Media Monday #248

Der Ostersonntag liegt hinter uns – und er war voller Eier, Geschenke und leckerem Essen. So ein richtiger Feiertag im Kreise der Familie eben. Am morgigen Ostermontag wird es nicht anders werden, so dass ich meinen Plan morgen früh laufen zu gehen dringend in die Tat umsetzen sollte. Nun stehen aber erst einmal die Fragen des Medienjournals an, welche aufgrund der noch ungewohnten Sommerzeit heute sehr zeitig wirken. Ich hoffe ihr habt die ersten Feiertage gut überstanden und wünsche euch in diesem Sinne: Frohe Ostern und viele Eier! 🙂

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  1. Zu Ostern wünsche ich mir nur eines, nämlich entspannte Tage im Kreise der erweiterten Familie.
  2. Bevor ich fit genug für einen Marathon bin, würde eher der Nikolaus den Osterhasen beim Eier austragen schlagen.
  3. Früher haben wir zu Ostern auch öfter mal draußen Eier gesucht.
  4. Wenn ich das Finale einer Trilogie lese, dann möchte ich am liebsten einen gelungenen Abschluss – hat bei „Die Auserwählten in der Todeszone“ leider nur bedingt geklappt.
  5. Die meisten auf diesem Blog besprochenen Filme und Serien werde ich nie wieder ansehen, weil die Freizeit begrenzt ist.
  6. Meine Frau hätte eigentlich längst mal eine größere Auszeichnung verdient, und zwar weil sie sich immer um die Geschenke für die ganze Familie kümmert – so auch zu Ostern.
  7. Als gute Geschenkidee würde ich regelmäßige Kommentare empfehlen, weil Kommentare der Applaus der Blogosphäre sind.

Run, Fatboy, Run (351)

Das Ende der Fastenzeit habe ich nicht mit einem dicken Steak, Schoko-Ostereiern oder einem Single Malt eingeläutet, sondern mit einem Lauf. Da bin ich schon irgendwie stolz auf mich. Insgesamt hat mich die Fastenzeit 3,5 kg gekostet, was letztendlich genau das Gewicht war, das ich mir in der Weihnachtszeit angefuttert hatte. Nur gut, dass nun Ostern direkt vor der Tür steht. Auf Fleisch und Wurst zu verzichten, ist mir erstaunlich leicht gefallen. Süßigkeiten und Alkohol waren da schon härter. Dennoch habe ich es ohne Zwischenfall durchgehalten, was mir bisher noch nie gelungen war. Aber nun zum Lauf, bei dem ich mich – im Gegensatz zum letzten Versuch – nicht verlaufen hatte:

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Distance: 7.05 km
Duration: 00:42:00
Elevation: 86 m
Avg Pace: 5:57 min/km
Avg Speed: 10.07 km/h
Heart Rate: 177 bpm
Stride Frequency: 147 spm
Energy: 580 kcal

Wie ihr seht, habe ich die stets angestrebten 6 min/km geknackt. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Sogar zum ersten Mal seit Oktober 2015. Ob man darauf aber wirklich stolz sein sollte? Auf jeden Fall bin ich froh wieder einigermaßen ins Training zu kommen. Auch die über die heute gefundene Strecke freue ich mich und habe sie zu meiner neuen Hausstrecke auserkoren. Der Weg durch den Wald führt knapp 2 km über verlassene Waldwege, die recht gut ausgebaut sind und dennoch abseits der üblichen Spazierpfade liegen. Das macht so richtig Spaß. Für die weiteren Läufe, möchte ich auch wieder längeren Strecken angehen, so dass ich meine anvisierten ca. 18 km zum Wohnort meiner Mutter angehen kann. Ein Ziel eben. Auch mal schön.

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 28: Interview Ginger Runner

Wann ist ein Blog erfolgreich?

Kürzlich habe ich im Zuge des Media Mondays eher scherzhaft festgestellt, dass ich meinem Blog endlich den großen Durchbruch wünschen würde. Weil ich schon lange blogge. Seit 10 Jahren um genau zu sein. Aus dieser Bemerkung hat sich eine kleine Diskussion entsponnen, in der letztendlich die Frage aufkam, was man denn nun als Durchbruch betrachten könne – oder anders formuliert: Wann ist ein Blog erfolgreich?

Kommentare sind der Applaus der Blogosphäre

Ähnliche Gedanken machte sich nur kurze Zeit später auch die Chaosmacherin und stellte ihre Art des Bloggens infrage. Weil die Kommentare ausbleiben. Zu geringes Engagement, wie man neudeutsch sagt. Welcher Blogger kennt das nicht? Man schreibt mit viel Herzblut einen neuen Artikel und wartet auf angeregte Diskussionen. Doch dann: Keine Reaktion, kein Anstieg der Seitenaufrufe. Nichts.

Tumbleweed

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Die Auserwählten in der Todeszone (James Dashner)

maze_runner_3Neuerdings geht es Schlag auf Schlag in dieser Kategorie: Nachdem ich erst letzte Woche „Der Hobbit“ besprochen habe, steht heute „Die Auserwählten in der Todeszone“ auf dem Programm. Inzwischen ist seit meiner Besprechung des zweiten Teils der „The Maze Runner“-Reihe auch schon wieder gut ein Jahr vergangen, was größtenteils daran liegt, dass ich auf die Paperback-Variante des Nachfolgers gewartet habe. Inzwischen habe ich erfahren, dass es auch noch ein Prequel zur Trilogie namens „Kill Order“ gibt, das ich vermutlich jedoch auslassen werde. Wieso erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

War ich speziell vom ersten Teil der Reihe sehr begeistert, hat der zweite Teil vor allem die Erwartungen nach einer Auflösung der Geschichte rund um ANGST geschürt. Und diese bietet das große Finale tatsächlich. Leider jedoch gestaltet sich das alles so, wie man es erwarten würde und die echten Überraschungen bleiben, bis auf ein paar hanebüchene Allianzen, größtenteils auf der Strecke. Am besten funktioniert die Geschichte, wenn die Figuren tatsächlich mit Verlusten zu kämpfen haben und es dementsprechend emotional wird. Weiterhin mag ich auch die beschriebene Welt sehr gerne, auch wenn es im Grunde nur eine weitere Zombie-Apokalypse ist. Scheint momentan ja groß in Mode zu sein und hat man in solch einem Young-Adult-Setting auch noch nicht allzu oft gesehen.

Die ethisch-moralische Komponente dagegen – sprich die Opferung einiger Auserwählter zur Rettung der Menschheit – wird nur am Rande thematisiert, was schade ist, denn hier hätte die Geschichte einiges an Potenzial vorzuweisen. Dafür nehmen etliche Actionszenen und abstruse Beziehungsgeflechte viel Platz ein, was selbst mir als Freund von Young-Adult-Dystopien ein wenig zu weit ging. Die endgültige Auflösung der Mysterien war letztendlich auch ein wenig schwach, zumal der finale Twist, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen möchte, auch ziemlich vorhersehbar war. Dieses Gefühl der unbefriedigenden Auflösung hat man aber leider ziemlich oft bei Geschichten, die im Vorfeld viele Fragen aufwerfen.

Insgesamt gesehen werde ich die „The Maze Runner“-Trilogie in guter Erinnerung behalten, was jedoch hauptsächlich an den ersten beiden Bänden liegt. Das Finale ist ein netter Abschluss, doch der Reiz war über die Dauer des Buches dahin. In die Verfilmungen, die sich ja noch weiter von der Vorlage entfernen sollen als die Adaption des ersten Teils, werde ich vermutlich dennoch reinschauen: 6/10 Punkte.

Media Monday #247

Erneut geht ein viel zu kurzer Sonntag zu Ende. Was bin ich froh, dass ich über Ostern ein paar Tage frei habe! Bis dahin gibt es noch den einen oder anderen Kraftakt zu stemmen, aber das gehört eben dazu. Seit dem letzten Media Monday habe ich fünf Blogartikel veröffentlicht, was schon fast rekordverdächtig ist. Mehr Besucher haben sich dennoch nicht hierher verirrt. Doch mit den neuen Fragen des Medienjournals kommt auch der besucherstarke Montag – in diesem Sinne: willkommen ihr Leser! 🙂

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  1. Ob fiktiver oder realer Ort, einmal den Jakobsweg zu besuchen, wäre nach meiner gestrigen Sichtung von „Dein Weg“ durchaus reizvoll.
  2. Fernab des Media Monday gefällt mir die Blog-Aktion „Meine Top 10 Obsessionen während der 90er“ sehr gut, da sie zu einer Reise in die Vergangenheit einlädt.
  3. Meinem Blog hätte ich ja länger schon den großen Durchbruch gewünscht, schließlich schreibe ich diesen Juni schon seit 10(!) Jahren daran.
  4. Erstaunlich, wie wenig sich meine Einschätzung von „Der Hobbit“ seit ich das Buch das erste Mal gelesen habe verändert hat, denn immerhin war das bestimmt vor knapp 20 Jahren.
  5. Dem Franchise Marvel Cinematic Universe (MCU) kann ich ja kaum noch etwas abgewinnen, weil es einfach zu viele Filme und Serien werden – wer hat denn dafür noch Zeit?
  6. Lange hat mich kein Film mehr so von den Socken gehauen wie der Dokumentarfilm „Man on Wire“ über einen ganz besonderen Seiltanz.
  7. Zuletzt habe ich meinen 350. Lauf absolviert und das war eine matschige Angelegenheit, weil ich mich im schlammigen Wald dauernd verlaufen habe.

Run, Fatboy, Run (350): Spezialausgabe

Wenn ich samstags arbeite bzw. keine Zeit mit meiner Familie verbringen kann, dann habe ich das Bedürfnis am Sonntag etwas Großes zu unternehmen. Heute hat das nicht geklappt, doch wir haben den Tag auch ohne besondere Unternehmungen gut gefüllt. Trotz des sehr ungemütlichen Wetters haben wir uns z.B. zu einer Erkundung der näheren Umgebung aufgemacht, was in Schlamm, Matsch und Ver(w)irrung endete. Auch wenn ich danach sehr verfroren war, habe ich mich noch zu einem Lauf aufgerafft – irgendwie muss man die beständige Erkältung ja in die Knie zwingen. Und was soll ich sagen? Auch ich habe mich ein paar Mal ziemlich verlaufen und mir Trail-Schuhe gewünscht. So langsam stoßen meine Straßenschuhe an ihre Grenzen:

fatboy-run-350

Distance: 7.14 km
Duration: 00:47:33
Elevation: 91 m
Avg Pace: 6:39 min/km
Avg Speed: 9.01 km/h
Heart Rate: 175 bpm
Stride Frequency: 143 spm
Energy: 589 kcal

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass dies nun schon mein 350. Lauf ist, den ich auf meinem Blog dokumentiere. Wahnsinn. Die letzte Spezialausgabe zum 325. Lauf liegt inzwischen schon fast ein Jahr zurück, was deutlich zeigt, dass ich im letzten Jahr nicht viel mehr als 25 mal laufen war. Glücklicherweise bietet das Jahr 2016 noch etliche Chancen diese Zahl zu übertreffen:

2008 2009 2010 2011 2012
Länge 130,60 143,53 382,31 426,62 291,15
Laufzeit 15:32:00 15:37:00 38:48:45 41:55:03 28:39:25
kCal 12.416 11.838 32.184 33.147 22.415
min/km 7:05 6:31 6:05 5:53 5:54
2013 2014 2015 2016 Gesamt
Länge 388,03 319,01 243,70 34,85 2.359,81
Laufzeit 39:02:57 31:23:04 24:24:25 03:39:38 239:02:16
kCal 29.878 24.563 18.930 2.823 188.194
min/km 6:02 5:54 06:00 06:18 6:04

Da ich immer noch faste (ich bin dieses Jahr tatsächlich kein einziges Mal schwach geworden), bringt mich die folgende Rechnung kalorienmäßig tatsächlich ins Plus bzw. eben ins Minus – ist ja auch einmal ganz schön: Bisher habe ich dieses Jahr 5 Tafeln Schokolade oder 11 Flaschen Bier runtertrainiert. Ich fürchte, mit Ostern wird sich diese Bilanz schnell wieder ins Negative kehren… 😉

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 27: Journey to Utrecht

Dein Weg – OT: The Way (2010)

Nachdem ich heute den ganzen Tag ein Blockseminar gegeben habe, ist nicht nur meine Stimme nahezu komplett weg, es machte sich auch schon früh eine gewisse Müdigkeit bemerkbar. Auf einen Film wollte ich dennoch nicht verzichten: Die Wahl fiel letztendlich auf „Dein Weg“ von Emilio Estevez, der bereits seit mehreren Jahren auf meiner imaginären Liste der noch zu sehenden Filme steht. Ob das beinahe schon meditative Drama die richtige Wahl für solch einen müden Abend war?

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Es mag am Kaffee liegen, den ich erst zu später Stunde zu mir genommen habe, doch eingeschlafen bin ich tatsächlich nicht. Es bestand nicht einmal annähernd die Gefahr – und ich möchte dies dem Film zuschreiben, denn er hat mich gar wunderbar unterhalten. Meine langjährigen Leser wissen, dass Vater-Sohn-Beziehungen (siehe auch „Wish I Was Here“ oder „Beginners“ oder „About Time“) seit jeher einen Nerv bei mir treffen. Folglich ist es auch keine Überraschung, dass der auf zwei Ebenen mit der Vater-Sohn-Beziehung spielende „The Way“ mich berührt hat: Emilio Estevez hat die Rolle der Hauptfigur Tom für seinen Vater Martin Sheen, den ich spätestens seit „The West Wing“ liebe, geschrieben. Gleichzeitig verkörpert Sheen den Vater des auf dem Jakobsweg verstorbenen und von Emilio Estevez gespielten Daniel. Und man merkt diese persönliche Komponente in wirklich jeder Szene des Films.

Es wird viele Zuschauer geben, die den Film nicht ertragen können. Er strotzt nur so vor religiösen und spirituellen Untertönen, die letztendlich aber auch nur Untertöne sind und das Setting für vier ganz individuelle Geschichten bilden. Weiterhin passiert nicht viel in dem Film, sprich man beobachtet zwei Stunden lang Tom, wie er auf dem Jakobsweg unterschiedlichen Pilgern begegnet und sich langsam mit diesen anfreundet. Das muss man mögen. Und ich mochte es wirklich sehr. Man bekommt tatsächlich ein Gefühl für die Landschaft und die Art von Menschen, die sich auf solch eine Reise begeben. Weiterhin ist die Dynamik zwischen unseren vier Pilgern großartig und ich habe sehr gerne zwei Stunden meiner Zeit mit ihnen verbracht. „Dein Weg“ ist kein aufregender Film, aber ein kraftvoller.

Müsste ich etwas kritisieren, dann vermutlich die ein wenig beliebig wirkende Zusammenstellung des Soundtracks. Ebenso fügt sich nicht jede Episode perfekt in die Geschichte ein, doch das macht für mich auch den Reiz dieses Films aus. Spontane Begegnungen sind eben nicht immer perfekt. Am Ende war ich sogar richtig wehmütig, dass die Reise nun vorbei ist. Ich kann mir gut vorstellen, den Weg irgendwann noch einmal zu gehen: 8/10 Punkte.

Veep – Season 3

Hatte ich mich bei der Sichtung der zweiten Staffel noch gefreut, dass es zwei Episoden mehr als im ersten Jahr gab, muss ich nach „Veep – Season 3“ nun feststellen: 10 Episoden sind einfach viel zu wenig für diese Serie! Da hat man sich gerade warm geschaut und muss auch schon wieder Abschied nehmen. Warum die Serie so gut funktioniert, lest ihr in der folgenden Besprechung…

veep-season-3

US-Wahlkampf in all seiner Absurdität. Welches Thema könnte aktueller sein? Auch wenn es die Serie tatsächlich nicht schafft, an den Irrsinn der realen Situation heranzureichen, so gibt sich das Team rund um Vizepräsidentin Selina Meyer doch alle Mühe. Mit dem beginnenden Wahlkampf um das Präsidentenamt nimmt die Serie enorm an Fahrt auf, was sie noch spritziger macht als sie es in den vergangenen Jahren ohnehin schon war. Mit knapp 30 Minuten Laufzeit bewegt sich die Comedy auch in einem Sweet Spot was die erzählerische Dichte und die Schlagfrequenz der Pointen angeht. Habe ich schon erwähnt, dass ich 10 Episoden pro Staffel als viel zu wenig erachte? Aber vielleicht liegt auch gerade darin das Geheimnis der durchgehend hohen Qualität begründet.

Was mir dieses Mal wie Schuppen von den Augen gefallen ist: Anna Chlumsky, die fantastische Darstellerin von Amy Brookheimer, ist das kleine Mädchen aus „My Girl: Meine erste Liebe“, eines meiner großen filmischen Kindheitstraumata. Diese Erkenntnis hat das Vergnügen, das ich bei der Sichtung empfunden habe, nur gesteigert. Ohnehin sind die Schauspieler allesamt famos, müssen jedoch hinter der fantastischen Julia Louis-Dreyfus zurückstehen, die mit „Veep“ schon die zweite Rolle ihres Lebens (eben nach Elaine Benes in „Seinfeld“) gefunden hat.

Ich liebe amerikanischen Politzirkus in TV-Serien – und kaum eine Serie stellt diesen so unterhaltsam dar, wie „Veep“. Auch wenn die Serie hierzulande nicht sonderlich populär ist, so kann ich sie allen auch nur annähernd Interessierten nur unbedingt ans Herz legen. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht: 9/10 (9.0) Punkte.

Der Hobbit (J. R. R. Tolkien)

hobbit_romanNachdem ich bereits Anfang des Jahres damit angefangen hatte, habe ich nun endlich einmal wieder „Der Hobbit“ beendet. Wieder einmal? Ja, genau: J. R. R. Tolkiens Klassiker der Fantasy-Literatur lag nun bereits zum dritten Mal auf meinem Nachttisch – und ich lese Bücher nur im seltensten Fall mehrfach. Dieses erste Abenteuer in Mittelerde habe ich sehr ins Herz geschlossen und es gefällt mir sogar besser als das ungleich epischere und populärere Nachfolgewerk „Der Herr der Ringe“. Obwohl viele Leser die Geschichte rund um den Hobbit Bilbo Beutlin als reines Kinderbuch sehen, so ist sie für mich tatsächlich ein vollwertiges Fantasy-Abenteuer. Aus heutiger Sicht sehr prototypisch und geradlinig erzählt, doch dies macht gerade den Charme des Romans aus.

Aufgrund meiner direkt vorangegangenen Sichtung von Peter Jacksons Trilogie, habe ich unbewusst stets beide Medien miteinander verglichen. Jackson wird ja, teils durchaus berechtigt, der Vorwurf gemacht, dieses Kinderbuch unnötig aufgeblasen und auf drei Filme gestreckt zu haben. Neben den hinzugedichteten Elementen war ich aber tatsächlich erstaunt, wie eng er sich teils am Buch befand – sogar Azog findet darin Erwähnung. Auch hatte ich nicht mehr in Erinnerung, dass Bard tatsächlich ein Charakter Tolkiens ist oder der Arkenstein dem Buch entspringt. Rückblickend betrachtet, bewegt sich „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ wohl am engsten an der Vorlage, während sich „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am weitesten davon entfernt – teils mit sinnvollen Szenen (die Erweiterungen rund um Smaug), teils mit unnötig aufgeblasenen Actionpassagen (die Fahrt in den Fässern). Mit „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ ist Jackson wieder deutlich näher am Buch, wenngleich er auch viel inszeniert, was in der Vorlage nur in einem halben Nebensatz abgehandelt wird. Dennoch atmet gerade der dritte Teil den Geist der Vorlage und man kann sich gut vorstellen, dass das Visualisierte irgendwo zwischen Tolkiens Zeilen zu finden ist.

Als Buch für sich betrachtet ist „Der Hobbit“ immer noch ein großes Vergnügen. Die Geschichte schreitet angenehm schnell voran und transportiert dennoch das Gefühl von Epik. Auch als Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ wirkt dieses Abenteuer absolut schlüssig und fügt sich wunderbar in die Welt von Mittelerde ein. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann wohl dass ein Schauplatz nach dem anderen ein wenig episodenhaft abgehakt wird. Aber ich mag das. Dieses Gefühl der Reise mit verschiedenen Stationen. Speziell gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ein wenig und der Ton wird deutlich düsterer und brutaler – da ist dann auch in der Vorlage nicht mehr viel von einer Kindergeschichte übrig. Am Ende der Reise war ich emotional auch wieder wirklich mitgenommen, was durch die Erinnerungen an die Verfilmung noch unterstützt wurde. In meinem Kopf fließen beide Versionen der Geschichte ineinander – und trotz der Unterschiede funktioniert das für mich doch erstaunlich gut.

Letztendlich kann ich nur sagen, dass „Der Hobbit“ auch beim wiederholten Lesen ein großes Vergnügen ist. Am liebsten hätte ich danach sogar direkt mit „Der Herr der Ringe“ weitergemacht, das ich tatsächlich noch nie komplett gelesen habe. Realistisch gesehen würde ich das über den Sommer vermutlich auch nicht durchhalten, weshalb ich es mir für den kommenden Winter vornehme. Dann werde ich auch filmisch wieder Mittelerde besuchen und kann danach bei einer warmen Tasse Tee die literarische Vorlage aufschlagen. Der Prolog „Der Hobbit“ zählt so oder so unzweifelhaft zu meinen Lieblingsbüchern: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsbuch

Shameless (US) – Season 4

Nach viel zu langer Zeit, habe ich mich endlich „Shameless – Season 4“ zugewandt. Wieder einmal war ich erstaunt, wie unglaublich unterhaltsam die Serie doch ist. Egal wie müde ich bin, bei den abstrusen Abenteuern der Familie Gallagher bin ich noch nie eingeschlafen. Und auch wenn sich das meine jugendlicheren Leser vermutlich nicht vorstellen können, ist dies inzwischen tatsächlich ein Qualitätskriterium. Macht euch aber keine Illusionen, auch für mich wäre es früher ein echtes Armutszeugnis gewesen, abends um 21 Uhr auf dem Sofa einzuschlafen – so ändern sich die Zeiten… 😉

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„Shameless“ ist eine Serie, der ich mich eigentlich überhaupt nicht widmen wollte. Nicht mein Thema, nicht mein Humor. So meine völlig unreflektierte Einschätzung vor der Sichtung der ersten Staffel. Inzwischen gibt es kaum eine Serie, die ich lieber schaue – und das Beste: Die Qualität der Drehbücher hat sich bisher konsequent gesteigert. Auch in dieser vierten Staffel jagt ein völlig abstruser Moment den nächsten. Und gerade wenn man als Zuschauer aufgrund des unterhaltsamen Wahnsinns losgelöst mit den Charakteren (und manchmal auch über sie) lacht, dann wirft die Serie den Gallaghers und uns Zuschauern solche Knüppel zwischen die Beine, dass man erst einmal nicht mehr weiß wo vorne und hinten ist. In solchen Momenten gelingt es „Shameless“ die Drama-Karte perfekt auszuspielen und man leidet mit den Figuren, die einem über die letzten drei Staffeln – egal wie verrückt sie sich manchmal verhalten – doch sehr ans Herz gewachsen sind.

Was mir in dieser Staffel besonders aufgefallen ist, war die Charakterentwicklung der einzelnen Figuren. Fiona und Lip scheinen die Plätze getauscht zu haben, was für eine ganz neue Dynamik innerhalb der Familie Gallagher sorgt. Man möchte Fiona anschreien und wachrütteln. Sie war doch immer der Fels in der Brandung. Ihr seht, die Staffel bietet starke Emotionen, denen man sich nur schwer entziehen kann. Auf der anderen Seite steht Frank, dessen Leben am seidenen Faden hängt. Es kann einfach nicht gut ausgehen. Das ist bei diesem verachtenswerten Charakter nicht weiter schlimm? Natürlich ruft die Serie gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet, ein gewisses Mitgefühl für Frank hervor – aber nicht, ohne auch diesen Handlungsstrang mit extrem schwarzem Humor zu würzen. Welches Schicksal am Ende Frank erwartet? Das müsst ihr wohl selbst schauen…

Neben den großen Hauptgeschichten überzeugt die Staffel auch durch wunderbar runde Nebenschauplätze: Debbies erste Verliebtheit wird sehr einfühlsam und doch auf typische „Shameless“-Art erzählt. Nicht minder toll ist die Beziehung zwischen Ian und Mikey, die mit dem Coming-out Mickeys endlich einen großen Schritt nach vorne macht. Auch Carl erlebt die erste Liebe und stolpert damit sogleich in ein „Bonnie & Clyde“-Setting – und am Ende wird ihm natürlich das Herz gebrochen. Im Zentrum der Staffel stehen jedoch Frank, Fiona und Lip – und auch wenn ich hier nicht ins Detail gehen möchte, so ist das Schicksal dieser drei Charaktere so eng miteinander verwoben, dass das Konzept Familie, so kaputt es in diesem Fall auch sein mag, auf eine harte Probe gestellt wird.

Die letzten Einstellungen der Staffel sind dann, so episch sie auch inszeniert sein mögen, wie ein Schlag in die Magengrube, da sie die aufkeimende Hoffnung im Kern ersticken – und natürlich ist es genau das, was wir in der fünften Staffel sehen wollen. Weiterhin überrascht eine Post-Credit-Szene, die direkt an einen Handlungsstrang der dritten Staffel anknüpft. Schon lange habe ich keine so gelungene und absolut runde Serienstaffel mehr gesehen. Viel besser kann es nun nicht mehr werden und ich bin jetzt schon auf Entzug, zumal es auch noch dauern wird, bis die fünfte Staffel zu einem angemessenen Preis erhältlich ist. Aber was ist schon angemessen für solch famose TV-Unterhaltung? Absolut großartig: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie