Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste – OT: Maze Runner: The Scorch Trials (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ am 18. August 2020 und am 11. Januar 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

An diesem langen Wochenende, an dem alles anders kommt als geplant, habe ich es zumindest auch heute geschafft einen Film zu schauen. Wenn auch mit mehreren Unterbrechungen. Die Wahl fiel auf „Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“, der bereits seit geraumer Zeit ungesehen im Regal stand. Seit meiner Sichtung des ersten Teils „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ habe ich auch die Trilogie fertig gelesen und war somit gespannt, wie Regisseur Wes Ball den zweiten Teil auf die große Leinwand transportiert…

maze-runner-scorch-trials-3

Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste (2015) | © 20th Century Fox

Bereits im Vorfeld habe ich davon gelesen, dass der Film ziemlich von James Dashners Vorlage „Die Auserwählten in der Brandwüste“ abweicht. Dies hat meine Vorfreude nicht gerade gesteigert, speziell da ich auch von den Änderungen des ersten Films im Vergleich zur Vorlage nicht sonderlich begeistert war. Und ja, außer den Figuren, dem Setting und der groben Rahmenhandlung hat „The Scorch Trials“ nicht mehr viel mit dem Roman gemein. Erstaunlicherweise funktioniert der Film dennoch – oder gerade deshalb? – ziemlich gut und ließ auch mich als Buchkenner mitfiebern. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es kaum einen richtigen oder falschen Weg gibt, wenn Romane adaptiert werden. Der Kern der Geschichte muss rüberkommen, alles andere richtet sich wohl nach der Art des Buches und der Vision des Regisseurs.

Im Grunde erzählt auch die Verfilmung eine typische Dystopie, streut ein paar Monster ein, die einmal mehr an Zombies erinnern, und lässt uns an der Reise unserer Helden zum vermeintlich sicheren Hafen teilhaben. Das alles ist flott inszeniert und zu keiner Sekunde langweilig. Speziell möchte ich die Spezialeffekte loben, für die Wes Ball definitiv ein Händchen hat. Obwohl vieles dem Computer entspringt, wirkt die Welt doch echt und dreckig. Auch wenn keine komplett neuen Bilder geschaffen werden, so habe ich mich daran doch nicht satt gesehen. Unser Ensemble wird durch etliche neue Schauspieler ergänzt, so geben unter anderem Aiden Gillen („Game of Thrones“), Giancarlo Esposito („Breaking Bad“) und Alan Tudyk („Firefly“) ihr Stelldichein.

Fazit

Auch wenn die Verfilmung in Teilen stark von ihrer Vorlage abweicht, so hatte ich doch das Gefühl eine würdige Umsetzung zu sehen. Viel Neues gibt es nicht in der Young-Adult-Welt, doch hatte ich damit mehr Spaß als mit dem Finale der „The Hunger Games“-Reihe. Wenn sich auch der dritte Teil seine Eigenständigkeit bewahrt, könnte er mir sogar besser gefallen als der Abschluss der Vorlage. Ich werde auf jeden Fall reinschauen und hoffe auf ebenso gelungene Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Alien vs. Predator – Extended Cut (2004) (WS1)

Während sich meine Familie heute auf der Weihnachtsfeier der Klasse meiner Frau tummelt, hatte ich ganz unverhofft einen freien Nachmittag. Was also fange ich mit meiner Zeit an? Richtig, ich wasche etliche Ladungen Wäsche (das Wochenende ist schließlich mit Weihnachten verplant) und habe die Chance nachmittags einen Film zu sehen. Um mit meiner Sichtung der „Predator“-Reihe weiterzukommen, habe ich „Alien vs. Predator“ in den Player geschoben. An meine erste Sichtung vor inzwischen über 10 Jahren konnte ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Ob dies ein gutes Zeichen war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

avp-ws1

Wenn ich mir meine damalige Besprechung des Films so durchlese, dann kann ich diese auch heute noch 1:1 unterschreiben: Ich mochte nach wie vor die Exposition mit den klischeehaften Charakteren sowie dem langsamen Spannungsaufbau. Auch wenn die Effekte inzwischen in die Jahre gekommen und recht eindeutig als CGI identifizierbar sind, so sorgen sie immer noch für so manch beeindruckendes Bild. Ich mag die Atmosphäre und kann selbst mit der simplen Prämisse des Films leben. Wenn dann jedoch die blauen Blitze über das Bild zucken wird klar, dass hier Paul W. S. Anderson am Werk ist und Erinnerungen an seinen B-Prügler „Mortal Kombat“ werden wach.

Natürlich ist „Alien vs. Predator“ für beide Franchises viel zu geleckt und lässt selbst in der erweiterten Fassung die nötigen Gewaltspitzen vermissen. Dennoch funktioniert der Film und der ausführlich visualisierte Kampf eines Predators gegen ein Alien im Mittelteil ist zweifellos famos anzusehen. Die menschlichen Figuren verkommen dabei zur Staffage und tatsächlich hatte ich das Gefühl sogar zu viel von den beiden nun nicht mehr ganz so mysteriösen außerirdischen Rassen zu sehen. Das Finale passt wiederum zum Franchise und erinnert sehr an „Predator 2“, jedoch auf einem völlig übertriebenen Level.

Insgesamt hat mich dieses Crossover mit den beiden Titanen unter den Filmmonstern erneut ausgezeichnet unterhalten. Es ist – auch wenn viele Kritiker das anders sehen – qualitativ gar nicht so weit weg von „Predators“ entfernt und eben für die Action-Liebhaber unter den Fans. Für mich tatsächlich weit besser als sein Ruf, was ich vom direkten Nachfolger leider nicht behaupten kann. Wie sich dieser wohl in einer Zweitsichtung schlägt? Hierfür gibt es völlig berechtigte: 6/10 Punkte.

Predators (2010) (WS1)

Nach einer unfassbar anstrengenden Woche liegt ein vollgestopftes Wochenende vor mir, bevor es kommende Woche auch wieder so richtig rund geht. Puh. Da ich heute Abend Strohwitwer bin, habe ich mit „Predators“ sogleich für die richtige Art von Entspannung gesorgt. Charaktere und Action wie aus den 80er Jahren, ein völlig sinnbefreites Drehbuch und eines meiner Lieblingsmonster. Ob das reicht, um komplett abzuschalten und den Alltag hinter sich zu lassen?

predators-2010

Zugegebenermaßen wusste ich bereits von meiner Sichtung vor gut fünf Jahren was mich erwartet. Keine Überraschungen also, doch war ich gespannt wie Nimród Antals späte Fortsetzung wirkt, nachdem ich mit „Predator“ und „Predator 2“ die beiden ikonischen Vorgänger nach ganz frisch im Kopf habe. Der Film funktioniert. Sei es John Debneys Score, der es perfekt schafft Alan Silvestris Original fortzuführen oder das Dschungel-Setting, das natürlich sofort an den ersten Teil des Franchises erinnert. Diese Robert-Rodriguez-Produktion atmet den Geist der Vorgänger.

Meine Erinnerungen an den Film waren, was Details angeht, schon ziemlich verblasst und somit war ich überrascht neben Adrien Brody noch Walton Goggins („The Hateful Eight“), Topher Grace („That ’70s Show“) und Laurence Fishburne zu entdecken. Ein wirklich illustrer Cast, der sich durchaus spielfreudig den titelgebenden Predatoren gegenüberstellt. Diese sind natürlich die heimlichen Stars des Films und man bekommt ein paar neue Facetten zu sehen, wenngleich in dieser Hinsicht auch noch einiges mehr möglich gewesen wäre. Neben derber Action und schönen Landschaftsaufnahmen hat der Film dann leider doch nicht mehr so viel zu bieten.

Insgesamt hatte ich erneut sehr viel Spaß mit „Predators“, der eine wirklich gelungene Ergänzung des Franchises darstellt. Da ich mit der Reihe nun durch bin, werde ich mich demnächst wohl noch einmal an die beiden Crossover-Filme „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator: Requiem“ heranwagen. Der Vollständigkeit halber. Wie ich mich kenne, dauert das ohnehin ein paar Jahre und ich kann zuvor hoffentlich Shane Blacks geplanten Reboot „The Predator“ im Kino bestaunen. Lust darauf hätte ich im Moment auf jeden Fall enorm: 7/10 Punkte.

Coma (1978)

Was für ein Urlaub. Die Kinder krank, das Wetter mies und nun hat es auch noch mich erwischt. Dabei hatte ich so große Hoffnungen für diese Woche. Wenigstens ein Plan geht auf: Ich schaue fast jeden Abend einen Film. Heute fiel die Wahl auf Michael Crichtons „Coma“ aus dem Jahr 1978. Ich mag Crichtons Art Geschichten zu erzählen und habe eine Schwäche für Sci-Fi-Thriller aus den 70er Jahren. Wie diese (für mich) Neuentdeckung abschneidet, lest ihr in der folgenden Besprechung…

coma-1

Nach dem Film war ich tatsächlich erstaunt zu lesen, dass es sich bei der Vorlage zu „Coma“ nicht um einen Roman des Autoren und Regisseurs selbst handelt. Die Geschichte um sich häufende Fälle von plötzlich auftretenden Komas fällt mit ihren leichten Sci-Fi-Anleihen und dem medizinischen Setting voll und ganz in sein Beuteschema. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Crichton aus der Prämisse einen geradlinigen Thriller strickt, der vor allem durch seine – von Geneviève Bujold sehr mitreißend gespielt – Heldin überzeugen kann.

In manchen Szenen wirkt „Coma“ auch heute noch höchst aktuell und frisch, andere dagegen können die beinahe 40 Jahre seit dem Dreh nicht verbergen. Letzteres macht aber auch den Charme des Thrillers aus, der heute bestimmt viel atemloser inszeniert worden wäre. Ich mochte die ruhigen Szenen zwischen den Charakteren und auch die große Enthüllung im Jefferson Institut weiß heute noch zu beeindrucken. Leider jedoch bleibt inhaltlich zu viel auf der Strecke und ich hätte mir ein wenig mehr als nur eine spannende Detektivgeschichte im medizinischen Umfeld gewünscht.

Mich hat „Coma“ wirklich gut unterhalten, was speziell am gelungenen Zusammenspiel von Geneviève Bujold und Michael Douglas lag. Auch war es unterhaltsam damals noch unbekannte Schauspieler wie Ed Harris oder Tom Selleck in unbedeutenden Nebenrollen zu entdecken. Inhaltlich ist der Film auch heute noch aktuell und mitreißend, jedoch sollte man sich auch nicht zu viel von der doch eher simplen Thriller-Handlung erwarten: 7/10 Punkte.

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2 – OT: The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“ am 9. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einem extrem ruhigen Samstag habe ich heute Abend mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“ eine der populärsten Filmreihen der letzten Jahre abgeschlossen. Wie bereits bei „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ hat man sich in Hollywood auch bei diesem Finale für eine Zweiteilung entschieden. Ob dies der Geschichte letztendlich zugute kommt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

mockingjay-part-2

Das Teil 2 im Titel sollte man wirklich ernst nehmen, denn es gibt keinen Prolog oder eine Aufarbeitung der Geschehnisse des ersten Teils. Man wird direkt in die Handlung hineingeworfen, die auch nahtlos an den Vorgänger anschließt. Hier fühlte ich mich eher an eine weitere Episode einer TV-Serie als an einen für sich stehenden Kinofilm erinnert – und für sich alleine steht „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ auch wirklich nicht. Schadet das der Geschichte oder wirken die Handlungselemente zu sehr ausgewalzt? Nein. Und dennoch fühlt sich diese Struktur für einen Film falsch an. Vermutlich ist das aber auch ein Zugeständnis an die Popularität des seriellen Erzählens, wie wir es in den letzten Jahren kennengelernt haben.

Wie bereits die vorangegangenen Teile ist auch die Verfilmung der zweiten Hälfte von „Die Tribute von Panem: Flammender Zorn“ eine detailgetreue Bebilderung der Geschehnisse der Vorlage. Manche Bilder hätten 1:1 aus meiner Vorstellung stammen können. Ich mochte die Actionszenen und auch die ruhigen Charaktermomente, die es in einem einzigen Film wohl nicht in dieser Fülle gegeben hätte. Dennoch lässt mich der Abschluss der „The Hunger Games“-Reihe ein wenig unbefriedigt zurück, wirkt das Finale doch weniger emotional als ich es aus der Buchvorlage in Erinnerung hatte. Wenn man die Filme tatsächlich getrennt betrachten will, ist es für mich aktuell der schwächste Teil des Franchises:

  1. „Die Tribute von Panem: Catching Fire“
  2. „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“
  3. „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“
  4. „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“

Letztendlich dürfte man als Kenner der Vorlage, so man an ihr denn gefallen gefunden hat, auf jeden Fall auch Spaß mit dieser Verfilmung haben. Neuerungen, oder eine Wirkung über die Genre-Grenzen hinaus, sollte man aber nicht erwarten. Ich habe mich über den runden Abschluss gefreut und werde irgendwann bestimmt noch einmal zur gesamten Reihe zurückkehren, auch weil mir die ersten Teile deutlich stärker im Gedächtnis geblieben sind: 7/10 Punkte.

Predator 2 (1990)

Ich kann nicht sagen, wann ich das letzte Mal dazu gekommen bin, mir nachmittags einen Film anzuschauen. Heute jedoch standen alle Zeichen perfekt: Der Zwergofant war mit seiner Patin Minigolf spielen und das Zappelinchen mit der Mama einkaufen. Und der Papa? Der hat den sonnigen Samstag mit „Predator 2“ im schwülen Los Angeles des Jahres 1997 verbracht. Statt Arnie gab es dieses Mal Danny Glover, doch das titelgebende Monster war immer noch übel gelaunt…

predator-part-2

Zu behaupten ich hätte mich nur noch lückenhaft an die Handlung des Films erinnern können, wäre eine riesengroße Untertreibung gewesen. Tatsächlich waren mir nur noch die ersten 20 Minuten und das Finale ab dem Badezimmer im Gedächtnis. Der Rest des Films war in meinem Kopf wie ausgelöscht. Das mag an den verstümmelten Schnittfassungen von früher liegen, aber bestimmt auch daran, dass „Predator 2“ durchaus seine Längen hat. Nachdem mir John McTiernans erster Teil noch so gut im Gedächtnis war, ist ein qualitativer Abfall nicht zu bestreiten. Doch dieses typische 80er/90er-Jahre-Sequel hat auch seine Stärken.

Aus heutiger Sicht mutet es befremdlich an, wenn einem das Jahr 1997 als nahe Zukunft verkauft wird. Überhaupt mochte ich die überdrehte und hektische Darstellung des Polizeialltags in Los Angeles nicht. Dies hat auch nichts mit dem in den Großstadtdschungel verlagerten Schauplatz zu tun, sondern mit der billig anmutenden 90er-Jahre-Ästhetik und den nutzlosen Subplots: Der Voodoo-Gangster muss ja schon damals lächerlich gewirkt haben. Danny Glover konnte mich dagegen immer noch überzeugen. Er ist zwar kein Arnold Schwarzenegger, doch habe ich ihm die persönliche Fehde mit dem Predator fast noch eher abgenommen. Lustig fand ich es auch einen blutjungen Adam Baldwin (Jayne Cobb, „Serenity“) zu entdecken.

Hat Stephen Hopkins‘ Film in den ersten zwei Dritteln so seine Schwächen, überzeugt das große Finale beinahe auf ganzer Linie. Der erste Showdown in der Schlachterei besitzt tolle Bilder und eine dichte Atmosphäre, die Verfolgungsjagd durch das Wohngebäude ist mitreißend inszeniert und das Finale im Raumschiff enthält wichtige Szenen für die Mythologie des Franchises. Wenn man sich durch die aus heutiger Sicht ein wenig befremdlich wirkende erste Hälfte gekämpft hat, wird man mit einem wirklich unterhaltsamen Abschluss belohnt. Nicht der beste Film der Reihe, doch man kann ihm einen gewissen Kultstatus nicht absprechen: 7/10 Punkte.

Predator (1987)

In letzter Zeit ist mein Filmkonsum auf ein Minimum geschrumpft. Darf ich mich überhaupt noch als Filmblogger bezeichnen? Speziell die Filme, die mir am Herzen liegen werden kaum noch thematisiert, da es zu viel Neues nachzuholen gilt. Man hat es schon nicht leicht in dieser Zeit des medialen Überflusses. Heute jedoch habe ich die Gelegenheit eines Babysitting-Einsatzes meiner besseren Hälfte genutzt, um mit „Predator“ einmal wieder in mein liebstes Filmjahrzehnt zurückzukehren – begleitet mich nun also bei meinem Ausflug in die 80er, wo Männer noch Männer waren und Oneliner-Geschichte geschrieben wurde: ‚I ain’t got time to bleed.‘

predator-1987

Auch wenn es sich vielleicht so liest, war „Predator“ nie mein Lieblingsfilm. Er rangierte auch nie unter meinen meistgesehenen Filmen der 80er, doch er ist mit Sicherheit einer der Filme, um den sich die meisten Legenden gerankt haben: Lange Zeit stand John McTiernans Action-Klassiker auf dem Index und selbst in der Videothek gab es damals nur verstümmelte Schnittfassungen auszuleihen. Dennoch hat der Film öfter mal den Weg in den VHS-Rekorder gefunden – und sei es nur die komplett gekürzte Aufnahme einer nächtlichen TV-Ausstrahlung gewesen. Es sollte bis zur DVD-Veröffentlichung der indizierten Fassung dauern, bis ich das Schwarzenegger-Vehikel zum ersten Mal ungeschnitten erleben durfte. Inzwischen ist die Indizierung aufgehoben und man kann die ungeschnittene FSK-16-Fassung in jedem Kaufhaus oder online ohne Probleme erwerben. Die Zeit der Legenden ist vorbei.

Selbst nach all den Jahren hatte ich mich heute sofort wieder heimisch im Dschungel Mittelamerikas gefühlt. Der Auftritt der Macho-Einheit unter Führung von Arnold Schwarzeneggers Dutch mutet heute anachronistischer denn je an – und doch funktioniert der Film nach wie vor. Ernst nehmen konnte man die Charaktere schon damals nicht und heute grenzt der Militärteil fast schon an eine Parodie, was durch die famosen Oneliner natürlich noch unterstützt wird. Ein Zeitdokument der 80er, das enorm viel Spaß macht und spätestens mit verstärktem Auftreten des titelgebenden Monsters, das es nicht umsonst unter meine fünf gruseligsten Film- und Serienmonster geschafft hat, zur Höchstform aufläuft: Der finale Zweikampf ist der Höhepunkt des Films und spätestens wenn der Predator seine Maske fallen lässt, gewinnt der Film auch alle Creature-Freunde für sich. Zwar kein „Alien“, aber dennoch sehr imposant.

Aktuell wird ja an einem Reboot des Franchises gearbeitet, auf das ich mich tatsächlich freue. Selbst dem 2010er Versuch „Predators“ konnte ich einiges abgewinnen und auch „Alien vs. Predator“ hatte so seine Momente, was man vom zweiten Teil leider nicht behaupten konnte. Ich habe nun wieder richtig Lust auf dieses Filmmonster bekommen und werde hoffentlich bald die Gelegenheit bekommen, auch der direkten Fortsetzung einmal wieder einen Besuch abzustatten: 9/10 Punkte.

Der Marsianer: Rettet Mark Watney – OT: The Martian (2015)

Heute habe ich endlich den Film gesehen, auf dessen Sichtung ich schon seit einer halben Ewigkeit warte. Zuerst wollte ich den Roman lesen und dann eigentlich auf die Extended Edition warten – nun hatte Amazon die Kinofassung für 99 Cent in der Online-Ausleihe. Da bin ich doch schwach geworden und habe mir „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ angesehen, jedoch nicht ohne vorher zu überprüfen, ob er auch im Original-Bildformat gestreamt wird. Wird er tatsächlich – und somit gab es für mich kein Halten mehr…

the-martian-2015

Ridley Scott kann den Weltraum einfach unglaublich gut inszenieren. Schon bei der ersten Einstellung musste ich an seinen Klassiker „Alien“ denken, was vielleicht auch daran liegt, dass Harry Gregson-Williams‘ Score in gewissen Passagen durchaus an seine Vertonung von „Prometheus“ erinnert, der wiederum eindeutig von Jerry Goldsmiths archetypischen Klängen zu „Alien“ inspiriert ist. Der Kreis schließt sich somit klanglich und auch die Bilder wissen zu imponieren. Ridley Scott hat es nicht verlernt und somit freue ich mich umso mehr auf „Alien: Covenant“, doch ich schweife ab. Nun also zurück zu „The Martian“ und Mark Watney…

Als Kenner der Vorlage gab es für mich nur wenige Überraschungen. Ja, teils fehlen Passagen, die ich gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte (speziell im letzten Drittel) und so manche kleinere Änderung gab es auch im Handlungsverlauf – insgesamt jedoch ist die Adaption von Andy Weirs Roman durchaus werkgetreu. Speziell die Atmosphäre auf dem Roten Planeten und Mark Watneys Charakter sind perfekt getroffen. Matt Damon trägt den Film über weite Strecken völlig allein und verschmilzt gekonnt mit Watney. Auch auf der Erde schaffen es die Darsteller ihren Figuren Leben einzuhauchen, wenngleich der Fokus, wie bereits im Roman, eindeutig auf den Mars-Szenen liegt.

Insgesamt kann ich nicht wirklich viel an „Der Marsianer“ kritisieren, außer dass er mir mit seiner Laufzeit von über 2 Stunden trotzdem zu kurz war. Zu gerne hätte ich den Zusammenbruch der Kommunikation gesehen oder Watneys Probleme mit den Solarzellen auf seiner Fahrt zum Schiaparelli-Krater. Dagegen wurden die Logbuch-Einträge wunderbar umgesetzt und fügen sich perfekt in den restlichen Film ein. Man darf als Kenner des Buches jedoch nicht erwarten, dass die wissenschaftlichen Hintergründe hier ebenso detailliert erläutert werden. Für mich gab es dennoch so manchen Aha-Effekt, da ich mich noch an die Gründe für so manche Entscheidung Watneys erinnern konnte. Ein Mehrwert für Leser. Auch mal schön.

Beim Schauen des Films ist mir – noch deutlicher als bei der Vorlage – aufgefallen, dass es keinen Antagonisten gibt. Alle arbeiten ohne versteckte Agenda daran, Watney nach Hause zu holen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und ist für das heutige Kino schon eher außergewöhnlich. Insgesamt bin ich also wirklich begeistert und kann mir hier – im Gegensatz zu „The Last Days on Mars“ – durchaus vorstellen, noch einmal auf den Roten Planeten zurückzukehren. Dann am liebsten im Extended Cut, für den ich mir gerne noch den fehlenden Punkt aufspare, um endgültig zur famosen Vorlage aufzuschließen: 8/10 Punkte.

The Last Days on Mars (2013)

Da ich nun endlich „Der Marsianer“ fertig gelesen habe, hatte ich nun Lust auf die Verfilmung. Aber mir gab es zu wenig Zombies in der Geschichte und somit habe ich mich für „The Last Days on Mars“ entschieden. Mars und Zombies. Das hat doch schließlich schon 2001 bei John Carpenters „Ghosts of Mars“, ähm, exzellent funktioniert – oder sollte mich meine Erinnerung da etwa täuschen?

last-days-on-mars-2

Ich mag Sci-Fi-Horror und bin immer auf der Suche nach neuen Werken dieses Genres. So hat es auch „The Last Days on Mars“ auf meine Liste geschafft. Nachdem mich vor ein paar Jahren „Pandorum“ äußerst positiv überraschte und „Event Horizon“ nun auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat, war es doch höchste Zeit für gepflegten Grusel dort, wo dich niemand schreien hört. Wenn bekannte Horror-Figuren in einem neuen Setting (sprich fremden Planeten oder dem Weltraum) auftreten, dann ist immer Vorsicht geboten: Werke wie „Hellraiser IV: Bloodline“ oder „Jason X“ mögen Unterhaltungswert bieten, doch sind diese klar in der B-Movie-Ecke verankert. Auch The Asylum hätte die Prämisse unter „The Martian Zombie Chronicles“ verfilmen können. Doch dieser Film nimmt sich und seine Geschichte tatsächlich ernst.

„The Last Days on Mars“ ist atmosphärisch, ansprechend gefilmt und mit durchaus brauchbaren Schauspielern (u.a. Liev Schreiber) besetzt. Selbst die Zombies wirken angenehm realistisch und aufgrund des klaustrophobischen Settings bedrohlicher als in anderen Filmen oder Serien dieses Genres. Ein voller Erfolg also? Leider nicht, denn die Geschichte ist so unglaublich konventionell erzählt, dass es zu keinerlei Überraschungen kommt. Alles, aber auch wirklich alles wurde bereits unzählige Male besser erzählt. Die Charaktere bleiben zudem selbst für einen Horrorfilm frustrierend blass und irgendwann hat sich auch das Setting abgenutzt.

Letztendlich konnte mich „The Last Days on Mars“ nach dem vielversprechenden Start nicht überzeugen. Nette Bilder und durchaus spannende Szenen können nicht über ein viel zu formelhaftes Drehbuch und nichtssagende Entwicklungen hinwegtäuschen. Selbst das Finale ist an Beliebigkeit kaum zu überbieten. Aufgrund des fremdartigen Settings und der durchaus packenden Inszenierung, schafft es der Film gerade noch so in die Mittelmäßigkeit: 5/10 Punkte.

Terminator: Genisys – OT: Terminator Genisys (2015)

Ein äußerst nerviger Tag liegt hinter mir. Wann habe ich eigentlich damit aufgehört, Brückentage für spaßige Dinge zu nutzen? Dafür nimmt man sich doch eigentlich frei. Nach einem Tag in diversen Baumärkten, beim Reklamieren und Umtaschen, wollte ich zumindest meine Abendunterhaltung mit „Terminator: Genisys“ sichern. Auch wenn meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren, hoffte ich doch zumindest auf gewisse nostalgische Momente – und diese sollten sich tatsächlich auch einstellen…

terminator-genisys

Schon als ich den Trailer im Kino sah, wusste ich: Das wird nichts. Ein gealterter Terminator, viel zu viel schlechtes CGI und gewollt lustige Sprüche. Ach, Hollywood, was soll denn das nun wieder? Nach etlichen gemischten Kritiken wurde ich dann doch neugierig, zumal der Regisseur des Films auch großer Fan des Franchises sein soll und somit zumindest Fan-Service garantiert sein dürfte. Und tatsächlich wirkt „Terminator: Genisys“ über weite Strecken wie Fan-Fiction – nur eben mit Millionen-Budget. Der große finanzielle Erfolg blieb aus und somit sehen wir uns bereits zum zweiten Mal dem Fragment einer geplanten Trilogie gegenüber.

Am Anfang des Films wird viel erklärt. Viel zu viel. Dabei mochte ich es sehr, die Zukunft zu sehen, in der die Maschinen an der Macht sind. Aber das ist nur von kurzer Dauer, denn das Blatt wendet sich zu schnell und schon findet man sich im nur allzu bekannten Setting wieder. Den Kniff mit den zwei Arnies (alt gegen jung) fand ich dabei nett und gut gelöst. Allerdings wurde das Pulver damit bereits in der ersten halben Stunde verschossen – und danach geht es leider auch bergab. Es gibt weitere Zeitsprünge und seltsame Entwicklungen, die zwar alle irgendwie unterhaltsam anzusehen waren, doch eben auch so vollkommen belanglos sind, dass sich dieser fünfte Teil des Franchises in kein Gedächtnis spielen wird.

Was die Besetzung angeht, so funktioniert Arnie als gealterter Terminator tatsächlich erstaunlich gut. Zumindest solange es das schwache Drehbuch zulässt. Auch Emilia Clarke (Daenerys Targaryen, „Game of Thrones“) als Sarah Connor weiß zu überzeugen und hat so einiges zu tun, gegen die Fehlbesetzung ihres Mitstreiters und potenziellen Love-Interests Kyle Reese (der wie immer völlig blasse Jai Courtney) anzuspielen. Jason Clarke sehe ich ja normalerweise wirklich gerne, doch funktioniert er als John Connor einfach nicht. Vielleicht liegt das aber auch an der selten dämlichen Idee aus ihm den Bösewicht zu machen. Auch wenn „Terminator: Genisys“ damit das qualitative Schlusslicht der Filmreihe bildet, hatte ich doch Spaß mit dem Film:

  1. „The Terminator“ (1984)
  2. „Terminator 2: Judgment Day“ (1991)
  3. „Terminator 3: Rise of the Machines“ (2003)
  4. „Terminator Salvation“ (2009)
  5. „Terminator Genysis“ (2015) 

Insgesamt bekommt man mit dieser Reboot/Relaunch-Mutation wohl ziemlich genau das, was man erwarten konnte. So ähnlich wie bereits in „Jurassic World“ wird hier zu sehr auf Nostalgie gesetzt, ohne jedoch Verständnis für die Klassiker zu zeigen. Leider ist die Handlung größtenteils zu hanebüchen und die Action biedert sich an den CGI-Overkill der letzten Jahre an. Nichts Halbes und nichts Ganzes – und somit ein ziemlich unnötiger und bestenfalls durchschnittlicher Unterhaltungsfilm: 5/10 Punkte.