Die Bourne Verschwörung – OT: The Bourne Supremacy (2004)

Nun habe ich auch die Fortsetzung von „Die Bourne Identität“ gesehen. Regisseur war nicht mehr Doug Liman, sondern Peter Greengrass. Dieser Wechsel im Regiestuhl hat sich etwas in der Art der Inszenierung niedergeschlagen, doch er ist nicht der Grund, warum „Die Bourne Verschwörung“ für mich nicht halb so gut funktioniert, wie der Vorgänger.

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Doug Limans eher klassischer Stil, musste einem Pseudodokustil weichen, der teils zwar interessant ist und für Unmittelbarkeit sorgt, der in gewissen Szenen aber auch gehörig nerven kann. Die Wackelkamera allein wäre noch nicht einmal so schlimm, doch in Kombination mit einem anscheinend hyperaktiven Cutter entstehen keine spannend montierten Verfolgungsjagden, sondern nur unübersichtlicher Bildbrei. Auch damit könnte ich eventuell noch leben, wenn allerdings innerhalb von zehn Minuten die dritte Verfolgungsjagd über den Bildschirm flimmert, dann kommt es selbst bei mir zu Ermüdungserscheinungen.

Über Schwächen in der Montage könnte ich auch noch hinwegsehen, wäre die Geschichte herausragend. Leider ist sie es nicht – im Gegenteil. Man bekommt quasi 1:1 die Geschichte des Vorgängers vorgesetzt, nur dass man als Zuschauer bereits über die Vergangenheit von Jason Bourne Bescheid weiß, was der Spannung nicht sonderlich zuträglich ist. Erneut ein Auftragsmord, der durch Rückblenden erzählt wird, erneut wird Bourne verfolgt und erneut steckt ein CIA-Mitarbeiter dahinter. Hatte Bourne im ersten Teil allerdings noch Marie als Partnerin, so muss er sich hier alleine durch Europa kämpfen. Dadurch fehlt jeglicher Gesprächspartner und die – sowieso schon distanzierte – Figur Jason Bourne wird immer blasser. Letztendlich gibt es auch hier keine Überraschungen in der Geschichte und es kommt alles so, wie man es sich von den ersten Minuten an erwartet. Vielleicht bin ich aber auch nur durch „ALIAS“ etwas von komplexen Agentengeschichten verwöhnt.

Stärken des Films sind nach wie vor die tollen Locations. Da der Film größtenteils in Deutschland (Berlin und München) spielt, kommt eine ganz eigene Atmosphäre auf. Auch die Schauspieler wissen zu gefallen und stellen ihre Charaktere überzeugend dar. Leider war es das auch schon.

„Die Bourne Verschwörung“ ist für mich ein Film mit einer Geschichte, die nicht unbedingt erzählt hätte werden müssen. Das hat man alles schon zu oft gesehen und ist – im Vergleich zum ersten Teil – ein echter Rückschritt. Kein totaler Reinfall, aber zu belanglos um gut zu sein oder wenigstens im Gedächtnis zu bleiben: 5/10 Punkte.

ALIAS – Staffel 3

Mit steigender Staffelzahl verkürzt sich anscheinend auch die Zeit, die ich für eine Sichtung brauche. „ALIAS – Staffel 3“ habe ich innerhalb von drei Wochen gesehen – und nun ist es erst einmal vorbei mit Sydney Bristow und Co.

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Nach dem Cliffhanger der zweiten Staffel war ich mehr als gespannt wie J.J. Abrams die Geschehnisse rund um Sydneys Verschwinden umsetzt. Die Möglichkeiten waren grenzenlos. Genutzt wurden sie allerdings nur teilweise. Das große Geheimnis wird in der Staffelmitte aufgedeckt und dient als erster dramaturgischer Höhepunkt. Trotzdem kann man mit der Entwicklung der Geschichte zufrieden sein, da zwar genug, aber nicht zuviel verraten wird.

Wie bereits in der zweiten Staffel tritt Sydneys Privatleben immer mehr in den Hintergrund. Selbst ihr bester Freund Will hat gerade noch einen Gastauftritt, was ich sehr schade fand. Doch insgesamt fällt die Verlagerung der gesamten Geschichte in den Bereich der Agency weit weniger ins Gewicht, als ich anfangs befürchtet hatte. Hier gibt es nun auch etliche neue Verwicklungen, die größtenteils mit Vaughns Frau zusammen hängen. Ein eigentlich recht einfacher Erzählstrang, der doch immer wieder für Aufregung und Verwirrung sorgt. Sehr Nett.

Schön fand ich, dass Sloan wieder einmal den anscheinend Guten mimen darf. Diese Rolle hat er ja bereits in der ersten Staffel gekonnt gemeistert – der Unterschied ist nur: Jetzt weiß auch der Zuschauer nicht, was denn nun dran ist an seiner Abwendung vom Bösen. Sloans Ex-Partnerin und Sydneys Mutter Irina Derevko tritt leider überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Ist mir etwas so vorgekommen, als hätte die Schauspielerin keine Lust mehr oder andere Verpflichtungen gehabt. Sehr schade.

Insgesamt ist die dritte Staffel etwas schwächer, als die vorangegangene. Auch der Cliffhanger lässt einen nicht mehr atemlos auf der Couch sitzen. Dennoch kann ich es kaum erwarten, wie es nun weitergeht mit den Bristows. Da die deutsche DVD allerdings noch in den Sternen steht, muss ich wohl auf eine ausländische Fassung zurückgreifen – wer einen günstigen Tipp weiß: Bitte melden!

Äußerst unterhaltsame 8/10 Punkte.

Underworld: Evolution

Nachdem ich – wie so oft – im Kino nicht dazu gekommen bin, mir einen von mir favorisierten Film anzusehen, nun also die verspätete Sichtung von „Underworld: Evolution“. Nach dem Vorgänger, den ich letztes Jahr zum ersten Mal gesehen habe, war ich richtig heiß auf den Film und meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch. Leider konnte sie nicht hundertprozentig erfüllt werden.

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Ausstattung und Inszenierung sind ebenso grandios wie beim ersten Teil – wenn nicht noch besser, was auf das gestiegene Budget zurückzuführen ist. Hier gibt es von meiner Seite absolut keine Kritikpunkte. Der Wechsel vom Großstadt- auf das Naturszenario ist auch sehr gelungen. Anfangs zwar ungewohnt, aber atmosphärisch ebenso dicht. Besonders die Einstiegssequenz hat mir hier gut gefallen. Bisher hatte ich auch immer gedacht, dass „Underworld: Evolution“ eher ein Prequel werden würde und die Geschichte erst im dritten Teil einen Abschluss findet. Leider beschränkt sich die Mittelalterszenerie hier jedoch auf die ersten 10 Minuten.

Wobei ich auch schon zur Geschichte und den Schwächen des Films kommen möchte. Der Schwerpunkt verlagert sich von der Jahrhunderte andauernden Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen eher zum Familiendrama – um es einmal überspitzt auszudrücken. Der epischen Geschichte wird dadurch etwas die Luft entzogen. Die Anzahl der handelnden Figuren wird dabei nicht verkleinert – nur ihr Umfeld schrumpft. Hinzu werden beide Rassen immer mehr demystifiziert, was  im Auftauchen von Alexander Corvinus persönlich gipfelt. Ein unnötige und unpassende Erweiterung der Geschichte. Gegen Ende wird wieder etwas an der Actionschraube gedreht, wobei „Underworld: Evolution“ mit seinen beiden Kreaturen hier nur knapp am simplen Monsterfilm vorbeischrammt.

Nach dem genialen Anfang und dem neuen atmosphärischen Setting bin ich letztendlich wirklich etwas enttäuscht. Einzelne Szenen sind zwar nach wie vor grandios (z.B. die LKW-Verfolgungsjagd), doch das, was „Underworld“ in meinen Augen so besonders gemacht hat (das ausgefeilte Universum und die episch anmutende Geschichte), wird auf ein Minimum reduziert. Wirklich schade.

„Underworld: Evolution“ ist ein toller Actionfilm mit einer sehr nett anzusehenden Kate Beckinsale. Regisseur Len Wiseman hat allerdings zu viele Möglichkeiten verschenkt, die der Vorgänger bereit gehalten hätte. Somit kann ich letztendlich die 7/10 Punkte nur mit sehr viel gutem Willen vergeben.

Underworld – Extended Cut

Vor dem aktuellen Nachfolger wollte ich mir noch einmal die Geschehnisse aus dem ersten Teil von Len Wisemans „Underworld“-Saga ins Gedächtnis rufen. Bei der ersten Sichtung hat mich der Film vollkommen überrascht und auf ganzer Linie überzeugt. Ich hatte einen reinen Actionfilm à la „Blade“ erwartet und einen epischen Werwolf-/Vampirfilm bekommen. Auch bei der zweiten Sichtung hat sich das Fantasyvehikel wacker geschlagen. Zwar nicht mehr ganz so grandios wie bei der Premiere, doch nach wie vor besser als der Rest an Darkfantasy, den es sonst so in die Kinos bzw. auf den heimischen Bildschirm verschlägt.

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Der Film lebt klar von seinen durchstilisierten Bildern. Edle Düsteroptik trifft auf moderne Inszenierung. Sicher versprüht „Underworld“ dadurch viel gewollte Coolness, doch hatte ich nie das Gefühl von Übertreibung oder Selbstzweck: Der audiovisuelle Eindruck ergänzt die Geschichte perfekt. Auch die Effekte reihen sich nahtlos in die Szenerie ein und fallen (fast) nie unangenehm auf. Einzig die practical effects der Werwölfe wirken etwas steif, was durch geschickte Kameraführung größtenteils aber ausgeglichen werden kann.

Die Geschichte selbst ist weitaus komplexer, als man bei der Thematik erwarten würde und sie hinterlässt einen epischen Eindruck, der hoffentlich durch die Forsetzung(en) weitergeführt wird. Ich hatte schon immer ein Faible für Vampirfilme, deren Höhepunkt für mich immer noch „Interview mit einem Vampir“ ist. Doch auch in „Underworld“ werden die Vampire und ihre Welt mit Leben gefüllt, was mir durchaus imponiert hat. Zudem bleibt bis zum Ende des Films unklar, wer denn nun die Guten und wer die Bösen sind. Es gibt hier keine klare Definition, nur eine Grauzone – eine Unterwelt – in der sich beide Völker bewegen. Untypisch für diese Art von Film und dadurch umso interessanter.

Bei den Schauspielern sticht vor allem Kate Beckinsale heraus, die wie geschaffen für ihren Charakter erscheint. Auch Bill Nighy hat mir – wie eigentlich immer – sehr gut gefallen. Scott Speedman bleibt noch etwas blass und auch der Rest des Casts hinterlässt keinen großen Eindruck, stört aber auch nicht weiter.

Kritikpunkte habe ich nicht viele: Teils etwas zu aufdringliche – meist mit (New) Metal unterlegte – Szenen, der unübersichtliche und in die länge gezogene Endkampf und – wie bereits erwähnt – die practical werewolf effects.

„Underworld“ macht Spaß und begeistert vor allem durch seine ausgefeilte Welt. Genau so stelle ich mir einen Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen vor. Diesen Satz kann man wohl nur als Fantasyliebhaber verstehen – und für genau die ist „Underworld“ der richtige Film: 8/10 Punkte.

Running Scared

Diesen Film habe ich mir nur aufgrund von Empfehlungen, die ich auf diversen Filmseiten gelesen habe, angesehen. Teils waren die Reviews gar euphorisch und meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch. „Running Scared“ ist auch wirklich ein interessanter Film. Doch wie das so ist mit (zu) hohen Erwartungen, werden diese selten erfüllt – und somit gilt auf für „Running Scared“: Don’t believe the hype!

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Erzählt wird eine Gangstergeschichte. Eher ein Gangstermärchen. Ein verdammt düsteres Gangstermärchen. Die Welt ist abgrundtief böse. Genauso wie ihre Bewohner. Selbst der Held der Geschichte ist alles andere als ein Saubermann. Er ist ein Handlanger, der mit krummen Geschäften seine Familie über Wasser hält. In solch einer Welt fällt es schwer eine Identifikationsfigur zu finden. Die Figuren und ihre Handlungen waren mir zwar nicht gleichgültig, doch die emotionale Bindung wollte sich einfach nicht einstellen. Als ein Hauptcharakter gegen Ende anscheinend stirbt, hat mich das nicht einmal mit der Wimper zucken lassen – kein gutes Zeichen nach fast zwei Stunden tour de force.

Die Geschichte selbst ist eher einfach gestrickt. Sie wird – von kleineren Flashbacks abgesehen – chronologisch erzählt und enthält kaum Überraschungen. Auffälliger ist, mit welchen visuellen Mitteln sie erzählt wird. Man wähnt sich teils gar in einem Film von Tony Scott. Es gibt Farbfilter, unglaubliche Spielereien der Postproduction und vieles mehr. Ich denke es liegt auch an der großen Verfremdung der Bilder, dass die Distanz zu den Figuren so groß ist. Toll anzuschauen, aber irgendwie auch verfehlt.

Der Film lebt zudem von seiner Gewalt. Teils war ich wirklich beeindruckt, wie weit und kompromislos Regisseur Wayne Kramer zu gehen bereit gewesen ist. Durch diese Spirale der Gewalt wird der Märcheneindruck verstärkt, der – mit Hilfe der visuellen Präsentation – dem Film zu einer (alb)traumähnlichen Atmosphäre verhilft. Der grausame Höhepunkt war für mich die Wohnung der Kinderschänder. Zwar wurde hier keine Gewalt gezeigt, doch die hellen, bunten Zimmer – die im Gegensatz zur bedrohlichen Atmosphäre standen – und die zu Monstern verfremdeten Schatten des Ehepaars – all das hat den überdrehten Märchenaspekt auf die Spitze getrieben und wirklich Eindruck hinterlassen.

Richtig schwach fand ich dagegen das Ende des Films. Nicht nur, dass der rohe, dreckige Kleinganove sich plötzlich als Undercovercop entpuppt (was die Geschichte im Endeffekt unglaubwürdig macht), nein – es gibt auch noch das perfekte happy ending in strahlendem Sonnenschein. Was bitte sollte denn das? Ich liebe Happy Ends. Wirklich. Doch sie müssen zum Film passen. Hier wirkt es leider nur aufgesetzt.

Insgesamt ist „Running Scared“ wirklich gute Unterhaltung. Visuell und inhaltlich eben anders. Leider verlässt man sich zu sehr auf den Exploitation-Faktor und die Optik. Interessant, aber nicht der erhoffte Knaller: 6/10 Punkte.

Wer früher stirbt, ist länger tot

Es gibt Filme, die werden einem empfohlen und man schaut sie sich an, ohne vorher große Erwartungen gehegt zu haben. Ein Bruchteil dieser Filme entpuppt sich dann als großartiges Kino. Zu diesen darf sich auch „Wer früher stirbt, ist länger tot“ zählen. Leider kaum bekannt, hat sich dieser kleine, sympathische, ehrliche und urkomische Film sofort in mein Herz gespielt – und nicht nur in meins: So eine ausgelassene Stimmung habe ich im Kinosaal nur selten erlebt.

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Die Geschichte selbst ist eigentlich schnell erzählt: Der junge Sebastian erfährt, dass seine Mutter während seiner Geburt gestorben ist. Seitdem hält er sich für verantwortlich für ihren Tod. Jede Nacht plagen ihn Albträume des Fegefeuers, wo ihm seine scheinbaren Sünden vorgehalten werden – und da gibt es einige, denn Sebastian ist ein kleiner Unruhestifter. Fortan versucht er sich unsterblich zu machen – sei es durch Buße tun oder durch Rockmusik. Doch es kommt immer wieder zu Situationen, in denen Sebastion nur Wortfetzen der Erwachsenen aufschnappt und diese mit seinem kindlichen Gemüt auch sofort in die Tat umsetzt. Das Chaos ist vorprogrammiert – Michel aus Lönneberga wäre stolz auf Sebastian.

Der Film sprüht nur so vor Witz und irrwitzigen Einfällen. Als Beispiel sei hier nur angeführt, dass Sebastian – nachdem er versehentlich ein paar Hasen um die Ecke gebracht hat – versucht diese in bester Frankenstein-Manier wieder zum Leben zu erwecken. Doch leider ist der Strom zu stark und der Hase expodiert. Ja mei, das passiert halt in den besten Familien.

Die Glaubwürigkeit des Films ist auf jeden Fall seinen grandiosen Darstellern zu verdanken. Allen voran Markus Krojer, der einer der besten Jungschauspieler ist, die ich je auf der Leinwand gesehen habe. Doch auch der Rest des Casts ist famos besetzt.

Kritikpunkte gibt es fast keine. Allein die dramatischen Situationen gegen Ende des Films fand ich etwas aufgesetzt.

Jeder, der gern lacht und der dem deutschen Film auch nur etwas abgewinnen kann, sollte sich „Wer früher stirbt, ist länger tot“ auf jeden Fall anschauen. Der geneigte norddeutsche Zuschauer sei aber bezüglich der bayerischen Mundart gewarnt. Ein toller Film: 8/10 Punkte.

Per Anhalter durch die Galaxis – OT: The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

„Per Anhalter durch die Galaxis“ gehört zu den wenigen Büchern, die ich mehr als einmal gelesen habe. Sowohl in der Übersetzung, als auch im Original. Von den Fortsetzungen ganz zu schweigen. Douglas Adams ist mit dieser fünfteiligen Geschichte einfach außergewöhnliches gelungen. Ein unsterblicher Klassiker der intelligenten Unterhaltung. Nachdem ich mich gegen die BBC-Serie (ungesehenerweise) immer gesträubt habe, war ich umso gespannter auf die Kinoverfilmung. Doch wie das so oft ist, bin ich erst mit der DVD zur Sichtung gekommen.

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Ich kann gleich vorwegschicken, dass es Regisseur Garth Jennings glücklicherweise gelungen ist, den Geist und den Flair des Romans einzufangen. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass Douglas Adams vor seinem Tod noch einen Großteil des Drehbuchs fertiggestellt hat. Eine vollständige Adaption darf man als Fan trotzdem nicht erwarten. Viel wurde gestrichen und noch mehr aufgrund des Budgets verändert. Allein Zaphods zweiter Kopf hat rein gar nichts mehr mit dem Roman gemein – und dennoch: Der Charakter funktioniert tadellos. Die Essenz ist vorhanden – und das macht eine gute Romanverfilmung aus.

Das erste Drittel des Films kam meiner Vorstellung sogar ziemlich nahe. Arthur Dent war Arthur Dent, Ford Prefect war Ford Prefect und selbt Zaphod Beeblebrox stand meiner Fantasie – sieht man einmal von gewissen zusätzlichen Körperteilen ab – in nichts nach. Allein Marvin hat auf mich leider nicht sonderlich viel Eindruck gemacht und auch die Herz aus Gold hatte ich mir anders vorgestellt. Über den Verlauf der Geschichte will ich hier gar nicht viel schreiben. Nur, dass man den Roman hier wirklich drastisch zusammengestaucht und – zur Vereinfachung – eine Episode um Zaphods Konkurrenten bei der Präsidentschaftswahl eingebaut hat. Diese fand ich eher unnötig und nicht so amüsant wie den Rest, doch sonderlich gestört hat auch dieser Nebenplot nicht.

Grandios war die Visualisierung des titelgebenden Reiseführers „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“. Einfach, durchdacht und doch erfrischend und glaubwürdig. Wirklich fantastisch! Durch diese schöne Darstellungsweise konnten viele kleinere Episoden eingefügt werden, von denen ich niemals gedacht hätte, dass sie mit in den Film hinüber gerettet werden könnten.

Leider war „Per Anhalter durch die Galaxis“ als Film kein sonderlich großer Erfolg, so dass eine Verfilmung der weiteren Teile eher unwahrscheinlich ist. Schade, denn die Adaption ist wirklich gelungen und auch Fans des Romans, die denken sich mit den Änderungen nicht anfreunden zu können, sollten dem Film eine Chance geben. Allein aufgrund des eingängigen Titelsongs. Macht Spaß der Film: 8/10 Punkte – und wer die Bücher noch nicht kennt: Lesen, sofort!

Die Goonies – OT: The Goonies (1985)

Aktualisierung: Ich habe „Die Goonies“ am 5. Juli 2009 und am 15. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Es gibt Filme, die entwickeln sich über einen gewissen Zeitraum zu den persönlichen Klassikern. Zu dieser Kategorie gehört bei mir „Die Goonies“. Einer der besten – wenn nicht der beste – Kinder- bzw. Jugendfilm, der je gedreht wurde.

Die Goonies (1985) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Die Goonies (1985) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ich kenne keinen anderen Film, der die unbeschwerte Abenteuerlust, die man als Kind verspürt hat, besser zu transportieren weiß. Früher, als man sich mit den Freunden durch das engste Gestrüpp in die dunkelsten Ecken des Waldes vorgekämpft hat. Als man mit dem Rad querfeldein holperte. Als man hinter jeder Ecke, hinter jedem Stein das große Abenteuer vermutet, es aber doch nur in der Fantasie ausgelebt hat. Genau ein solches Abenteuer erleben die Goonies tatsächlich. Der Film geht in jedem Bereich weiter als die Realität, es schwingt eine fast schon magische Atmosphäre mit – doch die Atmosphäre, die kindlich unbedarfte Abenteuerlust, die Erinnerungen an dieses Gefühl sind echt.

Es ist wirklich erstaunlich wie glaubhaft Chris Columbus seine Charaktere zeichnet und wie gekonnt diese von Richard Donner in Szene gesetzt werden. Hinter all dem schwebt zudem unverkennbar Spielbergs Geist, der dieses unbeschwerte Abenteuergefühl bereits in „E.T.“ heraufbeschwören konnte. Am aller erstaunlichsten ist es aber, wie gut der Film auch noch für Erwachsene funktioniert. Neben den hervorgerufenen Erinnerungen an die eigene Kindheit liegt dies vermutlich an der Ernsthaftigkeit der Erzählung. Sicher gibt es hier viel Unfug und Showeinlagen, doch werden die Charaktere und die Geschichte nie der Lächerlichkeit preisgegeben, wie dies bei Kinderfilmen leider häufig der Fall ist.

Neben dem liebevollen Setdesign, dem wunderbaren Score und der tollen Inszenierung können vor allem die Darsteller überzeugen. Allen voran Sean Austin, der erst viele Jahre später in seiner Rolle als Frodos treuer Begleiter Samwise Gamdschie zu größerem Ruhm kommen sollte.

Fazit

„Die Goonies“ ist nicht nur ein Film für Kinder und Jugendliche. Diese würden sich heute vermutlich eher über die etwas angestaubten Effekte lustig machen. Vor allem ist er ein Film für Erwachsene, die sich gerne an ihre Kindheit zurück erinnern und sich etwas davon bewahren konnten: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

ALIAS – Staffel 2

Innerhalb eines knappen Monats habe ich nun auch „ALIAS – Staffel 2“ gesehen. Die Serie kann glücklicherweise ihr hohes Unterhaltungsniveau halten, wenngleich es doch zu vielen Veränderungen kommt. Ich war teils wirklich erstaunt wie mutig J.J. Abrams mit den Regeln seiner Serie umgegangen ist – besonders der Cliffhanger am Ende lässt bei mir große Hoffnungen aufkeimen.

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Mit Sydneys Mutter tritt eine wirklich interessante Figur ins Geschehen, die weit über den bloßen Klischeebösewicht hinwegreicht. Man ist sich als Zuschauer nie sicher, was für ein Spiel sie spielt. Wähnt man sich – und damit auch seine Identifikationsfiguren – auf der sicheren Seite, so kommt es häufig doch ganz anders. Trotz der starken Präsenz dieses neuen Charakters ist die erste Hälfte der zweiten Staffel der ersten noch relativ ähnlich. Als dann jedoch die Allianz – und mit ihr SD-6 – vernichtet wird, zieht das Tempo merklich an und die Struktur der Serie ändert sich. Zunächst ungewohnt, aber meiner Meinung nach der richtige Schritt, um Abnutzungserscheinungen vorzubeugen.

Der weitere Verlauf der Geschichte rückt wieder Rambaldi in den Mittelpunkt, nur um kurz vor Auflösung des Rätsels Sydney und den Zuschauer in eine beinahe schon absurde Situation zu werfen. Wirklich ein grandioser Cliffhanger und ich kann nur hoffen, dass die ditte Staffel in Bezug auf die dadurch geschaffenen Möglichkeiten nicht enttäuschend wird.

Die bekannte Figurenkonstellation bleibt – sieht man von Sydneys Mutter ab – nahezu unverändert. Zumindest anscheinend. Sydneys privates Umfeld wird nahezu schleichend vollkommen umstrukturiert. Dadurch fehlt der gemütliche Rückzugsort, der noch in der ersten Staffel einen Gegenpol zur actionreichen Agentenwelt geboten hat. Dieser Verlust macht sich für Sydney schmerzlich bemerkbar, die jedoch Kraft in der Beziehung zu Vaughn findet. Doch auch der Zuschauer bekommt weiterhin genügend ruhige Szenen zu sehen, so dass auch dieser Schritt als konsequente Weiterführung betrachtet werden kann.

Ansonsten sind mir die zahlreichen Gaststars, wie Ethan Hawke oder Danny Trejo aufgefallen. Auch auffällig war der hochwertigere Look der Actionszenen und der veränderte Score, der mich teils sehr an J.J. Abrams Nachfolgeprojekt „Lost“ erinnert hat.

Insgesamt kann sich „ALIAS“ mit der zweiten Staffel noch einmal steigern und macht weiterhin Lust auf mehr: 9/10 Punkte.

Meg (Steve Alten)

meg.jpgEntgegen vorher gehegter Hoffnungen habe ich im Urlaub doch nur ein Buch geschafft. Das Meer war dann einfach doch zu verlockend – und das trotz des Inhalts des Romans, den ich mir als Urlaubslektüre ausgesucht hatte: „Meg“ von Steve Alten.

Ausschlaggebend für mein Interesse an dem Buch war eine Konzeptskizze – in diesem interessanten Interview mit dem Autor zu finden – zu der kommenden Verfilmung, die allerdings gerade wieder ins Wanken gerät. Zudem hege ich seit jeher ein Interesse für das Meer und Meeresbiologie und bin auch Monstergeschichten nicht abgeneigt. Nach Frank Schätzings überragendem „Der Schwarm“ war es also wieder einmal Zeit sich auch per Buch in die Fluten zu stürzen.

Erwartet hatte ich einen bloßen Haischocker, der eher reißerisch mit der Thematik umgeht. Macht er auch – aber nur in gewissem Rahmen. Auf der anderen Seite stehen detaillierte Informationen, die von der Liebe des Autors für das Meer und das Tauchen zeugen. Selbst die unglaubwürdige Geschichte wird mit Fakten angereichert, die – bis zu einem gewissen Grad zumindest – mich als Leser überzeugen können das zu glauben, was ich lese. Die Grundvorraussetzung für ein Buch. Auch die Figuren kann Steve Alten mit Leben füllen. Zwar sind manche Dialoge nicht sonderlich ausgefeilt, manche Charaktere zu klischeehaft und manche Zufälle zu unglaubwürdig. Doch insgesamt wachsen einem die Figuren ans Herz – auch ein zwingendes Muss.

„Meg“ hat einen eher geringen Umfang von ca. 330 Seiten, wodurch es keine Längen besitzt und sich sehr flüssig lesen lässt. Beim Verschlingen der Buchstaben konnte ich mir bildhaft die Verfilmung vorstellen. Das Buch schreit geradezu danach und ich hoffe wirklich, dass New Line den Mut beweist das Projekt zu stemmen. Der Film könnte die Lücke zwischen Spielbergs „Der weiße Hai“ und Renny Harlins „Deep Blue Sea“ schließen.

Leider ist das Buch zur Zeit vergriffen. Wenn man es noch irgendwo findet und Interesse für das Thema zeigt lohnt sich das Zuschlagen: 7/10 Punkte.