Buried: Lebend begraben – OT: Buried (2010)

Wieder einmal habe ich einen Film gesehen, der mich alleine aufgrund seiner Prämisse reizte. Rodrigo Cortés‘ „Buried“ versprach einen unkonventionellen Ansatz, wenngleich die Idee dahinter auch nicht so originell ist, wie man vielleicht vermuten würde. Die Kombination aus lebendig begraben sein und Thriller wurde bereits in diversen TV-Serien (u.a. von Quentin Tarantino für „CSI: Las Vegas“) umgesetzt. So konsequent wie Cortés ist zuvor jedoch noch niemand an die Thematik herangegangen… Spoiler sind zu erwarten.

Zunächst einmal muss ich dem Team rund um „Buried“ meinen Respekt zollen, dass man die Grundidee konsequent bis zum Ende durchgezogen hat. Sicher hätte es ein paar Kameraspielereien nicht gebraucht, um die Situation noch realer und beängstigender erscheinen zu lassen, doch auch mit diesen wird die klaustrophobische Enge deutlich spürbar. Ziemlich beeindruckend fand ich Lichtgestaltung, die ihre Wirkung aus den im Film vorkommenden natürlichen Lichtquellen zieht. Wirklich sehr gelungen. Auch Ryan Reynolds‘ Leistung als Schauspieler ist durchaus herausragend und kann insbesondere als One-Man-Show voll und ganz überzeugen.

Die Handlung an sich ist dagegen weit weniger verzwickt, als man dies anfangs noch vermuten würde. Erzählt wird ein ziemlich geradliniger Thriller, der sich letztendlich einzig und allein um die Rettung Paul Conroys (Ryan Reynolds) dreht. Wird sie gelingen oder nicht? Alles dazwischen lebt einzig und allein vom Spiel mit der Urangst lebendig begraben zu sein – und dies macht der Film auch ziemlich gut. Wenn er 20 Minuten kürzer gewesen wäre und man sich z.B. die Schlangen-Episode gespart hätte, wäre der Film in seiner Wirkung meiner Meinung nach jedoch noch deutlich intensiver gewesen.

Nicht gelungen fand ich dagegen den Twist am Ende. Dieser wirkte weder sonderlich originell noch wäre er nötig gewesen. Auch wenn ein Happy End für mich als Zuschauer befriedigender gewesen wäre, so hadere ich nicht einmal so sehr mit dem Ausgang, sondern eher der plumpen Umsetzung. Die vorherigen 90 Minuten verpuffen völlig und gerade die unnötig erzählten Sequenzen fallen rückblickend betrachtet umso stärker ins Gewicht. Auch wenn Cortés versucht sich – wie man schon alleine an den sich an Saul Bass orientierenden Opening Titles sieht – an Alfred Hitchcock anzunähern, so bleibt es in meinen Augen jedoch bei diesem Versuch.

Mich hat „Buried“ durchaus beeindruckt und ich werde die Sichtung bestimmt in Erinnerung behalten. Letztendlich verspielt der Film etliche Möglichkeiten jedoch aufgrund seiner zu sehr auf Effekt setzender Inszenierung und der zu aufgeblasenen Handlung. Auch mit dem Ende kann ich mich nicht anfreunden, was potentiell interessierte Leser jedoch nicht davon abschrecken sollte, dem Film eine Chance zu geben. Interessant und sehenswert, wenn auch nicht frei von Fehlern: 7/10 Punkte.

Crazy, Stupid, Love. (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Crazy, Stupid, Love.“ am 7. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Die Voraussetzungen für einen gelungenen Filmabend waren denkbar schlecht: Arbeitsstress bis zur letzten Minute, die gesamte letzte Woche zu wenig Schlaf bekommen und ein generelles Gefühl der Abgeschlagenheit. Doch erstaunlicherweise schlief ich bei „Crazy, Stupid, Love.“ – ganz im Gegensatz zu jedem anderen Abend dieser Woche – nicht völlig K.O. auf dem Sofa ein. Nein, ich hatte über die gesamten 118 Minuten Laufzeit enorm viel Spaß und ein beständiges Lächeln auf den Lippen – und dies hat wahrlich schon lange keine (romantische) Komödie mehr geschafft…

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Aus der Prämisse des Films hätte man zweifellos auch eine der zurzeit so angesagten Brachialhumor-Komödien (z.B. „Kill the Boss“) machen können. Ein Familienvater (Steve Carell, „The Office“) trifft nach seiner Scheidung auf einen Womanizer (Ryan Gosling, „The Notebook“), der ihn unter seine Fittiche nimmt um einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Das Regie-Duo Glenn Ficarra und John Requa zauberte daraus jedoch eine herzerwärmende und dennoch unglaublich lustige Komödie voller Witz und mit ausnahmslos sympathischen Charakteren. Warum sieht man so etwas nicht öfter? Im Gegensatz zu den erfolgreicheren – aber deutlich schwächeren Genrekollegen – hat man von „Crazy, Stupid, Love.“ nicht wirklich viel gehört, was für mich absolut unverständlich ist.

Die Geschichte ist nicht sonderlich temporeich und hat deshalb auch die nötige Zeit ihre Charaktere entsprechend zu entwickeln. Besonders Steve Carells gehörnter Cal Weaver wächst einem schnell ans Herz. Wirklich fantastisch gespielt! Schön ist auch, dass es keine klischeehaften Feindbilder gibt und man jeder Figur ihre Beweggründe abnimmt. Ryan Gosling bildet den perfekten Gegenpart, der in jedem Entwicklungsstadium seines Charakters zu überzeugen weiß. Hinzu kommen Emma Stone, Julianne Moore und Marisa Tomei als Love Interests, die erfrischenderweise auch fern der typischen Genreklischees agieren. Besser hätte man das Ensemble nicht besetzen können.

Erfrischend fand ich, dass man nicht jeden offensichtlichen Gag mitgenommen hat und zudem eine Geschichte abseits der Situationskomik zu erzählen wusste. Die Wendung des Films hatte ich somit überhaupt nicht vorausgesehen und war an der relevanten Stelle bestimmt für fünf Minuten mit einem dicken Grinsen vor dem Fernseher gesessen. Grandios! Auch im weiteren Verlauf des Films wurden schmalzige Szenen (z.B. Cals Rede vor der Abschlussklasse) glücklicherweise nur sehr dezent eingesetzt und man hat den Figuren ihre Handlungen stets abgenommen. Das offene, aber dennoch hoffnungsvolle Ende hat mich letztendlich glücklich aus dem Film entlassen. Schön, einfach nur schön!

Fazit

„Crazy, Stupid, Love.“ dürfte wohl die positivste Überraschung sein, die ich seit langer Zeit sehen durfte. Ein famoses Ensemble in einer durchdachten und liebenswerten Geschichte, die zudem noch unglaublich lustig ist. Wer hätte das gedacht? Ich kann den Film nun all jenen ans Herz legen, die den Glauben an gute Romantic Comedies verloren haben, sowie denen, die mit dem Genre sonst nichts anzufangen wissen. Ein fantastischer Film, der einfach nur glücklich macht: 9/10 Punkte.

The Walking Dead – Season 2

Die Zombies sind zurück! Nachdem die Serie letztes Jahr einen richtigen Hype erlebte, wurde es – zumindest in gewissen Kreisen – recht schnell still, wenn es um „The Walking Dead – Season 2“ ging. Insofern war ich nach den recht durchwachsenen Kritiken doch außerordentlich positiv überrascht, wie sich die Serie entwickelt hat. Im Vergleich zur ersten Staffel wurde die Episodenzahl zudem verdoppelt, was der Geschichte und ihren Charakteren auf jeden Fall zugute gekommen ist. Doch der Reihe nach…

Nach dem Finale der letzten Staffel mussten sich die Überlebenden neu sammeln und sind zu neuen Ufern aufgebrochen. Nach nur einer Episode stagniert die Reise aufgrund unvorhergesehener Ereignisse jedoch bereits wieder und eine Farm soll zum vorübergehenden Lebensmittelpunkt unserer Gruppe werden. An dieser Stelle wird der gestörten Gruppendynamik Raum gegeben sich komplett zu entfalten. Handfeste Zombie-Action gibt es nur in sehr geringen Dosen zu sehen, die aber gerade deshalb umso verstörender wirkt. Ich mochte diese verstörend malerische und dennoch stets bedrohliche Atmosphäre auf der Farm sehr, sehr gerne und habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt – und kann somit den größten Kritikpunkt an der zweiten Staffel nicht wirklich nachvollziehen.

Die Gruppendynamik ist stets spannend und entlädt sich immer wieder in äußerst brutalen und mitreißenden Gewaltspitzen. Der Höhepunkt zur Staffelmitte hat mich wirklich mitgenommen und obwohl er – nachträglich betrachtet – nur konsequent und logisch war, so wurde ich davon vollkommen überrumpelt. Auch die Ereignisse, die zum großen Finale führten, waren größtenteils harter Tobak und man sieht deutlich, dass die Serie nicht gerade zimperlich mit ihren Figuren umgeht. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie die Autoren die Serie in der kommenden Staffel fortführen werden – die sonnendurchfluteten Bilder der idyllischen Farm werde ich auf jeden Fall vermissen.

Inszenatorisch ist die Serie weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Sie wirkt roh, unvermittelt und authentisch – soweit man das bei einer Zombie-Serie sagen kann. Auch wenn die Zombies oft dem Rechner entspringen, so fällt das dem (un)geübten Auge kaum auf und man darf sich an teils wirklich gruseligen Untoten erfreuen. Überhaupt wird die Bedrohung durch die Zombies sehr glaubhaft dargestellt. So gibt es zwar keine neumodischen Sprint-Zombies zu sehen, doch durch ihre schiere Masse und Beharrlichkeit stellen die Zombie-Herden in „The Walking Dead“ stets eine echte Gefahr dar. Besonders das Staffelfinale überzeugt an dieser Stelle durch ein wirklich unangenehmes Gefühl der Ausweglosigkeit.

Zu kritisieren habe ich einzig und allein die teils redundanten und zudem recht sprunghaften Verhaltensmuster unserer Gruppenmitglieder, doch durch die emotionale Extremsituation erscheinen selbst solche Ausfälle und die daraus resultierenden Diskussionen recht glaubhaft. Für mich hat die Serie in ihrem zweiten Jahr noch einmal an Qualität gewonnen und auch wenn man jetzt schon vermuten kann, dass die folgende Staffel eher noch düsterer werden wird, so freue ich mich dennoch auf eine Rückkehr ins zombieverseuchte Amerika: 9/10 (8.7) Punkte.

Media Monday #40

Nach einem kurzen Ein-Tages-Wochenende steht der Montag schon wieder erschreckend schnell vor der Tür. Wenigstens komme ich heute dazu die Fragen des Medienjournals zeitnah zu beantworten – ein guter Start in eine wunderbar kurze Arbeitswoche!

  1. Der beste Film mit James Caan ist für mich „Der Pate“ – kann es hier überhaupt eine andere Antwort geben?
  2. Joel Schumacher hat mit „The Lost Boys“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil Schumacher damit einen zitatenreichen, unterhaltsamen und liebevoll ausgestatten Big Budget-Jugendfilm geschaffen hat.
  3. Der beste Film mit Rachel McAdams ist für mich „The Notebook“.
  4. Mit „Der Regenmacher“ hat Francis Ford Coppola seinen schlechtesten Film abgeliefert, weil ich ihn als äußerst beliebiges Gerichtsdrama in Erinnerung habe.
  5. Damit eine Serie mich in ihren Bann zieht und ich sie mir regelmäßig anschaue, muss sie als Dramaserie einen übergreifenden Handlungsbogen und komplexe Charaktere besitzen, die sich beständig weiterentwickeln. Beste Beispiele hierfür sind „Mad Men“ oder „The West Wing“. Bei Comedyserien muss vor allem die Art des Humors stimmen. Ab und zu darf man dann Volltreffer, wie „Arrested Development“ oder „Community“ bewundern.
  6. Die am meisten enttäuschende Comic-Verfilmung ist für mich entweder „Batman Forever“, wobei ich hier die Vorlage nicht kenne, oder die Alan Moore-Verfilmung „Watchmen“.
  7. Mein zuletzt gesehener Film war „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ und der war ziemlich enttäuschend, weil sich Spielberg zu sehr auf die Technik konzentrierte und dabei Handlung und Charaktere aus den Augen verloren hat.

A Song of Ice and Fire, Book 2: A Clash of Kings (George R. R. Martin)

Knapp vier Monate habe ich für den zweiten Teil der „A Song of Ice and Fire“-Saga benötigt. Eine lange Zeit, doch wenn man bedenkt, dass ich nur am Abend und ab und zu am Wochenende zum Lesen komme, habe ich die knapp 1000 Seiten doch erstaunlich schnell verschlungen. Dies alles klingt nun nach viel Arbeit, doch das Eintauchen in die Welt von „A Clash of Kings“ ist größtenteils pures Vergnügen. Hat man sich erst einmal an die unglaubliche Figurenvielfalt gewöhnt und weiß einzelne Königsfamilien und Lordschaften einzuordnen, macht der komplexe Kampf um die Vorherrschaft in Westeros enorm viel Spaß.

Im Vergleich zum ersten Band „A Game of Thrones“ konnte ich mich nicht auf die Kenntis der TV-Serie stützen. Dennoch habe ich mich schnell in die Handlung eingefunden und war stets neugierig, wie die diversen Figuren mit dem Umbruch umgehen, in dem sich ihre Welt befindet. Erneut gibt es einige überraschende Wendungen und Todesfälle (oder auch nicht) zu bestaunen. Teils treibt Martin die Verwirrtaktik sogar so weit, dass man als Leser erst Kapitel später versteht, wovon die Figuren sprechen. Ich denke hier z.B. an die Jagd auf Bran und Rickon samt gezogener Konsequenzen. Eine ungewohnte Erzählweise und doch erstaunlich mitreißend. Nervenzerreißende Cliffhanger am Ende der Kapitel sind somit an der Tagesordnung.

Inhaltlich stehen vor allem die diversen Machtkämpfe und Intrigen der verschiedenen Häuser im Vordergrund, doch auch mit Schlachtszenen wird nicht gegeizt. Hinzu kommt die verstärkte Einbindung von Fantasyelementen, welche im ersten Band noch beinahe komplett außen vor gelassen wurden. Besonders bei diesen bin ich schon sehr gespannt auf die Umsetzung in der TV-Serie, welche aktuell ja kurz vor dem US-Start der zweiten Staffel steht.

Welche Handlungsstränge haben mir am besten gefallen? Wohl erneut die Abenteuer von Jon Snow, Tyrion und Arya – wobei Daenerys Handlungsstrang mich stellenweise auch zu begeistern wusste, da dieser die wohl stärksten Fantasyelemente enthält. Bei den restlichen Figuren wird der Fokus eher auf Intrigen und Schlachtszenen gelegt, was teils große Aufmerksamkeit erfordert, um zwischen all den Rittern, Lords und Königen noch den Überblick zu behalten.

Für mich war „A Clash of Kings“ eine fantastische Erfahrung, da ich nun endlich weiß wie die Geschichte weitergeht – und auch pünktlich zum Start der zweiten Staffel der TV-Verfilmung mit der Vorlage fertig wurde. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich mit einem anderen Buch eine Auszeit von Westeros nehmen soll oder im Anschluss sofort mit „A Storm of Swords“ weitermache, welches die 1200 Seiten sprengt. Im Moment fällt es mir noch schwer, mich von Martins Saga zu trennen. Großartige Unterhaltung: 10/10 Punkte.

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn – OT: The Adventures of Tintin (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ am 25. Februar 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Mit Hergés Comic-Universum rund um die Abenteuer des Reporters Tim und seines Hundes Struppi hatte ich bisher nur wenige Berührungspunkte. So kann ich mich zwar nicht daran erinnern die Comics gelesen zu haben, doch die Zeichentrickfilme wurden damals im örtlichen Kino zur Kindervorstellung aufgeführt. Kann Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ noch einmal das gleiche Gefühl von Abenteuer vermitteln, das ich damals empfunden habe? Nach den ersten Trailern war ich skeptisch, doch aufgrund der größtenteils äußerst positiven Kritiken wollte ich den Film dann doch sehen. Ins Kino habe ich es jedoch nicht geschafft, was ich nach der gestrigen Sichtung allerdings nicht als großen Verlust empfinde…

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Anfangs konnte mich die fantastisch gestaltete Welt noch begeistern: äußerst detailgetreu und mit viel Liebe in Szene gesetzt. Als Beispiel sei hier z.B. der Straßenkünstler genannt, der Tim in der Hegré-Version aufs Blatt zaubert. Grandios! Während des Prologs hatte ich somit noch das Gefühl ein wahrlich fantastisches Filmerlebnis vor mir zu haben. Bereits an diesem Punkt ist mir jedoch einmal wieder aufgefallen, wie schwer es mir fällt zu real gestaltete Charaktere, die mittels Performance Capture aufgenommen wurden, zu akzeptieren ohne mir stets ihrer Künstlichkeit bewusst zu sein. Manche Bewegungen reißen mich immer wieder aus dem Film heraus und die Technik dominiert die Geschichte. So beeindruckend ich die oft fotorealistischen Renderings auch finde, so sind sie dem Film letztendlich doch abträglich. Insofern war ich beinahe schon etwas enttäuscht, dass Spielbergs Film noch mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie bereits Zemeckis mit „Der Polarexpress“ oder auch „Die Legende von Beowulf“ – beide Filme fand ich zum damaligen Zeitpunkt allerdings zumindest technisch imposanter.

Inhaltlich macht „The Adventures of Tintin“ einiges richtig. Besonders in der ersten Filmhälfte kommt das Gefühl von Abenteuer schon ziemlich gut rüber. Durch die Figur des Captain Haddock wird das Ensemble um exakt den nötigen Grad von Wahnsinn bereichert, der für einen unterhaltsamen Abenteuerfilm nötig ist. So weit, so gut. In der zweite Hälfte verkommt der Film jedoch leider zu einem völlig überdrehten Actionspektakel. Bereits zuvor war mir die oft überstürzt wirkende Erzählweise aufgefallen, doch gegen Ende nimmt sich Spielberg überhaupt keine Zeit mehr für seine Figuren. Dies schlägt sich auch in der Inszenierung nieder. Die Kamera ist völlig losgelöst und richtet sich nur in den seltensten Fällen nach den bekannten Regeln der Montage. Anfangs mag das noch unterhaltsam wirken, doch schon nach kurzer Zeit hätte ich mir klassischere Einstellungen und Schnitte gewünscht.

In Bezug auf „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ habe ich oft gelesen, dass Spielberg keine effekthascherischen 3D-Effekte verbaut habe. Doch selbst ohne 3D-TV ist mir in unzähligen Einstellungen aufgefallen, dass man hier nur nach dem 3D-Effekt geschielt hat. Die Kamera kreist beständig um unsere Protagonisten, der Spazierstock des Bösewichts wird stets mitten in die Kamera gehalten usw. Wirklich penetrant und für ein gelungenes Filmerlebnis überflüssig. Ohne den 3D-Effekt beständig im Hinterkopf zu haben, hätte man den Film zumindest inszenatorisch deutlich angenehmer gestalten können. Schade um die netten Ansätze und die aufwändig gestalteten Sets und Charaktere.

Fazit

Insgesamt bin ich wirklich etwas enttäuscht von Spielbergs Abenteuerspektakel. Besonders Kritiken, die ihn auf nahezu eine Stufe mit den alten „Indiana Jones“-Filmen heben, kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Da hat mir ja sogar der vielgescholtene „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ besser gefallen. Trotz großer Kritikpunkte ist „The Adventures of Tintin“ größtenteils unterhaltsames Actionkino, das – aufgrund seiner Ambitionen im technischen Bereich – inhaltlich weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Schade um die netten Ansätze. Das können Sie besser Mr. Spielberg: 6/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (191)

Nachdem mich wieder einmal eine Erkältung gequält hat, die nun übrigens unser Zappelinchen in Form einer Mittelohrentzündung aufgeschnappt hat, habe ich mich seit über zwei Wochen Pause wieder einmal aufgemacht, um eine Runde zu laufen. Zwar bin ich noch nicht 100%-ig fit, doch wer kann bei solch einem grandiosen Wetter schon Nein sagen?

Distance: 6.70 km
Duration: 00:39:37
Avg Speed: 10.10 km/h
Avg Pace: 5:55 min/km
Energy: 541 kcal

Eigentlich wollte ich nur eine kleine, langsame Runde laufen. Dann war ich plötzlich doch flotter unterwegs als gedacht, weshalb ich meine Strecke spontan erweiterte. In dieser Erweiterung ging es plötzlich auch nur noch langsam voran und ich musste ziemlich kämpfen, um meinen 10 km/h-Schnitt zu halten. Letztendlich war es ein tolles Gefühl endlich wieder in der Abendsonne und ohne Stirnlampe laufen zu gehen. So kann es von mir aus gerne weitergehen!

Im Ohr: Celluleute Folge #37: Road Movies

Media Monday #39

Da ich heute den lieben langen Tag quer durch ganz Deutschland getingelt bin, nur um an einem mehr oder wenig wichtigen Meeting teilzunehmen, komme ich erst jetzt dazu die Fragen des Medienjournals zum aktuellen Filmgeschehen zu beantworten. Doch besser spät, als gar nicht…

  1. Der beste Film mit Colin Firth ist für mich „Tatsächlich… Liebe“, da ich die großen Werke des Schauspielers – „The King’s Speech“ und „A Single Man“ – noch nicht gesehen habe.
  2. Steven Spielberg hat mit „Jurassic Park“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film selbst nach der x-ten Sichtung noch unglaublich mitreißend ist und hier nur nach einem Film gefragt wurde. Weiterhin gehören die „Indiana Jones“-Trilogie und natürlich „Der weiße Hai“ zu den ganz großen Arbeiten des Regisseurs. Ich mag ja selbst seine als schwächer angesehenen Filme – „Hook“, „Minority Report“ usw. – unglaublich gerne.
  3. Der beste Film mit Marion Cotillard ist für mich „Big Fish“.
  4. Mit „Der Mann, der niemals lebte“ hat Ridley Scott seinen schlechtesten Film abgeliefert, weil er trotz gelungener Inszenierung eine zu generische Geschichte erzählt (und ich „Die Akte Jane“ noch nicht gesehen habe).
  5. Angenommen, dir stünde ein unbegrenztes Budget zur Verfügung, um einen Film zu drehen, was für ein Film würde das vermutlich werden?
    Da ich im Moment keine originäre Geschichte in mir trage, beschränke ich mich bei der Antwort auf Adaptionen: Natürlich würde ich „Serenity“ fortsetzen, weiterhin „Das magische Messer“ und „Das Bernstein-Teleskop“ verfilmen und weil das Budget ja unbegrenzt ist, hänge ich noch eine würdige „Wing Commander“-Verfilmung hinten dran.
  6. Mein liebster irischer (oder in Irland spielender) Film ist „Die Asche meiner Mutter“ – ein anderer Film fällt mir nicht ein und diesen fand ich damals zumindest recht eindrücklich erzählt.
  7. Meine zuletzt gesehene Film Serie war eine Folge „Chuck“ und die war wieder einmal äußerst unterhaltsam, weil erneut Humor, Action und Spannung perfekt kombiniert wurden. Für einen Film habe ich in der vergangenen Woche leider keine Zeit gefunden.

Fünf Fragen

Seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich einmal wieder ein Stöckchen bekommen. Dabei habe ich im Moment gar keine Zeit für solch einen Firlefanz! Doch da sich Dos Corazones so viel Mühe mit seinen Fragen gegeben hat, möchte ich mich nur ein wenig nicht zieren…

Worum geht es?

  1. Verlinke die Person, die dich getaggt hat.
  2. Beantworte die Fragen, die dir gestellt wurden.
  3. Tagge anschließend 5 weitere Leute.
  4. Gib den Personen Bescheid, die getaggt wurden.
  5. Stelle anschließend 5 Fragen an die, die getaggt wurden.

Im Folgenden nun meine pfiffigen Antworten auf Dos Corazones Fragen:

  1.  Du spielst eine Nebenrolle in einem Horrorfilm. Wie entkommst du dem Mörder, obwohl der Drehbuchautor den Tod deiner Rolle (naturgemäß) geplant hat?
    Also wenn ich schon in einem Horrorfilm mitspiele, dann natürlich die Hauptrolle – und als solche bleibe ich natürlich durch den Einsatz gewitzter Ideen, heldenhafter Taten und meines unwiderstehlichen Charmes am Leben.
  2. Nur du alleine hast die Chance, die Welt vor ihrem Untergang zu bewahren, allerdings müsstest du dich dafür opfern – welchen Abgang würdest du bevorzugen?
    Opfern? Ich soll mich opfern? Mal nicht so voreilig! Wie sind denn die Rahmenbedingungen? Mit was für einer Art Weltuntergang haben wir es denn zu tun? Aliens? Ominöse Maya-Prophezeiungen? Zombies? In letzterem Fall würde ich eher einen Trainingskurs zur Verteidigung gegen Zombies leiten und den Untergang somit verhindern. Aktiv an einem Weltuntergang teilzunehmen ist doch viel angenehmer, als sich einfach passiv zu opfern.
  3. Eines Tages wachst du im Körper eines Tieres auf, welches Tier wärst du am liebsten und warum?
    Die Antwort auf diese Frage habe wohl zuletzt in der 4. Klasse in ein Poesiealbum geschrieben. Seitdem habe ich mir nicht mehr sonderlich viel Gedanken darüber gemacht, welches Tier ich denn gerne wäre. Die Antwort kann in besagtem Poesiealbum nachgelesen werden.
  4. Mainz oder Wiesbaden? (5 Sätze Minimum bitte)
    Was soll ich hierzu als geborener Bayer Franke denn bitteschön ernsthaft antworten?!?
  5. Kalorienzählen mal für einen Tag vergessen: Einmal im Jahr lässt dein Stoffwechsel dich bei keiner Mahlzeit im Stich und keine Kalorie setzt sich fest – welche Esssünden begehst du?
    Nur einmal im Jahr? Esssünden begehe ich jedes Wochenende!

Um dem Kettenbrief-Prinzip auch treu zu bleiben, dürfen mathias1302, Willems, Whoknows, C4rter und maloney Rob die folgenden fünf – durchaus bewusst filmbezogen gewählten – Fragen beantworten:

  1. Was war in eurer Kindheit euer Lieblingsfilm, von dem ihr jede TV-Ausstrahlung mitgenommen habt?
  2. Was war eure erste DVD und wieviel Euro bzw. DM musstet ihr dafür über den Tresen wandern lassen?
  3. Ihr könnt abends nicht einschlafen. Welcher Film lässt euch aufgrund seiner famos zelebrierten Langeweile garantiert in den Schlaf hinübergleiten?
  4. Analog zu Frage 3: Welcher Film hat euch schon einmal so richtig fies den Schlaf geraubt?
  5. Das war ja wohl gar nichts, liebe(r) Regisseur(in)! Welchen Film hättet ihr viel besser drehen können und wie genau hättet ihr das angestellt?

Nun auf, auf liebe Filmfreunde und seid euch gewiss: Die Fragen hätten noch viel schlimmer sein können… 😉

Stephen Fry in America

Neben meinen sonstigen Ausflügen in die bunte Film- und Serienwelt, habe ich mich meine Aufmerksamkeit mit „Stephen Fry in America“ wieder einmal einer Reisedoku gewidmet. Eine nette Abwechslung, die sowohl durch das Reiseziel als auch durch den Reiseleiter exzellente Unterhaltung versprach. Was darf man sich von sechs Stunden USA-Reise mit Stephen Fry nun erwarten? War ich am Ende froh die Reise hinter mir zu haben, oder hätte ich den Urlaub am liebsten verlängert?

Natürlich hätte ich den Urlaub am liebsten verlängert, doch zu diesem einzigen Kritikpunkt möchte ich später kommen. Es ist wieder einmal eine wahre Freude Stephen Fry auf seinen Reisen zu begleiten. Ich war ja bereits von der Dokuserie „Last Chance to See“ äußerst angetan, in der Fry zusammen mit Mark Carwadine nach den Letzten ihrer Art suchte. Auf seiner USA-Reise ist er jedoch alleine unterwegs und trifft auch auf (fast) keine Tiere. Die spannendsten Momente sind jedoch erneut Begegnungen, welche die Serie so herausragend machen. Stephen Frys Wesen ist einfach unbeschreiblich. Stets die Höflichkeit in Person – egal, wie fragwürdig die gerade geäußerte Aussage des Gegenübers.

Natürlich gibt es – wie es sich für eine richtige Reisedoku gehört – auch beeindruckende Landschaftsaufnahmen zu sehen. Hier kommt die Bildqualität der Blu-ray der Serie wahrlich zugute. Da man sich jedoch nur äußerst wenig Zeit für die Besuche der 50 Staaten lässt, wirkt die gesamte Serie recht gehetzt. Im Schnitt bleiben ca. 7 Minuten pro Staat, was sowohl Land als auch Leuten leider nicht gerecht wird. Hier hätte es wahrlich geholfen die doppelte Zahl an Episoden zur Verfügung zu haben. Aber seien wir einmal ehrlich: Ich hätte Stephen Fry wahrscheinlich auch auf eine Reise mit einstündigen Episoden pro Staat begleitet. Insofern schade, doch man muss hier eben nehmen, was man bekommt.

Für Fans des britischen Komikers/Schauspielers/Literaten gehört „Stephen Fry in America“ zum Pflichtprogramm. Es ist keine perfekte Dokuserie, doch gibt sie einen groben Überblick über das Leben in den Vereinigten Staaten aus der Sicht eines intellektuellen und doch äußerst geselligen Europäers. Wer sich damit identifizieren kann und zudem Gefallen an Land und Leuten findet, der darf auch gerne reinschauen, wenn er zuvor noch nie von Stephen Fry gehört hat. Ich hatte auf jeden Fall enorm viel Spaß auf dem 6-stündigen Trip und wünsche mir weitere Dokus dieser Art: 9/10 Punkte.