Für immer Shrek – OT: Shrek Forever After

Als Dreamworks 2001 „Shrek“ in die Kinos brachte, war ein neuer Klassiker des Animationsfilms geboren. Knapp 10 Jahre später nahm der grüne Oger mit „Für immer Shrek“ Abschied von der Leinwand. Ob das große Finale besser gelungen ist, als der von vielen Kritikern vernichtend besprochene Vorgänger? Man durfte gespannt sein…

Schon nach den ersten paar Minuten war mir klar: Die Magie ist weitgehend verschwunden. Bereits „Shrek der Dritte“ – der mir immerhin besser gefiel, als den meisten Zuschauern – hatte viel vom anarchischen Zauber der Vorgänger eingebüßt. Das beinahe schon satirische Märchenreich des Ogers wurde zu dem, was es selbst einmal durch den Kakao gezogen hat: Eine zuckersüße Bonbonwelt mit klischeehaften Charakteren und einer nur netten Geschichte.

Trotz des fehlenden Zaubers, versprach „Für immer Shrek“ zunächst eine immerhin mitreißende Geschichte zu erzählen. Ich liebe Handlungsstränge, die in Paralleluniversen spielen. Alternative Realitäten und so. Dafür bin ich wirklich immer zu haben. Hier jedoch vermisste ich bei diesen Ansatz die knackigen Ideen. Letztendlich wurde abermals die gleiche Geschichte abgespult, nur um am Ende mit einer Holzhammerbotschaft ins letzte Happy End der Reihe zu gehen.

Besonders schade ist, dass der Film eigentlich alle Knöpfe drückt, um ein Erfolg zu werden: Es gibt schöne Reminiszenzen an die ersten Teile, es gibt eine relativ vielversprechende Prämisse und es gibt einen interessanten Bösewicht, der letztendlich leider auch nicht das halten kann, was zunächst versprochen wird. Mir ist es vorgekommen, als wäre dem Film immer kurz vor dem nächsten großen Lacher die Luft ausgegangen. Nicht wirklich schlecht, sogar stets unterhaltsam, aber eben nicht konsequent durchdacht.

Freunde der Reihe werden bestimmt wieder 90 Minuten Spaß mit Shrek, Esel und Co. haben. Ich für meinen Teil habe mich durchaus amüsiert, musste aber immer öfter wehmütig an die wunderbaren Vorgänger denken. Somit bin ich nicht traurig, dass es sich hiermit um den – so hoffe ich zumindest – letzten Teil der Reihe handelt. Man sollte eben aufhören, wenn es am schönsten ist – und nicht erst zwei Filme danach: 6/10 Punkte.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1″ am 29. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend hatten wir uns einmal wieder einen Elternabend gegönnt, der uns zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ ins Kino führte. Wie bei jedem Teil der Filmreihe war meine Vorfreude ziemlich groß, wenngleich ich es dieses Mal auch nicht geschafft habe, mir zuvor noch einmal den bzw. die Vorgänger anzuschauen. Spoiler sind zu erwarten.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Um es bereits vorweg zu nehmen: Mir hat der Film großes Vergnügen bereitet. Wie bisher alle Verfilmungen der erfolgreichen und von mir sehr geschätzten Vorlage. Mit dieser Einschätzung stehe ich meist – zumindest unter den Filmbloggern – ziemlich alleine da: Den Cineasten fehlt der künstlerische Anspruch, den Hardcorefans weichen die Filme zu sehr von der Vorlage ab und den Nichtkennern derselben ist die Geschichte zu konfus erzählt. Für mich jedoch funktionieren die Filme als Bebilderung der Geschichte ausgezeichnet. Den Rest füllt mein – zugegebenermaßen lückenhaftes – Gedächtnis auf. Und künstlerischer Anspruch? Mir reicht hier sauberes Handwerk – und das kann man David Yates in seinen Verfilmungen wahrlich nicht absprechen.

Der Film transportiert die dichte Atmosphäre der Vorlage einmal mehr ausgezeichnet. Als ich das Finale der Romanreihe las, begleitete mich stets eine düstere Endzeitstimmung, welche von Yates fabelhaft eingefangen wurde. Auch die Hauptpunkte der Geschichte werden erneut abgearbeitet, wobei sich die Verfilmung einmal mehr auf die Gefühle der Charaktere konzentriert, als jedes Detail ausführlich zu beleuchten. Für viele ein großer Kritikpunkt, für mich jedoch ein ein deutlicher Vorteil, da ich charakterorientiertes Erzählen bevorzuge – die Lücken in der Handlung füllt meine Erinnerung auf, doch die Emotionen werden auf der Leinwand abgebildet. Für mich funktioniert der Film dadurch ausgezeichnet.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirkt die Geschichte viel weniger gehetzt, was der Teilung der Adaption auf zwei Filme zu verdanken ist. Sicherlich wird Warner Bros. hier zunächst einmal Gewinnmaximierung im Fokus gehabt haben, doch kommt die doppelte Laufzeit durchaus auch der Geschichte und besonders den Charakteren zugute. Dabei bleibt der Film so kurzweilig, dass die doch recht ansehnliche Laufzeit wie im Fluge vergangen ist und ich mir im Anschluss sehr gerne noch Teil zwei angesehen hätte. Die Rechnung der Produzenten ist damit wohl aufgegangen und ich werde im Juli erneut im Kino sitzen.

Auf die Handlung des Films werde ich nicht weiter detailiert eingehen, sondern nur noch drei Aspekte ansprechen. Erstens: Warum mussten die Uniformen der bösen Ministeriumsmitarbeiter unbedingt NS-Uniformen nachempfunden sein? Da hätte man sich mehr Gedanken machen können. Zweitens: Die Sterbeszene von Dobby hat ihre Wirkung anscheinend nicht verfehlt, was ich am vermehrten Schluchzen diverser Kinobesucher festmachen konnte. Für eine reine CGI-Figur durchaus beeindruckend. Drittens: Die Umsetzung des Märchens um die drei Brüder ist wahrlich famos gelungen und hat den Film in meinen Augen noch einmal deutlich aufgewertet.

Fazit

Für mich hat David Yates mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ einen wunderbaren Anfang vom Ende der erfolgreichen Fantasybuchreihe geschaffen. In meinen Augen wird der Film der Vorlage durchaus gerecht, wenngleich er natürlich nicht deren Tiefe erreichen kann. Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden und freue mich bereits auf das Finale – sowie darauf danach hoffentlich Zeit für die erneute Sichtung der gesamten Reihe zu finden: 8/10 Punkte.

Transformers (2007) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers“ am 5. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer arbeitsreichen Woche hatte ich gestern Abend Lust auf einen furiosen Actionfilm, bei dem man – wie man so schön sagt – sein Gehirn an der Kasse abgeben kann. Trotz der großen Auswahl an ebensolchen Filmen, ist meine Wahl auf Michael Bays „Transformers“ gefallen – und das obwohl ich von der Verfilmung Hasbros erfolgreicher Spielzeugreihe bei der ersten Sichtung doch etwas enttäuscht war.

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ich weiß auch nicht woran es liegt – vielleicht wirken die hektischen Schnitte auf dem heimischen Bildschirm weniger anstrengend, als auf der großen Kinoleinwand und vielleicht klingen die Dialoge im englischen Originalton nicht ganz so dämlich, wie in der Übersetzung – doch ich hatte gestern wirklich Spaß mit dem Film. Vermutlich spielt auch die Erwartungshaltung eine große Rolle, denn dieses Mal wusste ich ja auf was ich mich einlasse: Eine lächerliche Rahmenhandlung, welche mit enormen Schauwerten umgesetzt wurde.

Der Handlungsstrang um Sam Witwicky (Shia LeBeouf) wirkt – besonders zu Beginn – immer noch recht albern, was aber durchaus zur Grundstimmung des Films passt. Michael Bays Militärfetisch ist – wie in all seinen Filmen – perfekt inszeniert, jedoch übertreibt er es in „Transformers“ damit doch etwas. Den dritten Handlungsstrang – rund um die Aufdeckung der Invasion – empfand ich dieses Mal als durchaus ansehbar. Die Zusammenführung der drei Kerngeschichten am Hoover-Damm ist schließlich noch einmal ein audiovisuelles Highlight.

Fazit

Wenn man sich an der flachen Geschichte nicht weiter stört, der bombastischen Inszenierung etwas abgewinnen kann und – im Idealfall – als Kind tatsächlich mit den titelgebenden Actionfiguren gespielt hat, dann dürfte man mit „Transformers“ durchaus seinen Spaß haben. Ich habe mich gestern tatsächlich ziemlich gut amüsiert, weshalb sich der Film eine Aufwertung verdient hat: 7/10 Punkte.

Willow (1988)

Aktualisierung: Ich habe „Willow“ am 5. November 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich in letzter Zeit viel über Genres geschrieben habe, die mich normalerweise nicht sonderlich interessieren, habe ich mich gestern einem meiner Lieblingsgenres zugewandt. Mit Ron Howards „Willow“ hielt der klassische Fantasyfilm Einzug in mein Wohnzimmer und zauberte einmal mehr ein Lächeln auf mein Gesicht.

Willow (1988) | © Walt Disney

Willow (1988) | © Walt Disney

Die George Lucas-Produktion aus dem Jahr 1988 zählt wohl zu den meistgesehenen Filmen meiner Jugend. Die unzähligen Sichtungen diverser TV-Ausstrahlungen und später dann der DVD wurden erst von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie in ihrer Bedeutung und Häufigkeit abgelöst. Doch auch heute noch muss ich oft an die Abenteuer Willow Ufgoods denken und somit war es einmal wieder an der Zeit dem Land der Nelwyns und Daikinis einen Besuch abzustatten.

Die Geschichte ist nicht sonderlich originell, sondern liest sich wie ein Best of der Fantasyliteratur. Hauptsächlich stand wohl tatsächlich Tolkiens berühmte Saga Pate für die grobe Handlung und ihre Charaktere. Dies fällt jedoch nicht negativ auf, da „Willow“ andere Schwerpunkte setzt und z.B. viel mehr auf Humor und Action setzt. Der Film ist – für seine Zeit – auch sehr effektlastig, was ihn heut teils recht angestaubt (z.B. Stop-Motion-Drache) wirken lässt. Allerdings wurde in „Willow“ zum ersten Mal erfolgreich computerunterstütztes Morphing eingesetzt, was den Film für VFX-Freunde durchaus interessant macht.

Die Inszenierung erinnert sehr an die „Star Wars“-Filme und selbst James Horners Score könnte von John Williams komponiert worden sein. Es ist offensichtlich, dass George Lucas mit „Willow“ ein weiteres erfolgreiches Franchise schaffen wollte, was ihm letztendlich leider nicht gelang. Die Abenteuer Willows und Elora Danans wurden aber immerhin in einer Buchtrilogie („Schattenmond“, „Schattendämmerung“ und „Schattensonne“) fortgesetzt, welche – zumindest bei uns – leider nicht mehr erhältlich ist.

Da ich beinahe jeden Dialog des Films mitsprechen kann und die zauberhafte Fantasy-Atmosphäre einfach liebe, fällt es mir natürlich schwer „Willow“ objektiv zu bewerten. Wer also nach solch einer Einschätzung sucht, sollte sich wohl lieber woanders umsehen. Für mich kommt Ron Howards Ausflug in die fantastischen Welten direkt hinter Peter Jacksons Verfilmung von Tolkiens Epos und stellt damit eines der seltenen Genrehighlights dar: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Tödliches Kommando – OT: The Hurt Locker (2008)

Zugegebenermaßen habe ich mir „Tödliches Kommando“ nur angesehen, weil es sich um den neuen Film von Frau Bigelow handelt. Der Oscar-Rummel war mir ziemlich egal und das Genre halte ich auch für überstrapaziert. Kriegsfilme erzählen doch irgendwie immer die gleiche Geschichte. „The Hurt Locker“ kann dem Thema aber glücklicherweise neue Aspekte abgewinnen.

Zunächst einmal begleiten wir eine Einheit des Kampfmittelräumdienstes, was einen neuen Blickwinkel auf die Kampfhandlungen zulässt. Diese Einheit besteht aus drei Soldaten, welche auch stets im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Endlich einmal ein Kriegsfilm, in dem nicht von Charakter zu Charakter gesprungen wird. Durch die besondere Arbeit dieser Einheit wird eine für das Genre ganz neue Art von Spannung erzeugt, welche durch die Inszenierung im Dokumentarstil noch verstärkt wird.

Normalerweise reagiere ich ziemlich allergisch auf übermäßigen Wackelkamera-Einsatz: Man hat als Zuschauer keine Orientierung und oft wird versucht dadurch Inszenierungsschwächen zu vertuschen. In „The Hurt Locker“ wird man durch diese Art der Kameraführung allerdings wirklich in die Geschichte hineingezogen. Man fühlt sich als Teil des Einheit. Man läuft selbst zur Bombe. Man ist den spontanen Angriffen selbst ausgesetzt. So intensiv habe ich wohl noch keinen Film dieses Genres erlebt. Absolut großartig.

Ebenso spannend, wie die Kriegshandlungen, ist die Entwicklung der Charaktere bzw. deren Zusammenwachsen als Einheit. Im Fokus steht Draufgänger William James (großartig gespielt von Jeremy Renner), der der Droge Krieg bereits hilflos verfallen ist. Dennoch gibt es hier keine Schwarzweißmalerei und die Figur offenbart eine Tiefe, die man ihr zu Beginn nicht zugetraut hätte.

Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wohl das Ende. Es ist nicht schlecht, doch es fühlt sich an, als hätte man auch dem letzten Zuschauer erklären wollen, dass James in der zivilen Gesellschaft nicht mehr funktionieren kann. Man hätte den Film auch einfach vor dem Müsli-Regal enden lassen können und es wäre dennoch bereits alles gesagt gewesen.

„The Hurt Locker“ ist ein fantastischer Film einer großartigen Regisseurin. Ein Film, der den Hype auf jeden Fall verdient und auch von Zuschauern gesehen werden kann, die dem Genre normalerweise nichts abgewinnen können. Mitreißend, bewegend, erschreckend und dennoch unterhaltsam. Well done, Frau Bigelow: 9/10 Punkte.

Die glorreichen Sieben – OT: The Magnificent Seven (1960)

Obwohl ich jedem Genre etwas abgewinnen kann, wenn mich Geschichte und Umsetzung eines Films ansprechen, so gibt es jedoch Genres mit denen ich mehr und Genres mit denen ich weniger anfangen kann. Western gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. John Sturges „Die glorreichen Sieben“ hat es dennoch auf die Liste meiner persönlichen Klassiker geschafft, was als großes Kompliment für den Film zu verstehen ist.

Wenn ich an „Die glorreichen Sieben“ denke, dann denke ich an einen speziellen Fernsehabend meiner Kindheit. Obwohl meine Eltern sehr strikt waren, was den TV-Konsum anging, hatte ich aus irgendeinem Grund diesen Western gesehen. Ich war zutiefst beeindruckt. Noch heute kann ich mich an das Gefühl erinnern, das ich während der Sichtung hatte. Yul Brunner war mein Held. Der Inbegriff der Coolness – auch wenn ich damals mit diesem Begriff wahrscheinlich noch nichts anfangen konnte. Es begann die Zeit, während der ich später unbedingt einmal Cowboy werden wollte.

In den vergangenen Jahren sah ich den Film noch bei diversen TV-Ausstrahlungen, doch dieses magische Gefühl der ersten Sichtung wollte sich nie wieder einstellen. Dafür lernte ich den Film aus anderen Gründen zu schätzen: Den wunderbaren Bildern, dem fantastischen Score, der mitreißenden Geschichte und dem unglaublichen Aufgebot an Schauspielern. Eine Sache hat sich nämlich seit damals nicht geändert: Yul Brynner spielt hier immer noch den coolsten Charakter, der je die Leinwand betreten hat. Da können heutige Stars einpacken.

Meine Lieblingsszene ist wohl auch die Einführung von Chris (Yul Brynner) und Vin (Steve McQueen), die einfach so dermaßen lässig daherkommt, dass es eine wahre Freude ist. Auch die weitere Vorstellung der fünf verbleibenden Revolverhelden ist fantastisch: Ob Charles Bronsons lakonischer erster Auftritt als Bernado oder James Coburns Messerwurf. Diese Szenen haben zu Recht Filmgeschichte geschrieben. Neben den offensichtlich herausragend besetzten Helden, gibt es auch zwei Schauspieler zu sehen, deren Besetzung etwas seltsam anmutet: Eli Wallach als fieser Bösewicht Calvera und Horst Buchholz als junger Heißsporn Chico. Ich könnte mir heute keine anderen Darsteller in diesen Rollen vorstellen, doch mutet unser Horst Buchholz als heißblütiger Mexikaner teils durchaus etwas befremdlich an.

Bevor ich zum Ende meiner Besprechung kommen, muss ich unbedingt noch ein paar Worte zu Elmer Bernsteins Score verlieren, der auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsfilmmusiken zählt. Nicht nur das Hauptthema in seinen unzähligen Variationen, sondern auch die unbekannteren Elemente fügen sich zu einer wahren Westernoper zusammen, welche die klassische Geschichte der sieben Helden mit den nötigen Emotionen unterfüttert.

John Sturges Western-Adaption von Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“ ist einer der großen amerikanischen Filmklassiker, welche man einfach gesehen haben muss. Die Blu-ray bringt das Epos in bisher nicht gekannter Qualität in die heimischen Wohnzimmer und nach unzähligen TV-Ausstrahlungen kann der Film seine audiovisuellen Trümpfe endlich vollständig ausspielen. Großes Kino: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Zimmer 1408 – Director’s Cut – OT: 1408

Da war er wieder, der Tag an dem man selbst Genrehasser dazu bringen kann einen Gruselfilm zu schauen: Halloween. Folglich haben wir uns gestern wieder einmal zusammengefunden, um dem filmischen Horror zu frönen. Die Wahl fiel auf Mikael Håfströms „Zimmer 1408“ im Director’s Cut. Der Film versprach altmodischen Spukhausgrusel nach Stephen King und konnte dieses Versprechen anfangs auch noch einlösen…

Die ruhige und ausführliche Einführung der Hauptfigur sowie der Prämisse des Films hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Atmosphäre schwankt zwischen beunruhigend und zynisch, was auch den Charakter des von John Cusack gespielten Autors Mike Enslin beschreibt. Auch die Ankunft im titelgebenden Zimmer konnte mich noch überzeugen. Die ersten Anzeichen des aufsteigenden Horrors waren toll gespielt und inszeniert, doch dann? Billige Effekthascherei. Als hätte Stephen Spielberg den Hai bereits in der ersten Szene gezeigt. So etwas macht man einfach nicht.

Mit der Visualisierung der ersten Schrecken des Zimmers nimmt auch plötzlich die bisher durchaus spürbare Spannung ab. Ehemalige Opfer werden als seltsame Fernsehbildgeister eingeblendet. Bereits dutzende Male gesehen und einfach nicht mehr gruselig. Die sonstigen Attacken des Zimmers werden zudem viel zu detailreich gezeigt, als dass man sich wirklich fürchten könnte. Was ist aus Andeutungen geworden? Mysteriösen Schatten? Wirklich schade, da das Zimmer an sich durchaus Gruselpotential geboten hat.

Die weitere Handlung – samt ihrer mehr oder minder vorhersehbaren Wendungen – war dann zwar nett anzusehen, doch blieb sie überraschend spannungsarm. Mit Einzug des persönlichen Dramas unseres Autoren in die Geschichte, war der weitere Verlauf dann auch unvermeidlich. Im Gegensatz zur Kinofassung endet der Director’s Cut ziemlich düster, wenngleich sich der Verlust der Charaktere nicht auf mich als Zuschauer übertragen wollte.

Letztendlich ist „Zimmer 1408“ ein relativ durchschnittlicher Gruselfilm mit nettem Setting und brauchbarer Geschichte. Leider hat man wieder einmal gemeint, dem Publikum alles zeigen zu müssen, was in meinen Augen – wenn es nicht richtig angepackt wird – der Todesstoß für Filme dieses Genres ist. Durchaus nett anzusehen, aber eben auch nicht mehr: 6/10 Punkte.

Kick-Ass (2010)

Was hatte ich mich auf diesen Film gefreut: Matthew Vaughns „Kick-Ass“ versprach ein großer, bunter Spaß zu werden. Eine Comicverfilmung, die dem Superheldengerne neue Aspekte entlocken könnte. Dank sich teils überschlagender Kritiken war ich auch guter Dinge, dass sich meine Erwartungen erfüllen werden – und so sollte es dann auch kommen…

Selten zuvor hat ein Film so exakt meine Erwartungshaltung abgebildet. „Kick-Ass“ ist bunt, laut und kocht nur so über vor seltsamem Humor. Das Konzept erinnert – und ja, dieser Vergleich ist sehr weit hergeholt – in Grundzügen an Alan Moores „Watchmen“ mit seinen kostümierten Helden. Vigilantismus in Strumpfhosen. In Matthew Vaughns Film gibt es jedoch keine ausgefeilten Charakterstudien, sondern vor allem überdrehte Comic-Action, eingebettet in absurde Handlungsstränge.

„Kick-Ass“ beginnt als Teenie-Komödie und streift leicht das Coming-of-Age-Genre, nur um im nächsten Moment in surreale Gewalt zu explorieren. Beim ersten Auftritt von Hit Girl konnte ich kaum glauben, was sich da auf dem Bildschirm abspielt: Zu BANANA SPLITS der von mir sehr geschätzten THE DICKIES gab es plötzlich ein Feuerwerk aus Blut und Gewalt – und all dies ausgeführt von einem 11-jährigen Mädchen. Moralisch natürlich fragwürdig, doch in diesem Kontext einfach nur äußerst unterhaltsam. Wahnsinn.

Nach der schön erzählten Entstehung des titelgebenden Möchtegernhelden sowie des oben genannten Auftritts von Hit Girl schleicht sich die Normalität in den Film ein. Es gibt weitere überdrehte Actionszenen, charakterbildende Momente und durchaus auch Längen. Immer noch sehr unterhaltsam, aber man hat sich in meinen Augen zu sehr auf den bereits eingeführten Elementen ausgeruht und zu wenig Feinschliff ins Drehbuch gesteckt. Dadurch bleiben die Charaktere leider auch nur das, was sie letztendlich sind: Zweidimensionale Comicfiguren.

„Kick-Ass“ wird mir bestimmt nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Dazu mangelt es sowohl der Geschichte, als auch den Charakteren an Tiefe. Dafür bin ich mir sicher, dass ich bei jeder weiteren Sichtung wieder enorm viel Spaß mit dem Film haben werde: Die flotte Inszenierung, der tolle Soundtrack und die überdrehte Action haben die Comicverfilmung garantiert nicht zum letzten Mal in meinen Blu-ray-Player wandern lassen. Auf jeden Fall sehenswert: 8/10 Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 27. Dezember 2017 zum zweiten und am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen. Die neuen Besprechungen findet ihr jeweils hinter den Links.

Wenn es um Animationsfilme geht, dann geht für mich nichts über Pixar. Die Filme anderer Studios sind meist nett anzusehen, doch bleiben sie meist nicht wirklich lange im Gedächtnis. Mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat DreamWorks Animation jedoch einen ziemlich heißen Kandidaten ins Rennen geschickt, um Pixar die Stirn zu bieten.

Die Geschichte ist simpel: Ein Stamm von Wikingern muss sich gegen die örtliche Plage – die titelgebenden Drachen – zur Wehr setzen. Der Sohn des Häuptlings ist jedoch nicht aus dem Holz geschnitzt, aus dem Drachentöter gemacht sind. Doch gerade dieser wird im Kampf gegen die Drachen die entscheidende Wendung herbeiführen. Entscheidend ist weniger was erzählt wird, als wie die Geschichte umgesetzt wurde. Mit viel Herz, Humor und noch mehr mitreißender Action.

„How to Train Your Dragon“ ist wohl der actionreichste Animationsfilm, der mir bisher untergekommen ist. Es kracht und scheppert an jeder Ecke, das Tempo ist unglaublich hoch und man weiß oft gar nicht an welche Stelle des Bildschirms man zuerst schauen soll. Diesen Film hätte ich wahrlich gerne in der 3D-Fassung gesehen. Doch glücklicherweise funktioniert er ebenso auf dem heimischen Fernseher, da man sich mit selbstzweckhaften 3D-Szenen glücklicherweise zurückgehalten hat.

Die Charaktere sind liebenswert trottelig, die Drachen feurig skurril und die computergenerierte Landschaft eine Augenweide. Hinzu kommt ein stimmungsvoller Score, der den Film auch emotional auf die richtigen Bahnen lenkt. Ein rundum stimmiges Paket. Stößt DreamWorks Animation damit Pixar vom Thron? Soweit ist es noch nicht, doch ist „Drachenzähmen leicht gemacht“ endlich einmal ein Film, der nicht auf allzu ausgetretenen Animationspfaden wandelt. Einfach nur ein großer, actionreicher Spaß für die ganze Familie (wenn auch nicht die ganz Kleinen).

Anfangs dachte ich noch, dass hiermit ein neues Franchise aufgebaut werden sollte, doch letztendlich wirkt die Geschichte des Films sehr abgeschlossen. Vielleicht ist das auch besser so. Dies würde zumindest die Sonderstellung des Films unter seinen Genrekollegen kräftigen. Bravo, DreamWorks Animation! Bitte weiter so: 8/10 Punkte.

Vergebung – OT: Luftslottet som sprängdes

Nachdem ich mich nun schon seit einem dreiviertel Jahr immer wieder mit Stieg Larssons „Millennium“-Triliogie beschäftige, habe ich diese mit der Sichtung von „Vergebung“ nun auch filmisch erst einmal abgeschlossen. Es war ein rundum lohnenswerter Ausflug in die düstere Schattenwelt Schwedens, der mir wohl noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

Die Verfilmung des finalen Teils erinnert in seiner Inszenierung stark an den Vorgänger „Verdammnis“, was auch kein Wunder ist, wurden beide Teile doch vom selben Regisseur ursprünglich für das Fernsehen umgesetzt. Insofern leidet auch der Abschluss der Trilogie unter dem TV-Look, der bereits den Vorgänger visuell bestimmte. Dies ist wirklich schade, denn die Geschichte hätte durchaus das Potential für größere Bilder.

Inhaltlich konzentriert sich der Film auf die wesentlichen Elemente der Romanvorlage. Natürlich gibt es Kürzungen, welchen ich in diesem Fall auch nicht abgeneigt war. So wurde der gesamte Nebenhandlungsstrang um Erika Bergers Weggang von Millennium gestrichen und auch die Verschwörung wurde auf ein Minimum reduziert. Da mir diese Elemente bereits im Buch zu ausschweifend waren, empfand ich die inhaltlichen Anpassungen hier als weniger schwerwiegend, als in den Vorgängern.

Nach dem Ende dieses Films komme ich nicht umhin zu glauben, dass eine stringter erzählte Version der Geschichte dem Filmerlebnis gut getan hätte. Diese hätte selbstverständlich aufwendiger inszeniert werden müssen, was mit dem Budget aber wohl nicht möglich gewesen ist. Insofern habe ich durchaus große Hoffnungen für David Finchers Remake.  Andererseits bietet der Stoff auch genug Material für eine ausschweifendere, gemächlichere Erzählweise in Form einer TV-Serie. In Schweden hat man dies durch die jeweils 90-minütige, sechsteilige TV-Fassung der Kinofilme auch umgesetzt, was für die Geschichte wiederum nur gut sein kann.

Wenn man sich die geplanten bzw. bereits produzierten Umsetzungen des Stoffs ansieht, kommt man nicht umhin den Hype hinter der Trilogie zu sehen. Lässt man diesen außen vor, bleibt eine äußerst spannend erzählte Geschichte, die in ihrer ursprünglichen Form auf jeden Fall lesenswert ist und auch auf der Leinwand zu überzeugen weiß. Das Finale bekommt von mir 7/10 Punkte und ich bin tatsächlich gespannt, wie sich die anderen Auswertungen der Geschichte im Vergleich schlagen werden.