Buffy: The Vampire Slayer – Season 3

In knapp einem Monat – inklusiver zweiwöchiger Pause – habe ich „Buffy: The Vampire Slayer – Season 3“ gesichtet. Hat ja bereits die zweite Staffel qualitativ einen großen Sprung nach vorne gemacht, ist die dritte endgültig auf einem Niveau angekommen, welches anderen Serienfavoriten von mir in nichts nach steht. Ganz großes Kino.

Besonders fällt auf, dass dem episodenübergreifenden Handlungsbogen dieses Mal mehr Zeit gewidmet wird. Zwar gibt es immer noch genügend Monster-of-the-Week-Folgen, doch werden diese besser in die Rahmenhandlung integriert – und machen zudem so viel Spaß, dass man die Haupthandlung wirklich nicht vermisst. Hervorheben möchte ich hier besonders „Doppelgangland“, welche das bisherige Highlight darstellt. Ich habe selten eine so unterhaltsame Serienepisode gesehen.

Weiterhin überrascht die dritte Staffel mit einigen nicht vorhersehbaren Twists und äußerst interessanten Charakterentwicklungen. Hier gibt es wirklich nichts zu bemängeln – einzig Spike habe ich etwas vermisst, doch der wird schon wieder auftauchen. Hoffe ich. Der große Spannungspunkt um Buffy und Angel scheint nun auch vorerst gelöst (Angel hat ja sein eigenes Spin-off bekommen) – wenngleich beide Figuren in beiden Serien wohl noch etwas unter der Trennung leiden dürften. Hier eine Frage an die Experten: Bietet es sich an beide Serien ab hier parallel zu sehen?

Etwas enttäuscht war ich nur vom Staffelfinale, das zwar wohl das Beste aus Budget und Möglichkeiten gemacht hat, den tollen Bösewicht des Mayors allerdings eher zu einer Witzfigur verkommen ließ. Aber nun gut, man kann ja schließlich nicht alles haben.

Insgesamt eine nahezu perfekte Staffel mit tollen Figuren, grandiosen Einzelepisoden und unglaublich gut geschriebenen Dialogen. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit Buffy und den Scoobies: 9/10 Punkte.

Cloverfield (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Cloverfield“ am 29. Mai 2014 und am 12. September 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern habe ich seit einer Ewigkeit eine DVD am Erscheinungstag gekauft und am selben Abend noch angesehen. Welchem Film wird diese große Ehre zuteil? Matt Reeves „Cloverfield“ – produziert von niemand geringerem, als der Serienlegende J.J. Abrams („Felicity“, „ALIAS“, „Lost“ und demnächst „Fringe“).

Cloverfield (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Cloverfield (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Das erstaunlichste an „Cloverfield“ ist wohl seine Vermarktung gewesen: Bereits Monate vor dem Kinostart tauchten kurze Clips in diversen Videoportalen auf. Niemand wusste so recht, was genau man da sah – aber man hat darüber berichtet. Überall. Als J.J. Abrams mit dem Film in Verbindung gebracht wurde, gab es dann kein halten mehr. Das Geheimprojekt war in aller Munde. Am Ende hat man – natürlich völlig überrschend – selbst den Arbeitstitel des Films übernommen. Perfektes Marketing im Zeitalter des Web 2.0 – absolut zielgruppenkonform und effizient. Alleine dafür meinen Respekt.

Der Film selbst lässt sich am besten als „Blair Witch Projekt“ im Genre des Monsterfilms bezeichnen. Hätte ich vor kurzem nicht erst den vergleichbar inszenierten Horrorthriller „[Rec]“ gesehen, so hätte mich diese Art des Geschichtenerzählens wohl mehr begeistert. Gestern hat mich das Kameragewackel allerdings etwas genervt. Vor allem zu Beginn, da es hier absolut keinen Grund für solch eine unruhige Kameraführung gibt. Dagegen sehen meine Urlaubsvideos aus wie Hollywood-Produktionen. Unglaublich.

Trotz nerviger Kameraführung fand ich die Einführung recht gelungen. Man lernt alle wichtigen Personen kennen und fühlt sich sofort heimisch – was auch etwas an den klischeebehafteten Figuren liegen mag. Dann geht es endlich los und die Handkamera bekommt einen Sinn. Natürlich darf man sich auch hier nicht die Frage stellen, wieso denn all dies mitgefilmt wird – aber so ist das ja stets bei Filmen dieser Art. Ich habe mich gestern gefragt, ob es nicht einmal netter wäre eine Geschichte einfach aus den Augen einer Person zu erzählen. Dann hätte man auch nicht ständig das nervige Gezoome, sondern stets ein schönes – wackelresistentes – Weitwinkelbild. Außerdem würde man sich die ewig gleiche Schlusspointe sparen.

Die Geschichte selbst schlägt leider sehr ausgetretene Pfade ein – wenngleich die Art, wie wir sie als Zuschauer erleben, natürlich schon etwas besonderes ist. Das Monster ist wirklich grandios gelungen und die VFX sind wohl mit die besten, die ich dieses Jahr irgendwo bewundern durfte. Trotz wilder Zooms und Reißschwenks stets perfekt im Bild integriert. Meine Hochachtung!

Fazit

Insgesamt hatte ich mir von „Cloverfield“ etwas mehr erwartet. Letztendlich bleibt einfach nur ein Monsterfilm aus einer neuen Perspektive. Die Wirkung ist allerdings nicht zu verachten, wenngleich ich „[Rec]“ hier noch um einiges intensiver fand (was aber am Genre liegen mag). Für Monsterfilmfreunde auf jeden Fall eine klare Empfehlung: 7/10 Punkte.

The Dark Knight (2008)

Da ich im Moment noch einen knappen Vorsprung vor dem gemeinen deutschen Kinobesucher habe, gibt es jetzt erst einmal einen Eintrag zu Christopher Nolans „The Dark Knight“ – dem unbestrittenen Star am aktuellen Kinohimmel. Wie bereits in der Besprechung zu „Batman Begins“ geschrieben, konnte ich mit Batman nie so viel anfangen, wie z.B. mit Spider-Man. Auch kenne ich die Comics nicht und bin somit nicht sonderlich empfänglich für den Mythos um den Dunklen Ritter. Für mich stellt „The Dark Knight“ einfach eine weitere Comic-Verfilmung dar – und unter diesem Gesichtspunkt habe ich den Film auch gesehen. Ich vermute ja sowieso, dass das Interesse an Nolans Film – abgesehen von der gigantischen Marketingkampagne – hauptsächlich durch Heath Ledgers Tod gepusht wurde. So ist das nunmal in der medial beherrschten Filmbranche. Es ist tatsächlich so, dass „The Dark Knight“ mit Heath Ledgers Performance steht und fällt. Eine großartige Leistung. Ein Joker, der Jack Nickolsons Interpretation blass aussehen lässt. Ein Bösewicht für die Ewigkeit. Ohne erkennbare Motivation. Verstörend. Komisch. Erschreckend. Endlich. Wirklich schade, dass dies Heath Ledgers letzter Auftritt in Gotham City war. Allerdings dürfte sein Gegenspieler davon profitieren. Bruce Wayne bzw. Batman ist in diesem Superheldenepos nämlich etwas zur Nebenfigur geworden. Inszenatorisch ist „The Dark Knight“ ganz großes Kino. Christopher Nolan versteht sein Handwerk. Die Geschichte besitzt – für eine Comic-Verfilmung – ausreichend Tiefe, wenngleich die Entwicklung der Charaktere für mich immer noch nicht an die von  „Spider-Man 2“ heranreicht. Einzig der Joker weiß hier auf ganzer Linie zu überzeugen. Für mich ist „The Dark Knight“ eine fantastische Fortsetzung, die ich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen habe. Im Vergleich zum Vorgänger konnte ich – neben Heath Ledgers Joker – allerdings keine solch gravierenden qualitativen Sprünge feststellen, wie nahezu überall zu lesen war. Richtig genervt hat mich übrigens Batmans viel zu stark verzerrte Stimme. Das ist aber auch der einzige grobe Schnitzer, den sich Nolan und Co. geleistet haben. „The Dark Knight“ ist eine atmosphärisch dichte Comic-Verfilmung mit einem herrlich fiesen Bösewicht, dessen Verkörperung Heath Ledger zumindest auf der Kinoleinwand unsterblich werden lässt. Ansonsten fehlt mir etwas die Tiefe in der Charakterzeichnung, um aus dem tollen Spektakel den Überfilm zu machen, als der er im Moment gerne angepriesen wird. Doch bildet euch eine eigene Meinung, denn anschauen ist so oder so Pflicht: 8/10 Punkte.

Untraceable

Auf dem Flug nach New York habe ich mich aus dem unerschöpflichen Angebot an Filmen für „Untraceable“ entschieden. Warum? Weil ich mir auf dem winzigen Screen keine aktuellen Blockbuster, wie u.a. „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ oder „Iron Man“ ruinieren wollte – und mein Interesse für den Cyberthriller gerade groß genug war, um ihn mir unter diesen besonderen Umständen anzusehen.

Die Handlung ist recht simpel, wird aber durch teils komplexe IT-Zusammenhänge auf- bzw. abgewertet. Ein Serienkiller tötet durch den Voyeurismus der Internetgemeinde. Eine wirklich interessante Idee, welche anfangs für Spannung sorgt, gegen Ende allerdings im Thrillereinerlei untergeht. Da wäre so viel mehr möglich gewesen.

Bis zur Enthüllung des Täters und dessen Motivation ist der Film spannend und die Figuren – besonders Jennifer Marsh (Diane Lane) – werden recht ausführlich gezeichnet. Zudem ist das Drehbuch um ein realistisches Bild des technischen Hintergrunds bemüht. Hier jedoch scheitert der Film an seinen Ansprüchen. So sind die Erklärungen für den normalen Zuschauer zu komplex, für jemanden der sich in der Materie auskennt werden dagegen zu viele Fragen aufgeworfen.

Ab der Auflösung bleibt nur noch ein nett inszenierter 08/15-Thriller, welcher zudem – trotz netter Intention – die Wirkung des Endes verpuffen lässt. Als Filmsnack zwischendurch ganz nett, ansonsten aber eher vernachlässigbar. Unter den besonderen Umständen: 6/10 Punkte.

Shoot ’Em Up (2007)

Freitagabend. Die Frau ist aus dem Haus. Zeit für sinnlose Action. Zeit für „Shoot ‚Em Up“ – ein Film, dessen Titel wahrlich Programm ist. Die Inhaltsangabe kann ich mir dieses Mal folglich mit gutem Gewissen sparen.

Michael Davis („Monster Man“) Film ist laut, schrill, unlogisch, albern, brutal und – vor allem eins – voll mit sinnloser Action. Wenn man in Stimmung für comichafte Gewaltorgien ist, dann bildet „Shoot ‚Em Up“ ein neues Highlight des Genres und klettert somit auf eine Ebene mit „Crank“ – überhaupt lassen sich beide Filme wirklich gut vergleichen. Sei es nun die kurze Laufzeit, der kaum vorhandene Inhalt, die furiose Action oder die wirklich perfekt besetzten Hauptrollen.

Clive Owen („Children of Men“) steht Jason Statham in Sachen Coolness wirklich in nichts nach, was deutlich zeigt wie wandlungsfähig er als Schauspieler doch ist. Neben Owen überzeugt vor allem Paul Giamatti als Bösewicht und auch Monica Belluci sorgt für so manch optisches Schmankerl. Insgesamt eine runde Sache, wenngleich natürlich – aufgrund der Handlung – keine shakespearschen Leistungen zu erwarten sind.

Abzüge gibt es für teils übertriebenen CGI-Einsatz, wenngleich dieser die comichafte Atmosphäre noch einmal zusätzlich unterstreicht. Dennoch haben mich die zu offensichtlich künstlichen Bilder bereits bei „Crank“ gestört. Der Audiokanal zeigt sich – sieht man einmal von ein paar durchwachsenen Onelinern ab – perfekt auf das visuelle Geschehen abgestimmt und rockige Töne beherrschen die Bühne.

Alles in allem ist „Shoot ‚Em Up“ äußerst kurzweiliges Popcornkino mit erstaunlich viel Humor – man denke allein an die unzähligen Einsatzmöglichkeiten von Karotten – und viel comichafter Gewalt. Wenn man den Film richtig aufnimmt kann man viel Freude damit haben: 8/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 2

Genau drei Wochen sind seit meiner Sichtung der ersten Staffel vergangen und schon steht die Besprechung von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 2“ auf dem Programm. Hatte ich bei meinem letzten Eintrag noch kleinere Zweifel, was die Qualität der Serie und ihren Stellenwert in der TV-Welt angeht, so bin ich Joss Whedons Buffyverse inzwischen mit Haut und Haaren verfallen.

Anfangs noch eher auf Niveau von Season 1, entfaltet die Serie spätestens mit dem Auftauchen von Spike und Drusilla eine ganz neue Sogwirkung. Plötzlich sind auch die Bösewichte interessant. Sehr sogar. Hier hat mich die Serie teils stark an J. J. Abrams Agentenserie „ALIAS“ erinnert, bei der Julian Sark stets als mächtiger und individueller Gegenspieler in Erscheinung getreten ist. Wie Sark ist auch Spike nie um einen flotten Spruch verlegen und im Eifer des Gefechts werden schon einmal grenzüberschreitende Allianzen geschlossen. Ein echter Gewinn für das Serienuniversum!

Neben den neuen Figuren gewinnt vor allem Angel an Substanz. Der Twist zum Halbstaffelfinale ist grandios und katapultiert David Boreanaz Charakter in ganz neue Dimensionen. Durch diese Wendung gewinnt auch Buffy an Tiefe, was konsequenterweise auch ihre Freunde beeinflusst. Ein höchst interessanter, spannender und unterhaltsamer Handlungsbogen. Neben der Haupthandlung geben sich die Monster bei Buffy wöchentlich immer noch die Klinke in die Hand. Wenngleich hier auch nicht jede Episode zu überzeugen weiß, so sind die abgeschlossenen Geschichten doch meist ein echter Zugewinn für die Weiterentwicklung der Figuren.

Schauspielerisch und inszenatorisch macht die Serie in ihrem zweiten Jahr einen großen Schritt nach vorne. Der Trashfaktor konnte noch nicht ganz eliminiert werden, was dem Charme der Serie aber wohl eher zugute kommt. Gaststars wie Wentworth Miller (Michael Scoflield, „Prison Break“) stellen für US-Serienfreunde zudem eine gelungene Abwechslung dar. Insgesamt eine mehr als nur positive Entwicklung.

Die zweite Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ überzeugt auf nahezu ganzer Linie und macht großen Appetit auf die folgenden Seasons, sowie das Spin-off „Angel“ – ihren guten Ruf in der Serienwelt hat sich Joss Whedons Vampirsaga bereits jetzt schon verdient: 9/10 Punkte.

Beste Zeit (2007)

Schon lange steht Marcus H. Rosenmüllers „Beste Zeit“ auf meiner To-Watch-Liste und heute habe ich es endlich geschafft den Film zu sehen. Nach langen Stunden des Hochzeitsvideo-Schneidens war die sympathische Coming-of-Age-Geschichte der perfekte Tagesabschluss.

Anders als in Rosenmüllers Kinohit „Wer früher stirbt, ist länger tot“ überwiegen in „Beste Zeit“ ernstere Themen. Es geht – wie so oft – um die Widrigkeiten des Erwachsenwerdens. Die Autorin Karin Michalke verarbeitete in ihren Drehbuch eigene Jugenderfahrungen, was zur Authentizität des Films beiträgt. Die Verwendung von Dialekt und der Dreh an Originalschauplätzen vertärken diesen Eindruck. Jeder der im ländlichen Bayern aufgewachsen ist, wird sich somit zumindest in einigen Szene an die eigene Jugend erinnert fühlen.

Die Geschichte erfindet dabei das das Genre nicht neu. Klassische Themen wie Freundschaft, die erste Liebe, Probleme mit den Eltern, Zukunftspläne und -sorgen sowie Enttäuschung und der Verlust von Unschuld spielen eine große Rolle. Was den Film – neben dem authentischen Drehbuch – so besonders macht, sind die sympathische Inszenierung und die Schauspieler. Mit Anna Maria Sturm, Rosalie Thomass und Ferdinand Schmidt-Modrow hat Regisseur Marcus H. Rosenmüller wirklich großartige Jungdarsteller vor die Kamera geholt. Von der älteren Garde einmal gar nicht zu reden.

„Beste Zeit“ ist einer jener Filme, die man mit Sentimentalität ansieht. Die einen an vergangene Zeiten denken lassen. Nicht mit einem weinenden, sondern mit einem lachenden Auge. Ein kleiner, feiner und ehrlicher Film, von deren Sorte es gerne mehr geben dürfte. Ich freue mich nun auf „Beste Gegend“ und „Beste Chance“ – und damit auf die Vollendung dieser sympathischen, bayerischen Coming-of-Age-Trilogie: 8/10 Punkte.

Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006)

Von Scott Glossermans außergewöhnlichem Genrefilm „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ las ich bereits vor einigen Jahren, doch habe ich erst heute Zeit für eine Sichtung gefunden. Umso schöner natürlich, dass sich die lange Vorfreude ausgezahlt hat.

Ich bin mit dem Slasherfilm aufgewachsen. Freddy Krueger, Jason Voorhees und besonders Michael Myers waren immer gerne gesehene Gäste auf Videoabenden. Ihren Höhepunkt erreichte die Slasherwelle für mich mit Wes Cravens „Scream“, von dem ich damals im Kino komplett umgehauen wurde. Heute dagegen empfinde ich die meisten Slasher – „Scream“ bildet hier immer noch die rühmliche Ausnahme – als vorhersehbar und irgendwie redundant. Aus Nostalgiegründen lohnt sich dennoch ab und an ein Blick auf das Genre.

„Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ ist glücklicherweise kein simpler Slasher. Er fällt eher in eine Reihe mit Wes Cravens Meisterstück und ist somit als Genreparodie zu sehen. Als unglaublich witzige Genreparodie. So gelacht wie während der ersten Stunde des Films habe ich schon lange nicht mehr. Für Slasherkenner ist es eine wahre Freude, wie hier mit den Versatzstücken des Genres gespielt wird. Einfach genial!

Im letzten Drittel nimmt der Film die Wendung zum tatsächlichen, klischeebehafteten Slasherfilm – und das ist auch nur konsequent. Alle Regeln, die zuvor aufgestellt wurden, werden eingehalten. Das mag auf den ersten Blick abgedroschen und repetitiv wirken, doch zeigt der Film hier genau die Mechanismen auf, nach denen das Genre funktioniert und verlangt.

Die Inszenierung in Form von Mockumentary auf der einen und Slasherfilm auf der anderen Seite kann man nur als gelungen bezeichnen. Scott Glosserman zieht in seinem Debütfilm wirklich alle Register. Auch die Darsteller – allen voran Nathan Baesel als Leslie Vernon – heben den Film weit über Genrestandard hinaus.

„Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ ist eine wunderbare Genreparodie, die den Vergleich zu „Scream“ nicht zu scheuen braucht. Man muss als Zuschauer allerdings wirklich Verständnis für den Slasherfilm mitbringen, um seine Freude mit Leslie Vernon zu haben – wenn man es hat, dann zündet die Idee wirklich: 8/10 Punkte.

Eragon

Ich liebe Fantasy – sowohl in der Literatur, als auch im Film. Es war folglich nur eine Frage der Zeit, bis ich über „Eragon“ stolperte. Den Roman hatte ich damals nur angelesen und war nicht wirklich überzeugt. Zu simpel schienen mir die Figuren und vermutlich war ich zu diesem Zeitpunkt nicht in der richtigen Stimmung für solch eine Fantasy-Saga. Der Film hatte mich aufgrund der vernichtenden Kritiken auch nie sonderlich interessiert. Gestern habe ich ihm auf DVD dennoch seine verdiente Chance gegeben.

Um es kurz zu machen: Der Film ist nicht so schlecht, wie man überall hört. Der größte Fehler ist wohl, dass man versucht hat auf der „Der Herr der Ringe“-Welle mitzuschwimmen. Um dies erfolgreich zu gestalten hätte man den Figuren und der Geschichte jedoch Zeit zum entfalten geben müssen – man hat es nicht. Somit wirkt der gesamte Film wie ein Trailer zu einer großen Saga, deren epische Breite jedoch nie zum Tragen kommen kann. Charaktere werden nur angerissen, zeitliche und örtliche Beziehungen werden völlig ignoriert und man stolpert als Zuschauer mehr schlecht als recht durch diese wunderbar anzusehende Welt. Das passiert eben, wenn man versucht einen 600-seitigen Roman in 90 Minuten zu pressen.

Auf der Habenseite stehen eindeutig tolle VFX-Szenen, die tatkräftig die berufliche Herkunft des Regisseurs Stefen Fangmeier belegen. Auch die generelle Optik kann sich wirklich sehen lassen. Kräftige Farben, schönes Setdesign und imposante Kameraflüge versetzen einen recht gut in diese – inhaltlich leider nur oberflächlich angekratzte – fremde Welt. Alles in den Schatten stellt natürlich der Drache Saphira. Alleine er bzw. sie ist ein guter Grund sich den Film anzusehen – überhaupt: Es gibt viel zu wenig gute Filme mit Drachen. Drachen sind toll!

Schauspielerisch ist der Film äußerst durchwachsen. Bei Jeremy Irons haben sich bei mir anfangs die Nackenhaare nach oben gestellt, da ich an seine grottenschlechte Performance aus „Dungeons & Dragons“ denken musste – doch glücklicherweise spart er sich in „Eragon“ das Overacting und liefert so eine ziemlich überzeugende Darbietung ab. Wunderbar fand ich auch Robert Carlyle, der einen fiesen schwarzen Magier mimen darf. Recht verschenkt war dagegen John Malkovich, der nichts darf außer ein paar Mal grimmig zu schauen. Am schwersten wiegen jedoch die darstellerischen Defizite von Ted Speleers, der die Hauptfigur spielt. Ein Schönling, wie er im Buche steht – leider ohne jegliche Ausstrahlung.

„Eragon“ ist ein kurzweiliger Fantasy-Snack für Zwischendurch. Fans der Bücher werden den Film vermutlich zu recht verfluchen, doch als unbeeinflusster Fantasyfreund kann man durchaus einen unterhaltsamen Abend verbringen. Einen Abend mit einem Drachen. Alleine das ist doch grandios! Erwähnen sollte ich auch noch den schönen Score, der die Atmosphäre meisterlich zu unterstützen weiß. Kann man sich durchaus ansehen, wenn man „Der Herr der Ringe“, „Willow“ und Co. überdrüssig ist: 6/10 Punkte.

Buffy: The Vampire Slayer – Season 1

Aufgrund meiner nicht nachlassenden Begeisterung für Joss Whedons leider sehr kurzlebige Serie „Firefly“, habe ich mich nach langem Zögern doch an seinen großen Serienerfolg gewagt und „Buffy: The Vampire Slayer – Season 1“ gesichtet. Ein zum Teil bizarres Erlebnis.

Bei der TV-Ausstrahlung in den späten 90ern bin ich mit „Buffy: Im Bann der Dämonen“ – so der deutsche Titel – nie wirklich warm geworden. Man hat an verregneten Nachmittagen einmal reingezappt, ist dann aber auch nicht wirklich hängengeblieben. So habe ich damals wohl eine Handvoll Episoden komplett gesehen, doch an den Fernseher wurde ich von der Serie nie gezogen. Das hat damals sowieso kaum eine TV-Serie geschafft.

Heute gehört Joss Whedons Saga um den Vampire Slayer im Teenageralter zur Allgemeinbildung, wenn es um die amerikanische Serienwelt geht. Anfangs war es auch reichlich bizarr wieder in die Welt von Sunnydale einzutauchen, denn sofort habe ich mich an damals erinnert gefühlt – die verstreuten Sichtungen liegen inzwischen ja immerhin 10 Jahre zurück. Doch es ist nicht mehr damals.

Inzwischen habe ich mir ein recht umfangreiches Serienwissen aufgebaut, entecke Stärken die ich damals nicht als solche wahrgenommen hätte und kann über gewisse Schwächen schmunzelnd hinwegsehen – und das muss man bei der ersten Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ auch. Klischeehafte Monstergeschichten, angestaubte Effekte und ein Handlungsbogen, der kaum naiver und vorhersehbarer hätte ausfallen können. Was also kann die Serie überhaupt bieten? Kurz und knapp: Joss Whedon.

Die Serie lebt von ihren Charakteren und deren Interaktion. Die Dialoge reichen zwar (noch) nicht ganz an „Firefly“-Niveau heran, man kann aber bereits den schelmischen Witz erkennen, der den geneigten Zuschauer auch sofort an eine andere außergewöhnliche Schülerin einer amerikanischen Highschool denken lässt: „Veronica Mars“ – kein Wunder also, dass Joss Whedon Rob Thomas‘ Geniestreich als seine Lieblibngsserie bezeichnet. Die Verwandschaft ist, was den Dialogwitz angeht, unverkennbar.

Die erste Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“ wirkt noch etwas ungelenk und klischeehaft. Doch habe ich mich zu keinem Moment gelangweilt oder nicht auf die nächste Episode gefreut. Buffy, Xander, Willow und Giles sind mir bereits jetzt ans Herz gewachsen – was ich einzig und alleine Joss Whedons Talent als Dialogautor zuschreiben möchte. Noch nicht der ganz große Wurf, aber jeder fängt eben einmal klein(er) an: 7/10 Punkte.