Die Reise ins Ich – OT: Innerspace (1987)

Die 80er Jahre sind für mich wohl das Jahrzehnt mit den meisten persönlichen Filmklassikern. Auch Joe Dantes famose Science-Fiction-Komödie „Die Reise ins Ich“ gehört unzweifelhaft in diese Kategorie. Als Heranwachsender unzählige Male gesehen und somit fest ins filmische Herz geschlossen.

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Lange hat es nun gedauert, bis ich „Innerspace“ auch im Erwachsenenalter eine Chance gegeben habe. Viel zu lange. Die haarsträubende Geschichte um den auf mikroskopische Größe geschrumpften Lt. Tuck Pendelton (Dennis Quaid) ist auch heute noch ein großer Spaß. Wie man es von Joe Dante („Gremlins – Kleine Monster“) kennt, ist der Humor oft eine Spur abgefahrener, als man es normalerweise von einer Spielberg-Produktion erwarten würde. Besonders die herrlich absurden Bösewichte bleiben hier im Gedächtnis.

Neben für 1987 wirklich tollen Effektszenen besticht der Film vor allem durch die ungewöhnliche Männerfreundschaft. Martin Short und Dennis Quaid sind die perfekte Besetzung, um die erklärungsintensive Prämisse spielerisch in die Handlung einzubinden. Herrlich! Hinzu kommt eine leicht angestaubte 80er Jahre Optik – besonders schön zu sehen an Meg Ryans Kleidung – und fertig ist der nostalgische Trip in die Kindheit. Als Männer noch richtige Männer und Filme noch richtige Filme waren.

Wie bei so vielen Filmen aus meiner Jugend, kann ich „Die Reise ins Ich“ nicht mehr wirklich objektiv bewerten. Aber das muss auch gar nicht sein. Der Film ist laut, bunt und schrill. Ein Hit aus längst vergangenen Tagen: 9/10 Punkte.

Anmerkung: Wer nun neugierig geworden ist, sollte einmal bei Müller in der 5-für-4-Ecke suchen. Für 4,99 € ist der Film wahrlich geschenkt.

Die Goonies – OT: The Goonies (1985) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Die Goonies“ am 15. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Von Büchern hört man oft, dass diese wie gute Freunde seien. Immer da, wenn man sie braucht. Für mich gilt das auch bzw. ganz speziell für Filme. Richard Donners „Die Gonnies“ ist solch ein besonderer Film. Er lässt mich Sorgen vergessen und transportiert mich zurück in die unbeschwerte Kindheit. Die Zeit der Abenteuer. Zwei Stunden Eskapismus in eine einfachere Welt.

Die Goonies (1985) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Die Goonies (1985) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Seit meiner letzten Sichtung sind inzwischen schon zwei Jahre ins Land gezogen. Seitdem hat sich in meinem Leben viel verändert. Vermutlich kann man sagen ich bin erwachsener geworden. Schade eigentlich. Die wunderbare Abenteuergeschichte des Trios Steven Spielberg, Chris Columbus und Richard Donner hat sich dagegen überhaupt nicht verändert. Immer noch versuchen „The Goonies“ ihr Zuhause zu retten, indem sie sich auf die Suche nach dem Schatz des berüchtigten Einäugigen Willy machen. Während ihrer Suche stoßen sie auf die örtliche Gangsterfamilie Fratelli, dunkle Höhlen und unzählige Skelette. Ein Abenteuer aus dem Kinderträume gemacht sind.

Wieder einmal hat mich die gleichzeitige Naivität und Ernsthaftigkeit mitgerissen mit denen Mikey (Sean Astin, „Der Herr der Ringe“), Mouth (Corey Feldman, „Stand by Me“), Data (Jonathan Ke Quan, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“) und Chunk an die Schatzsuche herangehen. Unfreiwillig unterstützt durch Mikeys großen Bruder Brand (Josh Brolin, „Mimic“) erleben sie das Abenteuer ihrer Jugend. In keinster Weise realistisch, doch eben genau so, wie man es sich als Kind selbst stets vorgestellt bzw. gewünscht hat.

Fazit

Mit „Die Goonies“ haben Spielberg, Columbus und Donner wohl den ultimativen Jugendfilm meiner Generation geschaffen. Selbst heute hat er absolut nichts von seiner Faszination eingebüßt. Ein nostalgischer Blick auf die Zeit unbeschwerter Abenteuer. Naiv, ehrlich, ergreifend und albern. Ein Film, wie ein Nachmittag mit den Freunden seiner Kindheit. Ein absoluter Lieblingsfilmanwärter: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Verwünscht – OT: Enchanted

Ein Film, der schon seit langem auf meiner Liste der zu sehenden Filme steht ist „Verwünscht“ aus dem Hause Disney. Der Trailer versprach einen erfrischend neuen Ansatz und als alter Disney-Fan war es sowieso nur eine Frage der Zeit, bis die DVD ihren Weg in den heimischen Player findet.

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Die ersten zehn Minuten stimmen wunderbar auf die kitschige Zeichentrickwelt ein. Völlig übertrieben und klischeehaft, doch gerade so selbstständig, dass man sich nicht völlig in einer Parodie wähnt. Erst ab dem Übergang in die Realwelt kommt dann der erwartete Humor vollständig zum Tragen. Jedoch sollte man wahrlich keinen zweiten „Shrek“ erwarten, denn davon ist Disneys „Enchanted“ meilenweit entfernt. Diesen Umstand sollte man allerdings nicht zwangsweise negativ auslegen.

Anders als – zumindest von mir – erwartet ist „Verwünscht“ keine reine Culture-Clash-Komödie, sondern überträgt die Regeln der Zeichentrickwelt nahezu 1:1 in die Realität. Dies birgt ansich zwar weniger Humorpotential, doch bietet es mehr Spielraum für die Charaktere und macht Kevin Limas („Tarzan“) Film zu einem echten Disney-Werk. Samt übertriebenem Kitsch, Gesang und zuckersüßem Happy End. Dieser Umstand mag einige Zuschauer verschrecken, jene die jedoch mit den Klassikern – „Cindarella“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Dornrößchen“, „Susi und Strolch“ usw. – aufgewachsen sind, werden unzählige Déjà vus erleben.

Sicherlich hätte man mehr aus der Idee machen können, doch dann hätte man sich vermutlich mehr auf eine Zielgruppe einschießen und den klassischen Disney-Pfad verlasen müssen. Mutiger sein. Dann wäre vermutlich eine ganz andere Art von Film dabei herausgekommen. Besser? Schwer zu sagen. John McTiernans „Last Action Hero“ hatte bereits 1993 übrigens eine ähnliche Prämisse.

Disneys „Verwünscht“ ist eine humorvolle Kitschbombe, die allen Genrefans ein Lächeln auf das Gesicht zaubern wird. Und sei es allein aufgrund der bezaubernden Amy Adams. Kein neuer Klassiker aus der altehrwürdigen Animationsschmiede, doch eine wundervolle Hommage an eben solche. Wirklich schön: 8/10 Punkte. Doch Vorsicht: Kann Karies verursachen!

Superbad (2007)

Gestern habe ich mit Greg Motollas „Superbad“ einmal wieder einen Film gesehen, der schon seit der Kinoauswertung auf meiner Liste steht. Die Erwartungen waren – auch dank diverser euphorischer Kritiken – entsprechend hoch und ich hoffte tatsächlich auf eine Ausnahmekomödie. Doch wir wissen ja alle, wie das so ist mit der Erwartungshaltung…

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Bei den Opening Titles war ich noch fest davon überzeugt etwas Großes zu sehen. Wirklich schön gemacht mit einer tollen Musikauswahl, was man so für den gesamten Film stehen lassen kann. Doch schon bald wurde der Audiokanal völlig von pubertären Ergüssen (mit exakt dieser Art von Wortspielen) beherrscht. Sicher ist „Superbad“ eine Teeniekomödie und vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt für den Scheiß, doch man kann es auch übertreiben. Nach ca. einer halben Stunde nimmt die Handlung dann endlich Fahrt auf und es kommt tatsächlich zu ersten Schmunzlern. Die erhofften großen Lacher ließen sich aber noch lange nicht blicken.

Was nun folgt ist eine Reise durch die Nacht. Unzählige Male erzählt. Immer wieder sehenswert. Der auslösende Alkoholkauf sprengt das Heldentrio, was anfangs für Unterhaltung sorgt, letztendlich jedoch eher einen zerfahrenen Eindruck hinterlässt. Dem Film mangelt es hier deutlich an gezielt gesetzten Höhepunkten, was der Dramaturgie schadet. So bleibt letztendlich eine Aneinanderreihung an gleich gewichteten Gags, von denen gerade einmal die Hälfte zündet. In meinen Augen zu wenig, um zu überzeugen.

Im letzten Drittel nimmt der Film dann noch einmal Fahrt auf, was auch den Charakteren zugute kommt. Der bis hier durchgeschleppte Konflikt bricht endlich auf und sorgt für das nötige Quentchen Drama, um die damit verbundene Komik endlich komisch werden zu lassen. Warum man nicht schon im Vorfeld mehr Zeit in die – an sich wirklich gelungene – Charakterisierung der Beziehungsebene der Figuren untereinander gesteckt hat, ist mir wirklich ein Rätsel. Vielleicht liegt das auch daran, dass der erste Drehbuchentwurf tatsächlich von Seth Rogen und Evan Goldberg im Teenageralter verfasst wurde.

Neben der wirklich gelungenen letzten halben Stunde und der schönen Inszenierung, überzeugen vor allem die Darsteller. Besonders Michael Cera („Arrested Development“) ist bei mir immer wieder gerne gesehen. Vielleicht auch weil er die Figur mit dem deutlich größten Identifikationspotential spielt. Doch auch Jonah Hill und Christopher Mintz-Plasse beweisen komödiantisches Talent, wobei man meiner Meinung nach deutlich mehr aus ihren Figuren hätte machen können.

Letztendlich ist „Superbad“ kein schlechter Film, doch eben auch kein wirklich guter. Vielleicht ist das eine Altersfrage. Inzwischen sind selbst seit „American Pie“ schon 10 Jahre ins Land gezogen und da sollte man doch eine gewisse Entwicklung erwarten, die sich bei Motollas Film jedoch erst in den letzten Minuten vollzieht. Ein weitaus gelungenerer Film mit ähnlicher Thematik ist Richard Linklaters „Dazed and Confused“, das nur als Tipp für all diejenigen, die „Superbad“ für die Offenbarung des Teenagerfilms halten. Leider viel zu viel verschenktes Potential: 6/10 Punkte.

Horton hört ein Hu! – OT: Horton Hears a Who!

Nach einem recht straffen Tag ging es mit der Dr. Seuss-Adaption „Horton hört ein Hu!“ endlich in den wohlverdienten Feierabend. Die Vorlage ist mir übrigens vollkommen unbekannt, weshalb ich in dieser Richtung keinerlei Vergleich anstellen kann.

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Der Film besticht zunächst einmal mit seiner herrlichen Optik. Die Flora und Fauna von Nool bzw. Whoville ist quietschbunt und alles andere als realistisch. Herrlich! Da konnten sich die Animatoren von Blue Sky Studios („Ice Age“ & „Ice Age 2: Jetzt taut’s“) einmal so richtig austoben. Besonders für Kinder müssen die verrückten Lebewesen eine wahre Freude sein. Überhaupt ist „Horton hört ein Hu!“ wohl in erster Linie ein Kinderfilm und als solcher funktioniert er auch tadellos. Eine schöne Botschaft wird formal absolut überzeugend transportiert. Äußerst gelungen!

Für Erwachsene bietet die Geschichte nur wenig Neues. Der Welt-in-der-Welt-in-der-Welt-Aspekt ist schön herausgearbeitet und die Zwiegespräche zwischen Horton und dem Bürgermeister von Whoville bergen so einige Schmunzler. Alles andere ist vermutlich zu kindgerecht, was ich dem Film aber nicht ankreiden möchte. Etwas sauer aufgestoßen ist mir nur die Anime-Sequenz, welche sich einer etwas älteren Zielgruppe anzubiedern scheint. Das hätte man knapper fassen können.

Für mich ist „Horton hört ein Hu!“ zwar kein neuer Animationshit, doch bleibt der Film vor allem durch seine überzeugende visuelle Gestaltung sowie die famosen Sprecher (u.a. Steve Carell und Jim Carrey) im Gedächtnis. Würde ich definitiv mit meinen Kindern anschauen: 7/10 Punkte.

Radio Rock Revolution – OT: The Boat That Rocked

Da uns das Wetter – ich weiß nicht zum bereits wievielten Mal – den Biergartenbesuch verhagelt hat, haben wir uns spontan für einen Kinobesuch entschieden. Zu sehen gab es Richard Curtis‘ „Radio Rock Revolution“ in der Originalfassung. Da ich zuvor nur sehr wenig von dem Film wusste, war die positive Überraschung letztendlich umso größer. Selten hatte ich soviel ausgelassenen Spaß im Kino.

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Eine stringente Geschichte sucht man in „The Boat That Rocked“ vergeblich. Ab und an blitzt so etwas wie eine Rahmenhandlung auf, doch das sind dann auch die schwächsten Momente des Films. Es geht hier auch gar nicht darum etwas zu erählen. Es geht um Musik und das damit verbundene Lebensgefühl in den späten 60er Jahren. Dabei legt Richard Curtis weniger Wert darauf ein stimmiges Zeitportrait zu schaffen, als die reinen Emotionen zu transportieren. Dies gelingt ihm hervorragend. Die Figuren sind allesamt einen Tick zu übertrieben gezeichnet, als dass man sie in der Realität verankert vermuten würde. Es sind überlebensgroße Klischees und dadurch funktioniert der Film. Es geht um Musik, Lebensfreude und ganz viel albernen Spaß. Herrlich!

Neben der gekonnten Regie überzeugen vor allem die Schauspieler. Curtis ist es wahrlich gelungen einen Traumensemble zu versammeln: Nick Frost („Spaced“) ist göttlich, wenn er versucht sein Wissen um die holde Weiblichkeit weiterzugeben. Bill Nighy („Shaun of the Dead“) spielt den Chef des schwimmenden Piratensenders dermaßen lässig, dass man am liebsten selbst anheuern würde. Chris O’Dowds („The IT Crowd“) Portrait eines gehörnten Jungvermählten ist so herzzerreißend, dass es einem vor Lachen die Tränen in die Augen treibt. Das Duell der zwei Radio-Ikonen spielenden Philip Seymour Hoffman und Rhys Ifans besitzt zudem mehr Coolness, als die gesamte „Matrix“-Trilogie.

Leider schwächelt der Film immer etwas, wenn versucht wird eine Handlung zu etablieren. So spielen Kenneth Branagh und Jack Davenport die piratenbekämpfenden Staatskörper zwar durchaus mit Humor, doch wirken diese Szenen stets etwas wie Fremdkörper. Auch das teils zu dramatisch inszenierte Ende lässt etwas die lockere Ausgelassenheit vermissen, wenngleich es glücklicherweise mit dem nötigen Humor aufgeheitert wird. Allein die FATHER AND SON-Szene ist ein Musterbeispiel an gekonnter Musikauswahl und herzerfrischendem Humor.

Für Freunde von rockiger Popmusik und britischen Filmen bzw. Serien ist „Radio Rock Revolution“ eine kleine Offenbarung. Der Film macht unglaublich viel Spaß. Zwar hätte ihm eine Straffung nicht geschadet, doch sind die Schwächen insgesamt vernachlässigbar. Wer sich einfach einmal wieder gut unterhalten lassen will, sollte sich auf jedem Fall auf dem rockenden Boot anheuern: 8/10 Punkte.

Monsters vs. Aliens 3D

Gestern war ich seit langer Zeit einmal wieder in einem Kinofilm, der mich nicht wirklich interessiert hat. DreamWorks Animations „Monsters vs. Aliens 3D“ sah zwar in den Trailern recht unterhaltsam aus, doch weit davon entfernt einen der seltenen Kinobesuche zu rechtfertigen. Doch der Film läuft schließlich in 3D und da ich bisher jeden der neueren 3D-Filme (z.B. „Die Legende von Beowulf“) verpasst  hatte, gab ich schließlich den Monstern eine Chance.

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Nach dem Kinobesuch kann ich sagen: Ja, netter Film. So ziemlich wie erwartet. Ein paar nette 50er Jahre Sci-Fi-Reminiszenzen (z.B. „Die Fliege“ und „Der Blob“) und viel Action. Leider jedoch hat man die recht erwachsenen Anspielungen (Musik aus „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“) den meist zu kindgerechten Gags untergeordnet. Wäre ansich nicht so schlimm, denn schließlich darf man die Zielgruppe nicht vergessen. Wirklich schade fand ich dagegen die recht lineare und vorhersehbare Geschichte und die einfach gezeichneten Charaktere. Eben nicht Pixar. Für Animationsfreunde dennoch durchaus sehenswert.

Nun noch ein paar Worte zur 3D-Technik: Man merkt hier tatsächlich eine gewisse Verfeinerung in der Wirkung, wenn man den Film mit älteren 3D-Filmen vergleicht. Zwar immer noch anstrengend für die Augen, doch man gewöhnt sich schneller daran. Die Tiefenwirkung erschien mir besser und das Erlebnis ist in vielen Einstellungen gigantisch. Jedoch denke ich, dass man 3D – sollte man hier von der nächsten großen technischen Innovation im Kino ausgehen – auch mehr in den bildgestalterischen Prozess einbeziehen sollte, sprich Aufnahmen dediziert für 3D komponieren. Damit meine ich nicht die recht billig wirkenden Popup-Effekte, sondern den Bildern Tiefe geben. Auf zu schnelle Schnitte verzichten. Eben angemessene Bildkompositionen. Schließlich werden Bilder für das Normalformat (1,37:1) und Cinemascope (2,35:1) auch anders gestaltet. Ich hoffe hier sehr auf die Verantwortung der führenden Filmemacher, die diese Technik einsetzen (u.a. James Cameron). Bei manchen Einstellungen bzw. Kamerafahrten fand ich den 3D-Effekt eher störend und die eigentliche Geschichte verdrängend, bei anderen (z.B. Pärchen im Auto) grandios. Da gibt es noch einiges zu tun.

Als Resümee kann ich sagen, dass „Monsters vs. Aliens 3D“ besonders für Genrefreunde durchaus sehenswert ist. Lacher sind garantiert! Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Zudem bietet der Film eine gute Gelegenheit sich das Phänomen des neuen 3D-Films einmal anzusehen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich das Kino dadurch verändern wird. Als reine Filmwertung vergebe ich 6/10 Punkte. Mag sich in der Originalversion (u.a. Seth Rogen, Hugh Laurie, Kiefer Sutherland, Rainn Wilson, Stephen Colbert und Paul Rudd) noch steigern.

Ein Freund von mir (2006)

Wie lange hatte ich auf Sebastian Schippers zweiten Film gewartet. Dann kam er endlich ins Kino und ich konnte ihn mir aus irgendeinem Grund nicht ansehen. Selbst die DVD hatte sich eine halbe Ewigkeit gegen den Kauf gesträubt. Doch gestern war es soweit und ich habe „Ein Freund von mir“ gesehen. Endlich. Die vorausgegangenen Verzögerungen waren glücklicherweise kein schlechtes Omen, wenngleich die Erwartungen auch nicht vollständig erfüllt werden konnten.

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Zunächst einmal springt einem der formale Aspekt ins Auge. Die Bilder wurden – besonders am Anfang des Films – größtenteils mit offener Blende gedreht, was sie fremdartig und fast schon artifiziell wirken lässt. Die Bildsprache findet ihre Entsprechung auch in der Handlung: Zu Beginn sind Karl (Daniel Brühl) und Hans (Jürgen Vogel) noch Fremde, die sich zufällig begegnen. Auch wenn beide im Bild sind, der Fokus richtet sich stets nur auf eine Person. Erst mit der Entwicklung ihrer Freundschaft richtet sich der Fokus auf beide Charaktere. Allein dieser subtile formale Aspekt beschreibt den Film schon recht gut. Für viele langweilig, für mich großes Kino.

Das größte Problem, mit dem „Ein Freund von mir“ in meinen Augen zu kämpfen hat, ist seine Thematik. Man kommt nicht umhin zu denken, dass Sebastian Schipper hiermit den ultimativen Film über Männerfreundschaften drehen wollte. Nicht den klassischen Buddy-Movie, sondern eine poetische Ode an die Freundschaft. Scheitert der Film? Mitnichten. Kann er seinem Anspruch jedoch gerecht werden? Nein, kann er nicht. Der Grund dafür ist simpel: Sebastian Schipper hatte bereits 1999 mit „Absolute Giganten“ den Film über Freundschaft gedreht. Den einen Film für die Ewigkeit. Sein Zweitwerk muss sich – aufgrund der ähnlichen Thematik – daran messen lassen und kann im direkten Vergleich nur verlieren.

„Ein Freund von mir“ ist ein sehr schöner Film für alle Freunde von durchdachter Kinoästhetik. Für Freunde stiller Geschichten. Für alle Freunde. Solltet ihr jedoch den Bruder im Geiste noch nicht kennen, dann seht euch zuerst „Absolute Giganten“ an. Dann habt ihr auch meine dickste Empfehlung für Sebastion Schippers zweite Ode an die Freundschaft: 8/10 Punkte.

Nie wieder Sex mit der Ex – OT: Forgetting Sarah Marshall

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame, gab es gestern einmal wieder eine Komödie. Doch nicht irgendeine, denn „Nie wieder Sex mit der Ex“ (so der unglaublich kreative deutsche Titel von „Forgetting Sarah Marshall“) stand schon länger auf meiner Liste der noch zu sehenden Filme. Somit stand einem unterhaltsamen Filmabend nichts mehr im Wege.

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Der Hauptgrund mir den Film anzusehen war eindeutig das Mitwirken von Jason Segel, der bereits in der grandiosen Sitcom „How I Met Your Mother“ eine meiner Lieblingsrollen spielt. Hier verkörpert er nicht nur die Hauptrolle, sondern lieferte auch die Idee und das Drehbuch. Vom Dracula-Musical „A Taste for Love“ einmal ganz zu schweigen. Ergänzt wird der Cast um Kristen Bell („Veronica Mars“ herself), welche die titelgebende Sarah Marshall verkörpert. Erwähnensert ist zudem Jack McBrayer (Kenneth Parcell, „30 Rock“) als verklemmter Ehemann, welcher Nachhilfeunterricht in Sachen Sex bekommt. Ansonsten gibt es unzählige Schauspieler aus Judd Apatows Filmuniversum zu bewundern, welche nahezu jede Szene auflockern. Habe ich nun die hinreißende Mila Kunis  (Jackie, „That ’70s Show“) vergessen? Ebenfalls eine echte Bereicherung des Ensembles.

Wie man sieht lebt der Film stark von seinen Schauspielern. Zudem ist „Forgetting Sarah Marshall“ nicht der Film, den man erwarten würde. Im Vergleich zu „Beim ersten Mal“ (mein letzter Film aus der Apatow-Schmiede) gibt sich der Humor des Films deutlich zurückgenommener und – zumindest etwas – subtiler. Oftmals blitzt sogar echtes Drama durch und man leidet wahrlich mit Segels Charakter, der offensichtlich durch die Hölle geht. Das lässt den Film echt und sympathisch erscheinen und man gönnt seinen Figuren das wohlverdiente – und mehr als fulminante – Happy End.

Frei von Kritik ist der Film natürlich nicht. So ist die Geschichte äußerst durchschaubar und es gibt keine größeren Überraschungen im Handlungsablauf. Sieht man einmal von den diversen Nacktszenen Segels ab. Ob da mehr Feinschliff nötig gewesen wäre? Ich weiß es nicht, denn auch in seiner Aneinanderreihung von unterhaltsamen Einzelszenen kann der Film auf ganzer Linie überzeugen.

„Forgetting Sarah Marshall“ ist wohl die beste Komödie, die ich seit langem gesehen habe. Allein schon aufgrund der herrlichen Parodien auf Crime-TV-Shows und egozentrische Popstars. Einen Bonuspunkt bekommt ganz klar das Dracula-Musical. Für leichte Unterhaltung eine absolut Runde Sache: 8/10 Punkte.

True Lies: Wahre Lügen (1994)

Ich bin alt. Verdammt alt. Das wurde mir gestern Abend schlagartig klar, als ich realisierte dass James Camerons actionreiche Parodie „True Lies“ inzwischen auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. 15 Jahre. Unglaublich. Dabei war mir der Film stets als noch relativ jung im Gedächtnis. In meinen Teenagerjahren unzählige Male gesehen. Nun das zweite Mal auf DVD. Kann der Film heute immer noch überzeugen?

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Oh ja. Er kann. Auch wenn ich die Dialoge beinahe komplett mitsprechen kann, so haben sich die einzelnen Szenen nicht abgenutzt. Sie erscheinen so frisch, wie bei der ersten Sichtung. James Cameron ist hier wirklich das Meisterstück gelungen eine herrlich komische Parodie mit völlig überdrehter Action zu kombinieren. Grandios! In jedem anderen Actionfilm würde man sich vermutlich an den Kopf fassen, wenn die Hauptfigur auf einem Pferd durch die Lobby eines Hotels jagd oder mit einem Kampfjet durch Wolkenkratzer fegt. Hier treffen solche Szenen exakt den Ton des Films. Man hat nie das Gefühl einen lächerlichen Film zu sehen und nimmt Charaktere und Handlung im Rahmen ihrer Welt ernst. Dieses Kunststück schaffen nur ganz wenige Parodien.

Neben Camerons absolut fabelhafter Inszenierung tragen vor allem die perfect gecasteten Schauspieler zum Gelingen des Films bei. Arnold Schwarzenegger muss sich nicht groß verstellen, ist seine Rolle doch archetypisch angelegt. Sein Umfeld dagegen muss reagieren und hier gibt es eine wunderbar wandlungsfähige Jamie Lee Curtis zu sehen. Einfach herrlich! Die Chemie zwischen den beiden Schauspielern scheint zudem für ihre Rollen perfekt gewesen zu sein. Hinzu kommt ein herrlich überdreht aufspielender Bill Paxton, der für mehr als nur einen Lacher sorgt. Des Weiteren gibt es Charlton Heston mit Augenklappe zu bewundern und Eliza Dushku (Faith, „Buffy: The Vampire Slayer“) ist als rotziger Teenager zu sehen.

Neben diversen Knallerdialogen und komödienhaften Szenen, kommt natürlich auch die Action nicht zu kurz. Diese wirkt – trotz ihrer völligen Überzogenheit – nie lächerlich oder fehlplatziert. Da könnten sich moderne Actionfilme à la „Wanted“ die eine oder andere Scheibe abschneiden – insbesondere in Bezug auf die Verbindung von Action und Handlung.

James Camerons „True Lies“ ist trotz seiner für einen Actionfilm enormen Lauflänge zu jeder Zeit unterhaltsam. In seinem inszenatorischen Gigantismus und seiner inhaltlichen Leichtigkeit stellt diese Geburt des 90er Jahre Kinos für mich den perfekten Popcornfilm dar. Es gibt kaum einen Actioner, der unterhaltsamer wäre. Grandios und absolutes Pflichtprogramm: 10/10 Punkte.