Kalte Asche (Simon Beckett)

kalte_asche

Nachdem mir Simon Becketts Thriller „Die Chemie des Todes“ ausgezeichnet gefallen hatte, habe ich in den letzten paar Wochen den offiziellen Nachfolger „Kalte Asche“ gelesen. Dieser passt sowohl inhaltlich, als auch stilistisch perfekt zu seinem Vorgänger – sogar so perfekt, dass sich beinahe schon Routine einstellt.

Erneut wird der forensische Anthropologe Dr. David Hunter mit einem verzwickten Kriminalfall betraut. Statt schwüler Sommerhitze herrscht nun stürmisches Winterwetter. Anonsten bleibt nahezu alles beim Alten. Wieder ist Dr. Hunter Außenseiter in einer eingeschworenen Gemeinschaft, wieder werden dem Leser dutzende Verdächtige präsentiert und wieder jagt gegen Ende eine Wendung die nächste.

Leider sind eben diese Wendungen erstens alles andere als überraschend und zweitens auch noch äußerst konstruiert. Das Täterprofil ähnelt zudem zu sehr dem des Vorgängers. Selbst der allerletzte Twist ist wenig überraschend und bereitet den Weg, um Dr. David Hunter zu einer typischen Serienfigur des Krimigenres werden zu lassen.

„Kalte Asche“ ist nach wie vor gut geschriebene Unterhaltung, wenngleich der Roman dem Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann. Für Krimifreunde dennoch lesenswert: 7/10 Punkte.

Toxic (Mark T. Sullivan)

toxic

Mit „Toxic“ habe ich gerade meinen zweiten Roman von Mark T. Sullivan beendet. Wie bereits „Panic“ war der Thriller leicht und flüssig zu lesen und hat mich durch eine wendungsreiche Geschichte stets bei der Stange gehalten.

Die Geschichte um einen Serienmörder, der mittels Schlangengift tötet ist wahrlich nicht besonders innovativ und stellt ein Sammelsurium aus klassischem Thriller und populärem Bibeldrama dar. Die Versatzstücke werden dabei recht geschickt zusammengeführt und die Figuren handeln einigermaßen glaubwürdig.

Am gelungendsten fand ich ausnahmsweise gerade den Twist in der Geschichte. Sullivan führt den Leser erst einmal auf eine komplett falsche Fährte und als dann endlich auch die Hauptfigur auf diese aufspringt, dachte ich die Geschichte ist gelaufen. Der Kniff kam für mich dann auch wirklich überraschend. Somit hat der Roman für mich am Ende deutlich an Fahrt gewonnen, während er im Mittelteil etwas zu sehr auf der Stelle getreten ist.

Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung lag oder am Schreibstil Sullivans selbst: Im Gegensatz zu „Panic“ fand ich „Toxic“ über weite Strecken ziemlich billig geschrieben. Kein erkennbarer Stil, platte Beschreibungen, einfach Schema F. Vielleicht war auch nur der Kontrast zu Becketts wirklich gut geschriebenem „Die Chemie des Todes“ zu stark.

Für alle Thrillerfreunde dürfe „Toxic“ genau die richtige Mischung bieten. Flüssig zu lesen, überraschende Wendungen und brauchbare Charaktere. Hat trotz sprachlicher Mängel Spaß gemacht: 7/10 Punkte.

Die Chemie des Todes (Simon Beckett)

Mit Simon Becketts „Die Chemie des Todes“ habe ich seit langer Zeit einmal wieder ein Buch in einem Rutsch gelesen. Auch wenn natürlich das verlängerte Wochenende nicht ganz unschuldig an diesem hastigen Verschlingen ist, so spricht der Lesehunger doch deutlich für diesen Thriller.

Schon zu Beginn fällt die ungewöhnliche Erzählweise auf: Man hat es zugleich mit einem klassischen Ich-Erzähler und einer auktorialen Erzählperspektive zu tun. Sowohl stilistisch, als auch inhaltlich fällt der Roman dadurch etwas aus dem Schema der klassischen Krimi-Literatur heraus. Es macht wirklich Freude in Simon Becketts flüssiger und doch anspruchsvoller Schreibweise zu versinken.

Die Geschichte um einen zurückgezogen lebenden forensischen Anthropologen war mir zunächst etwas zu effekthascherisch. Dies mag daran liegen, dass ich auch schon in Serien und Filmen – „CSI“ sonstige Trendserien – nicht sonderlich darauf stehe, dass Leichen in ihre Einzelteile zerlegt werden. Aber hat man sich erst einmal an die teils sehr detailierten Beschreibungen gewöhnt, machen sie in Bezug auf die Handlung auch Sinn.

Der Roman lebt hauptsächlich von der Beschreibung des Kleinstadtlebens und dem Rätselraten, wer denn nun hinter den grausigen Morden steckt. Dies wurde von Beckett wirklich geschickt aufgebaut und diverse falsche Spuren leiten den Leser in die Irre. Die überraschende Auflösung am Ende ist für versierte Leser dann nicht wirklich überraschend, doch wenigstens einigermaßen plausibel erklärt. So ist es eben immer am Ende eines Whodunit – man kann als Leser/Zuschauer fast nur enttäuscht werden.

Simon Beckett ist mit „Die Chemie des Todes“ ein famoser Thriller gelungen. Betrachtet man den Weg als Ziel, kann man unglaublich viel Freude an den Ermittlungen Dr. David Hunters haben. Für Thrillerfreunde spreche ich meine unbedingte Empfehlung aus: 8/10 Punkte.

Das Bernstein-Teleskop (Philip Pullman)

Gestern Nachmittag habe ich die letzten Seiten von Philip Pullmans „Das Bernstein-Teleskop“ gelesen und damit auch die letzten Seiten seiner „His Dark Materials“-Trilogie. Schon lange hat mich kein Buch mehr so mitgenommen. Das Ende hat mich noch den ganzen Abend beschäftigt – und das obwohl ich auf einer Party unter dutzenden von Leuten war. Oft sind meine Gedanken zu Lyra, Will und ihren Dæmonen abgeschweift. Zu ihren Entscheidungen. Zu den Konsequenzen. Erst heute wird mir deren Tragweite langsam bewusst und ich werde mich garantiert noch lange mit ihnen beschäftigen.

Anfangs war ich vom letzten Teil der Trilogie etwas enttäuscht. Das erste Drittel des Romans fühlte sich teils wie eine überladene Fortsetzung von „Das Magische Messer“ an, ohne jedoch dessen emotionale Kraft zu entwickeln. Auch war mir der Krieg zwischen Asriel und Metatron etwas zu bewusst auf Religionskritik angelegt, ohne dabei jedoch ausreichend die Beweggründe beider Parteien darzustellen und zu begründen. Doch diese Kritikpunkte verblassen hinter der wunderbaren Geschichte um Staub, die Mulefa und die Verbindung zwischen Lyra und Will. Hier kommt auch die wahre Aussage des Romans zur Geltung: nämlich nicht blind zu glauben, sondern stets im Hier und Jetzt zu leben und die eigene Neugier und den Wissensdurst niemals versiegen zu lassen.

Philip Pullman schafft es gekonnt eine Brücke zwischen klassischem Fantasyroman und interpretationsbedürftiger Literatur zu schlagen. Dabei wirkt das Werk wie aus einem Guss und wenn man beide Aspekte zu schätzen weiß, kann man unglaublich viel Freude an „His Dark Materials“ haben. Ich werde noch lange über gewisse Ideen und Ansätze nachdenken. Am meisten werde ich jedoch Lyra und Will vermissen. Ich habe schon ewig nicht mehr so stark mit Figuren – egal ob aus Literatur oder Film – mitgeliebt und -gelitten.

Mit „Das Bernstein-Teleskop“ geht wohl die beste Romantrilogie zu Ende, die ich bisher gelesen habe. Das nun entstehende Loch wird nur schwer zu füllen sein. In meinem Bücherregal wird Philip Pullmans „His Dark Materials“ auf jeden Fall einen Ehrenplatz bekommen: 10/10 Punkte.

Das Magische Messer (Philip Pullman)

Knapp ein Monat ist vergangen, als ich mit Lyra Listenreich in eine neue Welt übergewechselt bin. In Philip Pullmans „Das magische Messer“ befinde ich mich nun in dieser neuen Welt. Anfangs jedoch nicht an Lyras Seite. Man macht sich zu Beginn mit Will – einem Jungen aus wieder einer anderen Welt – auf die Suche nach einem Versteck. Dort trifft Will auf Lyra und die Geschichte bekommt eine vollkommen neue Dimension.

Nach „Der Goldene Kompass“ war ich zunächst verwundert, wie anders der zweite Teil der „His Dark Materials“-Trilogie doch wirkt. Eine neue Hauptfigur, neue Welten, neue Charaktere, neue Regeln. Ein komplett neues Ausmaß an Möglichkeiten. Auch die Sprache hat sich geändert: Herrschten in der Beschreibung von Lyras Welt eher karge und kalte Beschreibungen hervor, so blüht die Sprache in Cittàgazze regelrecht auf. Doch man darf sich davon nicht täuschen lassen. Die Geschichte wird düsterer und epischer. Es sind Tote zu beklagen, Blut fließt und es steht ein Kampf bevor. Ein Kampf gegen die höchste Autorität. Gegen Gott.

„Das Magische Messer“ bringt die ohnehin schon grandiose Geschichte aus „Der Goldene Kompass“ auf einen ganz neuen Level. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen, wie schon lange nicht mehr und kann den finalen Teil „Das Bernstein-Teleskop“ kaum mehr abwarten. Ein in jeder Hinsicht fantastisches Buch: 10/10 Punkte.

Der Goldene Kompass (Philip Pullman)

Als ich Ende letzten Jahres die Verfilmung von Philip Pullmans „Der goldene Kompass“ im Kino sah, wusste ich sofort: Die Vorlage muss ich lesen. Zum einen weil der erste Teil der „His Dark Materials“-Trilogie sehr plötzlich endete und eine Fortsetzung auf der Kinoleinwand leider recht unwahrscheinlich ist, zum anderen weil mich die von Pullman erschaffene Fantasywelt sofort in ihren Bann gezogen hat. Eine faszinierende Welt mit faszinierenden Charakteren. Vertraut und doch ganz anders als alles mir bisher bekannte – besonders wenn man die Welt mir der typischer Fantasyromanene vergleicht.

Die Geschichte um Lyra Belaqua reißt den Leser sofort mit. Man wird ohne große Erklärungen in diese fremdartige und doch so bekannte Welt hineingeworfen. Wie bereits im Film werden die den Menschen verwurzelten Dæmonen nicht näher vorgestellt. Die tierischen Begleiter sind ab der ersten Seite einfach Teil dieser Welt – und das ist bei näherer Betrachtung auch gut so. Die Welt beginnt somit zu leben, man wird als Leser ein Teil von ihr. Kennt ihre Regeln und lernt sie zu schätzen.

Pullmans Stil ist seltsam nüchtern. Besonders für einen Fantasyroman. Im Vergleich zu z.B. Cornelia Funkes „Tintentod“ fallen sofort die zurückhaltenden Beschreibungen – insbesondere der Gefühlslage der Figuren – auf. Anfangs war das etwas ungewohnt, doch passt dieser beinahe karge Stil perfekt zur Atmosphäre dieser nordischen Welt. Auch Lyra ist deutlich herber als andere kindliche Helden. Gerade dies macht viel von der Faszination des Romans aus. Inhaltlich und formal ein rundum gelungenes Werk.

Das Ende – welches ich aus der Verfilmung bisher noch nicht kannte – ist düster und verspricht weitere Abenteuer. Ob Lyra den Feind jemals besiegen kann? Eine interessante Frage, zumal die Kirche in Pullmans Werk hinter allem Bösen zu stehen scheint. Offene Kirchenkritik, die ungewohnt für einen Fantasyroman mit jugendlicher Heldin ist, vermutlich aber gerade deshalb umso interessanter wirkt.

Ich freue mich nun sehr auf die Fortsetzung „Das magische Messer“, welche die Geschichte nun endlich fortsetzt. Doch bereits der erste Teil hat mir ausgezeichnet gefallen. Absolut empfehlenswert: 9/10 Punkte.

Risk (Scott Frost)

risk.jpg

Es ist schon faszinierend, wie schnell man sich durch ein Buch frisst, wenn man nur ans Bett gefesselt ist. Scott Frosts  „Risk“ kam eindeutig die Grippe zugute, mit der ich in den letzten Tagen zu kämpfen hatte. Trotz Kopfschmerzen und beständiger Müdigkeit habe ich den Thriller verschlungen, wie schon lange nichts mehr.

Die Geschichte ist an sich recht konventionell. Konventionell erzählt, konventionelle Figuren, konventionelle Handlung. Im Grunde nichts besonderes. Doch irgendwas hat die Geschichte um den bombenlegenden Serienkiller, der eine Polizistin aus L.A. an ihrer verwundbarsten Stelle trifft. Die ersten 100 Seiten lesen sich noch recht schleppend, doch sobald sich die ersten Puzzleteile zusammenfügen, entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Allein das Ende fällt wieder etwas ab. Hier hätte ich mir mehr – bzw. weniger – gewünscht.

Anzukreiden ist dem Roman zudem der plumpe Twist, den ich bereits bei nach einigen Seiten durchschaut hatte. Ansich zwar eine nette Idee, doch viel zu offensichtlich und breitgetreten beschrieben. Vermutlich bin ich auch einfach schon zu sehr darauf bedacht solche Wendungen zu entlarfen – vielleicht ist dieser Punkt aus Scott Frosts Geschichte aber auch zu sehr nach Schema F geschrieben. Man merkt hier deutlich seine Wurzeln als Drehbuchautor (u.a. „Twin Peaks“), die er nicht abschütteln kann.

Alles in allem bietet „Risk“ gute Unterhaltung für lange Nachmittage. Zwar kein Überflieger, aber teils äußerst spannende Thrillerkost, die zudem noch gut geschrieben ist: 7/10 Punkte.

Tintentod (Cornelia Funke)

tintentod.jpgUnglaubliche fünf Monate sind ins Land gezogen, seit ich angefangen habe Cornelia Funkes Roman „Tintentod“ zu lesen. So lange habe ich selten für ein Buch gebraucht – besonders nicht für eines, auf das ich so sehnlichst gewartet habe, wie auf den Abschluss der fantastischen Tintenwelt-Trilogie. Mein neuer Job und diverse andere Tätigkeiten/Interessen haben jedoch nicht mehr Spielraum zugelassen. Letztes Wochenende habe mir schließlich die Zeit genommen und die letzten 200 Seiten auf einen Rutsch zu verschlungen. Es hat sich gelohnt.

Schon am Anfang des Romans fällt auf, dass ein deutlich düsterer Ton angeschlagen wird. Weit düsterer als im direkten Vorgänger „Tintenblut“ und selbst „Harry Potter and the Deathly Hallows“ wirkt im Vergleich zu „Tintentod“ wie ein waschechtes Kinderbuch. Hier wird geblutet, gemordet und gestorben. Auch der psychologische Horror nimmt zu und es gibt für die Hauptfiguren kaum mehr die Aussicht auf ein glückliches Ende.

Man merkt, dass Cornelia Funke hier wohl den Tod ihres Mannes verarbeitet hat. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Auch generell ist „Tintentod“ über weite Strecken eine Auseinandersetzung mit dem Sterben. Nicht ohne Hoffnung, aber oft doch tragisch und unausweichlich. Besonders in den letzten Kapiteln kann man sich kaum mehr vorstellen, wie diese Geschichte jemals glücklich enden könnte. Cornelia Funke schafft es jedoch auch hier zu bezaubern und schreibt ein Ende, mit dem bestimmt auch Meggie und Mo zufrieden gewesen wären. Ich für meinen Teil hätte mir allerdings etwas mehr Rückbesinnung zum Anfang der Trilogie gewünscht, wenngleich auch das tatsächliche Ende eine entsprechende Weiterentwicklung nahe legt.

Mit „Tintentod“ geht eine der gelungensten Fantasy-Trilogien der letzten Jahre zu Ende. Auch der dritte Teil lebt von der bildhaften und wirklich reichen Sprache der Autorin. Man wird in die Tintenwelt hineingesogen und auch mir als Leser fällt es schwer ihr zu entrinnen. Ich für meinen Teil werde mit „Tintenherz“ nahezu nahtlos wieder in diese zauberhafte Welt abtauchen – dieses Mal mit dem Hörbuch, wodurch ich auch bei häuslichen Tätigkeiten o.ä. der Geschichte lauschen kann.

Insgesamt gesehen kommt auch der dritte Teil nicht an den zauberhaften ersten Teil der Geschichte heran und bekommt von mir daher nur 9/10 Punkte. Die gesamte Trilogie verdient in meinen Augen jedoch die volle Punktzahl.

Tripods – Die dreibeinigen Monster (John Christopher) / Hörbuch

tripods.jpg

Innerhalb des letzten halben Jahres habe ich John Christophers berühmte Trilogie „Tripods – Die dreibeinigen Monster“ in der Hörbuchfassung gehört. Nicht immer lange an einem Stück (meist beim Frühstücken, Bügeln etc.) und leider auch nicht regelmäßig. Die letzten freien Tage habe ich nun dazu genutzt, meinen Aufenthalt in der fantastischen Welt der dreibeinigen Herrscher zu beenden. Die hohe Qualität des Hörbuchs führt nun auch zur Aufnahme des Mediums in meine Kategorieliste.

In „Dreibeinige Monster auf Erdenkurs“ werden wir in die Welt der Tripods eingeführt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur, was mich als Zuhörer die Distanz völlig vergessen ließ. Die ersten Schritte in dieser Welt, die von Dreibeinern beherrscht wird und in der die Menschen Kappen tragen, fühlen sich bereits vertraut an. Vermutlich habe ich damals die TV-Serie gesehen oder die Geschichte anderswo gehört. Zudem erinnern die Dreibeiner sehr an „Krieg der Welten“.

Weiter geht es mit „Das Geheimnis der dreibeinigen Monster“. Hier erfahren wir mehr über die Herrscher und erleben großartige Abenteuer in der Stadt der Tripods. Durch die tolle Erzählstimme von Thorsten Michaelis werden die verschiedenen Personen perfekt dargestellt und man wird als Zuhörer regelrecht in die Geschichte hinein gesogen.

„Der Untergang der dreibeinigen Monster“ beschreibt letztendlich – wie der Titel bereits andeutet – das finale Kapitel im Aufstand gegen die Herrscher. Hier merkt man besonders deutlich, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben und welch enorme Reise man als Zuhörer mit ihnen unternommen hat. Ich hatte hier öfter das epische Gefühl, welches mir zuletzt bei „Der Herr der Ringe“ begegnet ist. Der Abschied ist dementsprechend schwer gefallen.

Ich habe bisher einige Hörbücher gehört. Meist irgendwelche Dan Brown-Geschichten zur Berieselung bei stupiden Haushaltstätigkeiten. Auch wollte ich nie ein Buch hören, welches ich unbedingt lesen wollte, da die Aufmerksamkeit (bei mir) beim Zuhören nicht so hoch ist, wie beim aktiven Lesen. „Tripods – Die dreibeinigen Monster“ habe ich jedoch aktiv gehört und es hat sich jede Sekunde gelohnt: 10/10 Punkte.

Creepers (David Morrell)

creepers.jpg

Bei David Morrells „Creepers“ hat mich zunächst die schöne Aufmachung angesprochen. Nettes Cover und eine vielversprechende Beschreibung auf der Rückseite. Der Roman versprach äußerst spannend zu werden. Leider habe ich ihn dann nicht so schnell gelesen, wie ich es gewollt hätte. Die Spannung der Geschichte wurde dadurch leider etwas verwässert. Wie es eben oft passiert, wenn man nur abends bzw. nachts zum lesen kommt.

Die Geschichte handelt von einer Gruppe von Leuten – „Creepers“ oder Infiltratoren – die alte, verfallene Gebäude erkunden. Als wäre dies alleine nicht gefährlich genug, stoßen sie bei ihrer aktuellen Expedition in das aufgegebene Paragon Hotel auf eine Gruppe von Kriminellen, die hinter einem verschollenen Schatz her sind. Nebenbei macht noch ein verrückter Serienkiller den Ort unsicher. Das labyrinthartig angelegte Hotel, das von einem exzentrischen Millionär gebaut wurde, macht das Überleben dabei zum reinen Glücksspiel.

„Creepers“ ist für einen doch recht reißerischen Thriller erstaunlich gut geschrieben. Die Geschichte ist nicht neu, jedoch wirklich mitreißend – und aufgrund der Location oft einfach nur unheimlich. Ich musste beim Lesen öfter an Davin Finchers „Panic Room“ denken. Die Prämisse ist ähnlich und auch die Interaktion zwischen den Figuren erinnert etwas an Finchers Spannungskino.

Großartige Überraschungen sollte man nicht erwarten. Der Roman lebt von seiner Atmosphäre und den relativ gut ausgearbeiteten Figuren. Für Thrillerfreunde auf jeden Fall empfehlenswert: 7/10 Punkte. Eine Fortsetzung ist meines Wissens nach auch schon geplant bzw. bald erhältlich.