The Mandalorian – Staffel 3

Meine Aufholjagd aktueller Serienstaffeln geht weiter: Nach „Der Schwarm“ stand direkt „The Mandalorian – Staffel 3“ auf dem Programm. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ich die ersten beiden Staffeln der Serie geschaut habe. Vielleicht kommt dieser Eindruck aber auch daher, dass sich „The Book of Boba Fett“ teils eher wie „The Mandalorian 2.5“ angefühlt hat, als wie eine eigenständige Serie. Nun aber endlich wieder Mando und Grogu gegen das Imperium oder etwa doch nicht? 🚀

The Mandalorian | © Walt Disney

The Mandalorian | © Walt Disney

Weiter unterhaltsam, aber leider ein Rückschritt

Irgendwie hat „The Mandalorian“ im dritten Jahr nicht sonderlich viel zu erzählen. Gerade der Kult um Mandalore und die Lebenden Wasser ist in den ersten Episoden reichlich albern, sorgt aber immerhin für nette Abenteueratmosphäre. Dennoch viel zu Monster-of-the-Week-ish und leider wird dieses Konzept mit der vierten Episode „The Foundling“ auch weitergeführt. Am interessantesten fand ich bis dahin noch die dritte Episode „The Convert“, in der die Handlung auf Coruscant springt und wir dort Einblicke in diese Welt bekommen, die es zuvor noch nicht zu sehen gab. Hier hat mich die Serie etwas an „Andor“ erinnert. Leider wird letztendlich zu wenig daraus gemacht. In der Episode „Guns for Hire“ hat Jack Black einen netten Gastauftritt, ansonsten wird einfach eine „I, Robot“-Geschichte abgespult, die auch eher Monster-of-the-Week-Charakter hat. Schade.

Richtig stark wird „The Mandalorian“ im dritten Jahr dann erst mit den letzten beiden Episoden, welche auch wirklich etwas zu erzählen haben. Man hätte einfach die beide relevanten Episoden aus „The Book of Boba Fett“ mit den Mandalore-Episoden zusammenschmeißen und sich den gesamten Mittelteil sparen sollen. Dann hätte dies eine wirklich großartige Staffel werden können. So bleibt am Ende, außer dem großen Finale, nicht wirklich viel im Kopf. Unterhaltsam ist das alles schon, aber es hätte eben so viel mehr sein können. Insgesamt die bisher schwächste Staffel der Serie.

Fazit

Auch wenn ich die dritte Staffel von „The Mandalorian“ wirklich unterhaltsam fand, so hatte sie strukturell doch größere Probleme, was aber auch an „The Book of Boba Fett“ liegt bzw. Disneys Tendenz, ihre Universen viel zu sehr auszuschlachten. Glücklicherweise endet die Staffel auf sehr hohem Niveau, was den schwachen Mittelteil für mich mehr als nur ausgleicht. Für das vierte Jahr sollten sich Favreau und Co. aber eine schlüssigere Gesamtgeschichte überlegen: 7/10 (7.4) Punkte.

Elemental (2023)

Nach „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ im Februar, war heute endlich einmal wieder die ganze Familie im Kino. Wir haben uns sehr auf „Elemental“ gefreut, vor dem noch der schöne Kurzfilm „Carl’s Date“ lief. Das Kinopublikum war leider schrecklich. Es hat das Konzept Vorfilm nicht verstanden, dauernd liefen erwachsene(!) Menschen durch den Saal, Meinungen wurden geäußert, Kinder haben alle 5 Minuten gefragt, wann der Film denn zu Ende sei usw. Glücklicherweise war der Film so stark, dass er es mir leicht gemacht hat, den Rest auszublenden. Mehr in der Besprechung… 🔥❤💧

Elemental (2023) | © Walt Disney

Elemental (2023) | © Walt Disney

Eine unfassbar schöne Fantasy-Romanze

„Elemental“ ist wohl kolossal gefloppt. Schlagzeilen, die Pixars kreatives Ende heraufbeschwören, liest man überall. Der Film sei enttäuschend, nur eine „Romeo & Julia“-Variante und würde Fantasy-Figuren wie in „Alles steht Kopf“ oder „Soul“ reaktivieren. Da frage ich mich schon, was für ein Film hier gesehen wurde. Und ob der offensichtlichste Grund für den Flop bewusst ignoriert wird: Disneys unfähige Veröffentlichungspolitik. Selbst ich hatte mir überlegt, ob sich ein Kinobesuch denn lohnt, wenn der Film ohnehin ein paar Wochen später auf Disney+ läuft. Zumal man sich dann auch das dämliche Kinopublikum sparen würde. Damit graben sie sich doch selbst das Wasser ab. So ging es doch allen Pixar-Filmen, die nach Corona veröffentlicht wurden. Ja, selbst die ach so tollen Realfilm-Remakes floppen an der Kasse. Kein Wunder! Eine Schande, dass nun auch ein fantastischer Film wie „Elemental“ darunter zu leiden hat und vermutlich falsche Schlüsse aus dem Flop gezogen werden.

Doch nun endlich zu „Elemental“: Ja, es wird eine „Romeo & Julia“-Variante erzählt. Sehr oberflächlich betrachtet. Der wahre Kern ist allerdings eine wunderschöne Einwanderergeschichte, die autobiographisch geprägt ist, da Regisseur Peter Sohns Eltern selbst Einwanderer waren. Obwohl es sich um einen Animationsfilm handelt, fühlt sich dieser Teil der Geschichte sehr authentisch an. Überhaupt sind die Elemente, die diese Welt bevölkern, keine abstrakten Wesen, wie z.B. die Seelen in „Soul“, sondern extrem haptische Figuren in einer sich sehr real anfühlenden Welt. Die Liebesgeschichte zwischen der jungen Feuerfrau Ember und dem Wassermann Wade ist absolut herzergreifend und zuckersüß. Es gibt auch keine Bösewichte, sondern nur den Konflikt zwischen Liebe, Elternhaus, Tradition und Selbstverwirklichung. Am Ende des Films sind mir sogar ein paar Tränen gekommen. Einfach nur schön. Wie übrigens auch der fantastische audiovisuelle Eindruck, den „Elemental“ hinterlassen hat. Ganz anders als das Kino, das am Ende unter einer zentimeterdicken Schicht aus Popcorn und Nachos begraben war. Vielleicht ist es auch diese Art von Publikum, die tatsächlich am Film interessierte Zuschauer*innen abhält, ins Kino zu gehen. Auch wenn ich mich nun wie ein alter Mann anhöre: Das hat es vor 20 Jahren noch nicht gegegben.

Fazit

Ich hatte mich auf „Elemental“ gefreut, aber hatte auch keine großen Erwartungen an den Film. Somit wurde ich extrem positiv überrascht und finde es umso trauriger, dass er gefloppt ist. Gerade weil es einmal wieder eine originelle Geschichte mit neuen Figuren war. Ich hoffe sehr, dass Pixar in Zukunft dennoch weitere davon produzieren darf. Diese hier hat mir ausgesprochen gut gefallen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Der Schwarm – OT: The Swarm – Die komplette Miniserie (2023)

Nach zwei Serienmarathons bin ich, zumindest was einstündige Dramaserien angeht, wieder einmal bei einzelnen Staffeln angekommen. Den Anfang macht die ZDF-Event-Serie „Der Schwarm“ nach dem Bestseller von Frank Schätzing. Da ich auch diese aus der Konserve, sprich der ZDF-Mediathek, konsumiert habe, wusste ich im Vorfeld, dass sie bei den Kritiker*innen nicht sonderlich gut ankam. Das Buch fand ich damals jedoch extrem unterhaltsam und wollte mir deshalb selbst ein Bild machen. 🦀

Der Schwarm | © ZDF

Der Schwarm | © ZDF

Eine seltsam langatmige Hochglanzproduktion

Ich liebe Serien und Filme, die rund um das Meer spielen. Auch Wissenschaftsthriller treffen bei mir voll ins Schwarze. Ich erinnere hier z.B. an die kurzlebige Serie „Surface“ oder meinen Allzeitfavoriten „The Abyss“. Thematisch hätte mich „Der Schwarm“ also komplett abholen müssen. Doch das hat er nicht. Es ist auch gar nicht so einfach zu sagen, woran das liegt. Es ist eine internationale Produktion, in der offensichtlich viel Budget steckt. So habe ich die Serie auch im Originalton gesehen, sprich die Protagonist*innen sprechen sowohl Englisch als auch in ihren Muttersprachen. Leider jedoch wirkt das häufig sehr laientheaterhaft. Hinzu kommt, dass einzelne Bilder bzw. Einstellungen zwar sehr wertig aussehen, doch dramaturgisch will das Pacing einfach nicht funktionieren. Es kommt kein Rhythmus auf und Emotionen verpuffen genauso, wie die Dramatik von Action-Szenen. Es wirkt in vielen Einstellungen so, als würden sie immer ein paar Sekunden zu lange stehen bleiben. Ein seltsamer Effekt.

Dabei steckt im Kern immer noch eine faszinierende Geschichte und auch die Erzählung in Serienform macht Sinn. Doch auch inhaltlich leider kein Vergleich zum packenden Buch, auch wenn ich mich nur noch an wenige Details von vor 20 Jahren mehr erinnern kann. Dabei ist die Thematik relevanter denn je. Auch wenn viel am und im Wasser spielt, so bekommt man als Zuschauer*in kein gutes Gefühl dafür vermittelt. Zumindest mir ist es so gegangen. Viele Bilder wirken zu künstlich und die Dramaturgie ist holprig. Selbst als es dann im letzten Drittel handlungstechnisch schneller vorangeht, so bleibt das Gefühl des seltsamen Pacing und der Distanz zu Figuren und Handlung. Wirkt alles etwas wie gewollt und nicht gekonnt. Verstehe durchaus, warum sie Frank Schätzing, der Autor der Vorlage, von der Serie distanziert hat. Vielleicht wäre ein verdichteter Hollywood-Blockbuster doch das bessere Format für eine Adaption gewesen?

Fazit

Auch wenn ich mich auf die Sichtung der Romanadaption gefreut habe und sehr gerne positiv überrascht worden wäre, so hat mich die Serie letztendlich doch enttäuscht. Kein Totalausfall, doch ziemlich uninspiriert erzählt und teils erschreckend ungelenk inszeniert. Auch wenn theoretisch eine zweite Staffel im Raum steht, so vermute ich jedoch, dass es bei dieser einen Staffel bleiben wird und interpretiere die Adaption des Romanumfangs als Miniserie. Schade drum: 6/10 (5.8) Punkte.

Der Super Mario Bros. Film – OT: The Super Mario Bros. Movie (2023)

Aktualisierung: Ich habe „Der Super Mario Bros. Film“ am 9. November 2024 zum zweiten Mal mit dem Zwergofanten gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Man sagt mir gerne nach, dass ich nicht sonderlich spontan wäre. Heute jedoch habe ich eine gute Stunde vor Kinostart beschlossen, den Zwergofanten einzupacken und mit ihm in „Der Super Mario Bros. Film“ zu gehen. Er war schon heiß auf den Film, seit er den ersten Trailer gesehen hat. Der Rest der Familie hatte keine Lust und so haben sich die Männer des Hauses alleine auf den Weg ins Pilzkönigreich gemacht. 🍄

Der Super Mario Bros. Film (2023) | © Universal Pictures

Der Super Mario Bros. Film (2023) | © Universal Pictures

Meine persönliche Geschichte mit Mario

Der Videospiel-Klempner aus dem Hause Nintendo begleitet mich schon seit ich denken kann. Ja, selbst weit vor meiner ersten Konsole. Es dürfte 1986 gewesen, dass ich bei Freunden erstmals das originale „Super Mario Bros.“ auf dem NES gespielt habe. Da wir kurz danach in eine andere Stadt gezogen sind, sollte das eine kurze Begegnung bleiben. Mit dem Game Boy kam ein paar Jahre später „Super Mario Land“ und damit mein erstes eigenes Mario-Spiel. Der richtige Durchbruch stellte sich jedoch erst mit „Super Mario World“ auf dem SNES ein. Dieses Spiel habe ich unglaublich intensiv gespielt. Auch heute packe ich es mit dem SNES Classic Mini teilweise noch an und bin erstaunt, wie sehr sich manche Level und Musikstücke in mein Gedächtnis gebrannt haben. Nun mit den Kindern, speziell dem Zwergofanten, bin ich mit „Mario Kart 8 Deluxe“, „Super Mario Odyssey“  und „Super Mario 3D World“ auch wieder mit dem Klempner konfrontiert. Die Spiele sind auch heute noch einfach großartig.

Der (fast schon zu) perfekte Super-Mario-Film

Natürlich habe ich irgendwann auch den berüchtigten „Super Mario Bros.“-Film aus dem Jahr 1993 gesehen. Hängen geblieben ist bis auf die Absurdität des Werkes nicht viel. Inzwischen sind seitdem exakt 30 Jahre vergangen und Nintendo hat ihre Marke offensichtlich perfekt im Griff. Perfekt ist auch der neue „Der Super Mario Bros. Film“ geworden: Er sieht fantastisch aus und klingt noch besser. Er funktioniert für kleine Kinder und drückt bei Erwachsenen so manchen Nostalgieknopf. Die Geschichte ist einfach, doch irgendwie schlüssig im Rahmen der Vorlage. Das Tempo ist extrem hoch und es gibt kaum Zeit zum Durchschnaufen. Braucht es auch nicht, denn das Gameplay flutscht. Um bei diesem Vergleich zu bleiben: Der Film wirft seinen Zuschauer*innen keine wirklichen Hindernisse in den Weg. Es kommt kein Frust auf, ist aber für geübte Kinogänger*innen vermutlich zu einfach und glatt.

Nintendo geht mit „Der Super Mario Bros. Film“ auf Nummer sicher und wer könnte es ihnen verdenken? Ich habe mich mehrfach gefragt, warum man keinen Meta-Ansatz, wie bei „The LEGO Movie“, gewagt hat. Sprich eben die unzähligen Videospiele als Medium aufzugreifen, doch vermutlich ist ihnen da Disney mit „Ralph reichts“ über 10 Jahre zuvorgekommen. Somit erzählt „Der Super Mario Bros. Film“ eine Geschichte, wie man sie erwarten würden. Viel Humor ergibt sich aus Slapstick-Szenen und dem Wissen um die Mario-Historie. Da könnte man jetzt viel drüber schimpfen, doch ich habe den Ritt einfach genossen. Schon alleine der orchestral interpretierten Mario-Musik hätte ich noch stundenlang lauschen können (beim Abspann lohnt sich also das Sitzenbleiben). Wer hier keine Innovation erwartet, kann für 90 Minuten eine wirklich gute Zeit haben.

Fazit

Der Erfolg gibt Nintendo und Illumination mit ihrem Ansatz für „Der Super Mario Bros. Film“ recht. Der Zwergofant war sehr angetan und auch ich hatte eine tolle Zeit. Allerdings ist uns beiden auch klar, dass hier eher die Figuren und die Referenzen auf die Spiele im Vordergrund stehen und wir keinen neuen Klassiker gesehen haben. Auf jeden Fall war es ein gelungener Kinonachmittag, an den ich mich noch gerne zurückerinnern werde: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: leider kein Interesse an dem Film; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Die drei ??? – Erbe des Drachen (2023)

Nach einer kurzen Nacht und einem müden Morgenlauf, war die Stimmung im Hause bullion ziemlich aufgeladen. Vermutlich die Nachwehen des Skilagers. Also haben wir uns recht spontan entschlossen, ins Kino zu gehen und „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ zu sehen. Die Kids sind große Fans der Reihe und auch ich kann deutschen Kinderkrimis (siehe „TKKG: Jede Legende hat ihren Anfang“, „Die drei !!!“ oder die „Fünf Freunde“-Reihe) durchaus einiges abgewinnen. 🦇

Die drei ??? – Erbe des Drachen (2023) | © Sony Pictures

Die drei ??? – Erbe des Drachen (2023) | © Sony Pictures

Ein nostalgischer und klassischer Jugendkrimi

Zunächst einmal hätten wir es beinahe nicht pünktlich ins Kino geschafft, da die halbe Stadt aufgrund von Faschingsumzügen gesperrt war. Letztendlich waren wir aber 15 Minuten vor Start im Kino und beinahe die einzige Familie im Vorführsaal. Sehr angenehm. Natürlich startet der Film in Rocky Beach und hier wirken die typisch deutschen Schauspieler*innen schon ein wenig seltsam, um als Amerikaner*innen durchzugehen. Aber nun gut, das ist in den Hörspielen ja auch nicht anders. Das Setting ist gut getroffen und Spanien macht sich auch nicht schlecht als Kalifornien. Dennoch sieht alles schon sehr nach einer deutschen Produktion aus, was „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ natürlich auch ist.

In Rumänien fühlt sich der Film dann ein wenig natürlicher an, was vermutlich auch daran liegt, dass er an einem fiktiven Filmset spielt. Das Schloss ist sehr atmosphärisch und die Geschichte lädt zum Miträtseln ein, auch wenn die Handlung für erwachsene Zuschauer*innen doch recht leicht zu durschauen ist. Die Kinderdarsteller machen ihre Sache als Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews ziemlich gut, auch wenn die Konflikte zwischen ihnen teils zu sehr in den Vordergrund treten. Hier hätte ich mir mehr Teamwork gewünscht. Alles in allem kann die Geschichte aber durchaus überzeugen und sie findet zu einem runden Abschluss. Kindgerecht und dennoch mit Spannung inszeniert. Hat mir gefallen.

Fazit

„Die drei ??? – Erbe des Drachen“ ist eine durchaus gelungene Verfilmung der populären Hörspielreihe. Sie richtet sich eher an jüngere Zuschauer*innen, doch auch Erwachsene können ihren Spaß damit haben. Allerdings bin ich auch kein Hardcore-Fan und kenne die Hörspiele nur vom Mithören mit den Kids. So oder so war es ein netter Kinonachmittag. Ich würde mir eine Fortsetzung auch wieder anschauen und die Kinder waren ohnehin begeistert: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 10/10 Punkte.)