Die große Welt der Filmmusik (2008)

filmmusik4.jpg

Gestern Abend sind meine Frau und ich in DIE GROSSE WELT DER FILMMUSIK eingetaucht. Das Konzert der KLASSIK RADIO POPS war ein Weihnachtsgeschenk, auf das ich mich unglaublich gefreut hatte – und nun war es endlich soweit! Unter der Leitung von Nic Raine erlebten wir knapp drei Stunden voller Magie. Man kann es wirklich nicht anders sagen. Bereits bei der 20th Century Fox Fanfare zu Beginn hatte ich eine Gänsehaut, die erst weit nach Konzertende abklingen sollte.

Die Setlist war ausgewogen und reichte von kraftvoll (z.B. „Fluch der Karibik 3“) über verspielt (z.B. „Gremlins“) bis zart (z.B. „Il Postino“). Ich war wirklich sehr zufrieden, auch weil mir klar war, dass man in einem dreistündigen Konzert nicht alle Facetten der klassischen Filmmusik zeigen kann. Hier die vollständige Setlist:

    1. 20th Century Fox Fanfare (Alfred Newman)
    2. Die glorreichen Sieben (Elmer Bernstein)
    3. Harry Potter Themes (John Williams)
    4. Laurence von Arabien (Maurice Jarre)
    5. Indiana Jones (John Williams)
    6. Oscar Wilde (Debbie Wiseman)
    7. Winnetou (Martin Böttcher)
    8. Fluch der Karibik 3 (Hans Zimmer)
    9. Born Free (John Barry)
    10. Gremlins (Jerry Goldsmith)

Konzertpause

    1. Gladiator (Hans Zimmer)
    2. Cinema Paradiso (Ennio Morricone)
    3. Out of Africa (John Barry)
    4. Il Postino (Luis Bacalov)
    5. Doktor Schiwago (Maurice Jarre)
    6. Der Herr der Ringe – The Breaking of the Fellowship (Howard Shore)
    7. Miss Daisy und ihr Chauffeur (Hans Zimmer)
    8. Caravans – Suite (Mike Batt)

Zugaben

  1. Star Wars – The Imperial March (John Williams)
  2. Blues Brothers – Peter Gunn Theme (Henry Mancini)

Die Moderation durch Holger Wemhoff war übrigens sehr angenehm und man hat einiges Wissenswerte über das jeweilige Stück, den Film und den Komponisten erfahren. Nic Raine konnte zudem ein paar Anekdoten preisgeben, die er mit Hollywoodgrößen wie Johny Barry erlebt hat. All das wirkte nicht störend, sondern war absolut im Rahmen und der Atmosphäre zuträglich.

Spätestens nachdem mein Lieblingsstück aus „Der Herr der Ringe“ gespielt wurde und in der Zugabe „Star Wars – The Imperial March“ erklang, war ich auf der cineastischen Wolke sieben. Am eindruckvollsten fand ich jedoch Elmore Bernsteins „Die glorreichen Sieben“, Debbie Wisemans „Oscar Wilde“, Jerry Goldsmiths „Gremlins“ und Hans Zimmers „Miss Daisy und ihr Chauffeur“. Besonders das letztgenannte Stück  hat gezeigt, dass Hans Zimmer mehr zu bieten hat als nur pathetischen Bombastscore – „Fluch der Karibik 3“ und „Gladiator“ hatten sich im direkten Vergleich nahezu identisch angehört.

Jedem Freund von Filmmusik kann ich die KLASSIK RADIO POPS mit DIE GROSSE WELT DER FILMMUSIK nur weiterempfehlen: Ihr werdet einen magischen Abend erleben!

The Weakerthans – Reunion Tour

reunion_tour.jpgVier Jahre nach RECONSTRUCTION SITE und 10 Jahre nach dem Debüt FALLOW steht mit REUNION TOUR endlich wieder ein Album von THE WEAKERTHANS in den Plattenläden. Bereits nach den ersten Klängen hatte ich wieder ein Lächeln auf den Lippen. Unverkennbar. Einfach. Schön.

Da ich die drei Vorgänger – mehr oder weniger falsch – im Schlaf mitsingen könnte, hat REUNION TOUR natürlich einen etwas schweren Stand. Ähnlich wie CHASE THIS LIGHT von JIMMY EAT WORLD (das mir inzwischen übrigens richtig gut gefällt). Dennoch fällt mir der Zugang hier etwas leichter. Vielleicht auch, weil mich die Veröffentlichung von REUNION TOUR etwas überrumpelt hat. Die wochenlange Vorfreude ist ausgeblieben.

Um jetzt schon Lieblingssongs zu benennen ist es noch zu früh. Wirkliche Ausfälle sind nach den ersten Durchgängen nicht dabei. Aber das hatte ich auch nicht erwartet. Der Stil von THE WEAKERTHANS hat sich nicht groß verändert. Es gibt ein paar Experimente. Vielleicht etwas mehr Pop. Ansonsten ist alles beim alten.

Melancholisches Herbst- bzw. Winterwetter und THE WEAKTERTHANS. Das funktioniert heute noch so gut, wie vor 10 Jahren.

Yada Yada – Seinfeld: The Complete Series

Normalerweise überlasse ich die Vorstellung schöner DVD-Boxen den Profis – doch nicht bei „Seinfeld – The Complete Series“. Ich weiß noch ganz genau, wie ich vor ungefähr drei Jahren die ersten beiden Staffeln in den Händen hielt. Nach jahrelangem Warten war für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. „Seinfeld“ auf DVD. Endlich wieder Jerry, George, Elaine und Kramer. Endlich wieder der Suppen-Nazi. Endlich wieder Yada Yada.

seinfeld_box.jpg

Heute halte ich die gesamten neun Staffeln in einer wunderschönen Box samt dem 260 Seiten starken Coffee Table Book in den Händen. Zusätzlich gibt es noch eine Gespärchsrunde mit dem gesamten Cast und Larry David auf einer DVD, die nur in der Gesamtbox enthalten ist. Ein Traum für jeden „Seinfeld“-Fan.

Die Box ist samtartig bezogen und wirkt sehr stabil und edel. Das Coffee Table Book befindet sich in einem Hardcover-Einband und enthält Informationen und Anekdoten zu jeder einzelnen Episode. Ein wahres Schmuckstück im DVD-Regal.

Übrigens: Alle neun Staffeln enthalten deutschen Ton und deutsche Untertitel. Wer sich nun ärgert die Einzelboxen gekauft zu haben, sollte sein Glück bei eBay.de versuchen. Ich bin meine ersten acht Staffeln dort zu einem guten Preis losgeworden und musste letztendlich nur knapp 20 EUR für die Gesamtbox zuzahlen.

quarterlife

Da ich die letzten zwei Wochen außer arbeiten und schlafen eigentlich nichts Erwähnenswertes gemacht habe, stelle ich euch heute nur kurz „quarterlife“ vor. Einmal wieder eine reine Internet-Show, die jedoch recht hochwertig produziert ist. Dahinter steckt Marshall Herskovitz, dessen kurzlebige Serie „My So-Called Life“ einigen vermutlich noch ein Begriff ist.

quarterlife1.jpg

In der Serie geht es – wie der Titel bereits andeutet – um twentysomethings, die gerade dabei sind ihren Weg im Leben zu beschreiten. Ich habe bisher erst zwei der ca. 10-minütigen Episoden gesehen, doch mir scheint das Lebensgefühl recht gut getroffen. So irgendwie zumindest. Bloggen, Jobs in der Medienwelt, Beziehungen, Freunde. Da gibt es gleich ein paar Dinge, die mein Interesse wecken. Bisher wirklich gelungen.

Wer mehr über die Serie erfahren will, sollte einmal bei sablog.de vorbeischauen. Allen anderen empfehle ich – trotz MySpace – doch einfach einmal einen Blick zu riskieren.

Mando Diao – Never Seen the Light of Day

neverseen.jpg

Ungefähr ein Jahr ist seit dem Vorgänger ODE TO ORCHASY vergangen – und wie es der Zufall will, war ich heute vor genau einem Jahr in München und habe MANDO DIAO live gesehen. Folglich ein guter Zeitpunkt um etwas über das neueste Werk der fleißigen Schweden zu schreiben.

Nach dem ersten Durchgang war ich beinahe entsetzt. Mit NEVER SEEN THE LIGHT OF DAY haben MANDO DIAO einen ganz anderen Weg eingeschlagen, wie bisher. Es fehlen die rotzigen Reißer der vorherigen Platten. Auch wenn die großen Melodien immer noch vorherrschen, so ist das Album doch sperriger geworden. Wahrlich ein ungewöhnlicher Langspieler.

Nach ein paar Durchgängen, haben sich viele Songs allerdings schon in meinem Kopf festgesetzt. NEVER SEEN THE LIGHT OF DAY klingt wie ein Italowestern. Ennio Morricone hätte seine Freude an der Scheibe gehabt. Man sollte sich hier nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen – oder diesem zumindest offen gegenüber stehen.

Einige Songs erinnern mich übrigens sehr an BELLE AND SEBASTIAN. Ich denke hier besonders an GOLD oder DALARNA. Bin ich der Einzige, dem es so geht? ONE BLOOD weckt dagegen Erinnerungen an NADA SURFs POPULAR.

Neue Stilelemente werden mit dem altbekannten Gespür für große Melodien kombiniert. Heraus kommt eine außergewöhnliche und – für MANDO DIAO – doch typische Mischung. Zwar kein neuer Überflieger wie BRING ‚EM IN oder HURRICANE BAR, doch besser als der erste Eindruck vermuten lässt.

Medientage München 2007

Gestern habe ich im Rahmen des MedienCampus Bayern e.V. auf den Medientagen München einen Vortrag über meinen Kurzfilm gehalten. Nachdem ich – aufgrund der frühen Stunde – anfangs befürchtet hatte, dass sich niemand dazu einfindet, kamen letztendlich doch knapp 10 Besucher in den gemütlichen Präsentationsraum. Akustik und Lichtbedingungen waren eine Katastrophe. Ernsthaft, wer denkt sich solch eine Installation aus? Dennoch hat nur eine Zuhörerin fluchtartig den Raum verlassen. Am Ende des Vortrags haben zwei Zuhörer sogar noch echtes Interesse bekundet – danke noch einmal dafür!

Nach einer knappen Stunde war der Spuk auch schon wieder vorbei und ich durfte mir die Medienmesse in aller Ruhe ansehen.

medientage.jpg

Eine knappe halbe Stunde später war ich dann auch durch. Zwei Mal. Ernsthaft: Wie langweilig kann man solch eine Messe aufziehen? Der Messebereich war mit pompösen Ständen zugepflastert, in denen hauptsächlich HDTV, IPTV und Handy TV angepriesen wurden. Mehr oder weniger effektiv. Messehostessen haben versucht ihre Werbeartikel unter das Volk zu bringen und an den Ständen hingen die Promoter gelangweilt herum und haben Kaffee geschlürft. Vermutlich um den Kater des Vorabends zu vertreiben, von dem noch diverse leere Bier- und Weinflaschen gezeugt hatten.

In der sogenannten MedienArena, die hauptsächliche Angebote für den Mediennachwuchs zur Verfügung stellte, sah die Sache nicht viel besser aus. Offiziell wurden die JugendMedienTage erst um 12:00 Uhr eröffnet – die vorher angebotenen Veranstaltungen liefen folglich ohne Zielgruppe ab. Zeitplan und Organisation waren ohnehin eine einzige Katastrophe.

Auf den Podiumsdiskussionen in der MedienArena ging es um Themen, die an den Interessen von jungen Leuten häufig völlig vorbei gingen. Selbst wenn das Thema angemessen gewesen wäre, hat man gemerkt, dass da nur Leute sitzen, die sich selbst gerne reden hören. Schade. Ich wäre als Jugendlicher völlig gelangweilt nach Hause gegangen – und nachdem ich bis zum Nachmittag noch einige Informationen zu meinem ehemaligen Studiengang verteilt hatte, bin ich das dann auch.

Für mich waren die Medientage ein klarer Reinfall. Größtenteils vollkommen an der Zielgruppe vorbei geplant. Dennoch bin ich mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Mein Professor hatte mir nämlich meine Diplomarbeitsnote verraten. Eine glatte 1,0 – mit dem offiziellen Abschlusszeugnis rechne ich allerdings (Hochschulverwaltung sei Dank) nicht vor Anfang des nächsten Jahres.

We’re gonna chase this light!

Wenn man nach einem 12-Stunden-Tag mit viel Arbeit, miesem Wetter und nervtötendem Straßenverkehr nach Hause kommt, dann ist es schön etwas vorzufinden, über das man sich freuen kann. Wie das hier zum Beispiel:

jew_klein.jpg

Nach dem letzten verpassten Konzert (ich glaube noch zu Zeiten von BLEED AMERICAN) kommen JIMMY EAT WORLD endlich wieder nach Bayern – und dieses Mal bin ich dabei!

Jimmy Eat World – Chase This Light

chasethislight.jpgWenn ein neues Album der erklärten Lieblingsband erscheint, dann ist das stets ein Grund zur Freude. So auch dieses Mal. Richtig kennengelernt habe ich JIMMY EAT WORLD eigentlich mit BLEED AMERICAN. Ein Album das heute noch zu meinen ewigen Favoriten zählt. Kurz darauf besorgte ich mir das beinahe noch bessere CLARITY – und ich liebte es. Als FUTURES erschien war ich einer der ersten im Plattenladen und habe – welch Überraschung – die Songs sofort ins Herz geschlossen.

Über die drei Alben haben sich JIMMY EAT WORLD verändert, ohne jedoch ihren Biss zu verlieren. CLARITY ist nach wie vor der Rohdiamant ihrer Discographie. Ungeschliffen und grandios. BLEED AMERICAN bleibt für mich wohl stets das persönlichste Album des Quartetts und FUTURES hat mich – auch thematisch – durch das Studium begleitet. Für mich drei perfekte Langspieler. Die Musik, die Texte, die Stimme. All das ist unverkennbar und entführt mich noch heute in ferne Gedankenwelten.

Was bringt nun also CHASE THIS LIGHT? Das erste Mal höre ich ein Album der Band, das mir nicht sofort ans Herz wächst. Zwar ist der typische Sound durchaus vorhanden, doch irgendetwas fehlt. Hat sich verändert. Zum ersten Mal kann ich die Kritiker verstehen, die meinen JIMMY EAT WORLD wären zu glatt geworden. Vielleicht ist es einfach auch noch zu früh eine endgültige Meinung abzugeben. Das wird es sein. Immerhin hat sich der Höreindruck seit dem ersten Durchgang – und der ersten Ernüchterung – deutlich gesteigert. Ich bleibe dran und bin zuversichtlich, dass auch CHASE THIS LIGHT seinen Platz in meiner Musik finden wird. Ob es allerdings – wie seine Vorgänger – einen Stammplatz bekommt, das wird die Zeit zeigen.

Den Opener BIG CASINO kann man sich übrigens auf jimmyeatworld.com anhören.

Fehlende Filmkritik

Eigentlich hätte an dieser Stelle die Kritik zu einem kommenden Kinofilm stehen sollen. Hätte. Eigentlich. Sogar Pressekarten hätte es dieses Mal für meine Frau und mich geben sollen. Hätte. Sollen. Doch irgend etwas ist wohl schief gegangen und es lag nur eine Karte an der Kasse bereit. Da die restliche Vorstellung ausverkauft war und ich meine Frau auch nicht über zwei Stunden alleine warten lassen wollte, habe ich schweren Herzens auf die Sichtung verzichtet.

Folglich sind wir an einem Sonntagmorgen völlig umsonst früh aufgestanden. Nicht gerade etwas, das meine Laune gebessert hat. Immerhin haben wir die Gelegenheit zu einem ausführlichen Essen genutzt.

Die Filmkritik wird irgendwann demnächst wohl nach einem ganz normalen Kinobesuch folgen. Da der Film ja nichts dafür kann, werde ich auf eine Nennung des Titels verzichten. Irgendwie habe ich sowieso das Kino im Verdacht, die zweite Karte irgendwo verbummelt zu haben…