Buffy: The Vampire Slayer – Season 1

Aufgrund meiner nicht nachlassenden Begeisterung für Joss Whedons leider sehr kurzlebige Serie „Firefly“, habe ich mich nach langem Zögern doch an seinen großen Serienerfolg gewagt und „Buffy: The Vampire Slayer – Season 1“ gesichtet. Ein zum Teil bizarres Erlebnis.

Bei der TV-Ausstrahlung in den späten 90ern bin ich mit „Buffy: Im Bann der Dämonen“ – so der deutsche Titel – nie wirklich warm geworden. Man hat an verregneten Nachmittagen einmal reingezappt, ist dann aber auch nicht wirklich hängengeblieben. So habe ich damals wohl eine Handvoll Episoden komplett gesehen, doch an den Fernseher wurde ich von der Serie nie gezogen. Das hat damals sowieso kaum eine TV-Serie geschafft.

Heute gehört Joss Whedons Saga um den Vampire Slayer im Teenageralter zur Allgemeinbildung, wenn es um die amerikanische Serienwelt geht. Anfangs war es auch reichlich bizarr wieder in die Welt von Sunnydale einzutauchen, denn sofort habe ich mich an damals erinnert gefühlt – die verstreuten Sichtungen liegen inzwischen ja immerhin 10 Jahre zurück. Doch es ist nicht mehr damals.

Inzwischen habe ich mir ein recht umfangreiches Serienwissen aufgebaut, entecke Stärken die ich damals nicht als solche wahrgenommen hätte und kann über gewisse Schwächen schmunzelnd hinwegsehen – und das muss man bei der ersten Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ auch. Klischeehafte Monstergeschichten, angestaubte Effekte und ein Handlungsbogen, der kaum naiver und vorhersehbarer hätte ausfallen können. Was also kann die Serie überhaupt bieten? Kurz und knapp: Joss Whedon.

Die Serie lebt von ihren Charakteren und deren Interaktion. Die Dialoge reichen zwar (noch) nicht ganz an „Firefly“-Niveau heran, man kann aber bereits den schelmischen Witz erkennen, der den geneigten Zuschauer auch sofort an eine andere außergewöhnliche Schülerin einer amerikanischen Highschool denken lässt: „Veronica Mars“ – kein Wunder also, dass Joss Whedon Rob Thomas‘ Geniestreich als seine Lieblibngsserie bezeichnet. Die Verwandschaft ist, was den Dialogwitz angeht, unverkennbar.

Die erste Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ wirkt noch etwas ungelenk und klischeehaft. Doch habe ich mich zu keinem Moment gelangweilt oder nicht auf die nächste Episode gefreut. Buffy, Xander, Willow und Giles sind mir bereits jetzt ans Herz gewachsen – was ich einzig und alleine Joss Whedons Talent als Dialogautor zuschreiben möchte. Noch nicht der ganz große Wurf, aber jeder fängt eben einmal klein(er) an: 7/10 Punkte.

Samantha Who? – Season 1

Die kleine, aber äußerst feine Comedy „Samantha Who? – Season 1“ wäre beinahe an mir vorbeigezogen. Doch glücklicherweise habe ich – trotz gewissen Vorbehalten – einen Blick riskiert.

Eine neue Comedy-Serie mit Christina Applegate. Nun gut. „Eine schrecklich nette Familie“ fand ich stets schrecklich und nicht annähernd nett. „Jesse“ wenigstens nett, aber völlig belanglos. Einzig mit ihren Gastauftritten bei „Friends“ konnte mich Frau Applegate überzeugen. Hinzu kommt eine Prämisse, die für mich sehr forciert klang und ich mir eher in einem abgeschlossenen Spielfilm vorstellen konnte.

Wie sehen meine Vorstellungen nun in der Realität aus? Christina Applegate spielt herrlich. Sympathisch und durchgeknallt. Einfach wunderbar! Und die Rahmenhandlung um Samanthas Amnesie? Toll gelöst und kein bißchen aufdringlich. Zudem kann die Serie mit Nebendarstellern auftrumpfen, die immer gerne gesehen sind: Jennifer Esposito (Stacey Paterno aus „Chaos City“), Melissa McCarthy (Sookie St. James aus „Gilmore Girls“), Jean Smart (Martha Logan aus „24 – Season 5“) usw. bringen die nötige Abwechslung in die Show.

„Samantha Who?“ wirkt wie eine äußerst untehaltsame romantische Komödie in Serienform. Mit tollen Darstellern, gelungenen Gags und einer durchdachten Geschichte. Sicherlich seicht, aber es bereitet großes Vergnügen Sam und Co. bei ihren Abenteuern zu begleiten: 8/10 Punkte.

Twin Peaks – Season 1 & 2

Wieder einmal habe ich eine großartige Serie abgeschlossen. Eine Serie, welche die TV-Welt geprägt haben dürfte, wie kaum eine zweite. Eine Serie, die sich oft eher unter Kunst, als unter Unterhaltung einordnen lässt. Eine Serie von Kinomagier David Lynch: „Twin Peaks – Season 1 & 2“ – seine bislang einzige.

Seit ich den Pilotfilm sah, ist beinahe ein halbes Jahr ins Land gezogen. Eine ungewöhnlich lange Zeit für gerade einmal 30 Episoden. Doch „Twin Peaks“ ist keine normale TV-Serie. „Twin Peaks“ ist anders. Teils unbequem, oft surreal, manchmal sogar langweilig. Doch eines ist „Twin Peaks“ nie: gewöhnlich. David Lynch und Mark Frost haben ein Universum geschaffen, das immer etwas neben der Spur scheint. Leicht verschoben. Beinahe eine Parallelwelt. Das Setting – die Wälder der nordwestlichen USA – tragen enorm zu der unheilvollen Atmosphäre bei.

Es ist wirklich schwer die Serie zu beschreiben. Man muss sie mit eigenen Augen sehen – und vermutlich sieht auch jeder Zuschauer etwas anderes in ihr. Grundsätzlich geht es um einen Mordfall, der die kleine Stadt Twin Peaks in Aufruhr versetzt. Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wird deshalb zur Lösung des Falls nach Twin Peaks geschickt. Mit ihm lernt man die verschrobenen Einwohner und Geheimnisse der ungewöhnlichen Kleinstadt kennen. Lynch und Frost hatten den Mord an Laura Palmer als MacGuffin konzipiert, d.h. er sollte das Mysterium in „Twin Peaks“ bleiben, welches nie aufgeklärt wird. Das Studio jedoch wollte einen Mörder präsentiert bekommen – und so kam es dann auch, weshalb die zweite Staffel zu Beginn etwas ziellos wirkt.

Für mich funktioniert „Twin Peaks“ am besten, wenn die Handlung vorangetrieben wird. Oft kommt es hier zu ungewöhnlichen Einfällen des Autorenteams, welche sich über mehrere Episoden verdichten, nur um am Ende ganz anders aufgelöst zu werden, als man es als Zuschauer vermuten würde. Besonders das Finale der Serie setzt hier – was Surrealismus in TV-Serien angeht – völlig neue Maßstäbe. Grandios und sowohl stilistisch als auch inhaltlich ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers.

In „Twin Peaks“ wird jedoch nicht nur eine Geschichte erzählt – oft wird diese sogar von diversen Nebenhandlungen in den Hintergrund gedrängt. Dann überwiegen skurrile Einzelszenen, welche einer  absurden Komödie entsprungen scheinen. Oft wirkt die Serie auch wie eine überhöhte Seifenoper – ein Stilelement, welches von Lynch und Frost bewusst eingesetzt wurde. Hier zeigt sich für mich auch die einzige Schwäche der Serie: die Selbstverliebtheit der Autoren. So werden einige satirisch angelegte Handlungsstränge über die Maßen strapaziert, so dass die Seifenoper tatsächlich Einzug in die Serie hält (die Geschichte um Josie, der Bürgerkriegswahn von Benjamin Horne etc.) – in solchen Szenen ist die Serie oft nur noch anstrengend und man würde sich einen stärkeren Fokus auf die Haupthandlung wünschen.

Erstaunt hat mich auch, wie nahe Horror und Humor in „Twin Peaks“ zusammenliegen. Manche Szenen sind wirklich beängstigend und erwecken durch die grandiose Inszenierung blanken Terror. Lynch hat seine Mittel hier sehr effizient eingesetzt. Im nächsten Moment schwenkt die Serie dann wieder in absurden Humor um. Diese Gradwanderung wird durch den fantastischen Score von Angelo Badalamenti perfekt unterstützt, welcher mir auf Dauer allerdings etwas eintönig erschien. Vielleicht ein Stilmittel? In kleinen Dosen auf jeden Fall wunderschön anzuhören.

Neben der grandiosen Inszenierung und der ungewöhnlichen Handlung, überraschen vor allem die unzähligen Schauspieler, die man inzwischen aus diversen Film- und TV-Produktionen kennt: Kyle MacLachlan („Blue Velvet“, „Dune“) ist die perfekte Besetzung für den ungewöhnlichen FBI-Agenten. Lara Flynn Boyle („Men in Black II“), Mädchen Amick („Joey“), Sherylin Fenn („Gilmore Girls“) und Heather Graham („Boogie Nights“, „Scrubs“) bilden die Garde der jugendlichen Hauptdarstellerinnen. Grace Zabriskie („Seinfeld“, „The King of Queens“) und Ray Wise („Dead End“) überzeugen als Eltern des Mordopfers Laura Palmer. Des Weiteren gibt es noch Billy Zane („Titanic“) und David Duchovny („Californication“) zu sehen. Besonders hervorzuheben ist zudem Michael J. Anderson als The Man from Another Place, der einige Jahre später die Hauptrolle in einer ähnlich surrealen Serie übernehmen durfte: Samson in „Carnivàle“.

Für mich geht mit „Twin Peaks“ ein großartiges Erlebnis zu Ende, welches sich wirklich nur schwer in Worte fassen lässt. David Lynchs Ausflug in die TV-Welt ist nicht immer leicht zu konsumieren, doch wenn man sich darauf einlässt wird man mit grandiosen Bildern und einer tollen Geschichte belohnt. Da einige Handlungsstränge jedoch sehr an meinen Nerven gezehrt haben, vergebe ich insgesamt 9/10 Punkte und freue mich nun schon auf die Sichtung des Kinoprequels „Twin Peaks: Fire Walk With Me“.

The Big Bang Theory – Season 1

Zu Beginn der TV-Saison 2007/2008 wurde die Sitcom „The Big Bang Theory – Season 1“ zunächst als große Hoffnung gefeiert, nur um kurz danach von vielen Kritikern als zu konventionell abgestraft zu werden. Ich bin relativ spät eingestiegen, habe mich aber sofort mit dem Humor der Serie angefreundet.

Die Handlung ist – wie bei den meisten Sitcoms – so gut wie nicht existent: Die angehenden Wissenschaftler Leonard Hofstadter, Sheldon Cooper, Howard Wolowitz und Rajnesh Koothrappali kämpfen mit den Widrigkeiten des Alltags und kosten ihren nerdigen Lebensstil voll und ganz aus. Gestört wird diese Idylle durch Penny, die gegenüber einzieht und das Leben des Nerdquartetts gehörig durcheinander bringt. Besonders Leonard fühlt sich zur der unkonventionellen Blondine von Anfang an hingezogen.

Die Serie lebt ganz klar von pop- bzw. nerdkulturellen Anspielungen. Kino, TV, Computerspiele, Internet. Wer nicht selbst ein kleiner Nerd ist, dem werden viele der Gags wohl entgehen. Hinzu kommen abgedrehte Charaktere, die alle wirklich einzigartig sind. Besonders Sheldon ist der Kracher. Einfach eine fantastisch geschriebene Figur. Wer sich an Halloween schon immer einmal als Doppler-Effekt verkleiden wollte, der findet in Sheldon seinen Helden.

„The Big Bang Theory“ hat sich einen festen Platz in meinem Serien-Programm gesichert und kommt in seinem Genre gleich an zweiter Stelle hinter „How I Met Your Mother“. Soviel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr mit einer klassischen Sitcom. Uneingeschränkt empfehlenswert: 9/10 Punkte.

Aliens in America – Season 1

Eine der für mich im Vorfeld interessantesten Shows der letztjährigen Newcomer war „Aliens in America – Season 1“. Die Show um einen pakistanischen Austauschschüler in Wisconsin versprach erfrischenden Humor und hatte zudem Scott Patterson (Luke Danes, „Gilmore Girls“) zu bieten.

Nach den ersten Episoden machte sich etwas Ernüchterung breit: Die Serie konzentrierte sich zu sehr auf die typischen Teenager-Probleme des Erzählers Justin Tolchuck. Ich hatte mir anfangs mehr Interaktion von Raja (wunderbar dargestellt von Adhir Kalyan) mit der Außenwelt und der Familie sowie deutlich mehr Satire gewünscht. Doch bevor die Enttäuschung zu groß wurde, begann die Serie zu wachsen.

Die Teenager-Probleme blieben, doch nahmen auch Storylines um Franny und Gary Tolchuck – die Eltern – immer mehr Platz in der Serienhandlung ein. Gegen Ende hatte ich mich richtig in die Show eingelebt und konnte jede Episode wirklich genießen.

Die Qualität der Serie ist wohl auch zu großen Teilen ihren Schauspielern zu verdanken. Neben Scott Patterson und Adhir Kalyan hat mich besonders Dan Byrd beeindruckt, der mich – wohl auch aufgrund der Voice-over-Narration – irgendwie an den guten alten „Dexter“ erinnert hat.

„Aliens in America“ ist eine sehenswerte Comedy, die gekonnt mit Vorurteilen spielt. Die Figuren bleiben trotz karikaturistischer Züge stets sympathisch und bieten dem Zuschauer dadurch genügend Identifikationsfläche. Eine Serie, die zwar nicht ganz oben mitschwimmt, aber dennoch weit vor ihrer Zeit abgesetzt wurde: 8/10 Punkte.

The Office (US) – Season 4

Trotz Widrigkeiten aufgrund des Autorenstreiks hat „The Office (US) – Season 4“ nun ihr würdiges Ende gefunden. Da sich im Vergleich zu den vorhergehenden Staffeln doch so einiges geändert hat, möchte ich die Gelegenheit ergreifen und noch einmal auf die besondere Qualität dieser grandiosen Show hinweisen.

Wir erinnern uns: Einen gewissen Teil der Spannung hat die Serie aus der verhinderten Beziehung von Jim und Pam gezogen. In der vierten Staffel sind beide nun ein Paar. Würden andere Serien dies nun zum Anlass nehmen der Beziehung möglichst viele Hindernisse in den Weg zu legen, funktioniert „The Office“ auch mit der neuen Figurenkonstellation. Anderen Charakteren wird wieder mehr Augenmerk geschenkt und es wird nicht zwanghaft versucht einen etablierten Handlungsstrang immer mehr in die Länge zu ziehen – auch wenn das Ende der Staffel etwas in diese Richtung vermuten lässt.

Ebenso ändern sich Michaels Lebensumstände: Er trennt sich von Jan, was besonders in der letzten Episode für einige urkomische Szenen sorgt – und auch hier wieder Potential für neue Wirrungen birgt. Besonders in diesem Handlungsstrang werden wieder die Stärken der Serie deutlich: Im Gegensatz zum deutschen Pendant bleiben die Figuren stets liebenswert. Man kann mit ihnen mitfühlen. Das dadurch geschaffene Identifikationspotential lässt auch so manch peinliche Aktion der Figuren nur umso stärker wirken.

Auch im vierten Anlauf bietet das US-Remake von „The Office“ großartige Unterhaltung. Abnutzungserscheinungen lassen sich kaum ausmachen und auch die Qualität hat seit Season 1 & 2 bzw. Season 3 nicht nachgelassen. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Michael Scott und seinem Team: 9/10 Punkte.

Firefly – Season 1

Als ich vor ungefähr drei Jahren Joss Whedons „Firefly“ importierte, war ich mir nicht bewusst ab diesem Zeitpunkt meine Lieblingsserie in den Händen zu halten. Ich hatte mir die Serie damals nur aufgrund der positiven Berichte und der Empörung bezüglich der frühen Absetzung gekauft. Vielleicht hätte ich nie einen Blick auf die Serie geworfen, hätte FOX sie länger am Leben gelassen – eine Tatsache, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt.

Nach der ersten Sichtung – innerhalb einer Woche – war ich der Serie verfallen. Komplett. Mit Haut und Haaren. Dabei war ich anfangs wirklich skeptisch, konnte ich doch nie sonderlich viel mit klassischen Space Operas à la „Star Trek“ anfangen. Auch Joss Whedon war für mich (noch) kein Qualitätsgarant, denn die paar Folgen von „Buffy“, die ich bei der deutschen TV-Ausstrahlung gesehen hatte, erinnerten mich eher an billige B-Movies denn an großartige Serienkunst.

Seit „Firefly“ ist jedoch alles anders: Nathan Fillion hat sich zu einem meiner Lieblingsdarsteller gemausert, „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ sah ich anfangs nur wegen Summer Glau, Serien mit Adam Baldwin sind für mich zur Pflicht geworden und ich habe mit „Serenity: Those Left Behind“ wieder angefangen Comics zu lesen. Von der Vorfreude auf die nächste Serie von Joss Whedon – „Dollhouse“ – einmal ganz zu schweigen.

Um „Firefly“ entsprechend zu würdigen präsentiere ich hiermit erstmals Kritiken zu den einzelnden Episoden. Viel Spaß beim Erinnern an die fantastischen Geschichten um die Crew der Serenity!

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Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 1

Dank Grippe und damit verbundenem Sofa-Aufenthalt hatte ich in den letzten Tagen mehr als genug Zeit zu schlafen, zu lesen und Serien zu schauen. So habe ich meine Wachphasen genutzt, um „Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 1“ zu sichten. Die perfekte Unterhaltung, auch bzw. besonders dann wenn man nicht allzu aufnahmefähig ist.

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Ich mag „Terminator“. Sehr sogar. Besonders der zweite Teil hat es mir angetan. Eine düstere Zukunft mit unzähligen Möglichkeiten, tollen Figuren und grandioser Action. Was will man mehr? Umso gespannter war ich, als ich das erste Mal von der Serienfortsetzung hörte. Gespannt, erfreut und skeptisch. Die Geschichte um Sarah und John Connor setzt ziemlich nahtlos nach „Terminator 2“ an und nimmt dann eine Entwicklung, die nicht mehr konform zur Handlung des dritten Kinofilms läuft – nicht unbedingt ein Nachteil.

Hat man sich erst einmal an die neuen Darsteller der beiden Hauptfiguren gewöhnt, kann man sich als Zuschauer der tollen Atmosphäre erfreuen, die der der Filme schon recht nahe kommt. Besonders die Auftritte der titelgebenden Terminatoren sind immer wieder schön anzusehen. Hier möchte ich natürlich Cameron Phillips – den guten Cyborg – hervorheben, der grandios von Summer Glau (River Tam, „Firefly“) verkörpert wird.

Die Handlung selbst ist nicht sonderlich tiefschürfend. „Terminator“ eben. Doch das macht nichts. Es gibt Einblicke in die Welt nach dem Judgement Day und einige bekannte Charaktere tauchen wieder auf. Weiterhin gibt es neue Figuren, die sich ganz gut in diesem Universum machen. Ingsesamt also eine runde Sache, wenngleich man immer im Hinterkopf behalten sollte, dass dies eben nur eine TV-Serie ist – und eben kein millionenschwerer Kinofilm.

Für Freunde von „Terminator“ (insbesondere dem zweiten Teil) bieten die neun Episoden der ersten Staffel von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ beste Unterhaltung. Ich freue mich jedenfalls schon mächtig auf die Fortsetzung – dann hoffentlich ohne Grippe: 8/10 Punkte.

Joey – Staffel 2

Irgendwann geht alles zu Ende. Auch die Ära „Friends“ – und dazu zähle ich dieses Spin-off. Den ungeliebten Stiefbruder, der mit „Joey – Staffel 2“ sein unrühmliches Ende fand.

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Ich selbst kann das grandiose Scheitern der Sitcom immer noch nicht so ganz nachvollziehen. Joey ist und bleibt eine unglaublich sympathische Figur und auch der Support-Cast wächst einem mit der Zeit ans Herz. Vermutlich waren die Erwartungen nach dem Riesenerfolg der Vorgängerserie einfach zu hoch. An diesem Punkt sehe ich auch deutlich verschenktes Potential.

Ich kann immer noch nicht verstehen, warum man Joeys Vergangenheit einfach so weggeworfen hat. Der Großteil der Zuschauer dürfte wohl aus „Friends“-Kreisen stammen und genau diesen dürfte die völlige Missachtung von Joeys Vergangenheit übel aufgestoßen sein. Ich rede hier gar nicht von Gastauftritten o.ä., sondern von simplen Bezugnahmen. Ich denke besonders zu Beginn der ersten Staffel wurden dadurch viele potientielle Zuschauer vergrault.

Davon abgesehen macht die zweite – und leider letzte – Staffel der kurzlebigen Sitcom immer noch viel Spaß. Leider merkt man in den letzten Folgen allerdings deutlich, dass Drehbücher umgeschrieben wurden und die Serie auf wackligen Beinen stand. Sehr schade.

Ich blicke auf „Joey“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Als Langzeitfreund werde ich jedoch auch das Spin-off in guter Erinnerung behalten: 8/10 Punkte.

Seinfeld – Season 1 to 9

Wie lange habe ich diesen Eintrag hinausgezögert. Seitdem „Seinfeld: The Complete Series“ im Schrank steht, ging es mit der 9. Staffel in einem Rutsch dahin. Bis zur letzten Folge. Deren Sichtung habe ich aus unerfindlichen Gründen immer wieder hinausgezögert. Bis gestern. Nun ist das Kapitel „Seinfeld“ erst einmal abgeschlossen. Wieder einmal. Glücklicherweise muss ich dieses Mal nicht warten, bis sich ein TV-Sender zur Ausstrahlung erbarmt. Nein. Dieses Mal kann ich jederzeit zu den verrückten New Yorkern zurückkehren.

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Meine Geschichte mit „Seinfeld“ ist eine sehr persönliche. Zumindest sehe ich das so. Im Gegensatz zu anderen prägenden Serien – z.B. „Friends“ – habe ich „Seinfeld“ ganz alleine entdeckt und im Freundeskreis etabliert. Heute – in Zeiten des Web2.0 – stehen und fallen neuartige Serien mit den Empfehlungen von geschmacksverwandten Serienexperten. Damals hat man sich noch selbst durch das Programm gewühlt und ist hartnäckig an so mancher Perle hängengeblieben, die von den deutschen TV-Sendern ins Mitternachtprogramm verbannt wurden. Neben „Friends“, „Cheers“ und „Becker“ war eben auch die Serie dabei. Die eine Serie, die meinen Humor prägen sollte wie keine andere. Die eine Serie, die bei den meisten meiner Freunde auf Kopfschütteln stoßen sollte. Die eine Serie, die ich auch heute noch als kreativstes Ergebnis der amerikanischen Network-Landschaft bezeichnen würde. Die Serie überhaupt: „Seinfeld“.

Was macht die Serie so besonders? Im Mittelpunkt stehen vier New Yorker Freunde: Jerry Seinfeld, George Costanza, Elaine Benes und Cosmo Kramer. Dieses Quartett kämpft sich durch die Widrigkeiten des Lebens, durch Alltagssituationen, die man als Zuschauer immer irgendwie nachempfinden kann. Allerdings handeln diese vier Individuen generell anders/extremer/peinlicher/kreativer als man es selbst im echten Leben wagen würde. Aus dieser Kombination von alltäglichen Problemen und unvorstellbaren Lösungen lebt die Serie. Das alles mag sich nun reichlich unspektakulär anhören, doch ist „Seinfeld“ so unglaublich gut geschrieben, dass jede einzelne Folge wie ein kleines Meisterwerk wirkt. Es gibt meist mindestens drei parallele Handlungsstränge, die äußerst geschickt verknüpft werden. In nahezu jeder Episode werden Situationen und Bezeichnungen geschaffen, die sich perfekt in den Alltag übernehmen lassen. Schade nur, dass man hierzulande meist auf taube Ohren stößt, wenn man eine Anspielung auf „Seinfeld“ erwähnt.

Neben den kreativen Köpfen – allen voran Larry David – hinter der Show, wissen besonders die vier Hauptdarsteller zu überzeugen: Jerry Seinfeld mausert sich im Verlauf der neun Staffeln zu einem wahren Meister des pointierten Schauspiels. Jason Alexander entwickelt George zu viel mehr als einer reinen Larry David-Kopie und ist oft der komödiantische Höhepunkt. Julia Louis-Dreyfus schwankt in ihrer Darstellung der Elaine Benes von unglaublich peinlich – in absolut positivem Sinne! – bis unglaublich gewitzt. Michael Richards liefert mit seinem Portrait des Cosmo Kramer schließlich die Performance seines Lebens. Was er hier an körperlichem Einsatz liefert, geht wahrlich in die Geschichte des Slapstick ein.

Auch mit Nebendarstellern geizt die Serie nicht. So ist Wayne Knight als verhasster Nachbar Newman göttlich und bleibt besonders in der grandiosen „JFK“-Parodie in Erinnerung. Jerry Stiller spielt die Rolle des Frank Costanza wie eine überdrehte Vorstufe zu seinem Arthur Spooner aus der Erfolgssitcom „The King of Queens“. Ich könnte hier wahrlich noch seitenweise weiter schreiben. Erwähnen möchte ich jedoch die Auftritte von Lauren Graham und Scott Patterson (Lorelei und Luke aus den „Gilmore Girls“), die in „Seinfeld“ einen ihrer ersten TV-Auftritte absolvierten.

Neben unzähligen popkulturprägenden Zitaten – angefangen vom Suppen-Nazi, über Yada Yada, den Nahkampfredner, die Schrumpfung, die durstig machenden Brezeln uvm. – bleibt für mich vor allem das grandiose Ende der Serie in Erinnerung. Ich meine damit nicht die allerletzte Episode, sondern das Ende von „The Clip Show“. So und nicht anders hat ein Serienende auszusehen!

Wie man vielleicht gemerkt hat, bin ich „Seinfeld“ mit Haut und Haaren verfallen. Besonders die Kreativität bringt mich immer wieder zum Staunen. Wenn man sich das wunderbare Zusatzmaterial der DVDs ansieht, weiß man wie sehr Larry David und Co. zu kämpfen hatten, bis die Serie solch ein – zumindest in den USA – bombastischer Erfolg wurde. Auch zeigt dies, dass manche Serien eben Zeit brauchen – und nicht bereits nach drei Staffeln abgesetzt werden sollten. Für mich ist „Seinfeld“ die beste TV-Show aller Zeiten und ich wage die Behauptung, dass kaum ein Comedy-Autor nicht von den grandiosen Einfällen der Serie beeinflusst wurde. Könnte ich es, würde ich mehr als 10/10 Punkte vergeben.