Die Braut des Prinzen – OT: The Princess Bride (1987)

Meine heutige Besprechung von Rob Reiners Fantasy-Klassiker „Die Braut des Prinzen“ soll zeigen, wie wichtig die Erwartungshaltung bei einer Filmsichtung ist – speziell wenn es sich um einen älteren Film handelt, der einem nicht schon seit Kindheitstagen begleitet. Wie ich auf „The Princess Bride“ gestoßen bin und was sich seit meiner Erstsichtung vor knapp 12 Jahren geändert hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Im Jahr 2003 war ich komplett im Fantasy-Fieber: „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ hatte das Kino für mich verändert und ich war auf der Suche nach vergleichbaren Erfahrungen. Ob nun Ralph Bakshis Zeichentrick-Version des gleichen Stoffes, George Lucas‘ „Willow“ oder Ridley Scotts „Legende“ – es wurde jeder Film geschaut, der auch nur annähernd dem Fantasy-Genre zugeordnet werden konnte. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis ich über „Die Braut des Prinzen“ stolpern sollte. Um es kurz zu machen: Die damalige Sichtung war eine einzige Enttäuschung.

Ich hatte einen ernsthaften Fantasy-Film erwartet und kam mit dem humorvollen Märchencharakter, der die Geschichte natürlich ausmacht, so überhaupt nicht klar. Die DVD wurde an eine Kommilitonin verkauft, die meine Argumente gegen den Film überhaupt nicht nachvollziehen konnte (aus heutiger Sicht verständlich), und ich hätte schwören können, dass ich nie wieder einen Gedanken an „The Princess Bride“ verschwenden würde. Es kam jedoch anders, aus filmhistorischer Sicht wurde mein Interesse wieder geweckt und somit wanderte vor Kurzem die Blu-ray ins heimische Filmregal – und was soll ich sagen? Mit der richtigen Erwartungshaltung ist der Film tatsächlich ein ziemlicher Volltreffer.

Wenn ich 2003 schon gewusst hätte, dass „Die Braut des Prinzen“ eher an „Shrek“ oder „Der Sternwanderer“ (den es damals natürlich noch nicht gab) erinnert, als an große Fantasy-Epen, dann wäre mir die Enttäuschung wohl erspart geblieben. Heute wusste ich die liebevolle Rahmenhandlung (ein Großvater, gespielt von Peter Falk, liest seinem Enkel, gespielt von Fred Savage, eine Geschichte vor) genauso zu schätzen, wie die wunderbar komische Erzählung rund um Buttercup, Westley, Inigo Montoya und wie sie alle heißen. Ein wunderbares Märchen, das selbst nach all den Jahren noch verzaubern kann – auch wenn mich wohl nie die Magie erreicht, die Zuschauern zuteil wird, die den Film noch aus der eigenen Kindheit kennen.

Rob Reiners Regie ist angenehm klassisch und die Darsteller passen perfekt in ihre Rollen. Den größten Aha-Effekt erlebte ich wohl, als ich Mandy Patinkin (ganz genau: Saul Berensen aus „Homeland“) als Indigo Montoya wiedererkannte. Es sind eben doch schon über 25 Jahre ins Land gezogen, was man auch an den charmant wirkenden, gezeichneten Matte-Paintings und dem 80er Jahre Score merkt. Wer weiß, vielleicht schafft es „Die Braut des Prinzen“ mich bei der nächsten Sichtung noch mehr für sich einzunehmen? Diese zweite Sichtung war auf jeden Fall schon ein Fezzik-Schritt in die richtige Richtung: 8/10 Punkte.

Die Bestimmung: Divergent – OT: Divergent (2014)

Nachdem die letzte Filmsichtung schon wieder über zwei Wochen zurückliegt, habe ich der Müdigkeit nach einer anstrengenden Woche nicht nachgegeben und „Die Bestimmung: Divergent“ in den Player geschoben. Die Wahl traf dieses Mal meine bessere Hälfte, da sie die Vorlage gelesen hatte, davon jedoch nicht sonderlich begeistert war. Umso gespannter war ich also, ob sie der Verfilmung mehr abgewinnen kann – und ob mich die Geschichte genug reizt, um auch einmal einen Blick in die Roman-Trilogie zu werfen…

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Der Vergleich zu „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ drängt sich natürlich auf: Eine dystopische Zukunft, Teenager die sich einer Wahl stellen müssen, eine starke weibliche Heldin, intensive Trainingssequenzen und eine Verschwörung. Ja, sonderlich originell wirkt „Divergent“ ein paar Jahre nach dem stilprägenden Jugendabenteuer nicht. Leider sind Geschichte, Charaktere und Inszenierung auch in jeder Instanz unterlegen. War mein Interesse für die Vorlage nach der ersten Sichtung von „The Hunger Games“ sofort geweckt, so blieb mir „Divergent“ seltsam fremd. Die Grundidee der verschiedenen Fraktionen ist eigentlich ganz nett, doch wirkt die präsentierte Welt in letzter Konsequenz einfach nicht glaubwürdig und schlüssig.

Bietet – und ja, wieder der Vergleich – Suzanne Collins‘ Geschichte eine teils beängstigend wirkende Dystopie, in die die starke Präsenz der jugendlichen Protagonisten ähnlich glaubhaft verankert ist, wie zum Beispiel in die „The Maze Runner“, so wirken die wild herum hopsenden Teenager hier einfach nur albern. Da werden die düster dreinblickenden Beschützer der Stadt als knallhart eingeführt und doch düdelt bei jedem größeren Auftritt ein radiokompatibler Popsong im Hintergrund. Die Welt wirkt einfach nicht stimmig, auch wenn die Dynamik der Figuren untereinander sowie die diversen Trainingseinheiten durchaus nett in Szene gesetzt sind. Während „The Hunger Games: Catching Fire“ selbst im zweiten Teil die für das Genre obligatorische Liebesgeschichte stets spannend und relevant für Charaktere und Geschichte erzählt, kommt es hier schon nach ein paar Minuten zum unmotivierten und plumpen Kuss.

Wie man es auch dreht und wendet: „Divergent“ ist ein zumindest nett anzusehendes Sci-Fi-Abenteuer mit guten (und leider auch verschenkten) Schauspielern, der es nie schafft das Prädikat Teenie-Film abzustreifen. Speziell im Vergleich zum mehr als offensichtlichen Vorbild fällt Neil Burgers uninspirierte Jugend-Sci-Fi doch erheblich ab. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Gerade noch mittelmäßig, was mein Interesse an der Vorlage so ziemlich beerdigt: 5/10 Punkte.

Jurassic World (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic World“ am 1. September 2017 und am 7. Dezember 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Wow, nach „Mad Max: Fury Road“ habe ich es doch tatsächlich zum zweiten Mal in einem Monat ins Kino geschafft. Ich weiß nicht, wann das das letzte Mal der Fall war. Und welcher Film hat es geschafft mich erneut zu locken? Natürlich „Jurassic World“, der neueste Teil bzw. Reboot einer meiner Lieblingsfilmreihen. Für eine ganze Generation von Kinogängern war „Star Wars“ das Erweckungserlebnis, für mich jedoch war es Steven Spielbergs „Jurassic Park“ – kein Wunder also, dass ich trotz besseren Wissens eine gewisse Erwartungshaltung entwickelte. Ob das Kinoticket tatsächlich ein magisches Portal ins Jahr 1993 öffnen würde, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Jurassic World (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic World (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Über die Entwicklung des Drehbuchs zu „Jurassic Park 4“ gab es in den letzten Jahren viel zu lesen: von genetischen Mensch/Dinosaurier-Kreuzungen bis hin zu militärisch eingesetzten Urzeitwesen – die Gerüchteküche war am brodeln! Als es nun konkreter wurde, war ich wirklich froh, dass man sich auf das klassische Freizeitpark-Setting zurückbesinnen wollte. Jedoch offenbarten erste Trailer schon recht früh, dass es doch ein paar der hanebüchenen Ideen in den Film geschafft haben. Somit darf man sich als Zuschauer zwar auf einen (zumindest anfangs) funktionierenden Park in voller Pracht freuen, wird jedoch auch mit einem genetisch veränderten Monsterdino sowie trainierten Velociraptoren konfrontiert. Ob sich diese Elemente tatsächlich gut in die klassische Handlung – quasi ein Remake der Originaltrilogie in nur einen Film gepackt – integrieren?

Wie bereits angedeutet, funktioniert die erste halbe Stunde ziemlich gut. Wie sein Vorbild Steven Spielberg stellt Regisseur Colin Trevorrow zu Beginn eine Familie in den Mittelpunkt, wodurch man sich gleich heimisch fühlt. Dann geht es auch sofort auf die Insel – und auch wenn die ersten Blicke auf die Dinosaurier nicht annähernd dieses magische Gefühl verströmen, wie bei der damaligen Ankunft auf Isla Nublar, so hatte ich beim Anspielen von John Williams‘ Theme doch eine kleine Gänsehaut. Es macht wirklich enorm viel Spaß den nun komplett modernisierten Park zu sehen und sich an den Attraktionen zu ergötzen. Wie es natürlich kommen musste, bleibt diese Idylle allerdings nicht lange bestehen…

Die Einführung des gar schrecklichen Indominus Rex fand ich noch recht gelungen, auch wenn die gesamte Art der Inszenierung schon sehr an die erste Begegnung mit den Raptoren im ersten Teil erinnert hat. Dennoch mochte ich die geheimnisvolle Atmosphäre, die rund um den genetisch veränderten Dinosaurier aufgebaut wird. Nach dem erfolgreichen Ausbruch läuft alles jedoch viel zu sehr nach Schema F ab – und trotz seiner Größe und Intelligenz bleibt der Indominus Rex zu jeder Zeit unglaublich blass. Ein Gefühl für seine Präsenz und die von ihm ausgehende Bedrohung will sich einfach nicht so recht einstellen. Absolut kein Vergleich zum großartigen Spannungsaufbau des ersten Teils.

Und die Raptoren? Wie bereits angerissen, gibt es tatsächlich trainierte Raptoren zu sehen – und ich habe inzwischen oft gelesen, dass dies ja gar nicht so abstrus sei, wie man es nach dem Trailer hätte vermuten können. Ist es aber doch. Völlig hanebüchen. Einzig die erste Szene, in der auch Chris Pratts Charakter Owen eingeführt wird, weiß noch zu überzeugen. Später jedoch gibt es Micky-Maus-Ohren für Raptoren, was komplett lächerlich wirkt und speziell nach dem Endkampf hätte nur noch gefehlt, dass Owen dem rettenden Raptor kumpelhaft auf die Schulter klopft. Nee, das mag alles nicht so recht passen – speziell da die Velociraptoren in den ersten beiden Teilen wirklich unheimliche und gerissene Gegenspieler waren. Eben nicht umsonst auf dem zweiten Platz meiner liebsten Filmmonster – nach diesem Auftritt jedoch hätten sie es nicht einmal in die Top 10 geschafft. In der Gesamtwertung sehe ich den jüngsten Spross der Reihe somit höchstens knapp vor dem dritten Teil:

  1. „Jurassic Park“ (10 Punkte)
  2. „Vergessene Welt: Jurassic Park“ (7 Punkte)
  3. „Jurassic World“ (6 Punkte)
  4. „Jurassic Park III“ (6 Punkte)

Fazit

Auch wenn ich größtenteils nur meine Kritikpunkte aufgeführt habe, so hat mich „Jurassic World“ doch ausgezeichnet unterhalten. Chris Pratt (Peter Quill, „Guardians of the Galaxy“) fand ich abermals grandios und ich freue mich wirklich, dass er den Sprung auf die große Leinwand so famos geschafft hat. Ebenso mochte ich den Humor, der größtenteils durch Jake Johnson (Nick, „New Girl“) in den Film gebracht wird. Auch die Rückbezüge auf den ersten Teil waren immer gerne gesehen und haben die eine oder andere Nostalgiewelle über mich schwappen lassen. Letztendlich ist Trevorrows Film jedoch nur ein weiterer ziemlich gelackter Blockbuster ohne eigene Identität und viel zu viel langweiliger CGI-Action. Dennoch ein unterhaltsamer Vertreter seiner Zunft, der zumindest einmal wieder Dinosaurier auf die Leinwand bringt und Lust darauf macht, sich noch einmal die Ursprünge der Saga anzuschauen: 6/10 Punkte.

Mad Max: Fury Road (2015)

Unglaublich, ich habe es tatsächlich einmal wieder ins Kino geschafft! Dabei hatte ich es beinahe schon aufgegeben „Mad Max: Fury Road“ noch auf der großen Leinwand zu sehen. Zur Wahl stand die synchronisierte Fassung ganz pompös in IMAX und 3D – oder die Originalversion im kleinen Fremdsprachenkino (der Saal fasst 25 Zuschauer) in 2D. Da fiel die Wahl nicht schwer! Ob sich der audiovisuell bombastische Film trotz der technischen Beschränkungen in mein filmisches Herz spielen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Was für ein Brett von einem Film! Bereits während des Prologs fühlte ich mich in meinen Sitz gepresst und war beinahe nicht imstande die Flut an audiovisuellen Informationen zu verarbeiten. Man kann den unbedingten Überlebenswillen Max Rockatanskys beinahe körperlich spüren. Der Film schert sich nicht um Konventionen und wirft uns ohne Vorgeplänkel ins Geschehen – und es soll eine weitere Stunde vollgepackt mit knallharter Action vergehen, bis wir erstmals eine Verschnaufpause bekommen. Glücklicherweise baut Regie-Veteran George Miller auch in die Actionszenen ausreichend charakterdefinierende Momente ein, um uns emotional zu involvieren und mit auf diese epische Reise zu nehmen: What a lovely day!

Im Gesamtkontext der „Mad Max“-Saga reiht sich der Film überall und nirgendwo ein. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang und doch fühlt sich der jüngste Teil der postapokalyptischen Reihe nicht so an, als seien seit dem umstrittenen „Mad Max: Beyond Thunderdome“ bereits 30 Jahre vergangen. Der Film atmet den Geist der 80er Jahre und schaut sich exakt so, wie sich „The Road Warrior“ in meiner Erinnerung anfühlt. Auch inhaltlich liegen die beiden Filme wohl am engsten zusammen, wenngleich der Hauptcharakter in „Mad Max: Fury Road“ noch mehr wie der Mythos des Road Warriors wirkt als wie ein echter Charakter. Ein einsamer Westernheld, der nachdem er die Planwagen sicher ans Ziel gebracht hat, wieder im Sonnenuntergang verschwindet.

In der ursprünglichen Trilogie noch von Mel Gibson gespielt, verkommt der titelgebende Max im jüngsten Teil der Saga beinahe schon zur Nebenfigur – und dennoch kann Tom Hardy als vom Wahnsinn gezeichneter Überlebenskünstler überzeugen, wenngleich sein Gegrunze manchmal schon etwas zuviel des Guten war. Der eigentliche Star des Films ist zweifellos Charlize Theron, welche mit Imperator Furiosa einen der imposantesten Actionhelden (egal ob männlich oder weiblich) der jüngeren Kinogeschichte verkörpert. Ihr starker Wille kommt so glaubhaft rüber, dass es eine wahre Freude ist mitzuerleben, wie sie über sich selbst hinaus wächst. Neben Theron ist mir besonders Nicholas Hoult (genau, der kleine Junge aus „About a Boy“) aufgefallen, dessen Charakter Nux wohl die größte Entwicklung durchmacht. Einzig die Bösewichte bleiben im Action-Getümmel ein wenig blass und klischeehaft – allerdings im besten Sinne der 80er Jahre.

„Mad Max: Fury Road“ nun qualitativ im Vergleich zu den Vorgängern einzuordnen, fällt mir nicht leicht und ich werde mir die Filme in naher Zukunft, spätestens jedoch zur Veröffentlichung der Blu-ray des vierten Teils, noch einmal komplett ansehen müssen. Deshalb gibt es zu diesem Zeitpunkt eine Liste, die nach Erscheinungsdatum und nicht nach Qualität sortiert ist:

  1. „Mad Max“ (8 Punkte)
  2. „Mad Max 2: Der Vollstrecker“ (8 Punkte)
  3. „Mad Max 3: Jenseits der Donnerkuppel“ (7 Punkte)
  4. „Mad Max: Fury Road“ (8 Punkte)

Wenn ich mir meine bisherigen Bewertungen so ansehen, dann fühlt es sich an als hätte ich die „Mad Max“-Saga bisher eher zu streng bewertet. Auch der neueste Teil hat großen Eindruck auf mich gemacht, jedoch nicht so viel, als dass ich ihn über die klassische Trilogie hinausheben würde. Potential zur Steigerung ist auf jeden Fall vorhanden – und das nicht nur für diesen Film, sondern die gesamte Reihe. Es ist wohl das beste Zeichen, dass ich mir „Mad Max: Fury Road“ am liebsten jetzt gleich noch einmal anschauen würde: 8/10 Punkte.

Waterworld (1995)

Nach einer kurzen, aber intensiven Arbeitswoche war nur noch wenig Energie für eine Filmsichtung vorhanden. Doch da ich in den frühen Morgenstunden meine Schwiegereltern vom Flughafen abholen werde, wollte die Zeit sinnvoll gefüllt werden. Meine Wahl fiel auf „Waterworld“, mit dem ich schöne Erinnerungen an lange Videoabende bzw. -nächte verbinde. Meist hatte der Film den letzten Programmplatz und so habe ich ihn häufig nur im Halbschlaf wahrgenommen. Sollten ich den gefloppten Endzeitstreifen deshalb besser in Erinnerung haben, als er eigentlich ist?

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Ich mag Endzeitfilme. Sehr sogar. Ganz egal ob die klassische „Mad Max“-Trilogie (ja, sogar den oft verschmähten „Mad Max 3: Jenseits der Donnerkuppel“), den apokalyptischen Drachen-Actioner „Die Herrschaft des Feuers“ oder Neil Marshalls wilden Genremix „Doomsday“ – selbst mangelnde Orginalität kann für mich selten den Unterhaltungswert dämpfen. Wenn dann noch ein zweites Element ins Spiel kommt, das ich in Filme immer gerne sehe, dann gibt es kein Halten mehr: Die Kombination aus Wasser als Hauptschauplatz und Endzeitfilm versprach großes Kino. Wie wir inzwischen wissen, ist „Waterworld“ natürlich alles andere als das, was man unter großem Kino versteht. Als eine der größten Flops in die Kinogeschichte eingegangen, ist die verstümmelte Kinofassung (siehe Schnittbericht) leider inhaltlich oft unzureichend. Dennoch mag ich den Film aufgrund seines Settings und seiner übertriebenen Action sehr gerne.

Nachdem die beiden Kevins – nämlich Kevin Reynolds und Kevin Costner – mit „Robin Hood: König der Diebe“ bereits einen großen Erfolg feiern durften, versprach man sich von der gleichen Kombination wohl einen ähnlichen Kassenschlager. Warum es nicht geklappt hat, lässt sich wohl recht gut aus der verkorksten Produktionsgeschichte herauslesen. Dennoch hat der Film einiges zu bieten: Angefangen bei den großartigen handgemachten Sets, über die dynamisch wirkenden Aufnahmen auf dem Wasser bis hin zur eigentlichen Prämisse. Irgendwie fühle ich mich in dieser 90er Filmwelt schon verdammt wohl. So manche Dialoge wirken allerdings sehr gewollt und die Motivation einzelner Charaktere wird auch mit der Brechstange erklärt, aber sei es drum: Wenn man will, dann kann man viel Spaß mit „Waterworld“ haben.

Auch wenn es rückblickend verständlich ist, dass das Vorhaben der beiden Kevins gefloppt ist, so sollte dies interessierte Genrefreunde nicht davon abhalten „Waterworld“ einmal zu besuchen. Schon allein Dennis Hopper in bester „The Road Warrior“-Manier chargieren zu sehen, ist eine große Freude. Nach der Sichtung fühle ich mich nun ähnlich, wie an einem der längst vergangenen Videoabende. Ein gutes Gefühl. Dafür bin ich dem Film dankbar: 7/10 Punkte.

Die Eiskönigin: Völlig unverfroren – OT: Frozen (2013)

Nach dem unterhaltsamen Kurzfilm „Get a Horse!“ folgte mit „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ natürlich noch der zugehörige Langfilm. Nachdem mich Disney mit „Rapunzel: Neu verföhnt“ (auch wieder so ein, ähm, toller deutscher Titel) ziemlich begeistert hatte, wollte ich den Nachfolger natürlich auch sehen. Damit bin ich ziemlich spät dran, doch kam man aufgrund des großen Erfolgs schon allein aufgrund der Merchandising-Produkte nicht um „Frozen“ herum. Wird der Film dem Hype also gerecht?

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Bei „Tangled“ war ich begeistert, dass sich Disney der alten Tugenden bedient und tatsächlich einmal wieder einen Märchenfilm mit Gesang und klassischer Handlung auf die Beine stellte. Auch „Frozen“ geht – sorry! – eiskalt in diese Richtung, sprich der Film lebt von viel Gesang, einer Liebesgeschichte und lustigen Sidekicks. Auch der Animationsstil wurde dem Vorgängerfilm entnommen, was nur konsequent ist. Warum auch an der Erfolgsformel herumdoktern? Da Disney vor ein paar Tagen die Fortsetzung ankündigte, scheint der Plan auch finanziell aufgegangen zu sein. Ich hoffe jedoch inständig, dass in den nächsten Jahren nicht noch unzählige weitere Märchenfilme nach Schema F ins Kino kommen, denn dann läuft sich auch diese Formel wieder tot und es muss erst wieder ein „Shrek“ kommen, um für neue Impulse zu sorgen.

Nach diesem Vorgriff wieder zurück in die Gegenwart und zu „Frozen“: Die Handlung ist eigentlich nicht der Rede wert, es wird eben Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“ komplett verdisneyfiziert, mit unzähligen lustigen Charakteren angereichert und in kindgerechte Abenteuerform gepresst. Das alles klingt nun eher negativ, doch der Film macht trotz altbekannter Formel unfassbar viel Spaß. Die Dialoge sind schmissig, die Action mitreißend und die Figuren liebenswert. Hinzu kommt eine glaubwürdige Chemie zwischen Anna (toll gesprochen von Kristen Bell) und Kristoff. Ganz so viel Glitzer und Eispaläste hätte ich nicht gebraucht und auch nicht jeder Song zündet, doch konnte ich erstaunlich gut über den Kitschfaktor hinwegsehen und wurde einfach nur zauberhaft unterhalten.

Letztendlich ist „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ ein wunderbarer Animationsfilm, der Kinder wohl noch besser zu unterhalten weiß als Erwachsene. Wenn man jedoch im Herzen jung geblieben ist und zudem ein Faible für Musicals hat, dann sollte man sich von der kitschigen Glitzerverpackung nicht abschrecken lassen. Mein Zappelinchen hat die Blu-ray heute schon ganz aufgeregt in den Händen gehalten und wollte wissen, wann sie den Film denn endlich einmal sehen kann. Und ich kann nur sagen, ich freue mich auf die gemeinsame Sichtung: 8/10 Punkte.

Interstellar (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Interstellar“ am 25. Mai 2018 und am 16. Juni 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Normalerweise schreibe ich meine Besprechungen direkt im Anschluss an die Sichtung. Meist ändert sich meine Einstellung zum Film danach auch nicht mehr. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde habe ich es gestern allerdings nicht mehr geschafft, meine Kritik zu Christopher Nolans „Interstellar“ zu verfassen – und siehe da: Mein Eindruck des Films ist heute tatsächlich um einiges positiver als gestern direkt nach dem Kinobesuch. Kleinere Spoiler sind zu erwarten, allerdings werde ich keine konkreten Handlungselemente beschreiben.

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Vorausschicken sollte ich wohl, dass der Rahmen des Kinobesuchs ungewöhnlich war, sprich ich habe erstmals einen der berühmten Deluxe-Kinosäle ausprobiert. Neben den exorbitanten Kosten von über 16 Euro pro Karte war ich tatsächlich angetan vom Erlebnis, doch dazu folgt eventuell noch ein gesonderter Eintrag. Der Rahmen war, sowohl von der Bequemlichkeit als auch von technischer Seite her gesehen, also perfekt. Und der Film? Nachdem ich im Vorfeld alles von ziemlichen Verrissen über reine Mittelmäßigkeit bis hin zu euphorischen Lobgesängen gelesen hatte, war ich zwar voller Vorfreude, aber dennoch etwas skeptisch.

Christopher Nolans „Interstellar“ beginnt zunächst als Familiendrama, das uns eine unbestimmte Zukunft zeigt, welche beinahe schon dystopische Züge trägt. Ich mochte diesen langsamen Aufbau, der uns die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander näherbringt, wirklich sehr. Da ich selbst Vater einer Tochter bin, hat mich dieses zentrale Handlungselement natürlich besonders angesprochen. Teil wirklich sehr emotional, wenngleich mich besonders das Finale in dieser Hinsicht auch ein wenig enttäuscht hatte. Da wurde wohl zu sehr auf ein sorgloses Ende gesetzt, was nicht zwangsweise zur Stimmung des vorherigen Films passte.

Während des Verlaufs der Geschichte gab es ein paar Stellen, da stolperte ich direkt über die Handlung. Der große Zufall, zum Beispiel, warum nun ausgerechnet Cooper (Matthew McConaugheys Charakter) für die Mission ausgewählt wurde, macht im ersten Moment überhaupt keinen Sinn. Die Auflösung erfährt man erst zwei Stunden später – und diese Art von abstrusem Logiksprung passiert nicht nur einmal. Hier hätte ich mir ein etwas weniger überkonstruiertes Drehbuch gewünscht, denn sonderlich komplex ist die Geschichte nicht.

Was die Balance zwischen Weltraumabenteuer und Familiendrama angeht, so hat der Film für mich wirklich gut funktioniert. Speziell die Montage während Coopers Aufbruch fand ich herausragend. Überhaupt bietet „Interstellar“ ein paar großartig inszenierte Momente, welche emotional voll ins Schwarze treffen. Auch die Rückkehr von der ersten Planetenmission fand ich fantastisch inszeniert, da die vorher viel diskutierte Relativitätstheorie in einem kurzen Moment ihre komplette Schockwirkung entfaltet. Wahrlich herausragend!

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit dem Ende des Films, welches auch symptomatisch für die vorherigen Schwachpunkte steht: Es wirkt irgendwie ein wenig neben der Spur, was den Erzählton des Films angeht. Hier hätte ich mir mehr Mut zur Konsequenz gewünscht, was dem Film auch in einigen vorhergehenden Szenen abgeht. Der pompöse und fast schon klerikale Score Hans Zimmers dröhnt ebenso bedeutungsschwanger wie so mancher Monolog – dem gegenüber stehen schmissige Oneliner und überaus kitschig wirkende Szenen (ich sage nur Heureka). In diesen Momenten wirkt „Interstellar“ wie gewollt und nicht gekonnt; glücklicherweise hatte ich dieses Gefühl eher selten.

Fazit

Insgesamt ist „Interstellar“ nicht der erhoffte Meilenstein, wenngleich ich auch glaube, dass er bei einer weiteren Sichtung im Originalton durchaus noch hinzugewinnen kann. Allerdings hat Christopher Nolan den Film auch nicht verbockt, wie man anderswo teils lesen kann. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich das Weltraumabenteuer weniger im Dunstkreis von „2001: Odyssee im Weltraum“ als Robert Zemeckis‘ fantastischem „Contact“ sehen, der einen ähnlich emotionalen Weg beschreitet. Für mich rückblickend eine wahrlich lohnenswerte Kinoerfahrung, die ich nicht mehr missen möchte – inzwischen freue ich mich tatsächlich schon sehr auf die Zweitsichtung: 8/10 Punkte.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty – OT: The Secret Life of Walter Mitty (2013)

Manchmal funktionieren Filme, manchmal nicht. Obwohl mich damals schon der Trailer zu „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ nicht überzeugen konnte, wollte ich dem Film aufgrund der größtenteils guten Kritiken dennoch eine Chance geben – schließlich konnte mich „Life of Pi“ vor zwei Jahren auch begeistern, obwohl ich den Trailer mies fand. Leider sollte es dieses Mal kein Happy End geben…

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Der Film versucht recht eindeutig ein Feel-Good-Movie in der Tradition eines „Forrest Gump“ zu sein. Anfangs dachte ich auch noch, es könnte ihm gelingen. Ben Stiller spielt den titelgebenden Walter Mitty wirklich überzeugend und die Inszenierung scheint perfekt. Für Tagträumer – kann ich mich doch selbst zu dieser Sorte Mensch zählen – habe ich zudem einiges übrig, insofern sollte „The Secret Life of Walter Mitty“ doch leichtes Spiel mit mir haben. Leider jedoch werden die Tagträume völlig überzogen als CGI-Schlachten dargestellt, was mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Den Kampf im Aufzug um Stretch Armstrong fand ich z.B. herrlich! Genau auf diesem Niveau hätten Mittys Tagträume bleiben müssen, doch nein! Da muss auf dem Asphalt quer durch New York City gesurft werden. Was für eine herbe Enttäuschung!

Als es für Walter auf Reisen ging, dachte ich zunächst alles würde besser werden. Es gab tolle Landschaftsaufnahmen und echt wirkende Charaktere. Doch auch hier wurde der CGI-Hai ausgepackt und auch Walters Entwicklung macht plötzlich Sprünge, die bei mir jegliche Suspension of Disbelief haben aussetzen lassen. Der Film hat wahrlich tolle Momente. Bei der mit der isländischen Band Of Monsters and Men unterlegten Ankunft in Island hatte ich beinahe eine Gänsehaut, doch mit der kurz darauf folgenden Skateboard-Szene musste man es wieder übertreiben. Zwar bekommt man Walters Geschichte erzählt (unangepasster Skateboarder, Tod des Vaters, Fast-Food-Karriere, Job beim LIFE-Magazin), doch transferiert sich seine Vergangenheit nicht auf seinen Charakter, geschweige denn wird für uns Zuschauer glaubwürdig greifbar.

Ich mag Ben Stiller und hatte zu Beginn wirklich große Hoffnungen für den Film, zumal mit Kristen Wiig und speziell Adam Scott (als fantastischer Bösewicht) ein paar tolle Nebendarsteller auftreten. Letztendlich konnte mich „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ – trotz einiger mitreißender Szenen – emotional einfach nicht packen. Charaktere und Geschichte wirken zu unausgegoren und gehen im CGI-Overkill unter. Alles andere als ein schlechter Film, doch für mich letztendlich ein Sammelsurium nicht genutzter Chancen: 6/10 Punkte.

The LEGO Movie (2014)

Ich habe „The LEGO Movie“ am 22. Juni 2019 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Eine anstrengende Woche geht zu Ende – und doch komme ich meinen Bloggerpflichten nach und bespreche mit „The LEGO Movie“ einen (sogar noch recht aktuellen) Film. Wie sich diese Spielzeug-Verfilmung im Vergleich zu Peter Bergs „Schiffe versenken“ bzw. „Battleship“ schlägt, erfahrt ihr in der kommenden Besprechung zwar nicht, doch solltet ihr dennoch unbedingt weiterlesen…

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Vermutlich sollte ich zunächst etwas zu meiner persönlichen Beziehung zu den bunten Bausteinen schreiben: Als Kind war LEGO für mich das Größte. Ich konnte mich tagelang hinsetzen und immer wieder die verschiedensten Sachen bauen. Zwar hatte ich auch etliche Fertigbausätze (z.B. eine Ritterburg oder ein riesiges Piratenschiff), doch am meisten Spaß hatte ich damit eigene Welten zu entwerfen und die kleinen gelben Figuren darin Geschichten erleben zu lassen. Mein vor weit über 20 Jahren gebautes Prachtexemplar (ein individuell gebautes Raumschiff) liegt übrigens immer noch beinahe vollständig aufgebaut in einer Kiste im Keller.

Für mich sind die schönsten Kindheitserinnerungen, zumindest was das alleine Spielen angeht, untrennbar mit LEGO verbunden. Was allerdings animierte LEGOs – speziell auch die schon seit Jahren existierenden Videospiele – angeht, so hat sich der Reiz für mich nie erschlossen. Insofern war ich umso gespannter, wie denn „The LEGO Movie“ bei mir ankommen würde.

Anfangs war ich fast schon ein wenig überfordert von den knallbunten Farben und dem beinahe etwas hakeligen Animationsstil (der das LEGO-Spielen aber natürlich perfekt trifft). Es passiert unglaublich viel und man muss schon wirklich am Ball bleiben, um keinen Gag zu verpassen. Und Gags gibt es reichlich! Was die Art des Humors angeht, so hat mich der Film oft an eine etwas harmlosere Variante von „Die Simpsons“ erinnert, und der popkulturelle Overkill steht den Anspielungen eines „Ralph reichts“  in der Videospielwelt in nichts nach. Wirklich großartig!

Die Geschichte ist dabei einerseits wunderbar simpel gestrickt, sie besitzt andererseits allerdings auch etliche Ebenen, über die man in vielerlei Hinsicht schmunzeln kann. Auch wenn „The LEGO Movie“ im Prinzip als ein einziger, großer Werbespot für das dänische Spielzeugunternehmen gesehen werden könnte (und er es zu gewissen Teilen bestimmt auch ist), so wäre das doch eine zutiefst zynische Sicht auf das Werk. Man könnte Elemente des Films sogar als gewisse Kritik an den Franchise-Baukästen der letzten Jahre sehen, wodurch die wilde Kombinierwut mit den einfachen Bausteinen gehemmt wurde. Letztendlich funktioniert der Film auf jeder Ebene erstaunlich gut – und wenn durch den Erfolg mehr LEGO-Sets verkauft werden, was dann evtl. einen zweiten Film anstößt, soll es mir nur recht sein.

Neben den wunderbaren Sprechern (u.a. Chris Pratt, Will Arnett, Alison Brie, Charlie Day) sticht vor allem die großartige Inszenierung heraus, welche die bespielte LEGO-Welt fantastisch in CG-Bilder überträgt. Die Figuren sind nie 100%-ig glatt und wirken nur wie aus dem Computer, nein, sie haben Schrammen, kleine Fehler und bewegen sich wie von Hand, was im Rahmen der Handlung natürlich auch nur Sinn macht. Ihr merkt, ich bin rundum begeistert und kann euch die Sichtung von „The LEGO Movie“ nur ans Herz legen: 9/10 Punkte.

Guardians of the Galaxy (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy“ am 20. Februar 2016 und am 18. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nur ein gutes Vierteljahr ist seit meinem letzten Kinobesuch vergangen, kaum zu glauben! Mit „Guardians of the Galaxy“ stand erneut ein Blockbuster auf dem Programm, der entsprechend zelebriert werden wollte, sprich mit 3D und IMAX. Leider jedoch gab es keine Vorstellung im englischen Originalton, was ich bei diesem Film besonders schade fand. Ob er mich trotz Synchro überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy (2014) | © Walt Disney

Zunächst einmal hatte mich der Prolog fast ein wenig aus der Bahn geworfen – wer hätte gedacht, dass mich der Film bereits in den ersten Minuten emotional so packen kann? Ist vielleicht auch ein Elternding, doch damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Dieser Schock war jedoch schnell wieder vergessen, denn bereits die Eröffnungstitel sind so wunderbar unterhaltsam inszeniert, dass es eine wahre Freude ist! Man lernt Hauptcharakter Peter ‚Starlord‘ Quill kennen, indem wir ihn (mit 60er/70er Jahre Sound im Ohr) über einen lebensfeindlichen Alien-Planeten tanzen sehen. Großartig! Auch die restlichen Guardians werden zeitnah eingeführt, was glücklicherweise völlig organisch geschieht während die Geschichte fortschreitet – Charaktere, Action, Dialoge und Humor bilden dabei eine Einheit, die untrennbar miteinander verbunden ist.

Der Film lebt vom Zusammenspiel der Charaktere. Wie bereits Marvels „The Avengers“ überzeugt auch „Guardians of the Galaxy“ hauptsächlich als Ensemblefilm, wofür Regisseur James Gunn mindestens ein ebenso geschicktes Händchen beweist wie Joss Whedon. Auch wenn ich ab und zu über die Synchro gestolpert bin, so sind die Dialoge doch frisch und pfeilschnell – ich freue mich jetzt schon unbandig auf die Sichtung im englischen Originalton! Die Schauspieler tragen ihren Teil zur gelungenen Chemie bei, allen voran der sympathische Chris Pratt (Andy Dwyer, „Parks and Recreation“), der es schafft dem draufgängerisch auftretenden Starlord auch die nötige emotionale Tiefe zu verleihen. Dies gilt übrigens für alle Figuren: selbst Rocket, Groot und Drax können als echte Charaktere überzeugen. Freunde von James Gunn werden übrigens einige Schauspieler aus seinen vorherigen Werken (u.a. „Slither“) entdecken.

Fazit

Der Film besitzt eine nahezu perfekte Balance in all seinen Versatzstücken. Man muss sich schon fast wundern, wie es sein kann mit einem Film, in dem ein sprechender Waschbär und ein laufender Baum tragende Figuren sind, solch einen großen Erfolg zu haben – zumal die meisten Zuschauer die Comicvorlage wohl nicht kennen dürften. Auch die stets präsenten 80er Jahre Anspielungen sind perfekt platziert – und ich bin mir sicher, dass wir als Kinder der 80er auch die eigentliche Zielgruppe von „Guardians of the Galaxy“ sind. Zumindest dürften wir am meisten Spaß mit dem Film haben. Und was für einen Spaß ich hatte! Schon lange war ich nicht mehr so überrascht, als der Film (übrigens mit einem grandiosen Finale) zu Ende ging. Das sollen 120 Minuten gewesen sein? Die wohl unterhaltsamsten 120 Minuten, die man zurzeit mit einem Film verbringen kann. Für mich der bisher gelungenste Marvel-Film. Unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.