Teilweise wolkig – OT: Partly Cloudy

Wie es bei Pixar schon seit Jahren üblich ist, gibt es auch zu „Oben“ einen zugehörigen Kurzfilm. Oft werden in diesen animated shorts neue Techniken ausprobiert, was auch auf „Teilweise wolkig“ zutrifft. Wie es der Titel schon andeutet, darf man sich auf viele fluffige Wolkeneffekte freuen, die wirklich einen Augenschmaus darstellen. Doch wie sieht es mit der Handlung aus?

Die Idee für „Teilweise wolkig“ ist durchaus amüsant: Wolken sorgen für den Nachwuchs und Störche bringen diesen zu Mensch und allerlei Getier. Ein spezieller Storch hat es dabei nicht besonders leicht und darf die etwas schwierigeren Fälle austragen. Aus dieser Prämisse ergeben sich allerlei lustige Animationen, welche wirklich schön anzusehen sind. Allerdings verpufft die Geschichte gegen Ende etwas, da der Schlussgag nicht wirklich zünden mag. Absolut kein Vergleich zum Gagfeuerwerk, das im vorjährigen „Presto“ abgefeuert wurde.

Letztendlich ist Pixar auch mit „Teilweise wolkig“ ein sehenswerter Kurzfilm gelungen, der allerdings vor allem visuell zu überzeugen weiß. Kurzweilige fünf Minuten, die jedoch etwas mehr Feinschliff in der Handlung hätten vertragen können: 7/10 Punkte.

Presto

Gestern habe ich es endlich zu „WALL·E“ ins Kino geschafft. Davor gab es natürlich wieder den für Pixarfilme obligatorischen Kurzfilm – und was für einen! „Presto“ hat sich sofort in mein Animationsherz gespielt und konnte sich einen Platz unter meinen liebsten animated shorts sichern.

Wie bereits beim letztjährigen „Lifted“ ist die Prämisse herrlich einfach: Ein Zauberer, ein Hase und zwei Zauberhüte, die in direkter Verbindung zueinander stehen. Die einfachsten Geschichten sind meist wirklich immer die besten. Was Pixar aus dieser Idee für ein Animationsfeuerwerk abfeuert, sucht wirklich seines gleichen. Einfach grandios!

Für mich war „Presto“ bereits vor dem Hauptfilm ein klares Highlight. Wunderbar animiert mit perfektem comic timing – da stimmt einfach alles: 10/10 Punkte.

Die Einmannband – OT: One Man Band

Zu jedem Pixar-Film gehört ein Kurzfilm. Was „Lifted“ für „Ratatouille“ ist, war „Die Einmannband“ für „Cars“. Letzterer ist jedoch eher unbekannt und auch nicht so beliebt, wie die Lehrstunde des kleinen Außerirdischen – und damit verhält es sich mit dem Kurzfilm ähnlich wie mit dem dazugehörigen Hauptfilm.

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Die Geschichte von „One Man Band“ ist simpel und schnell erzählt: Es geht um den Wettschreit zweier Einmannbands. Die Animatoren haben einmal wieder ganze Arbeit geleistet und der Schlussgang ist nett. Doch reißt mich der Film zu keinen Begeisterungsstürmen hin. Auch die Art der Darstellung ist irgendwie befremdlich. Vermutlich zu wenig cartoonhaft.

„Die Einmannband“ ist ein absolut sehenswerter Kurzfilm, doch irgendwie fehlt für mich das gewisse Etwas. Da hat man schon besseres gesehen: 7/10 Punkte.

Lifted

Gestern habe ich es nun endlich ins Kino geschafft, um „Ratatouille“ zu sehen. Zu Beginn gab es – wie für Pixar üblich – einen Kurzfilm. Nachdem ich mich damals bei „For the Birds“ beinahe weggeschmissen hätte vor Lachen, war ich mehr als gespannt auf „Lifted“ – ein Film, der die Essenz der Animation einfängt und eine perfekte Studie in Sachen Timing darstellt.

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So sehr ich auch die abendfüllenden Pixarfilme liebe, so sehr überraschen mich dann gerade immer die vorangestellten Kurzfilme. Hier wird die zugrunde liegende Situation stets 100%ig ausgenutzt. Die Charaktere müssen sofort beim Zuschauer ankommen und es darf sich nicht mit langen Erklärungen aufgehalten werden. Die Animation muss zudem punktgenau sitzen und die Vorstellung die der Zuschauer von den Charakteren hat unterstützen. „Lifted“ macht all dies par excellence.

Angehende Animatoren können von den Kurzfilmen der erfolgreichen Animationsschmiede unglaublich viel lernen. Hier versteckt sich die reine Essenz. „Lifted“ hat mich wirklich ausgezeichnet unterhalten, wenngleich er es auch nicht schafft auf den Spitzenplatz der animated shorts zu kommen: 9/10 Punkte.

Surprise!

Der Kurzfilm „Surprise!“ von Veit Helmer (damals noch Student an der Hochschule für Fernsehen und Film München) war bei der Kinoauswertung Vorfilm von Tom DeCillos „Living in Oblivion“. Eine wunderbare Einleitung in die skurille Welt des Filmemachens.

Zunächst sticht besonders der Look des Films hervor: Er wurde Frame für Frame handcoloriert. Dadurch ergibt sich eine beinahe schon surreale Atmosphäre, die die Handlung des Films perfekt unterstützt. Die Geschichte selbst ist toll ausgeführt und bietet den – für Kurzfilme obligatorischen – Überraschungseffekt am Ende. Wirklich sehr unterhaltsam und schön anzusehen: 9/10 Punkte.

Leroy räumt auf

Durch Paul bin auf den Kurzfilm „Leroy räumt auf“ gestoßen. Diesem folgt demnächst vermutlich sogar eine Kinoversion, deren Trailer ich vor dem letzten Sneak-Desaster bewundern durfte.

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Der Film handelt von Deutschland. Von Deutschen. Von Ausländern. Von deutschen Ausländern. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das kumpelhafte Verhältnis von Leroy zu ein paar Skinheads, deren Anführer der Bruder seiner Freundin ist. Durch die ironisch/humorvolle Sicht Leroys auf die Sache der Skinheads bekommt der Film eine ganz eigene Dynamik. Wirklich klasse!

Teils hatte ich das Gefühl, dass man sich nicht so recht zwischen reiner Komödie und gesellschaftkritischen Ansätzen entscheiden konnte. Diese Kombination wirkt teils etwas gezwungen, funktioniert im Großen und Ganzen aber doch ziemlich gut. Inszenatorisch ist der Film zudem über jeden Zweifel erhaben.

Ein wirklich starker Kurzfilm, dessen Kinoverwertung sich anstrengen darf, die pointierte Lockerheit dieser unterhaltsamen 18 Minuten zu erreichen: 8/10 Punkte.

Herunterladen kann man sich den Film hier: Leroy räumt auf (MP4, 66 MB)

Bunny

Auf der zweiten DVD von „Ice Age“ befindet sich ein erstaunlicher Kurzfilm: „Bunny“. Dieser hat 1998 den Oscar für Best Short Film, Animated gewonnen und diesen Preis meiner Meinung nach auch wirklich verdient.

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Anders als die meisten Animationsfilme ist „Bunny“ eher traurig und melancholisch. Dennoch ein fantasievolles Märchen. Realistisch texturiert und animiert, fast an Stop-Motion erinnernd. Dazu das Thema Tod und ein Happy End. Ich hätte nicht gedacht, dass solch eine Kombination so gut funktioniert. Erstaunlich und ergreifend. Mir stellt sich nun die Frage ob solch erwachsene Animation auch jemals den Weg auf die Kinoleinwand finden wird oder ob diese Technik dem Genre des Kinderfilms vorbehalten bleibt: 9/10 Punkte.