One Tree Hill – Season 6

Die Sichtung der jüngsten Staffel meiner momentan liebsten Guilty-Pleasure-Serie hat bisher am meisten Zeit in Anspruch genommen. Ob das daran liegt, dass „One Tree Hill – Season 6“ mehr Episoden zur Verfügung hat als die vorhergehenden Staffeln, um die Handlung zu erzählen, oder an der fallenden Qualität der Serie, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zu Beginn hat es mir das sechste Jahr in Tree Hill wahrlich nicht leicht gemacht: Im Vergleich zum Vorjahr wurden plötzlich unzählige neue Handlungsstränge aufgemacht, die teils hanebüchener nicht hätten sein können. Speziell die Entführung Dans durch das verrückte Ex-Kindermädchen seines Enkels hat meine Nerven ganz schön strapaziert und ich war mir sicher, dass die Show spätestens damit über den Hai gesprungen war. Glücklicherweise hat sich die Show nach diesem Ausreißer wieder gefangen.

Nach den Anlaufschwierigkeiten, zu denen natürlich auch ein dramatischer Todesfall gehört, hat die Serie in der Mitte der Staffel wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Speziell den Handlungsstrang um die Verfilmung des fiktiven Romans „An Unkindness of Ravens“ fand ich sehr unterhaltsam, was u.a. auch am Auftritt James Van Der Beeks (Dawson Leery, „Dawson’s Creek“) lag – interessanterweise haben etliche Schauspieler aus „One Tree Hill“ eben in genau dessen stilbildender Jugendserie als Gaststars angefangen.

Nach dem starken Mittelteil, der musikalisch u.a. einen Auftritt von Angels & Airwaves zu verbuchen weiß, driftet die Staffel gegen Ende leider wieder in Richtung Drama ab. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen und hätte ohne die Komplikationen, speziell wenn man den Ausstieg der Hauptcharaktere in der kommenden Staffel bedenkt, für ein versöhnlicheres Ende gesorgt. Dennoch ist das Staffelfinale gelungen und hätte wohl auch als Serienfinale funktionieren können; also eine ähnliche Situation wie nach der vierten Staffel. Auch wenn sich inzwischen eine leichte Müdigkeit einstellt, so bin ich dennoch gespannt was die letzten drei Staffeln noch zu bieten haben: 7/10 (7.4) Punkte.

300 (2007) (WS1)

Nachdem die Fortsetzung „300: Rise of an Empire“ inzwischen schon wieder aus den Kinos verschwunden ist und sich im Heimkino breitgemacht hat, war es für mich an der Zeit mit „300“ noch einmal zu den Ursprüngen der martialischen Fantasy-Geschichtsstunde aufzubrechen. An meine damalige Erstsichtung im Kino habe ich noch gute Erinnerungen und somit war ich gespannt, wie der Film den Test der Zeit überstanden hat…

300 (2006) | © Warner Home Video

300 (2006) | © Warner Home Video

Wie zu erwarten war ich erneut von der audiovisuellen Wucht des Films beeindruckt. Um ehrlich zu sein, dachte ich nach den ersten paar Minuten noch, dass ich den Film damals zu streng bewertet hätte. Irgendwann wurde ich jedoch auch dieses Mal der schönen Bilder überdrüssig und wünschte mir ein wenig Handlung als Abwechslung zu den imposanten Schlachtszenen – und siehe da, die gab es auch. Leider jedoch wirkt der gesamte politische Verschwörungsteil dermaßen dröge und einfältig, dass man sich prompt wieder in die Schlacht zurückwünscht. Puh, glücklicherweise hat der Film hier weiterhin Schauwerte zu bieten. Nur nicht von so etwas wie Handlung ablenken lassen. Cinematisches Fast Food für das Auge.

Da Zack Snyder „300“ völlig überstilisiert und comichaft inszeniert hat, und dabei auch inhaltlich keinen Hehl daraus macht, einfach nur ein unterhaltsamer Comicfilm sein zu wollen, kann ich auch nach dieser zweiten Sichtung die Debatte nicht nachvollziehen, die um den Film aufgemacht wurde. Als Ex-Zivi (so etwas kennt man ja heute nicht mehr), kann ich mich ohnehin nicht in die Gedankenwelt des militärischen Drills und Aufopferns einfühlen, doch selbst wenn man für so etwas empfänglich ist, muss einem doch klar sein, dass dieses Macho-Sparta nichts weiter als eine männliche Power-Fantasy ist. Da gibt es wahrlich wichtigere Diskussionen, die man führen sollte.

Letztendlich bleibt „300“ auch beim zweiten Mal ein unglaublich gut aussehender Film, in dem Zack Snyder wirklich zeigen konnte, dass er eine visuelle Sprache besitzt und diese auch einzusetzen weiß: Die Bilder sind zurecht in die Kinogeschichte eingegangen. Der Film macht Spaß, aber nicht satt. Inhaltlich ist er leider recht schwach auf der Brust und auch emotional weiß er nicht mitzureißen; Kino ist allerdings ein visuelles Medium – und dieses weiß „300“ bis zur Perfektion auszunutzen: 7/10 Punkte.

Damages – Season 4

Nach längerer Pause habe ich mich über die letzten Wochen (fast schon Monate) verteilt immer wieder „Damages – Season 4“ zugewandt. Nachdem mich die erste Staffel des seriell erzählten Anwaltsdramas wirklich gepackt hatte, stellte sich während des dritten Jahres bereits Routine ein – somit war ich gespannt, ob der zeitliche Abstand und der Senderwechsel der Serie gut getan haben…

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Zunächst einmal die negativen Aspekte: Zu Beginn der Staffel war ich wirklich erschrocken wie billig die Serie wirkt. Man merkt das geschrumpfte Budget in nahezu jeder Einstellung: Licht, Drehorte, Sets – alles wirkt teils wie in einer Vorabendserie. Es gibt auch kaum noch Außenaufnahmen mit komplexeren Kamerabewegungen und die Anzahl der Schauplätze hat sich drastisch reduziert. Dadurch wirkt die Serie viel statischer, was auch der Atmosphäre abträglich ist.

Die Handlungs ist durchaus interessant, wenngleich auch zu wenig aus dem Thema gemacht wird. Mit John Goodman hat man einen weiteren famosen Gegenspieler für Glenn Close gefunden, wenngleich beide auch zu wenig Screentime besitzen. Auch wenn bereits die dritte Staffel nicht mehr großartig, sondern nur noch sehr gut war, so ist im vierten Jahr leider ein weiterer Qualitätseinbruch festzustellen.

Vermutlich sollte ich der Serie ihre budgetbedingten Schwächen nicht zu sehr anlasten, doch kann ich auch solche Elemente nur schwer ausblenden. Hinzu kommt ein durchaus routiniert erzählter Fall, der allerdings zu sehr in die persönliche Ebene geht und zu wenig aus der Vogelperspektive betrachtet – größere Themen, was z.B. die Rolle von privaten Militärunternehmen im Auslandseinsatz, werden leider nur am Rande behandelt. Das alles ist nicht schlecht, lässt „Damages“ im vierten Jahr allerings auch in der Maße der nur noch guten Shows verschwinden: 7/10 (7.0) Punkte.

Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine! – OT: Hot Tub Time Machine (2010)

Nachdem mich der wunderbare „Alles eine Frage der Zeit“ erst kürzlich mit einer ungewöhnlichen Zeitreisegeschichte begeistern konnte, habe ich diesem Subgenre mit „Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine!“ (so der dämliche deutsche Titel) erneut einen Besuch abgestattet. Aufgrund durchwachsener Kritiken waren meine Erwartungen nicht allzu hoch, was letztendlich genau die richtige Einstellung für die Sichtung dieses Films sein sollte…

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Die Prämisse des Films ist so dämlich, dass man sich auch genau auf dieses Niveau einstellen sollte: Drei Jugendfreunde in ihren 40ern landen zusammen mit dem Neffen der Hauptfigur in den 80ern nachdem sie eine wilde Nacht in eine Whirlpool verbracht haben, der sich als Zeitmaschine entpuppt hatte. Wow. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. „Hot Tub Time Machine“ (so der ungleich gelungenere Originaltitel) scheint sich seiner Albernheit durchaus bewusst zu sein und inszeniert die Ausgangssituation entsprechend abgefahren, z.B. tritt 80er Jahre Comedy-Star Chevy Chase (u.a. „Schöne Bescherung“) als ominöser Zeitmachinentechniker auf. Herrlich! Weiterhin ist die Dynamik zwischen den vier Zeitreisenden so völlig neben der Spur, dass man den Film einfach nicht ernst nehmen kann.

Die 80er Jahre werden in all ihren Klischees wunderbar dargestellt: ob Musik, Kleidung oder popkulturelle Referenzen – man fühlt sich in eine überstilisierte Version dieser Epoche zurückversetzt. Großartig fand ich zudem den Auftritt Crispin Glovers, der in einem anderen Zeitreisefilm aus den 80er Jahren eine nicht unbedeutende Rolle spielte: nämlich George McFly in „Zurück in die Zukunft“. Er hat wohl auch den besten Running Gag des Films abbekommen, dessen Auflösung letztendlich fast ein wenig enttäuschend war. Überhaupt gibt es einige Witze, die wunderbar zünden, und wiederum etliche, die so überhaupt nicht funktionieren wollen. Speziell einige Fäkalhumorszenen hätte sich der Film wirklich schenken können.

Trotz der abgefahrenen Prämisse und vielleicht gerade aufgrund der Unstimmigkeiten in der Handlung und Inszenierung weiß „Hot Tub Time Machine“ zu unterhalten. Er lebt natürlich auch von seinen Darstellern – und auch wenn ich John Cusacks Auftritt (wie leider alle in den letzten Jahren) eher schwach fand, so machte seine Besetzung aufgrund seiner 80er Jahre Filmvergangenheit doch absolut Sinn. Wie man es auch dreht und wendet: Der Film hat seine Fehler und ist wohl auch nicht wirklich gut; dennoch konnte er mich besser unterhalten, als so manch andere Hollywoodkomödie. Für Freunde der 80er möglicherweise ein großer Spaß – solange ihr eure Erwartungen drosselt: knappe 7/10 Punkte.

White House Down (2013)

Einen guten Monat nach der Sichtung von „Olympus Has Fallen“ habe ich endlich auch Roland Emmerichs Variante des filmischen Angriffs auf das Weiße Haus nachgeholt. Wie sich „White House Down“ im Vergleich zu seinem Stief-Zwilling aus dem gleichen Jahr schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Handlung des Films ist bereits im Titel zusammengefasst und entspricht Antoine Fuquas Film nahezu unverändert. Dabei setzt Emmerich deutlich stärker auf Familienunterhaltung, was dem Film die Ernsthaftigkeit nimmt – ein Schachzug, der sich im Verlauf des Films noch als geschickt erweisen sollte. Die Action ist nicht ganz so hart wie im Stief-Zwilling (dennoch war ich erstaunt darüber, was heute alles so als FSK 12 durchgeht) und die Dialoge flotter. Beide Filme fühlen sich wie „Stirb langsam“ im Weißen Haus an, doch ist „White House Down“ näher an dessen Spaßfaktor dran.

Schon bald zeigt sich, dass der Humor, den der Film aus dem Zusammenspiel zwischen Tatum Channing und Jamie Foxx zieht, wirklich funktioniert. Man kann den Film einfach nicht mehr ernst nehmen, wenn der Präsident mitten im Gefecht Sportschuhe aus dem Regal zieht oder die Panzerfaust fallen lässt. Der angeprangerte Patriotismus wird dadurch im Vergleich zu „Olympus Has Fallen“ deutlich abgeschwächt; hinzu kommt, dass die Bösewichte aus den eigenen Reihen kommen, sprich nicht die klassischen Feindbilder heraufbeschworen werden.

„White House Down“ ist weder besonder innovativ inszeniert, noch clever geschrieben. Selbst etliche Effektszenen wirken überaus billig (wenn auch weit nicht so schlimm, wie beim Stief-Zwilling). Doch der Film macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß – und ich nehme es Emmerich auch ab, dass da wirklich nicht mehr dahinter stecken soll. Einfach nur nette Unterhaltung in einem spannenden Setting und mit einem unerwartet sympathischen Heldenduo: 7/10 Punkte.

Monsters (2010)

Nach einer der bisher anstrengendsten Wochen des Jahres, wollte ich dennoch nicht auf den Film am Freitagabend verzichten. Vermutlich ein Fehler, denn ich konnte schon zu Beginn von „Monsters“ kaum noch die Augen offen halten. Ob dieser Umstand dem Film geschadet hat, oder die Müdigkeit noch von ihm verstärkt wurde, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Obwohl ich Monsterfilme liebe, so war es nicht dieser Aspekt, der mich an Gareth Edwards Kinodebüt gereizt hat. Es ist vor allem die Entstehungsgeschichte, die bemerkenswert ist: In Personalunion hat Edwards den Film geschrieben, gedreht und die Postproduktion inklusive VFX durchgeführt. Die gesamte Filmcrew lässt sich an einer Hand abzählen und es gibt nur zwei Schauspieler, der Rest wurde spontan mit Laiendarstellern besetzt. Das Ergebnis ist für diese Rahmenbedingungen unglaublich beeindruckend – „Monsters“ wirkt zu keiner Sekunde billig, schlecht gespielt oder amateurhaft. Kein Wunder, dass Edwards kurze Zeit später die Neuverfilmung von „Godzilla“ angeboten wurde.

Abgesehen von seiner Entstehungsgeschichte präsentiert der Film ein interessantes Sci-Fi-Setting, das den Rahmen für ein erstaunlich intimes Roadmovie bildet. Die titelgebenden Monster sind zwar stets präsent, sorgen aber eher für Atmosphäre als für großartige Actionszenen. Ich mochte die langsame und charakterzentrierte Erzählweise, wenngleich der Aufbau der Geschichte – besonders zu Beginn – durchaus ein wenig holprig war. Die wirklich harmonisch spielenden Hauptdarsteller (übrigens im echten Leben verheiratet) machen allerdings glücklicherweise wieder einiges wett.

Die Bewertung des Films fällt mir nun tatsächlich ein wenig schwer. Einerseits müsste ich vor dem Hintergrund der unglaublichen Produktionsbedingungen mindestens die volle Punktzahl vergeben, allerdings hatte der Film doch einige strukturelle Schwächen. Zudem war ich unglaublich müde, so dass ich „Monsters“ nicht so genießen konnte, wie es der Film wohl verdient gehabt hätte. Den inhaltlich (Sci-Fi-Allegorie auf aktuelle soziopolitische Gegebenheiten) und interessanterweise auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte verwandten „District 9“ des Südafrikaners Neill Blomkamp fand ich insgesamt zwar überzeugender, aber nicht unbedingt sympathischer. Grund genug für eine weitere Sichtung: 7/10 Punkte.

The Raid: Redemption – OT: Serbuan maut (2011)

Früher habe ich gerne öfter mal Sammlereditionen von Filmen gekauft, doch in den letzten Jahren reichte mir stets die günstigste Veröffentlichung mit den besten technischen Daten. Da die Ultimate Edition zurzeit äußerst günstig zu haben ist, und der Film ohnehin schon lange auf meiner Liste steht, habe ich bei „The Raid: Redemption“ einmal wieder zum Luxuspaket gegriffen – durchaus riskant für einen Blindkauf. Was hat der Film nun also zu bieten, der die gesamte Riege an Actionfans (zumindest diejenigen abseits von „The Expendables“) in Ekstase versetzt?

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Während der ersten 10 Minuten ist es mir wieder schwer gefallen in den Film reinzukommen, da ich es nicht gewohnt bin nur asiatische Schauspieler zu sehen und eine Synchronfassung zu hören. Dies ist natürlich kein Fehler des Films, sondern mein Problem, da ich zu 99% Filme aus dem englischen Sprachraum sehe. Früher (sprich vor mindestens 10 Jahren) habe ich öfter asiatische Filme gesehen und teils eine Woche lang mit Wong Kar-Wai zugebracht oder John Woo-Filme nachgeholt. Inzwischen jedoch bin ich außer Übung – und doch hatte mich der Film schnell auf seiner Seite. Dialoge gibt es ohnehin kaum und die knackige Action reißt einen sofort mit. Wunderbar direkt und unmittelbar inszeniert – und doch gerade so übersteigert, dass man sich beim Zuschauen nicht schlecht fühlen muss. Ein Unterhaltungsfilm der anderen Art.

Im direkten Vergleich mit dem inhaltlich nahezu identischen „DREDD“ aus dem Jahr 2012, hat mir „The Raid: Redemption“ doch ein wenig besser gefallen. Auch wenn ich das Zukunftssetting sehr mochte, so hat mich die menschlichere Geschichte (obwohl es da auch nicht viel zu holen gibt) in der indonesischen Version doch mehr eingefangen. Vielleicht lag es aber auch an der Maske des Judges. Regisseur Gareth Edwards hat aus dem verhältnismäßig geringen Budget wirklich alles herausgeholt und beeindruckende Kampfwelten geschaffen. Auch wenn sich der Vergleich zu einem Videospiel aufdrängt, so fand ich gerade die körperlichen Leistungen imposant. Die Schauspieler haben bestimmt ebenso hart trainiert, wie die aktuellen Tanzsportweltmeister. Wirklich beeindruckend!

Inhaltlich hat der Film nicht viel zu bieten, aber mehr hätte meiner Meinung nach auch eher vom Konzept abgelenkt. Insofern bin ich sehr gespannt auf „The Raid 2“ bzw. „The Raid: Retaliation“, der ja eine deutlich komplexere Geschichte erzählen soll. Auch wenn ich mich den teils überbordenden Lobeshymnen nicht anschließen mag, so wurde ich jedoch über knapp 100 Minuten glänzend unterhalten. Ob ich mich morgen noch an den Film erinnern kann, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Actionkino einmal anders: 7/10 Punkte.

Elysium (2013)

In den letzten Jahren konnten sich Sci-Fi-Freunde über eine wahre Welle an Genrefilmen freuen. Zu diesen gehört auch „Elysium“ von Regisseur Neill Blomkamp, der bereits 2009 mit „District 9“ einen beeindruckenden Genrebeitrag abgeliefert hatte. Nachdem die Verfilmung des Videospiels „Halo“ unter seiner Regie nicht zustande kam, waren die Erwartungen für das Nachfolgeprojekt immens hoch. Kann das Ergebnis mit dem außergewöhnlichen Kinodebüt mithalten?

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Die Prämisse gefällt mir trotz der wenig subtilen Umsetzung nach wie vor: Die Erde ist drastisch überbevölkert, die Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht nur soziopolitisch unüberbrückbar – die Reichen haben sich folglich auf eine im Orbit der Erde schwebenden Luxus-Raumstation zurückgezogen; die Armen dagegen hausen in postapokalyptisch angehauchten Slums in einer Art Polizeistaat. Alleine das Setting lässt Erinnerungen an die sozialkritischen Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre wach werden: „Soylent Green“, „Logan’s Run“ oder „Rollerball“ – die Filme waren inhaltlich relevant und dennoch unterhaltsam. Auch der 2011er „In Time“ hatte sich an einem ähnlichen Ansatz versucht, konnte die Kritiker jedoch nicht überzeugen. Mir hatte er dagegen ziemlich gut gefallen.

Auch „Elysium“ zeigt ein erschreckendes Zukunftsszenario, das größtenteils leider zum reinen Setting für brachiale Action verkommt. Man sieht wenig von den beiden Welten und die Eindrücke bleiben blass. Die Handlung rund um Max (Matt Damon), der nach einer tödlichen Strahlendosis die Heilung auf Elysium sucht, hätte durchaus Potential gehabt eine größere Geschichte zu erzählen, doch der Fokus auf die Konfrontation mit einem Söldnertrupp, die den Großteil des Films einnimmt, hat außer Krawall nur wenig zu bieten. Wirklich schade, denn die formalen Aspekte sind wirklich famos. Gerne hätte ich noch mehr vom Leben auf Elysium und der Erde erfahren.

Immerhin inszeniert Blomkamp die Action wunderbar roh und direkt; der Gewaltlevel ist hoch, was zum verzweifelten Setting passt. Dennoch ist die nicht enden wollende Verfolgungsjagd irgendwann ermüdend und selbst Sharlto Copley (bekannt aus „District 9“) als psychopathischer Söldner kann die fehlende Handlungstiefe nicht mit reinem Unterhaltungswert aufwiegen. Auch wenn man die Charaktere nicht so gut kennenlernt, wie ich mir das gewünscht hätte, so fand ich das vorhersehbare Ende doch ziemlich bewegend. Ich bin mit sowas aber auch immer leicht zu kriegen.

Letztendlich bleibt „Elysium“ ein imposanter Actionstreifen mit interessantem Setting und dem Gefühl nicht genutzter Chancen. Wie auch Genrekollege „Oblivion“ aus dem gleichen Jahr, kann der Inhalt mit der formalen Umsetzung leider nicht mithalten. Für Genrefans dennoch absolut sehenswert. Neill Blomkamp kann aber mehr, da bin ich mir ganz sicher: 7/10 Punkte.

Savages – Extended Version (2012)

Wir befinden uns im Jahre 2014 n. Chr. Ganz Deutschland ist im WM-Fieber… Ganz Deutschland? Nein! Ein von einem unbeugsamen Filmfreund geführtes Blog hört nicht auf, dem Fußballwahn Widerstand zu leisten. Somit lief bei mir natürlich nicht das Deutschland-Spiel, sondern Oliver Stones „Savages“ in der erweiterten Fassung. Nach der euphorischen Besprechung des Medienjournals, war ich auf jeden Fall sehr gespannt – und zumindest mehr als ein Unentschieden ist bei der Sichtung herausgekommen… Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn Oliver Stones Stern in den letzten Jahren am Sinken ist, so hat er meine filmische Laufbahn doch stark geprägt: Besonders „The Doors“, „JFK“, „Natural BornKillers“ und „U-Turn“ hatten mich in meiner Jugend ziemlich beeindruckt. Doch auch in den letzten Jahren habe ich mit „Platoon“ und „Wall Street“ seine Klassiker zu schätzen gelernt. Das George W. Bush-Biopic „W. – Ein missverstandenes Leben“ fand ich auch weit besser als seinen Ruf. Umso gespannter war ich nun, wie er sich in einem – wenn man dem Trailer glauben mag – hippen Gangsterfilm schlagen würde. Style over substance? Tarantino-Anbiederung? Eine sozialkritische Komponente? Auf was konnte diese an sich nur allzu bekannte Geschichte unter Stones Regie nur hinauslaufen?

Am stärksten hat mich der Film wohl an „True Romance“ erinnert, ohne auch wirklich mit ihm vergleichbar zu sein: Im Zentrum steht eine ungewöhnlich Liebesgeschichte, die durch brutale Gangster akut bedroht wird. Die Erzählperspektive liegt bei der weiblichen Hauptfigur und sie spielt bereits zu Beginn auf ein eventuell düsteres Ende an. Das tatsächliche Finale ist dann – wider Erwarten – positiv und es gibt sonnige Strandbilder, die unsere Charaktere glücklich und zufrieden zeigen. Na, wem kommt das bekannt vor? Die Themen sind unabstreitbar ähnlich, doch Inszenierung und Ton unterscheiden sich doch ziemlich von Tony Scotts Meisterwerk.

„Savages“ sieht aus wie ein Film von Oliver Stone: schnelle Schnitte, eingestreute Schwarz-Weiß-Szenen und grobkörnige Bilder. Zwar nicht annähernd in der Deutlichkeit und Frequenz von „Natural Born Killers“ oder selbst „U-Turn“, doch fällt Stones spezielle Ästhetik nach wie vor auf. So unstet dadurch oft die Bilder wirken, so uneben wirkt auch die Handlung. Lockerleichte Spaßszenen wechseln sich mit brutalsten Folterszenen ab. Zwischendurch geht es immer wieder um Geld und Verhandlungstaktiken. Vielleicht keine Satire auf den amerikanischen Traum, doch auf jeden Fall mehr als die offensichtliche Handlung vorzugeben scheint.

Erwähnenswert finde ich noch die Schauspieler, allen voran Aaron Taylor-Johnson, der in „Savages“ so unglaublich viel dynamischer spielt als in „Godzilla“, dass ich ihn beinahe nicht erkannt hätte. Unglaublich! Auch Taylor Kitsch hat mir recht gut gefallen, wenngleich ich nach wie vor der Meinung bin, seine besten Leistungen bereits als Tim Riggings in „Friday Night Lights“ gesehen zu haben. Richtig beeindruckt hat mich Benicio Del Toro, der mit Lado wohl den ekligsten Typen der letzten Kinojahre spielen durfte. Ansonsten geben noch John Travolta und Salma Hayek ihr Stelldichein – und Emile Hirsch wirkt abermals total verschenkt.

Insgesamt hat mich „Savages“ stets am Ball gehalten und teils auch verblüfft. Ich wurde auf oft seltsame Art und Weise gut unterhalten; dies unterstreicht auch das kontroverse Ende des Films. Vielleicht ist es ein wenig zuviel des Guten, aber das Traumende davor wäre auch nicht das Wahre gewesen. Somit funktioniert es für mich zumindest als „True Romance“-Referenz und bleibt in seiner Aussage wunderbar ungreifbar. Hat mir insgesamt doch recht gut gefallen – mit deutlicher Tendenz nach oben: 7/10 Punkte.

Raising Hope – Season 1

Mit „Raising Hope – Season 1“ habe ich einmal mehr eine Sitcom nachgeholt, die ich schon längere Zeit auf dem Schirm hatte. Okay, ich gebe zu, ausschlaggebend war hauptsächlich der Fokus der Handlung auf das Kind im Haushalt – und die Neugier, ob diese Prämisse besser genutzt wurde als in der Serie „Up All Night“, die ein Jahr später starten sollte…

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Schon in den ersten Minuten wird schnell klar, dass hinter der Serie die gleichen kreativen Köpfe stecken, die sich auch schon für „My Name is Earl“ verantwortlich zeigten. Ein ähnliches White-Trash-Setting, in dem die Figuren mit viel Herz und Sympathie gezeichnet werden. Die Handlung reicht von nett bis völlig abgefahren und der Humor ist doch eher speziell, was die Serie aber umso sehenswerter macht. Jeder, der die Geschichten um Earl Hickey mochte, wird wohl auch mit Familie Chance seinen Spaß haben.

Was die Handlung angeht, so zeichnet es sich schon bald ab, dass Baby Hope auch nur der Aufhänger ist und eher andere Charaktere und Gegebenheiten im Mittelpunkt stehen. Die Serie findet aber stets wieder zu ihrer Prämisse zurück, indem die Autoren Hope als moralische Instanz etablieren – für mich eine sehr gelungene Art, ein Baby als Handlungselement sinnvoll in eine Serie zu integrieren. Manchmal bringt ein Kind eben doch die positivsten Seiten der Menschen in seinem Umfeld hervor.

Auch wenn ich verhältnismäßig lange gebraucht habe, um mich in der Serie endgültig zu Hause zu fühlen, so hätte ich Familie Chance am Ende am liebsten gar nicht mehr verlassen wollen. Die Gastauftritte aller wichtigen „My Name is Earl“-Schauspieler haben zudem dazu beigetragen, dass ich mich in der Serie wirklich wohl gefühlt habe. Nach einem etwas holprigen Einstieg ein tolles, frisches Comedy-Erlebnis: 8/10 (7.7) Punkte.