True Blood – Season 1

Einer der wohl aufregendsten Serienstarts des aktuellen Jahres war ohne Zweifel Alan Balls „True Blood – Season 1“ nach den „The Southern Vampire Mysteries“-Romanen von Charlaine Harris. Auch ich wurde schon nach wenigen Folgen von der spannenden Geschichte rund um die telepathisch veranglagte Kellnerin Sookie Stackhouse mitgerissen.

trueblood

In der Serie ist „True Blood“ der Name eines Getränks. Künstlich hergestelltes Blut. Vampire. Schon allein diese Prämisse hat mich zum Reinschauen verlockt. Vampire sind schließlich stets gerne gesehene Gäste auf meinem Bildschirm. Hinzu kommt das mehr als außergewöhnliche Setting der sonnendurchfluteten Südstaaten. Nicht wirklich der Ort, an dem man mit den lichtscheuen Blutsaugern rechnen würde. Doch gerade das macht die Serie so ungewöhnlich.

Man könnte sagen „True Blood“ wählt einen realistischeren Ansatz mit dem Thema Vampirismus umzugehen, als z.B. „Buffy: The Vampire Slayer“ – doch wenn es hart auf hart kommt, dann scheinen auch die Südstaatenvampire einem Comic entsprungen zu sein. Wie man es von HBO gewohnt ist, geht die Serie mit ihren Figuren auch nicht zimperlich in Bezug Sex und/oder Gewalt um. Blut fließt hier oft literweise und Sex ist sowieso stets das Thema Nummer 1.

In Bezug auf die episodenübergreifende Handlung ist die erste Staffel einigermaßen abgeschlossen. Ein Killer wird gefasst und dutzende einige neue Handlungsfetzen werden dem Zuschauer vor die Füße geworfen. Am Ende noch ein mehr oder weniger spannender Cliffhanger und die Vorfreude auf Season 2 ist entfacht. Glücklicherweise lebt die Serie weniger von den Handlungselementen, als von den Figuren und ihren Beziehungen zueinander. Beides zusammen funktioniert tadellos und weckt positive Erinnerungen an andere charakterlastige Serien.

Mir hat die erste Staffel von „True Blood“ unglaublich viel Spaß bereitet. Zwar gibt es durchaus noch Verbesserungspotential (besonders in Bezug auf eine mitreißendere Rahmenhandlung), doch steht Alan Balls jüngster Streich für mich jetzt schon als bester Serienstart der aktuellen TV-Season fest: 9/10 Punkte.

Sam Merlotte: ‚You know what I wish would come to town? Buffy or Blade or one of those badass vampire killers to come get Bill Compton.‘

Angel – Season 1

Nach dem Staffelfinale von „Buffy: The Vampire Slayer“ war die Sichtung des Spin-offs „Angel – Season 1“ nur die logische Konsequenz. Im Nachhinein würde ich mir zwar wünschen bereits parallel zur Handlung der Urpsrungsserie in das Spin-off eingestiegen zu sein, doch auch die retrospektive Betrachtung der Zeitachse birgt so manche Überraschung.

angel_s1

In den ersten Folgen hatte ich wirklich zu kämpfen. Man spürt zwar, dass man sich im Buffyverse befindet – doch alles ist anders. Von den emotionalen und und äußerst spritzigen Szenen, denen man noch in Sunnydale beiwohnen durfte ist erst einmal nichts zu spüren. Angel ist wie immer eher verschlossen und auch Cordelia scheint nur noch ein Schatten ihrer selbst zu sein. Neuzugang Doyle bleibt vorerst auch etwas unnahbar und ich hatte das Gefühl eine schwache Kreuzung aus Xander und Spike vor mir zu haben. Hinzu kommt die streng episodenhaft gegliederte Handlung und Szenenübergänge, die mich eher an „CSI“ und Konsorten denken lassen, als an eine im Buffyverse verankerte Serie.

Doch schon bald gewinnen die Dialoge an Witz und die Geschichten werden interessanter. Wolfram & Heart kritsallisieren sich als mächtiger Gegenspieler heraus und sorgen sowohl für Spannung als auch absurde Komik. Doyle ist mir auch wirklich ans Herz gewachsen und gerade in dem Moment, als der Charakter ausreichend eingeführt war passiert das, mit dem man in einer Joss Whedon-Serie natürlich rechnen muss. Ich fand den gewaltsamen Ausstieg sehr schade, doch das Auftauchen von Wesley hat die Trauer (wohl auch bei den Charakteren) schnell verfliegen lassen. Ein echter Zugewinn für die Serie!

Insgesamt finde ich „Angel“ immer noch etwas holprig. Highlights waren natürlich die Crossover-Episoden mit „Buffy: The Vampire Slayer“ – überhaupt ist der Zusammenhang beider Serien sehr stark, was mir wirklich gut gefällt. Neben typische Monster-of-the-Week-Folgen ist ein episodenübergreifender Handlungsbogen noch nicht wirklich auszumachen. Da ist auf jeden Fall Entwicklungspotential vorhanden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Allen Freunden von „Buffy: The Vampire Slayer“ kann ich einen Blick auf „Angel“ auch nur ans Herz legen. Inzwischen sind mir die Figuren (wieder) richtig ans Herz gewachsen und mit etwas mehr Feinschliff kann da noch richtig etwas draus werden: 7/10 Punkte.

Buffy the Vampire Slayer – Season 7

Dreieinhalb Monate hat sie gedauert. Die Reise. Gestern Abend hat sie mit dem Finale von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 7“ ihr unausweichliches Ende gefunden. Sieben Jahre lang habe ich Buffy, Xander, Willow und Giles begleitet. Viel ist passiert. Man hat gelacht und gelitten. Nun trennen sich die Wege – zumindest vorerst.

Die finale Staffel schließt nahtlos an die sechste an und führt den eingeschlagenen Weg weiter fort. So gibt es kaum noch Monster-of-the-Week-Episoden und auch humorvolle Einlagen lassen sich an einer Hand abzählen. Nur „Storytelling“ ist mir hier äußerst positiv in Erinnerung geblieben. Die Haupthandlung um die endgültige Apokalypse nimmt dann auch konsequenterweise die gesamte restliche Spielzeit für sich in Anspruch.

Auch wenn ich episodensübergreifende Geschichten normalerweise bevorzuge, so muss ich doch zugeben, dass mich dieser Ansatz hier nicht wirklich überzeugt hat. „Buffy: The Vampire Slayer“ war schon immer eine Serie, bei der die Charakterentwicklung im Vordergrund stand. Diese gibt es zwar auch in Staffel 7, doch wird sie hier teils durch die stagnierende Haupthandlung erdrückt bzw. zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Das hatte in den vorhergehenden Seasons mit den beständig eingestreuten Einzelepisoden irgendwie besser funktioniert.

Da es das Ende der Welt in der Serie auch schon etliche Male zu verhindern galt, wurde für die aktuelle Apokalypse natürlich enorm auf die Tube gedrückt. Dies erschien mir teils etwas aufgesetzt und erst als The First mit Nathan Fillions Figur eine körperliche Präsenz verliehen bekam wurde die Bedrohung wirklich spürbar. Die finale Schlacht ist dann wahrlich beeindruckend in Szene gesetzt und ich hatte öfter das Gefühl mich in „Der Herr der Ringe“ verirrt zu haben. Leider geht am Ende dann alles sehr schnell und der Abschied kommt mir fast etwas zu kurz – doch vermutlich spricht hier nur meine nostalgische Grundhaltung, denn es gibt wohl keinen passenderen Abschluss für die Serie.

Sehr erfreut war ich übrigens über die zahlreichen Gastauftritte aus früheren Jahren. Das hat wirklich Spaß gemacht. Insgesamt reiht sich die siebte Staffel dadurch nahtlos in das Buffyverse ein – und ich kann nur hoffen, dass mich die Fortsetzung in Comicform auch nur annähernd so gut zu unterhalten vermag, wie die Serie. Das Staffel-Ranking fällt bei mir folgendermaßen aus – die Qualitätsunterschiede sind jedoch größtenteils marginal:

1. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 3“
2. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 2“
3. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 5“
4. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 6“
5. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 4“
6. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 7“
7. „Buffy: The Vampire Slayer – Season 1“

„Buffy: The Vampire Slayer“ gehört zum absoluten Pflichtprogramm für alle Serienjunkies. Ein Meilenstein. Unabstreitbar. Die bisher wohl gelungenste Metapher für das Coming-of-Age-Genre. Auch wenn die finale Staffel qualitativ nicht an die goldenen Zeiten der Serie anschließen kann, so stellt sie doch einen mehr als würdigen Abschluss dar: 8/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 6

Wieder einmal geht ein Jahr in Sunnydale zu Ende. Hatte ich bereits die fünfte Staffel als recht düster empfunden, so war diese im Vergleich zu „Buffy: The Vampire Slayer – Season 6“ noch lockerleichte Unterhaltung. Wer hätte gedacht, dass dem trashigen Monsterspaß einmal eine so erwachsene Serie entwächst?

Bereits die erste Doppelfolge um Buffys Auferstehung ist dermaßen deprimierend und erschreckend, dass man sich als Zuschauer fragt wie jemals wieder die Leichtigkeit der vorhergehenden Staffeln eingefangen werden kann. Sie kann es nicht. Selbst die spaßigeren Folgen, wie „Tabula Rasa“ oder „Doublemeat Palace“ können die Grundstimmung der Staffel nicht in den Hintergrund drängen.

Ein weiterer Grund, der die Serie für mich noch trostloser gemacht hat, ist der Weggang von Rupert Giles. Mit ihm geht nicht nur ihr Watcher, sondern auch der Funke Hoffnung in Buffys Leben. Neben den offensichtlichen inhaltlichen Gründen, fällt dieser Verlust besonders im Ensemble auf, das mit Anthony Stuart Head eines seiner stärksten Mitglieder verliert.

Hervorzuheben ist im Verlauf des staffelumspannenden Handlungsbogens einmal mehr die Wandlungsfähigkeit der Figuren und wie kompromislos Joss Whedon mit ihnen umgeht. Sei es Tod, Liebe oder Freundschaft. Hier bleibt kein Stein auf dem anderen und der Auftritt von Dark Willow ist wirklich der beängstigende Höhepunkt dieser Staffel – zumindest wenn man von „Once More With Feeling“ absieht, der grandiosen Musicalepisode, die nur noch von Joss Whedons „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ übertroffen wird.

Insgesamt war auch die sechste Staffel wieder einmal großes Kino. Dennoch hat sie mich nicht vollends überzeugen können. Vermutlich fand ich sie über weite Strecken einfach zu düster. Das Ende macht jedoch sowohl den Figuren, als auch den Zuschauern wieder Hoffnung und somit blicke ich zufrieden in die Zukunft: 8/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 5

Es ist wieder einmal soweit. Das Staffelfinale von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 5“ will verarbeitet werden. Verarbeitet trifft es auch ziemlich gut, denn was einem hier geboten wird übertrifft so ziemlich alle Cliffhanger, die ich bisher erleben durfte. Eigentlich wird hier der Ausdruck Cliffhanger auch eher ad absurdum geführt. Typisch Joss Whedon.

Der Beginn der Staffel wirkt noch relativ normal. Ein paar Einzelepisoden. Viel Humor. Es fühlt sich an, als wären wir zurück im Terrain der zweiten bzw. dritten Staffel. Doch etwas hat sich verändert: Dawn ist in Buffys Leben getreten. Die Slayerin hat eine Schwester. Diese neue Figur bestimmt die gesamte Staffel. Woher kommt sie? Was will sie? Hat sie gute oder böse Absichten? Dieser Handlungsstrang ist – zumindest anfangs – so irritierend, dass es eine wahre Freude ist. Das Buffyverse steht einmal wieder Kopf.

Ab der Staffelmitte schlägt die Stimmung dann schlagartig um: Es wird düster. Aber so richtig. Zwar immer noch durchsetzt mit dem typischen Joss Whedon-Humor, steigert sich die Bedrohung bis zur letzten Episode ins Unermessliche. Für mich war der dramatische Höhepunkt jedoch schon mit „The Body“ erreicht. Wohl die traurigste Episode, der ich in meiner Serienkarriere je beigewohnt habe. Großes, intensives Kino. Sowohl formal, als auch inhaltlich.

Gegen Ende der Staffel zieht auch der Haupthandlungsstrang enorm an. Glory weiß als Big Bad hier auf ganzer Linie zu überzeugen. Herrlich absurd und doch in jeder Szene bedrohlich. Im Staffelfinale spitzt sich die Situation dann so stark zu, dass ich das Schlimmste für die Charaktere befürchtet hatte – und es kam (natürlich) noch schlimmer. Ich bin wirklich gespannt, wie die Sache zu Beginn der nächsten Staffel aufgelöst wird.

Meine Lieblingsepisode war dieses Mal wohl – trotz wirklich starker Konkurrenz – „Fool for Love“. Ich mag Spike einfach. Ebenso hat mir der gesamte darauf aufbauende Nebenhandlungsstrang besonders gut gefallen. Auch das, was die Autoren in der letzten Konsequenz daraus gemacht haben. Nett waren auch die beiden Roboterepisoden. Doch insgesamt wird mir die Staffel wohl aufgrund ihrer düsteren Gesamtwirkung in Erinnerung bleiben.

Im Gegensatz zur vierten Staffel macht die Serie qualitativ wieder einen Sprung nach vorne. Wohl auch – oder gerade weil – die Autoren nicht auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Düster, schockierend und emotional fordernd. So lässt sich die Staffel für mich recht gut zusammenfassen. Einmal mehr ganz großes Kino: 9/10 Punkte.

Back to You – Season 1

Aufgrund des Mangels an aktuellen Sitcoms, habe ich mir – trotz anfänglichem Desinteresse – die erste und einzige Staffel von Kelsey Grammars (Dr. Frasier Crane, „Cheers“ & „Frasier“) aktuellstem Serienprojekt angesehen: „Back to You – Season 1“ – eine mehr als nur klassische Sitcom.

Es ist wirklich erstaunlich. Oftmals musste ich während der Sichtung von „Back to You“ an den Sitcom-Klassiker „Mary Tyler Moore“ denken. Wenn man diese Verbindung im Kopf hat, wird einem auch schnell bewusst, wie altmodisch – oft sogar altbacken – die Show um eine News-Redaktion in Pittsburgh heute wirkt.

Kelsey Grammar spielt wie immer grandios. Ergänzt wird er durch eine tolle Patrica Heaton (Debra Barone, „Everybody Loves Raymond“). Leider jedoch sind die beiden Charaktere zu klischeehaft und durchschaubar angelegt, als dass alleine die Schauspieler das Ruder hier noch herumreißen könnten. Ein netter Supportcast rundet das harmlose Bild dieser Serie ab.

„Back to You“ ist ein brauchbarer Snack für alle hungrigen Sitcom-Freunde. Der Humor zündet meist, die Geschichten sind nett und die Schauspieler hauchen den blassen Figuren leben ein. Insgesamt kann ich mich über die Absetzung allerdings nicht wundern, denn mehr als nett ist die Show am Ende dann leider doch nicht: 6/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 4

Bereits zwei Wochen nach dem Eintrag zur dritten Staffel, steht die Besprechung von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 4“ auf dem Programm. Wenn es mit diesem Tempo weitergeht, schreibe ich nächsten Monat bereits über das Serienfinale. Unglaublich, wie stark sich die Serie entwickelt hat.

Mit Beginn der vierten Staffel kommt es zu einem deutlichen Bruch: Angel und Cordelia haben Sunnydale verlassen, die Highschool ist zerstört, Giles ist arbeitslos und Buffy muss sich im College neu orientieren. Hier erinnert mich die Serie sehr an die finale Staffel von „Veronica Mars“, wenngleich diese natürlich von Joss Whedons Werk beeinflusst ist und nicht andersrum. Alles schreit nach Neubeginn und so müssen nicht nur die Figuren lernen mit den veränderten Umständen umzugehen, sondern auch der Zuschauer.

Leider schaffen die Autoren es nicht den Weggang von Angel und Cordelia übergangslos zu kompensieren. Die ersten Episoden wirken etwas uninspiriert und ohne Ziel – und das obwohl das Thema der Staffel schon recht bald eingeführt wird: The Initiative. Leider konnte ich mich nie wirklich mit dieser militärischen Geheimorganisation anfreunden. Zu technisch. Zu übertrieben. Zu unglaubwürdig. Selbst für eine Serie wie diese. Diese Umstände wurde von den Autoren jedoch erkannt und man hat die Kritik an ihnen mit teilweise glänzender Selbstironie in die Serienhandlung eingeflochten.

Die Stars der Staffel sind für mich eindeutig Spike und Anya. Besonders Spike ist in seiner verhinderten Bosheit so herrlich absurd, dass es eine wahre Freude ist. Weiterhin gibt es ein paar wirkliche Highlights in der Staffel, die jedoch meist nicht mit dem Haupthandlungsbogen zusammenhängen. Besonders „Hush“, die Doppelfolge um Faith und das losgelöste Staffelfinale „Restless“ sind einfach nur großes Kino.

Ich freue mich nun schon auf die kommenden drei Staffeln und hoffe, dass der Handlungsbogen von Season 5 wieder besser ausgearbeitet ist, als der um The Initiative. Trotz qualitativem Einbruch, ist auch die vierte Staffel großartige Serienunterhaltung mit viel Humor und nahezu perfektem Drama: 8/10 Punkte.

Farscape – Season 1

Auf meiner beständigen Suche nach einem würdigen Ersatz für Joss Whedons Ausnahmeserie „Firefly“, bin ich auf „Farscape – Season 1“ gestoßen. Von mir bisher nur als Muppets im All wahrgenommen, habe ich die Serie über die letzten Monate hinweg wirklich zu schätzen gelernt.

Zunächst einmal muss gesagt werden: Den erhofften „Firefly“-Ersatz stellt diese außergewöhnliche Sci-Fi-Serie nicht dar – aber das macht auch nichts. „Farscape“ lässt sich mit nichts vergleichen, was ich bisher in dem Genre gesehen habe. Teils erinnert der Alien- bzw. Planet-of-the-Week-Aufbau etwas an die klassischen „Star Trek“-Serien, die Bösewichte erinnern in ihrer Präsenz ein wenig an „Star Wars“ und die Dialoge lassen ab und zu tatsächlich an diverse Joss Whedon-Serien denken. Hinzu kommen abgedrehte Charaktere und verrückte Designideen, welche die Serie aus dem Einheitsbrei herausheben.

Das Highlight sind für mich natürlich die Figuren aus Jim Henson’s Creature Shop  – einfach fantastisch! Anfangs mag es ungewohnt erscheinen diese Puppen mit normalen Menschen agieren zu sehen, doch bereits nach ein paar Episoden hat es mich stets überrascht, wie sehr ich diese Puppen doch als reale Charaktere wahrgenommen habe. Ein wahres Fest für jeden Kreaturenfreund.

Eine Rahmenhandlung ist in dieser ersten Staffel noch nicht wirklich zu finden. In den letzten Episoden gibt es vielversprechende Ansätze, davor reiht sich aber eine Einzelepisode an die nächste. Einige davon sind wirklich gelungen, andere dagegen eher langatmig. Glücklicherweise tragen die meist wirklich gut geschriebenen Figuren viel zum Unterhaltungswert bei, so dass kein Totalausfall auszumachen war. Dennoch sehe ich hier durchaus vorhandenes Verbesserungspotential.

„Farscape“ lohnt für Sci-Fi-Freunde auf jeden Fall mehr als nur einen Blick. Man muss allerdings schon ein Herz für handgemachte Effekte besitzen und offen für abgedrehte Handlungselemente sein. Dann macht die Serie allerdings richtig Spaß, zumal die episodenübergreifende Handlung gegen Ende der Staffel wirklich vielversprechend zu werden beginnt: 7/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 3

In knapp einem Monat – inklusiver zweiwöchiger Pause – habe ich „Buffy: The Vampire Slayer – Season 3“ gesichtet. Hat ja bereits die zweite Staffel qualitativ einen großen Sprung nach vorne gemacht, ist die dritte endgültig auf einem Niveau angekommen, welches anderen Serienfavoriten von mir in nichts nach steht. Ganz großes Kino.

Besonders fällt auf, dass dem episodenübergreifenden Handlungsbogen dieses Mal mehr Zeit gewidmet wird. Zwar gibt es immer noch genügend Monster-of-the-Week-Folgen, doch werden diese besser in die Rahmenhandlung integriert – und machen zudem so viel Spaß, dass man die Haupthandlung wirklich nicht vermisst. Hervorheben möchte ich hier besonders „Doppelgangland“, welche das bisherige Highlight darstellt. Ich habe selten eine so unterhaltsame Serienepisode gesehen.

Weiterhin überrascht die dritte Staffel mit einigen nicht vorhersehbaren Twists und äußerst interessanten Charakterentwicklungen. Hier gibt es wirklich nichts zu bemängeln – einzig Spike habe ich etwas vermisst, doch der wird schon wieder auftauchen. Hoffe ich. Der große Spannungspunkt um Buffy und Angel scheint nun auch vorerst gelöst (Angel hat ja sein eigenes Spin-off bekommen) – wenngleich beide Figuren in beiden Serien wohl noch etwas unter der Trennung leiden dürften. Hier eine Frage an die Experten: Bietet es sich an beide Serien ab hier parallel zu sehen?

Etwas enttäuscht war ich nur vom Staffelfinale, das zwar wohl das Beste aus Budget und Möglichkeiten gemacht hat, den tollen Bösewicht des Mayors allerdings eher zu einer Witzfigur verkommen ließ. Aber nun gut, man kann ja schließlich nicht alles haben.

Insgesamt eine nahezu perfekte Staffel mit tollen Figuren, grandiosen Einzelepisoden und unglaublich gut geschriebenen Dialogen. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit Buffy und den Scoobies: 9/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 2

Genau drei Wochen sind seit meiner Sichtung der ersten Staffel vergangen und schon steht die Besprechung von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 2“ auf dem Programm. Hatte ich bei meinem letzten Eintrag noch kleinere Zweifel, was die Qualität der Serie und ihren Stellenwert in der TV-Welt angeht, so bin ich Joss Whedons Buffyverse inzwischen mit Haut und Haaren verfallen.

Anfangs noch eher auf Niveau von Season 1, entfaltet die Serie spätestens mit dem Auftauchen von Spike und Drusilla eine ganz neue Sogwirkung. Plötzlich sind auch die Bösewichte interessant. Sehr sogar. Hier hat mich die Serie teils stark an J. J. Abrams Agentenserie „ALIAS“ erinnert, bei der Julian Sark stets als mächtiger und individueller Gegenspieler in Erscheinung getreten ist. Wie Sark ist auch Spike nie um einen flotten Spruch verlegen und im Eifer des Gefechts werden schon einmal grenzüberschreitende Allianzen geschlossen. Ein echter Gewinn für das Serienuniversum!

Neben den neuen Figuren gewinnt vor allem Angel an Substanz. Der Twist zum Halbstaffelfinale ist grandios und katapultiert David Boreanaz Charakter in ganz neue Dimensionen. Durch diese Wendung gewinnt auch Buffy an Tiefe, was konsequenterweise auch ihre Freunde beeinflusst. Ein höchst interessanter, spannender und unterhaltsamer Handlungsbogen. Neben der Haupthandlung geben sich die Monster bei Buffy wöchentlich immer noch die Klinke in die Hand. Wenngleich hier auch nicht jede Episode zu überzeugen weiß, so sind die abgeschlossenen Geschichten doch meist ein echter Zugewinn für die Weiterentwicklung der Figuren.

Schauspielerisch und inszenatorisch macht die Serie in ihrem zweiten Jahr einen großen Schritt nach vorne. Der Trashfaktor konnte noch nicht ganz eliminiert werden, was dem Charme der Serie aber wohl eher zugute kommt. Gaststars wie Wentworth Miller (Michael Scoflield, „Prison Break“) stellen für US-Serienfreunde zudem eine gelungene Abwechslung dar. Insgesamt eine mehr als nur positive Entwicklung.

Die zweite Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ überzeugt auf nahezu ganzer Linie und macht großen Appetit auf die folgenden Seasons, sowie das Spin-off „Angel“ – ihren guten Ruf in der Serienwelt hat sich Joss Whedons Vampirsaga bereits jetzt schon verdient: 9/10 Punkte.