Die 5 besten Fabelwesen aus Büchern

Weiter geht es mit den fünf besten Fabelwesen: Nach Filmen und Serien steht nun die Literatur im Mittelpunkt. Also schaut mal rein, welche Auswahl ich für diese Ausgabe von Ginas Die 5 BESTEN am DONNERSTAG getroffen habe… 👹🐉👽

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #122

Das Thema für Ausgabe #123 lautet:

Die 5 besten Fabelwesen aus Büchern

  1. Der Crawler aus „Area X: The Southern Reach Trilogy“ (Jeff VanderMeer) – Wohl eine der gruseligsten und zugleich tragischsten Figuren, die mir je in einem Buch untergekommen sind.
  2. Der Riese aus „BFG: Big Friendly Giant“ (Roald Dahl) – Ein Fabelwesen fürs Herz, mit dem ich schöne Vorleseabende für meine Kindern verbinde.
  3. Die Dæmonen aus der „Der Goldene Kompass“-Trilogie (Philip Pullman) – Tierische Begleiter sind ja ein beliebtes Thema in der Literatur, doch nirgends sind sie so schön und herzergreifend umgesetzt, wie in Philip Pullmans Reihe.
  4. Der Drache Smaug aus „Der Hobbit“ (J. R. R. Tolkien) – Was soll ich sagen? Wohl der beeindruckendste Drache der Fantasy-Literatur.
  5. Die Trisolaraner aus der „The Three-Body Problem“-Trilogie (Cixin Liu) – Okay, eigentlich sind es keine Fabelwesen sondern Aliens. Für mich gehört diese Rasse zu den faszinierendsten Wesen, die sich jemals ein Autor ausgedacht hat.

Auslöschung – OT: Annihilation (2018)

Gestern war für mich der große Area-X-Tag: Nicht nur habe ich mit „Acceptance“ Jeff VanderMeers Trilogie zu Ende gelesen, ich habe am Abend auch noch Alex Garlands Verfilmung „Auslöschung“ nachgeholt. Da der Film hierzulande bisher nur bei Netflix läuft, hatte ich mir bereits im Juni 2018 die US-Blu-ray importiert. Gut ein halbes Jahr später war es endlich soweit – gerade noch knapp vor dem 14. März, an dem auch bei uns der Film offiziell auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird…

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Area X nach Schema F?

Bereits im Vorfeld der Sichtung war mir bewusst, dass Alex Garland („Ex Machina“) mit „Annihilation“ keine werksgetreue Adaption der Vorlage angestrebt hat, sondern eher eine Widerspiegelung seiner subjektiven Eindrücke, die er beim Lesen des ersten Teils der Southern-Reach-Trilogie hatte. Die wichtigsten Elemente finden sich somit auch im Film wieder: Die Frauengruppe rund um die Biologin (gespielt von Natalie Portman), das mysteriöse Gebiet Area X, die Southern-Reach-Organisation, die seltsam mutierte Natur, der Leuchtturm usw. Rein vom Setting und der Atmosphäre her hat Alex Garland die Vorlage ziemlich perfekt getroffen und es war für mich eine große Freude, zusammen mit den Wissenschaftlerinnen Area X zu erkunden.

Die wirklich abgefahrenen Elemente wiederum, welche die Vorlage so besonders machen, haben es dagegen nicht in den Film geschafft. Ich denke hier speziell an die  topographische Anomalie und den Crawler, welche für mich den Kern der Mysterien rund um Area X darstellen. Für mich fehlt hier ein Kernelement der Geschichte, selbst wenn alles andere ziemlich gut getroffen wurde. Ich musste hierbei an die Verfilmung von „Relic: Museum der Angst“ denken, bei der auch der Hauptcharakter der Vorlage aus der Adaption gestrichen wurde. Garland konzentriert sich in seiner Version komplett auf die Entstehung der Doppelgänger, was auch ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist, aber eben nur einer unter vielen. Schade.

Down the Rabbit Hole

Ich habe im Vorfeld viel über die Kontroverse mitbekommen, die der Veröffentlichung des Films auf Netflix vorausging. Nachdem ich gestern erst „Acceptance“ fertig gelesen hatte, konnte ich den Gedanken des Studios auch nachvollziehen, dass das große Kinopublikum wohl so seine Schwierigkeiten mit dem Stoff haben würde. Nach der Sichtung des Films kann ich aber nur sagen: WTF? Von all den Andeutungen und vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten bleibt im Film nichts übrig. Es ist ziemlich eindeutig, wie sich die Handlung entwickelt und was mit den Charakteren passiert. Nichts, was genreverwandte Filme nicht schon ähnlich gemacht hätten. Wenn die scheinbare Komplexität des Stoffes tatsächlich der Grund des Studios gewesen sein sollte, den Film nicht in die Kinos zu bringen, dann gute Nacht, große Leinwand.

Fazit

Auch wenn ich es bemerkenswert finde, wie konsequent Alex Garland den Stoff heruntergebrochen und das Drehbuch auf wenige Elemente eingedampft hat, so finde ich es doch extrem schade, dass etliche Kernaspekte fehlen. Mir ist durchaus bewusst, dass eine 1:1-Adaption nicht möglich gewesen wäre, doch eine echte Trilogie, die sich auf die drei ineinander verschachtelten Haupterzählebenen der Vorlage beschränkt, das hätte ich famos gefunden. Dennoch ist die Atmosphäre von Area X perfekt getroffen und ich mag Natalie Portman in ihrer Rolle sehr. Für sich genommen ein großartiger Sci-Fi-Schocker, als Adaption nur bedingt gelungen: 8/10 Punkte.

Area X – The Southern Reach Trilogy, Book 3: Acceptance (Jeff VanderMeer)

Area X - The Southern Reach Trilogy, Book 3: Acceptance (Jeff Vandermeer)Nachdem mich ein fieser Infekt komplett ausgeknockt hatte, war es in der letzten Woche sehr ruhig auf meinem Blog. Die ersten fünf Tage konnte ich aufgrund hohen Fiebers und hämmernder Kopfschmerzen nicht einmal lesen und habe nur geschlafen. Auch wenn ich noch ziemlich angeschlagen bin, so geht es doch deutlich aufwärts, sprich ich habe die neu gewonnene Energie genutzt und mit „Acceptance“ endlich den letzten Teil der Southern-Reach-Trilogie zu Ende gelesen. Nach „Annihilation“ und „Authority“ war ich sehr gespannt, wie Jeff VanderMeer seinen ungewöhnlichen Sci-Fi-Horror abschließt. Ob alle Fragen geklärt werden, lest ihr in der folgenden Besprechung…

„You could know the what of something forever and never discover the why.“

War die Richtung, die VanderMeer mit „Authority“ eingeschlagen hatte, für mich eher eine Abkehr von den Stärken des ersten Teils, so bringt er im Abschluss seiner Trilogie alles zusammen. Ganz bewusst erzählt er die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven weiter, die teils auch in gänzlich unterschiedlichen Zeitebenen verortet sind. So erfahren wir viel aus der Vergangenheit des Leuchtturmwärters Saul Evans, erfahren wie die ehemalige Direktorin des Southern Reach mit ihm in Beziehung steht und begleiten Control und Ghost Bird abermals auf eine Expedition in Area X. In seiner zwar fragmentarischen, aber doch inhaltlich aufeinander abgestimmten Erzählweise, hat das für mich wunderbar funktioniert. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass VanderMeer schon früher diese Erzählform gewählt hätte, denn gerade große Teile des direkten Vorgängers wirken nun umso konstruierter und im Rahmen der Geschichte eher ablenkend bzw. nehmen einen zu großen Teil davon ein.

Wer am Ende des Buches die vollständige Aufklärung aller aufgeworfenen Fragen erwartet, der dürfte bitter enttäuscht werden. Es gibt zwar einige Anhaltspunkte bzw. Hinweise für eigene Interpretationen, doch was es mit Area X ganz explizit auf sich hat oder was die agierenden Personen für eine Rolle spielen, bleibt doch stark dem Leser überlassen. Für mich ist das allerdings kein Nachteil, denn ich werde in den nächsten Tagen und Wochen gedanklich bestimmt noch öfter zum Leuchtturm, dem Tunnel, Saul, Ghost Bird und den anderen zurückkehren.

Fazit

Für mich hat Jeff VanderMeer mit „Acceptance“ einen ziemlich perfekten Abschluss seiner Trilogie geschaffen. Besonders erstaunt war ich, wie emotional die Handlung doch plötzlich wird. Gerade die Erzählstränge von Saul Evans und Gloria haben mich doch sehr berührt. Das hätte ich zu Beginn der Reihe nicht erwartet. Nun freue ich mich schon sehr auf die Verfilmung von „Annihilation“ und werde, sobald mein Kopf wieder einen Film durchhält, bestimmt darüber berichten. Wer ungewöhnliche Sci-Fi-Literatur sucht, der sollte unbedingt zugreifen: 9/10 Punkte.