was für eine herbe Enttäuschung!

Als es für Walter auf Reisen ging, dachte ich zunächst alles würde besser werden. Es gab tolle Landschaftsaufnahmen und echt wirkende Charaktere. Doch auch hier wurde der CGI-Hai ausgepackt und auch Walters Entwicklung macht plötzlich Sprünge, die bei mir jegliche Suspension of Disbelief haben aussetzen lassen. Der Film hat wahrlich tolle Momente. Bei der mit der isländischen Band Of Monsters and Men unterlegten Ankunft in Island hatte ich beinahe eine Gänsehaut, doch mit der kurz darauf folgenden Skateboard-Szene musste man es wieder übertreiben. Zwar bekommt man Walters Geschichte erzählt (unangepasster Skateboarder, Tod des Vaters, Fast-Food-Karriere, Job beim LIFE-Magazin), doch transferiert sich seine Vergangenheit nicht auf seinen Charakter, geschweige denn wird für uns Zuschauer glaubwürdig greifbar.

Ich mag Ben Stiller und hatte zu Beginn wirklich große Hoffnungen für den Film, zumal mit Kristen Wiig und speziell Adam Scott (als fantastischer Bösewicht) ein paar tolle Nebendarsteller auftreten. Letztendlich konnte mich „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ – trotz einiger mitreißender Szenen – emotional einfach nicht packen. Charaktere und Geschichte wirken zu unausgegoren und gehen im CGI-Overkill unter. Alles andere als ein schlechter Film, doch für mich letztendlich ein Sammelsurium nicht genutzter Chancen: 6/10 Punkte.

Veep – Season 1

Wie Stammlesern dieses Blog bekannt sein dürfte, habe ich ein gewissen Faible für US-Politik in TV-Serien. Insofern sah ich der Sichtung von „Veep – Season 1“ voller Vorfreude entgegen – auch wenn man wohl kein zweites „The West Wing“ erwarten sollte…

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Neben meiner Vorliebe für Washington, D.C. sowie Geschichte, die rund um das Weiße Haus spielen, gibt es für mich noch einen weiteren Grund, warum sich für mich das Einschalten bei „Veep“ ganz besonders lohnt: Julia Louis-Dreyfus spielt die Hauptrolle. Als amerikanische Vizepräsidentin überzeugt sie mit der gleichen sympathischen Schusseligkeit, wie bereits als Elaine Benes in „Seinfeld“ oder Christine Campbell in „The New Adventures of Old Christine“ – nur eben auf einem gänzlich anderen Niveau.

Großartig ist, dass man ihrem Charakter, Vizepräsidentin Selina Meyer, gleichzeitig die Kompetenz abimmt, die (zumindest irgendwie) nötig sein könnte, um dieses Amt zu bekleiden. Mit Tony Hale gesellt sich noch ein weiterer Schauspieler zum Ensemble, den ich seit „Arrested Development“ großartig finde, und der auch eine Bereicherung für „Veep“ darstellt. Leider umfasst diese erste Staffel nur 8 Episoden, was bei einer Laufzeit von jeweils ca. 27 Minuten wirklich nicht viel ist. Gerne hätte ich mehr Zeit mit Selina und Co. verbracht, denn Humor und Charaktere sind wahrlich köstlich: 8/10 (8.4) Punkte.

The LEGO Movie (2014)

Ich habe „The LEGO Movie“ am 22. Juni 2019 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Eine anstrengende Woche geht zu Ende – und doch komme ich meinen Bloggerpflichten nach und bespreche mit „The LEGO Movie“ einen (sogar noch recht aktuellen) Film. Wie sich diese Spielzeug-Verfilmung im Vergleich zu Peter Bergs „Schiffe versenken“ bzw. „Battleship“ schlägt, erfahrt ihr in der kommenden Besprechung zwar nicht, doch solltet ihr dennoch unbedingt weiterlesen…

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Vermutlich sollte ich zunächst etwas zu meiner persönlichen Beziehung zu den bunten Bausteinen schreiben: Als Kind war LEGO für mich das Größte. Ich konnte mich tagelang hinsetzen und immer wieder die verschiedensten Sachen bauen. Zwar hatte ich auch etliche Fertigbausätze (z.B. eine Ritterburg oder ein riesiges Piratenschiff), doch am meisten Spaß hatte ich damit eigene Welten zu entwerfen und die kleinen gelben Figuren darin Geschichten erleben zu lassen. Mein vor weit über 20 Jahren gebautes Prachtexemplar (ein individuell gebautes Raumschiff) liegt übrigens immer noch beinahe vollständig aufgebaut in einer Kiste im Keller.

Für mich sind die schönsten Kindheitserinnerungen, zumindest was das alleine Spielen angeht, untrennbar mit LEGO verbunden. Was allerdings animierte LEGOs – speziell auch die schon seit Jahren existierenden Videospiele – angeht, so hat sich der Reiz für mich nie erschlossen. Insofern war ich umso gespannter, wie denn „The LEGO Movie“ bei mir ankommen würde.

Anfangs war ich fast schon ein wenig überfordert von den knallbunten Farben und dem beinahe etwas hakeligen Animationsstil (der das LEGO-Spielen aber natürlich perfekt trifft). Es passiert unglaublich viel und man muss schon wirklich am Ball bleiben, um keinen Gag zu verpassen. Und Gags gibt es reichlich! Was die Art des Humors angeht, so hat mich der Film oft an eine etwas harmlosere Variante von „Die Simpsons“ erinnert, und der popkulturelle Overkill steht den Anspielungen eines „Ralph reichts“  in der Videospielwelt in nichts nach. Wirklich großartig!

Die Geschichte ist dabei einerseits wunderbar simpel gestrickt, sie besitzt andererseits allerdings auch etliche Ebenen, über die man in vielerlei Hinsicht schmunzeln kann. Auch wenn „The LEGO Movie“ im Prinzip als ein einziger, großer Werbespot für das dänische Spielzeugunternehmen gesehen werden könnte (und er es zu gewissen Teilen bestimmt auch ist), so wäre das doch eine zutiefst zynische Sicht auf das Werk. Man könnte Elemente des Films sogar als gewisse Kritik an den Franchise-Baukästen der letzten Jahre sehen, wodurch die wilde Kombinierwut mit den einfachen Bausteinen gehemmt wurde. Letztendlich funktioniert der Film auf jeder Ebene erstaunlich gut – und wenn durch den Erfolg mehr LEGO-Sets verkauft werden, was dann evtl. einen zweiten Film anstößt, soll es mir nur recht sein.

Neben den wunderbaren Sprechern (u.a. Chris Pratt, Will Arnett, Alison Brie, Charlie Day) sticht vor allem die großartige Inszenierung heraus, welche die bespielte LEGO-Welt fantastisch in CG-Bilder überträgt. Die Figuren sind nie 100%-ig glatt und wirken nur wie aus dem Computer, nein, sie haben Schrammen, kleine Fehler und bewegen sich wie von Hand, was im Rahmen der Handlung natürlich auch nur Sinn macht. Ihr merkt, ich bin rundum begeistert und kann euch die Sichtung von „The LEGO Movie“ nur ans Herz legen: 9/10 Punkte.

Guardians of the Galaxy (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy“ am 20. Februar 2016 und am 18. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nur ein gutes Vierteljahr ist seit meinem letzten Kinobesuch vergangen, kaum zu glauben! Mit „Guardians of the Galaxy“ stand erneut ein Blockbuster auf dem Programm, der entsprechend zelebriert werden wollte, sprich mit 3D und IMAX. Leider jedoch gab es keine Vorstellung im englischen Originalton, was ich bei diesem Film besonders schade fand. Ob er mich trotz Synchro überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Zunächst einmal hatte mich der Prolog fast ein wenig aus der Bahn geworfen – wer hätte gedacht, dass mich der Film bereits in den ersten Minuten emotional so packen kann? Ist vielleicht auch ein Elternding, doch damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Dieser Schock war jedoch schnell wieder vergessen, denn bereits die Eröffnungstitel sind so wunderbar unterhaltsam inszeniert, dass es eine wahre Freude ist! Man lernt Hauptcharakter Peter ‚Starlord‘ Quill kennen, indem wir ihn (mit 60er/70er Jahre Sound im Ohr) über einen lebensfeindlichen Alien-Planeten tanzen sehen. Großartig! Auch die restlichen Guardians werden zeitnah eingeführt, was glücklicherweise völlig organisch geschieht während die Geschichte fortschreitet – Charaktere, Action, Dialoge und Humor bilden dabei eine Einheit, die untrennbar miteinander verbunden ist.

Der Film lebt vom Zusammenspiel der Charaktere. Wie bereits Marvels „The Avengers“ überzeugt auch „Guardians of the Galaxy“ hauptsächlich als Ensemblefilm, wofür Regisseur James Gunn mindestens ein ebenso geschicktes Händchen beweist wie Joss Whedon. Auch wenn ich ab und zu über die Synchro gestolpert bin, so sind die Dialoge doch frisch und pfeilschnell – ich freue mich jetzt schon unbandig auf die Sichtung im englischen Originalton! Die Schauspieler tragen ihren Teil zur gelungenen Chemie bei, allen voran der sympathische Chris Pratt (Andy Dwyer, „Parks and Recreation“), der es schafft dem draufgängerisch auftretenden Starlord auch die nötige emotionale Tiefe zu verleihen. Dies gilt übrigens für alle Figuren: selbst Rocket, Groot und Drax können als echte Charaktere überzeugen. Freunde von James Gunn werden übrigens einige Schauspieler aus seinen vorherigen Werken (u.a. „Slither“) entdecken.

Fazit

Der Film besitzt eine nahezu perfekte Balance in all seinen Versatzstücken. Man muss sich schon fast wundern, wie es sein kann mit einem Film, in dem ein sprechender Waschbär und ein laufender Baum tragende Figuren sind, solch einen großen Erfolg zu haben – zumal die meisten Zuschauer die Comicvorlage wohl nicht kennen dürften. Auch die stets präsenten 80er Jahre Anspielungen sind perfekt platziert – und ich bin mir sicher, dass wir als Kinder der 80er auch die eigentliche Zielgruppe von „Guardians of the Galaxy“ sind. Zumindest dürften wir am meisten Spaß mit dem Film haben. Und was für einen Spaß ich hatte! Schon lange war ich nicht mehr so überrascht, als der Film (übrigens mit einem grandiosen Finale) zu Ende ging. Das sollen 120 Minuten gewesen sein? Die wohl unterhaltsamsten 120 Minuten, die man zurzeit mit einem Film verbringen kann. Für mich der bisher gelungenste Marvel-Film. Unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

Cougar Town – Season 4

Im Comedy-Bereich habe ich meinen „3rd Rock from the Sun“-Marathon zurzeit für eine andere Serie unterbrochen. Eigentlich hatte ich für „Cougar Town – Season 4“ gar nicht mehr so hohe Erwartungen, doch während der Sichtung musste ich abermals feststellen, wie gut diese Serie inzwischen einfach funktioniert. Der Senderwechsel hat ihr glücklicherweise nicht geschadet…

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Man hätte ja vermuten können, dass die Serie nach dem Wechsel von ABC zu TBS (z.B. „Men at Work“) irgendwie an Qualität verlieren würde. Ich schaue parallel die vierte Staffel von „Damages“ und diese hat mit dem Wechsel von FX zu DirecTV nach der dritten Staffel deutlich an Produktionsqualität eingebüßt. Auf „Cougar Town“ trifft dies jedoch nicht zu und somit stehen neuen Abenteuern mit der Cul-de-Sac-Gang nichts im Wege. Darüber freue ich mich sehr!

Inhaltlich steht das Eheleben von Jules und Grayson im Mittelpunkt, was für etliche Lacher sorgt. Von fehlender Spannung, da sie jetzt ja verheiratet sind, ist glücklicherweise nichts zu spüren. Diese findet man nun auch zwischen Travis und Laurie, was in meinen Augen allerdings ein wenig aufgesetzt wirkt. Am besten funktioniert die Serie immer noch dann, wenn die Gang einfach nur nichts macht und sich wunderbare Wortgefechte liefert oder Nachbar Tom durch den Kakao zieht. Herrlich fand ich z.B. die Episode „You Tell Me“, in der direkt Bezug auf etliche „Seinfeld“-Gags genommen wird. Toll!

Insgesamt sind die 15 Episoden der vierten Staffel abermals lockere Unterhaltung, die sich weder ernst nimmt, noch besonders hip sein will. Wunderbar sympathisch geschrieben und gespielt. So kann es gerne noch weitergehen – auch auf TBS: 8/10 (8.0) Punkte.

The World’s End (2013)

Nachdem wir uns heute morgen um 8:00 Uhr bereits zum ersten Hausplanungstermin dieses Wochenendes aufgemacht hatten, war der Tag anstrengend und lang. Nachdem 12 Stunden später die Kinder im Bett waren, hätten wir direkt auf dem Sofa einschlafen können. Dennoch habe ich mit „The World’s End“ eine Blu-ray in den Player geschoben. Endlich das Finale der Cornetto-Trilogie! Der Film, den ich aufgrund seines Titels beständig mit „This Is the End“ verwechselt hatte. Wie schlägt sich im Vergleich nun dieser humoristische Weltuntergangsfilm?

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Schon nach den ersten paar Minuten fühlte ich mich wieder sofort zu Hause in der Filmwelt von Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost. Angefangen hatte damals alles mit der großartigen TV-Serie „Spaced“, die mir bis heute die unterhaltsamsten Stunden bescherte, die ich je vor dem Fernseher verbringen durfte. Kurz darauf folgte „Shaun of the Dead“ mit nahezu identischem Cast, die bisher wohl einzige romanische Komödie mit Zombies. Ein Film, der sich mir über die Zeit tief ins Herz gespielt hat. Mit „Hot Fuzz“ folgte der zweite Teil der Cornetto- bzw. Blood-and-Ice-Cream-Trilogie, den ich bisher jedoch nur einmal gesehen habe. „The World’s End“ stellt schließlich den Abschluss dieser ungewöhnlichen Filmreihe dar – und kann es nahezu voll und ganz mit seinen Vorgängern aufnehmen.

Ich muss ja zugeben, dass ich den Film anfangs eigentlich fast lieber ohne die außerirdische Invasion gesehen hätte. Einzig und allein die Kneipentour mit den fünf Jugendfreunden wäre unterhaltsam genug gewesen. Simon Peggs Gary King ist eine großartige Figur, die das Konzept des Film reichlich klischeehaft, aber absolut treffend gespielt, auf die Spitze treibt. Die Zwistigkeiten sind glaubhaft, lustig und die Pub-Atmosphäre trägt so einiges zum Unterhaltungswert des Films bei. Das erste Zusammentreffen mit den Nicht-Robotern wirkt deshalb vielleicht auch umso befremdlicher, doch Edgar Wright wäre nicht Edgar Wright hätte er daraus nicht eine völlig übertriebene Actionszene gezaubert. Herrlich!

Der Epilog des Films ist dann noch einmal so richtig abgefahren – und ich hätte am liebsten eine Fortsetzung gesehen, was natürlich nicht zum Konzept gepasst hätte. Dennoch ist der Abschluss, der mich auch an an „Shaun of the Dead“ erinnert, absolut passend für alle Charaktere. Neben den witzigen Dialogen und der mitreißenden Inszenierung gibt es auch Drama und tragische Elemente, die „The World’s End“ aber genau die richtige Würze geben. Zur endgültigen Qualitätseinordnung müsste ich nun noch einmal „Hot Fuzz“ sehen, doch so oder so ist diese Kneipentour ein famoses Finale der Cornetto-Trilogie: 8/10 Punkte.