Die wilden Hühner (2006)

Aktualisierung: Ich habe „Die wilden Hühner“ am 26. September 2020 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Schon wieder ein Kinder- bzw. Jugendfilm. Dieses Mal auf den Wunsch meiner besseren Hälfte, die sich einmal informieren wollte, was denn dran ist an „Die wilden Hühner“. Einem Film, nach dem alle Mädchen aus ihrer Klasse verrückt sind. Zu behaupten, ich hätte mich meinem Schicksal ergeben, wäre maßlos übertrieben – zumal normalerweise Frau bullion mit meinem Filmgeschmack leben muss. Abgesehen davon ist mir Cornelia Funke, die Autorin der Vorlage, durchaus ein Begriff. Im positiven Sinne.

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„Die wilden Hühner“ sind eine Mädchenbande. Sie haben Mädchenabenteuer. Mädchenträume. Mädchenprobleme. Der Film ist glasklar auf die Zielguppe der weiblichen, unter 15jährigen ausgerichtet. Das heißt nicht, dass man nicht auch als Erwachsener Spaß daran haben könnte. Es gibt keine Totalausfälle, die Geschichte ist recht unterhaltsam und die Darsteller sympathisch. Selbst Veronica Ferres – und das mag etwas heißen.

Leider gibt es keine wirklichen dramaturgischen Höhepunkte. Die Geschichte bleibt furchtbar vorhersehbar und trotz aller Sympathien für die Darsteller, sind die Leistungen der Kinder etwas durchwachsen. Zudem bleibt es ein Mädchenfilm. Zwar nett inszeniert und nett anzusehen, aber eben nicht mehr als nett. Zumindest für mich. Ich kann allerdings durchaus nachvollziehen, was Mädchen im Grundschulalter daran finden. Und das gibt mir Hoffnung für die Jugend. Solche Vorbilder sind im Zeitalter von Paris Hilton, Pokémon und Co. doch nicht das Schlechteste.

Für die Zielgruppe auf jeden Fall empfehlenswert. Für den Rest: Tut nicht weh. Wenn euch eure Töchter/Nichten/Schwestern also ins Kino zerren, könnt ihr euren Widerstand in Grenzen halten: 6/10 Punkte.

The Time Machine (2002)

Das Original „Die Zeitmaschine“ von George Pal ist mir aus frühester Kindheit noch in dunkler Erinnerung. Besonders die Begriffe Eloi und Morlock haben sich mir ins Gedächtnis gegraben. Ansonsten weiß ich nicht mehr viel von dem Film. Gestern habe ich mir – krankheitsbedingt – nun die Zeit genommen und die Adaption von 2002 gesehen: Simon Wells „The Time Machine“. Trotz durch die Bank schlechter Kritiken wollte ich mir auf jeden Fall selbst eine Meinung bilden, da die Vorraussetzungen gar nicht so schlecht waren: Regie führte nämlich Simon Wells, Urgroßenkel des Autors H.G. Wells. Dieser dürfte demnach an einer äußerst werkgetreuen Umsetzung des Stoffs interessiert gewesen sein.

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Der Film beginnt auch recht gelungen. Das viktorianische London ist mit viel Liebe zum Detail inszeniert und auch die Umsetzung der Geschichte weiß zu gefallen. Ich war hier sehr positiv überrascht. Die erste Zeitreise kommt dann etwas plötzlich. Hier hätte ich mir mehr etwas mehr Vorbereitung gewünscht. Die zweite Zeitreise wird dann grandios visualisiert und ist dementsprechend mitreißend. Einzig die Zwischenstops erscheinen mir etwas gehetzt, was aber wohl teils erschwerten Produktionsbedingungen zuzuschreiben ist. Die Museumsszene mit Vox finde ich allerdings wirklich gelungen. Kurze Zeit später findet sich unser Zeitreisender auch schon 800.000 Jahre in der Zukunft wieder. Seiner letzten Station.

Auch diese letzte Station ist aufwengig gestaltet und kann von der Geschichte überzeugen – zumindest bis die bösen Morlocks die Bühne betreten. Diese sind der Multimillionendollarproduktion absolut unwürdig und wirken wie einem B-Movie entsprungen. Auch die Handlung wird hier billigen Actionsequenzen geopfert. Mit dem Auftritt von Jeremy Irons als Über-Morlock rutscht der Film dann gänzlich in die Schwachsinnigkeit ab. Zwar immer noch ansehbar, aber es ist nichts mehr vom Charme der ersten Filmhälfte vorhanden. Wirklich schade.

Man merkt dem Film – besonders in den letzten Minuten – deutlich an, dass es Schwierigkeiten bei der Produktion gab. Nicht nur wurde in letzter Sekunde der Regisseur ersetzt, es musste mit einem Schauspielerstreik gekämpft werden und eine aufwändige Szene – die Zerstörung von New York – wurde nach dem 11. September aus dem Film geschnitten. Diese und weitere Faktoren haben dem Film bestimmt viel genommen, was schade ist, da sich durchaus Potential bemerkbar gemacht hat.

Insgesamt bleibt von „The Time Machine“ ein zwiespätiger Eindruck zurück. Für Zeitreisefreunde kann ich dennoch eine Empfehlung aussprechen. Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Ich werde demnächst auf jeden Fall eine Sichtung der 1960er Version nachschieben. Hierfür gibt es knappe 6/10 Punkte.

Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

Creep (2004)

Von „Creep“ gab es im Vorfeld nicht viel Gutes zu hören. Zu geschmacklos schimpften die Moralapostel, zu langweilig die Horrorfans. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und das macht Christopher Smiths Kinodebüt zu einem wirklich sehenswerten Genrefilm.

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Am meisten profitiert „Creep“ von seiner Location. Ich denke jeder war schon einmal in größeren U-Bahn-Labyrinthen wie Berlin, London oder Paris und kann deshalb das mulmige Gefühl nachvollziehen, das einen dort zu beschleichen droht: Dunkelheit. Einsamkeit. Seltsame Geräusche. Ratten. Und letztendlich ein Irrer, der aussieht wie Gollum. Das ist wahrlich der Stoff aus dem Albträume gemacht sind.

Der Regisseur weiß diese Elemente auch effizient einzusetzen. Anfangs kommt das Grauen noch langsam, dann steigern sich die Schockeffekte und die Enthüllung des Monsters kann es sogar fast mit „The Descent“ aufnehmen. Das Monster selbst übrigens auch. Scheint ein entfernter Verwandter der Crawler zu sein. Nachdem das Rätsel um den Killer gelöst ist, verändert sich der Film. Weniger Grusel, mehr Terror und Blut. Teils ist dies gelungen (Käfigszenen), teils wirkt das Treiben des verrückten Gynekologen eher aufgesetzt und ist zu gewollt schockierend (OP-Szene). Gegen Ende des Films nimmt unsere Hauptfigur (Franka Potente) dann noch ein paar geistige Auszeiten, nur um kurze Zeit später über sich selbst hinauszuwachsen und das Monster effektvoll in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Das alles lässt sich weit weniger unbefriedigend anschauen, als es hier eventuell den Eindruck macht. Liegt vermutlich an der angenehm kurzen Laufzeit des Schockers.

Fazit

„Creep“ funktioniert. Er verbreitet bei der Sichtung ein ungutes Gefühl. Ein Horrorfilm eben. Technik und Kameraarbeit passen zum schmutzigen Look des Films. Die U-Bahn-Stimmung kommt wirklich perfekt rüber. Allein die Geschichte offenbart wieder einmal die typischen Schwächen des Genres: Schwache Figurenzeichnung, kaum Überraschungen und eine eher unbedriedigende – da nicht existente – Auflösung. Alles in allem jedoch weit entfernt von der Katastrophe, als die „Creep“ verschrieen ist. Sollte man sich als Genrefreund ruhig einmal ansehen: 6/10 Punkte.

Into the Blue

Wie ich bestimmt schon einige Male erwähnt habe, liebe ich Filme die am, im oder auch unter Wasser spielen. „Into the Blue“ erfüllt all diese Voraussetzungen. Der Hauptdarsteller ist eindeutig das Meer. Abgeschreckt haben mich bisher nur die teils katastrophalen Kritiken – doch glücklicherweise habe ich dennoch den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

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„Into the Blue“ ist genau das Richtige für die jetzt kürzer werdenden Abende: Sonnendurchflutete Bilder, ein chilliger Soundtrack, schöne Körper, nicht zu viel Geschichte und verhaltene Action. Der perfekte Feierabendfilm. Abschalten und genießen. Eigentlich würden ja auch die grandiosen Unterwasseraufnahmen reichen. Doch der Rest ist gerade so anspruchslos, dass er nicht weiter stört und mich als Zuschauer von einem Beauty Shot zum nächsten führt. Allein die letzte halbe Stunde wird etwas unruhig und erinnert einen daran, dass es sich hierbei um einen Spielfilm handelt. Mit Geschichte und so.

Irgendwie kann ich dem Film auch nicht böse sein, hat er mir doch 100 Minuten perfekten Eskapismus geboten. Die Darsteller sind auch nicht so schlecht, wie stets behauptet wird. Wer will in diesem Film schon Jodie Foster oder Al Pacino sehen? Nein, Jessica Alba und Paul Walker sind hier wahrlich die Idealbesetzung. Die Geschichte schrammt haarscharf am Nichtvorhandensein vorbei, was jedoch den positiven Nebeneffekt hat, dass man beim Abschweifen in gedanklich südlichere Regionen nicht all zu viel verpasst. Wirklich genervt haben mich allein die 08/15-Gangster-Hip Hopper. Lächerliches Pack. Hat aber irgendwie auch wieder zu Oberflächlichkeit des Films gepasst. Also Schwamm drüber.

Mehr gibt es hierzu wirklich nicht zu sagen. Tolle Bilder, tolle – vorsicht Wortspiel – Figuren und gute Unterhaltung. Was will man – zumindest ab und an – mehr? 6/10 Punkte.

The Final Cut

Mein Interesse an „The Final Cut“ wurde allein durch die dem Film zugrunde liegende Idee geweckt: In naher Zukunft können sich Menschen ihre Erinnerungen aufzeichnen lassen, die nach ihrem Tod von einem Cutter zu einer Art Best of zusammengeschnitten werden. Simpel und doch genial. Leider gelingt es der innovativen Grundidee nicht, den Film über die gesamte Länge tragen.

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Der Film beginnt mit einer Erinnerung, die für die Hauptfigur – einen von Robin Williams gespielten Cutter namens Alan W. Hakman – von großer Bedeutung ist und ihn bereits sein ganzes Leben verfolgt. Im Laufe des Films findet Alan heraus, dass ihn seine Erinnerung vielleicht täuscht. Nebenbei wird er zudem von einem Ex-Kollegen bedroht, der versucht an die Erinnerungen eines Konzernchefs heranzukommen. Diese eher kriminalistische Geschichte wirkt leider etwas aufgesetzt und die Motivation der Figuren will sich mir – auf emotionaler Ebene – nicht wirklich erschließen.

Umso interessanter sind die Diskussionen um die Möglichkeiten und Gefahren der angewandten Technik. Moralische und ethische Bedenken werden geäußert, die sich teils auch auf die klassischen audiovisuellen Medien anwenden ließen. Manipulation durch Auswahl und Montage. Eine sehr interessante Thematik, die leider nicht so weit vertieft wird, wie ich es mir gewünscht hätte. Allerdings auch verständlich, da hier immer noch ein Film mit Geschichte erzählt wird. Eine engere Verknüpfung der hoch interessanten Grundidee mit der Geschichte Alans wäre jedoch wünschenswert gewesen.

So bleibt am Ende nur ein leidlich spannender Film mit einem starken Robin Williams und einer intelligenten Ausgangssituation, aus der jedoch viel mehr herauszuholen gewesen wäre: 6/10 Punkte.

Alien vs. Predator – Erweiterte Fassung (2004)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 22. Dezember 2016 veröffentlicht.

Ich liebe die „ALIEN“-Filme. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und sie stehen noch heute für unglaublich atmosphärische Sci-Fi-Unterhaltung. Zumindest die ersten beiden Teile sind unbestrittene Klassiker des Genres. Mit den beiden „Predator“-Filmen konnte ich nie so viel anfangen. Sicherlich gute 80er Unterhaltung, aber weit entfernt von der Genialität eines „ALIEN“. Nun also „Alien vs. Predator“. Mir war von Beginn an klar, dass ich hierbei weder einen Teil der „ALIEN“-, noch einen der „Predator“-Reihe erwarten durfte. Allein Regisseur Paul W. S. Anderson hat die weltweite Fangemeinde in Angst und Schrecken versetzt, hat dieser doch u.a. filmische Desaster wie „Mortal Kombat“ verbrochen. Allerdings stammt von ihm auch der atmosphärische „Event Horizon“. Das – und die Tatsache, dass ich es hier mit einer simplen Comic-Verfilmung zu tun habe – im Hinterkopf, konnte ich mich eigentlich ganz gut unterhalten lassen.

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Die Exposition bis zur Ankunft in der Pyramide ist schön aufgebaut und macht Lust auf den kommenden Hauptteil des Films. Allerdings wird hier bereits klar, dass alle Charaktere den gängigen Monsterfilm-Klischees entsprechen und sie in der kommenden Stunde einer nach dem anderen den beiden Kreaturen zum Opfer fallen werden. In der Pyramide selbst wird die Truppe dann auch kräftig dezimiert, um am Ende eine Lt. Ripley-Gedächtniskämpferin zurück zu lassen. Würden die Monster nicht bekannten Franchises entspringen, könnte man den Film getrost als ziemliche Gurke bezeichnen.

Doch da sind sie: Aliens und Predatoren. Vereint in einem Film. Allein der Kampf der beiden Kreaturen in der Mitte des Films ist es wert gesehen zu werden. Genauso stellt man sich das vor. Bei der letzten Einstellung des gewinnenden Aliens zaubert Paul W. S. Anderson sogar eine wunderschöne Totale, die getrost aus einem „ALIEN“-Film stammen könnte. Leider bleibt es dann auch dabei. Der Rest ist reichlich uninspiriert und wenn sich Menschen und Predatoren verbünden, löst das beim Fan im ersten Moment nur Kopfschütteln aus. Wenigstens kommt es so am Ende noch zu einem netten Schlusskampf mit der Alienqueen. Danach konnte ich die neue Allianz sogar akzeptieren. Man darf eben nur nicht zuviel nachdenken und muss den Film als reine Actionunterhaltung abseits der beiden großen Vorbilder sehen. Dann schluckt man am Ende auch den Alien/Predator-Hybrid.

Nett fand ich übrigens, dass wenigstens ansatzweise versucht wurde den Originalen Tribut zu zollen, indem z.B. Lance Henrikson als Charles Bishop Weyland auftritt. Insgesamt hätte man bestimmt mehr aus diesem Universum machen können, doch der Film ist bestimmt nicht das Desaster, als das er gerne hingestellt wird: 6/10 Punkte.

Running Scared

Diesen Film habe ich mir nur aufgrund von Empfehlungen, die ich auf diversen Filmseiten gelesen habe, angesehen. Teils waren die Reviews gar euphorisch und meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch. „Running Scared“ ist auch wirklich ein interessanter Film. Doch wie das so ist mit (zu) hohen Erwartungen, werden diese selten erfüllt – und somit gilt auf für „Running Scared“: Don’t believe the hype!

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Erzählt wird eine Gangstergeschichte. Eher ein Gangstermärchen. Ein verdammt düsteres Gangstermärchen. Die Welt ist abgrundtief böse. Genauso wie ihre Bewohner. Selbst der Held der Geschichte ist alles andere als ein Saubermann. Er ist ein Handlanger, der mit krummen Geschäften seine Familie über Wasser hält. In solch einer Welt fällt es schwer eine Identifikationsfigur zu finden. Die Figuren und ihre Handlungen waren mir zwar nicht gleichgültig, doch die emotionale Bindung wollte sich einfach nicht einstellen. Als ein Hauptcharakter gegen Ende anscheinend stirbt, hat mich das nicht einmal mit der Wimper zucken lassen – kein gutes Zeichen nach fast zwei Stunden tour de force.

Die Geschichte selbst ist eher einfach gestrickt. Sie wird – von kleineren Flashbacks abgesehen – chronologisch erzählt und enthält kaum Überraschungen. Auffälliger ist, mit welchen visuellen Mitteln sie erzählt wird. Man wähnt sich teils gar in einem Film von Tony Scott. Es gibt Farbfilter, unglaubliche Spielereien der Postproduction und vieles mehr. Ich denke es liegt auch an der großen Verfremdung der Bilder, dass die Distanz zu den Figuren so groß ist. Toll anzuschauen, aber irgendwie auch verfehlt.

Der Film lebt zudem von seiner Gewalt. Teils war ich wirklich beeindruckt, wie weit und kompromislos Regisseur Wayne Kramer zu gehen bereit gewesen ist. Durch diese Spirale der Gewalt wird der Märcheneindruck verstärkt, der – mit Hilfe der visuellen Präsentation – dem Film zu einer (alb)traumähnlichen Atmosphäre verhilft. Der grausame Höhepunkt war für mich die Wohnung der Kinderschänder. Zwar wurde hier keine Gewalt gezeigt, doch die hellen, bunten Zimmer – die im Gegensatz zur bedrohlichen Atmosphäre standen – und die zu Monstern verfremdeten Schatten des Ehepaars – all das hat den überdrehten Märchenaspekt auf die Spitze getrieben und wirklich Eindruck hinterlassen.

Richtig schwach fand ich dagegen das Ende des Films. Nicht nur, dass der rohe, dreckige Kleinganove sich plötzlich als Undercovercop entpuppt (was die Geschichte im Endeffekt unglaubwürdig macht), nein – es gibt auch noch das perfekte happy ending in strahlendem Sonnenschein. Was bitte sollte denn das? Ich liebe Happy Ends. Wirklich. Doch sie müssen zum Film passen. Hier wirkt es leider nur aufgesetzt.

Insgesamt ist „Running Scared“ wirklich gute Unterhaltung. Visuell und inhaltlich eben anders. Leider verlässt man sich zu sehr auf den Exploitation-Faktor und die Optik. Interessant, aber nicht der erhoffte Knaller: 6/10 Punkte.

Trennung mit Hindernissen – OT: The Break-Up

Nach über einem Jahr war ich gestern endlich einmal wieder in der Sneak Preview. Es gab: „Trennung mit Hindernissen“ (OT: „The Break-Up“) mit Jennifer Aniston und Vince Vaughn.

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Sneak Previews sind immer etwas abenteuerlich. So auch gestern. Nicht nur die schön kribbelige Spannung im Vorfeld was denn kommt, nein – meist ist auch das Publikum ein besonderes. Gestern z.B. hatten wir ein extrem dickes, extrem lautes und extrem nerviges Pärchen neben uns. Nicht nur dass sich die beiden unglaublich lautstark unterhalten haben. Sie mussten zudem unzählige Male austreten, haben irgendwann angefangen sich zu befingern (wobei sie sehr ungewöhnliche Sitzpositionen angenommen haben – was wirklich kein schöner Anblick war) und sich am Ende noch über den Film beschwert. Ein Elefant im Porzelanladen ist nichts dagegen.

Doch nicht genug des Abenteuers: Der Vorführer hat es anscheinend nicht geschafft den Film richtig zu maskieren, was das Resultat hatte, dass wir nur ca. zwei Drittel vom eigentlichen Bildausschnitt mitbekommen haben. Besonders auffällig bei den teils fehlenden, teils abgeschnittenen Opening Credits. Aber auch allen anderen Einstellungen hat man die falsche Maskierung angesehen, so gab es im ganzen Film keine Totale, die Augen waren nie im oberen Drittel (eher auf der Hälfte) und Hände etc. waren fast immer abgeschnitten. So schwer kann das doch nicht sein! Hat außer mir aber anscheinend niemand gemerkt.

Nun aber zum Film selbst: Für eine Sneak Preview absolut in Ordnung. Kein Überflieger, aber auch kein Reinfall. Aniston und Vaughn haben überzeugend gespielt und es war schön einmal wieder Jon Favreau zu sehen. Der Film hatte seine witzigen Szenen (Gesangstruppe, griechische Orgie, Gespräche mit Favreau) und seine leider nur witzig gemeinten (nahezu alles in der Galerie). Leider will „The Break-Up“ mehr sein als eine Komödie und versucht sich zusätzlich noch als Trennungsdrama. Auch diese Szenen funktionieren für sich genommen und wissen die erwarteten Gefühle zu transportieren. Doch leider ist das Zusammenspiel zwischen Komödie und Drama zu unausgegoren. Der Film ist keine Romantic Comedy – dazu ist die Ausgangssituation zu fatalistisch -, er ist keine Komödie – dazu ist er teils zu dramatisch – und als Drama funktioniert er auch nicht, weil hier zuwenig Substanz gezeigt wird. Diese Mischung erscheint unausgegoren und kann letztenlich nicht überzeugen, wenngleich die einzelne Szenen für sich durchaus ihre Momente haben.

„Trennung mit Hindernissen“ kann ich demnach nur bedingt empfehlen. Ich denke auch, dass Kinobesucher, die eine romantische Komödie erwarten sehr enttäuscht sein werden. Positiv zu vermerken ist allerdings die ungewöhnliche Ausgangssituation, die nicht nur bereits dagewesenes kopiert. Mit einem Pluspunkt für die Sneak bekommt der Film von mir 6/10 Punkte.

Be Cool

Mit „Be Cool“ habe ich gestern die Fortsetzung von „Schappt Shorty“ gesehen. Durch diverse Kritiken war ich schon vorgewarnt, dass ich dieses Mal keinen eleganten Gangsterfilm mit Stil und echter Coolness erwarten durfte. Meine Erwartunen waren dementsprechend niedrig und konnten somit auch (fast) nicht mehr entäuscht werden.

„Be Cool“ präsentiert sich tatsächlich nicht mehr als Gangsterfilm – dazu fehlt ihm eine ausgefeilte Handlung. Vielmehr steht die Parodie im Mittelpunkt. War diese Ausprägung im ersten Teil noch eher dezent und auf die Filmbranche gemünzt, muss dieses Mal das Musikbusiness dran glauben. Ich war teils wirklich sehr erstaunt, wie gut der Film als Parodie funktioniert. Figuren wie Raji (Vince Vaughn), Elliot Wilhelm (The Rock), Nick Carr (Harvey Keitel) und selbst die Truppe um Sin LaSalle (Cedric the Entertainer) sind so grenzenlos überzeichnet, dass ich teils wirklich laut lachen musste – und das obwohl (oder gerade weil) ich ansonsten überhaupt nichts mit dem ach so coolen Gangster-Hip-Hop-Getue anfangen kann. Am besten hat mir doch tatsächlich The Rock gefallen. Ein Darsteller, den ich bisher gemieden habe, wo es nur geht. Hier spielt er jedoch so sympathisch und selbstironisch, dass es eine wahre Freude ist. Wirklich klasse!

So gut diese einzelnen Szenen auch funktionieren, sie tragen jedoch kaum zur – sowieso schon fast nicht vorhandenen – Handlung bei. Die Geschichte um Chili Palmer und Edie Athens verkommt völlig zum reinen Bindeglied zwischen Gastauftritten von Größen in der Musikbranche und parodistischen Einlagen. Zwar wissen John Travolta und Uma Thurman wie (fast) immer zu überzeugen, doch können sie die mangelhafte Geschichte nicht aufwiegen – auch wenn ihre Tanzszene bei mir sehr nostalgische Gefühle geweckt hat.

Be Cool

Supernervig fand ich dann die Gesangseinlagen – wiel zu lang und breitgetreten. Das schlimmste jedoch: Völlig ohne Witz inszeniert. Ich habe mich schon fast in einer Castingshow gewähnt. Der Auftritt mit AEROSMITH ist zwar ganz nett, hatte aber eher was von „Wayne’s World“ und ich fand ihn im Chili Palmer-Universum eher unpassend. Richtig übel war auch das Ende bei den MTV-Music-Awards. So zuckersüß und ernsthaft, dass es den Film in meinen Augen fast noch einmal um ein Level heruntergerissen hätte – doch die positiven Erinnerungen an Vince Vaughn und The Rock haben dann doch überwogen und den Film auf 6/10 Punkte gerettet.