The Abyss – Special Edition (1989)

Aktualisierung: Ich habe „The Abyss“ am 30. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wie bereits unzählige Male erwähnt liebe ich Filme die am, im oder unter Wasser spielen. Nicht nur deshalb ist James Camerons „The Abyss – Special Edition“ einer meiner ältesten und beständigsten Lieblingsfilme. An die Erstsichtung erinnere ich mich noch ganz genau: Es war während der Schulzeit, meine Eltern waren verreist und ich hatte sturmfrei. Folglich waren einige Freunde im Haus und es wurden bis in die Nacht Filme geschaut, es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Eine Erinnerung aus einer völlig sorgenfreien Zeit, in der man noch die ganze Zukunft vor sich hatte. Vielleicht schaue ich „The Abyss“ deshalb oft, bevor ein einschneidendes Erlebnis stattfindet.

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

Der Film gewinnt bei mir schon alleine aufgrund seines Settings. Im Wasser. Mitten im Meer. Tiefseegräben. Was will man mehr? Hinzu kommt ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine Inszenierung, wie sie nur von James Cameron kommen kann. Alles wirkt sehr realistisch und authentisch, wenngleich man sich doch klar darüber ist, dass es sich um einen Sci-Fi-Film handelt. Dies ist Cameron – in meinen Augen – bereits bei „ALIENS“ gelungen und trägt viel dazu bei, dass man in die Geschichte hineingesogen wird. Die perfekte Unterhaltung.

Große Pluspunkte sammelt der Film durch seine beinahe schon epischen Unterwasserszenen. Man merkt einfach, dass hier wirklich im Wasser gedreht wurde. Alles wirkt handgemacht und irgendwie natürlich. Doch auch in Sachen VFX kann der Film überzeugen: Der Wassertentakel war damals (1989) absolut state of the art – „Terminator 2“ kam mit seiner metallischen Fluidsimulation erst ca. zwei Jahre später!

Die Geschichte ist absolut packend – selbst bei der dutzendsten Sichtung – und kann selbst am Ende voll und ganz überzeugen. Manche Zuschauer mögen sich ja an dem überglücklichen Ende stören, doch für mich passt das sehr gut zum restlichen Film. Auch die Botschaft finde ich schön – zwar nicht sonderlich innovativ, aber schön. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Film nur in der längeren Special Edition kenne und die Kinofassung bisher nicht angeschaut habe – vermutlich würden mir zu viele Szenen einfach fehlen.

Die Schauspieler sind allesamt gut gewählt. Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio harmonieren erstklassig miteinander und spielen auch die Extremsituationen absolut glaubwürdig. Der Cameron-Spezi Michael Biehn darf dieses Mal den Bösewicht mimen, wobei er auch recht erfolgreich ist. Der bombastische Score trägt viel zur epischen Atmosphäre bei und unterstützt die Handlung, wo er nur kann.

Fazit

„The Abyss“ ist bei mir über jeden Zweifel erhaben. Einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Für Wasserratten – auch wenn nur filmische – besteht Sichtungspflicht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Split Second

In meiner Jugend habe ich mir ganz gerne B-Movies angeschaut. Man hatte (zu) viel Zeit und neue Entdeckungen wurden im Freundeskreis schnell als Kultfilm gehandelt. Aus dieser Zeit stammt auch „Split Second“ – ein spaßiger B-Movie mit dem stets sympathischen Rutger Hauer. Die letzte Sichtung liegt nun bestimmt schon 10 Jahre zurück und dementsprechend hat sich auch meine Sichtweise geändert.

Den ersten Teil finde ich nach wie vor wirklich gut. Im London des fiktiven Jahres 2008 herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Durch die Klimaerwärmung ist die Themse über ihre Ufer getreten und London befindet sich unter ständigem Hochwasser. In dieser düsteren Welt spielt Rutger Hauer einen zynischen Cop, der einen brutalen Serienkiller verfolgt. Unterstützt wird er dabei von einem neuen Kollegen. Im Verlauf des Films wandelt sich die Handlung zu einem „ALIEN“-Ripoff, was den Film heute eher etwas lächerlich erscheinen lässt.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen „Bladerunner“ und „ALIEN“. Die Figuren agieren dabei wie in einem Buddy-Movie, was dem Film einen humorigen Unterton gibt. All das wirkt leider sehr uneigenständig und zusammengeklaut, wobei der Film – für einen B-Movie – durchaus gut geschriebene Figuren zu bieten hat. Das Set-Design gefällt mir auch sehr gut. Man sieht den Locations das niedrige Budget nicht zwangsweise an. Bei der Kreatur merkt man es dafür mehr als deutlich, wodurch der Film für mich am Ende auch nicht mehr so recht funktionieren will.

Der Kultfilm aus meiner Jugend ist heute leider wirklich nur noch ein nett anzusehender B-Movie. Ich mag die düstere Atmosphäre, die Charaktere und natürlich Rutger Hauer. Übrigens spielt Kim Cattrall („Sex and the City“) die weibliche Hauptrolle. Netter Sci-Fi-Trash, den man jedoch nicht zu ernst nehmen sollte: 5/10 Punkte.

Schlacht um den Planet der Affen – OT: Battle for the Planet of the Apes

Mit „Schlacht um den Planet der Affen“ ist vorerst Schluss mit dem Affentheater – und das ist auch gut so. Nicht, dass ich keine Freude an den Filmen gehabt hätte, doch dank der geballten 70er Jahre Optik, der oft redundanten Handlung sowie der gewöhnungsbedürftigen Musik bin ich nun froh einmal wieder einen Film ohne Affen zu sehen. Gespannt auf die erneute Sichtung des Remakes und die Erstsichtung der TV-Serie bin ich dennoch – aber alles zu seiner Zeit.

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J. Lee Thompsons zweite Regiearbeit für die Filmreihe schließt nahtlos am Vorgänger an: Die Affen leben (zum ersten Mal in der Reihe!) in einer einigermaßen friedlichen Koexistenz mit den Menschen zusammen. Ceasar ist ein friedliebender Herrscher, doch die Gorillas zeigen den Menschen gegenüber bereits gewaltbereite Tendenzen. Als die Affen bei einer Expedition in die verbotene Zone nun auf verstrahlte Menschen treffen, ist eine weitere Auseinandersetzung unausweichlich. Soweit die Geschichte.

Auf mich macht „Schlacht um den Planet der Affen“ einen etwas unnötigen Eindruck. Die Szenen im Affenlager und die Darstellung des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier halte ich für recht gelungen. Auch die Dynamik zwischen den Affenarten zeugt von Potential. Der weitere Kampf allerdings ist nicht wirklich nötig. Zudem schafft es der Film – in Bezug auf die Zeitachse der Reihe – nicht eindeutig Position zu beziehen: Ändert sich nun die Zukunft? Warum hat man dies dann nicht deutlicher gemacht? Bleibt sie unverändert? Warum zeigt man dann solch einen unbedeutenden Ausschnitt aus der Geschichte der Affen? Alles wirkt nicht so recht durchdacht.

Im Folgenden möchte ich meine persönliche Rangliste der „Planet der Affen“-Filme darstellen. Letztendlich ist allein der erste Teil großes Kino und wirklich Pflichtprogramm für jeden Filmfreund. Der Rest der Film ist teils ganz nett, größtenteils aber einfach unnötig. Zur reinen Unterhaltung durchaus geeignet, aber mehr ist da nicht:

1. „Planet der Affen“ (1968 )
2. „Flucht vom Planet der Affen“
3. „Eroberung vom Planet der Affen“
4. „Schlacht um den Planet der Affen“
5. „Rückkehr zum Planet der Affen“

Das letzte Kapitel in der Affengeschichte bietet somit ganz nette Unterhaltung. Wenn man ihn nicht sieht, verpasst man allerdings auch nichts. Absoluter Durchschnitt mit einem – für die Reihe – erstaunlich positiven Ende: 5/10 Punkte.

Eroberung vom Planet der Affen – OT: Conquest of the Planet of the Apes

Mit „Eroberung vom Planet der Affen“ bewegt sich die Reihe mit großen Schritten auf ihr Ende – bzw. ihren Anfang – zu. Die Geschichte setzt – mit etwas zeitlichem Abstand – direkt an ihrem Vorgänger an und bietet so ziemlich genau das, was man als Zuschauer erwartet: Die Versklavung der Affen und ihre Befreiung durch den Nachkommen von Dr. Zira und Cornelius.

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Wieder einmal wird in einem Teil der „Planet der Affen“-Reihe ein politisches Thema aufgegriffen. Dieses Mal sind es die Rassenunruhen und der Rassismus. Obwohl teils als gelungen zu bezeichnen, ist es auf der anderen Seite natürlich fragwürdig die Rolle der Afroamerikaner von Affen ausfüllen zu lassen. Vielleicht sollte man sich darüber aber einfach auch nicht so viele Gedanken machen und den Film als nette Erweiterung des Affen-Universums sehen, das hier deutlich an Tiefe gewinnt.

Einerseits ist es nun wirklich interessant und sehenswert den Aufstieg der Primaten zu verfolgen. Andererseits kommt es dagegen zu keinen Überraschungen, da die groben Ereignisse bereits aus den Vorgängern bekannt sind. So habe ich – trotz der relativ kurzen Laufzeit – einige Längen wahrgenommen und die Kampfszenen gegen Ende waren teils auch recht redundant.

„Eroberung vom Planet der Affen“ ist sicherlich kein Meisterwerk, bietet aber eine schöne Vertiefung der Geschichte und kann allemal gut unterhalten: 6/10 Punkte.

Flucht vom Planet der Affen – OT: Escape from the Planet of the Apes (1971)

Weiter geht es im Affentheater mit „Flucht vom Planet der Affen“. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger war ich sehr positiv überrascht über den Verlauf der Geschichte sowie über die Zeichnung der Charaktere. Es ist ungewohnt so starke starke Schwankungen in der Qualität einer Filmreihe zu finden. Natürlich ist dieser Eindruck – wie immer – komplett subjektiv und solange die Filme wieder besser werden, kann es mir nur recht sein!

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Die Handlung wird auf die Erde verlegt und zwei Nebenfiguren – Dr. Zira und Cornelius – werden in den Mittelpunkt gerückt. Durch die Parallelität der Geschehnisse zu denen des ersten Teils der Reihe, hat der Zuschauer eine bestimmte Erwartungshaltung, welche auch promt erfüllt wird. Die Menschen fühlen sich durch die Affen bedroht. Die Affen werden gejagt. Die Affen bekommen ein Baby. Der Sci-Fi-Freund kann sich nun schon ungefähr vorstellen, worauf die Geschichte hinausläuft: Es entsteht eine Schleife. Es gibt keinen Anfang und kein Ende mehr. Eine nette Vorstellung und ich kann nur hoffen, dass diese Idee in den kommenden Teilen konsequent weitergeführt wird. Nebenbei würde dieser Handlungsstrang auch eine logische Erklärung für das Ende des Remakes bieten – so ich dieses denn noch richtig im Kopf habe.

Man merkt dem Film sein geschrumpftes Budget an. Wo im Vorgänger noch große Sets von Höhlen, Affenbehausungen etc. zu finden waren, gibt es hier nur die menschliche Realität. Auch die Anzahl der Affenmasken konnte zurückgefahren werden. Dass der Film trotzdem sehr viel besser funktioniert, als der misratene zweite Teil, ist der durchdachten Geschichte, sowie den tollen Leistungen der Schauspieler zuzuschreiben. Besonders Kim Hunter und Roddy McDowall leisten Fantastisches und machen das Ende – zum ersten Mal in der Reihe – nicht nur schockierend, sondern auch ergreifend.

„Flucht vom Planet der Affen“ ist eine absolut würdige Fortsetzung, bei der man aus der Not (Budgetkürzungen) eine Tugend (stringente Geschichte) gemacht hat. Sehenswert: 7/10 Punkte.

Rückkehr zum Planet der Affen – OT: Beneath the Planet of the Apes (1970)

Aufgrund der plötzlich aufgetretenen Freizeit habe ich bereits heute die „Rückkehr zum Planet der Affen“ angetreten. Auch diesen Teil hatte ich als Kind bestimmt schon einige Male gesehen, allerdings ist mir nicht wirklich viel im Gedächtnis geblieben – und das war wohl auch besser so.

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Die erste Filmhälfte ist ganz vergnüglich: Es gibt einen neuen Astronauten, der sich auf die Suche nach Taylor (Charlton Heston) macht und dabei auf allerlei bekannte Affen trifft. Soweit so gut. Unterdessen bereitet ein kämpferisch veranlagter Gorilla einen Krieg vor. In der verbotenen Zone wohnt nämlich anscheinend ein noch unbekannter Stamm von Menschen. Es gibt einige nette Reden und Konflikte, sowie Anspielungen auf die Situation in Vietnam. Insgesamt eine nette Fortführung der Geschichte des ersten Teils, wenngleich auch ohne dessen erzählerische Tiefe.

In der zweiten Filmhälfte treffen die Figuren dann allerdings auf hochentwickelte Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten und lächerlichen Kostümen. Diese beten die Atombombe an und wirken auch sonst schwer neben der Spur. Dieser Handlungsstrang ist selten dämlich und die Verweise auf die damals aktuelle politische Situation kommen wie mit dem Holzhammer. Der Film verliert sich in albernen Sci-Fi-Handlungen und die Charaktere sowie ihre Beweggründe verlieren an Glaubwürdigkeit. Das Ende ist schließlich zwar explosiv, doch weder sonderlich durchdacht noch nachvollziehbar.

Fazit

„Rückkehr zum Planet der Affen“ fängt nett an, wird immer alberner nur um letztendlich im Chaos zu enden. Schade um das gute Setdesign und die tollen Masken. Ich hoffe die Nachfolger legen wieder – zumindest etwas – an Qualität zu: 3/10 Punkte.

Planet der Affen – OT: Planet of the Apes (1968)

Mit „Planet der Affen“ verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Die Filmreihe lief sonntags häufig am späten Nachmittag im Fernsehen und ich erinnere mich – obwohl mein TV-Konsum damals sehr eingeschränkt war – doch an einige Sichtungen. Besonders das Ende hat mich lange beschäftigt. Mein erster großer story twist – ein denkwürdiges Ereignis.

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Seit meiner Kindheit habe ich der Filmreihe keinerlei Beachtung mehr geschenkt. Ganz im Gegensatz zu anderen wichtigen Filmen – „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Star Wars“ etc. – dieser Zeit. Das liegt vielleicht auch daran, dass „Planet der Affen“ schon immer düsterer und nicht auf die reinen Unterhaltungsaspekte ausgelegt war. Er fügt sich somit eher in die Reihe düsterer Zukunftsvisionen, wie „Logan’s Run“ oder „Soylent Green“, ein und spart nicht an Gesellschaftskritik und Doppeldeutigkeiten.

Auch heute noch gelingt es Franklin J. Schaffners Film mich mitzureißen. Allerdings aus anderen Gründen. Ich kenne die Geschichte und bin mir deren Wendung bewusst. Charlton Hestons Charakter erscheint mir nicht mehr wie ein strahlender Held, sondern tatsächlich wie ein Relikt aus der Hochzeit der gewaltbereiten Menschen. Allerdings kann ich nicht klar abschätzen inwiefern dies beabsichtigt war, denn das harte, machohafte Auftreten – das heute etwas antiquiert wirkt – war in den Filmen der 60er/70er Jahre oft noch typisch für die Zeichnung des Helden. Egal wie man es sieht: Im Film funktioniert es tadellos und es dient – wenngleich auch unter eventuell anderen Gesichtspunkten – der Geschichte.

Besonders fasziniert war ich von der grandiosen Inszenierung. Speziell in der ersten halben Stunde fühlt man sich wahrlich wie auf einem anderen Planeten. Tolle Weitwinkeleinstellungen und außergewöhnliche Perspektiven schaffen eine fremdartige Atmosphäre. Wirklich sehr gelungen. Neben der Kamera sind vor allem die Masken grandios gelungen. Zu großen Teilen absolut glaubwürdig und mit Leben erfüllt.

„Planet der Affen“ zählt nicht ohne Grund zu den Klassikern des Sci-Fi-Kinos. Auch wenn der Film heute etwas angestaubt wirkt – was hauptsächlich dem antiquierten Heldentypus zuzuschreiben ist – weiß die Geschichte immer noch voll und ganz zu überzeugen und funktioniert in beinahe jeder Hinsicht besser, als Burtons Remake. Pflichtprogramm für Kinofreunde: 9/10 Punkte.

Timeline (2003)

Da mir die momentane Arbeit als Freelancer einmal wieder einen spontanen freien Tag beschert hat, habe ich die Zeit genutzt und mir die Verfilmung von Michael Crichtons „Timeline“ angesehen. Es ist durchaus interessant so zeitnah zum Lesen des Romans dessen Leinwandadaption hinterher zuschieben. Bei aktuelleren Werken muss man zunächst auf die Produktion des Films warten und hat demnach bereits etwas Abstand zur Vorlage gewonnen. Hierbei konnte ich nun den direkten Vergleich anstellen.

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Die Geschichte wurde nahezu 1:1 übernommen. Weggefallen sind – wie zu erwarten – die pseudowissenschaftlichen Details, sowie etliche Szenen, die nicht zwangsweise dem Weiterkommen der Geschichte dienen. Die Figurenkonstellation wurde soweit beibehalten, doch wurden einige Nebenrollen erheblich verändert. Alles Punkte, die ich erwartet hatte, da man ein gut 600 Seiten starkes Buch anders nicht auf Spielfilmlänge reduzieren kann. Die Änderungen machen – in Bezug auf die Restriktionen einer Adaption – größtenteils auch Sinn, wenngleich sich häufig die Grenzen der Machbarkeit (in Bezug auf die Kompression der Geschichte) zeigen.

Die Mittelalterszenen funktionieren an sich tadellos. Hier war in der Vorlage sowieso viel Füllmaterial enthalten, wodurch sich die Kürzungen am wenigsten bemerkbar machen. Schade finde ich das Wegfallen einiger meiner Lieblingsszenen (Turnier, Flucht aus der Mühle etc.) sowie das Fehlen der eruptiven Gewalt. Crichtons Buch strotzte nur so vor der grausamen Realität dieser dunklen Zeit. In Richard Donners Version bleibt davon leider nicht viel übrig. PG-13 sein dank. Doch auch dies war bei solch einer großen Hollywood-Produktion nicht anders zu erwarten.

In der Gegenwart gibt es mehr narrative Mängel zu beobachten: Durch den Wegfall der pseudowissenschaftlichen Basis verkommen die Szenen rein zu schmückendem Beiwerk. Zwar müssen diese – aufgrund der Nähe zur Vorlage – irgendwie gezeigt werden, doch Sinn ist nicht mehr groß zu erkennen. Eigentlich schade, da mir dieser Teil der Geschichte im Roman recht gut gefallen hat.

Insgesamt kann man „Timeline“ als durchaus gelungene Adaption bezeichnen. Die grundlegende Atmosphäre bleibt erhalten, die Charaktere sind ähnlich gezeichnet wie in der Vorlage und die Inszenierung macht wirklich Spaß. Durch die Einschränkungen kommt der Film allerdings nicht wirklich an das gute Buch heran. Was unter dem Strich bleibt sind zwei unterhaltsame Stunden im 14. Jahrhundert. Wie die Vorlage kein Meisterwerk, aber auf jeden Fall gut konsumierbar: 7/10 Punkte.

Transformers (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers“ am 14. November 2010 und am 5. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der  Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe nun auch ich endlich den potentiellen Sommerblockbuster des Jahres gesehen: Michael Bays „Transformers“. Als Kind habe ich das Spielzeug geliebt. Man konnte die Figuren verwandeln! Damit konnten sich die futuristischen Roboter – dank ihrer Vielseitigkeit – bei mir direkt hinter LEGO platzieren. Ich hatte damals sogar den großen, verwandelbaren Optimus Prime auf den ich monatelang gespart hatte. Auch die Comics, die Zeichentrickserie sowie Hörspielkassetten haben mir viel Freude bereitet. Folglicherweise waren meine Erwartungen nicht gerade niedrig.

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ich schicke gleich einmal vorweg, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die Roboteraction war grandios, die Effekte herausragend. Auch Schauspieler und Inszenierung gingen voll in Ordnung. Doch leider gibt es da auch noch das Drehbuch. Nun hatte ich hier auch wirklich nicht viel erwartet. Schließlich handelt es sich hierbei um die Verfilmung einer Spielzeugreihe. Die laue Geschichte geht demnach auch noch irgendwie in Ordnung. Auch mit den Teenagern als Identifikationsfiguren konnte ich mich anfreunden. Doch leider, leider hat man die eigentlich Hauptfiguren – die Transformers – nicht ansatzweise ernst genommen. Die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass ich angenommen hatte, man hat einfach ein paar spielende Kinder als Vorbild genommen: ‚Ich bin Optimus Prime, ich komme um euch zu retten!‘ oder ‚Ich bin Megatron, ich komme um euch zu zerstören!‘ sind da noch die Highlights. Wirklich schade.

Die – bei einem Film von Michael Bay – zu erwartende Militärhandlung hat mich auch extrem genervt. Diese ganze Verschwörungs- und Signalgeschichte war einfach nur überflüssig, da man als Zuschauer ja bereits genau wusste, was es mit dem Signal auf sich hat. Zudem wurde diese Storyline mit nichtssagenden Charaktern unnötig aufgeblasen: Was sollte die blonde Analytikerin? Was der Rapper-Hacker? Nervig und ablenkend. Das hätte es nicht gebraucht. Hinzu kommt noch, dass der Film ohnehin mindestens eine halbe Stunde zu lang ist – und damit meine ich nicht die noch ganz nette Charaktereinführung zu Beginn, bei der teils deutlich der Einfluss Spielbergs durchblitzt.

Doch es gibt auch positives zu berichten: Die Actionszenen sind – trotz absolutem Übermaß – einfach beeindruckend. Die Effekte sind grandios. In hellstem Sonnenlicht tanzen hier die Roboter teils in Zeitlupe und interagieren mit realen Figuren und Sets. Unglaublich, was ILM hier geleistet hat. In solchen Szenen kann der Film dann auch wieder voll und ganz überzeugen – wenngleich ich auch denke, dass etwas weniger hier manchmal mehr gewesen wäre. Die für Bay typische Inszenierung (Hubschrauber vor Sonnenuntergang, extreme Zeitlupen und Farbfilter etc.) weiß auch zu gefallen. Man kann über den Regisseur sagen, was man will. Seinen visuellen Stil hat er gefunden. Auch die Schauspieler haben mich teils positiv überrascht. Allen voran Shia LaBeouf, der tatsächlich eine ganz gute Figur macht, was mich in Bezug auf „Indiana Jones IV“ hoffen lässt. Megan Fox geht als Eyecandy auch in Ordnung und Schauspieler wie Jon Voight oder John Turturro sehe ich sowieso immer gerne – wenngleich ihre Leistungen hier eher zu vernachlässigen sind.

Fazit

„Transformers“ lässt mich nun sehr zwiespältig zurück. Einerseits wurde ich schon recht gut unterhalten, andererseits habe ich mich auch oft unglaublich geärgert. Vielleicht geht es mir wie Sergeant Murtaugh und ich bin einfach zu alt für den Scheiß. Nicht der erwartete Kracher, aber auch kein totaler Reinfall. Nur nette Unterhaltung: 6/10 Punkte.

A Scanner Darkly (2006)

Mit „A Scanner Darkly“ habe ich gestern einen der beeindruckendsten Filme meines bisherigen, persönlichen Filmjahres gesehen. Richard Linklater ist ja bekannt dafür nicht auf ein Genre festgelegt zu sein – wie er mit „Dazed and Confused“, „Before Sunrise“ oder „School of Rock“ bewiesen hat. Seine Philip K. Dick-Adaption fällt dennoch aus der Reihe – und das nicht nur durch den außergewöhnlichen visuellen Ansatz.

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Dennoch ist es – auf den ersten Blick – vor allem der Look des Films, der ihn von der Masse abhebt. Die Technik nennt sich Rotoscoping und wird bereits seit Jahren genutzt. Ralph Bakshis Version von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ ist wohl einer der bekanntesten Vertreter dieses Subgenres des Animationsfilms. „A Scanner Darkly“ treibt diese Technik jedoch auf die Spitze: Klar definierte Linien. Harte Farbübergänge. Reduzierte Details. Und dennoch: Die zugrunde liegenden Darsteller sind stets eindeutig zu erkennen. Die Performance bleibt erhalten. Die Realität weicht allerdings den Zeichnungen. Das Ergebnis ist eine faszinierende Mischung, die künstlerisch absolut zu überzeugen weiß. Grandios. Besonders wenn man den Arbeitsaufwand bedenkt: Jeder Frame musste per Hand nachgezeichnet werden. Jeder. Wenn man bedenkt, wieviel Aufwand es alleine ist, eine exakte Maske über ein paar Frames hinweg zu zeichnen, bleibt mir nur den Künstlern meine Hochachtung auszusprechen: Das Ergebnis ist wahrlich famos!

Nun zum Inhalt: Philip K. Dick-Adaptionen gibt es wie Sand am Meer. Wenige können die Atmosphäre ihrer Vorlage einfangen (bestes Beispiel: „Blade Runner“) und noch wenigeren gelingt eine werkgetreue Umsetzung der Geschichte. „A Scanner Darkly“ funktioniert erstaunlich gut. Anfangs hatte ich etwas befürchtet, der Film würde sich (so wie teils „Fear and Loathing in Las Vegas“) in reinen Drogenepisoden verlieren. Doch es steckt mehr dahinter. Das Ende ist zudem erschreckend schlüssig. Typisch Philip K. Dick. Überhaupt kommt die düstere Atmosphäre Dicks recht gut rüber, was sich weniger in der Inszenierung und Farbgebung äußerst, sondern hauptsächlich durch Schauspiel, Dialoge und Stimmung transportiert wird – umso beeindruckender bei einem Film, der oberflächlich betrachtet besonders durch seine Optik hervorsticht.

Ich bin schwer begeistert von „A Scanner Darkly“. Ich hätte mir einzig einen etwas größeren Schwerpunkt auf den titelgebenden Scannern gewünscht und dafür ein paar weniger Drogenszenen. Trotz dieser kleinen Einschränkung, kann ich den Film dennoch jedem empfehlen, der sich auch einmal auf außergewöhnliche Seherfahrungen einlässt – auch inhaltlich, denn auch dort ist „A Scanner Darkly“ alles andere als Mainstream: 9/10 Punkte.

Fred: ‚What does a scanner see? Into the head? Into the heart? Does it see into me? Clearly? Or darkly?‘