Media Monday #213

Wieder einmal ist das Wochenende so gut wie vorbei. Wieder mal findet es mit den Fragen des Medienjournals seinen Abschluss. Auch wenn ich nicht das Gefühl habe viel gemacht zu haben, so war es mit schwimmen, laufen, Möbel schauen und Altstadtfest besuchen doch ziemlich ausgefüllt. Morgen habe ich spontan einen Tag Urlaub, den wir für einen kleinen Familienausflug abseits von Baustelle und Co. nutzen wollen – hoffentlich hält das Wetter und es gibt keinen Rückfall was die gerade abgeklungenen Erkältungen angeht…

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  1. Blogger bzw. Podcaster aus meiner Blogroll einmal im wahren Leben zu treffen, wäre bestimmt spannend – so wie Christian vom „Second Unit“-Podcast auf der re:publica 15 vor ein paar Monaten.
  2. Zeitreisefilme finde ich immer wieder toll, weshalb ich mich auch besonders über den fantastischen „Predestinaton“ gefreut habe, der dem Genre noch ein paar neue Aspekte abgewinnen kann.
  3. Mein letzten Dienstag absolvierter Lauf war zwar untypisch, dadurch aber nicht gleich schlecht, denn immerhin war ich mit 17.500 anderen Läufern unterwegs.
  4. Durch „An Idiot Abroad“ erst bin ich auf „The Ricky Gervais Show“ gestoßen, die wirklich extrem lustig ist.
  5. Die Comic-Fortsetzung zur TV-Serie „Jericho“ ist zwar seicht, aber auf jeden Fall unterhaltsam.
  6. Filme, die sich mit Literatur/Literaten beschäftigen sind immer gerne gesehen.
  7. Zuletzt habe ich „Lord of War“ gesehen und das war ein wirklich sehr guter Film, von dem ich mir aber (noch) mehr erwartet hatte, weil die grandiose Intro-Sequenz die Erwartungen einfach bis in den Himmel geschraubt hat.

Run, Fatboy, Run (334)

Wer hätte gedacht, dass sich dieses Wochenende so sportlich entwickeln würde? Gestern schwimmen und heute laufen – und somit nach dem kleinen Wettkampf  vor ein paar Tagen bereits der zweite Lauf in dieser Woche. Eigentlich hatte ich heute einen langen und eher langsamen Lauf geplant, doch aufgrund einer spontanen Essenseinladung war es letztendlich ein kurzer und langsamer Lauf.

Distance: 8.33 km
Duration: 00:51:25
Avg Speed: 9.72 km/h
Avg Pace: 6:10 min/km
Energy: 698 kcal

Es war ziemlich heiß und ich hatte mir sogar eine Wasserflasche mitgenommen, was auch tatsächlich keine schlechte Idee war. Mal sehen, ob ich vielleicht kommendes Wochenende meinen Plan in die Tat umsetzen kann. So oder so bin ich auf jeden Fall froh, wieder mit dem Laufen begonnen zu haben – obwohl bei diesen Temperaturen schwimmen deutlich angenehmer war…

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 15: Der Ultra-Sommer (15 km)

Lord of War (2005)

Nach einem recht entspannten Samstag, den ich größtenteils im Freibad und im Möbelhaus verbracht hatte, stand am Ende des Tages mit „Lord of War“ ein längst überfälliger Film auf dem Programm: Vor ein paar Jahren bin ich bei der Recherche für das Konzept eines Produktfilms über die fantastische Intro-Sequenz des Films gestoßen – und seitdem steht er auf meiner Liste. Die Erwartungen waren entsprechend hoch. Konnte Andrew Niccols Waffenhändler-Satire diese erfüllen?

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Selbst wenn euch der Film nicht interessiert, kann ich euch nur zwingend die bereits erwähnte Eröffnungssequenz ans Herz legen. Selten wurde das Thema eines Films so gekonnt auf den Punkt gebracht und überaus stilvoll inszeniert. Was danach folgt erinnert wohl am ehesten an Martin Scorseses „GoodFellas“, ohne jedoch dessen Intensität zu erreichen. Speziell in der ersten halben Stunde sprintet Niccol über Ereignisse und Begebenheiten, dass man als Zuschauer kaum am Ball bleiben kann. Dies geht meiner Meinung nach ein wenig auf die Kosten der Figuren, die zwar interessant sind, aber ein wenig blass bleiben. Ab seinem zweiten Drittel nimmt sich der Film mehr Zeit und man wird als Zuschauer unweigerlich stärker von Charakteren und Handlung vereinnahmt.

Mit Nicolas Cage und Jared Leto bietet „Lord of War“ zwei Schauspieler, die den Film mühelos tragen. Speziell Cage schaffte kurz vor seinem nur allzu gut dokumentierten Absturz mit Yuri Orlov einen Charakter darzustellen, der gleichzeitig absolut abstoßend und dennoch irgendwie faszinierend ist. Jared Letos Vitaly Orlov hätte dagegen ein wenig mehr Ausarbeitung gut getan. Auch Ethan Hawkes (erst gestern in „Predestination“ gesehen) Gegenspieler bleibt ein wenig blass, was jedoch in letzter Konsequenz auch zu dem Charakter und der Aussage, die der Film für ihn trifft, passt.

Obwohl „Lord of War“ viele satirische Elemente besitzt, wird er doch über weite Strecken wie eine klassische Gangstergeschichte samt Aufstieg und Fall erzählt. Oft hätte ich gerne eine globalere Perspektive auf den Waffenhandel gesehen, doch braucht man wohl eine Figur wie Yuri Orlov, um den Zuschauer bei der Stange zu halten, was auch zweifellos gut funktioniert. Es gibt auch Momente, da muss man schwer schlucken, ob der gezeigten Grausamkeiten bzw. des unglaublichen Geschäfts, das hier gezeigt wird. Dennoch hatte mich der thematisch ähnlich angelegte „Blood Diamond“ stärker beeindruckt und bewegt.

Insgesamt bin ich sehr froh „Lord of War“ endlich gesehen zu haben. Das erwartete Meisterwerk ist dabei leider nicht herausgekommen, zu konventionell ist die erzählte Geschichte – Eindruck hinterlässt Niccols Film dennoch und ich kann ihn interessierten Filmfreunden nur empfehlen. Und sei es nur, um Nicolas Cage in einer seiner letzten wirklich großen Rollen zu sehen: 8/10 Punkte.

Swim, Fatboy, Swim (008)

Unser jetzt fünfjähriges Zappelinchen hat vor einer Woche mit einem Schwimmkurs im örtlichen Freibad angefangen. Dieser findet zweimal pro Woche statt und die Samstagstermine habe ich mir geschnappt. Beim ersten Mal bin ich noch nah bei ihr geblieben, doch heute habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und war zum ersten Mal seit fast einem Jahr wieder richtig schwimmen. Wobei richtig schwimmen auch sehr großzügig ausgelegt ist, da man ja doch immer mal wieder schaut und zwischendurch zum Abtrocknen o.ä. aus dem Becken steigt.

Länge: 20 x 50 m
Zeit: 00:29:00
min/Bahn: 01:27
Energie: ca. 387 kcal

Auch wenn es für das Kinderschwimmen fast zu kalt und windig war, habe ich die knappe halbe Stunde für mich doch wirklich genossen. Zeit und Strecke sind eher naja, doch kann man es auch nicht wirklich mit fokussiertem Schwimmen vergleichen. Aber man nimmt ja was man so erwischt – und seien es nur 29 Minuten im Schwimmerbecken… 😉

Predestination (2014)

Nach einer ereignisreichen Woche, die zudem noch mit finanziellen Unwägbarkeiten beim allseits beliebten Thema Hausbau endete, war ich reif für eine gepflegte Runde Eskapismus. Ein Film musste her, auch weil die Besucherzahlen meines Filmblogs (ist es überhaupt noch eines?) zurzeit ziemlich in den Keller rasseln. Die Wahl fiel auf einen der jüngsten Beiträge zu meinem Lieblingsgenre, den 2014er Zeitreisethriller „Predestination“ der Spierig-Brüder. Ob mich der Film kurzfristig auf andere Gedanken bringen konnte und auch sonst ein würdiger Genrebreitrag ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

predestination

Die Spierig-Brüder sind mir bisher nur durch ihren sympathischen, wenn auch nicht perfekten Vampirfilm „Daybreakers“ bekannt. Ein ambitionierter Genrebeitrag, der bereits durch das Mitwirken von Ethan Hawke (u.a. „Boyhood“) punkten konnte. Die Genreschiene scheint den beiden australischen Brüdern zu liegen und somit ist die Verfilmung von Robert E. Heinleins Kurzgeschichte „All You Zombies“ auch als waschechter Genrefilm zu verstehen – jedoch nicht ohne mit den Erwartungen zu brechen. Das martialisch Anmutende Cover wird der Geschichte nicht gerecht, die sich über weite Strecken eher wie ein ruhiges und sehr persönliches Drama entwickelt. Überhaupt mochte ich, dass eine eher kleine Geschichte erzählt wird und nicht einmal wieder die gesamte Welt kurz vor ihrer Vernichtung steht.

Von der Atmosphäre her erinnert „Predestination“ am ehesten wohl an Genrekollege „Looper“, der nur zwei Jahre zuvor entstand. Auf inhaltlicher Ebene gibt es dagegen größere Unterschiede, wobei mir der Ansatz von „Predestination“ insgesamt wohl ein wenig besser gefallen hat. Umso verwunderlicher also, warum dem Film hierzulande eine Kinoauswertung verwehrt geblieben ist. Die Geschichte ist fordernd, ohne jedoch zu kompliziert zu sein. Genau die richtige Mischung aus Mystery und Unterhaltung. Wendungen hat der Film einige zu bieten, wenngleich sich diese für geübte Zuschauer auch schon recht früh offenbaren – speziell für den finalen Twist hätte ich keine große Montage mehr benötigt, wenngleich diese auch ihre emotionale Wirkung nicht verfehlt.

Mit Ethan Hawke und Sarah Snook bietet „Predestination“ zwei gut aufeinander abgestimmte Schauspieler, die sich aufgrund der ruhigen und bedachten Inszenierung der Spierig-Brüder voll und ganz entfalten können. Was die unvermeidbaren Zeitreiseparadoxen à la ‚Hilfe, ich bin mein eigener Großvater!‘ angeht, so werden diese völlig bewusst auf die Spitze getrieben und verlieren gerade dadurch an Bedeutung. Für Genreliebhaber kann ich nur meine unbedingte Empfehlung aussprechen – ein wahrlich zu unrecht untergegangener Film: 8/10 Punkte.

Impressionen vom Bau #15: Verlegung der Fußbodenheizung

Beim letzten Eintrag hatte ich noch angekündigt, dass ich wohl nicht dazu kommen werde den neuesten Schritt in Sachen Hausbau in Bildern festzuhalten. Ich selbst war auch nicht mehr vor Ort, doch hat meine Frau den jüngsten Fortschritt abgelichtet: die Verlegung der Fußbodenheizung. Inzwischen sieht man davon nichts mehr, wurde in der letzten Woche doch schon der Estrich gegossen. Im Moment muss er noch trocknen, doch sobald man ihn betreten darf, werde ich auch davon ein paar Fotos nachreichen. Ansonsten ist uns der favorisierte Gartenbauer abgesprungen und nun stehen wir wieder am Anfang – ziemlich doof, da es für ein paar der Außenarbeiten durchaus langsam eng wird…

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Heiße Nächte sind dank Fußbodenheizung garantiert…

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…und selbst im Flur müssen wir nicht frieren

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An der Fußbodenheizung sieht man, wie groß die Kinderzimmer sind

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Auch in der Küche dürfen wir uns über warme Füße freuen

Alle Artikel zu unserem Bauvorhaben…

Run, Fatboy, Run (333): Special Event

Was für ein Lauf. Wie aufmerksame Leser meiner kleinen und vielsagenden Kategorie „Sport ist Mord“ vielleicht mitbekommen haben, war ich das letzte Mal vor genau fünf Wochen laufen. Die Ausreden sind vielfältig und reichen vom Hausbau bis zur aktuellen Hitzewelle – und zuletzt hat mich noch eine fiese Erkältung erwischt, die selbst nach zwei Wochen immer noch nicht komplett abgeklungen ist. Insofern kein Wunder, dass ich beim gestrigen Firmenlauf gut 5 Minuten langsamer war als noch im vergangenen Jahr

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Distance: 6.30 km
Duration: 00:37:22
Avg Speed: 10.11 km/h
Avg Pace: 5:55 min/km
Energy: 522 kcal

Es war heiß. So richtig heiß. Selbst beim Start um 20:00 Uhr hatte es noch über 30 °C und die Sonne brannte erbarmungslos. Man konnte im Vorfeld gar nicht so viel trinken, wie man schon im Stehen geschwitzt hat. Dann noch 17.500 Läufer, von denen sich auch in der zweiten Startphase zumindest noch die Hälfte (und davon viele Nordic Walker) auf der Strecke tummelten – die Kombination aus Hindernislauf, mangelndem Training und Hitze forderte ihren Tribut, was sich auch erbarmungslos in der gelaufenen Zeit niedergeschlagen hat.

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Trotz Hitze hat mir der Lauf wieder viel Spaß gemacht und auch wenn die Zeit für solch ein Event nicht wirklich gut ist, bin ich doch froh immerhin knapp unter 6 min/km geblieben zu sein. Nächstes Jahr sollte ich im Vorfeld doch wieder mehr trainieren, was ich mir auch für die nähere Zukunft vornehme. Wie so häufig in letzter Zeit. Mal sehen, was Handwerker-Termine, Job und Kids dazu sagen… 😉

Im Ohr: Trommeln, Pfeifen und diverse andere Anfeuerungsarten

Jericho – Season 3 & 4 (Dan Shotz)

Nachdem ich vor ein paar Monaten die TV-Serie „Jericho“ beendet hatte (wir erinnern uns, sie wurde nach einer kurzen zweiten Staffel endgültig abgesetzt), stolperte ich über die Fortsetzung in Form eines Comics. Fortsetzung in Form eines Comics? Fans von Joss Whedon dürften nun aufhorchen, hat doch der Serienmeister Comics als Medium für die Fortsetzung seiner Serien „Buffy: The Vampire Slayer“, „Angel“ und „Firefly“ salonfähig gemacht. Ob „Jericho – Season 3 & 4“ da qualitativ mithalten kann? Ich war wirklich sehr gespannt, da ich unmittelbar nach der Serie sehr gerne eine Fortsetzung gesehen hätte…

jericho_s3Der erste Comic mit dem Untertitel „Civil War“ knüpft direkt an die Geschehnisse der zweiten Staffel an. Die Geschichte wird – zumindest im Rahmen des Serienuniversums – absolut logisch fortgeführt und man spürt, dass die Autoren der TV-Serie daran beteiligt waren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die gezeichneten Geschehnisse auch in ähnlicher Form in der Serie gesehen hätten. Im Gegensatz zu so manchen Joss Whedon-Comics wird die Welt nicht plötzlich größer gemacht und das theoretische Budget der Serie gesprengt (besonders auffällig im tollen „Angel: After the Fall – Volume 1“). Geschichte und Charaktere bleiben somit nachvollziehbar und auch der Zeichenstil hat mir sehr gut gefallen. Man kann die handelnden Personen eindeutig identifizieren – und dennoch ist der Stil wunderbar comichaft und eigenständig. Toll!

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Die vierte Staffel ist leider deutlich durchwachsener – sowohl was den Inhalt als auch was die Umsetzung angeht: Über die fünf Ausgaben wechselt der Zeichenstil extrem bis hin zum reinen Überzeichnen von Fotos, was sehr befremdlich wirkt. Hier merkt man deutlich, dass es entweder Budget- oder Zeitprobleme gab, was sich leider auf die Qualität der gesamten Staffel niedergeschlagen hat. Die vierte Staffel endet mit einem Cliffhanger und der konkreten Ankündigung einer fünften Staffel. Nachdem ich vom ersten Comic-Band noch relativ begeistert war, schleicht sich nun so langsam das Gefühl ein, dass die Geschichte nur sinnlos in die Länge gezogen wird:

  1. „Jericho – Season 3“ (8 Punkte)
  2. „Jericho – Season 4“ (6 Punkte)

Auch aufgrund der durchwachsenen Qualität des zweiten Bandes, werde ich auf die Fortsetzung wohl verzichten. Dafür habe ich wieder ein wenig Blut geleckt, was Comics angeht und werde mir zumindest die neuesten „Serenity“-Abenteuer zulegen. Was „Jericho“ angeht, so können Fans der Serie durchaus zugreifen, doch reicht aufgrund des ohnehin offenen Endes auch die dritte Staffel: 7/10 Punkte.

Media Monday #212

Bei erneut deutlich über 35 °C hat der Samstag zum Freibadbesuch eingeladen – wie praktisch, dass auch der Start des Schwimmkurses unseres Zappelinchens auf dem Plan stand, zu dem ich unsere kleine Wasserratte natürlich ganz selbstlos begleitet habe. Nachmittags stand dann noch eine Geburtstagsfeier auf dem Programm, die sich bis in die Abendstunden zog. Den heutigen Sonntag haben wir somit ein wenig ruhiger angehen lassen, nachmittags ein Kinderfest besucht und nun bilden die Fragen des Medienjournals – wie so häufig – den entspannten Abschluss des Sonntags. Und wie war euer Wochenende so?

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  1. „Masters of Sex“ hätte man kaum besser drehen können, schließlich ist die Inszenierung sehr hochwertig und fängst auch die für die Serie wichtigen Sexszenen sehr ästhetisch ein.
  2. Die Vorzüge von reinen Procedurals mit Fall der Woche gegenüber den Serials mit fortlaufender Handlung ist natürlich, dass man als Zuschauer jederzeit einsteigen kann, ohne die gesamte Staffel in chronologischer Reihenfolge gesehen zu haben – und genau dies macht wohl auch den großen Erfolg beim Fernsehpublikum aus, selbst wenn die so erzählten Serien inhaltlich oft redundant sind.
  3. Nicht nur große Fantasy-Geschichten à la „Game of Thrones“ sind regelrecht episch, denn auch kleinere Filme, wie z.B. die „Before…“-Trilogie, können sehr epische und doch persönliche Geschichten erzählen.
  4. Sitcoms wie „Friends“, „Seinfeld“ oder „The King of Queens“ könnte ich mir ja immer wieder ansehen, doch entscheide ich mich dann meist für noch ungesehene Serien – von diesen gibt es ja auch nicht gerade wenige und es werden immer mehr…
  5. Allein die Dialoge von Aaron Sorkin machen „The West Wing“ zu einer der besten Serien überhaupt.
  6. Damit Filmmusik mir so richtig gut gefällt, muss sie mindestens ein großes klassisches Thema aufweisen (z.B. John Williams) oder einen alternativ angehauchten Soundtrack mit guter Song-Auswahl (z.B. „Garden State“) bieten.
  7. Zuletzt habe ich „Almanya: Willkommen in Deutschland“ gesehen und das war ein sehr ergreifendes und unterhaltsames Filmerlebnis, weil die Geschichte mit viel Humor erzählt wird und dabei so richtig zu Herzen geht.

Almanya: Willkommen in Deutschland (2011)

Mein erster deutscher Film seit ich mich vor einem Vierteljahr zur Sichtung eines recht öden „Tatort“ durchgerungen hatte, was mich wohl nicht gerade – wie auch in diesem Film herrlich auf die Schippe genommen wird – als typischen Deutschen charakterisiert. Glücklicherweise sind nicht alle deutschen Filme so dröge wie unsere liebste Krimi-Unterhaltung – und speziell „Almanya: Willkommen in Deutschland“ kann als glänzendes Beispiel beeindrucken. Insofern kann ich an dieser Stelle schon einmal eine dicke Empfehlung aussprechen. Warum? Lest doch einfach weiter…

almanya-deutschland

Mein Interesse an „Almanya: Willkommen in Deutschland“ wurde durch nicht nur eine, nein, gleich zwei Besprechungen in einem meiner Lieblingspodcasts geweckt. Auch wenn es bis zur Sichtung ein wenig länger dauern sollte, hatte ich den Film seitdem immer auf dem Schirm und war schon entsprechend neugierig. Heute, bei einmal wieder knapp 40 °C, schien mir der richtige Zeitpunkt für eine entspannte Familienkomödie, die zu großen Teilen in der sonnigen Türkei spielt, gekommen zu sein. Und es war ein voller Erfolg: An Schlaf war trotz extremer Müdigkeit nicht zu denken und ich wurde so von der Geschichte und speziell den Charakteren mitgerissen, wie mir das schon lange nicht mehr passiert ist. Dabei hat der Film meine Erwartungen nur teils getroffen und sich speziell im letzten Drittel ganz anders entwickelt als ich vermutet hätte.

Wenn deutsches Kino und Geschichte aufeinandertreffen, dann bedeutet das in der Regel a) Nationalsozialismus oder b) DDR. Bei „Almanya: Willkommen in Deutschland“ kommen nun aber zwei Deutsch-Türkinnen um die Ecke und richten den Scheinwerfer auf ein vom Kino bisher komplett ignoriertes Kapitel deutsch-türkischer Geschichte – und das ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger, Bedeutungsschwere oder einer aufgesetzten Moral. Das Drehbuch ist so locker-leicht, dass es eine wahre Freude ist. Jegliche Klischees werden sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite durchgespielt und am Ende zählt letztendlich nur das, was überall am wichtigsten ist: die Familie.

Der Ideenreichtum der jungen Filmemacherinnen ist dabei wahrlich beachtenswert: Ob völlig überzeichnete Traumszenen, oder eine eigens erfundene Kauderwelsch-Sprache, die uns an den Verständnisproblemen der eingewanderten Türken teilhaben lässt – in dem Film steckt so viel Erzählfreude, dass die knapp 100 Minuten wie im Flug vergehen. Dabei ist die Dramaturgie nicht immer perfekt und es gibt einige Auslassungen, welche die Charakterentwicklung von manchen Nebenfiguren ein wenig oberflächlich erscheinen lassen. Die dramatische Wendung im letzten Drittel liegt zwar schon seit dem Prolog in der Luft, doch hat mich der Film damit dennoch voll erwischt. An manchen Stellen erschien mir die Inszenierung dies fast ein wenig zu sehr auszukosten, doch hat dies der emotionalen Wirkung keinen Abbruch getan.

Ich hatte zwar schon das Gefühl, dass mir „Almanya: Willkommen in Deutschland“ gut gefallen könne, doch dass ich davon so mitgerissen werde, hätte ich nicht gedacht. Im besten Sinne einfach nur ein schöner Film. Ebenso wie die Kollegen vom Sneakpod werde ich ihn bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben. Also, liebe Landsleute, besser weniger „Tatort“ schauen und mehr Kinofilme wie diesen: 8/10 Punkte.