Wie man es von J.J. Abrams-Produktionen gewohnt ist – seien es Serien oder Filme – wurde auch „Super 8“ sehr stark durch virales Marketing gepusht. Ließ der erste Teaser noch ein „Cloverfield“-Prequel vermuten, so ging schon bald das Raunen durch die filmische Blogosphäre, dass sich Abrams dieses Mal an einem 80er Jahre-Jugendabenteuer im Stil der Amblin-Produktionen versucht. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich diesen Film sehen muss. Unbedingt. Konnte er meinen immensen Erwartungen gerecht werden?

Von vielen Filmen wird behauptet sie seien eine Hommage an ein bestimmtes Genre. Nur die wenigsten dieser Filme können also solche wirklich überzeugen. „Super 8“ ist solch eine astreine Hommage. Nicht nur an ein Genre, sondern vor allem an eine Zeit, an einen Regisseur und eine Art und Weise Geschichten zu erzählen. Man merkt in nahezu jeder Szene die Liebe J.J. Abrams für das Genrekino der 70er/80er Jahre und besonders für das Kino Steven Spielbergs. So ist es auch kein Wunder, dass sich besonders Elemente aus drei auch meiner Lieblingsfilme („Die Goonies“, „E.T. – Der Außerirdische“ und „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“) in diesem modernen und doch so herrlich altmodischen Jugendabenteuer wiederfinden lassen.
Dem Film gelingt es unbeschreiblich gut die späten 70er Jahre wieder aufleben zu lassen. Über weite Strecken hätte „Super 8“ tatsächlich in diesem Jahrzehnt gedreht werden können. Leider jedoch hat man diese Wirkung für einige übertriebene Effektszenen geopfert. Dies ist auch mein einziger großer Kritikpunkt an dem Film: Warum musste das – zugegebenermaßen beindruckend anzusehende – Zugunglück so übertrieben bombastisch inszeniert werden? Weniger wäre hier in meinen Augen mehr gewesen. Doch kann ich auch verstehen, dass man sich bei solch einer Produktion nicht einzig und allein auf den Nostalgiefaktor verlassen kann und für ein jüngeres Publikum entsprechende Schauwerte bieten muss.
Wer nach dem ersten Teaser etwas mehr Mystery erwartet hatte, wird auch enttäuscht worden sein. Die Geschichte um das entflohene Monster ist weder sonderlich wendungsreich noch innovativ. Hier hätte ich mir mehr Abenteuer und Überraschungsmomente gewünscht. Auch die Bedeutung des titelgebenden Super 8-Films ist leider nicht halb so groß, wie erwartet. Wirklich schade. Davon jedoch abgesehen erzählt „Super 8“ eine unerwartet rührende Geschichte und auch wenn das Finale zunächst in Effekten unterzugehen droht, so hat mir die letzte Szene jedoch Tränen in die Augen getrieben – und es hat sich gezeigt, dass Abrams Spielbergs Kino auch inhaltlich verstanden hat.
Neben der wunderbaren Ausstattung und den famosen Jungschauspielern, überzeugt vor allem die größtenteils klassische Inszenierung und Kameraarbeit (wenn man einmal von den übertriebenen Lens Flares absieht). Zwar ist die Geschichte nicht sonderlich innovativ oder mitreißend, was durch die nahegehende Reise der Charaktere und ihrer Familien mehr als nur ausgeglichen wird. „Super 8“ ist auf keinen Fall frei von Fehlern, doch wenn man – wie ich – mit den Amblin-Produktionen aufgewachsen ist und diese zu den persönlichen Lieblingsfilmen zählt, dann darf man auch gerne mal ein Auge zudrücken und in Nostalgie schwelgen: 9/10 Punkte.








