Two and a Half Men – Season 9

Die zurzeit wohl langlebigste Sitcom hat im aktuellen Jahr eine Rundumerneuerung durchgemacht – so könnte man zumindest meinen. Letztendlich präsentiert sich jedoch auch „Two and a Half Men – Season 9“ als typische Fortführung der viel zu beliebten Serie und außer einem Wechsel des Hauptdarstellers, gibt es leider kaum neue Impulse. Ein wenig Spaß hatte ich dennoch mit dieser Staffel…

Charlie musste also gehen. Für immer? Ich komme nicht umhin zu denken, dass sich die Macher – so unwahrscheinlich dies auch erscheinen mag – ein Hintertürchen für eine mögliche Rückkehr Charlie Harpers offen gelassen haben. Spirituelle Erscheiningen von Charlie in Kathy Bates‘ Körper (übrigens eine der besten Szenen der Staffel) hin oder her. Ich war zu Beginn auf jeden Fall hoch erfreut über den neuen Charakter Walden Schmidt, der mich mit Langhaarfrisur sofort an Ashton Kutchers TV-Debüt „That ’70s Show“ denken ließ. Leider jedoch bleibt die Figur ziemlich blass, doch immerhin einigermaßen sympathisch, was man von Charlie Harper bzw. Sheen in der achten Staffel ja nicht mehr behaupten konnte.

Schön fand ich es einige Gaststars, wie Patton Oswalt (Spence, „The King of Queens“) oder Judy Greer zu sehen. Diese belebten die immer gleichen Storylines doch immens. Andere Figuren haben dagegen deutlich gelitten: So hat man Jake nun leider endgültig zur Witzfigur verkommen lassen, was wirklich schade ist. Hier hätte ich mir einen anderen Dreh erwartet, doch anscheinend wollen die Autoren der Serie ihr Publikum nicht überfordern.

Auch wenn es einige Totalausfälle gab, so wurde ich größtenteils doch gut unterhalten und besonders Alan läuft einige Mal – zugegebenermaßen auf völlig übertriebene Art und Weise – zur Höchstform auf. Letztendlich ist auch dieser Reboot, wenn man es so nennen will, keine Offenbarung und qualitativ spielt die Serie nach wie vor in untersten Humorregionen, doch Spaß hatte ich dennoch mit ihr. Als letzte Serie kurz vor dem Wegnicken geht das somit okay, doch über eine Absetzung wäre ich nicht wirklich traurig gewesen. Das Übliche, nur mit neuer Besetzung: 6/10 (5.9) Punkte.

Fringe – Season 4

Mit Erhalt der guten Nachricht auf Verlängerung um eine fünfte Staffel, konnte ich das Finale von „Fringe – Season 4“ so richtig genießen. Damit verschwindet die letzte noch laufende und als sehenswert einzustufende Mysteryserie in die verdiente Sommerpause. Wer hätte vor drei Jahren geahnt, dass sich diese scheinbar nur übernatürlich anmutende Krimiserie als innovative Genre-Wundertüte entpuppen würde? Spoiler sind zu erwarten.

Die Staffel beginnt recht unspektakulär mit ein paar Mystery-of-the-Week-Episoden, doch es sollte nicht lange dauern bis der Cliffhanger des vorangegangenen Jahres aufgelöst wird. Peter ist natürlich zurück und seine Integration in die alternative Zeitline darf durchaus als interessant bezeichnet werden. Wenn man nicht aufpasst kann man durchaus schon einmal den Überblick verlieren: zwei Universen, eine alternative Zeitlinie, doppelte – und dank Gestaltwandlern auch dreifache – Ausführungen der Charaktere, Zeitsprünge usw. „Fringe“ bietet wieder einmal alles, was man sich als Sci-Fi-Freund von einer Serie erhofft. Ein buntes Sammelsurium, das in seiner Gesamtheit dennoch erstaunlich konsistent wirkt.

Doch „Fringe“ wäre nicht „Fringe“, wenn auch die Charaktermomente überzeugen könnten. Auch diese Staffel spielt wieder stark auf der emotionalen Klaviatur ihrer Figuren und somit auch der Zuschauer. Besonders John Noble (Dr. Walter Bishop) hätte hier wahrlich jeden Preis verdient. Solch ein nuanciertes Spiel bekommt man ansonsten in den Genre-Serien der privaten Networks nur selten zu sehen. Einfach nur großartig!

Ab der Hälfte der Staffel nimmt auch die Rahmenhandlung wieder Fahrt auf und es wird u.a. das Mysterium rund um die Observer gelöst und auf eine neue Ebene gebracht, was besonders im kommenden Jahr für einigen Trubel sorgen dürfte. Auch das Staffelfinale war ziemlich bombastisch, letztendlich stolperte man aber zu schnell zu einer Lösung, was das Ende zu rund wirken lässt – doch hier hatten die Macher wohl die drohende Absetzung im Hinterkopf. Erneut eine wirklich starke Staffel, nach der ich nun noch auf einen famosen Abschluss hoffe: 9/10 (8.5) Punkte.

Der unglaubliche Hulk – OT: The Incredible Hulk (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Der unglaubliche Hulk“ am 28. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

In meinen Bestrebungen die Prolog-Filme zu Marvels „The Avengers“ zu sehen, habe ich mich heute an „Der unglaubliche Hulk“ herangewagt. Zugegebenermaßen interessierte mich der Film noch vor ein paar Wochen überhaupt nicht. Noch ein Film über den großen, grünen Wüterich? Doch als Filmfreund ist man ja bekanntlicherweise Komplettist, weshalb ich mich auf den Reboot eingelassen habe. Ob er jedoch wirklich nötig war?

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Meine Sichtung von Ang Lees „Hulk“ liegt schon einige Jahre zurück. Ich weiß heute nur noch, dass ich von der Montage und den Schauspielern sehr beeindruckt war. Die comichafte Animation des titelgebenden Giganten war für meine Sehgewohnheiten jedoch ein beständiger Störfaktor und wollte nicht so recht zum Rest des Films passen. Ich muss allerdings zugeben die Comicvorlage nicht zu kennen, weshalb Fans des grünen Riesen vermutlich auch mit dem Kopf schütteln werden: Für mich persönlich ist jedoch die Darstellung des Hulks – zumindest im Rahmen des Mediums Film – in Louis Letteriers Version sinnhafter.

Im Gegensatz zum ersten „Hulk“ oder auch der vorangegangenen „Iron Man“-Verfilmung, wird die Verwandlung Bruce Banners schnell und bereits während der Intro-Sequenz abgehandelt. Man wird als Zuschauer in die – zugegebener recht simple – Handlung hineingeworfen und begleitet Bruce Banner auf der Suche nach einem Heilserum. Ich mochte den sehr geerdet wirkenden Einstieg in den Favelas sehr gerne und auch dass man sich zu Beginn auf den menschlichen Charakter konzentrierte. Leider stellte sich in den Dialogszenen dann recht schnell heraus, dass das Drehbuch doch recht flach ist und man sich augenscheinlich mehr auf die Actionszenen konzentriert hat. Diese sind aber immerhin wahrlich grandios anzusehen.

Fazit

Der Endkampf lässt Erinnerungen an „Iron Man“ wach werden, denn auch der Hulk sieht sich mit einem Nahezu-Klon konfrontiert, der jedoch zumindest Freunde von Monsterfilmen jubeln lassen dürfte. Ich für meinen Teil fühlte mich auf jeden Fall erstaunlich gut unterhalten und auch wenn der Film nicht ohne Fehler war, so hat er mich doch wirklich positiv überrascht. Schön auch Lou Ferrignos Gastauftritt samt ausformulierter Übergabe des Zepters. Macht Spaß und kann man sich in Vorbereitung auf „The Avengers“ durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

Iron Man (2008) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man“ am 9. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich damit begonnen alle Marvel-Verfilmungen zu sichten, die letztendlich in „The Avengers“ münden. Den Anfang machte Jon Favreaus „Iron Man“, der mir bei der Erstsichtung vor über zwei Jahren schon recht gut gefallen hatte. Der eigentliche Grund für mein wieder erwachtes Interesse an dem Franchise ist allerdings – und das sollte treue Leser nun wirklich nicht verwundern – einzig und allein Joss Whedons Beteiligung an der Saga. Hat sich meine Wahrnehmung des Films durch dieses Wissen verändert?

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Ich kann auf jeden Fall behaupten, dass die gestrige Sichtung die Vorfreude auf „The Avengers“ noch einmal gesteigert hat. Weiterhin hat mir der Film noch einmal deutlich mehr Spaß gemacht, als bei meiner ersten Begegnung mit dem eisernen Helden, da mir sowohl seine Stärken als auch Schwächen bereits im Vorfeld bekannt und bewusst waren. Die Entstehung von Tony Starks Rächerfigur fand ich wieder sehr gelungen und herrlich unterhaltsam erzählt. Die Konfrontation mit Obadiah Stane (exzellent verkörpert durch Jeff Brigdes) wirkte dagegen zu sehr, als wäre sie mit der heißen Nadel gestrickt worden. Zudem hat man zwei nahezu identische Gegenspieler, was den Endkampf beinahe etwas langweilig erscheinen lässt. Insgesamt dennoch ein wirklich rundes erstes Kapitel der Superhelden-Saga.

Dieses Mal habe ich auch mehr auf die Effekte geachtet, welche größtenteils wirklich exzellent sind. Besonders die virtuelle Kameraarbeit unterstützt den Realismus durch Unschärfe, Wackler und andere bewusst inszenierte Fehler doch sehr. Auch der titelgebende Anzug wirkt extrem realistisch und sieht extrem gut aus. Wie genau sich die Macher damit an den Comics orientiert haben, kann ich mangels Kenntnis der Vorlage zwar nicht beurteilen, doch für das Medium Film wurden hier wahrlich alle Register gezogen.

Fazit

Auch wenn der Film besonders dramaturgisch einige Schwächen aufweist, was seinem Prolog-Charakter geschuldet ist, hat er mich jedoch bestens unterhalten. Die ersten Anspielungen auf S.H.I.E.L.D. und somit auf das was da noch kommen wird, sind mir bei der gestrigen Sichtung auch erstmals aufgefallen. Die Schauspieler – allen voran Robert Downey Jr. – sind für diesen augenzwinkernden Superhelden-Blockbuster zudem allesamt perfekt gewählt. Marvel kann auf seinen Einstand in das Produktionsgeschäft durchaus stolz sein. Ein exzellenter Auftakt, der Lust auf mehr macht: 8/10 Punkte.

Smash – Season 1

Ich hatte in der letzten TV-Saison etliche Neustarts auf dem Radar, doch mit „Smash – Season 1“ hatte ich irgendwie nicht gerechnet. Eine weitere Musicalserie? Das roch mir zu sehr danach auf der Erfolgswelle von „Glee“ mitschwimmen zu wollen. Nach einer Empfehlung des Fortsetzung folgt-Podcasts, habe ich mich jedoch zu einer Sichtung hinreißen lassen und sollte mit einem der gelungensten Serienstarts des vergangenen Jahres belohnt werden…

Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass der Vergleich zur unglaublich erfolgreichen Teen-Musical-Comedy „Glee“ nur bedingt funktioniert. In „Smash“ geht es nicht darum bekannte Popnummern entsprechend aufwendig in Szene zu setzen und die Handlung dazwischen mit möglichst vielen satirischen Spitzen anzureichern – nein, die Serie nimmt sich und ihre Figuren durchaus ernst. Zwar sind die einzelnen – wohl gemerkt extra für die Serie geschriebenen – Musicalnummern durchaus wichtig, doch bekommt man im Grunde eine klassiche Hinter den Kulissen-Show zu sehen. Wer also schon immer einmal wissen wollte, wie ein Broadway-Musical – und zwar aus Sicht der Autoren, Produzenten, Regisseure und Performer – entsteht, der dürfte viel Spaß mit der Serie haben.

Wie so viele Serien in letzter Zeit (z.B. „Falling Skies“ oder „Terra Nova“), rühmt sich auch „Smash“ damit Steven Spielberg als Produzent mit an Bord zu haben. Doch das ist nicht der einzige berühmte Name, welchen die Produktion mit sich assoziieren kann: Debra Messing („Will & Grace“) spielt die Autorin, Jack Davenport („Coupling“) den Regisseur und Anjelica Huston („Die Addams Family“) ist als Produzentin zu sehen. Hinzu kommt Uma Thurman als exzentrische Schauspielerin, die als Zugpferd für das Musical „Bombshell“ über das Leben von Marilyn Monroe eingespannt werden soll. Daneben dürfen etliche Newcomer – insbesonders Katharine McPhee und Megan Hilty – zeigen, was sie drauf haben und runden das Ensemble somit perfekt ab.

Da ich mir durchaus recht gerne Musicals ansehe und auch selbst schon dem Zauber des Broadways erlegen bin, ist „Smash“ bei mir natürlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Diese zauberhafte (und natürlich recht stilisierte) Atmosphäre fängt die Serie wirklich exzellent ein, doch im mag New York City als Schauplatz von Filmen oder Serien ja ohnehin sehr. Einzig die teils doch etwas soapigen Intrigen und Beziehungskisten hätte man gerne reduzieren dürfen, aber somit bleibt noch Entwicklungspotential für die glücklicherweise bereits bestellte zweite Staffel. Ein wahres Fest für Musical-Freunde: 8/10 (8.4) Punkte.

Parenthood – Season 3

Von keiner zweiten laufenden Serie fühle ich mich als Zuschauer so verstanden und werde so gut unterhalten, wie durch die Abenteuer der Familie Braverman. Somit gelingt es „Parenthood – Season 3“ auch im aktuellen Serienjahr den Titel Beste Show einzustreichen – zumindest in meinen Augen. Deshalb freut es mich auch unglaublich, dass NBC die Serie um eine vierte Staffel verlängert hat. Doch nun erst einmal zurück zum turbulenten dritten Jahr…

Es hat sich so einiges getan bei den Bravermans: Adam und Crosby machen sich selbstständig und übernehmen ein berühmtes Aufnahmestudio, Julia und Joel sind dabei ein Baby zu adoptieren, Kristina bekommt ein Baby und fängt wieder an als Kampagnenberater zu arbeiten, Sarah und Mark wollen den nächsten Schritt wagen und Zeek muss sich mit unangenehmen Neuigkeiten auseinandersetzen. Dies war wohlgemerkt nur ein Bruchteil der Handlungsstränge, die zudem alle miteinander verwoben und mit unzähligen kleinen Details und wunderschönen Momenten angereichert sind. Idealisierter Familienwahnsinn, wie er nicht schöner erzählt werden könnte.

Ich bin immer noch begeistert, wie natürlich die Charaktere bzw. ihre Schauspieler in „Parenthood“ agieren. Das Leben der Bravermans wirkt echt und dennoch wohnt dem Familienportrait dieses kleine Quentchen Magie inne, das im echten Leben dann doch so häufig fehlt. Die in der vorangegangenen Staffel angerissenen Handlungsstränge werden konsequent fortgeführt, was jeden Fan der Serie restlos begeistern dürfte. Jeder Charakter bekommt wieder ausreichend Platz eingeräumt und dennoch hatte ich nach den 18 Episoden erneut das Gefühl, dass ich gerne mehr gesehen hätte. Glücklicherweise wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Die Inszenierung und besonders die musikalische Untermalung ist wieder einmal pefekt gelungen. Nicht nur gegen Ende der Staffel gibt es etliche Gänsehautmomente: Ob nun Noras Geburts mit SUCH GREIGHT HEIGHTS der wunderbaren THE POSTAL SERVICE unterlegt wird oder DEATH CAB FOR CUTIEs 8-minütiges I NEED YOU SO MUCH CLOSER die Wiedervereinigung von Jasemine und Crosby untermalt, emotional hat die Serie bei mir abermals voll ins Schwarze getroffen. Einfach nur schön und das ohne kitschig oder völlig aus der Luft gegriffen zu sein.

Ich für meinen Teil kann nur hoffe, dass die Serie in der nun leider wohl finalen vierten Staffel einen würdigen Abschluss findet. Ebenso wünsche ich mir eine europäische Veröffentlichung der Serie „Friday Night Lights“, die ebenfalls Showrunner Jason Katims‘ Feder entsprungen ist. Das kann doch nicht so schwer sein? Bereits jetzt konnte sich „Parenthood“ einen Platz unter meinen Top 5 der Dramaserien sichern. Genau so müssen TV-Serien geschrieben, gespielt und inszeniert sein: 10/10 (9.5) Punkte.

Last Man Standing – Season 1

Auch wenn die gelungensten Comedys der letzten Jahre besonders durch innovative Konzepte und Meta-Humor auftrumpfen konnten, sehe ich auch klassische Sitcoms immer noch sehr gerne. Dies liegt wohl in den Anfängen meines Serienkonsums begründet, weshalb sich „Last Man Standing – Season 1“ für mich auch wie eine Zeitreise zurück in die 1990er Jahre anfühlt. Weder innovativ, noch subversiv oder sonderlich spannend – einfach nur nette Unterhaltung für die ganze Familie. Eben wie früher…

Meine erste Sitcom war „Die Bill Cosby Show“ – und ich habe sie trotz äußerst unregelmäßiger Sichtung geliebt. Das nächste große Ereignis stellte dann etliche Jahre später „Friends“ dar und irgendwann nahm ich dann mit, was das Genre sonst noch so hergab. Auch wenn ich nie ein sonderlich großer Fan von „Home Improvement“ – bzw. damals natürlich noch „Hör mal, wer da hämmert“ – war, so habe ich über die Jahre doch bestimmt nahezu alle Episoden der Show gesehen. Heute ist mir die Serie noch in guter Erinnerung, doch nimmt sie in meiner persönlichen TV-Laufbahn keinen sonderlich großen Stellenwert ein.

Warum ich das alles erzähle? Weil „Last Man Standing“ in jeder Hinsicht wie eine nur leicht modernisierte Neuauflage des Tim Allen-Hits aus längst vergangenen Tagen wirkt. Tim Taylor heißt nun Mike Baxter, statt drei Jungs hat er drei Mädchen und statt Binford Tools gibt es Outdoor Man – ansonsten bleibt alles beim Alten. Natürlich sieht die Serie etwas moderner aus und auch die Handlung ist nicht mehr ganz so formelhaft, wie in den 1990er Jahren, doch wirkt diese inoffizielle Fortsetzung gut 10 bis 20 Jahre später doch ziemlich altmodisch – und das sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Überraschungen braucht man als Zuschauer nicht zu erwarten. Der Humor ist harmlos und die Handlung nahezu vernachlässigbar. Dennoch hatte ich stets ein gutes Gefühl bei der Sichtung: Die Serie hat mich in eine nostalgische Wolke eingehüllt und an längst vergangene Tage denken lassen. Genau die richtige Art von Unterhaltung kurz bevor man nach einem stressigen Tag ins Bett fällt. Perfekt zum Runterkommen und Abschalten. Nicht großartig, nicht intelligent, nicht brüllend komisch – einfach nur harmlos und nett. Manchmal reicht das vollkommen: 7/10 (7.3) Punkte.

Castle – Season 4

Auch in diesem Jahr befand sich erstaunlicherweise eine simple Krimiserie unter meinen Serienhighlights. So habe ich mich jede Woche auf die neue Episode von „Castle – Season 4“ gefreut und wurde jedes Mal bestens unterhalten. Was hat die Staffel also im Detail zu bieten? Spannende Fälle, viel Humor, Liebesgeplänkel, eine Zeitreise, Zombies – und natürlich Nathan Fillion.

Gleich zu Beginn der Staffel wird natürlich der Cliffhanger des vorhergehenden Jahres aufgelöst, der zwar schockierend war, doch letztendlich nur einen Ausweg erlaubte. Auch über den Verlauf der Staffel wird die Handlung rund um Detective Becketts Ermittlungen nach dem Mörder ihrer Mutter immer wieder aufgegriffen. Dieser Handlungsstrang gipfelt im Staffelfinale letztendlich in einer erneut äußerst spannenden Episode, welche die Weichen für das kommende Jahr neu stellt – und das in absolut jeder Hinsicht. Man darf also gespannt sein…

Den Großteil machen jedoch auch im vierten Jahr die in sich abgeschlossenen Einzelfälle aus, welche teils wirklich erstaunlich überraschend und oft mit einem inhaltlichen Twist erzählt werden. So werden unsere Helden z.B. mit einer Geistergeschichte konfrontiert, jagen einen selbsternannten Superhelden, werden in einem Banküberfall als Geisel genommen, lösen einen Fall in den 1940er Jahren, finden sich in einem anfangs an „Saw“ erinnernden Szenario wieder, decken eine CIA-Verschwörung auf und flüchten vor einer Zombie-Horde. Für Abwechslung ist also – sowohl für die Ermittler, als auch für uns Zuschauer – auf jeden Fall gesorgt.

Ein weiteres Highlight war für mich als großer „Firefly“-Fan natürlich die Wiedervereinigung von Nathan Fillion und Adam Baldwin, der in einer Episode einen tragenden Gastauftritt in einer Rolle absolvieren durfte, die ihm wirklich auf den Leib geschrieben war. Für mich stellte die vierte Staffel somit noch einmal eine kleine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar und ich weiß jetzt schon, dass ich meine wöchentliche Dosis „Castle“ vermissen werde: 9/10 (8.8) Punkte.

Transformers: Die Rache – OT: Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers: Die Rache“ am 14. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer recht stressigen Woche und dem Ausblick auf noch mehr davon in den nächsten Tagen, haben wir einstimmig beschlossen uns bei der Wahl des Wochenendfilms auf Popcornkino zu beschränken. Da die Auswahl an noch ungesehenen Filmen in diesem Bereich nicht groß war, wanderte letztendlich „Transformers: Die Rache“ in den Blu-ray-Player – und obwohl ich nach den ersten 10 Minuten bereits wieder ausschalten wollte, haben wir letztendlich tatsächlich durchgehalten…

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Erwartet hatte ich mir ehrlich gesagt nicht viel. Zwar wusste mich der Vorgänger „Transformers“ bei der Zweitsichtung recht gut zu unterhalten, doch waren die Kritiken für diese erste Fortsetzung so vernichtend, dass ich wahrlich eine der größten filmischen Katastrophen erwartete. Zu Beginn des Films wird man auch sofort in eine völlig übertriebene Actionsequenz hineingeworfen, woraufhin ich die Sichtung auch beinahe abgebrochen hätte. Doch letztendlich blieben wir dabei und nach einer gewissen Zeit hat sich anscheinend mein Wahrnehmung auf das Niveau des Films eingepegelt, was dazu führte, dass ich über weite Strecken tatsächlich gut unterhalten wurde.

Man darf sich natürlich nichts vormachen: Die Geschichte ist, wenn man dem Film überhaupt eine solche zugestehen möchte, größtenteils unglaublich hanebüchen. Tote Roboterkrieger, die mit unserem Hauptcharakter Sam Witwicky im Geiste kommunizieren. Ein absurder Plot rund um die Auslöschung der Sonne und Mördermaschinen, die unter den Pyramiden von Gizeh versteckt sind. Hinzu kommen Figuren, die unglaublich platt gezeichnet sind und keinerlei Form der Charakterentwicklung erfahren. Einzig bei Optimus Primes Niederlage musste ich an sein Ableben in den Comics denken, das mich als Kind doch ziemlich mitgenommen hatte – ganz im Gegensatz zur gestrigen Filmversion davon. Man sieht schon, dass die Stärken in anderen Bereichen liegen müssen.

„Transformers: Revenge of the Fallen“ ist in erster Linie natürlich ein großes Actionfeuerwerk. Besonders im Finale ist die Action so übertrieben bombastisch, dass man ihr kaum noch folgen kann. Allerdings empfand ich die Kameraführung bei Weitem nicht so extrem irritierend, wie ich dies nach den meisten Kritiken befürchtet hatte. Michael Bay ist es durchaus gelungen enorme Schauwerte in die viel zu langen zweieinhalb Stunden Film zu verpacken. Die CGIs sind exzellent und setzen das Sci-Fi-Szenario auf jeden Fall beeindruckend in Szene. Ich hatte somit durchaus Spaß mit den kämpfenden Riesenrobotern – besonders die Schlacht im Wald – und auch die Werbebilder für das US-Militär sehen natürlich sehr schick aus, doch reicht das für ein gelungenes Filmerlebnis?

Fazit

Eigentlich vereint „Transformers: Die Rache“ alles, was man an einem Film verabscheuen sollte: Anbiederung an die Zielgruppe, pseudocoole Inszenierung, keine Handlung, blasse Charaktere und ein ärgerlich reaktionärer Grundton. Selbst der Humor versagt – bis auf das perfekt getimte ‚We gotta catch that plane!‘ – beinahe komplett. Doch gestern hat mir das irgendwie gereicht. Mich hat der Film nach einigen Anlaufschwierigkeiten tatsächlich erstaunlich gut unterhalten: 6/10 Punkte. Und nun dürft ihr meine Kritik in der Luft zerreißen…

Terra Nova – Season 1

Eine der mit am meisten Spannung erwarteten Serien des vergangenen Jahres dürfte wohl „Terra Nova – Season 1“ gewesen sein. Die – wie bereits „Falling Skies“ – von Steven Spielberg produzierte Serie versprache kinoreife Unterhaltung und fantastische Spezialeffekte. Doch bereits für die Pilotfolge hagelte es größtenteils schlechte Kritiken und mit zunehmender Laufzeit kristallisierte sich heraus, dass der Serie wohl nicht der erhoffte Erfolg beschieden werden sollte. Wie ist Spielbergs Sci-Fi-Saga jedoch bei mir angekommen?

Ich habe jede Minute genossen. Als Kind hätte ich die Serie sogar geliebt. Dinosaurier, Zeitreisen, Science-Fiction und Mystery. Erwähnte ich schon Dinosaurier? Der Stoff aus dem meine Träume gemacht waren. Auch heute noch verfalle ich diesen Elementen erstaunlich leicht. Hinzu kommt eine Bilderbuchfamilie à la Spielberg, was bei mir stets funktioniert. Man sieht: Auch wenn die Serie alles andere als perfekt ist, so drückt sie bei mir doch nahezu alle Knöpfe, um als nahezu perfekte Unterhalung wahrgenommen zu werden – es ist schon beinahe unheimlich.

Inhaltlich wandelt die Serie auf bekannten Pfaden. Handlungselemente und Anmutung erinnern an „Avatar“ (inklusive dem großartigen Stephen Lang als Commander Taylor), die Dinos sind „Jurassic Park“ entsprungen, mysteriöse Ereignisse und geheimnisvolle Andere hat man aus „Lost“ entliehen, und der Look der Zukunft ist eine Nachahmung des „Blade Runner“-Produktionsdesigns. Nicht innovativ, aber es funktioniert. Zumindest für mich. Die Charaktere wachsen einem zudem recht schnell ans Herz, die Handlung ist seicht aber lädt zum Dranbleiben an – und auch wenn die Effekte mehr nach TV, denn Kino aussehen, so gefiel mir der exotische Look doch ausgesprochen gut.

Ich kann durchaus verstehen, wenn man so sein Problem mit der Serie hat. Wie bereits „Falling Skies“ erinnert auch die Handlungsstruktur von „Terra Nova“ eher an 90er Jahre TV-Serien, als an komplexe Geschichten, wie man sie heute in Serien findet. Dennoch funktioniert die Serie für mich noch um einiges besser, als die ähnlich gelagerte Alienhatz. Es ist wie eine Rückkehr in die Sonntagnachmittage der eigenen Kindheit. Dinos, Sci-Fi, Mystery und dennoch eine heile Welt. Spätestens seit der Absetzung der Serie weiß ich, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe – doch ich fand die nostalgische Zeitreise ziemlich gut: 8/10 (7.7) Punkte.