Abarat (Clive Barker)

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Nach einer gefühlten Unendlichkeit, habe ich gestern Clive Barkers „Abarat“ zu Ende gelesen. Wurde auch Zeit. Nicht, weil ich mich nicht noch länger auf dem zauberhaften Archipel aufhalten wollte, sondern weil ich der Meinung bin, dass ein zu langer Lesezeitraum einem Buch – bzw. einer Geschichte – eher schadet. Besonders wenn man nur Abends zu ein paar Seiten kommt, deren Inhalt man vor lauter Müdigkeit am nächsten Tag wieder vergessen hat.

Clive Barker war mir zuvor nur aus dem Genre des Horror bekannt. Aus der harten, düsteren Ecke des Horrors. Besonders seine filmischen Umsetzungen von „Hellraiser“ (zumindest die ersten beiden Teile) haben einen beunruhigenden Eindruck auf mich gemacht. Nun also „Abarat“. Der Beginn einer Fantasyreihe. Einer Fantasyreihe für Kinder. Vermutlich hätten mich die Bücher nicht interessiert, wären sie von einem anderen Autoren geschrieben worden. Zuviele Romanzyklen dieser Art hat es in der Post-„Harry Potter“-Ära gegeben. Doch ich war wirklich gespannt, wie der Ansatz Barkers in diesem Genre ist.

„Abarat“ sprüht vor Fantasie. Quillt förmlich über von fantastischen Einfällen. Alleine die Vielfalt der Welt und ihrer Bewohner. Beschränken sich die meisten anderen Fantasyromane auf Variationen von Tolkiens Ideen und auf Referenzen der Mythologie, so sind die 25 Stunden des Archipels mit Wesen angereichert, die man noch nirgends gesehen hat. Allein dafür lohnt sich ein Besuch. Diese Vielfalt drückt sich schon allein in den Namen der beteiligten Personen und Orte aus. Die Heldin der Geschichte – Candy Quakenbush aus Chickentown – ist da noch am gewöhnlichsten. Trotzdem, in wie vielen Büchern für Kinder hat die Hauptfigur schon einen Alkoholiker als Vater und stammt aus beängstigend realistischen Verhältnissen? Die wahre Vielfalt wird jedoch erst auf „Abarat“ erkenntlich: Christopher Carrion (Fürst von Mitternacht), John Mischief (Meisterdieb mit einem achtköpfigen Geweih), die Inseln Yebba Dim Day, Ninnyhammer, Speckle Frew und 22 weitere sind allesamt nur ein Bruchteil dieser fantastischen Welt.

Barker bleibt bei der Beschreibung der Wunder des „Abarat“ stets realistisch. Als könnte es diese Welt wirklich geben. Oft genug sind auch seine Wurzeln im Horror deutlich zu erkennen. Doch trotz aller positiven Eigenschaften des Romans, habe ich dennoch ein paar Kritikpunkte: Die Welt ist teils fast schon übertrieben groß, bunt und ungewöhnlich. Vielleicht liegt es auch an meinen unregelmäßigen Besuchen des Archipels, doch hatte ich teils größere Schwierigkeiten mich in der Welt zurechtzufinden. 25 Inseln sind vielleicht etwas zu viel, wenngleich diese im Anhang einzeln beschrieben werden. Dies geschieht durch den abaratischen Reiseführer „Klepps Almanach“, der sehr an den Reiseführer aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ erinnert.

Insgesamt habe ich meine Zeit auf „Abarat“ sehr genossen und werde bestimmt wieder dorthin zurückkehren. Dann hoffentlich mit etwas mehr Zeit im Gebäck. Der Roman ist nicht perfekt und sicherlich steckt auch etwas Kalkül in der Veröffentlichung, doch trotz allem ist Barker eines der fantasievollsten Bücher gelungen, die ich in letzter Zeit lesen durfte: 9/10 Punkte.

Wo ist Fred?

Gestern habe ich in unserem kleinen Kino die deutsche Komödie „Wo ist Fred?“ gesehen. Deutsche Komödie. Deutsche Komödie mit Til Schweiger. Noch vor einigen Jahren hätten bei mir jetzt alle Alarmglocken geschrillt. Doch die Post-„Der bewegte Mann“-Ära ist lange vorbei und die Geschichte hat in meinen Ohren sehr interessant geklungen. Ich war also guter Dinge, habe aber dennoch nicht solch einen superlustigen Film erwartet.

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Die von amerikanischen Drehbuchautoren geschriebene Geschichte hat im Vorfeld anscheinend für einigen Wirbel gesorgt. In den USA wollte niemand sich an das – angeblich – heikle Thema heranwagen. Umso besser! Ich möchte gar nicht wissen, was aus diesem Film geworden wäre, hätten z.B. die Farrellys das Drehbuch in die Hände bekommen. Dennoch verstehe ich die ganze Aufregung nicht: Wo ist das Problem? In dem Film wird nicht über Behinderte gelacht, sondern über das Verhalten ihrer Mitmenschen. Zudem finde ich es gut, dass nicht die Mitleidsschiene gefahren wird, so wie in den meisten Filmen über Behinderte. Ich habe während meiner Zivizeit viele Behinderte kennen gelernt und bin mir sicher, sie alle hätten sich bei „Wo ist Fred?“ köstlich amüsiert und sich in keinster Weise angegriffen gefühlt.

Die Geschichte ist simpel, steckt aber voller Witz und wirklich lustiger Einfälle. Zudem ist sie toll inszeniert und erstklassig besetzt. Ich habe gestern festgestellt, dass ich Til Schweiger eigentlich doch ganz gerne sehe, Jürgen Vogel selbst in Nebenrollen zur Hochform aufläuft, Christoph Maria Herbst vielseitiger ist, als ich dachte, und Alexandra Maria Lara einfach supersüß ist. Ergänzt werden die Kernschauspieler durch famose Nebendarsteller, die den Film erst lebendig machen. Sehr sympathisch.

Insgesamt bin ich besonders vom Humor des Films sehr angetan. Da trifft Slapstick auf Situationskomik und beides wird in eine klassiche Screwballkomödie eingebettet. Hat bei mir einen Nerv getroffen. Schön auch die eher versteckten Anspielungen: So hängt in Freds Wohung (Anmerkung: Fred bowlt gerne) ein Poster von „The Big Lebowsky“ oder bei der Erpressung des AKs (denkt mal alle an Mittermeier) läuft im Hintergrund „Das kleine Arschloch“. Solche subtilen Details füllen die Lücken in der Geschichte locker auf und machen einfach Spaß.

Schön fand ich auch die Musikuntermalung. Als dann im Abspann CHASING CARS von SNOW PATROL lief, war ich vollends zufrieden. Leider steht zu befürchten, dass der Film ziemlich untergeht – bzw. schon untergegangen ist. Ich empfehle deshalb jedem, der noch die Chance hat, den Film in einem vollen Kino zu sehen, diese Möglichkeit auch wahrzunehmen: 8/10 Punkte.

Liebe braucht keine Ferien – OT: The Holiday (2006)

Dieses Jahr haben wir uns entschlossen die Wartezeit auf den Jahreswechsel mit einem Kinobesuch zu verkürzen. Da bei einer größeren Truppe – besonders mit hohem Frauenanteil – nie mit einer leichten Einigung im Bezug auf die Filmwahl zu rechnen ist, wurden im Vorfeld diverse Möglichkeiten diskutiert. Mein Favorit „Apocalypto“ lief an Silvester nicht und für meinen zweiten Vorschlag – „Babel“ – ließ sich auch niemand begeistern. Letztendlich ist die Wahl mehrheitlich auf Nancy Meyers „Liebe braucht keine Ferien“ gefallen, deren „Was das Herz begehrt“ mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Nach dem Film stand ich jedoch mit der Meinung, dass „Babel“ wohl die bessere Wahl gewesen wäre, nicht alleine da.

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Ich sehe mir ja eigentlich auch ganz gerne ruhigere Filme an. Auch für Hollywoodkino bin ich immer offen. Selbst Liebesfilme à la „Notting Hill“ haben bei mir einen Platz im cineastischen Herzen. Auch Kitsch und Klischees sind ab und an durchaus akzeptabel. Doch in „Liebe braucht keine Ferien“ kommt all das zusammen und ist in der Summe wirklich zu viel des Guten. Sicher hat der Film auch nette Szenen und die Sichtung hat nicht weh getan, doch wird das alles in billigen Klischees und übermäßigem Kitsch erstickt.

Selbst Kate Winslet, die ich für eine der echtesten Schauspielerinnen halte, verkommt hier zum wandelnden Klischee. Ihre Iris wird natürlich von der bösen Männerwelt ausgenutzt und sie kann nichts dagegen unternehmen, weil sie den bösen Jungen einfach so sehr liebt. Leider wird diese Geschichte äußerst plump erzählt, was die Figur häufig nur erbärmlich wirken lässt. Sehr schade. Auf der anderen Seite gibt es dann die Traumprinzen, die schon wieder so gut sind, dass man es fast nicht aushält: Alleinerziehend, gutaussehnd, aufoperungsvoll, Witwer. Der Stoff aus dem Frauenträume sind? Ich weiß es nicht, tippe aber eher darauf, dass Jude Law der Grund für die hingebungsvollen Seufzer war.

Die Handlung um Jack Blacks Figur und die Anspielungen auf Hollywood haben mir dann schon besser gefallen, auch wenn Black in „The Holiday“ zum zahmen Schoßhund verkommt. Richtig gelungen fand ich Dustin Hoffmans Cameo und auch Eli Wallachs Arthur Abbott hatte die Sympathien auf seiner Seite, wenngleich er der typische nette alte Mann war, wie er seit Ron Howards „Cocoon“ in jeder zweiten Komödie auftaucht. Ein weiteres Klischee in einem klischeehaften Film. Aber eines von den gelungeneren.

Insgesamt ist „Liebe braucht keine Ferien“ weichgespühltes Hollywoodkino, mit teils netter Atmosphäre und schönen Sets. Die Darsteller überzeugen und doch springt kein Funke über. Es fehlt jeglicher Biss und mangelt an Überraschungen. Das Ende war bereits nach 5 Minuten absehbar und selbst der Weg war einfach nur der Weg und nicht das Ziel.

Bei der Verwendung FROU FROUs LET GO wusste ich nicht, ob ich mich ärgern oder freuen soll. Insgesamt trifft das den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. Der Film ist weder toll noch ein Ärgernis. Er ist einfach nur da – und das ist in meinen Augen zu wenig. Absoluter Durchschnitt: 5/10 Punkte.

24 – Staffel 5

Nachdem ich von der vierten Staffel ziemlich enttäuscht war, wollte ich mich nicht so recht an „24 – Staffel 5“ heran wagen. Doch wie das so ist mit liebgewonnenen Gewohnheiten, konnte ich auch bei Tag 5 nicht widerstehen, mir die neuen Abenteuer von Jack Bauer anzusehen. Glücklicherweise waren die Autoren dieses Mal mutiger und haben beinahe alle Schwachstellen der vorangegangenen Staffel ausgemerzt. Weiterlesen übrigens auf eigene Gefahr, da der Eintrag doch einige Spoiler enthält.

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Das Ende der vierten Staffel wird ziemlich interessant aufgelöst. Mir war klar, dass Jack irgendwie wieder mit der CTU in Kontakt tritt und es eine neue Terrorbedrohung geben wird. Glücklicherweise haben die Autoren Jacks Rückkehr einigermaßen nachvollziehbar und logisch gestaltet. Zudem hat man den Zuschauer – mit dem Tod dreier Hauptfiguren – schon zu Beginn wissen lassen, dass mit dieser Staffel endlich eine Weiterentwicklung eintritt. Sicher bleibt der Rahmen – Jack Bauer/CTU/Terror – bestehen, doch nimmt die Geschichte dieses Mal wirklich wieder unerwartete Wendungen und Subplots, die zu Beginn eher langweilig und – in Bezug auf die vorangegangenen Staffeln – redundant wirken, entpuppen sich als die wahren Höhepunkte von Tag 5.

Inszenatorisch und schauspielerisch bleibt alles beim alten. Kiefer Sutherland ist Jack Bauer und der ist immer noch eine der interessantesten Charaktere der Serienwelt. Drei Gaststars sind mir dieses Mal besonders aufgefallen: Connie Britton („Chaos City“), Sean Astin („Der Herr der Ringe“) und Peter Weller („RoboCop“). Sehr überzeugend fand ich zudem Gregory Itzin als Präsident Charles Logan. Die Figur wird wirklich von Folge zu Folge verabscheuungswürdiger. Sehr stark gespielt.

Am meisten profitiert Tag 5 von der Geschichte um den Präsidenten. Dadurch bekommt „24“ eine neue Ebene. Diese Wendung hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen und selbst das Füllmaterial um die First Lady wurde perfekt in die Handlung integriert. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Echtzeitfaktor in Tag 5 so gut funktioniert, wie selten zuvor. Häufig müssen zeitkritische Aufgaben erledigt werden und auch die restliche Handlung wirkt nicht mehr ganz so unglaubwürdig in 24 Stunden gepresst, wie noch an Tag 4.

Auch „24 – Staffel 5“ schließt mit einem Cliffhanger ab, der alle Möglichkeiten offen lässt. Nichts grandioses, aber durchaus brauchbar. Ich bin äußerst gespannt auf Tag 6 und nach Tag 4 endlich wieder versöhnt mit Jack Bauer: 8/10 Punkte.

Konsumrausch 2006

Mit diesem Bild möchte ich mich noch einmal ganz herzlich – und ganz öffentlich – bei all meinen Weihnachtsmännern und Christkindern bedanken. Ihr habt es wieder einmal mehr als gut mit mir gemeint!

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Wie man sieht habe ich lauter tolle Geschenke bekommen, mit denen ich garantiert viel Spaß haben werde. Ich hoffe, dass ich auch meiner Funktion als Weihnachtsmann gerecht geworden bin und nicht nur den Konsumrausch geschürt habe. 😉

Auch wenn es wohl niemand von den speziellen Personen hier lesen wird: Noch einmal vielen herzlichen Dank!

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia – OT: The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe (2005)

Aktualisierung: Ich habe „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ am 11. Dezember 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem die Weihnachtstage wieder einmal viel zu schnell vorübergezogen sind, habe ich mir gestern Abend zum Abschluss „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ angesehen. Der Film hatte mich bei der Sichtung im Kino ziemlich enttäuscht. Aufgrund einer – mehr oder weniger – geschickten Marketingkampagne wurde dem Zuschauer suggeriert, dass er von der C.W. Lewis-Verfilmung ein neues Fantasyepos à la „Der Herr der Ringe“ erwarten kann. Dem war nicht so. Trotzdem sind einige schöne Bilder hängen geblieben und aufgrund des Mangels an klassicher Fantasy, habe ich dem Film noch einmal eine Chance gegeben.

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005) | © Walt Disney

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005) | © Walt Disney

Aufgrund der angepassten Erwartungshaltung, konnte ich dem Film gestern viel mehr abgewinnen. Die erste Stunde – bis zum endgültigen Betreten von Narnia – fand ich im Kino schon ziemlich gelungen und auch gestern hat mir dieser Teil wieder am besten gefallen. Schön gespielt und inszeniert, mit einer tollen Atmosphäre. In Narnia selbst wirkt die Geschichte dann etwas zerfahren, was aber wohl an der Vorlage liegt. „Die Chroniken von Narnia“ sind eher Kinderbücher und somit wirkt auch die Verfilmung teils zu sehr auf Kinder zugeschnitten. Dies wäre an sich nicht schlimm, doch es beißt sich etwas mit der pompösen, epenhaften Inszenierung. Nicht Fisch und nicht Fleisch, wie man so schön sagt.

Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich die Hauptfiguren. Sie sind – besonders für Kinder – viel zu stereotyp gezeichnet. Wirklich schade, da eine Identifikation somit nicht immer leicht fällt. Allein Lucy schafft es mich als Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen und wird für mich somit zur einzigen echten Identifikationsfigur, was wahrlich kein Ruhmesblatt für den Film ist.

Der Film hat jedoch auch gute Seiten: Wunderbare Landschaftsbilder und teils grandiose Effekte. Aslan war – zumindest bis „King Kong“ – so ziemlich das beeindruckendste, was ich je auf der Leinwand gesehen habe. Ganz groß. Auch die Endschlacht weiß audiovisuell zu Punkten, wenngleich auch hier wieder die Diskrepanz zwischen kindgerechtem und erwachsenem Fantasyfilm vorherrscht. Die Geschichte schwächelt zwischen der starken ersten Stunde und der guten letzten halben Stunde zwar etwas, doch kann man – wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an „Die Chroniken von Narnia“ herangeht – durchaus seinen Spaß haben.

Fazit

Andrew Adamson schafft es zwar in keinster Weise an Peter Jacksons Meisterwerk heranzukommen – er muss sich selbst Ron Howards „Willow“ geschlagen geben – doch verbeitet sein Film eine schöne Fantasyatmosphäre und weiß audiovisuell größtenteils voll zu überzeugen. In einem so raren Genre ist das durchaus die eine oder andere Sichtung wert: 7/10 Punkte.

Der Polarexpress – OT: The Polar Express (2004)

Edelkitsch oder fantasievolles Weihnachtsmärchen? Robert Zemeckis „Der Polarexpress“ ist beides. Im Vorfeld hat der Film große Wellen aufgrund seiner neuartiger Technik – oder besser: aufgrund seines neuartigen Einsatzes bekannter Technik – geschlagen. Umgesetzt wurde damit allerdings nur ein Weihnachtsmärchen. Ein zutiefst amerikanisches Weihnachtsmärchen. Bunt, kitschig, mit etwas aufgesetzt wirkender Moral und dabei doch äußerst unterhaltsam.

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Es wird die Geschichte eines kleinen Jungen (Tom Hanks) erzählt, der am Weihnachtsmann zu zweifeln beginnt. Um ihm wieder den Glauben zu schenken, wird er im Polarexpress auf eine Reise zum Nordpol mitgenommen, wo er – wer hätte es gedacht – auf den Weihnachtsmann (Tom Hanks) trifft. Bis er dort ankommt, gilt es einige Abenteuer zu überstehen, bei denen ihm neue Freunde, ein Schaffner (Tom Hanks) und der sinnbildliche Geist der Weihnacht (Tom Hanks) zur Seite stehen. Viel mehr Geschichte steckt nicht im Film. Das Ende kommt dann genau so, wie man es seit den ersten paar Minuten erwartet hat und auch sonstige Überraschungen halten sich in Grenzen.

Was also macht den Film so wirklich sehenswert? Ganz klar: Die Optik. Audiovisuell ist der Film wirklich eine Wucht. Selten habe ich einen technisch so bemerkenswerten Film gesehen. In manchen Szenen – meist Totalen – kann man wirklich kaum unterscheiden, ob da nun CGI-Figuren oder echte Menschen spielen. Wirklich fantastisch. In den meisten Szenen offenbart der Film aber ganz deutlich seine Herkunft. Die Bewegungen sind zu flüssig und kleine Details im Bewegungsablauf fehlen einfach. Dennoch bin ich manchmal aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Allerdings hat dieser Umstand auch vom eigentlichen Film abgelenkt. Zu konzentriert war ich auf den technischen Aspekt.

„Der Polarexpress“ verbreitet zwar durchaus eine weihnachtliche Atmosphäre, doch ist diese so überstilisiert, dass es schwer fällt einen Bezug dazu herzustellen. Zudem ist der Junge eine Figur, die leider am emotionslosesten geraten ist, was die Identifikation wiederum erschwert. Geschichte und Emotionen gehen im bunten Lichtermeer einfach unter. Die letzten Szenen im Haus des Jungen haben es dann doch geschafft zu mir durchzudringen und mich an die Weihnachtsfeste meiner Kindheit denken lassen. Insofern ein versöhnlicher Abschluss.

Robert Zemeckis ist mit „Der Polarexpress“ eine technische Meisterleistung gelungen, bei der die Geschichte leider etwas untergeht. Der Film wird es somit wohl auch nie unter meine persönlichen Weihnachtsfilme schaffen, doch sehenswert ist die audiovisuelle Pracht allemal: 7/10 Punkte.

Frohe Weihnachten!

Mit meiner diesjährigen – leider nicht sonderlich kreativ ausgefallenen – Weihnachtskarte, möchte auch ich all meinen Lesern ein frohes und erholsames Weihnachtsfest wünschen:

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…was natürlich nicht heißt, dass ich dieses Jahr keine Einträge mehr verfassen werde. 😉

Ice Age 2: Jetzt taut’s – OT: Ice Age 2: The Meltdown

Aufgrund eines äußerst spontanen Videoabends, haben wir uns gestern auf vielfachen Wunsch „Ice Age 2: Jetzt taut’s“ angesehen. Die Sichtung im Kino scheint mir vor noch gar nicht so langer Zeit gewesen zu sein, doch das war auch schon wieder vor weit über einem halben Jahr. Vielleicht kommt dieser Eindruck auch daher, dass ich den ersten Teil noch zu gut im Kopf habe. Wie man es auch dreht und wendet, ich hatte wieder sehr viel Spaß mit den Eiszeitabenteurern.

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Die Geschichte ähnelt wieder sehr der des ersten Teils. Unsere Freunde sind auf einem Weg von A nach B und haben dabei allerlei Abenteuer und aberwitzige Situationen zu meistern. Der größte Pluspunkt ist hier deutlich der Wegfall der Menschen. Das bringt den Film meiner Meinung nach einen sehr großen Schritt nach vorne. Zudem sind die neuen Charaktere um Mammutdame Ellie ein wirklicher Mehrwert. Doch auch die bekannten Figuren – allen voran Faultier Sid – können ihre Charaktereigenschaften nun voll ausspielen, da keine Einführung ihrer Eigenheiten mehr nötig ist. Alles in allem verdient „Ice Age 2“ mit seiner Geschichte garantiert keine Auszeichnungen, doch wurden meiner Meinung nach die gröberen Fehler des ersten Teils vermieden und seine Stärken ausgebaut.

Technisch macht die Fortsetzung des Kinohits noch einmal einen großen Sprung nach vorne. Besonders die Fell- und Flüssigkeitssimulation kann überzeugen. Die neuen Tiere haben zudem ein tolles Charakterdesign und überhaupt wird die gesamte Eiszeitwelt durchdachter und einheitlicher gestaltet.

Neben allen bisher erwähnten Vorzügen, macht sich auch die erhöhte Präsenz der Eichhörnchenratte Scrat positiv bemerkbar. Insgesamt hat mir „Ice Age 2“ besser als sein Vorgänger gefallen, was eher selten vorkommt. Sicherlich wurden viele Änderungen vorgenommen, um dem Massengeschmack zu entsprechen (Scrat) und die Geschichte gewinnt keine Innovationspreise, doch solange das Endergebnis so unterhaltsam ist wie hier, soll es mir recht sein: 8/10 Punkte.

Oh Tannenbaum

Inspiriert von pinkbuddha präsentiere ich hiermit auch meinen Weihnachtsbaum in – man höre und staune – drei verschiedenen Lichtsituationen:

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 Schummrig (schön)

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 Mit Blitzlicht (weniger schön)

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 Ohne Blitzlicht (irgendwo dazwischen)

Aufbau, Verlichterkettung (Lichterverkettung?) und Beschmückung ging dieses Jahr relativ unproblematisch. Einzig eine herausgedrehte Glühbirne hat etwas Probleme gemacht. Das ist dann so ähnlich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Nach kurzer Schockphase, morgen noch schnell eine neue Lichterkette besorgen zu müssen, stellte sich nach ein paar Minuten sogleich Erleichterung und ein weihnachtliches Leuchten ein.