Nach einem auslaugenden Arbeitstag hatte ich mich sehr auf einen entspannten Filmabend gefreut. Da in letzter Zeit etliche Blindkäufe ihren Weg in meine Sammlung gefunden haben, war die Qual der Wahl groß. Letztendlich haben wir uns auf „RED“ (Retired Extremely Dangerous) geeinigt, der genau das richtige Maß an Unterhaltung versprach. Schließlich muss man auch bei der Filmwahl stets die eigenen Aufmerksamkeitsdefizite mit einkalkulieren…

Robert Schwentkes („Flightplan“) Actionkomödie hat größtenteils ziemlich gute Kritiken bekommen, dennoch hatte ich den Film nie so richtig auf dem Radar. Mit Bruce Willis, John Malkovich, Helen Mirren und Morgan Freeman in den Hauptrollen, wollte ich jedoch auf jeden Fall einmal reinschauen. Die Besetzung ist es auch, die den Film über den Genredurchschnitt hebt. Neben den genannten Schauspielgrößen sind es jedoch vor allem Mary-Louise Parker und Richard Dreyfuss, die mich überzeugt haben. Karl Urban kann seinem Anspruch einen ebenbürtigen Gegenspieler darzustellen dagegen leider nie ganz gerecht werden.
Die Geschichte des Films ist eher ein Deckmantel für diverse Actioneinlagen und humorvolle Szenen, die meist auf das Alter der Protagonisten anspielen. Ein wenig Verschwörung, ein wenig Rache und viel Action. Nichts Besonderes, aber genug um den Film zu tragen. Am besten hat mir jedoch die erste Hälfte des Films gefallen, in der vor allem die Charaktere eingeführt und etabliert werden. Gegen Ende verliert sich „RED“ dagegen in ungefähr schon ein gutes dutzend Mal gesehen Konflikten und deren gewaltsamer Bewältigung.
Erwähnen sollte ich vielleicht noch die stimmige – wenn auch immer etwas zu glatt wirkende – Inszenierung. Florian Ballhaus fängt unsere Altstars gekonnt ein und weiß mit netten Kameraspielereien zu punkten. Alles in allem ist „RED“ eine unterhaltsame Actionkomödie, die in ihren besten Momenten ein wenig an James Camerons „True Lies“ erinnert, größtenteils aber auf zu vorhersehbare Kost setzt und hauptsächlich durch ihre Darsteller zu überzeugen weiß: 6/10 Punkte.
Edit: Nachdem ich die Handlung des Films nur zwei Tage nach dessen Sichtung schon wieder komplett vergessen habe, mir aber immerhin noch einige unterhaltsame Szenen in Erinnerung sind, musste „RED“ nachträglich eine leichte Abwertung (um 1 Punkt) hinnehmen.








