Medientage München 2007

Gestern habe ich im Rahmen des MedienCampus Bayern e.V. auf den Medientagen München einen Vortrag über meinen Kurzfilm gehalten. Nachdem ich – aufgrund der frühen Stunde – anfangs befürchtet hatte, dass sich niemand dazu einfindet, kamen letztendlich doch knapp 10 Besucher in den gemütlichen Präsentationsraum. Akustik und Lichtbedingungen waren eine Katastrophe. Ernsthaft, wer denkt sich solch eine Installation aus? Dennoch hat nur eine Zuhörerin fluchtartig den Raum verlassen. Am Ende des Vortrags haben zwei Zuhörer sogar noch echtes Interesse bekundet – danke noch einmal dafür!

Nach einer knappen Stunde war der Spuk auch schon wieder vorbei und ich durfte mir die Medienmesse in aller Ruhe ansehen.

medientage.jpg

Eine knappe halbe Stunde später war ich dann auch durch. Zwei Mal. Ernsthaft: Wie langweilig kann man solch eine Messe aufziehen? Der Messebereich war mit pompösen Ständen zugepflastert, in denen hauptsächlich HDTV, IPTV und Handy TV angepriesen wurden. Mehr oder weniger effektiv. Messehostessen haben versucht ihre Werbeartikel unter das Volk zu bringen und an den Ständen hingen die Promoter gelangweilt herum und haben Kaffee geschlürft. Vermutlich um den Kater des Vorabends zu vertreiben, von dem noch diverse leere Bier- und Weinflaschen gezeugt hatten.

In der sogenannten MedienArena, die hauptsächliche Angebote für den Mediennachwuchs zur Verfügung stellte, sah die Sache nicht viel besser aus. Offiziell wurden die JugendMedienTage erst um 12:00 Uhr eröffnet – die vorher angebotenen Veranstaltungen liefen folglich ohne Zielgruppe ab. Zeitplan und Organisation waren ohnehin eine einzige Katastrophe.

Auf den Podiumsdiskussionen in der MedienArena ging es um Themen, die an den Interessen von jungen Leuten häufig völlig vorbei gingen. Selbst wenn das Thema angemessen gewesen wäre, hat man gemerkt, dass da nur Leute sitzen, die sich selbst gerne reden hören. Schade. Ich wäre als Jugendlicher völlig gelangweilt nach Hause gegangen – und nachdem ich bis zum Nachmittag noch einige Informationen zu meinem ehemaligen Studiengang verteilt hatte, bin ich das dann auch.

Für mich waren die Medientage ein klarer Reinfall. Größtenteils vollkommen an der Zielgruppe vorbei geplant. Dennoch bin ich mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Mein Professor hatte mir nämlich meine Diplomarbeitsnote verraten. Eine glatte 1,0 – mit dem offiziellen Abschlusszeugnis rechne ich allerdings (Hochschulverwaltung sei Dank) nicht vor Anfang des nächsten Jahres.

10 Gedanken zu “Medientage München 2007

  1. Ha, ha, erste! Da gratuliere ich doch gleich mal zur Diplomarbeitsnote!

    Ich hätte auf jeden Fall versucht, so viel Kaffee wie möglich zu verdrücken, um die Veranstalter wenigstens irgendwie zu schädigen. Und Kulis einzustecken, natürlich. Na, beim nächsten Mal dann vielleicht. 😉

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  2. Dankesehr! 🙂

    Für den Kaffee hätte man sich ja am Stand zuschwallen lassen müssen – und dafür hätten mir wirklich die Nerven gefehlt. Wie auch immer, es wird bestimmt kein nächstes Mal geben – zumindest nicht auf dieser Messe.

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  3. „… nicht vor Anfang des nächsten Jahres.“ Wir haben jetzt November, meiner Erfahrung nach eine sehr optimistische Schätzung, besonders mit Weihnachten dazwischen. 🙂

    Trotzdem auch von mir Gratulation zur Note!

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  4. Danke! 🙂

    Ist ja „nur“ die Note von der Diplomarbeit. Für die Abschlussnote werden ja noch die der bisherigen Semesterleistungen eingerechnet. Dürfte also etwas steigen. Aber wie gesagt: Das dauert noch.

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  5. Auch von mir Glückwünsche zur Note. Die Münchener Medientage waren es doch, wo Kalkofe seine Rede zur Lage der TV-Nation gehalten hat, oder? Habe die Rede auf DWDL gelesen und war begeistert, dass mal jemand mir aus dem Herzen gesprochen hat.

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  6. Dankeschön! Genau, das waren die Medientage. Wenn ich gewusst hätte, dass Kalkofe so eine zustimmungswürdige Rede schwingt, hätte ich mich doch einmal genauer mit dem Programm auseinander gesetzt… 😉

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