Herz oder Kopf: Inner Workings – OT: Inner Workings (2016)

Da der Zwergofant heute auf einem Kindergeburtstag eingeladen war, musste für das Zappelinchen ein Alternativprogramm her: Somit habe ich es in diesem Winterurlaub doch noch ins Kino geschafft. Wir haben uns „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ angeschaut, doch davor gab es noch den Vorfilm „Herz oder Kopf: Inner Workings“ zu bewundern…

inner-workings

Der Titel sagt eigentlich alles: Wir sehen einer ganz normalen Person dabei zu, wie sie ihrem ungeliebten Job nachgeht und dabei allerlei Verlockungen begegnet, die ihr Leben so viel wertvoller machen würden. Herz oder Kopf ist hier wörtlich zu nehmen und uns bietet sich ein Blick auf die inneren Organe, die hier den Ton angeben. Auch wenn es keine Gefühle sind, so musste ich dabei doch unweigerlich an Pixars „Alles steht Kopf“ oder auch „Osmosis Jones“ denken. Obwohl „Inner Workings“ eine charmante Geschichte erzählt, so bleibt sie doch immer vorhersehbar und ist nie wirklich überraschend.

Mir hat Stil und Botschaft gut gefallen und es gab auch den einen oder anderen Gag. Letztendlich hat man sich aber zu sehr auf die Idee verlassen, die zwar gut funktioniert, jedoch emotional auch nicht so zünden konnte, wie das anderen Kurzfilmen gelingt. Dennoch ohne Frage sehenswert und ein netter Bonus: 7/10 Punkte.

Girls – Season 3

In den letzten paar Wochen hat es „Girls – Season 3“ bei mir auf den Bildschirm geschafft. Von der ersten Staffel war ich damals ziemlich begeistert und auch das zweite Jahr mit den Girls konnte mich überzeugen. Nach der dritten Staffel treten allerdings erste Ermüdungserscheinungen auf, was vielleicht weniger an der Serie als an mir liegt. Lasst es uns in dieser Besprechung doch gemeinsam herausfinden…

girls-season-3

Erneut betreten wir das Leben der vier Freundinnen, die sich inzwischen allesamt ein wenig auseinander gelebt haben: Hannah ist abermals mit Adam (Adam Driver, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“) liiert und scheint ihr Leben einigermaßen im Griff zu haben. Jessa befindet sich in einer Entzugsklinik, Marnie leidet irgendwie vor sich hin und Shoshanna – ja, was macht eigentlich Shoshanna? Um all diese Probleme kreist das Leben der Charaktere. All das ist abermals sehr unterhaltsam erzählt, doch kam ich irgendwann an den Punkt, dass ich den Figuren zurufen wollte: „Jetzt reißt euch mal zusammen! Ihr habt keine Probleme. Macht etwas aus eurem Leben!“

Ich schätze Lena Dunham so ein, dass dieser Effekt auch zu einem gewissen Teil beabsichtigt ist und es gibt immer mal wieder Szenen, die hinter die Fassade und die Egozentrik der Figuren schauen. Vielleicht bin ich inzwischen auch schon zu alt und spießig, um dieses Lebensgefühl nachempfinden zu können. Vielleicht aber tritt die Serie inzwischen auch ein wenig auf der Stelle. Davon einmal abgesehen funktioniert „Girls“ für mich weiterhin sehr gut. Ich mochte die einzelnen Episoden und fand so manchen Handlungsstrang wirklich toll, wie z.B. die satirischen Spitzen auf gekauften Journalismus und Hannahs Umgang damit.

Insgesamt ist „Girls“ weiterhin eine famose Serie, doch spätestens jetzt sollte Lena Dunham das Steuer herumreißen und eine echte Weiterentwicklung der Figuren anstreben. Ich glaube, dann könnte die Serie auch weiterhin zu den Highlights zählen, die mehr zu bieten habe als nur sehr gute Unterhaltung: 8/10 (8.2) Punkte.

Run, Fatboy, Run (408)

Mein Gewicht steigt unablässig. Die langen TV-Abende fordern langsam aber sicher ihren Tribut. Somit habe ich mich auch heute trotz knapp 20 cm Neuschnee aufgerafft und bin gleich früh laufen gegangen. Eigentlich musste ich mich auch gar nicht groß motivieren, denn mir war der letzte Lauf im Schnee noch in guter Erinnerung. Und heute gab es dazu noch Sonnenschein:

run-fatboy-run-408-1

Die Gehsteige und Straßen waren noch nicht geräumt und somit extrem rutschig. Deshalb habe ich mein Glück über die Felder versucht, doch von Wegen war nichts mehr zu sehen und ich musste mich ziemlich durch den Schnee kämpfen. Puh. Sehr anstrengend. Nebenbei habe ich noch ein paar mögliche Schlittenberge erkundet:

run-fatboy-run-408-2

Distance: 7.18 km
Duration: 00:44:56
Elevation: 45 m
Avg Pace: 6:15 min/km
Avg Speed: 9.59 km/h
Heart Rate: 168 bpm
Stride Frequency: 149 spm
Energy: 649 kcal

Die zwei Kilometer über die Felder ist meine Zeit ziemlich eingebrochen (6:51 min/km) und auch über die rutschigen Gehwege musste ich mich ziemlich konzentrieren. Insgesamt bin ich aber doch zufrieden mit meiner Zeit und  froh heute draußen gewesen zu sein. Bevor es am Montag wieder losgeht, plane ich am Wochenende noch einen Lauf ein – auch wenn es Temperaturen um die -14 °C geben soll. Wer weiß, wann ich unter der Woche wieder dazu komme?

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 66: Auf dem Boot

5 Serien, die ich 2017 sehen möchte

In dieser Ausgabe von Die 5 BESTEN am DONNERSTAG lässt uns Gorana in die Zukunft unseres Serienjahres 2017 schauen. Wie passend, dass ich gerade erst mein Serienjahr 2016 ausgewertet habe. Insofern bin ich sehr gespannt, ob am Ende auch wirklich alle unten genannten Serien über meinen Bildschirm geflimmert sind und welche sich noch spontan dazugesellt haben…

besten-donnerstag-27

Das Thema für Ausgabe #27 lautet:

5 Serien, die ich 2017 sehen möchte

  1. „Boardwalk Empire“ (Staffel 3 bis 5) – Die ersten beiden Staffeln der Serie habe ich geliebt, doch dann habe ich aus irgendwelchen Gründen nie weitergeschaut. Vermutlich waren die Blu-rays noch zu teuer, ganz ähnlich also wie bei „Mad Men“ im letzten Jahr. Inzwischen jedoch befindet sich die gesamte Serie in meiner Sammlung und ich werde sie dieses Jahr ganz sicher abschließen.
  2. „Deadwood“ (Staffel 1 bis 3) – Eine der wenigen großen HBO-Serien, die mir noch fehlen. Western ist nicht so wirklich mein Genre und das offene Ende stört mich auch, doch eilt der Serie ein sehr guter Ruf voraus, so dass ich bestimmt bestens unterhalten werde. Die DVDs stehen zudem bereits im Regal.
  3. „Sons of Anarchy“ (Staffel 1 bis 7) – Nach „The Shield“ habe ich mich nach weiteren Serien der Autoren umgesehen und bin auf diese Serie gestoßen. Dann gab es die gesamte Serie (wie so oft) in UK im Angebot und ich habe zugeschlagen. Dies dürfte wohl auch mein größtes Serienprojekt 2017 werden.
  4. „Stranger Things“ (Staffel 1) – Über kaum eine zweite aktuelle Serie wurde 2016 so viel geschrieben. Thematisch scheint sie genau mein Ding zu sein, doch läuft sie eben auf Netflix und ich habe kein Abo. Auch zögere ich noch dieses Fass aufzumachen, denn dort warten ja auch neue Episoden der „Gilmore Girls“ und viele andere spannende Eigenproduktionen.
  5. „The O.C.“ (Staffel 1 bis 4) – Nachdem ich die sechste Staffel von „Game of Thrones“ vor ein paar Tagen abgeschlossen hatte, ist mir diese Serie in die Hände gefallen, die schon seit Jahren ihr Dasein in meinem Regal fristet. Die trägen Urlaubsabende schienen mir auch perfekt für ein Teenie-Drama à la „One Tree Hill“ und somit habe ich bereits ein paar Episoden der ersten Staffel hinter mir. Und was soll ich sagen? Die Serie ist erschreckend unterhaltsam.

The Tree of Life (2011)

Mein erster Film im neuen Jahr stand schon geraume Zeit auf meiner imaginären Liste. Lange bin ich um „The Tree of Life“ herumgeschlichen. Nie sicher, ob er denn wirklich etwas für mich ist. Dann jedoch flatterte kurz vor Weihnachten ein Päckchen von Flo Lieb bei mir ins Haus, so dass ich nun keine Ausrede mehr hatte, die Sichtung noch weiter aufzuschieben. Im folgenden Eintrag werde ich den Film nun besprechen, doch möchte ich euch gleichzeitig Flo Liebs Essay auf seinem Zweitblog ans Herz legen, das viel mehr in die Tiefe geht und einige interessante Einblicke enthält.

tree-of-life-2011

Eine Vorahnung

Ich habe im Vorfeld bereits einiges über Terrence Malicks Film gelesen. In mir entstand somit ein Bild, ohne jedoch die genaue Handlung zu kennen. Letztendlich muss ich sagen, dass dieses Bild das Endprodukt ziemlich gut getroffen hat. Ich hatte teils große Hoffnungen, aber auch Befürchtungen, sowohl was die Form als auch die Narration des Films angeht. Am wichtigsten war mir jedoch, dass „The Tree of Life“ nicht zu artsy-fartsy sein dürfte und er mich emotional abholen können müsste – und das ist Terrence Malick tatsächlich gelungen. Das im Kern des Films stehende Familiendrama hat den Nerv bei mir exakt getroffen. Der größere Rahmen jedoch schien mir tatsächlich ein wenig zu aufgesetzt.

Das Leben

Ich liebe den naturalistischen Stil, in dem Kameramann Emmanuel Lubezki die alltäglichen Familienszenen einfängt. Mich wundert nicht, dass viel direkt am Set improvisiert wurde. Als Zuschauer nimmt man das Familienleben fragmentarisch durch die Augen der Kinder, speziell des ältesten Sohnes Jack wahr. Dabei gibt es kaum Dialoge. Der Film wirkt vor allem. Es sind Stimmungsbilder, die durch kleinere narrative Episoden zusammengehalten werden. Darüber hinaus gibt es eine starke Zweiteilung was den Einfluss der Mutter und den des Vaters angeht. Gnade, Liebe, die weiche Seite und die Natur mit ihren unbarmherzigen Regeln. Anfangs schien mir diese strikte Trennung fast ein wenig forciert, doch funktioniert sie im Kontext des Films und lässt am Ende die nötige Auflösung zu.

Durch die gemalten Stimmungsbilder konnten meine Gedanken während des Films wandern, jedoch nie abseits, sondern immer parallel zum Geschehen. Als Vater habe ich daran gedacht, wie meine Frau und ich wohl in unseren Rollen auf unsere Kinder wirken mögen. Natürlich gibt es bei uns keine so strikte Trennung (wir haben die 50er ja glücklicherweise hinter uns gelassen), doch vermitteln auch wir Rollenbilder, die das Aufwachsen unserer Kinder bis weit über ihre Kindheit hinaus prägen werden. Sehr spannend und emotional involvierend.

Das Universum und der ganze Rest

Was für mich leider nicht so gut funktioniert hat, sind die durchaus imposant anzusehenden Szenen, die die Entstehung unseres Universums und des erste Lebens auf der Erde zeigen. Inhaltlich mögen sie durchaus Sinn ergeben und das sehr kleine und persönliche Drama in einen größeren Kontext setzen, doch hat mich der Film hier emotional verloren. Hier hätte ich mir (ein Frevel, ich weiß) eine etwas stringentere Narration gewünscht, die näher an den Figuren dran ist und auch mehr Fokus auf den erwachsenen Jack legt. Dennoch entfaltet auch gerade das spirituell wirkende Finale eine große emotionale Wirkung, der ich mich nicht entziehen konnte.

Fazit

Zweifellos ist „The Tree of Life“ ein sehr besonderer Film, der sowohl inhaltlich als auch formal in jeder Hinsicht beeindruckend ist. Mich hat er durch seine klassischeren Elemente mehr zu überzeugen gewusst, als durch die an Kubricks „2001: A Space Odyssey“ erinnernden Montagen. Mir wird die Sichtung noch lange im Kopf bleiben und ich werde in den nächsten Tagen während unseres Familienalltags bestimmt noch öfter an den Film denken. Insofern ist vielleicht noch mehr an ihm dran, als ich nach dieser ersten Sichtung festzuhalten vermag: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (407)

Eigentlich wollte ich schon gestern einen Neujahrslauf angehen. Dann war die Silvesternacht aber um 5 Uhr vorbei, da das Zappelinchen einmal wieder eine Mittelohrentzündung ausbrütet. Okay, den Lauf also um einen Tag verschoben. Die heutige Nacht war nicht besser und ich bin unvernünftigerweise auch wieder viel zu spät ins Bett gegangen. Da wir morgens erste einmal zum HNO sind, habe ich den Lauf gleich auf den Nachmittag verschoben: Wir waren bei meiner Mama zum Mittagessen eingeladen, weshalb sich ein Lauf zurück entlang des Alten Kanals anbot. Diese Strecke bin ich inzwischen schon mehrfach gelaufen, jedoch immer im Sommer. Es sollte also eine neue Erfahrung werden durch den Schnee zu traben:

run-fatboy-run-407-1

Da es ziemlich kalt war, habe ich mir noch eine extra Lage Klamotten eingepackt, was sich auch als sinnvoll herausstellen sollte. Anfangs hatte es noch geschneit, weshalb ich ohne Brille gelaufen bin. Mit Brille hätte ich weniger gesehen. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, war die Strecke sehr idyllisch und ich hätte wirklich alle paar Meter stehen bleiben können, um ein Foto zu schießen:

run-fatboy-run-407-2

Distance: 15.52 km
Duration: 01:38:05
Elevation: 188 m
Avg Pace: 6:19 min/km
Avg Speed: 9.49 km/h
Heart Rate: 175 bpm
Stride Frequency: 148 spm
Energy: 1438 kcal

Als ich zu Hause angekommen bin, war es schon dunkel. Da ich die Strecke dieses Mal anders herum gelaufen bin (und ich zu faul für eine weitere Schleife war), lag am Ende ein steiler Berg durch den letzten Ort im Weg, der auch sehr glatt war. Diesen bin ich aus verschiedenen Gründen gegangen, was mir meine Zeit auf dem 14. (8:05 min/km) und 15. Kilometer (7:15 min/km) ein wenig verhagelt hat. Macht aber nichts. Insgesamt war der Lauf ein teils schon magisches Erlebnis und einmal mehr der Beweis, dass man sich viel öfter bei jedem Wetter aufraffen sollte. Und ich brauche nun unbedingt Trail-Schuhe, die wasserdicht sind und mehr Halt bieten.

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 64: Interview Rainer Koch
Im zweiten Ohr: FatBoysRun – Interview Andrea Löw

Media Monday #288

Erste einmal: Ich wünsche allen Lesern ein frohes neues Jahr! Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel gut hinter euch gebracht und seid nicht so müde, wie ich im Moment. Natürlich freue ich mich auch 2017 auf regen Austausch mit euch im Rahmen des Media Monday und darüber hinaus. Doch nun direkt zu den ersten Fragen des Medienjournals im neuen Jahr. Viel Spaß damit und auf ein famoses 2017! 🙂

media-monday-288

  1. In 2017 freue ich mich im Moment am meisten auf einen langen und hoffentlich entspannten Sommer mit meiner Familie.
  2. Wohingegen 2016 unsere Reise ins Erzgebirge für mich eines der Highlights war, denn immerhin war das unser erster Urlaub seit 2013.
  3. Außerdem habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen erneut einen Halbmarathon zu laufen und insgesamt die 670 km des vergangenen Jahres zu knacken.
  4. Und nachdem ich zwischen den Feiertagen mit „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ und „Sturz ins Leere“ drei Filme gesehen habe, bin ich motiviert, dass mein Filmkonsum auch 2017 nicht einbrechen wird.
  5. Bleibt nur zu hoffen, dass es keine weiteren weltpolitischen Katastrophen geben wird und die Menschheit öfter mal ihren Kopf einschaltet.
  6. Immerhin wird in diesem Jahr aber wohl mit allem zu rechnen sein.
  7. Zuletzt habe ich habe ich zwei Artikel über „Mein Filmjahr 2016“ und „Mein Serienjahr 2016“ veröffentlicht und das war durchaus befriedigend, weil sich hier in Zahlen und Statistiken ausdrückt, was ich 2016 alles an Bewegtbild konsumiert habe.

Mein Serienjahr 2016

Nachdem ich euch bereits mein Filmjahr 2016 vorgestellt habe, gilt es jetzt die deutlich aufwändigere Auswertung für mein Serienjahr 2016 durchzuführen. Ich habe 2016 unglaubliche 37 Serienstaffeln gesehen, die ich auch allesamt auf meinem Blog besprochen habe. Die Datenbasis für die folgende Auswertung bildet erneut die „Finde (d)eine Serie“-Seite und ich hoffe ihr seid ebenso gespannt wie ich, was sich bei mir im Vergleich zu meinem Serienjahr 2015 alles verändert hat – außer dass es im Vergleich zu 2015 sieben Staffeln mehr geworden sind… 🙂

Episoden pro Staffel

Interessanterweise habe ich dieses Jahr am häufigsten Staffeln mit 10 Episoden (30%) gesehen. Direkt danach schließen sich 13 Episoden und 22 Episoden (je 11%) an. Alles weitere verteilt sich irgendwo dazwischen. Insgesamt habe ich Recht behalten und der Trend geht eindeutig in Richtung kürzere Staffeln: ∅ = 13 Episoden pro Staffel (2015: 15 Episoden pro Staffel).

serienjahr-2016-1-episoden

Weiterlesen