Der Super Mario Bros. Film – OT: The Super Mario Bros. Movie (2023) (WS1)

Da sich der heutige Abend ein wenig anders gestaltete, als erwartet, habe ich spontan die ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen. Der Zwergofant und ich haben letztendlich entschieden, dass wir uns noch einmal „Der Super Mario Bros. Film“ anschauen wollen. Ursprünglich hielt sich meine Lust in Grenzen, doch am Ende war ich fast noch begeisterter als beim Kinobesuch im April letzten Jahres. 🍄

Der Super Mario Bros. Film (2023) | © Universal Pictures

Der Super Mario Bros. Film (2023) | © Universal Pictures

Die perfekte Adaption der Super-Mario-Spiele

Für den Kontext wiederhole ich auch an dieser Stelle noch einmal meine persönliche Geschichte, die ich mit dem wohl berühmtesten Klempner der Welt habe:

Der Videospiel-Klempner aus dem Hause Nintendo begleitet mich schon seit ich denken kann. Ja, selbst weit vor meiner ersten Konsole. Es dürfte 1986 gewesen, dass ich bei Freunden erstmals das originale „Super Mario Bros.“ auf dem NES gespielt habe. Da wir kurz danach in eine andere Stadt gezogen sind, sollte das eine kurze Begegnung bleiben. Mit dem Game Boy kam ein paar Jahre später „Super Mario Land“ und damit mein erstes eigenes Mario-Spiel. Der richtige Durchbruch stellte sich jedoch erst mit „Super Mario World“ auf dem SNES ein. Dieses Spiel habe ich unglaublich intensiv gespielt. Auch heute packe ich es mit dem SNES Classic Mini teilweise noch an und bin erstaunt, wie sehr sich manche Level und Musikstücke in mein Gedächtnis gebrannt haben. Nun mit den Kindern, speziell dem Zwergofanten, bin ich mit „Mario Kart 8 Deluxe“, „Super Mario Odyssey“ und „Super Mario 3D World“ auch wieder mit dem Klempner konfrontiert. Die Spiele sind auch heute noch einfach großartig.

Quelle: Meine erste Besprechung von „Der Super Mario Bros. Film“

All das zahlt sich auch bei der Rezeption des Films aus, denn Nintendo und Illumination haben ganz bewusst auf eine Mischung aus Referenzen an die Super-Mario-Welt und eine eigenständige und recht simple Geschichte gesetzt. Somit ist der animierte Super-Mario-Film die Antithese der 1993er Realfilmversion. Er geht in allem auf Nummer sicher und lässt die Nostalgie durch den Einsatz der bekannten musikalischen Themen sowie unzähliger Soundeffekte aufleben. Hinzu kommen bekannte Figuren sowie Schauplätze, was in der Mischung beinahe schon zu abgeklärt und kalkuliert wirkt, beim Zuschauen aber dennoch ausgezeichnet funktioniert. Obwohl ich mir vor der heutigen Sichtung dachte, dass ich den Film ja noch viel zu gut von unserem Kinobesuch 2023 im Kopf habe, so wurde ich mit jeder verstrichenen Minute begeisterter. Mir hat „Der Super Mario Bros. Film“ heute noch einmal besser gefallen, als beim ersten Durchgang. Ein großer Spaß für Kinder und Eltern.

Fazit

Wie bei unserem Kinobesuch haben auch heute nur der Zwergofant und ich „Der Super Mario Bros. Film“ gesehen. Schade eigentlich. Wir hatten beide wieder sehr viel Spaß mit den Klempner-Brüdern und ihren Abenteuern im Pilzkönigreich. Ich war erstaunt, dass der Film doch mehr Halbwertszeit besitzt, als ich erwartet hatte. Das hat mich gefreut und auch der Fortsetzung sehen der Zwergofant und ich nun noch freudiger entgegen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war müde und hat sich ins Bett verzogen; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Rehragout-Rendezvous (2023)

Heute war ein seltsamer Tag. Ich war sehr froh, als die Arbeitswoche endlich ihr Ende fand und dann war die ganze Familie ausgeflogen: Der Zwergofant war auf einer Geburtstagsfeier und die Damen des Hauses einkaufen. Somit habe ich den Nachmittag alleine vertrödelt und bis auf ein wenig Wäsche waschen nicht wirklich viel gemacht. Nach einer erfolgreichen Shopping-Tour wollten die Damen noch einen Film schauen und ich habe die Aufzeichnung von „Rehragout-Rendezvous“ angeworfen. Der vorerst letzte Eberhofer-Krimi und damit für uns nach exakt acht Monaten das Ende einer Ära. 🦌

Rehragout-Rendezvous (2023) | © Constantin Film Verleih GmbH

Rehragout-Rendezvous (2023) | © Constantin Film Verleih GmbH

Viel zotige Albernheiten in Niederkaltenkirchen

Der Vorgänger „Guglhupfgeschwader“ hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch auf den inzwischen schon neunten Teil der Reihe hatte ich mich gefreut und wir bekommen auch hier die übliche Mischung präsentiert: Die zwischenmenschlichen Geschichten sind sehr unterhaltsam und der Kriminalfall läuft am Rande mit. Den emotionalen Kern bildet dieses Mal Oma Eberhofer, die mit ihren 86 Jahren nicht mehr den Haushalt schmeißen kann. Das geht tatsächlich zu Herzen, da auch Schauspielerin Enzi Fuchs inzwischen in die Jahre gekommen ist. Ich fand es schön, dass Regisseur Ed Herzog das Thema in seinem Film verarbeitet hat. Inwiefern das auch schon in der Vorlage der Fall war, kann ich nicht beurteilen.

Die weiteren Geschichten rund um Susi als stellvertretende Bürgermeisterin und Franz‘ Erektionsprobleme sind dagegen schon so comichaft übertrieben und zotig, dass man diese fast nicht mehr ernst nehmen kann. Muss man auch nicht, denn das war im Eberhofer-Kosmos schon immer so, doch viel weiter aufdrehen sollte Ed Herzog diese Aspekte nicht. Der Kriminalfall ist absolute Standardkost und plätschert so mit. Aber auch das war zu erwarten und schon immer so.

Fazit

Ich fand „Rehragout-Rendezvous“ war erneute beste Unterhaltung. Kein Highlight der Reihe, aber auch kein großer Tiefpunkt. Konnte man sich gut anschauen und ich bin fast ein wenig traurig, dass wir nach neun Filmen nun vorerst durch mit der Reihe sind. Den zehnten Teil werden wir dann vermutlich sogar im Kino verfolgen. Soweit ist es also schon gekommen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: war bei einem Freund Geburtstag feiern)

Geistervilla – OT: Haunted Mansion (2023)

Es ist Halloween! War ich bis vor ein paar Jahren noch ein ziemlicher Halloween-Muffel, hat der Tag inzwischen an Bedeutung gewonnen. Das Zappelinchen war bei einer Freundin auf einer Party und der Zwergofant ist mit seinem Cousin um die Häuser gezogen. Danach haben sie sich die beiden bei uns zum Halloween-Dinner  eingefunden und mit „Geistervilla“ gab es einen kindgerechten Gruselfilm. Wie uns dieser so gefallen hat? 👻

Geistervilla (2023) | © Walt Disney

Geistervilla (2023) | © Walt Disney

Beliebige Geister, zu wenig Grusel, netter Humor

Bevor wir den Film gestartet haben, kam für mich der eigentliche Horror: Mein Hexenschuss sitzt mir auch nach drei Tagen noch ziemlich fies im unteren Rücken. Zwischen 17:30 und 19 Uhr hat es jedoch alle paar Sekunden an der Tür geklingelt, woraufhin ich schnell meine Maske aufgezogen und zu den Süßigkeiten gegriffen habe. Dann an der Tür in die Hocke, Kostüme gelobt und Nascherei übergeben. All das x-mal wiederholt. Das hat die Genesung meines Rückens direkt wieder um ein paar Tage zurückgeworfen. Aber wir wurden gut und gerne 200 Teile Süßkram los. Schon verrückt, wie viel hier in der Nachbarschaft los ist. Das gab es vor ein paar Jahren noch nicht. Auf jeden Fall war es ein gelungener Abend und der Aufwand hat sich gelohnt. Auch der Zwergofant und sein Cousin waren begeistert. Hier ein paar Impressionen unserer Halloween-Feier:

Nach dem Abendessen haben wir dann mit dem Film begonnen. Letztes Jahr hatte ich noch „Ghostbusters: Die Geisterjäger“ vorgeschlagen, doch dieses Jahr fiel die Wahl auf einen neueren Film: „Geistervilla“ ist ein recht aktuelles Disney-Abenteuer, das nach „Fluch der Karibik“ und „Jungle Cruise“ bereits die dritte Verfilmung einer Freizeitparkattraktion darstellt. Die Kritiken waren verhalten bis vernichtend und ich muss sagen, dass ich weder begeistert noch genervt war. „Geistervilla“ ist weder sonderlich gruselig, noch lustig. Er plätschert vor sich hin und hat ein paar ganz nette Momente. Gerade die Geister bleiben jedoch erstaunlich blass (haha) und weniger CGI-Action hätte dem Film gut getan. Die Figuren mochte ich ganz gerne und die zwei Stunden sind recht schnell vergangen. Kann man also durchaus machen.

Fazit

Der Halloween-Filmabend war auch dieses Jahr eine nette Sache. Die beiden Jungs hatten viel Spaß mit dem Film und auch ich wurde gut unterhalten. Letztendlich ist es vermutlich genau das, was man von einem kindgerechten Gruselfilm aus dem Hause Disney erwarten kann. Wer das nicht braucht, der verpasst auch nichts: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer  anderen Halloween-Party; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

ECHT: Unsere Jugend – Die komplette Doku (2023)

Nach einer halben Ewigkeit habe ich einmal wieder eine Doku gesehen. Warum mich ausgerechnet der Rückblick auf eine, zumindest in meiner bisherigen Wahrnehmung, Teenie-Band aus den späten 1990ern Jahren dazu gebracht hat? Die dreiteilige Doku „ECHT: Unsere Jugend“ wurde in diversen Publikationen und Podcasts nahezu übertrieben positiv besprochen. Obwohl ich keinen großen Bezug zur Band hatte, war mein Interesse dennoch geweckt. Der Zugriff via ARD-Mediathek ist zudem sehr bequem. Warum auch ihr reinklicken solltet, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. Kurz: Coming-of-Age at its best. 🎸🎶

ECHT: Unsere Jugend | © ARD

ECHT: Unsere Jugend | © ARD

Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind

Ich kenne von ECHT nur die Singles bzw. ihre Hits. Die Band wurde groß, als ich mich im ungefähr gleichen Alter befand, wie ihre Mitglieder. Sie wurde damals als Teenie-Band positioniert, was so gar nicht mein Interessensgebiet war. Ich fing zu dem Zeitpunkt an, meinen eigenen Musikgeschmack zu entwickeln und begann ausschließlich Alternative Rock und (Pop) Punk zu hören. Dennoch muss ich zugeben, dass die Songs der Band aus dem Brei der damals populären Musik herausgestochen sind. Als ich sie kürzlich beim Spielen von Hitster wieder einmal hörte, merkte ich auch, dass sie mir nach all den Jahren im Kopf geblieben und dabei überraschend gut gealtert sind. Vermutlich war das auch der Auslöser, mich tatsächlich der Doku zu widmen, die von Kim Frank selbst, dem ehemaligen Sänger von ECHT, aus über 240 Stunden Videomaterial geschnitten wurde. Durch die große Menge an Material, das damals ohne Plan oder Ziel irgendeiner Veröffentlichung gefilmt wurde, bekommen wir sehr persönliche und authentisch wirkende Eindrücke vom Aufstieg und Fall dieser Band. Ohne riesengroße Skandale und übertrieben heftige Wendungen. Doch genau das lässt den Blick auf ECHT auch so, ich kann es nicht anders sagen, echt wirken.

Es ist faszinierend, in eine Zeit ohne Smartphones, Social Media und YouTube zurückzublicken. In eine Zeit, in der Musikfernsehen und Teenie-Zeitschriften den Markt beherrschten. In die Zeit auch meiner Jugend. Schon alleine deshalb resoniert die Doku wohl so stark mit Zuschauenden in meinem Alter. Davon abgesehen ist die dreiteilige Doku handwerklich wirklich gut gemacht. Hut ab. Auch wenn Kim Frank eindeutig als globale Erzählstimme fungiert, so wird allen Bandmitgliedern doch die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn man sich ein aktuelles Gespräch anschaut, so wie es auch im Zentrum der unbedingt sehenswerten Bonus-Episode steht, dann ist es verblüffend zu sehen, wie erwachsen die fünf Jungs geworden sind. Es liegen 20 Jahre dazwischen. Ist also ganz normal. Sollte man meinen.

Auch ich bin seitdem 20 Jahre älter geworden, doch reflektiert man das selbst eher selten. Die ehemaligen Musiker blicken unfassbar reflektiert und liebevoll auf das jüngere Ich ihrer Bandkollegen zurück. Das fand ich wirklich beeindruckend. Kim Frank nimmt die Doku auch nicht als Vehikel, um eine Reunion zu starten o.ä. Es ist schön zu sehen, dass jeder der fünf Bandmitglieder seinen Platz im Leben gefunden hat. Fast noch schöner ist, dass heute keine Wehmut vorherrscht, sondern in erster Linie Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Das sind nachvollziehbare und sehr reflektierte Botschaften. Mich hat die Doku wirklich berührt und ich bin beeindruckt, wie gut das gewählte Material den Werdegang von ECHT erzählt. Ich hätte das nie für möglich gehalten, aber ich werde die Jungs vermissen.

Fazit

Auch wenn ich zu Beginn nur aus mildem Interesse in „ECHT: Unsere Jugend“ reingeschaut habe, so hat die dreiteilige Doku (plus unbedingt sehenswerter Bonusfolge) mich so stark in ihren Bann gezogen, wie schon lange nichts mehr. Ich kann dementsprechend nur eine dringende Empfehlung dafür aussprechen. Auch wenn ihr nichts mit der Band anfangen konntet. Ihr werden ECHT danach mit anderen Augen sehen und speziell die Menschen dahinter und ihre Geschichten. Ein Klick in die ARD-Mediathek genügt und schon kann es losgehen: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Meg 2: Die Tiefe – OT: Meg 2: The Trench (2023)

Heute war ein voller Tag, an dem wir einen schönen Ausflug unternommen hatten. Danach war ich noch eine Runde laufen und eines führte zum anderen, so dass wir erst gegen 21 Uhr zur Ruhe kamen. Da es heute draußen recht frisch war, haben wir uns nach drinnen verzogen und mit „Meg 2: Die Tiefe“ noch die Fortsetzung von „Meg“ angeschaut. Vermutlich waren wir alle schon zu müde, doch manchmal braucht es einfach einen Filmabend. 🦈

Meg 2: Die Tiefe (2023) | © Warner Home Video

Meg 2: Die Tiefe (2023) | © Warner Home Video

Hai-Wahnsinn mit hanebüchener Handlung

Zunächst einmal muss ich kurz festhalten, dass ich mich beinahe verschluckt hatte, als ich Ben Wheatley als Regisseur im Abspann gelesen habe. Ben Wheatley? Da klingelt doch was und zwar „Kill List“. Auch wenn ich den gehypten Geheimtipp nicht so überragend fand wie die meisten Zuschauer:innen, so hat es mich doch sehr überrascht, dass ausgerechnet Wheatley bei „Meg 2: Die Tiefe“ Regie geführt hat. Davon merkt man nämlich so gar nichts. Der Film sieht aus wie der generischste Blockbuster überhaupt. Auch inhaltlich. Außer dass alles noch viel hanebüchener ist, als im, was Logik und Handlung angeht, ohnehin schon grenzwertigen Vorgänger. Verblüffend. Hollywood und viel Geld aus China eben.

„Meg 2: Die Tiefe“ ist ein Quasi-Remake des ersten Teils, nur dass noch eine öde Kriminalhandlung mit noch öderen Bösewicht:innen eingebaut wurde. Als stärksten Teil empfand ich erneut das Finale, was aber auch nur wieder ein Aufwärmen des bereits bekannten Endkampfes war. Gut gefallen hat mir ebenfalls das Tauchabenteuer bis zur Unterwasserstation, was aber z.B. in „Underwater: Es ist erwacht“ in ähnlicher Form bereits besser umgesetzt wurde. Die Figuren bleiben erneut blass und tauchen teils auch gar nicht mehr auf. Auch hier wieder typisch generische Fortsetzung.

Fazit

Obwohl ich wirklich müde war, bin ich wachgeblieben und hatte auch meinen Spaß mit „Meg 2: Die Tiefe“. Das hätte heute bestimmt nicht jeder Film geschafft. Trotz einiger guter Ideen schwächelt die Inszenierung und am Ende bleibt ein eher müder Abklatsch des auch nur munteren ersten Teils übrig. Das Zappelinchen sieht das ganz ähnlich, der Zwergofant hat sich wieder blendend unterhalten gefühlt: 5/10 Punkte.  (Zappelinchen: 5/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Gen V – Staffel 1 (2023)

Die Amazon-Prime-Video-Serie „The Boys“ ist mit dem Start der vierten Staffel gerade wieder in aller Munde. Der perfekte Zeitpunkt für mich, um das letztes Jahr gestartete Spin-off „Gen V – Staffel 1“ nachzuholen. Eigentlich hatte ich nie den Drang, unbedingt reinschauen zu wollen, doch aufgrund einer Lücke im Programm, und dem Hype um die Hauptserie, hat sich die Sichtung angeboten. 🦸‍♀️🦸‍♂️

Gen V – Staffel 1 | © Amazon Prime Video

Gen V – Staffel 1 | © Amazon Prime Video

Teenage Angst im „The Boys“-Universum

Natürlich beginnt auch „Gen V“ mit einer schockierenden und sehr blutigen Szene. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass die Serie deutlich harmloser ausfallen soll als „The Boys“. Mich mag meine Erinnerung trügen, doch hatte ich diesen Eindruck nicht. Einzig die Grundstimmung ist eine andere, da es nicht nur egomanische Arschlöcher zu geben scheint, sondern Figuren, mit denen man durchaus mitfühlen kann. Das lässt „Gen V“ etwas weicher bzw. zugänglicher erscheinen. Explodierende Penisse und blutige Gewaltexzesse gibt es natürlich dennoch und das nicht zu knapp. Selbst die zynische Grundhaltung ist vorhanden, wirkt aber nicht ganz so extrem wie in der Mutterserie. Unter all den Superheld:innen-Kram mixen sich natürlich auch klassische Coming-of-Age-Elemente mit großem Fokus auf die Darstellung von Teenage Angst. Altbekanntes also, was jedoch frisch und tatsächlich recht extrem verpackt wird.

Es mag holzhammerartig wirken, doch wenn hier z.B. nichtbinäre Geschlechtsidentität als Superkraft behandelt wird, dann macht sich „Gen V“ damit relevanter als „The Boys“. Auch Neurodivergenz wird mehr oder weniger direkt thematisiert und ich empfand den Umgang damit durchaus sensibel (kaum zu glauben bei dieser Serie). Natürlich dürfen im College-Setting auch Romanzen nicht fehlen und speziell die Annäherung zwischen Emma und Sam ist sehr gelungen. Die Verknüpfungen zur Hauptserie fand ich auch geschickt eingewoben (nicht zu viel und nicht zu wenig) und die Rahmenhandlung zwar nicht sonderlich innovativ, aber doch stets mitreißend. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass mir „Gen V“ teils besser gefallen hat als die Hauptserie. Einen Bonuspunkt gibt es zudem für die Puppenszene. Herrlich!

Fazit

Ich hätte niemals gedacht, dass mir „Gen V“ so gut gefallen würde. Die Serie ist deutlich mehr als nur ein Zwischensnack bis zur nächsten Staffel von „The Boys“. Nun bin ich gespannt, wie groß ihr Einfluss auf die Hauptserie sein wird. In die zweite Staffel werde ich dann bestimmt schneller reinschauen. Nun geht es aber erst einmal zurück zu Billy Butcher, Homelander und Co. Nicht nur als Spin-off überraschend sehenswert: 9/10 (8.5) Punkte.

Sonne und Beton (2023)

Die Operation von Frau bullion ist erfolgreich verlaufen. Morgen früh geht es noch einmal zur Nachsorge, doch das Schlimmste ist hoffentlich vorerst überstanden. Der Zwergofant hat sich spontan für eine zweite Nacht abgemeldet, so dass wir auch beim heutigen Filmabend nur zu dritt waren. Ich habe „Sonne und Beton“ vorgeschlagen und hoffte, dass der Film für das Zappelinchen nicht zu hart werden würde. Es war an der Grenze. Auch für mich. 🌇

Sonne und Beton (2023) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Sonne und Beton (2023) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Schmerzhaft authentisches Coming-of-Age-Kino

Im Gegensatz zu Frau bullion kannte ich Felix Lobrechts Roman nicht. Ich hatte im Vorfeld nur viel Gutes gehört und war demnach sehr gespannt auf den Film. Speziell das deutsche „Kids“ ist mir als Vergleich im Kopf geblieben, denn Larry Clarks Film aus dem Jahr 1995 hat mich damals nachhaltig mitgenommen. Ganz so hart ist „Sonne und Beton“ nicht, auch wenn er durchaus dahin geht, wo es weh tut. Berlin-Gropiusstadt im Jahr 2003 wirkt, aus meiner privilegierten Kleinstadtwelt betrachtet, wie ein anderer Planet. Die sozialen Verhältnisse sind schwierig, die familiären teils bestürzend. Ich hatte die meiste Zeit des Films einen dicken Kloß im Hals. Hunderte, nein tausende junge Menschen wachsen in diesen Hochhaussiedlungen auf. Die meisten von ihnen haben keine Chance. Ein Felix Lobrecht, der seine Geschichte in unbestimmten Teilen autobiografisch erzählt, ist da die Ausnahme.

Was „Sonne und Beton“ hoffnungsvoller erscheinen lässt als „Kids“, ist der Zusammenhalt der vier Hauptfiguren. Auch Larry Clark hat die freundschaftlichen Aspekte miterzählt, doch in David Wnendts „Sonne und Beton“ wirkt die Verbindung auf naive Art und Weise aufrichtiger. Selbst das in Teilen durchaus schockierende Finale ist viel versöhnlicher und optimistischer, was die vier Freunde angeht. Kein Vergleich zum Schlag in die Magengrube, mit dem uns „Kids“ zurückgelassen hat. Aber ich möchte die beiden Filme gar nicht zu sehr miteinander vergleichen. „Sonne und Beton“ hat eine ganz eigene Stimme. Es ist ein durch und durch deutscher Film und dennoch wirkt er viel frischer als das meiste, was man hierzulande sieht. In jeder Hinsicht wirklich gelungen.

Fazit

„Sonne und Beton“ ist kein einfacher Film, aber doch einer der nachwirkt. Das Zappelinchen war sichtlich verstört, weil es eben keine eindeutige Identifikationsfigur gibt. Dennoch hat irgend etwas geklickt. Für mich ist „Sonne und Beton“ einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre. Kleines und doch umso größeres Kino. Sollte man gesehen haben: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: hat erneut bei seiner Patin übernachtet)

Die Nachbarn von oben (2023)

Heute Abend haben wir recht lange das Gesellschaftsspiel „Hitster“ gespielt, weshalb es am Ende zu spät für einen Filmabend mit den Kids war. Frau bullion und ich haben es dennoch aufs Sofa geschafft. Mit ihren Kolleginnen hatte sie im Kino den Trailer zu „Die Nachbarn von oben“ gesehen, den Film dann aber verpasst. Für uns gab es also einen Filmabend ohne Kinder. Ob sich der Film gelohnt hat? 🥂

Die Nachbarn von oben (2023) | © Ascot Elite Home Entertainment

Die Nachbarn von oben (2023) | © Ascot Elite Home Entertainment

Angestrengt zwischen Drama und Komödie

Das Setting erinnert an „Gott des Gemetzels“: Ein intimes Kammerspiel zwischen zwei Paaren, welches zu schmerzhaften Fragestellungen führt und in einer existenziellen Krise endet. Aufhänger ist, dass die titelgebenden Nachbarn beim nächtlichen Sex zu laut sind und ob man das, so rein nachbarschaftlich gesehen, ansprechen könne. Das Paar, dessen Perspektive wir einnehmen, ist in den Fünfzigern, die einzige Tochter ist Teenagerin und beide haben sich nicht mehr viel zu sagen. Das Nachbarpaar führt eine offene Beziehung und veranstaltet regelmäßig Orgien. Soweit, so vielversprechend anzüglich die Prämisse. Das hat anscheinend auch der Trailer versprochen.

Tatsächlich ist „Die Nachbarn von oben“ bis auf ein, zwei kurze Momente überhaupt nicht witzig. Wir wohnen eher einem Beziehungsdrama bei, das allerdings auch in nicht im Geringsten erhellend ist. Der ganze Film ist unfassbar dröge inszeniert und es kommt keine Spannung auf. Was hätte man alles daraus machen können? Beide Lebensentwürfe ins Extrem drehen und den Figuren ihren Spiegel vorhalten. Es tatsächlich anzüglich werden lassen oder zumindest eine Entwicklung der Charaktere vorantreiben. Doch da ist nichts. Die Schauspieler:innen machen ihre Sache gut, doch bekommen sie einfach zu wenig zu tun. Die Dialoge wirken unnatürlich und steif. Am Ende hat sich nichts zwischen den Figuren geändert. Die knapp 90 Minuten haben sich angefühlt wie drei Stunden.

Fazit

Wenn wir uns bei einem Film mehrfach überlegen auszuschalten, dann mag das etwas heißen. Hinter dem anzüglichen Thema verbirgt sich ein arthousig angehauchter Schnarcher, der mich leider so gar nicht überzeugen konnte. Schade um die nette Grundidee und die guten Schauspieler:innen. Leider wurde nichts daraus gemacht. Schade drum: 3/10 Punkte.

Theater Camp (2023)

Endlich einmal wieder ein Familienfilmabend. Da wir gerade nicht mitten in einer Reihe stecken, wollte ich den Kids einen Gefallen tun und habe mit „Theater Camp“ einen recht aktuellen Film vorgeschlagen. Warum ausgerechnet dieser? Ich habe die Besprechung im Sneakpod gehört und da auch das Zappelinchen und der Zwergofant letzte Woche wieder auf der Bühne gestanden haben, dachte ich der Film könnte den beiden gut gefallen. Ob ich damit recht behalten habe? 🎭

Theater Camp (2023) | © Searchlight Pictures

Theater Camp (2023) | © Searchlight Pictures

Sympathisch erzählt, doch zu wenig Charakter

Musikfilme funktionieren eigentlich immer. Gerade die „Pitch Perfect“-Reihe haben die Kinder geliebt. In „Theater Camp“ geht es um die Rettung eben dieses Theatercamps, die Kinder und speziell ihre Lehrer:innen. Der Film wird im Stil einer Mockumentary erzählt und ich befürchte, dass der im Impro-Stil inszenierte Film durch die deutsche Synchronisation einiges von seinem Charakter und Charme verloren hat. Doch auch davon abgesehen ist die Geschichte nicht so rund, wie ich mir es erhofft hatte. Speziell den starken Fokus auf die Lehrerschaft fand ich seltsam. Die Kinder im Camp verkommen fast schon zur Staffage, was ich sehr schade fand. Warum man sie nicht ins Zentrum gerückt hat, mag sich mir nicht erschließen. Potenzial wäre auf jeden Fall da gewesen. Wie gut das funktionieren kann, wissen wir spätestens seit „School of Rock“.

In der Verschrobenheit seiner Figuren liegt auch die wahre Stärke von „Theater Camp“, was der Film vor allem in seinem letzten Drittel auszuspielen weiß. Der finale Musical-Auftritt ist dann auch das Highlight, in dem endlich die Kinder als die Stars gefeiert werden, die sie sind. Alles davor plätschert ein wenig vor sich hin, ist durchaus sympathisch erzählt, aber wirklich witzig fand ich den Film kaum. Da hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Auch Zappelinchen und Zwergofant waren nicht extrem begeistert, was schon seltsam ist für einen aktuellen Film, der inhaltlich auch noch so nah an ihrem Interessengebiet liegt.

Fazit

„Theater Camp“ ist nette Unterhaltung, mehr leider auch nicht. Die Sympathie für den zusammengewürfelten Haufen ist auf jeden Fall da, doch hätte man viel mehr Fokus auf die Kinder geben müssen. Das ist zumindest meine Einschätzung. So bleibt am Ende eine Geschichte über ein schrulliges Camp mit sehenswerter Musical-Sequenz. Mehr leider nicht: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant:  7/10 Punkte.)

Percy Jackson: Die Serie – OT: Percy Jackson and the Olympians – Staffel 1

Auf der Suche nach einer neuen Serie, die wir mit der gesamten Familie schauen können, sind wir letztendlich bei „Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1“ gelandet. Mein Vorwissen zur Geschichte ziehe ich aus den beiden Filmadaptionen „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ und „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“, die ich vor ein paar Jahren gesehen habe. Das Zappelinchen hat dagegen den ersten Band der Buchreihe als Schullektüre gelesen. Somit waren wir alle auf die Serienadaption gespannt. 🏛️

Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1 | © Walt Disney

Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1 | © Walt Disney

Ein schön inszeniertes Jugendabenteuer in Serie

Ich muss gestehen, mich kaum noch an die Verfilmung erinnern zu können. Nur ein paar Szenen (z.B. der Anfang im Camp oder Medusa) sind mir noch im Kopf und ich weiß, dass ich den Film recht unterhaltsam fand. Die Disney-Adaption in Serienform kann sich viel mehr Zeit für die Geschichte nehmen und verjüngt unsere Held*innen auch deutlich bzw. orientiert sich damit eher an der Vorlage. Ich mochte den Einstieg in die Geschichte wieder sehr gerne. Überhaupt fand ich die erste Hälfte der Staffel deutlich gelungener und auch bedeutsamer für die Gesamtgeschichte. Die Reise unserer Held*innen an sich war seltsam unausgewogen, was das Pacing angeht. Hier hat mich die Serie in ihren schwächsten Momenten an die „Willow“-Serie erinnert. Doch ganz so schlimm war es am Ende doch nicht.

Die Schauspieler*innen machen ihre Sache allesamt gut und auch die Schauplätze sehen durchaus beeindruckend aus. Die Handlung fand dagegen eher verwirrend (wer hat nun was gestohlen und warum?) und auch seltsam nichtssagend. Hier kam dann auch wieder das Pacing-Problem zum Tragen, denn obwohl jede Episode an einem anderen Schauplatz spielt, so bleiben Höhepunkte oder Rhythmuswechsel aus. Ich kann das nur schwer beschreiben, doch wenn ihr die Serie gesehen habt, wisst ihr vielleicht was ich meine. Das alles ist nicht dramatisch, denn „Percy Jackson: Die Serie“ ist über ihre gesamte Laufzeit unterhaltsam und schön anzusehen.

Fazit

Wir hatten viel Spaß mit „Percy Jackson: Die Serie“ und freuen uns, dass sie fortgesetzt werden soll. Ich bin gespannt, ob sich das seltsame Pacing dann auflöst oder es einfach Teil der Serie ist. Vielleicht lag es auch am langen Zeitraum von knapp  zwei Monaten, den wir für die Sichtung gebraucht haben. Die Kinder waren insgesamt etwas begeisterter als ich: 7/10 (7.4) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)