Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Die Zeit um Weihnachten war für mich schon immer eine besondere Zeit für gewisse Filme. So ist seit ein paar Jahren die „Der Herr der Ringe“-Trilogie untrennbar mit den stillen Tagen des Jahres verbunden. Doch schon davor haben Filme, wie „Das letzte Einhorn“ oder „Schöne Bescherung“ (OT: „Christmas Vacation“), einen festen Platz im persönlichen Vorweihnachtsprogramm eingenommen. In den letzten Jahre bin ich zwar immer weniger dazu gekommen mir diese Filme anzusehen, doch dieses Jahr war es einmal wieder an der Zeit, Weihnachten mit den Griswolds einzuläuten.

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Ich weiß gar nicht wie oft ich den Film schon gesehen habe. Als Kind unzählige Male. So wie die meisten Abenteuer um die Chaosfamilie Griswold. Ins Erwachsenenalter hat sich jedoch nur „Christmas Vacation“ hinüber retten können. Bisher habe ich nur die synchronisierte Version gehen, doch heute habe ich festgestellt, dass Familienoberhaupt Clark Griswold (grandios: Chevy Chase) im Original noch besser flucht. Auch wenn es anfangs ungewohnt ist, kann ich jedem nur empfehlen, sich die „Schöne Bescherung“ auch einmal auf Englisch anzusehen.

Zum Film selbst brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. Er funktioniert einfach. Die Versatzstücke aus Slapstick, Sitcom, Brachialhumor, Satire und auch leiseren Tönen überzeugen auch heute noch. Teils sind die Szenen zwar unglaublich platt und man fragt sich, wie man das jemals lustig finden konnte – so geht es mir jedes Mal im Epilog – doch bereits im nächsten Moment wird man in das Weihnachtschaos hineingesogen und fühlt sich einfach pudelwohl bei den Griswolds. Der Film schafft es trotz seiner Bruchstückhaftigkeit eine Eigenständigkeit zu erzielen, die eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt. Aber das kann man wohl nur verstehen, wenn einen der Film bereits über so viele Jahre begleitet hat.

Ich finde es auch jedes Mal toll wieder neue alte Darsteller zu entdecken: Julia Louis-Dreyfus (Elaine Benes, „Seinfeld“), Doris Roberts (Marie Barone, „Everybody Loves Raymond“) und viele andere. Ein tolles Ensemble! Alles überragend natürlich: Chevy Chase. Eine seiner besten Leistungen.

Für mich gehört „Christmas Vacation“ einfach zu Weihnachten und ich bin froh, den Film auch dieses Jahr wieder einmal gesehen zu haben. Objektiv betrachtet ist die folgende Wertung bestimmt zu hoch, doch der Film hat mich einfach schon zu oft zu gut unterhalten, als dass weniger als 9/10 Punkte gerechtfertigt wären.

Charlie und die Schokoladenfabrik – OT: Charlie and the Chocolate Factory (2005)

Aktualisierung: Ich habe „Charlie und die Schokoladenfabrik“ am 22. Dezember 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Gestern Abend hatte ich Lust auf einen phantastischen Film. Soll die Reise nach Narnia gehen oder doch lieber nach Hogwarts? Letztendlich ist meine Wahl auf Tim Burtons „Charlie und die Schokoladenfabrik“ gefallen. Wohl auch deshalb, weil ich den Film noch nicht kannte und die Kombination Johnny Depp und Tim Burton für erstklassige Unterhaltung steht.

Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ich muss vorausschicken, dass ich weder die Vorlage von Roald Dahl, noch das 70er Jahre Musical mit Gene Wilder kenne. Dementsprechend unvoreingenommen konnte ich mich auf Tim Burtons Version einlassen. In der ersten halben Stunde wird dem Zuschauer der titelgebende Charlie samt Großfamilie vorgestellt. Dieser lebt in ärmlichsten Verhältnissen und hofft auf nichts mehr, als einmal die Schokoladenfabrik von Willy Wonka besuchen zu dürfen. Dieser Teil ist wirklich schön erzählt und bringt einem die Figuren sehr nahe. Dazu kommt ein tolles Setdesign und sympathische Schauspieler.

Nachdem Willy Wonka fünf goldene Eintrittskarten zu seiner Schokoladenfabrik unter das Volk gebracht hat, bricht erstmals Tim Burtons kunterbunter, ziemlich böser Humor durch. Die überzogene Darstellung der vier anderen Gewinnerkinder steht in völligem Kontrast zum liebevollen Portrait des bescheidenen Charlie. Insgesamt ist auch dieser Teil gelungen, doch frage ich mich, warum manche Klischees hier so breitgetreten werden – und außerdem: seit wann wird in Düsseldorf bayerisch gesprochen?

Nachdem sich die Tore zur Schokoladenfabrik geöffnet haben, bricht ein audiovisuelles Feuerwerk über die Besucher herein. Wirklich unglaublich, wie ideenreich und verspielt die Darstellung des Innenlebens der Fabrik ist. Man kann sich gar nicht satt sehen, an den zuckersüßen – und gleichzeitig ziemlich boshaften – Ideen Willy Wonkas. Besonders der erste Raum mit dem Schokoladenfluss ist ein Meisterwerk des überdrehten Setdesigns. Man kann sich als Zuschauer wirklich vorstellen, dass hinter jeder Tür der Fabrik neue Wunder darauf warten entdeckt zu werden. Leider ist die Struktur der Geschichte hier zu voraussehbar und einfach getrickt. Man weiß eigentlich schon immer, was im nächsten Raum geschieht. Nur noch nicht wie. Dieses wie ist dann glücklicherweise immer so unterhaltsam umgesetzt, dass dem Film trotz Voraussehbarkeit nicht die Luft ausgeht.

Schauspielerisch ist auch alles im Lot. Johnny Depps Willy Wonka ist sehr überdreht und teils sogar fast etwas unheimlich. Aber das ist das tolle an Burton: Seinen Märchen haftet immer etwas Düsteres und Verdehtes an, was die Filme auch für Erwachsene geniesbar macht. Mit einem anderen Regisseur hätte der Film schnell im Kitsch versinken können.

Fazit

Tim Burton ist mit „Charlie und die Schokoladenfabrik“ wirklich ein toller Märchenfilm gelungen, der für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist. Leider übertrumpft der audiovisuelle Eindruck etwas die Geschichte. Trotzdem ein rundum empfehlenswertes Erlebnis: 8/10 Punkte.

Erste Finalversion…

So, nachdem ich die gesamte letzte Woche an dem CG-Bild gewerkelt habe, kann ich nun die endgültige Version präsentieren. Zumindest vorerst. Es wird noch viel für die Animation vorbereitet werden müssen, doch ich denke zumindest die Geometrie und die grundlegenden Materialien stehen, was mein Prof hoffentlich auch so sehen wird…

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 Drahtgitteransicht

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 Rendering (ohne Postwork)

Nun steht ersten Matchmove-Tests nichts mehr im Wege. Ich muss mir nur noch einen Greenscreen basteln und mir jemanden suchen, der sich freiwillig als Ersatzschauspieler zur Verfügung stellt. Vielleicht gibt es hier demnächst also ein kleines Video zu sehen. Mal schauen.

Robin Hood: König der Diebe – OT: Robin Hood: Prince of Thieves

Es gibt Filme, die besitzen in der Erinnerung eine besondere Wirkung. Dazu gehört auch Kevin Reynolds Verfilmung von „Robin Hood: König der Diebe“. Ich habe diesen Film in meiner Kindheit wirklich oft gesehen. Er hat nie einen besonderen Status bei mir eingommen, doch er hat mich jedesmal gut unterhalten und ich habe mich stets gerne an die vergangenen Sichtungen zurück erinnert. Weniger an den Film – aus dem mir nur noch wenige Szenen im Gedächtnis waren – als an die Atmosphäre bei den Sichtungen. Nach über 10 Jahren wollte ich nun einmal wissen, was heute noch dran ist, an dem Abenteuerspektakel der zwei Kevins.

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Zunächst einmal fällt die klassische Inszenierung auf. Man fühlt sich sogleich in einen altmodischen Abenteuerfilm versetzt. Dennoch wirkt der Film nicht altbacken im negativen Sinne. Man muss bedenken, dass er inzwischen bereits über 15 Jahre auf dem Buckel hat. Es macht auch heute noch wirklich Spaß der Bande um Robin Hood bei ihren Raubzügen zuzusehen. Ebenso imposant sind die Kampfszenen geraten. Audiovisuell kann mich der „König der Diebe“ auch heute noch voll und ganz überzeugen.

Die erzählte Geschichte zeigt da schon eher Schwachstellen. Sie ist zu geradlinig und bereits zu oft erzählt worden, als dass man als Zuschauer noch irgendwie überrascht werden könnte. Fast schon zu klassisch. Dennoch fällt dieser Umstand meiner Meinung nach nicht all zu sehr ins Gewicht, da es aufgrund der flotten Inszenierung nie langweilig wird. Kostner und Konsorten  spielen die wilde Bande allesamt sehr überzeugend und sind anscheinend mit Spaß bei der Sache.

Mit Spaß bei der Sache war anscheinend auch Alan Rickman. Sein Sherriff von Nottingham ist derart überzogen angelegt, dass man sich beinahe in einer Satire wähnt. Mich würde nicht wundern, wäre Mel Brooks nicht aufgrund seiner Performance zu der Idee von „Robin Hood: Helden in Strumpfhosen“ (OT: „Robin Hood: Men in Tights“) gekommen. Ich schätze Rickman als Darsteller wirklich sehr. Doch hier hat mich sein Overacting gewaltig genervt – besonders da er ansonsten einer der Schauspieler mit dem nuanciertesten Spiel ist. Überhaupt empfand ich den Subplot um seine Mutter und die schwarzen Rituale eher als unnötig von der Geschichte ablenkend.

„Robin Hood: König der Diebe“ ist leider ein Film, der in der Erinnerung besser wirkt, als er eigentlich ist. Dennoch macht Costners Ausflug ins Sherwood Forrest auch heute noch Spaß. Es ist jedoch nicht der Klassiker, den ich mir erhofft hatte. Einen Pluspunkt gibt es von mir noch für den Cameo von Sean Connery als Richard Löwenherz: 8/10 Punkte.

Es geht weiter…

Falls sich jemand fragt, was denn nun aus meiner Diplomarbeit geworden ist: Es geht tatsächlich weiter. Sogar so weit, dass ich gar nicht weiß, woran ich als nächstes weiterarbeiten soll. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos, doch die Zeit ist erschreckend knapp. Kann man Weihnachten eigentlich verschieben?

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 Storyboardausschnitt

Mein Ziel ist es, die Dreharbeiten im Januar durchzuziehen und die Postproduktion im Februar abzuwickeln. Da ich recht gern auf alle Eventualitäten vorbereitet bin, nutze ich die Zeit im Moment um Storyboards zu zeichnen, benötigte 3D-Elemente vorzubereiten und generell eine fundierte Preproduktion auf die Beine zu stellen (ach, wie klingt das schön hochtrabend).

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 Drahtgitteransicht

Ich plane zudem alle Einstellungen und Effekte im Vorfeld zu testen, um beim richtigen Dreh auf alles vorbereitet zu sein. Ein Nachdreh will nämlich so gar nicht in meinen Zeitplan passen. Am liebsten würde ich komplett darauf verzichten und mich nur auf die Postproduktion stürzen. Aber das gehört halt alles dazu und ist ja irgendwie auch äußerst aufregend, zumal mein Professor mir nun nahegelegt hat, mit einem richtigen Schauspieler zu drehen – was auch immer das heißen mag.

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 Materialtest

Neben dem kreativen Part schreibe ich an der Theorie. Das ist zwar interessant, kostet aber enorm viel Zeit. Ich habe dann immer etwas das Gefühl, ich würde Zeit verschenken, die ich besser nützen könnte. Ist natürlich Unfug. Neben dem ganzen Trubel ist der offizielle Teil immer mehr in den Hintergrund gerückt. Ich sollte mich wirklich einmal um die Anmeldung und die endgültige Themenformulierung kümmern.

So sieht es im Moment aus. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr beschleicht mich ein leises Gefühl der Panik. Ob ein Blog-Eintrag dagegen hilft? 😉

Departed: Unter Feinden – OT: The Departed

Nach „Gangs of New York“ habe ich gestern meinen zweiten Scorsese auf der großen Leindwand gesehen: „Departed: Unter Feinden“. Die Kritiken zu dem Gangsterdrama, die ich im Vorfeld gelesen hatte, waren mehr als zwiespältig. Von ‚Nach „GoodFellas“ sein bester Film‘ bis ‚Ein müder Abklatsch des Originals‘ war alles dabei. Dazu muss ich sagen, dass ich das Original – den Asiahit „Infernal Affairs“ – nie gesehen habe. Grundsätzlich stehe ich Remakes auch eher skeptisch gegenüber. Zumindest wenn ich auch das Original kenne. Doch selbst dann kann ich die Neuinterpretation zu schätzen wissen und mir ein objektives Urteil bilden. Umso unverständlicher kommt mir der Tunnelblick so mancher Kritiker vor, die Scorseses Film als Schund bezeichnen, nur weil er ein Remake ist.

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„The Departed“ erzählt im Grunde die Geschichte zweier Männer, die in Konkurrenz zueinander stehen. Die das genaue Gegenteil voneinander sind. Und doch ähnlich. Billy Costigan (Leonardo DiCaprio), der Undercovercop und Colin Sullivan (Matt Damon), der Undercovergangster. Beide wissen um den anderen. Sie wissen jedoch nicht, wer der andere ist. Die Fäden laufen beim irischen Gangsterboss Frank Costello (Jack Nicholson) zusammen, der gleichzeitig FBI-Informant ist. Stoff genug also für ein Gangsterdrama der Extraklasse. Hinzu kommt zudem eine Polizeipsychologin (Vera Farmiga), die von den beiden gegensätzlichen Männern geliebt wird und zudem die einzige Vertrauensperson in diesem zwielichtigen Spiel ist.

Wenn ich nicht wüsste, dass „The Departed“ ein Remake ist, dann wäre ich nie auf den Gedanken gekommen. So sehr atmet der Film die dreckige Luft aus Scorseses Gangsteruniversen. Seine Handschrift ist in jeder Szene erkennbar. Selbst die Figuren – allen voran Frank Costello – sind typisch für diese Art von Film. Für Scorsese. Allein Billy ist etwas zu gut. Auch das Ende ist untypisch. In der letzten Szene des Undercovercops war ich wirklich geschockt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich denke jedoch diese Szene hätte eine weiter reichende Wirkung gehabt, wenn am Ende Colin nicht doch noch Gerechtigkeit widerfahren wäre. Erschien mir etwas wie ein Mittelweg und wenig konsequent. Doch egal wie man es dreht und wendet, das gesamte Ende ist untypisch für Scorsese und seine üblichen Charaktere. Und vielleicht gerade deshalb so überraschend gut gelungen.

Mehr als typisch für Scorsese ist jedoch die unglaubliche Inszenierung. Da stimmt einmal wieder alles. Man fühlt sich wirklich in die dreckige Gangsterwelt hineinversetzt. Die Kamera von Michael Ballhaus und die geniale Musikuntermalung tragen zur besonderen Atmosphäre bei. Allein die Szene in der Billy seinen Einstand ins Viertel feiert und THE HUMAN BEINZ mit NOBODY BUT ME erklingen. Wahnsinn. Neben der Inszenierung stechen besonders die fabelhaften Schauspieler heraus. Allen voran natürlich Jack Nicholson. Doch auch Leonardo DiCaprio kann wieder einmal zeigen, was er wirklich drauf hat. Auch Matt Damon macht seine Sache gut. Von dem grandiosen Supportcast einmal gar nicht zu sprechen.

Martin Scorsese ist mit „The Departed“ fulminant in sein Genre zurückgekehrt. Und das ausgerechnet mit einem Remake. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das Original wirklich um so viel besser ist. Dafür liebe ich Scorseses Gangsteruniversen und die dreckige Atmosphäre einfach viel zu sehr. Ich werde „Infernal Affairs“ jedoch bei Gelegenheit eine faire Chance geben.

„The Departed“ mag nicht Scorseses bester Film sein. Vielleicht auch nicht der beste seit „GoodFellas“. Aber bestimmt der beste seit „Casino“. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach: 8/10 Punkte.

Prison Break – Staffel 1

In den letzten Jahren haben TV-Serien einen immer größeren Platz in meinem Medienkonsum eingenommen. Die Qualität der erzählten Geschichten, sowie die Schauwerte haben deutlich zugelegt. Man kann schon fast von wöchentlichen Kinofilmen sprechen. Durch den Siegeszug der DVD bleibt dem geneigten Zuschauer sogar das Warten erspart und er kann – so er das Durchhaltevermögen besitzt – sich einen 16stündigen Film am Stück ansehen. Warum ich das alles erzähle? Weil „Prison Break – Season 1“ genau in die Kategorie TV-Serie fällt, die für den Umbruch in der TV-Welt gesorgt haben. Zwar gibt es mit „ALIAS“, „24“, „Lost“ etc. genügend bekannte Vorreiter für Qualitätsfernsehen, doch schafft es „Prison Break“ – in einer Zeit, in der solche Serien bereits etabliert sind – mich als Zuschauer so stark an den TV zu fesseln, wie kaum eine zweite Serie.

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Die Grundidee ist simpel und doch genial: Ein Mann lässt sich in ein Gefängnis einsperren, um seinen Bruder vor der Todesstrafe zur retten. Den Plan dazu hat er bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und es gibt unzählige Faktoren, die bei der Durchführung beachtet werden müssen. Diese sind meist nicht berechenbar und involvieren andere Häftlinge. Durch die Vorbereitungen im unberechenbaren Gefängnisumfeld entsteht eine Spannung, wie sie größer nicht sein könnte. Wirklich fantastisch. Zudem endet jede Episode mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man meist einfach weiterschaut, auch wenn es die Zeit eigentlich nicht erlaubt.

Bei „Prison Break“ gibt es – im Gegensatz zu den meisten anderen Serien – keine sogenannten Füllepsioden. Es wird stets die Geschichte vorangetrieben. Neben der Haupthandlung im Gefängnis gibt es eine parallele Handlung mit den Anwälten des Todeskandidaten, die daran arbeiten eine diesbezügliche Verschwörung aufzudecken. Beide Erzählstränge ergänzen sich perfekt und man hat beinahe das Gefühl einen Thriller zu lesen, so dicht ist die Handlung der Serie. Wäre „Prison Break“ ein Roman, würde man von einem Pageturner sprechen.

Kritikpunkte gibt es kaum. Allein im letzten Drittel scheinen Probleme aufzutauchen, nur um die Flucht weiter zu verzögern. Vermutlich ist das aber auch realistisch, da am Anfang einfach alles zu glatt gegangen ist. Des Weiteren konnte ich mich mit der obligatorischen Flashback-Episode nicht so wirklich anfreunden. Sicher war es nett die bekannten Figuren in ihrem ursprünglichen Umfeld zu sehen, doch außer evtl. von Michael und Lincoln erfährt man eigentlich nichts wirklich interessantes. Die Morphiumsucht der Ärztin fand ich zudem mehr als unnötig und aufgesetzt, da im Vorfeld keinerlei Anzeichen zu sehen waren. Als hätte man der Figur nachträglich ein Problem angedichtet. Zwar ist die Folge nicht wirklich schlecht, doch hätte ich kleinere Flashbacks in einzelnen Episoden besser gefunden – wenn auch nicht so ausufernd wie bei „Lost“.

Alles in Allem ist „Prison Break“ so ziemlich das Spannendste und Unterhaltsamste, was ich seit Langem gesehen habe. Wirklich eine dicke Empfehlung. Bin schon mehr als gespannt auf die zweite Staffel. Anfangs hatte ich ja eher Befürchtungen, wie sie die Geschichte weiterführen wollen, doch die letzte Folge hat mich eines besseren belehrt. Die (beinahe) perfekte Serienunterhaltung: 9/10 Punkte.

Shrek (2001)

Aktualisierung: Ich habe „Shrek“ am 9. Oktober 2020 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

In letzter Zeit sehe ich irgendwie vermehrt Animationsfilme. Mag an der stets kurzen Laufzeit und der Tatsache liegen, dass Computer hier auch einmal die Grundlage für Unterhaltung sein können. Dieses Mal gab es auf jeden Fall „Shrek“. Damals bei der Erstsichtung im Kino war ich wirklich höchst begeistert. Unglaublich lustig und im Gegensatz zu den meisten Disneyfilmen mit mehr Biss. Daraufhin folgten bis zum zweiten Teile viele weitere Sichtungen und mit etwas Abstand war es gestern wieder einmal Zeit für den grünen Oger und seinen vorlauten Esel.

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„Shrek“ ist für mich so ein Zwischending. Zwar ist die Geschichte etwas komplexer, als z.B. bei „Ice Age“ und die Figuren besitzen mehr Tiefe und erfahren mehr Charakterentwicklung, doch fehlt auch hier das Hineingesogenwerden in die Welt, wie es bei Pixarfilmen der Fall ist. „Shrek“ ist mehr Parodie. Eine Märchenparodie – und eine ziemlich gelungene. Zwar zeigen die Gags nach einiger Zeit ein paar Abnutzungserscheinungen, doch im Großen und Ganzen funktioniert „Shrek“ auch heute nach unzähligen Sichtungen noch unglaublich gut.

Technisch ist „Shrek“ auch noch ziemlich auf der Höhe der Zeit. Manche Sequenzen sind wirklich atemberaubend. Besonders die Prinzessin ist eine der besten menschlichen CGI-Figuren, die mir bisher untergekommen sind. Selbst in den großen Actionszenen gibt es kaum Grund zur Klage. Am besten gefällt mir aber die durch Licht und Umgebung geschaffene Atmosphäre. Genau so muss eine Märchenwelt aussehen.

Insgesamt immer noch ein herausragender Animationsfilm, den ich vielleicht schon zu oft gesehen habe. Ich denke der zweite Teil würde mir heute besser gefallen, da ich ihn noch nicht fast auswendig kenne. Doch auch der Ur-Oger macht trotz allem noch tierisch viel Spaß: 8/10 Punkte.

Bunny

Auf der zweiten DVD von „Ice Age“ befindet sich ein erstaunlicher Kurzfilm: „Bunny“. Dieser hat 1998 den Oscar für Best Short Film, Animated gewonnen und diesen Preis meiner Meinung nach auch wirklich verdient.

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Anders als die meisten Animationsfilme ist „Bunny“ eher traurig und melancholisch. Dennoch ein fantasievolles Märchen. Realistisch texturiert und animiert, fast an Stop-Motion erinnernd. Dazu das Thema Tod und ein Happy End. Ich hätte nicht gedacht, dass solch eine Kombination so gut funktioniert. Erstaunlich und ergreifend. Mir stellt sich nun die Frage ob solch erwachsene Animation auch jemals den Weg auf die Kinoleinwand finden wird oder ob diese Technik dem Genre des Kinderfilms vorbehalten bleibt: 9/10 Punkte.

Ice Age

Gestern Abend habe ich mir nach – für mein normales Sehverhalten – längerer Zeit einmal wieder einen Film angesehen: „Ice Age“. Ich erinnere mich noch genau daran, als ich das erste Mal den Teaser im Kino gesehen habe. Tränen. Ich habe wahrlich Tränen gelacht. Ebenso erinnere ich mich daran, wie unendlich enttäuscht ich nach dem Kinofilm war. Der Teaser hat sich als Scrats Eröffnungsabenteuer herausgestellt und auch sonst ist nicht mehr viel vom spritzigen Humor übrig geblieben. Da ich den zweiten Teil allerdings ziemlich unterhaltsam fand, wollte ich auch der ersten Eiszeit nochmal eine Chance geben. Und es hat sich gelohnt.

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Man darf „Ice Age“ einfach nicht mit den Filmen von Pixar vergleichen. Haben diese ausgefeilte Geschichten und Figuren mit wirklicher Tiefe, so ist „Ice Age“ eine simple Aneinanderreihung von Gags. Diese sind aber teils so gelungen und komisch, dass sie das Nichtvorhandensein einer Geschichte fast vergessen machen. Man kann es vielleicht so formulieren: Bei Pixar wird man in eine Welt hineingezogen, bei „Ice Age“ bleibt man nur Zuschauer. Aber das macht nichts. Manchmal ist Zuschauen eben auch amüsant.

Die drei Hauptfiguren sind nett anzusehen und sind eindeutig definiert. Allen voran Sid und Manfred. Der vorlaute Tollpatsch und das mürrische Mamut. Beide – wie es sich für einen Animationsfilm gehört – mit einem guten Herz ausgestattet. Diego, der dritte im Bunde, fällt dagegen schon etwas ab und muss zu oft als reines Mittel zum Zweck für die Geschichte herhalten. Ebenso das Kind. Überhaupt ist der gesamte Erzählstrang der die Menschen involviert unglaublich schwach: Die Modelle, die Animation, die Story. Alles nicht wirklich gelungen und trotz der kurzen Laufzeit des Films, wirken diese Stellen doch recht zäh. Glücklicherweise hat man im zweiten Teil komplett auf die Menschen verzichtet und sich ganz und gar den Urviechern gewidmet.

„Ice Age“ funktioniert am besten, wenn Slapstick ins Spiel kommt. Hier läuft die Animation zur Hochform auf. Ganz große Klasse. Man muss sich wirklich nur die ersten drei Minuten anschauen und schon weiß man, wo die Stärken liegen. Auch Sid hat einige solche Momente zu bieten. Auch die Macher scheinen sich dieser Stärken bewusst gewesen zu sein, denn in der Fortsetzung überwiegen solch körperbetonte Slapstickeinlagen.

Die Blue Sky Studios haben mit „Ice Age“ einen Film geschaffen, der sich Vergleiche mit Pixar gefallen lassen muss, diesen allerdings nicht standhalten kann. Die Geschichte ist einfach zu schwach und selbst die netten Charaktere wirken im Vergleich wie Abziehbilder. Die Animation hat zwar wirklich starke Momente, doch auch von der technischen Seite hinterlässt „Ice Age“ einen durchwachsenen Eindruck. Als kurzweiliger Slapstickfilm schaffen es Sid, Manni und ganz besonders Scrat dennoch bestens zu unterhalten: 7/10 Punkte.