Media Monday #190 – Rosenmontags-Special

Passend zum Rosenmontags-Special liegt auch ein Wochenende mit viel Faschingstrubel hinter mir. Ehrlich gesagt waren es eigentlich nur zwei Stunden Kinderfasching, doch das reicht dann auch wieder für ein Jahr. Immerhin sind in den Faschingsferien die Straßen schön leer, so dass ich zeitig nach Hause gekommen bin, um die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten…

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  1. Animierte Charaktere oder Puppen/Kostüme?
    Kann man so pauschal nicht sagen; am besten eine Kombination aus beidem, je nach Einsatzzweck und Wirkung. Vermutlich funktioniert „Jurassic Park“ deshalb auch heute noch so gut, weil man sich eben nicht steif auf nur eine der beiden Techniken verlassen hat.
  2. Clowns können ganz schön furchteinflößend sein. Nach einem Kindergeburtstag war unser Zappelinchen sichtlich verstört: „Und dann war da plötzlich ein Clown!“ Selbst Monate später war sie da noch nicht drüber weg…
  3. Wenn die Effekte auch nicht wirklich up-to-date waren/sind, hat mich die TV-Serie „Farscape“ doch stark begeistert, gerade weil sie neben extrem schwachen CGIs auf fantastische handgemachte Puppen aus dem Hause Jim Henson setzt.
  4. Kostümiert oder nicht, einen Helden zeichnet für mich aus, Schwächen zu besitzen, die er überwinden muss, um heldenhaft sein zu können.
  5. „Snowpiercer“ hätte ja leicht ins Lächerliche abdriften können, jedoch hat Regisseur Bong Joon-ho aus dem seltsamen Setting einen gar wundervollen Film geschaffen.
  6. Kunst liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters. „Moulin Rouge!“ ist in meinen Augen ein Kunstwerk, denn Baz Luhrmanns Film überzeugt auf jeder Ebene: fantastische Bilder, mitreißende Songs und große Emotionen. Hinzu kommt eine Kulissenhaftigkeit, die das Universum des Films nicht einschränkt, sondern erweitert. Populäre Kunst im besten Sinne!
  7. Was mich an Karneval richtiggehend nervt: eigentlich alles, doch wenn ich sehe wie viel Spaß die Kinder auf ihren Faschingsfeiern haben, dann halte ich das selbst als größter Faschingsmuffel für ein paar Stunden im Jahr aus…

Run, Fatboy, Run (322)

Nachdem ich erst eine große Laufpause aufgrund einer gebrochenen Zehe hinter mir hatte, musste ich wieder beinahe vier Wochen pausieren: Ein äußerst hartnäckiger grippaler Effekt hält unsere Familie nun schon seit geraumer Zeit im Griff, der bei unserem Jüngsten sogar bis zur Lungenentzündung fortgeschritten war. Kein Spaß. Ich bin noch relativ glimpflich davongekommen, doch heute war der erste Tag, bei dem ich einen kleinen Lauf bei eisigen Temperaturen riskieren wollte:

winterlauf

Distance: 8.02 km
Duration: 00:49:43
Avg Speed: 9.68 km/h
Avg Pace: 6:11 min/km
Energy: 648 kcal

Mit dem Lauf war ich nach der langen Pause recht zufrieden. Zwar lag die Durchschnittsgeschwindigkeit unter 10 km/h, doch wollte ich mich lieber nicht gleich überfordern. Hinzu kommt, dass die Strecken größtenteils ziemlich vereist waren und ich ja keine speziellen Winterlaufschuhe habe, was das Vorankommen teils ein wenig abenteuerlich gestaltete. Ich bin auf jeden Fall froh mich einmal wieder rausgewagt zu haben und plane, vielleicht motiviert durch den „FatBoysRun“-Podcast, endlich einmal wieder längere Strecken jenseits der 10 km anzugehen…

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 8: Running Home for Christmas

American Hustle (2013)

Das Wochenende vor Fasching beutet mit Kindern auch immer – wer hätte es gedacht? – Kinderfasching! Dies ist meist anstrengender, als es für Außenstehende scheint, doch letztendlich kommt es ja auch nur darauf an, dass die Kinder Spaß haben. Als um 20 Uhr endlich alle im Bett waren, hatte ich mich mit „American Hustle“ auf einen entspannten Filmabend gefreut, doch sollte sich die Sichtung, zumindest teilweise, anstrengender gestalten als ich zunächst angenommen hatte…

american_hustle

Ich mag David O. Russells Werk. Irgendwie schafft er es sich mit jedem Film neu zu erfinden: „Flirting with Desaster“, „Three Kings“ oder „Silver Linings Playbook“ – alles Geschichten, die aus ihrer ursprünglichen Prämisse mehr gemacht haben, als man vermuten würde. Meine Erwartungshaltung in Bezug auf „American Hustle“ war jedoch, sagen wir einmal, angespannt. Mit zehn Oscar-Nominierungen ins Rennen gegangen, hat der Film letztendlich keine einzige Auszeichnung mit nach Hause genommen. Hinzu kommen größtenteils verhaltene Kritiken, was mich besonders skeptisch machte. Allerdings schienen Genre, Schauspieler und Inszenierung genau meinen Geschmack zu treffen. In welche Richtung sollte sich die Sichtung also für mich entwickeln?

Am ehesten hat mich „American Hustle“ an Ben Afflecks Oscar-Gewinner „Argo“ erinnert: Ein Film, der eine historische Begebenheit (Abscam) aufgreift, diese stark dramatisiert erzählt und in den späten 70er Jahren spielt? Das kann schon fast kein Zufall sein. Teils scheint es mir auch so, als hätte Russell sein Gaunerstück zu bewusst cool und lässig erzählen wollen. Da gibt es einige Schlenker zu viel im Drehbuch, die oft leider weniger unterhaltsam, als anstrengend wirken. Eine geradlinigere Erzählweise hätte dem Film, meiner Meinung nach, wirklich gut getan – zumal die Geschichte nicht sonderlich komplex ist.

Was wirklich ausgezeichnet funktioniert ist die 70er Jahre Atmosphäre samt fantastischem Soundtrack und bombastischer Ausstattung. Es macht einfach Spaß Christian Bale, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner und Co. dabei zuzusehen, wie sie allesamt völlig in ihren Rollen aufgehen und ein wahres Schauspielfest abliefern. Herrlich! Selbst kleinste Nebenrollen sind mit Stars, wie Robert De Niro oder Louis C.K. großartig besetzt.

Letztendlich hat mich „American Hustle“ wirklich gut unterhalten. Ein paar einzelne Szenen fand ich sogar regelrecht brilliant geschrieben und gespielt. Leider jedoch funktioniert das große Ganze nicht so gut, wie es eigentlich hätte sollen. Der Film wirkt ein wenig zu selbstverliebt, was man ihm in seinen Sternstunden auch durchaus zugestehen mag. Das nächste Mal gerne wieder ein wenig kleiner und mit mehr Feinschliff im Drehbuch, Mr. Russell. Dennoch ein guter Film, der jedoch leider hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt: 7/10 Punkte.

Snowpiercer – OT: Seolgugyeolcha (2013)

Nach einer gefühlt sehr anstrengenden Arbeitswoche und Nächten mit nur wenig Schlaf, stand der Freitagsfilm unter keinem guten Stern. Dennoch habe ich mich für „Snowpiercer“ entschieden – ein Film, den ich schon seit langer Zeit sehen wollte. Auch wenn mich „The Host“ schon länger reizt, so hatte ich von Regisseur Bong Joon-ho bisher noch keinen Film gesehen. Ich kann jetzt schon vorausschicken, dass ich dies wohl bald einmal ändern sollte…

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Auch wenn „Snowpiercer“ auf einem französischen Comic basiert, und somit kein eigenständiges Werk ist, habe ich jedoch schon lange keinen solch originellen Big-Budget-Film mehr gesehen. Die Prämisse ist so einfach, wie genial und hätte leicht ins Lächerliche abdriften können. Bong Joon-ho nimmt die Ausgangslage jedoch selbstbewusst auf und konterkariert brutale und düstere Momente mit beinahe grotesken und comichaften Szenen. Dies betrifft nicht nur das Setting, sondern auch die Charaktere. Speziell Tilda Swinton weiß hier zu überzeugen – und jede andere Schauspielerin hätte an ihrer Stelle leicht dem Overacting erliegen können. Der getroffene Ton ist jedoch absolut perfekt und überraschte mich immer wieder.

Was das Genre angeht, so lässt sich „Snowpiercer“ nur schwer greifen. Natürlich verarbeitet der Film offensichtlich ein dystopisches Science-Fiction-Szenario und stellt den Klassenkampf im Mikrokosmos Zug dar, doch von Abteil zu Abteil springt Bong Joon-ho von Drama über knallharten Actionfilm bis hin zu Slasher und Abenteuerfilm. All das ist enorm effektiv inszeniert und man wird als Zuschauer stets weiter nach vorne getrieben. Die Auflösung hat mir wirklich sehr gut gefallen, was vielleicht auch daran liegt, dass ich hoch erfreut war Ed Harris (Bud, „The Abyss“) endlich einmal wieder in einer größeren Rolle zu sehen. Mit John Hurt, Jamie Bell, der bereits erwähnten Tilda Swinton sowie Chris Evans, ist die Dystopie ohnehin exzellent besetzt.

Ich kann nicht wirklich erklären, was ich mir ursprünglich von „Snowpiercer“ erwartet hatte; vermutlich einen geradlinigeren Actionstreifen. Umso erfreuter war ich aufgrund des Ideenreichtums, den Bong Joon-ho sowohl in die Geschichte, als auch in die audiovisuelle Ausarbeitung gesteckt hat. Was der Film langfristig zu bieten hat, muss eine Zweitsichtung zeigen, in der die Überraschungen bereits bekannt sind. Das erste Mal war auf jeden Fall ein großes Vergnügen: sehr gute 8/10 Punkte.

Liebster Award #3: Trivial

…und weiter geht es mit dem „Liebster Award“ – in die inzwischen schon dritte Runde. Ihr wisst nicht was das ist? Hier eine kurze Erklärung: Dieser Award treibt in der Blogosphäre schon länger sein Unwesen. Auch mich hat es erwischt. Mehrfach. Das soll nicht undankbar klingen, obwohl ich zunächst wirklich starke Vorbehalte hatte hier mitzumachen. Dann habe ich jedoch festgestellt, dass man die/den jeweiligen BloggerIn durch ihre/seine Antworten auf die meist spannenden Fragen tatsächlich besser kennenlernt. Folglich werde ich in den kommenden Wochen versuchen, die aufgelaufenen Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten…

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In diesem Sinne, viel Spaß mit meinen Antworten auf die Fragen von friedlvongrimm vom „Trivial“-Blog im Rahmen des Liebster Award #3:

1. Welcher Film fängt deine Persönlichkeit am besten ein?
Gleich eine Knallerfrage zu Beginn. Wow. Vermutlich befindet sich meine Persönlichkeit irgendwo zwischen „Die Goonies“, „Before Sunrise“ und „Garden State“. Und „Schöne Bescherung“. Eh klar!

2. Hat dein Blog therapeutische Wirkungen auf dich?
Ja.

3. Welche Reaktionen auf Beiträge haben dich positiv überrascht?
Am meisten habe ich mich wohl über die Resonanz auf meinen „Filmsammler: Eine aussterbende Spezies?“-Artikel sowie das Feedback zum ersten Kapitels meines Buches „Immersion – Das Erwachen“ (das ich wohl nie fertigstellen werde) gefreut.

4. Kannst du in der digitalen Landschaft mit negativer Resonanz umgehen?
Wirklich negative Resonanz habe ich, was das Blog betrifft, noch nicht erfahren. Es gibt öfter mal andere Meinungen und hitzige Diskussionen, doch das ist auch gut so und hält den Austausch lebendig.

5. Für welche Band würdest du um die halbe Welt reisen, wenn sie 2015 ein Konzert spielen würden?
The Weakerthans.

6. Was war dein Lieblingswort 2014?
Nammihi.

7. Bist du Befürworter der These, dass Künstler (egal, ob Filmschaffende, Musiker, Maler etc.) nur etwas Großartiges erschaffen können, wenn sie unglücklich sind? Warum?
Nein, denn auch positive Gefühle können inspirieren. Es kommt vermutlich auf den Künstler, den Stil und die individuelle Situation an. Ich glaube jedoch, dass Zeiten starker Emotionen große Werke nach sich ziehen – und dazu gehört eben auch das Unglücklichsein.

8. Welche Selbstmordmethode würdest du wählen?
Keine. Es geht irgendwie immer weiter.

9. Welchen Genremix würdest du gerne mal auf der Leinwand sehen?
Ein Musical à la „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“, das ein sehr untypisches Genre mit Gesangsnummern verbindet, dabei humorvoll bleibt und doch eine mitreißende Geschichte erzählt.

10. Welche Musik empfindest du als zeitlos schön?
Klassische Musik, wenngleich sich meine Erfahrung in diesem Bereich nahezu ausnahmslos auf Filmmusik stützt. Jedem anderen Genre merkt man seine Entstehungszeit unweigerlich irgendwann an, doch das ist auch ok so – zumindest solange die Musik schrammelige Gitarren beinhaltet… 😀

11. Glaubst du, dass man in der heutigen Zeit noch etwas wahrhaftig Originelles kreieren kann?
Ja, glaube ich. Kunst hat sich jedoch schon immer bei vorangegangenen Epochen und Werken bedient und Gegenströmungen entwickelt.

Fragen oder Nominierungen wird es von mir nicht geben. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Antworten beschränken. Es dürfen sich jedoch alle BloggerInnen in meiner Blogroll ausgezeichnet fühlen, denn ihr seid mir – auch ohne Liebster Award – allesamt am allerliebsten! 🙂

Mehr „Liebster Award“-Antworten…

Top 10 Soundtracks & Original Scores

Schon lange hat mich kein klassisches Stöckchen mehr getroffen, doch nun möchte Schlopsi vom „Infernal Cinematic Affairs“-Blog von mir wissen, was denn meine 10 liebsten Soundtracks bzw. Original Scores sind. Was für eine Aufgabe! Natürlich kann ich hier unmöglich nur 10 Soundtracks/Scores aussuchen, weshalb ich mir die Unterteilung in die unterschiedlichen Kategorien erlaubt habe.

Hier also meine Top 10 Original Scores in alphabetischer und – wichtig! – nicht wertender Reihenfolge:

  1. „Blade Runner“ (Vangelis, 1982)
  2. „Braveheart“ (James Horner, 1995)
  3. „Der Herr der Ringe“-Trilogie (Howard Shore, 2001-2003)
  4. „Der mit dem Wolf tanzt“ (John Barry, 1990)
  5. „Die glorreichen Sieben“ (Elmer Bernstein, 1960)
  6. „Indiana Jones“-Trilogie (John Williams, 1981-1989)
  7. „Jurassic Park“ (John Williams, 1993)
  8. „Mary Poppins“ (Richard Sherman, 1964)
  9. „Star Wars“-Trilogie (John Williams, 1977-1983)
  10. „Wer ist Hanna?“ (The Chemical Brothers, 2011)

Und im Anschluss meine Top 10 Soundtracks in alphabetischer und ebenfalls nicht wertender Reihenfolge (in Klammern ist jeweils die Person genannt, die ich als hauptverantwortlich für den Soundtrack empfinde):

  1. „Absolute Giganten“ (Sebastian Schipper, 1999)
  2. „Der letzte Kuss“ (Zach Braff, 2006)
  3. „Drive“ (Nicolas Winding Refn & Cliff Martinez, 2011)
  4. „Garden State“ (Zach Braff, 2004)
  5. „Into the Wild“ (Eddie Vedder, 2007)
  6. „Magnolia“ (Aimee Mann, 1999)
  7. „Moulin Rouge!“ (Baz Luhrmann, 2001)
  8. „Pulp Fiction“ (Quentin Tarantino, 1994)
  9. „Titan A.E.“ (Don Bluth, 2000)
  10. „Trainspotting“ (Danny Boyle, 1996)

Weiterhin hat sich Schlopsi noch drei optionale Fragen zum Thema Filmmusik ausgedacht, die ich natürlich gerne beantworte:

Was war der erste Soundtrack, der dich vollends begeistert hat?
So richtig umgehauen hatte mich erstmals wohl der Original Score zu „Jurassic Park“. Nach dem Kinobesuch 1993 ging er mir nicht aus dem Kopf und ich wusste: Ich muss ihn wieder hören! Nun, Kids, damals konnte man nicht einfach auf YouTube oder Spotify gehen, um das Erlebnis wieder heraufzubeschwören. Wir hatten ja noch nicht einmal einen CD-Player! Also wünschte ich mir die Kassette (MC) zu meinem dreizehnten Geburtstag – und ein paar Wochen später hielt ich sie endlich in den Händen. Aufgrund von immenser Beanspruchung hat die MC leider nur ein paar Jahre durchgehalten…

Mit welchem Soundtrack bist du im Nachhinein auf die Nase gefallen, weil er doch nicht mehr so toll wirkte, wie noch im Film?
Hmm, da habe ich keinen konkreten Soundtrack/Score im Kopf. Ich hole mir ohnehin nur die eher melodischen und opulenten klassischen Scores sowie Soundtracks ins Haus, bei denen ich das Gefühl habe, sie auch ohne die Bilder genießen zu können.

Welchen Soundtrack hast du dir als letztes angehört/durchgehört?
Das dürfte tatsächlich der Original Score von „The Hobbit: An Unexpected Journey“ gewesen sein. Seitdem habe ich mir keinen Soundtrack/Score mehr zugelegt.

Die Regeln sind einfach:
Wirf dieses Stöckchen vier weiteren Bloggern zu, hab Spaß beim Beantworten und lass einen guten Soundtrack im Hintergrund laufen…

Die Nominierten:

Arctic with Bruce Parry

Es war lange ruhig im Doku-Bereich – und neben Bruce Parry wartet auch Louis Theroux darauf, dass ich ihn endlich einmal wieder auf seinen Abenteuern begleite. Mit „Arctic with Bruce Parry“ habe ich mich jedoch zunächst dem nettesten aller Briten angeschlossen, um ihn auf seiner Reise in die Arktis zu begleiten…

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Wie bereits bei der vorangegangenen Doku-Serie „Amazon with Bruce Parry“ liegt auch der Fokus des Nachfolgers darin, komplexe Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Lebensmodellen in einer speziellen Region (u.a. Grönland, Alaska und Kanada) zu zeigen. Bei Arktis denkt man zunächst nur an schneebedeckte Flächen, doch tatsächlich machen diese nur einen Bruchteil des faszinierenden Lebensraums aus. Aufgrund dieser Vielfalt bleibt die Serie sowohl inhaltlich als auch visuell stets abwechselnd.

Auch dieses Mal liegt die Faszination in den unterschiedlichen Lebensweisen begründet, die man als Zuschauer durch die Augen des Abenteurers kennenlernt. Nicht so vielfältig, wie bei Parrys Doku-Serie „Tribe“, doch dafür umso fokussierter versucht der Filmemacher wieder alle Aspekte möglichst wertfrei zu dokumentieren, einzig die Bedrohung durch die globale Erwärmung zieht sich als dunkler Schatten durch alle Begegnungen.

Auch mit seiner dritten Doku-Serie hat mich Bruce Parry erneut begeistert. In nur fünf Episoden schafft er es die Augen für einen Lebensraum zu öffnen, dabei zu unterhalten und sehr persönliche Geschichten zu erzählen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn dies nicht die letzte Dokumentation des sympathischen Menschenfreunds gewesen wäre: 9/10 Punkte.

Media Monday #189

Nach einem turbulenten Geburtstagswochenende, an dem die ganze Familie noch nicht so 100%ig fit war, startet die neue Woche mit Kindergarten, Arbeit und Co. wieder völlig normal. Es wurde auch Zeit! Und was gehört zu einem normalen Montag? Natürlich die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten. Viel Spaß damit!

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  1. Ein wenig bedaure ich es ja, bisher nie einen Artikel zu „Bang Boom Bang“ verfasst zu haben, denn der Film ist immer noch ein hoch angesehener Knaller, wie sich den Kommentaren zu meiner Besprechung von „Stereo“ entnehmen lässt.
  2. In punkto Filmen/Serien können Geschmäcker ja erstaunlich vielfältig sein. Womit man mich allerdings eigentlich immer ins Boot bekommt: mit einer Beteiligung Joss Whedons.
  3. Es wird mir wohl immer unerklärlich bleiben, wieso „Reindeer Games“ in der Allgemeinheit nicht denselben Kultstatus innehat wie bei mir, denn schließlich ist John Frankenheimers Film – zumindest im Director’s Cut – ein wirklich unterhaltsamer Gangsterstreifen mit toller Weihnachtsatmosphäre.
  4. Es wird allerhöchste Zeit, dass es mit unserem Hausbau weitergeht – und damit meine ich nicht nur lustige Briefe vom Amt für Denkmalschutz(!) zu erhalten…
  5. Um mich fesseln zu können, muss ein Buch durch seine Charaktere und eine mitreißende Handlung überzeugen.
  6. Christian Bale ist eigentlich in all seinen Rollen überzeugend, habe ich ihn schließlich schon in „Das Reich der Sonne“ toll gefunden, in dem er als gerade mal 13-Jähriger dem Grauen des Krieges trotzt.
  7. Zuletzt gelesen habe ich die Gute-Nacht-Geschichte „Die Heinzelmännchen und ihre Abenteuer“ und das war Teil des allabendlichen Rituals, weil dies gleichermaßen gut für Kinder und Eltern ist.

Stereo (2014)

Seit einer halben Ewigkeit habe ich einmal wieder einen deutschen Film gesehen. Eine komplett deutsche Produktion, d.h. nicht nur einen internationalen Film mit deutscher Beteiligung – und noch viel wichtiger: Es war ein Genrefilm! Deutsches Kino reizt mich immer speziell dann, wenn es sich abseits von Drama, Komödie oder Krimi bewegt. Maximilian Erlenweins „Stereo“ konnte somit schon einmal Punkte sammeln. Wie sich der Film sonst so schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… Leichte Spoiler sind zu erwarten.

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Was zeichnet einen guten Schauspieler aus? Vermutlich wenn er in einer TV-Show à la „Schillerstraße“ Abend für Abend auf Hampelmann macht und in ernsten Rollen dennoch sofort eine Präsenz aufbaut, der man sich nur schwer entziehen kann. Jürgen Vogel ist solch ein Schauspieler – und er kann auch in „Stereo“ absolut überzeugen. An seiner Seite spielt Moritz Bleibtreu, der in letzter Zeit häufig in winzigen Nebenrollen in internationalen Produktionen (z.B. „World War Z“) verheizt wurde, und ergänzt Vogels Charakter perfekt. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht mehr über die Beziehung der Figuren untereinander verraten, da jedes weitere Wort wohl das Vergnügen am Film schmälern würde.

Ich mochte den ruhigen Aufbau und die bedeutungsschwangere Atmosphäre. Wirklich sehr gelungen. Die Handlung des Films dagegen hätte von mir aus noch gerne ein paar mehr Kapriolen mehr drehen dürfen, denn gerade in den Gesprächen zwischen Erik (Jürgen Vogel) und Henry (Moritz Bleibtreu) bzw. dem Aufbrechen dieser Beziehung hätte es noch großes Potential gegeben. Letztendlich offenbart sich die eigentliche Geschichte viel zu schnell als deutsche Variante von „A History of Violence“. Durch die rasante Inszenierung und die launig gespielten Charaktere macht der Film aber bis zur letzten Minute enorm viel Spaß, zumal er auch mit einer für deutsche Filme ungewöhnlichen Härte voranprescht.

Nach Anno Sauls „Die Tür“ und Tim Fehlbaums „Hell“ hat Maximilian Erlenwein mit „Stereo“ einen weiteren deutschen Genrefilm geschaffen, der sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken braucht. Auch wenn ich die etwas zu geradlinige Handlung bemängle, so ist sie vielleicht auch die Stärke des Films – es muss ja schließlich nicht immer um die Rettung (oder Vernichtung) der Welt gehen. Ein fieser, kleiner Genrereißer, der sich hinter Cronenbergs Variante einer ähnlichen Geschichte, wenn man diesen Vergleich überhaupt ziehen will, nicht zu verstecken braucht: 7/10 Punkte.

Liebster Award #2: KNARZwerk

…und schon geht es mit dem „Liebster Award“ in die zweite Runde. Ihr wisst nicht was das ist? Hier eine kurze Erklärung: Dieser Award treibt in der Blogosphäre schon länger sein Unwesen. Auch mich hat es erwischt. Mehrfach. Das soll nicht undankbar klingen, obwohl ich zunächst wirklich starke Vorbehalte hatte hier mitzumachen. Dann habe ich jedoch festgestellt, dass man die/den jeweiligen BloggerIn durch ihre/seine Antworten auf die meist spannenden Fragen tatsächlich besser kennenlernt. Folglich werde ich in den kommenden Wochen versuchen, die aufgelaufenen Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten…

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In diesem Sinne, viel Spaß mit meinen Antworten auf die Fragen von Alex vom „KNARZwerk“-Blog im Rahmen des Liebster Award #2:

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Ich hatte keine Lust mehr, mein Filmtagebuch nur in einem Forum zu führen und wollte etwas Eigenes: deshalb bei WordPress.com angemeldet (war damals Zufall, aus heutiger Sicht aber eine wirklich gute Entscheidung) und mit „11:14 – elevenfourteen“ am 06.06.06 (wieder so ein Zufall) meine erste Filmkritik veröffentlicht.

2. Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben?
Ich würde kein Thema ausschließen, allerdings achte ich sehr darauf, dass es nie zu persönlich wird bzw. dass Texte oder Bilder nicht zu sehr in die Privatsphäre meiner Familie eindringen.

3. Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?
Dieses Blog hat mir geholfen meinen aktuellen, ziemlich großartigen Job zu bekommen. Zumindest hatte ich den Link im Anschreiben angegeben und durfte im Bewerbungsgespräch auch darüber reden, was zugegebenermaßen eine ziemlich surreale Erfahrung war.

4. Für wen bloggst du?
Für meine Leser. Okay, natürlich auch für mich. Doch ohne eure Kommentare könnte ich das Blog auch einstampfen, insofern danke für den beständigen Austausch!

5. Was hat dich 2014 am meisten bewegt?
Darunter fällt wohl alles aus der „Abenteuer Kind“-Kategorie sowie der Kauf des Grundstücks und der beginnende Hausbau.

6. Die obligatorische Inselfrage: Wenn du genau fünf Dinge auf eine einsame, aber mit Strom und Multimedia-Abspielgeräten ausgestattete Insel mitnehmen dürftest, was würdest du einpacken?
Das will wohl überlegt sein. Auf jeden Fall meine Gitarre, dann vermutlich die „Der Herr der Ringe“-Trilogie, die „Seinfeld“-Komplettbox, das „Live at the Burton Cummings Theatre“-Album von The Weakerthans und mein Nexus 7 mit diversen Filmen, Serienepisoden, Fotos, Apps, Büchern usw.

7. Wenn du entscheiden dürftest, welches Buch, Spiel oder anderes Medium verfilmt werden soll, welches würdest du wählen und wer sollte die Hauptrollen spielen?
Die Wahl würde auf Ken Grimwoods „Replay – Das zweite Spiel“ fallen. Die Besetzung des Hauptdarstellers ist dagegen nicht so einfach, da sich die Geschichte über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Immer wieder. Vielleicht müsste man den Roman in der Art und Weise verfilmen, wie es Richard Linklater mit „Boyhood“ gemacht hat?

8. Wie muss ein Tag für dich beginnen, damit du ihn genießen kannst?
Eine gute Voraussetzung ist schon einmal, dass ich mindestens 6 Stunden Schlaf bekomme. Wenn diese noch relativ ununterbrochen sind, dann ist der Start in den Tag schon einmal gelungen. Das kommt allerdings nicht allzu häufig vor…

9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier/Kaffee/Tee/sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen?
Meine Oma, meinen Opa (zum Kaffee) und meinen Papa (auf ein Bier).

10. Was darf in deinem Kühlschrank nicht fehlen?
Käse.

11. Digital oder analog? Sprich: Hast du deine Filme, Musik, Bücher lieber in physischer Form zum Anfassen oder reicht digital auf der Festplatte?
Digital reicht mir in den meisten Fällen nicht. Da ich Filme ohnehin nicht unterwegs, sondern in Ruhe zu Hause schaue, bevorzuge ich es, sie ganz klassisch im Regal stehen zu haben. Hierzu habe ich mich bereits in einem gesonderten Artikel ausgelassen. Bei Musik bin ich flexibler, doch meine Lieblingsalben besitze ich auch alle auf CD. Und digitale Bücher? Nein, danke.

Fragen oder Nominierungen wird es von mir nicht geben. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Antworten beschränken. Es dürfen sich jedoch alle BloggerInnen in meiner Blogroll ausgezeichnet fühlen, denn ihr seid mir – auch ohne Liebster Award – allesamt am allerliebsten! 🙂

Mehr „Liebster Award“-Antworten…