24: Redemption

Zur Vorbereitung auf die siebte Staffel habe ich mir den als Exposition vorgeschobenen TV-Film „24: Redemption“ angesehen. Wie immer in Echtzeit erzählt, nur eben komprimiert auf zwei Stunden bildet dieser Auftakt ein nettes Actionspektakel für Zwischendurch.

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Der für die Serie ungewöhnliche Handlungsort einer Krisenregion in Südafrika tut der Serie gut. Endlich einmal nicht das übliche Terrormanagement der CTU. Ein gebrochener Jack Bauer ist auf der Flucht vor seiner Vergangenheit, die ihn – wie sollte es auch anders sein? – nur zu schnell einholt. Man darf sich hier keiner Illusion hingeben. Jack Bauer ist eben Jack Bauer und dementsprechend treu bleibt auch dieser TV-Film den Regeln der Serie. So gibt es spannende Fluchtszenen, unrealistische Alleingangsaction und böse Verschwörungen.

Die Szenen, welche Jacks Rettungsversuch in Südafrika zeigen, funktionieren tadellos. Robert Carlyle („Trainspotting“, „28 Weeks Later“) tritt in diesen als Jacks Kamerad aus längst vergangenen Tagen auf, was auch die Charakterbildung aufwertet. Als Gegenstück dazu gibt es nervige Verschwörungsszenarien, welche um die Amtseinführung einer neuen US-Präsidentin stattfinden. Dort gibt es schleimige Darsteller und ein Weißes Haus zu sehen, bei dem sich mir die Zehennägel nach oben rollen. Was bin ich doch von „The West Wing“ verwöhnt.

Alles in allem macht „24: Redemption“ wieder einen Schritt in die richtige Richtung und bietet knapp zwei Stunden gute Unterhaltung. Ich hoffe nur, dass die positiven Elemente in der siebten Staffel verstärkt fortgeführt werden und die Verschwörungsgeschichte nicht zu sehr ausufert. Für dieses kurze Wiedersehen mit Jack Bauer gibt es von mir 7/10 Punkte.

Friends – Season 1

Nun habe ich doch tatsächlich erneut mit der Sichtung einer meiner liebsten Sitcoms begonnen. Damit flimmert „Friends – Season 1“ bestimmt schon zum fünften Mal über den heimischen Bildschirm, was auf jeden Fall einen Rekord in Sachen TV-Serien darstellen dürfte. Doch wie bin ich überhaupt zu der Serie gekommen? Was macht sie so grandios? All das und noch viel mehr im folgenden Eintrag.

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Das erste Mal kam ich mit „Friends“ bei der deutschen Erstausstrahlung irgendwann nachts auf SAT.1  in Berührung. Ein Freund hatte mir von der Serie erzählt und ich schaltete ziemlich unbedarft ein. Die einzigen mir damals bekannten Sitcoms waren „Die Bill Cosby Show“ und „ALF“, auch wenn man sich das heute kaum noch vorstellen kann. Zudem war der Sendetermin nicht gerade vorteilhaft, da ich damals keinen eigenen Fernseher besaß.

Der zweite Kontakt kam dann mit der Ausstrahlung im Vorabendprogramm, womit die Serie zum Pflichtprogramm wurde. Auch in meinem Freundeskreis gewann sie an Popularität und Zitate (hauptsächlich von Chandler Bing) waren an der Tagesordnung. Als bei uns nur noch Wiederholungen liefen, entdeckte ich bei einem Paris-Urlaub, dass es dort „Friends“ auf DVD gibt. Damals hatte ich zwar noch keine Abspielmöglichkeit, war aber tief beeindruckt und sehr neidisch auf die Franzosen.

Kurze Zeit später kamen auch in Deutschland die ersten „Friends“-DVDs auf den Markt. Die günstigsten Preise pro DVD waren damals 45 DM, d.h. 180 DM pro Staffel. Das muss man sich einmal vorstellen. Dennoch konnte ich nicht widerstehen und habe mir die erste Ausgabe der ersten Staffel gekauft. Diese hat mich über meine ersten Nachtwachen im Zivildienst gerettet und – was viel wichtiger ist – den englischen Originalton schmackhaft gemacht. Nachdem ich in den folgenden Jahren nach und nach die deutschen Staffelboxen gekauft hatte, schien die Geschichte um „Friends“ auf DVD mit der englischen Serienbox für mich ein glückliches Ende zu nehmen. Allerdings wurden vor einigen Tagen die erweiterten Fassungen für UK angekündigt, was meine Finger erneut jucken lässt.

Das letzte Mal hatte ich die gesamte Serie Anfang 2005 gesehen und brauchte – nachdem es manche Staffeln bereits auf vier Sichtungen brachten – wohl erst einmal eine Pause. Diese gilt hiermit jedoch als beendet, womit ich auch endlich zur eigentlichen Besprechung der ersten Staffel kommen möchte:

Die Handlung beschränkt sich noch weitgehend darauf die Charaktere zu einzuführen. Erstaunlich hierbei ist, wie ausgearbeitet diese bereits in den ersten Minuten erscheinen. Ebenso spührt man das Potential der Schauspieler förmlich auf dem Bildschirm, was von den Autoren auch wirklich geschickt genutzt wurde. Die Geburt von Serienlegenden. Ich hatte z.B. auch schon wieder völlig vergessen, dass Janice bereits so früh in der ersten Staffel auftritt. Man hat die grundlegenden Meilensteine wirklich schon früh gesetzt. Bemerkenswert.

Anfangs hatte ich die Befürchtung, die Serie könnte heute vielleicht etwas angestaubt wirken. Völlig unbegründet! Inzwischen habe ich unzählige moderne Sitcoms konsumiert, von denen kaum eine auch nur annähernd den New Yorker Freunden das Wasser reichen kann. Einzig „How I Met Your Mother“ schickt sich an der legitime Nachfolger zu werden.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass bereits die erste Staffel von „Friends“ völlig berechtigt den guten Ruf der Serie begründen konnte. Es ist bereits alles zu finden, was die noch kommenden Geschichten so großartig werden ließ. Neben „Seinfeld“ wohl das Standardwerk unter den Sitcoms. Einfach nur gut: 10/10 Punkte.

Dollhouse – Season 1

Trotz ziemlich verhaltener Kritiken waren meine Erwartungen an Joss Whedons neue Show recht hoch. Kein Wunder, zählen die Vorgänger doch allesamt zu meinen Lieblingsserien. Wie sich der Neuzugang „Dollhouse – Season 1“ nun im Vergleich geschlagen hat? Ziemlich gut. Nur die Episodenzahl ist leider etwas dürftig ausgefallen.

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Die Prämisse der Serie ist äußerst vielversprechend und eröffnet eine ganze Welt von Handlungsmöglichkeiten. Das titelgebende Dollhouse ist eine Organisation, die Menschen Träume verkauft. Die dort wohnenden Dolls sind leere Hüllen, die mit jeder gewünschten Persönlichkeit geprägt werden können. Identität verkommt zur Nichtexistenz. Futuristischer Menschenhandel? So scheint es auf den ersten Blick, doch es lässt sich schon jetzt erahnen, dass weit mehr dahintersteckt.

Die meisten Kritiker haben der Serie vorgeworfen, dass man sich mit keiner der Figuren identifizieren könne, da diese ja in jeder Episode eine andere Rolle spielen. Ich kann diesen Kritikpunkt überhaupt nicht nachvollziehen. Die Dolls bilden nur einen Bruchteil der Charaktere und zudem ist bei diesen – allen voran Echo (toll gespielt von Eliza Dushku) – eine deutliche Entwicklung zu sehen. Darum geht es doch in der Serie. Das Spiel mit der Identität. Ein höchst faszinierendes Spiel wohlgemerkt.

Es stimmt allerdings, dass man die Charaktere nicht so schnell ins Herz schließt, wie eventuell in den vorangegangenen Serien Whedons. Das liegt vor allem in der Prämisse begründet, denn wie könnte man jemanden sympathisch finden, der für solch eine menschenverachtende Organisation arbeitet? Da kann z.B. Topher noch so sehr als Comic Relief angelegt sein, seine Arbeit wirft dennoch einen grausamen Schatten. Einzig Paul Ballard und Echo selbst scheinen molarisch vertretbar zu handeln. Doch man weiß ja, dass bei Joss Whedon selten alles so ist, wie es scheint.

Insgesamt hat mir die erste Staffel von „Dollhouse“ wirklich ausgezeichnet gefallen. Spannende Einzelepisoden und eine famose Rahmenhandlung. Dazu gewitzte Dialoge und sympathische Schauspieler. Man erkennt Whedons Handschrift. Dennoch ist die Serie (noch) kein Überflieger. Dazu gab es (besonders zu Beginn der Staffel) zu viele schwächelnde Einzelepisoden. Wenn man sich jedoch an die ersten Seasons von „Buffy: The Vampire Slayer“ oder auch „Angel“ zurückerinnert, wird einem schnell bewusst, wieviel Potential in „Dollhouse“ stecken muss. Überhaupt erinnert Whedons jüngstes Werk weit mehr an seine früheren TV-Hits, als an seinen letzten Ausflug in die amerikanische Fernsehlandschaft. „Firefly“ behält somit weiterhin seine Sonderstellung in Sachen Thematik und Qualität.

Für Whedonites, die offen für Neues sind, bietet „Dollhouse“ wunderbare Unterhaltung. Man muss sich nur darauf einlassen und spätestens zur Mitte der Staffel lassen einen Echo und Co. nicht mehr los. Absolut sehenswert mit großem Entwicklungspotential: 8/10 Punkte.

The West Wing – Season 3

Auch das dritte Jahr unter Präsident Bartlet geht mit „The West Wing – Season 3“ erfolgreich zu Ende. Es war wieder ein herausragendes Erlebnis. Wie auch schon die beiden vorherigen Jahre. So langsam gehen mir wirklich die Superlative für Aaron Sorkins Ausnahmeserie aus.

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Zunächst einmal beginnt die Staffel äußerst ungewöhnlich, was den Ereignissen vom „11. September“ geschuldet ist. Ich war sowieso schon immer neugierig, wie Aaron Sorkin mit diesem schwierigen Thema umgeht. Ignoriert er dieses für die politische Welt so wichtige Ereignis? Baut er es in die laufende Serienhandlung ein? Was wäre wohl der angemessenste Weg damit umzugehen?

Sorkin hat die Ereignisse in einer einzelnen Episode verarbeitet, die er der Staffel voranstellte und welche somit aus der laufenden Rahmenhandlung herausfällt. Diese besondere Episode wird von den Schauspielern eingeleitet und ist den Opfern des Anschlags gewidmet. Meiner Meinung nach ein absolut würdiger Umgang mit dem Thema, denn Bartlets idealistisches Amerika wäre keine geeignete Bühne für eine reine Fokussierung auf dieses Thema gewesen. Was allerdings nicht heißt, dass Terrorismus in dieser Staffel nicht vermehrt zur Sprache gebracht wird. Aber eben auf Sorkins Art und Weise.

Ansonsten knüpft die Handlung direkt an die zweite Staffel an. Die Nachwirkungen von Präsident Bartlets Geständnis seiner Erkrankung werden ebenso beleuchtet, wie der immer mehr in den Vordergrund tretende Wahlkampf um die nächste Präsidentschaft. Höchst spannende Themen also, die jedoch auch die menschliche Seite nicht außer acht lassen. Im Vordergrund stehen nach wie vor die Charaktere.

Ich könnte noch viel schreiben, jedoch läuft alles auf das gleiche hinaus: „The West Wing“ ist auch im dritten Jahr allerbeste Serienunterhaltung. Kein Qualitätseinbruch. Immer noch perfekt. Grandios geschrieben und ergreifend inszeniert. Serienkino in Bestform: 10/10 Punkte.

Castle – Season 1

Eine der vielversprechendsten Ankündigungen in der letzten Seriensaison war für mich „Castle – Season 1“, eine simple Krimiserie. Der Grund für die Vorfreude ist demnach allein dem Hauptdarsteller Nathan Fillion zuzuschreiben, der seit Joss Whedons „Firefly“ zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern zählt. Leider jedoch hatte er in der Vergangenheit nicht sonderlich viel Glück mit seiner Serienwahl (z.B. „Drive“). Wird er als Richard Castle länger im Rennen bleiben?

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Mein Tipp lautet eindeutig ja! Warum? Aufgrund der Struktur der Serie. Krimi, Einzelepisoden, eine sich andeutende Liebesgeschichte. All das, was der durchschnittliche Zuschauer sehen will. Hat ja schließlich auch schon bei der Serie „Bones“ funktioniert, welche sich ohnehin für einen Vergleich aufdrängt. Hierzu möchte ich nur sagen, dass „Castle“ nicht ganz an das konzeptuelle Vorbild heranreicht, was vielleicht auch der verkürzten Startstaffel zuzuschreiben ist. Hier gibt es nämlich tatsächlich nur Einzelfälle, die alle nach dem gleichen Muster ablaufen. Überraschungen muss man wirklich mit der Lupe suchen.

Was die Serie dennoch sehenswert macht? Die Darsteller, allen voran natürlich Nathan Fillion, dem der überhebliche und dennoch sympathische Krimiautor Richard Castle wirklich auf den Leib geschrieben ist. Herrlich! Auch seine Gegenspielerin bzw. Partnerin Stana Katic kann als Detective Kate Beckett Punkte sammeln, wenngleich hier noch Potential zur Charakterentwicklung vorhanden ist. Die Dialoge sind beinahe ebenso erfrischend, wie bei „Bones“ und man spürt das obligatorische Knistern förmlich. Schön auch, dass sich die Serie dabei selbst nicht allzu ernst nimmt.

Inszenatorisch kann man der Serie nichts vorwerfen, wenngleich mich die hippen Szenenübergänge und die teils etwas zu neonhafte Farbgebung stören. Kann man aber gut damit leben. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Serie in der kommenden Staffel entwickeln wird. Man ahnt ja bereits einen umfassenderen Handlungsbogen in Bezug auf Becketts Vergangenheit (erneut eine Parallele zu „Bones“) und darf demnach gespannt sein.

Insgesamt kann man „Castle“ Krimifreunden bzw. Fans von Nathan Fillion nur ans Herz legen. Für alle anderen Serienjunkies da draußen mag sich zumindest einmal ein kurzer Blick lohnen. Einfach nette Unterhaltung für Zwischendruch: 7/10 Punkte.

Legend of the Seeker – Season 1

Eine der Serien, auf die ich mich im vergangenen Jahr wohl am meisten gefreut hatte, war „Legend of the Seeker – Season 1“ nach den Fantasyromanen von Terry Goodkind. Auch wenn mir die Unwahrscheinlichkeit dessen durchaus bewusst war, hatte ich insgeheim wohl einen Fantasykracher vom Kaliber eines „Der Herr der Ringe“ erwartet. Doch was hat die Serie tatsächlich zu bieten?

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Die ersten Episoden der Sam Raimi-Produktion („Tanz der Teufel“, „Spider-Man“) sind auf den ersten Blick ernüchternd und schmälern die Vorfreude auf epische Fantasygeschichten deutlich. Die Handlung ist wirr, die Schauspieler mäßig und die Effekte wirken billig. Man merkt das begrenzte TV-Budget nahezu in jeder einzelnen Einstellung. Ein Dorf sieht aus wie das andere und die wirklich wunderschönen Flüge über die neuseeländische Landschaft lassen sich an einer Hand abzählen. Im ersten Drittel der Staffel war ich – auch aufgrund der repetitiven Handlung – mehr als nur einmal versucht aufzugeben.

Doch irgendwann hat es Klick! gemacht. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und die formalen Mängel verbreiteten mit der Zeit erstaunlich viel Charme. Hinzu kamen wirklich nette Geschichten, die mit teils viel Humor besonders die Beziehungen der Figuren untereinander auf die Probe stellten. Vermutlich darf man die Serie einfach nicht zu ernst nehmen und muss in realistischen TV-Dimensionen denken. Dann kann man viel Spaß mit Richard, Kahlen und Zedd – wunderbar gespielt von Bruce Spence („The Road Warrior“) – haben.

Für jeden, der dem Fantasygenre angetan ist, bietet „Legend of the Seeker“ kurzweilige Unterhaltung. Zwar kann die Produktion ihre Wurzeln – „Hercules“ und „Xena“ entsprangen dem gleichen Studio – manchmal nicht verbergen, doch insgesamt ist es wirklich erfrischend solch einen klassischen Fantasystoff in Serienform zu erleben. Endlich kein weiterer „CSI“-Ableger, sondern etwas für die Träumer da draußen. Gefällt mir trotz der offensichtlichen Mängel ziemlich gut: 7/10 Punkte.

Party Down – Season 1

Mit „Party Down – Season 1“ habe ich mir einen der beiden diesjährigen Serienstarts von „Veronica Mars“-Schöpfer Rob Thomas vorgenommen. Die günstig produzierte Comedy punktet mit bösem Humor und bekannten Darstellern. Frischer Wind im Serieneinerlei.

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Die Prämisse ist simpel: Gescheiterte Hollywoodsternchen arbeiten beim Partyservice „Party Down“. Jede Episode entspricht einer auszurichtenden Feier. Sei es eine Privatparty neureicher Spießer, eine Geburtstagsfeier für die 16-jährige Tochter eines Filmproduzenten, die Verleihung eines Porno-Awards oder ein ausgelassenes Fest der Russenmafia. Es ist stets zu erwarten, dass die Charaktere von einem Fettnäpchen ins nächste treten.

Das Fremdschämpotential der Serie ist wirklich riesig. Durch die relativ billig wirkende HDV-Optik fühlt man sich als Zuschauer auch eher so, als würde man ein privates Homevideo betrachten, als eine geskriptete Serie zu verfolgen. Hier wird die dunkle Seite Hollywoods gezeigt. Kein Glamour wie in „Entourage“, sondern gescheiterte Träume. Die Charaktere werden teils noch für Jahre zurückliegende Rollen erkannt, was sie nur umso bemitleidenswerter macht. Drama und Komik liegen hier oft sehr nahe beieinander.

Die Serie ist mit hochkarätigen Schauspielern besetzt. Besonders „Veronica Mars“-Fans dürften auf ihre Kosten kommen, gibt es doch viele bekannte Gesichter (u.a. auch Kristen Bell) zu sehen. Aufgrund der relativ geringen Zahl von gerade einmal zehn Episoden kann man noch nicht sagen, ob die Serie auf Dauer zu überzeugen weiß. Doch da eine zweite Staffel bereits bestellt ist, kann man sich auch nächste Saison wieder auf diese erfrischende Serieneuheit freuen: 8/10 Punkte.

Fringe – Season 1

Ein weiteres Serienhighlight der Saison 08/09 findet mit dem Staffelfinale von „Fringe – Season 1“ ihr vorläufiges Ende. Allein der Name J. J. Abrams sorgte bei mir für Herzklopfen, war dieser doch federführend an drei meiner Lieblingsserien („Felicity“, „ALIAS“ und „Lost“) beteiligt.

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Die Handlung der Serie erinnert – oberflächlich betrachtet – an die meiner Einstiegsdroge in die Welt der TV-Serien, den 90er Jahre Hit „Akte X“. Auch in „Fringe“ spielen übernatürliche Phänomene eine große Rolle, wenngleich hier auf Aliens oder andere natürliche Abnormitäten verzichtet wird. Es steht stets die Wissenschaft und die von ihr ausgehende Gefahr im Vordergrund. Nicht umsonst lässt sich der Titel mit Grenzwissenschaften übersetzen.

Die Serie läuft dabei relativ geradlinig ab. Das Konzept ist weit weniger anspruchsvoll, als z.B. das von J. J. Abrams letztem Werk. Man kann beinahe von einem übernatürlich angehauchten Crime Procedural sprechen. Die ersten Episoden überzeugen auch noch nicht wirklich. Besonders aufgrund der enormen Erwartungshaltung war ich anfangs beinahe etwas enttäuscht. Doch schon bald werden erste Elemente einer episenübergreifenden Handlung sichtbar, welche dann besonders im Staffelfinale zur Höchstform aufläuft.

Neben den durchaus interessanten pseudowissenschaftlichen Fällen, kann die Serie vor allem mit ihren Figuren Punkte sammeln. Von diesen sticht besonders Dr. Walter Bishop hervor. Ein verschrobener Wissenschaftler, der herausragend von John Noble (Denethor, „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“) dargestellt wird. Walters Sohn Peter bildet den Gegenpol und ich habe mich besonders gefreut, Joshua Jackson (Pacey, „Dawson’s Creek“) einmal wieder in einer größeren Serienrolle zu sehen. Die eigentliche Hauptfigur ist jedoch FBI-Agentin Olivia Dunham, die – anfangs gewöhnungsbedürftig – von Anna Torv verkörpert wird. Ein schlagkräftiges Ensemble, welches in humorvollen Situationen ebenso gut funktioniert, wie in actionreichen oder dramatischen Szenen.

„Fringe“ bietet für Freunde der phantastischen Unterhaltung hohe Schauwerte, interessante Fälle und tolle Figuren. Auch wenn noch viel Potential ungenutzt bleibt, hat sich die Serie ihren festen Platz in meinem Programm sichern können: 8/10 Punkte.

My Name is Earl

Seitdem ich exzessiv dem Genuss englischsprachiger TV-Serien fröhne, gehört „My Name is Earl“ zu meinem Standardprogramm. Mit der Absetzung der Show verlässt mich nun einer meiner ersten langjährigen Serienbegleiter, dem ich bis zum bitteren Ende treu geblieben bin.

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Die Serie um den geläuterten Kleinkriminellen Earl Hickey war für mich damals wirklich etwas Besonderes. Die Prämisse war simpel und doch unterhaltsam. Die Geschichten waren oft mit bösem Humor gespickt und doch siegte stets das Gute im Menschen. White Trash wurde fast schon symapthisch und das nicht ohne Selbstironie und Seitenhiebe auf jede nur erdenkliche Randgruppe. Durch Earls Wiedergutmachung der Woche gab es zudem stets neue und interessante Figuren zu bestaunen.

Irgendwann gegen Ende der zweiten Staffel hatte sich das Konzept in meinen Augen etwas festgefahren. Insofern war ich ganz froh, als Anfang der dritten Staffel ein Wechsel vom doch recht formelhaften Ablauf vorgenommen wurde. Leider jedoch wurde die neue Storyline (Earl im Gefängnis) auch relativ schnell langweilig und die viel zu langwierige Auflösung (Koma samt Fantasiewelt) hätte mich beinahe Goodbye, Earl! sagen lassen. Doch glücklicherweise bin ich dran geblieben, denn die finale Staffel war wieder richtig gut, wenngleich auch die Klasse der ersten beiden Jahre nicht wieder erreicht wurde.

Wie jede andere Comedy-Serie lebt „My Name is Earl“ vor allem von seinen Darstellern. Jason Lee ist Earl. Earl ist Jason Lee. Fantastisch. Ein Schauspieler. Ein Charakter. Eine Serie. Immer wieder schön anzusehen. Auch Ethan Suplee in der Rolle von Earls Bruder Randy ist eine kleine Offenbarung. Ebenso wie Jaime Presslys Darstellung von Earls Ex-Frau Joy. Große Klasse! Nein, Ausfälle gibt es hier wahrlich nicht und ich könnte noch Seiten – wahrscheinlich schon alleine mit sehenswerten Gaststars – füllen.

Alles in allem ist „My Name is Earl“ eine wirklich gelungene Comedy, welche mir vier äußerst unterhaltsame Jahre beschehrt hat. Danke dafür. Nicht ohne Schwächen, aber insgesamt doch qualitativ stets hochwertig und somit immer wieder gerne gesehen. Sollte sich ein anderes Network doch noch für eine Verlängerung entscheiden, ich wäre auf jeden Fall wieder mit von der Partie: 8/10 Punkte.

Auf die immer wieder erwähnte Verbindung der Serienschaffenden zu Scientology werde ich übrigens nicht weiter eingehen, sondern verweise auf folgenden Artikel: ‚My name is L Ron Hubbard‘ (James Donaghy, guardian.co.uk, 2007).

Bones – Season 2

Dank eines erneut äußerst verlockenden Angebots, bin ich nun doch schneller in den Genuss von „Bones – Season 2“ gekommen, als zunächst erwartet. Qualitativ und inhaltlich gibt es nahezu keinen Unterschied bzw. Fortschritt zur vorangehenden Staffel, weshalb dieser Eintrag auch nicht allzu ausführlich ausfallen wird.

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Ich muss gestehen, dass mir auch in dieser Staffel die alleinstehenden Fälle deutlich besser gefallen haben, als die Episoden mit übergreifender Rahmenhandlung. Eine wirklich ungewöhnliche Seltenheit in meiner bisherigen Serienlaufbahn. Dies mag daran liegen, dass die episodenübergreifende Geschichte rund um Dr. Brennans Eltern eher etwas – wie soll ich sagen? – dilettantisch wirkt. Hier stimmt im meinen Augen weder die Charakterentwicklung, noch die langsam fortschreitende Auflösung des Erzählstrangs. Einfach zu gezwungen.

Glücklicherweise nimmt die episodenübergreifende Handlung nur wenig Zeit in Anspruch. Von den Einzelfällen fand ich erneut diejenigen am spannendsten, welche die Jagd nach einem Serienkiller thematisierten. Teils höchst spannend und stets mit persönlichem Einsatz der Charaktere gewürzt. Sehr gelungen. Daneben gab es noch einige mittelmäßige Fälle zu lösen, welche jedoch dank der stets unterhaltsamen Wortgefechte zwischen Dr. Brennan und Booth auch nie langweilig wurden. Letzterer besucht neuerdings übrigens einen Psychologen (Stephen Fry), was den Humoranteil der Serie zusätzlich erhöht.

Auch die zweite Staffel von „Bones“ lässt sich gut wegschauen und bietet zwar relativ anspruchslose, aber dafür wirklich äußerst unterhaltsame Serienkost. Meine bisher liebste Krimiserie: 8/10 Punkte.