Die Tiefseetaucher – OT: The Life Aquatic with Steve Zissou (2004)

Bei manchen Filmen fragt man sich unweigerlich, wie sie es schaffen auf die große Leinwand zu kommen. Zu diesen gehört Wes Andersons „Die Tiefseetaucher“ – und das meine ich absolut positiv! Ein Film über einen schrulligen Ozeanographen, der den Jaguar-Hai sucht, welcher seinen besten Freund gefressen hat? Ein Film über eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung? Ein Film mit Piraten? Dem Look von 70er Jahre Dokus? Mit surrealen Stop-Motion-Meereswesen? Dazu noch R-Rated und mit einem Soundtrack, der vornehmlich aus portugisischen Coverversionen diverser David Bowie-Hits besteht? Wer auch immer das produziert hat, beweist Mut und gibt mir den Glauben an die Filmindustrie zurück.

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Es ist anfangs zugegebenermaßen nicht einfach sich in den Film einzufinden. Ich wusste wirklich nicht, ob ich gerade den größten Schwachsinn vor mir habe, der je gedreht wurde oder ein Meisterwerk unglaublichen Einfallsreichtums. Glücklicherweise habe ich den Film letztendlich als Letztgenanntes wahrgenommen. Ich bin mir jedoch sicher, dass es da draußen unzählige Zuschauer gibt, die absolut nichts mit diesem skurrilen Humor, den verschrobenen Charakteren, den kulissenhaften Sets sowie der Geschichte an sich anfangen können – und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Ein klarer Fall von lieben oder hassen.

Deutliches Vorbild für den Film war Jacques-Yves Cousteau, dessen Lebensgeschichte eindeutig das Grundgerüst für die Hauptfigur Steve Zissou bildet. Samt roter Wollmütze und allem was dazu gehört. Man könnte Wes Anderson nun unterstellen eine reine Parodie abgeliefert zu haben. Allerdings könnte nichts ferner von der Wahrheit entfernt sein. Die Charaktere sind komplett eigenständig und handeln – innerhalb der Grenzen ihres Universums – absolut glaubwürdig und ernsthaft. Die Gefühle sind echt und der reichliche Humor ist – wenngleich ich auch ein paarmal laut lachen musste – eher leise und hintergründig.

Grandios ist natürlich das Ensemble. Allen voran Bill Murray, dem man den verrückten Meeresforscher sofort abkauft. Auch Owen Wilson hat mich sehr positiv überrascht. Eine ganz andere Rolle für ihn. Cate Blanchett überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie und Willem Dafoe hat als das deutsche Besatzungsmitglied namens Klaus Daimler die meisten Lacher auf seiner Seite. Von Jeff Goldblum, Anjelica Huston, Michael Gambon etc. will ich gar nicht erst angfangen. Neben der Besetzung sticht vor allem das fantastische Produktionsdesign hervor. Ungewöhnlich, doch perfekt zum Inhalt des Films passend.

„Die Tiefseetaucher“ ist kein Film für jeden Zuschauertyp. Ich könnte nicht einmal sagen für welchen. Man sollte offen für außergewöhnliche Ideen sein und sich leicht in fremde Welten einfinden können. Wenn man zudem noch in der richtigen Stimmung ist und der richtige Nerv getroffen wird, dann erlebt man mit Steve Zissou ein wahrlich fantastisches Abenteuer: 9/10 Punkte.

Timeline (2003)

Da mir die momentane Arbeit als Freelancer einmal wieder einen spontanen freien Tag beschert hat, habe ich die Zeit genutzt und mir die Verfilmung von Michael Crichtons „Timeline“ angesehen. Es ist durchaus interessant so zeitnah zum Lesen des Romans dessen Leinwandadaption hinterher zuschieben. Bei aktuelleren Werken muss man zunächst auf die Produktion des Films warten und hat demnach bereits etwas Abstand zur Vorlage gewonnen. Hierbei konnte ich nun den direkten Vergleich anstellen.

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Die Geschichte wurde nahezu 1:1 übernommen. Weggefallen sind – wie zu erwarten – die pseudowissenschaftlichen Details, sowie etliche Szenen, die nicht zwangsweise dem Weiterkommen der Geschichte dienen. Die Figurenkonstellation wurde soweit beibehalten, doch wurden einige Nebenrollen erheblich verändert. Alles Punkte, die ich erwartet hatte, da man ein gut 600 Seiten starkes Buch anders nicht auf Spielfilmlänge reduzieren kann. Die Änderungen machen – in Bezug auf die Restriktionen einer Adaption – größtenteils auch Sinn, wenngleich sich häufig die Grenzen der Machbarkeit (in Bezug auf die Kompression der Geschichte) zeigen.

Die Mittelalterszenen funktionieren an sich tadellos. Hier war in der Vorlage sowieso viel Füllmaterial enthalten, wodurch sich die Kürzungen am wenigsten bemerkbar machen. Schade finde ich das Wegfallen einiger meiner Lieblingsszenen (Turnier, Flucht aus der Mühle etc.) sowie das Fehlen der eruptiven Gewalt. Crichtons Buch strotzte nur so vor der grausamen Realität dieser dunklen Zeit. In Richard Donners Version bleibt davon leider nicht viel übrig. PG-13 sein dank. Doch auch dies war bei solch einer großen Hollywood-Produktion nicht anders zu erwarten.

In der Gegenwart gibt es mehr narrative Mängel zu beobachten: Durch den Wegfall der pseudowissenschaftlichen Basis verkommen die Szenen rein zu schmückendem Beiwerk. Zwar müssen diese – aufgrund der Nähe zur Vorlage – irgendwie gezeigt werden, doch Sinn ist nicht mehr groß zu erkennen. Eigentlich schade, da mir dieser Teil der Geschichte im Roman recht gut gefallen hat.

Insgesamt kann man „Timeline“ als durchaus gelungene Adaption bezeichnen. Die grundlegende Atmosphäre bleibt erhalten, die Charaktere sind ähnlich gezeichnet wie in der Vorlage und die Inszenierung macht wirklich Spaß. Durch die Einschränkungen kommt der Film allerdings nicht wirklich an das gute Buch heran. Was unter dem Strich bleibt sind zwei unterhaltsame Stunden im 14. Jahrhundert. Wie die Vorlage kein Meisterwerk, aber auf jeden Fall gut konsumierbar: 7/10 Punkte.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens – OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ am 13. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach der kürzlichen Sichtung des ersten Teils, habe ich mich heute an „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ gemacht. Aufgrund der verstümmelten deutschen Schnittfassung habe ich – bis zum Erhalt der schweizer Version – weitgehend auf den Film verzichtet, was die Abnutzungserscheinungen um einiges geringer hält, als beim Vorgänger.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Chris Columbus zweiter – und letzter – Beitrag zur Reihe hat es meiner Meinung nach leichter, als die folgenden Verfilmungen: Die Vorlage ist relativ kompakt und bietet genug Stoff für eine gelungene filmische Umsetzung. Ganz im Stil des Vorgängers zaubert Columbus auch erneut eine recht werktreue Adaption auf die Leinwand. Durch die dichtere und erwachsenere Handlung hat der Film – trotz seiner Lauflänge – deutlich mehr Tempo, als der erste Teil, der mit Schwächen im Handlungsablauf zu kämpfen hatte.

Lange ist mir „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ als unbedeutendes Abenteuer im Gesamtwerk erschienen, doch seit dessen Abschluss weiß ich es besser: Es gibt unzählige Details zu entdecken und selbst Blicke und Gesten können anders interpretiert werden. Wirklich schön. Hier zahlt sich die strikte Werktreue aus, die die Nachfolger etwas vermissen lassen.

Fazit

Für mich ist Chris Columbus zweite Zauberei wohl die – bisher! – gelungenste Adaption der Romane. Sie liefert sich demnach ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Alfonso Cuaróns „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, der andere Stärken besitzt. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Columbus noch einmal auf den Regiestuhl im Potterschen Universum zurückkehren würde: 9/10 Punkte.

Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Sorcerer’s Stone (2001)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Stein der Weisen“ am 29. Mai 2020 und am 6. Dezember 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach dem endgültigen Finale der Abenteuer des Jungmagiers hatte ich noch einmal Lust an den Anfang zurückzukehren. Somit gab es gestern Abend zum wiederholten Male die Verfilmung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Nach der ersten Kinosichtung war ich wirklich begeistert, wie werktreu Chris Columbus den Roman umgesetzt hatte. Nach ein paar weiteren Sichtungen wurde allerdings schnell klar, wie groß die Abnutzungserscheinungen dieses Prologs sind. Gestern jedoch wurde ich wieder wirklich gut unterhalten.

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Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Chris Columbus hat mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ das Buch nahezu 1:1 auf die Leinwand gebracht. Dies war auch noch leicht möglich, da der Inhalt sich nahezu auf die Exposition – d.h. Vorstellung der Charaktere und ihrer Welt – beschränkt und demnach einen relativ einfachen und – im Gegensatz zu den Nachfolgern – nur wenig komplexen Inhalt bietet. Diese Szenen, in denen Harry Potter seine Zauberwelt entdeckt, sind meiner Meinung nach auch ganz famos gelungen. Mit unglaublicher Liebe zum Detail ausgestattet und und mit viel Verspieltheit inszeniert.

Der zweite Teil – die Geschichte um den Stein der Weisen – wirkt dann etwas sehr konstruiert und gehetzt. Die Aufgaben gegen Ende sind zwar nett anzuschauen, doch ist die Struktur zu geradlinig um auch beim wiederholten Anschauen eine Faszination auf mich auszuüben. Allerdings wirkte dieser Teil auch in der Vorlage noch etwas unausgegoren. Den Vorwurf – wenn man es überhaupt so nennen mag – möchte ich hier auch nicht Chris Columbus machen, der meiner Meinung nach eine vorbildliche Adaption geschaffen hat, sondern eher dem nicht ganz ausgereiften Drehbuch.

Als Einstieg in die Welt des Harry Potter ist der erste Teil der Filmreihe auf jeden Fall gelungen. Die liebevolle Inszenierung zieht den geneigten Zuschauer in die Welt und bereitet ihn darauf vor, was noch kommen mag. Schwächen in der Struktur der Geschichte und teils unausgereifte VFX trüben den Spaß nur bedingt. Ein durchaus netter Anfang: 7/10 Punkte.

Superman Returns (2006)

Superman. Der Mann aus Stahl. Als Kind fand ich Richard Donners Version grandios. Später habe ich ganz gern in die Soap-Version „Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark“ reingeschaut, um dann erst wieder durch Jerry Seinfeld auf den Helden meiner Kindheit zu treffen. Gestern habe ich nun endlich Bryan Singers „Superman Returns“ gesehen, dessen zwei „X-MEN“-Teile mir als sehr gelungene Superheldenfilme in guter Erinnerung sind.

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Die Opening-Titles erscheinen, unterlegt mit John Williams genialem Original-Score der 1978er Version. Ein audiovisueller Rausch, der den Zuschauer von Supermans zerstörter Heimatwelt Krypton direkt zur Erde befördert. Wahrlich famos! Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings noch nicht bewusst, dass ich mit diesem äußerst gelungenen Einstieg bereits den besten Teil des Films hinter mir hatte.

„Superman Returns“ setzt mit seiner Geschichte nach dem zweiten Teil aus dem Jahre 1980 an. Es liegen folglich 26 Jahre zwischen beiden Filmen und der Zuschauer wird ziemlich unvorbereitet in die Geschichte geworfen. Ich hasse es ja schon bei Serien, wenn keine Zusammenfassung der vorhergehenden Folgen vorangestellt wird – und da liegt dann meist nur eine Woche zwischen den Geschehnissen. Ich hatte folglich erst einmal mit der Orientierung zu kämpfen. Glücklicherweise bzw. leider war die Geschichte im weiteren Verlauf dann so einfach gehalten, dass man nach der anfänglichen Verwirrung der Handlung im Schlaf hätte folgen können.

Ein weiteres Problem hat Bryan Singer mit der Stimmung des Films. Einerseits hat er aus Lois Lane eine sehr moderne Frau gemacht und Superman fast schon zur tragischen Figur aufgebaut. Philosophisch angehauchte Fragestellungen à la ‚Warum benötigt die Welt Superman?‘ täuschen zudem Tiefe in der episch angelegten Geschichte vor. Auf der anderen Seite haben wir mit Lex Luthor und Co. typische Klischeebösewichte, die den 80er Jahre Filmen entsprungen scheinen. Schablonenhaft. Überzogen. Theatralisch. Genauso wie die seltsam platten Weltherrschaftspläne. Da gibt es keine Kniffe, das ist flacheste Erzählkunst – und das mag so überhaupt nicht zu den auf modern getrimmten Figuren passen.

Neben der seltsam zerfahren wirkenden Grundstimmung kann der Film auch dramaturgisch nicht überzeugen. Es gibt einige schöne Momente, doch der Spannungsaufbau mag nicht so richtig funktionieren. Letztendlich hat mich das Geschehen seltsam kalt gelassen. Es hat einfach der Charme der früheren Filme gefehlt. Ich denke eine wirkliche Modernisierung, wie sie Christopher Nolan mit „Batman Begins“ erfolgreich durchgeführt hat, wäre ein weitaus gelungenerer Ansatz gewesen.

Überzeugen kann der Film dagegen mit seiner Optik. Es sieht schon unglaublich gut aus, wenn Superman durch die Wolken bricht oder ein Flugzeug vor dem Absturz rettet. In solchen Szenen funktionert der Film auch wirklich gut. Es schimmert eine gewisse Selbstironie durch und der Score von John Williams bläst einfach alle Zweifel hinfort: Dort fliegt Superman. Doch sobald sich die Geschichte wieder auf die Dreiecksbeziehung oder Lex Luthor und seinen tollen Plan konzentriert, bricht der Film unweigerlich ein. Schade.

Bryan Singer ist ein fähiger Regisseur, der meiner Meinung nach den falschen Ansatz zur Wiederbelebung von Superman gewählt hat. Das Resultat ist nun leider sehr durchwachsen und auch der großartige audiovisuelle Eindruck kann nicht über die offensichtlichen Schwächen in Handlung und Atmosphäre hinwegtäuschen: 6/10 Punkte.

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Orden des Phönix“ am 18. Juli 2007 und am 27. Dezember 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich es auch endlich ins Kino geschafft, um die – zumindest unter Fans – kontrovers diskutierte Verfilmung von „Harry Potter und der Orden des Phönix“ zu sehen. Nach der Sichtung kann ich den hohen Diskussionsbedarf nun zumindest teilweise verstehen, wenngleich ich mich doch etwas wundern muss, warum die vorhergehenden Filme meist anstandslos akzeptiert wurden.

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Für mich ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ – neben dem ersten Teil, der allerdings auch nur eine Einführung in diese Welt war – der bisher schwächste Roman der Reihe. Zu viele Subplots, die auch um einiges knackiger erzählt hätten werden können, zu viel bedeutungsschwangeres Gerede und erst gegen Ende wurde wieder Fahrt aufgenommen. Wahrlich kein schlechtes Buch, aber meiner Meinung nach verbesserungswürdig. Insofern war ich ganz guter Dinge in Bezug auf die Verfilmung, da das Potential für sinnvolle Kürzungen durchaus vorhanden war.

Nach dem Film kann ich nun sagen: Sehr gelungen. Atmosphärisch dicht, toll inszeniert und visuell einfach atemberaubend. Zudem wurde die Balance zwischen heimeligen Hogwarts-Szenen und epischen Actionszenen ziemlich gut gehalten. Meiner Meinung nach wurde – wie bereits bei „Harry Potter und der Feuerkelch“ – die Essenz der Geschichte auf die Leinwand gebannt und diese funktioniert auch im neuen Medium tadellos.

Ich bin nun ein Film- und Buchliebhaber. Zudem weiß ich, dass beide Medien nicht auf die gleiche Art und Weise Geschichten erzählen können. Dennoch gibt es selbstverständlich gute und schlechte Adaptionen. Viele „Harry Potter“-Fans beklagen sich nun darüber, dass so viel fehlt. Ist auch so. Keine Frage. Doch wie sonst soll man einen ca. 1000-seitigen Roman in knapp zweieinhalb Stunden Film pressen? Kein Studio der Welt würde einen vierstündigen „Harry Potter“ ins Kino bringen – man bedenke alleine die Zielgruppe. Man muss kürzen – und das ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ nicht schlechter oder unbedachter gemacht worden, als in den Vorgängern.

Fazit

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden. Ich wurde grandios unterhalten und mein Gedächtnis wurde wieder etwas aufgefrischt. Wenn ich in die komplexe Geschichte der Vorlage in allen Facetten eintauchen will, lese ich eben das Buch. Wenn ich einen Film sehen will, sehe ich einen Film. Zwei Medien, unterschiedliche Regeln. Eigentlich ganz einfach. Nun vergeht leider wieder erst einmal enorm viel Zeit, bis „Harry Potter und der Halbblutprinz“ auf der Leindwand zu bewundern sein wird. Zeit, die ich mir mit dem aktuellen Roman vertreiben werde: 8/10 Punkte.

Harry Potter und der Feuerkelch – OT: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Feuerkelch“ am 26. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Wieder einmal hinke ich dem derzeit herrschenden „Harry Potter“-Wahn etwas hinterher. So habe ich bis jetzt weder den finalen Roman gelesen, noch den aktuellen Kinofilm gesehen. Zur Einstimmung auf letzteren gönnte ich mir gestern Abend zumindest noch einmal die Verfilmung von „Harry Potter und der Feuerkelch“ – wieder einmal ein äußerst unterhaltsames und positives Filmerlebnis.

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Anfangs konnte ich mit „Harry Potter“ überhaupt nichts anfangen. Schon allein der Hype hat mich davon abgehalten die Bücher anzurühren. Nach der ersten großen Erfolgswelle – irgendwann zwischen Band 2 und 3 – habe ich mich dann doch einmal an den Erstling gewagt. Ich war überrascht vom mitreißenden Schreibstil J. K. Rowlings und wurde schneller in die fantastische Welt der Zauberei hineingezogen, als ich jemals vermutet hätte. Seitdem gehört „Harry Potter“ für mich zur Pflichtlektüre. Spätestens ab Band 3 kann sich die Reihe sowieso nicht mehr den Vorwurf machen lassen, weichgespülte Kinderfantasy zu sein. Ich war auf jeden Fall erstaunt und hocherfreut, wie erwachsen die Geschichte geworden ist. Das gleiche gilt uneingeschränkt für die Filmreihe.

Die ersten beiden Teile waren deutlich kindlicher und harmloser inszeniert als ihre Nachfolger, wenngleich – besonders in Teil 2 – auch kein Halt vor Grausamkeiten gemacht wurde. Beide Teile haben grandios die Atmosphäre der Bücher eingefangen und konnten mich ausgezeichnet unterhalten. Mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ wurde die Filmreihe schließlich erwachsen und Regisseur Alfonso Cuarón („Children of Men“) hat einen eigenen Stil eingeführt, der zwar etwas mehr von der Buchvorlage abgewichen ist, aber deutlich besser zum Medium Film gepasst hat. Mike Newells („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) vierter Teil erscheint stilistisch nun wie eine Mischung aus den beiden Vorgängern, ohne jedoch eine wirkliche Eigenständigkeit zu erreichen. So kannt sich „Harry Potter und der Feuerkelch“ zwar nicht den vordersten Platz unter den J. K. Rowling-Verfilmungen sichern – als Adaption des Romans funktioniert er dennoch tadellos.

Zur Geschichte kann ich nun gar nicht viel sagen, ohne zu weit ausholen zu müssen. Sie ist stimmig erzählt, deutlich kompakter als im Buch und – auch für nicht Eingeweihte – durchaus nachvollziehbar. Besonders das letzte Drittel ist unglaublich spannend und atmosphärisch dicht. Spätestens hier wäre es an der Zeit, den lieben Kleinen die Augen zuzuhalten, liebe Eltern, denn hier wird gemordet, es werden Körperteile abgetrennt usw. Die FSK12-Freigabe ist folglich durchaus ernst zu nehmen. So sehr die spannende und düstere Inszenierung auch das erwachsene Publikum erfreut, so geht ihr doch etwa die Magie ab, die in den ersten drei Teilen noch allgegewärtig war. Das liegt vermutlich auch am Weggang von John Williams, der für „Harry Potter“ wieder einmal einen magischen und unvergesslichen Score geschrieben hatte und hier durch Patrick Doyle ersetzt wurde. Wirklich sehr schade.

Fazit

Ich kann „Harry Potter und der Feuerkelch“ für alle Fantasyfreunde nur empfehlen. Der Film bietet eine grandiose Optik und eine – für Buchkenner fast schon zu – schlüssige Handlung in der Welt der Zauberei. Nun freue ich mich erst einmal auf „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ und das gedruckte letzte Kapitel in dieser epischen Geschichte: 8/10 Punkte.

Jurassic Park III (2001)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park III“ am 30. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Mit „Jurassic Park III“ habe ich einmal wieder die Sichtung der beliebten Dinosaurier-Trilogie vollendet. Der Film hat mir damals im Kino äußerst viel Spaß bereitet, was wohl hauptsächlich meiner niedrigen Erwartungshaltung zuzuschreiben war. Auch heute noch weiß mich Joe Johnstons Urzeitabenteuer zu unterhalten, wenngleich die Schwächen auch immer stärker in den Vordergrund treten.

Jurassic Park III (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park III (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine Geschichte ist eigentlich kaum vorhanden. Die Dinoaction steht klar im Vordergrund. „Jurassic Park III“ ist kein Wissenschaftsthriller. Er ist großes, buntes Popcornkino. Als solches funktioniert der Film auch tadellos, doch leider auch nur als solches. Mit dem Vorgänger und ganz besonders Teil 1 im Hinterkopf, will sich einfach kein „Jurassic Park“-Gefühl einstellen. Dies liegt leider nicht nur an der Handlung, sondern zu großen Teilen auch an den Dinosauriern selbst.

Diese haben einige Designänderungen durchlaufen, was sie mehr zu typischen Filmmonstern macht, als dies der eher realistische Ansatz der beiden Vorgänger zugelassen hätte. Hinzu kommen deutlich schwächere VFX. Ich weiß nicht, ob es an der erhöhten Anzahl der CGI-Shots liegt oder an mangelndem Budget. Viele Eintellungen der Monster sind einfach zu deutlich als Computergrafiken auszumachen. Schade, denn „Jurassic Park“ war für mich immer einer der der Filme mit den besten VFX. Hier wurde deutlich Masse über Klasse gestellt.

Das Ensemble hat außer Sam Neill und einem Kurzauftritt von Laura Dern leider nicht viel zu bieten. William H. Macy macht in seiner Rolle zwar eine gute Figur, dafür nervt Téa Leoni leider umso mehr. Dies ist aber zu großen Teilen wohl auch ihrer schwachen Figurenzeichnung zuzuschreiben. Der Rest ist hauptsächlich Dinofutter und ebenso schnell wieder vergessen, wie er gefressen wurde.

In den Actionszenen kann „Jurassic Park III“ punkten. Die erste Raptorenhatz macht viel Spaß, die Szenen in der Voillere fand ich grandios und selbst der letzte Auftritt des Spinosaurus ist durchaus unterhaltsam. Schön finde ich auch, dass man nebenbei viel von der Fauna der Insel sieht und nicht nur die handelnden Tiere gezeigt werden.

Fazit

Das Ende bietet dann schon einmal einen Ausblick auf einen möglichen vierten Teil: Die Dinos verlassen die Insel. In den richtigen Händen sehe ich hier durchaus Potential – im schlimmsten Fall wird es eben nur wieder ein unterhaltsamer Monsterfilm, wie auch „Jurassic Park III“ einer ist: 6/10 Punkte.

Vergessene Welt: Jurassic Park – OT: The Lost World: Jurassic Park (1997)

Aktualisierung: Ich habe „Vergessene Welt: Jurassic Park“ am 29. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Im Gegensatz zu „Jurassic Park“ nimmt „Vergessene Welt: Jurassic Park“ in meiner persönlichen Filmwelt keinen besonders hohen Stellenwert ein. Dennoch bedeutet mir der Film etwas. Zumindest auf gewisse Art und Weise. Jedes Mal nach Sichtung des ultimtiven ersten Teils habe ich große Lust auf die Fortsetzung – und das obwohl ich genau weiß, dass diese es nicht auch nur annähernd mit ihrem Vorgänger aufnehmen kann. So werde ich schließlich jedes Mal aufs Neue enttäuscht.

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Vergessene Welt: Jurassic Park (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Genau wie die Buchvorlage beginnt der Film vielversprechend. Die Rahmenbedingungen stimmen zu Beginn noch, doch schon bald vermehren sich die Faktoren, die den Qualitätsmangel offensichtlich machen: Die Charaktere sind teilweise schwach gezeichnet, statt Qualität gibt es Quantität, Actionszenen werden in die Länge gezogen und die Handlungen der Figuren sind teils nicht nachvollziehbar. Trotz dieser offensichtlichen Mängel macht der Film Spaß. Dies ist vor allem der grandiosen Atmosphäre der Insel, sowie deren Bewohner zuzuschreiben.

Auch wenn der Film – im Gegensatz zum ersten Teil – keine monumentalen Szenen für die Filmgeschichte bereithält, so gibt es doch genug zu bestaunen: Die Truckszene ist – zumindest in der ersten Hälfte – verdammt spannend, die Raptorenjagd im hohen Gras ist grandios inszeniert und der Angriff in der Versorgungsstation ist schweißtreibendes Kino – sieht man einmal von den Turnübungen des Mädchens ab. Dazwischen finden sich leider zu viele belanglose, sowie ungewollt komische Szenen. Zwar nicht dramatisch schlecht, aber doch unbefriedigend, wenn man bedenkt hier den Nachfolger des grandiosen Erstlings zu sehen. Der Schluss wirkt zudem leider recht aufgesetzt. Als hätte sich Spielberg einfach einmal austoben wollen. Der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Das Ganze ist zwar nett anzusehen und durchaus unterhaltsam, aber wirkt in Bezug auf „Jurassic Park“ eher fehl am Platz.

Bei den Schauspielern hat es mich gefreut Jeff Goldblum wieder an Bord zu haben und auch die kurzen Auftritte von Sir Richard Attenborough, sowie der beiden Kinder aus dem ersten Teil wissen zu gefallen. Julianne Moore und Vince Vaughn sind eine nette Ergänzung, wenngleich letzterer für mich auch nie so richtig ins „Jurassic Park“-Universum passen will.

Fazit

Letztendlich steht „The Lost World“ klar im Schatten seines Vorgängers. Es ist beileibe kein schlechter Film, doch fühle ich mich danach stets etwas unbefriedigt. Ich glaube, besser kann ich es nicht beschreiben. Unbefriedigt. Dennoch habe ich mich inzwischen daran gewöhnt und ich weiß schon jetzt, dass ich mich spätestens nach der nächsten Sichtung des ersten Teils auf das Sequel freuen werde – genauso, wie ich mich im Moment auf den dritten Teil freue: 7/10 Punkte.

Jurassic Park (1993)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park“ am 16. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es kann auch Vorteile haben, wenn der Compuer den ganzen Abend mit Renderarbeiten beschäftigt ist. Man kommt einmal wieder dazu einen Film zu sehen. Da meine Zeit für solcherlei Späße im Moment sehr begrenzt ist, habe ich zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gegriffen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“. Kaum ein anderes popkulturelles Werk hat mich jemals wieder so beeindruckt.

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Im Alter von 10 oder 11 Jahren blätterte ich eines Nachmittags den STERN meiner Eltern durch. Dort erblickte ich die Besprechung eines Romans, der ein Dinosaurierskelett auf dem Cover hatte: „Dino Park“. Nach dem Überfliegen der Rezension gab es dann kein Halten mehr: Das Buch musste ich haben! Die Geschichte schien der wahrgewordene Traum eines jeden dinosaurierverrückten Jungen zu sein – und sie war es auch. Ich habe die Seiten förmlich verschlungen. Da waren all meine Freunde – vom Tyrannosaurus rex über den Brachiosaurus bis hin zum Triceratops – versammelt. In der spannendsten Geschichte, die ich bis dahin gelesen/gesehen/gehört hatte. Bis heute ist „Jurassic Park“ – bzw. damals eben „Dino Park“ – eines der wenigen Bücher, die ich schon mehrfach gelesen habe – und es ist immer noch verdammt gut!

Kurze Zeit nach dem Roman erfuhr ich von der Verfilmung. Ich kaufte mir nun jede Filmzeitschrift, sammelte jedes Fitzelchen Information und steigerte meine Erwartungen somit ins Unermessliche. Im Jahre 1993 – ich war bereits 12 – war es dann endlich soweit. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Nürnberg ins Kino. Noch nie war ich in so einem großen Kino, wie dem Atlantik, das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt. Die Reihen füllten sich. Eltern wurden des Kinos verwiesen, da ihre Kinder noch keine 12 waren. Ich jedoch war es. Der Raum wurde dunkel. „Jurassic Park“ erschien auf der Leinwand. Ich hatte zuvor noch nie so eine Gänsehaut, wie bei der Anflugsszene auf die Insel. Nachdem das Licht wieder anging hatte ich für alle Ewigkeiten einen neuen Freund gewonnen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“.

Nach unzähligen Sichtungen hat sich gestern wieder die gleiche Magie eingestellt. Ich kann die Dialoge inzwischen mitsprechen, doch sie haben sich noch nicht abgenutzt. Der Spannungsaufbau sucht immer noch seinesgleichen. Der Score ist für mich immer noch einer der besten, die je geschrieben wurden. Gänsehaut. Wirklich. Und das schöne: Man kann ihn auch losgelöst vom Film wunderbar hören. Wie so viele Scores von John Williams. Dann natürlich die Dinosauerier. Für mich die beste Nutzung von Effekten, die ich jemals in einem Film gesehen habe. Durch die Kombination von CGI und Animatronics wird ein Realitätsgrad erreicht, den man vorher noch nicht kannte und der auch danach nur selten erreicht wurde. Einfach perfekt.

Auch als Romanumsetzung funktioniert der Film tadellos: Sicher wurde viel weggelassen, aber der Geist der Geschichte wurde eingefangen. Die Charaktere sind auf der Leinwand lebendig geworden und die Spannung ist ebenso nervenzerfetzend, wie in der Vorlage.

Fazit

„Jurassic Park“ ist für mich der perfekte Unterhaltungsfilm. Steven Spielbergs Meisterstück. Für mich stimmt hier einfach alles. Sicherlich kann ich den Film nicht objektiv betrachten, aber das will ich auch gar nicht. Er ist – und das mag sich nun komisch anhören – wie ein guter, alter Freund: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm