Predator 2 (1990)

Ich kann nicht sagen, wann ich das letzte Mal dazu gekommen bin, mir nachmittags einen Film anzuschauen. Heute jedoch standen alle Zeichen perfekt: Der Zwergofant war mit seiner Patin Minigolf spielen und das Zappelinchen mit der Mama einkaufen. Und der Papa? Der hat den sonnigen Samstag mit „Predator 2“ im schwülen Los Angeles des Jahres 1997 verbracht. Statt Arnie gab es dieses Mal Danny Glover, doch das titelgebende Monster war immer noch übel gelaunt…

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Zu behaupten ich hätte mich nur noch lückenhaft an die Handlung des Films erinnern können, wäre eine riesengroße Untertreibung gewesen. Tatsächlich waren mir nur noch die ersten 20 Minuten und das Finale ab dem Badezimmer im Gedächtnis. Der Rest des Films war in meinem Kopf wie ausgelöscht. Das mag an den verstümmelten Schnittfassungen von früher liegen, aber bestimmt auch daran, dass „Predator 2“ durchaus seine Längen hat. Nachdem mir John McTiernans erster Teil noch so gut im Gedächtnis war, ist ein qualitativer Abfall nicht zu bestreiten. Doch dieses typische 80er/90er-Jahre-Sequel hat auch seine Stärken.

Aus heutiger Sicht mutet es befremdlich an, wenn einem das Jahr 1997 als nahe Zukunft verkauft wird. Überhaupt mochte ich die überdrehte und hektische Darstellung des Polizeialltags in Los Angeles nicht. Dies hat auch nichts mit dem in den Großstadtdschungel verlagerten Schauplatz zu tun, sondern mit der billig anmutenden 90er-Jahre-Ästhetik und den nutzlosen Subplots: Der Voodoo-Gangster muss ja schon damals lächerlich gewirkt haben. Danny Glover konnte mich dagegen immer noch überzeugen. Er ist zwar kein Arnold Schwarzenegger, doch habe ich ihm die persönliche Fehde mit dem Predator fast noch eher abgenommen. Lustig fand ich es auch einen blutjungen Adam Baldwin (Jayne Cobb, „Serenity“) zu entdecken.

Hat Stephen Hopkins‘ Film in den ersten zwei Dritteln so seine Schwächen, überzeugt das große Finale beinahe auf ganzer Linie. Der erste Showdown in der Schlachterei besitzt tolle Bilder und eine dichte Atmosphäre, die Verfolgungsjagd durch das Wohngebäude ist mitreißend inszeniert und das Finale im Raumschiff enthält wichtige Szenen für die Mythologie des Franchises. Wenn man sich durch die aus heutiger Sicht ein wenig befremdlich wirkende erste Hälfte gekämpft hat, wird man mit einem wirklich unterhaltsamen Abschluss belohnt. Nicht der beste Film der Reihe, doch man kann ihm einen gewissen Kultstatus nicht absprechen: 7/10 Punkte.

Spotlight (2015)

Es sind nicht die besten Voraussetzungen für einen Filmabend, wenn man in der Nacht zuvor nur knapp fünf Stunden geschlafen hat und der Arbeitstag richtig anstrengend war. Immerhin haben wir es schon um 20 Uhr aufs Sofa geschafft, doch so richtig viel Hoffnung hatte ich nicht „Spotlight“ komplett zu sehen. Gut zwei Stunden später war ich immer noch wach und hatte nicht einmal mit dem Schlaf zu kämpfen. Es sind die kleinen Freuden…

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Nach meiner Sichtung von „The Newsroom“ hatte ich weiterhin Lust auf idealistischen Journalismus. Welcher Film wäre also besser geeignet als Tom McCarthys 2016er Oscar-Gewinner? Von seiner Atmosphäre und Erzählstruktur hat mich „Spotlight“ allerdings eher an David Fincher „Zodiac“ erinnert, nur dass hier das Ergebnis der Recherchen befriedigender war. In beiden Fällen war der Ausgang er Ermittlungen im Vorfeld bekannt und doch entwickelt die Geschichte solch einen Sog, dass ich mich ihr nicht entziehen konnte. Schauspieler, Ausstattung und Inszenierung – alles wird dem Drehbuch untergeordnet und trägt somit als Einheit zur Geschichte bei.

McCarthys Film bietet weder Action, noch Sex oder Gewalt. Selbst die Verbrechen werden nur andeutungsweise wiedergegeben. Die Nachwirkungen und emotionalen Narben der Opfer stehen im Mittelpunkt und mit ihnen die unglaubliche Tragweite des Missbrauchsskandals. Je weiter sich die investigativen Journalisten rund um Walter Robinson (Michael Keaton) vorantasten, desto unfassbarer ist das Level der Vertuschung – nicht nur für die Charaktere, sondern auch speziell für uns Zuschauer. Dabei sind nicht immer alle Bilder subtil (z.B. die vorbeiradelnden Kinder), doch sie bleiben stets wirkungsvoll.

„Spotlight“ ist in bester Art und Weise klassisch erzählt und versucht nicht aus dem brisanten Fall eine Sensationsgeschichte zu machen. Er zeigt die, natürlich dramatisch aufbereiteten, Fakten auf und stellt uns die Personen vor, die bei der Aufdeckung des Skandals beteiligt waren. Dies sind die wahren Helden – und das ganz ohne Cape und Strümpfe. Diese Mischung funktioniert für mich ausgezeichnet und mir wird der Film noch länger im Gedächtnis bleiben. Klassisches, großes Kino: 9/10 Punkte.

Shameless (US) – Season 5

Nachdem ich es lange sechs Monate ohne die Gallaghers aushalten musste, hatte meine Familie Mitleid und mir „Shameless – Season 5“ zum Geburtstag geschenkt. Welch ein Glück! Endlich wieder mit Frank um die Häuser ziehen und die restlichen Gallaghers dabei begleiten, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen – oder es wieder einmal so richtig zu vermasseln…

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Nach der großartigen vierten Staffel waren die Erwartungen natürlich extrem hoch, speziell da an deren Ende ein fieser Cliffhanger stand. Dessen Auflösung ist leider auch der Tiefpunkt der Staffel, zumal dieser gesamte Handlungsstrang unglaublich an den Haaren herbeigezogen wirkt. Da hätte ich es besser gefunden, das Schicksal von Jimmy wäre einfach ungewiss geblieben. So bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack zurück, der weder Fionas Charakter gerecht wird, noch ihre Beziehung zu Jimmy in irgendeiner Form würdigt. Letztendlich hätte auch jeder andere (Ex-)Lover ein Grund für die Komplikationen in ihrer jungen Ehe sein können. Immerhin bleibt auch dieser schwächere Abschnitt der Staffel als unterhaltsam und gut gespielt in Erinnerung.

Was die anderen Handlungsstränge angeht, so bietet das fünfte Jahr mit den Gallaghers erneut allerlei Verrücktheiten: Seien es Franks Craft-Beer-Experiment, Debbies verzweifelte Versuche endlich Sex zu haben, Carls kurze Laufbahn als Drogenkurier, Lips Beziehung zu einer Professorin oder die dramatische Entwicklung Ians. All das und noch viel mehr ist abermals unglaublich unterhaltsam, weiß zu überraschen und oftmals auch zu schockieren. Selbst die etwas aus dem üblichen Rahmen fallende Liebesgeschichte zwischen Frank und einer krebskranken Ärztin konnte mich überzeugen, da sie unser verantwortungsbewusstes Familienoberhaupt erstmals verletzlich zeichnet. Damit hätte ich zu diesem Zeitpunkt fast nicht mehr gerechnet. Insofern eine schöne Entwicklung.

Insgesamt gesehen ist die US-Version von „Shameless“ in ihrem fünften Jahr ein wenig schwächer und auch das Finale nicht ganz so episch, wie das der vorangegangenen Staffel. Das alles ist jedoch Jammern auf extrem hohen Niveau, denn ich wurde über die zwölf Episoden hinweg wieder ganz famos unterhalten und kann es kaum noch erwarten ins nächste Jahr mit den Gallaghers zu starten: 9/10 (9.0) Punkte.

Zoomania – OT: Zootopia (2016)

Ich habe „Zoomania“ am 22. November 2019 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Aufgrund einer netten Aktion von Amazon Prime habe ich mir heute ein paar aktuelle Filme ausgeliehen, von denen „Zoomania“ auch sogleich auf den Bildschirm gewandert ist. Den Trailer dazu hatte ich Anfang des Jahres im Kino gesehen und war davon recht angetan. Auch die Kritiken versprachen einen sehr sehenswerten Animationsfilm, so dass ich voller Vorfreude war. Ob der Film dieser Erwartungshaltung gerecht wurde?

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Audiovisuell ist „Zoomania“ eine Wucht: Ein enormer Detailreichtum und eine fantastisch anzuschauende, kunterbunte Welt voller Tiere, Anspielungen und visueller Gags wissen zu begeistern. Ich hatte mir ein paarmal gewünscht, den Film im Kino gesehen zu haben oder vor einem größeren Fernseher zu sitzen. Da gibt es so einiges zu entdecken und ich konnte mich an den Bildern kaum satt sehen. Die Animateure von Disney haben hier wirklich gezaubert – so muss ein moderner Trickfilm aussehen.

Inhaltlich dagegen war ich ein wenig enttäuscht: Die Geschichte kommt erst nach ca. 30 Minuten in Fahrt und dann bekommt man eine klassische Buddy-Cop-Komödie zu sehen. Das ist nicht weiter schlimm, doch hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Es reicht halt nicht, wenn man „Der Pate“ mit Tieren nachstellt und, nachdem sich der Effekt ein wenig abgenutzt hat, den hundertsten Tier-als-Mensch-Gag bringt (und die Toleranz-Botschaft kommt auch etwas mit dem Holzhammer). Die Auflösung des Kriminalfalls ist zudem früh zu erraten und somit blieb die Geschichte etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Das ist nicht weiter dramatisch, aber dennoch ein wenig enttäuschend.

Insgesamt hat mich „Zoomania“ wirklich gut unterhalten und ich habe mich an den bunten Bildern erfreut. Die Charaktere sind nett gezeichnet und besitzen durchaus Charme. Dennoch fehlt mir etwas, das andere Animationsfilme – ich denke hier nur an Pixars „Alles steht Kopf“ – von der Masse abhebt. Alles in allem kann ich den Film durchaus empfehlen, man sollte nur keinen neuen Klassiker aus dem Hause Disney erwarten: 7/10 Punkte.

Predator (1987)

In letzter Zeit ist mein Filmkonsum auf ein Minimum geschrumpft. Darf ich mich überhaupt noch als Filmblogger bezeichnen? Speziell die Filme, die mir am Herzen liegen werden kaum noch thematisiert, da es zu viel Neues nachzuholen gilt. Man hat es schon nicht leicht in dieser Zeit des medialen Überflusses. Heute jedoch habe ich die Gelegenheit eines Babysitting-Einsatzes meiner besseren Hälfte genutzt, um mit „Predator“ einmal wieder in mein liebstes Filmjahrzehnt zurückzukehren – begleitet mich nun also bei meinem Ausflug in die 80er, wo Männer noch Männer waren und Oneliner-Geschichte geschrieben wurde: ‚I ain’t got time to bleed.‘

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Auch wenn es sich vielleicht so liest, war „Predator“ nie mein Lieblingsfilm. Er rangierte auch nie unter meinen meistgesehenen Filmen der 80er, doch er ist mit Sicherheit einer der Filme, um den sich die meisten Legenden gerankt haben: Lange Zeit stand John McTiernans Action-Klassiker auf dem Index und selbst in der Videothek gab es damals nur verstümmelte Schnittfassungen auszuleihen. Dennoch hat der Film öfter mal den Weg in den VHS-Rekorder gefunden – und sei es nur die komplett gekürzte Aufnahme einer nächtlichen TV-Ausstrahlung gewesen. Es sollte bis zur DVD-Veröffentlichung der indizierten Fassung dauern, bis ich das Schwarzenegger-Vehikel zum ersten Mal ungeschnitten erleben durfte. Inzwischen ist die Indizierung aufgehoben und man kann die ungeschnittene FSK-16-Fassung in jedem Kaufhaus oder online ohne Probleme erwerben. Die Zeit der Legenden ist vorbei.

Selbst nach all den Jahren hatte ich mich heute sofort wieder heimisch im Dschungel Mittelamerikas gefühlt. Der Auftritt der Macho-Einheit unter Führung von Arnold Schwarzeneggers Dutch mutet heute anachronistischer denn je an – und doch funktioniert der Film nach wie vor. Ernst nehmen konnte man die Charaktere schon damals nicht und heute grenzt der Militärteil fast schon an eine Parodie, was durch die famosen Oneliner natürlich noch unterstützt wird. Ein Zeitdokument der 80er, das enorm viel Spaß macht und spätestens mit verstärktem Auftreten des titelgebenden Monsters, das es nicht umsonst unter meine fünf gruseligsten Film- und Serienmonster geschafft hat, zur Höchstform aufläuft: Der finale Zweikampf ist der Höhepunkt des Films und spätestens wenn der Predator seine Maske fallen lässt, gewinnt der Film auch alle Creature-Freunde für sich. Zwar kein „Alien“, aber dennoch sehr imposant.

Aktuell wird ja an einem Reboot des Franchises gearbeitet, auf das ich mich tatsächlich freue. Selbst dem 2010er Versuch „Predators“ konnte ich einiges abgewinnen und auch „Alien vs. Predator“ hatte so seine Momente, was man vom zweiten Teil leider nicht behaupten konnte. Ich habe nun wieder richtig Lust auf dieses Filmmonster bekommen und werde hoffentlich bald die Gelegenheit bekommen, auch der direkten Fortsetzung einmal wieder einen Besuch abzustatten: 9/10 Punkte.

The Equalizer (2014)

Nachdem der letzte Film schon drei Wochen zurückliegt, habe ich heute Abend das regnerische Wetter genutzt, um einmal wieder einen Abend vor dem Fernseher zu verbringen. Die Wahl fiel auf „The Equalizer“, über den ich schon einige positive Besprechungen gelesen bzw. gehört hatte. Zudem war er bei Amazon Prime im richtigen Bildformat zu sehen, so dass ich mich einmal wieder zum Streaming hinreißen ließ…

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Während der ersten halben Stunde war ich wirklich begeistert von Antoine Fuquas Arbeit. Die Geschichte wird ruhig und ohne Übertreibungen erzählt, den Charakteren und ihren Eigenheiten wird viel Raum gegeben und Atmosphäre groß geschrieben. Herrlich! Ich fühlte mich Denzel Washingtons Charakter Robert McCall wirklich nahe und habe mich nicht groß daran gestört, dass alles auf eine typische Rachegeschichte rauszulaufen schien. So konnte es von mir aus gerne weitergehen. Mehr „Training Day“ und weniger „Olympus Has Fallen“ – weiter so, Herr Fuqua!

Dann jedoch kam die erste Actionsequenz, die Fuqua völlig überzogen und platt auf McCalls Fähigkeiten hin inszeniert. Adieu, Subtilität! Leider steigert sich der Film bis zum unsäglichen Finale im Baumarkt immer weiter, was die verwendeten Tötungswerkzeuge – und ja, es sind wirklich Werkzeuge – angeht. Gewalt um der Gewalt willen. Wie eine Mischung aus „Kevin: Allein zu Haus“ und einer „Saw“-Fortsetzung. Dabei ist der Film durchaus unterhaltsam, doch gerade im Kontrast zu den ungleich stärkeren Charakterszenen wirkt die Action, die gerade das Besondere des Films sein soll, unglaublich gewollt. In dieser Hinsicht hat z.B. „John Wick“ als moderner Rachethriller deutlich mehr zu bieten.

Auch wenn der Bösewicht ein wenig comichaft wirkt, so überzeugt Marton Csokas in dieser Rolle. Mir war er bereits in der AMC-Serie „Into the Badlands“ positiv aufgefallen und diesen Eindruck konnte er bestätigen. Zwischen der Action hat „The Equalizer“ immer wieder seine Momente, wenngleich auch nie wieder die Qualität des Prologs erreicht wird. Wirklich schade, da der Film durchaus Potenzial besitzt, das leider zugunsten des plumpen Effekts nicht ausreichend genutzt wird: 6/10 Punkte.

The Newsroom – Season 1 to 3

Was habe ich Aaron Sorkins Art Geschichten zu erzählen vermisst. Dieser politische Idealismus gepaart mit extrem pointierten Dialogen und oft hoffnungslos kitschigen zwischenmenschlichen Szenen. Lange hat es gedauert, bis ich endlich die komplette Serie „The Newsroom“ gesehen habe – und ich bin jetzt schon unendlich traurig, dass es bei nur drei Staffeln geblieben ist. Dabei war ich davor durchaus skeptisch und hatte Befürchtungen, dass Sorkin nicht an „The West Wing“ oder auch die noch kurzlebigere Serie „Studio 60 on the Sunset Strip“ anschließen können würde. Umso begeisterter bin ich jetzt nach diesem umwerfenden Erlebnis…

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Erlösung (Jussi Adler-Olsen)

adler-olsen-erloesungEndlich bin ich einmal wieder etwas mehr zum Lesen gekommen. Wozu so ein Urlaub doch gut sein kann: Nachdem ich mit „Erbarmen“ und „Schändung“ die Verfilmungen der ersten beiden Sonderdezernat-Q-Romane angeschaut hatte, war ich wieder voll im Thema drin und habe mich sogleich an den dritten Band „Erlösung“ gemacht. Jussi Adler-Olsens düstere Krimi-Geschichte setzt direkt nach dem Vorgänger „Schändung“ ein und lässt uns erneut an einem epischen Fall teilhaben, der uns gewohnt gnadenlos die Abgründe menschlichen Handelns vor Augen führt.

Die erste Hälfte des Romans habe ich nur sehr unregelmäßig bzw. in kleinen Häppchen gelesen. Somit hat sich der Sog erst in der zweiten Hälfte eingestellt, sprich in meinem zweiwöchigen Urlaub habe ich endlich einmal wieder Zeit zum Lesen gefunden. Das war schon lange nicht mehr der Fall und ich hatte unglaublich viel Spaß für länger als nur ein paar Minuten in eine Geschichte einzutauchen. Obwohl Jussi Adler-Olsen nur einen weiteren Kriminalfall erzählt, verwebt er in diesem doch eine Vielzahl an menschlichen Schicksalen. Dabei wird im Roman auch die Erzählperspektive des Täters und seiner Opfer eingenommen, was ihn bedrückend und vielseitig zugleich macht.

Aufgrund der perfekten Rahmenbedingungen, sprich sonnige Nachmittage auf der Terrasse, bin ich am Ende richtig tief in den Roman eingetaucht. Dabei habe ich erst wieder gemerkt, wie sehr ich es vermisse zu lesen. Also richtig zu lesen. Vermutlich wird es aber bis zum nächsten Urlaub dauern, bis das wieder der Fall sein wird, denn an den kurzen Wochenenden steht dann meist doch immer etwas anderes auf dem Programm. Ich bin nun auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die Verfilmung und freue mich auf den Nachfolgeroman, der bereits im Regal steht: 8/10 Punkte.

Extreme Frontiers: USA (Charley Boorman’s USA Adventure)

Einmal mehr habe ich mich mit Charley Boorman auf eine Reise begeben. Dieses Mal galt es die „Extreme Frontiers: USA“ zu bestehen. Ob mich „Charley Boorman’s USA Adventure“ wieder mehr begeistern konnte, als sein Ausflug nach Südafrika, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Erneut wird die mehrere Wochen umspannende Tour in nur vier 40-minütigen Episoden abgehandelt. Charley springt von Abenteuer zu Abenteuer, wobei die eine Hälfte (speziell tatsächliche Herausforderungen in der Natur) durchaus spannend ist, die andere dagegen (Ausflüge in die Schwerindustrie) dagegen eher dröge und nicht sonderlich interessant. Hinzu kommt ein Inszenierungsstil, der sich zu sehr dem zappenden TV-Publikum anbiedert. Da mochte ich die ruhigen Reisepassagen seiner „By Any Means“-Reihe doch lieber, aber dort hatten er und sein Team ja auch doppelt so viel Sendezeit zur Verfügung.

Ich hatte durchaus Spaß mit Charley Boorman die USA zu bereisen, doch im Vergleich zu z.B. Stephen Frys USA-Reise wirkt der Trip erschreckend oberflächlich. Da wäre wirklich mehr drin gewesen und ich würde mir für die nächste Route tatsächlich eine Variation des Formats wünschen. Für Fans dennoch sehenswert: 6/10 Punkte.

New Girl – Season 4

Neben all den schweren Drama-Serien, schauen wir auch immer eine leichte Comedy – und meist immer dann, wenn es schon zu spät für die großen Dramen auf dem kleinen Bildschirm ist. Ganz aktuell hatten wir „New Girl – Season 4“ im Programm, was auch stellvertretend für diese Art von Unterhaltung steht. Nett, unterhaltsam und unkompliziert – aber eben auch weit davon entfernt wirklich nachhaltig zu sein. Ob sich die Sichtung dennoch gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob meine Wahrnehmung in Bezug auf die Präsenz der Serie positiv zu bewerten ist oder eher negativ. Obwohl wir uns erst im vierten Jahr befinden, hatte ich den Eindruck, dass ich „New Girl“ schon viel länger verfolge. Man kennt Jess, Nick, Schmidt, Winston, Cece und Coach einfach schon so gut, dass man sich sofort zu Hause fühlt. Die Autoren stecken unsere Charaktere deshalb in immer absurdere Situationen, was manchmal ein wenig befremdlich wirkt, doch insgesamt auch gut zur Entwicklung der Serie passt. Tatsächlich mag ich die skurrilen Geschichten am liebsten und empfinde eher die sentimentalen Noten als zu gewollt inszeniert.

Im Vergleich zur dritten Staffel fällt das vierte Jahr in meinen Augen ein wenig ab, vermutlich auch weil sich die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander nicht wirklich weiterentwickeln – und dieses Verhalten hat man in Sitcoms eben schon zu oft gesehen. Dennoch nach wie vor unterhaltsam und ich werde wohl auch bei der fünften Staffel wieder dabei sein: 7/10 (7.4) Punkte.