Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ am 14. März 2011 und am 12. November 2022 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Als ich das erste Mal von James Camerons neuem Großprojekt namens „Avatar 3D“ hörte, war ich dafür Feuer und Flamme. Jahre sind verstrichen, während denen kaum mehr als knappe Informationsfetzen an die Öffentlichkeit drangen. Ein wenig Technik, der Titel, das Genre. Mehr nicht. Dann kam endlich der Trailer und Enttäuschung machte sich breit. Das soll das lang erwartete Jahrhundertprojekt sein?

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Nach weiteren Trailern und ersten Berichten von den Previews war ich dann aber doch wieder angefixt. Enorm angefixt und demnach umso gespannter auf das finale Produkt. James Cameron hatte mich immerhin noch nie enttäuscht. Nachdem ich für heute noch Karten ergattern konnte – nahezu jede Vorstellung ist ausverkauft – stand einem bombastischen Filmerlebnis nichts mehr im Wege. Nun bin ich mir sicher: Dies ist ein Film, der über die Zukunft des Kinos entscheiden wird. Ein Wegbereiter. Schon jetzt ein Teil der Kinogeschichte.

Wenn man über „Avatar“ redet, dann muss man auf die Technik zu sprechen kommen. Das Offensichtlichste zuerst: Wie kein Film vor ihm nutzt James Camerons Sci-Fi-Epos 3D um eine Geschichte zu erzählen. Dabei bleibt die Kamera angenehm unaufdringlich und gibt den Bildern Tiefe ohne jedoch den Zuschauer mit wilden Effekten zu verschrecken. Sehr angenehm und wunderbar anzusehen. Neben der 3D-Optik überzeugt vor allem die Integration von CGI und Realfilm. Einfach perfekt. Besonders die Na’avi sind so überzeugend, dass mir manchmal beinahe der Atem stockte. Gollum, King Kong und nun die Na’vi. Die Zukunft ist nicht aufzuhalten.

Wirklich wunderbar war Camerons Vision des Planeten Pandora. Eine komplett entwickelte Flora und Fauna, welche vor phantastischem Artenreichtum nur so strotzt. Leuchtende Farben, fremdartige Geräusche und ein unglaubliches Gefühl von Lebendigkeit. Besonders zu beachten ist hier auch das Zusammenspiel von Handlung, Art Design und 3D-Technik. Man fühlt sich wirklich, als wäre man selbst auf Pandora gelandet. Colonel Quaritchs ‚You’re not in Kansas anymore!‘ beschreibt das Gefühl schon sehr gut, auch was die Bedeutung des Films anbelangt.

Über die Geschichte selbst wurde bereits viel geschrieben und besonders viel geschimpft. Ich kann die Kritik an ihr nur bedingt nachvollziehen. Kann man es Cameron verdenken, dass er mit seiner neuen Technik kein Arthouse-Drama inszeniert hat? Oder dass er ein möglichst großes Publikum erreichen wollte? Für mich funktioniert die Geschichte wunderbar. Etwas weniger Schwarz-Weiß-Zeichnung wäre zwar schön gewesen, aber wie gesagt hatte ich auch wirklich kein komplexes Drama erwartet. Wichtiger war für mich, dass man mit den Figuren fühlen kann und demnach war ich umso erfreuter, dass es an emotionalen Szenen nicht mangelt und die Na’avi diese perfekt transportieren.

Nach dem Ende des Films saß ich wie geplättet im Kinosessel. Nicht nur aufgrund der neuen 3D-Technik, sondern vor allem aufgrund des Gesamtpakets. James Cameron hat unglaublich viel in seinen Film gepackt. So viel, dass ich um eine Folgesichtung nicht herumkommen werde. Am liebsten noch einmal in 3D. Keine Frage. Doch ich denke selbst im Heimkino dürfte „Avatar“ aufgrund seiner grandiosen Technik und seiner famos gestalteten Figuren erneut mitreißen. Ein Kinoerlebnis, an das ich mich mein ganzes Leben lang erinnern werde: 9/10 Punkte.

Jumper

Da der geplante Kinobesuch leider ins Wasser gefallen ist, bin ich auf Doug Limans „Jumper“ ausgewichen. Ein Film, der mich aufgrund seiner Prämisse trotz der verhaltenen Kritiken gereizt hat. Ein Fehler?

Wer hat sich noch nie gewünscht alleine durch die Kraft der Gedanken zu reisen? Teleportation. So einfach. Eine wunderbare Ausgangssituation für eine Geschichte. Was man hier hätte abfeuern können. Komplexe Regeln, unzählige Begegnungen und gebrochene Charaktere. Leider jedoch wurde in „Jumper“ allein auf die audiovisuelle Tube gedrückt.

Der Film basiert lose auf dem identisch betitelten Roman von Steven Gould, welcher allerdings deutlich mehr Tiefe besitzen soll. Warum man die offensichtlichen Möglichkeiten in der Verfilmung nun ungenutzt ließ? Wie so oft eine Frage, die wohl nur die Produzenten beantworten könnten. Anscheinend wurde die Geschichte von Beginn an auf eine Trilogie ausgelegt, wovon man – bis auf den dämlichen Cliffhanger – leider nicht sonderlich viel merkt.

Der Film ist kein kompletter Reinfall und bietet über knapp 80 Minuten Laufzeit durchaus gute Unterhaltung. Hayden Christensen bleibt leider völlig blass, nur Jamie Bell bringt etwas Abwechslung in die lahme Geschichte. Was bleibt ist ein nett anzusehendes Actionfeuerwerk mit netter Idee, dem es jedoch an emotionaler Kraft und Handlungstiefe mangelt: 5/10 Punkte.

Bobby (2006)

Gestern Abend habe ich mir Emilio Estevez „Bobby“ angesehen, welcher das Attentat auf Senator Robert F. Kennedy thematisiert. Ein wundervoller Film, der die Stimmung der ausklingenden 60er Jahre gekonnt einfängt und dabei auch heute noch zum Nachdenken anregen kann.

Am auffälligsten an Estevez Film ist wohl das immense Staraufgebot. Alleine die reine Masse an bekannteren Schauspielern ist beeindruckend: Laurence Fishburne, Heather Graham, Anthony Hopkins, Harry Belafonte, Helen Hunt, Joshua Jackson, William H. Macy, Demi Moore, Martin Sheen, Christian Slater, Sharon Stone, Elijah Wood, Shia LaBeouf, Lindsay Lohan und Ashton Kutcher fügen sich – so seltsam das bei diesen doch sehr unterschiedlichen Schauspielern klingen mag – zu einem perfekt harmonierendem Ensemble zusammen.

Auch wenn einige Erzählstränge (z.B. der Drogentrip) nicht so stark sind, wie andere (z.B. in der Küche), so haben diese jedoch durchaus Relevanz für den Film. Anders als Oliver Stone mit „JFK“ geht es Estevez nicht darum den Kriminalfall um Robert F. Kennedys Ermordung aufzurollen, sondern allein darum die emotionalen Auswirkungen auf sein Land zu zeigen. Deshalb machen auch die vielen unterschiedlichen Erzählstränge Sinn, stehen sie doch repräsentativ für eine ganze Nation.

Der einzige Kritikpunkt, den ich habe ist, dass man bei den erzählten Geschichten nicht auf tatsächliche Begebenheiten zurückgegriffen hat. Zeitzeugen sind – wenn man sich das informative Bonusmaterial der DVD ansieht – nämlich noch zu genüge vorhanden. Doch vermutlich wäre hier nicht die Diversität gegeben gewesen, welche man gezielt in die fiktiven Gegebenheiten einbauen konnte. Letztendlich funktioniert der Film auch so tadellos, was auch der geschickten Kombination dokumentarischen Archivmaterials mit Spielszenen zu verdanken ist.

Ich kann „Bobby“ jedem, der sich für das Ende dieser von sozialliberaler Aufbruchsstimmung geprägten politischen Ära interessiert, nur ans Herz legen. Das Zeitgefühl wird perfekt eingefangen und trotz bitterem Ende, schwingt dennoch Hoffnung mit. Ein wirklich schöner Film: 8/10 Punkte.

Der mit dem Wolf tanzt – Langfassung – OT: Dances With Wolves (1990)

Es gibt nur wenige Filme, die einen wirklich mit Haut und Haaren gefangen nehmen. Von denen man sich selbst nach dem Abspann nicht emotional lösen kann. Zu diesen Filmen gehört Kevin Costners „Der mit dem Wolf tanzt“. Gesehen habe ich den Film – in der Langfassung – gestern bestimmt zum dritten Mal und einmal wieder war ich erstaunt über die Wirkung dieses außergewöhnlichen Epos.

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Der Film nimmt sich viel Zeit um seine Charaktere einzuführen. Dadurch lernt man die Hauptfigur John Dunbar (Kevin Costner) wirklich kennen und kann eine emotionale Beziehung zu ihr aufbauen. Ab der Ankunft im verlassenen Fort braucht man als Zuschauer diese starke Identifikation auch, da der Film sonst nicht funktionieren würde. Man lebt sein Leben in der Wildnis. Man lernt mit ihm die neuen Nachbarn kennen und durch ihn tanzt man auch mit dem Wolf.

Begleitet wird die wunderschöne Geschichte von unglaublichen Naturbildern, die in einem fast schon verzauberten Licht erstrahlen. Der Kameramann transportiert den Westen wirklich spürbar ins heimische Wohnzimmer. Umso beeindruckender auf Blu-ray. Dabei ist die Landschaft nie nur schmuckes Beiwerk, sondern hilft stets die Geschichte zu erzählen. Ebenso wichtig und imposant ist John Barrys fantastischer Score, welcher dem Epos durchgehend als emotionaler Anker dient.

Die Annäherung zwischen Dunbar und den Ureinwohnern Amerikas wird sehr behutsam erzählt. Costners Figur geht so offenherzig auf diese ihm fremde Kultur zu, dass man den Mann nur bewundern kann. Trotzdem wirkt der Film durchaus realistisch, da hier nicht glorifiziert wird und die unterschiedlichen ethischen Grundlagen beider Kulturen durchaus kritisch betrachtet werden. Sehr gewinnend finde ich hier die Erzählerstimme, die nicht im Raum schwebt, sondern durch Johns Tagebuch fest im Film verankert ist.

Besonders beeindruckt hat mich in „Der mit dem Wolf tanzt“ vor allem Costners Spiel. Man nimmt ihm die Rolle voll und ganz ab – wenn man dazu noch bedenkt, dass er bei diesem Film für nahezu alles verantwortlich war, kann man nur sagen: Hut ab, Mr. Costner! Es stecken so viele wunderbare Details in dem Film, wie z.B. der titelgebende Wolf als Metapher für die Annäherung mit der Natur, dass man aus dem Entdecken gar nicht mehr heraus kommt.

„Der mit dem Wolf tanzt“ ist ein überwältigendes Filmerlebnis, das emotional zu berühren weiß. Durch die lange Laufzeit erinnert man sich noch während der Film läuft an gewisse vergangene Szenen zurück, was einen noch enger mit den Filmfiguren zusammenschweißt. Ein wahres Epos und einer meiner persönlichen Lieblinge: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Slumdog Millionär – OT: Slumdog Millionaire (2008)

Normalerweise stehe ich typischen Oscar-Abräumern eher skeptisch gegenüber. Danny Boyles „Slumdog Millionär“ übte dennoch eine große Faszination auf mich aus. Vielleicht weil der Film optisch so gar nicht ins typische Schema passt, vielleicht weil ich Indien noch nie als Filmland besucht habe oder vielleicht mich die Einfachheit der Geschichte angesprochen hatte.

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Der Aufhänger – das indische Pendant der TV-Show „Wer wird Millionär?“ – ist nur Mittel zum Zweck, um die Lebensgeschichte des jungen Slumdogs Jamal zu erzählen. Mit seinen 18 Jahren hat er bereits mehr erlebt, als wohl die meisten Menschen während ihres gesamten Lebens. Dass er soweit kommt hat er nur Glück, Zufällen und seinem starken Willen zu verdanken. Im Film heißt das dann Schicksal, welches ihn auch immer wieder seiner großen Liebe über den Weg laufen lässt.

Mit der Verfilmung von „Slumdog Millionär“ hat Danny Boyle wahrlich den Puls der Zeit getroffen. Ein komprimierter Blick auf das Leben in einer der aufstrebendsten Nationen unserer globalisierten Welt. Es ist unglaublich, wie viel Lebendigkeit der Film ausstrahlt. Der Oscar für besten Filmschnitt ist sowas von gerechtfertigt. Ebenso empfand ich den Einsatz moderner digitaler Kameras zum ersten Mal als völlig gerechtfertigt. Man ist wirklich mittendrin. Starke, moderne Bilder, die jedoch nicht verfremded wirken oder unpassend nach Video – das geht an Sie, Mr. Michael Mann! – aussehen. Der Stil unterstützt die Geschichte. Einfach nur klasse!

Abgesehen von der mitreißenden Inszenierung hat mir die Struktur des Films sehr gut gefallen. Sicher bekommt man – wenn man es genau betrachtet – nur eine weitere Liebesgeschichte präsentiert, doch sind die einzelnen Stationen in Jamals Leben so mitreißend erzählt, dass der herzerwärmende Kern niemals kitschig oder aufgesetzt wirkt. Ein tragendes Element sind hier natürlich die famosen Darsteller, welche stets die Rolle ihres Lebens gefunden zu haben scheinen. Grandioses Casting und herausragende Schauspielführung, besonders der unerfahrenen Kinder.

Wie man inzwischen wohl merkt, hat mir „Slumdog Millionär“ unglaublich gut gefallen. Wohl Danny Boyles bester Film seit „Trainspotting“, was als großes Kompliment zu verstehen ist. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Sichtungen. Eine gelungene Überraschung im sonstigen Oscarfilmeinerlei. Großes Kino: 9/10 Punkte.

Renaissance (2006)

Vor einigen Jahren für viel Geld gekauft, stand Christian Volckmans innovativer Sci-Fi-Thriller „Renaissance“ viel zu lange ungesehen im Regal. Heute bekommt man den Film beinahe nachgeworfen, was ich gleich für eine Empfehlung nutzen möchte: Animationsliebhaber und Sci-Fi-Fans, holt euch den Film!

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Bereits die Titelanimation strahlt eine erhabene Eleganz aus. Man sieht sofort, dass man es hier mit einer stilbewussten Produktion zu tun hat. Dann die ersten Bilder. Gewöhnungsbedürftig. Für einen kurzen Moment. Danach fesselnd und wunderschön anzusehen. „Metropolis“ trifft „Blade Runner“ – Altertum die Moderne. Renaissance. Der Stil des Films ist überwältigend und nutzt die Motion Capture-Technik meines Erachtens noch effizienter, als die auf Fotorealismus getrimmten Vertreter dieses Subgenres der Animation, wie Robert Zemeckis „Der Polarexpress“ und „Die Legende von Beowulf“.

Bei aller audiovisueller Wucht darf man natürlich die Geschichte nicht vergessen, welche sich den stilistischen Elementen oftmals unterordnen muss. Zwar ist die durchaus interessant und fesselnd, doch vermag sie nicht das durch den Stil transportierte Gefühl der Innovation weiterzuführen. Man wähnt sich als Zuschauer in einer nur allzu bekannten Welt. Philip K. Dick scheint hinter jeder Ecke zu lauern. Doch das muss ja nichts schlechtes sein. Das Finale kommt zudem unerwartet und weiß auch emotional zu überzeugen.

Für mich ist „Renaissance“ eine kleine, große Entdeckung. Ein wahrer Augenschmaus, dem man das knappe Budget nur ab und an (z.B. Animation der Haare) ansieht. Ein Festmal für Animationsfreunde. Herrlich! Die Geschichte mag versierte Sci-Fi-Fans nicht sonderlich überraschen, bietet aber dennoch gut 100 Minuten fabelhafte Unterhaltung. Sollte man wirklich gesehen haben: 8/10 Punkte.

Hangover – OT: The Hangover

Nach einer 60 Stunden Arbeitswoche hatte ich gestern Abend Abwechslung dringend nötig. Der spontane Kinobesuch von „Hangover“ war letztendlich genau die richtige Entscheidung. Der perfekte Film, um dem grauen Alltag für gut 90 Minuten zu entfliehen.

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Aufgrund teils überschwänglicher Kritiken waren meine Erwartungen durchaus hoch, wenngleich ich vor der Sichtung auch nicht wirklich viel über den Film wusste. Insofern konnte ich relativ vorurteilsfrei nach Las Vegas starten und kann mit gutem Gewissen behaupten, dass es ein absolut lohnenswerter Trip war. So viel Spaß hatte ich schon lang nicht mehr im Kino. Endlich einmal wieder eine Komödie, bei der ich richtig lachen konnte.

Die Prämisse des Films ist zwar nicht sonderlich innovativ, man hat sie aber in diesem Genre noch nicht allzu oft gesehen. Der Gedächtnisverlust unserer Helden führt zu so mancher Überraschung, was oft zu genreüberschreitenden Verwicklungen führt. Hier gewinnt der Film stets an neuer Fahrt und lässt einen als Zuschauer wirklich mitfiebern. Auch nicht unbedingt Standard bei einer Komödie. Mich hat diese Erzählform etwas an die chronologisch oft verzwickten Geschichten aus der Sitcom „How I Met Your Mother“ erinnert.

Auch die wirklich perfekt besetzten Schauspieler tragen ihren großen Teil zum Erfolg des Films bei. Herausragend war besonders Zach Galifianakis. Selten habe ich eine so verpeilte Interpretation eines Charakters gesehen. Den Namen sollte man sich merken. Ansonsten war es mir eine Freude Bradley Cooper (Will Tippin, „ALIAS“) und Ed Helms (Andy Bernard, „The Office“) einmal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Ein Ensemble mit toller komödiantischer Energie.

Todd Phillips‘ Film ist perfekt um einmal einen Abend abzuschalten. Um einfach eine gute Zeit zu haben. Anspruchslos, manchmal fast etwas blöd, doch immer unglaublich witzig. Ein Film um einmal wieder laut im Kino zu lachen zu können. Allein das rechne ich „Hangover“ hoch an. Nicht ernst nehmen und Spaß dabei haben: 8/10 Punkte.

X-Men: Der letzte Widerstand – OT: X-Men: The Last Stand (2006)

Mit Brett Ratners „X-Men: Der letzte Widerstand“ habe ich gestern Abend zum ersten Mal dem Finale der erfolgreichen Superheldentrilogie beigewohnt. Die Erwartungen waren aufgrund mäßiger Kritiken eher gemischter Natur, wodurch ich letztendlich ein durchaus positives Filmerlebnis zu verzeichnen hatte.

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Die Prämisse des Films ist gut gewählt. Der heilende Mutant sowie Phoenix besitzen enormes Potential, um der Geschichte einen epischen Abschluss zu verleihen. Potentielle zwischenmenschliche bzw. -mutantische Konflikte sorgen zudem für den nötigen emotionalen Anker. Hinzu kommen dutzende von neuen Mutanten, die für optische Highlights sowie neue Bedrohungen bzw. Erlösungen sorgen. Folglich alles was ein fulminantes Finale benötigt.

Leider fehlt Brett Ratner das inszenatorische Feingefühl eines Bryan Singer. Lebten „X-Men“ und vor allem „X-Men 2“ hauptsächlich von den ausführlichen Charakterszenen, gehen diese dem bislang letzten Teil beinahe völlig ab. Hier folgt eine Actionszene auf die nächste. Neue Mutanten werden im Fließbandverfahren eingeführt ohne dass sich diese dem Zuschauer als Charaktere offenbaren. Hinzu kommt eine zu sprunghafte Handlung, was den Film leider sehr gehetzt erscheinen lässt.

Insgesamt ist „X-Men 3“ ein durchaus gelungener Abschluss der Reihe, wenngleich er auch nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen kann. Schneller, weiter, höher ist im Kino eben nicht immer eine Erfolgsformel. Auch wenn ich mir sicher bin, dass Singer mehr aus der Geschichte hätte herausholen können, so wurde ich dennoch gut unterhalten. Wenn ich den reinen Unterhaltungswert entsprechend wichte, dann gibt es von mir knappe 7/10 Punkte.

X-Men 2 – OT: X2 (2003)

Als Auftakt zu meinem spontanen Kurzurlaub habe ich mir gestern Abend Bryan Singers Comicverfilmung „X-Men 2“ angesehen. Die letzte Sichtung hatte ich dabei noch sehr gut im Gedächtnis, was auch gut so war, denn mit meiner Konzentration war es gestern wirklich nicht mehr weit her.

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Bei der damaligen Sichtung war ich schwer begeistert von dem Sequel. Mehr Action, mehr Charakterszenen und eine mitreißende Geschichte. Auch gestern hatte ich viel Spaß mit dem Film, wenngleich der gefühlte Vorsprung zum Vorgänger doch deutlich geschrumpft ist. Famos fand ich erneut den Angriff auf den Präsidenten, den Kampf in Xaviars Schule für Hochbegabte sowie das Finale im unterirdischen Labor. Wirklich packend inszeniert.

Nicht so gut gefallen haben mir dieses Mal dagegen die übertriebenen Tornadoszenen im Jet sowie die Selbstaufopferung von Jean Grey, welche jedoch – wenn man den Endmonolog bedenkt – durchaus noch Sinn erlangen könnte. Wirkliche Schwachpunkte gab es allerdings nicht. Zudem hinterlassen die neu eingeführten Figuren – allen voran Nightcrawler – einen zu guten Eindruck, um sich von schwächeren Szenen in den Hintergrund drängen zu lassen.

Mit „X-Men 2“ schuf Bryan Singer ein dem Vorgänger absolut ebenbürtiges Sequel, das die Vorfreude auf den leider nicht mehr von ihm inszenierten dritten Teil schürt. Lauter und charakterstarker Comicspaß: 8/10 Punkte.

X-Men (2000)

Für mich war es gestern wirklich höchste Zeit einmal wieder in die Welt des Films zu entfliehen. Eskapismus in Reinstform. Dazu habe ich mir Bryan Singers „X-Men“ ausgesucht. Diese inzwischen bereits dritte Sichtung der Comicverfilmung förderte wenig Neues zu Tage, brachte dadurch aber exakt das richtige Maß an vertrauter Unterhaltung.

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Mir hat schon immer die verhältnismäßig ruhige Inszenierung der Reihe – zumindest der mir bekannten ersten beiden Teile – gefallen. Trotz großen Action- und Effektszenen ist der Schnitt nicht übermäßig hektisch, es wird sich Zeit für die Charaktere genommen und die Handlung bleibt stets nachvollziehbar. Die Optik ist dabei hochwertig, überdeckt aber die Geschichte nicht, die sie treffend zu unterstützen weiß. Teils könnte man den Eindruck gewinnen, Bryan Singer hätte sich bewusst zurückgehalten.

Durch das bunt zusammengewürfelte Ensemble an Superhelden kommt so schnell keine Langweile auf. Die Fähigkeiten werden gezielt und nicht übertrieben oft eingesetzt, was die Spannung stets aufrecht erhält. Hinzu kommen hochklassige Schauspieler, welche ihren Figuren das nötige Leben einhauchen. Besonders die beiden Kontrapunkte Patrick Stewart (Captain Jean-Luc Picard, „Star Trek: The Next Generation“) und Ian McKellen (Gandalf, „Der Herr der Ringe“) wissen zu gefallen. Desweiteren besitzt Hugh Jackman (Drover, „Australia“) als Wolverine eine enorme Leinwandpräsenz und Anna Paquin (Sookie Stackhouse, „True Blood“) bildet den emotionalen Anker.

Mögliche Kritikpunkte sind für mich eine teils etwas holprige Dramaturgie und die etwas überhastete Einführung der titelgebenden X-Men. Allerdings ist dies mehr ein Gefühl und weniger etwas, das ich an bestimmten Szenen festmachen könnte. Auf jeden Fall hat Bryan Singer mit seinen beiden Beiträgen zur Filmreihe den nötigen Ton sehr gut getroffen, was man von seiner zweiten Comicadaption „Superman Returns“ leider nicht behaupten kann.

Für mich ist „X-Men“ ein äußerst gelungener Auftakt zu dieser erfolgreichen Comicreihe. Ich freue mich nun schon auf den zweiten Teil, den ich bei der letzten Sichtung sogar noch stärker fand als diesen ersten Besuch in der Welt der Mutanten. Eine der wirklich gelungenen Comicverfilmungen: 8/10 Punkte.