Sicario (2015)

Heute habe ich mir endlich einen Film angesehen, der mir schon länger von einem Kollegen und guten Freund empfohlen wird. Denis Villeneuves „Sicario“ ist zudem seit Kurzem bei Amazon Prime in der Flatrate enthalten und wird dabei sogar im richtigen Bildformat ausgestrahlt. Da muss man den Verleih Studiocanal doch fast schon ein Lob aussprechen. Einer erfolgreichen Sichtung stand somit nichts im Wege, doch konnte der Film auch inhaltlich mithalten?

Sicario (2015) | © Studiocanal

Sicario (2015) | © Studiocanal

Ein Thriller, der von seiner Inszenierung lebt

Tatsächlich hat mich „Sicario“ von der ersten Sekunde an gefesselt. Und das liegt nicht wirklich an der recht geradlinigen Geschichte rund um den Drogenkrieg an der Grenze zu Mexiko. Nein, Denis Villeneuve schafft es durch die Inszenierung eine dermaßen dichte und spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen, dass meine Hände teils schweißnass waren. Seien es die distanzierten Kamerafahrten, der plötzliche Wechsel mitten ins Geschehen, die stete Unsicherheit unserer Identifikationsfigur oder der wummernde Score. Vermutlich ist es das Zusammenspiel all dieser Elemente. Ich musste nach der Sichtung auf jeden Fall erst einmal tief durchschnaufen.

Im Gegensatz zu Villeneuves fast schon intim erzähltem Entführungsdrama „Prisoners“ wird in „Sicario“ auf geopolitischer Ebene agiert. So hat es zumindest anfangs noch den Anschein. Letztendlich erzählt aber auch dieser Drogenthriller mehrere überaus persönliche Geschichten, wobei gerade unsere Hauptfigur (toll gespielt von Emily Blunt) am Ende verlorener wirkt als zu Beginn des Films. Der von Benicio Del Toro dargestellte Gegenspieler ist vermutlich der heimliche Star von „Sicario“, doch hätte ich mir durchaus mehr Ambiguität in seiner Figur gewünscht. Letztendlich versickert aber auch diese Kritik in den starken Bildern und der mitreißend inszenierten Action.

Fazit

Oft wirkt „Sicario“ mehr wie ein Kriegsfilm denn wie ein Thriller. Man befindet sich als Zuschauer mitten unter Söldnern (angeführt von Josh Brolin) und versucht in dieser fremden Welt irgendwie mitzuhalten. Das gelingt uns jedoch genauso wenig wie Kate Macer (Emily Blunt), die am Ende nicht als strahlende Heldin in den Sonnenuntergang reiten darf. Dies ist ein zutiefst pessimistischer Film, der gerade aufgrund seiner real wirkenden Bilder umso erschreckender ist. Ich werde dieses Erlebnis wohl so schnell nicht vergessen und freue mich schon auf die geplante Fortsetzung: 8/10 Punkte.

BFG: Big Friendly Giant – OT: The BFG (2016)

Ich habe „BFG: Big Friendly Giant“ am 14. März 2020 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ich schaffe es kaum noch ins Kino. Das letzte Mal habe ich mir „Star Wars: The Force Awakens“ angeschaut und das war schon ein Kraftakt. Was also tun, wenn man wegen den Kindern nicht mehr so oft ins Kino kommt? Richtig, die Kinder einfach mitnehmen. Der folgende Eintrag zu „BFG: Big Friendly Giant“ wird folglich weniger klassische Filmbesprechung als eine Reflexion über den ersten gemeinsamen Kinobesuch mit meiner Tochter. Da müsst ihr jetzt durch, liebe Filmfreunde… 🙂

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Der erste Kinobesuch

Den Gedanken, mit dem Zappelinchen ins Kino zu gehen, trage ich schon länger mit mir herum. Allerdings war der Plan nie sonderlich konkret, da ich auf den richtigen Film warten wollte. Hinzu kommt, dass sie bisher erst einen einzigen Film – und zwar den unvermeidbaren „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ – gesehen hat. Ziemlich ungewöhnlich für ihr Alter, zumindest wenn man sich in ihrem Freundeskreis so umschaut. Nach ihrem sechsten Geburtstag, und damit kurz vor dem Schuleintritt, schien mir die Gelegenheit nun günstig: Ich hatte mir Steven Spielbergs „BFG: Big Friendly Giant“ auserkoren, da sonst nur generische Animationsfilme laufen und ich mit Spielberg bisher immer gut gefahren bin. Also habe ich spontan Plätze reserviert und bin dann Sonntagnachmittag aufgebrochen, um meine große Kleine in das Abenteuer Kino einzuweihen.

Manchmal ist es faszinierend, die Welt bewusst durch die Augen eines Kindes zu sehen. Was für uns Erwachsene selbstverständlich ist, mag für Kinder noch völlig undefiniert sein. So war es dem Zappelinchen nicht klar, was denn Kino nun eigentlich ist: Ist das wie ein Theater in dem Menschen auftreten? Auch meine Beschreibung eines großen Fernsehers in einem Saal mit vielen Sitzplätzen hat nicht wirklich geholfen. Bis es dann soweit war und die Lichter ausgegangen sind. Und diese knisternde Spannung in der Luft lag. Als dann endlich der Film losging, waren ihre ersten Worte: „Ich habe das Gefühl als würde ich fliegen…“ Obwohl wir in einem eher kleinen Kinosaal waren und weit von der Leinwand entfernt saßen, hatte das Kinobild eine große Wirkung auf auf meine Tochter. Hier fühlte ich mich bestätigt, beim ersten Mal bewusst auf 3D verzichtet zu haben, da der immersive Eindruck ohnehin schon sehr überwältigend war. Der erste Kinobesuch. Eine magische Erfahrung.

Die Wahl des richtigen Films

Während der ersten halben Stunde war ich mir unsicher, ob die Entscheidung für „The BFG“ die richtige war. Der Film beginnt sehr düster und ist beinahe schon unheimlich. Die Atmosphäre hat mich, vermutlich auch aufgrund von John Williams‘ Score, sehr an die frühen „Harry Potter“-Filme erinnert. Die Altersfreigabe der FSK erscheint mir, wie so oft, ziemlich daneben zu sein. Auch das Zappelinchen hat sich anfangs öfter an meinen Arm geklammert, doch nachdem klar wurde, dass der Big Friendly Giant tatsächlich ein freundlicher Riese ist, hat sie sich deutlich entspannt. In der zweiten Filmhälfte, wenn die Handlung vom Land der Riesen wieder in die Welt der Menschen wechselt, wird der Ton des Films auch deutlich leichter und typischer Kinderfilm-Humor hält Einzug, sprich Spielberg setzt tatsächlich auf Slapstick und Fürze. Normalerweise kann ich mit so etwas eher wenig anfangen, doch als ich gesehen habe, wie gelöst meine Tochter lauthals lacht, hatte mich der Film auch mit diesen Szenen für sich gewonnen.

Eine objektive Bewertung abzugeben fällt mir nun wirklich schwer. Ich habe den Film durch die Augen meiner Tochter erlebt und sowohl Stärken als auch Schwächen wie durch einen Filter wahrgenommen. Technisch ist er wahrlich imposant und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er in 3D tatsächlich noch beeindruckender wirkt. Die Handlung ist ziemlich geradlinig und birgt kaum Überraschungen. Umso verspielter ist dagegen die Inszenierung, was sich speziell in den Details der Ausstattung widerspiegelt. Auch emotional funktioniert „BFG: Big Friendly Giant“ wunderbar, da der Charakter des Riesen eine technische Meisterleistung ist und auch Ruby Barnhill als Sophie wunderbar mit ihm zusammenspielt. So glaubwürdig sogar, dass mir das Zappelinchen während des Abspanns zuflüsterte:

„Papa, lass uns doch noch sitzen bleiben. Vielleicht kommen ja noch die Schauspieler und verbeugen sich…“ (Das Zappelinchen nach dem Film)

Fazit

Wenn man sich für eine Sichtung des Films entscheidet, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, dass „The BFG“ ein waschechter Kinderfilm ist. Kein Wunder, ist doch auch die Vorlage von Roald Dahl ein Kinderbuch. Der Vergleich mit dem 80er-Jahre-Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“ funktioniert für mich deshalb auch nicht wirklich, da Spielbergs jüngster Film ganz andere Schwerpunkte setzt und viel märchenhafter und kindgerechter inszeniert ist. Ich wurde auch als Erwachsener sehr gut unterhalten, würde aber ohne die besonderen Umstände meines ganz persönlichen Kinoerlebnisses einen Punkt von der Wertung abziehen. Rein emotional betrachtet ist die Roald-Dahl-Verfilmung jedoch jetzt schon einer der wichtigsten Filme meines Lebens – und vermutlich auch des Lebens meiner Tochter: 8/10 Punkte.

Der Marsianer: Rettet Mark Watney – OT: The Martian (2015)

Heute habe ich endlich den Film gesehen, auf dessen Sichtung ich schon seit einer halben Ewigkeit warte. Zuerst wollte ich den Roman lesen und dann eigentlich auf die Extended Edition warten – nun hatte Amazon die Kinofassung für 99 Cent in der Online-Ausleihe. Da bin ich doch schwach geworden und habe mir „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ angesehen, jedoch nicht ohne vorher zu überprüfen, ob er auch im Original-Bildformat gestreamt wird. Wird er tatsächlich – und somit gab es für mich kein Halten mehr…

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Ridley Scott kann den Weltraum einfach unglaublich gut inszenieren. Schon bei der ersten Einstellung musste ich an seinen Klassiker „Alien“ denken, was vielleicht auch daran liegt, dass Harry Gregson-Williams‘ Score in gewissen Passagen durchaus an seine Vertonung von „Prometheus“ erinnert, der wiederum eindeutig von Jerry Goldsmiths archetypischen Klängen zu „Alien“ inspiriert ist. Der Kreis schließt sich somit klanglich und auch die Bilder wissen zu imponieren. Ridley Scott hat es nicht verlernt und somit freue ich mich umso mehr auf „Alien: Covenant“, doch ich schweife ab. Nun also zurück zu „The Martian“ und Mark Watney…

Als Kenner der Vorlage gab es für mich nur wenige Überraschungen. Ja, teils fehlen Passagen, die ich gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte (speziell im letzten Drittel) und so manche kleinere Änderung gab es auch im Handlungsverlauf – insgesamt jedoch ist die Adaption von Andy Weirs Roman durchaus werkgetreu. Speziell die Atmosphäre auf dem Roten Planeten und Mark Watneys Charakter sind perfekt getroffen. Matt Damon trägt den Film über weite Strecken völlig allein und verschmilzt gekonnt mit Watney. Auch auf der Erde schaffen es die Darsteller ihren Figuren Leben einzuhauchen, wenngleich der Fokus, wie bereits im Roman, eindeutig auf den Mars-Szenen liegt.

Insgesamt kann ich nicht wirklich viel an „Der Marsianer“ kritisieren, außer dass er mir mit seiner Laufzeit von über 2 Stunden trotzdem zu kurz war. Zu gerne hätte ich den Zusammenbruch der Kommunikation gesehen oder Watneys Probleme mit den Solarzellen auf seiner Fahrt zum Schiaparelli-Krater. Dagegen wurden die Logbuch-Einträge wunderbar umgesetzt und fügen sich perfekt in den restlichen Film ein. Man darf als Kenner des Buches jedoch nicht erwarten, dass die wissenschaftlichen Hintergründe hier ebenso detailliert erläutert werden. Für mich gab es dennoch so manchen Aha-Effekt, da ich mich noch an die Gründe für so manche Entscheidung Watneys erinnern konnte. Ein Mehrwert für Leser. Auch mal schön.

Beim Schauen des Films ist mir – noch deutlicher als bei der Vorlage – aufgefallen, dass es keinen Antagonisten gibt. Alle arbeiten ohne versteckte Agenda daran, Watney nach Hause zu holen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und ist für das heutige Kino schon eher außergewöhnlich. Insgesamt bin ich also wirklich begeistert und kann mir hier – im Gegensatz zu „The Last Days on Mars“ – durchaus vorstellen, noch einmal auf den Roten Planeten zurückzukehren. Dann am liebsten im Extended Cut, für den ich mir gerne noch den fehlenden Punkt aufspare, um endgültig zur famosen Vorlage aufzuschließen: 8/10 Punkte.

Mission: Impossible – Rogue Nation (2015)

Dies ist der erste Eintrag, den ich auf Windows 10 schreibe. Das Upgrade hat also funktioniert. Nach einem langen Tag voll mit Arbeiten rund um Haus und Hof sowie Vorbereitungen für den 6. Geburtstag unseres Zappelinchens, sind wir wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Dennoch hatte ich mir fest vorgenommen einen Film zu sehen und da „Mission: Impossible – Rogue Nation“ gerade bei Amazon Prime im Programm läuft, ist die Wahl auf diesen unterhaltsamen Action-Thriller gefallen…

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Zunächst einmal möchte ich auf ein technisches Thema eingehen, das Streaming betrifft und mir die Freude am Film ein wenig verleidet hat: Bei Amazon Prime läuft der 5. Teil des „Mission: Impossible“-Franchises in 16:9 und somit Vollbild. Dieses Format kam mir bereits bei „Terminator: Genysis“ seltsam vor, doch hier war der Verlust an Bildinformationen nun mehr als auffällig. Kurz nachgeschaut – und natürlich ist das Original-Seitenverhältnis 2,40:1 und so liegt der Film auch auf Blu-ray und DVD vor. Tolle neue Streaming-Welt. Ich dachte wirklich seitlich beschnittene Filme oder Pan & Scan gehörten inzwischen der Vergangenheit an. Ich werde es mir in Zukunft auf jeden Fall zweimal überlegen, ob ich mir persönlich wichtige Film per Stream anschaue.

Trotz der technischen Defizite hatte ich unglaublich viel Spaß mit „Mission: Impossible – Rogue Nation“. Die Geschichte hat zwar nicht mehr zu bieten als ein typischer Agenten-Thriller, doch ist sie so leichtfüßig und mitreißend erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Tom Cruise funktioniert nach wie vor exzellent als Ethan Hunt und auch sein Team, allen voran Simon Pegg, weiß zu überzeugen. Die Action ist bombastisch, doch nicht zu übertrieben oder CGI-lastig. Regisseur Christopher McQuarrie schafft es wunderbar an den von J. J. Abrams in „Mission: Impossible 3“ etablierten und von Brad Bird in „Mission: Impossible – Ghost Protocol“ perfektionierten Stil anzuknüpfen.

Wer also nach drei gelungenen Teilen (den Beitrag von John Woo klammern wir lieber einmal aus) noch nicht genug vom Team der IMF hat, der dürfte auch mit dem jüngsten Abenteuer viel Spaß haben: Exotische Schauplätze, rasante Action und flotte Sprüche garantieren beste, wenn auch wohl nicht sonderlich nachhaltige, Unterhaltung. Ein wunderbar kurzweiliges Vergnügen: 8/10 Punkte.

Up in the Air (2009)

Heute habe ich einmal wieder einen Film nachgeholt, der schön länger auf meiner imaginären Liste steht. Dabei hatte ich das Gefühl Jason Reitmans „Up in the Air“ bereits mehrfach gesehen zu haben. In unzähligen Podcasts (allen voran der Sneakpod) habe ich bereits mehrfach der Beschreibung der Handlung gelauscht und war stets neugierig, auch wenn es kein Film war, den ich unbedingt sofort sehen musste. Aber manchmal sind es ja gerade diese Werke, die einen längerfristig beeindrucken…

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Jason Reitman erzählt „Up in the Air“ herrlich unaufgeregt. Der Film wirkt dabei so durchstrukturiert, wie das Leben Ryan Binghams, der sich sein Geld mit der Vor-Ort-Abwicklung von Massenentlassungen verdient. Der von George Clooney gespielte Charakter ist deshalb unentwegt unterwegs und auf den Flughäfen und in den den Hotels Nordamerikas zu Hause. Ein Leben ohne Wurzeln und Gepäck. Im tatsächlichen und übertragenen Sinne. Ein einsames Leben, doch eines, das sich Ryan Bingham so ausgesucht hat und das er in vollen Zügen genießt – bis er eine Frau kennenlernt. Wird er nun plötzlich sesshaft und wandelt seinen Lebensstil?

Tatsächlich entwickelt sich die satirisch angehauchte Dramödie in der zweiten Hälfte eher zum Beziehungsdrama mit durchaus präsentem RomCom-Einschlag. Das unausweichliche Happy End wartet dennoch nicht auf Ryan. Ein unerwartet bitterer Twist, der jedoch wunderbar zur Stimmung des restlichen Films passt. Neben George Clooney, dem die Figur wie auf den Leib geschrieben ist, überzeugen Vera Farmiga und ganz besonders Anna Kendrick, die beide für Ryans Weiterentwicklung bedeutend sind. Neben diesen drei famosen Hauptdarstellern dürfen wir Jason Bateman, J. K. Simmons, Danny McBride und viele mehr in teils unerwarteten Rollen erleben.

„Up in the Air“ ist letztendlich ziemlich genau der Film, den ich durch die unzähligen Besprechungen bereits im Kopf hatte. Kein unfassbares Meisterwerk, doch gerade in seiner Unaufdringlichkeit bestechend unterhaltsam. Gut geschrieben, toll gespielt und zurückhaltend inszeniert. Wenn ihr euch bisher auch nicht aufraffen konnten, ihn zu schauen, dann ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt: 8/10 Punkte.

The Last Days on Mars (2013)

Da ich nun endlich „Der Marsianer“ fertig gelesen habe, hatte ich nun Lust auf die Verfilmung. Aber mir gab es zu wenig Zombies in der Geschichte und somit habe ich mich für „The Last Days on Mars“ entschieden. Mars und Zombies. Das hat doch schließlich schon 2001 bei John Carpenters „Ghosts of Mars“, ähm, exzellent funktioniert – oder sollte mich meine Erinnerung da etwa täuschen?

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Ich mag Sci-Fi-Horror und bin immer auf der Suche nach neuen Werken dieses Genres. So hat es auch „The Last Days on Mars“ auf meine Liste geschafft. Nachdem mich vor ein paar Jahren „Pandorum“ äußerst positiv überraschte und „Event Horizon“ nun auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat, war es doch höchste Zeit für gepflegten Grusel dort, wo dich niemand schreien hört. Wenn bekannte Horror-Figuren in einem neuen Setting (sprich fremden Planeten oder dem Weltraum) auftreten, dann ist immer Vorsicht geboten: Werke wie „Hellraiser IV: Bloodline“ oder „Jason X“ mögen Unterhaltungswert bieten, doch sind diese klar in der B-Movie-Ecke verankert. Auch The Asylum hätte die Prämisse unter „The Martian Zombie Chronicles“ verfilmen können. Doch dieser Film nimmt sich und seine Geschichte tatsächlich ernst.

„The Last Days on Mars“ ist atmosphärisch, ansprechend gefilmt und mit durchaus brauchbaren Schauspielern (u.a. Liev Schreiber) besetzt. Selbst die Zombies wirken angenehm realistisch und aufgrund des klaustrophobischen Settings bedrohlicher als in anderen Filmen oder Serien dieses Genres. Ein voller Erfolg also? Leider nicht, denn die Geschichte ist so unglaublich konventionell erzählt, dass es zu keinerlei Überraschungen kommt. Alles, aber auch wirklich alles wurde bereits unzählige Male besser erzählt. Die Charaktere bleiben zudem selbst für einen Horrorfilm frustrierend blass und irgendwann hat sich auch das Setting abgenutzt.

Letztendlich konnte mich „The Last Days on Mars“ nach dem vielversprechenden Start nicht überzeugen. Nette Bilder und durchaus spannende Szenen können nicht über ein viel zu formelhaftes Drehbuch und nichtssagende Entwicklungen hinwegtäuschen. Selbst das Finale ist an Beliebigkeit kaum zu überbieten. Aufgrund des fremdartigen Settings und der durchaus packenden Inszenierung, schafft es der Film gerade noch so in die Mittelmäßigkeit: 5/10 Punkte.

The Guest (2014)

Nach einem langen Tag mit Schwimmschule am Morgen und Sommerfest des Kindergartens am Nachmittag, war ich abends fast schon zu platt für einen Film. Deshalb habe ich mich für „The Guest“ entschieden, über den ich schon viel Gutes gehört hatte und der immer wieder als Geheimtipp gehandelt wird. Ob der Film dieses Versprechen einlösen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Zeit der Geheimtipps ist bei mir lange vorbei. Früher war ich meist noch recht zeitnah involviert, um die neusten Kultfilme – ich denke z.B. an „Donnie Darko“ – in meinem Freundeskreis zu verbreiten. Inzwischen springe ich meist als einer der letzten auf den Zug auf, was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. In diesem speziellen Fall waren meine Erwartungen zwar hoch, doch hatte ich noch nicht viel Enthusiasmus im Vorfeld investiert. Auch hatte ich inhaltlich nur eine wage Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Dass dieser angeblich so wendungsreiche Thriller letztendlich fast genauso abläuft, wie man ich mir das mit meinem geringen Vorwissen vorgestellt hatte, nimmt meine Kritik auch beinahe schon vorweg.

Während der ersten 40 Minuten hätte sich der Film noch in jede mögliche Richtung bewegen können. Es werden recht plakativ Hinweise gestreut, so dass die Wendung in der zweiten Hälfte nicht wirklich überraschend kommt. Macht aber auch nichts, da „The Guest“ glücklicherweise nicht komplett auf seinen Twist hin ausgerichtet ist. Inhaltlich ist Adam Wingards Film ein nett erzählter Thriller, der formelle Anleihen am Horrorfilm nimmt. Dazu gehört wohl auch, dass sich die meisten Charaktere oft wirklich unglaubwürdig verhalten und stets ein gewisses augenzwinkerndes Element mitschwingt. Im Finale entpuppt sich der Film sogar als waschechter Slasher, inklusive genretypischem Twist. Ein wenig wie „Scream“, wenn man den ganzen Film über schon weiß, wer der Killer ist. Inhaltlich also nur bedingt befriedigend, geschweige denn sonderlich innovativ.

Was „The Guest“ herausstechen lässt, ist seine Inszenierung: 80er Jahre Look, Synthie-Sounds und Style erinnern nicht von ungefähr an Nicolas Winding Refns „Drive“, ohne jedoch dessen Eleganz zu erreichen. Formal hat mir Adam Wingards Thriller dennoch äußerst gut gefallen und ich hätte mir nur gewünscht, dass er auch inhaltlich mehr zu bieten hat. Somit ist der Film letztendlich ein Blender, aber zumindest ein äußerst unterhaltsamer Blender. Um für mich wirklich als Geheimtipp durchzugehen, fehlt es jedoch an der einen oder anderen Ecke: 7/10 Punkte.

Terminator: Genisys – OT: Terminator Genisys (2015)

Ein äußerst nerviger Tag liegt hinter mir. Wann habe ich eigentlich damit aufgehört, Brückentage für spaßige Dinge zu nutzen? Dafür nimmt man sich doch eigentlich frei. Nach einem Tag in diversen Baumärkten, beim Reklamieren und Umtaschen, wollte ich zumindest meine Abendunterhaltung mit „Terminator: Genisys“ sichern. Auch wenn meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren, hoffte ich doch zumindest auf gewisse nostalgische Momente – und diese sollten sich tatsächlich auch einstellen…

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Schon als ich den Trailer im Kino sah, wusste ich: Das wird nichts. Ein gealterter Terminator, viel zu viel schlechtes CGI und gewollt lustige Sprüche. Ach, Hollywood, was soll denn das nun wieder? Nach etlichen gemischten Kritiken wurde ich dann doch neugierig, zumal der Regisseur des Films auch großer Fan des Franchises sein soll und somit zumindest Fan-Service garantiert sein dürfte. Und tatsächlich wirkt „Terminator: Genisys“ über weite Strecken wie Fan-Fiction – nur eben mit Millionen-Budget. Der große finanzielle Erfolg blieb aus und somit sehen wir uns bereits zum zweiten Mal dem Fragment einer geplanten Trilogie gegenüber.

Am Anfang des Films wird viel erklärt. Viel zu viel. Dabei mochte ich es sehr, die Zukunft zu sehen, in der die Maschinen an der Macht sind. Aber das ist nur von kurzer Dauer, denn das Blatt wendet sich zu schnell und schon findet man sich im nur allzu bekannten Setting wieder. Den Kniff mit den zwei Arnies (alt gegen jung) fand ich dabei nett und gut gelöst. Allerdings wurde das Pulver damit bereits in der ersten halben Stunde verschossen – und danach geht es leider auch bergab. Es gibt weitere Zeitsprünge und seltsame Entwicklungen, die zwar alle irgendwie unterhaltsam anzusehen waren, doch eben auch so vollkommen belanglos sind, dass sich dieser fünfte Teil des Franchises in kein Gedächtnis spielen wird.

Was die Besetzung angeht, so funktioniert Arnie als gealterter Terminator tatsächlich erstaunlich gut. Zumindest solange es das schwache Drehbuch zulässt. Auch Emilia Clarke (Daenerys Targaryen, „Game of Thrones“) als Sarah Connor weiß zu überzeugen und hat so einiges zu tun, gegen die Fehlbesetzung ihres Mitstreiters und potenziellen Love-Interests Kyle Reese (der wie immer völlig blasse Jai Courtney) anzuspielen. Jason Clarke sehe ich ja normalerweise wirklich gerne, doch funktioniert er als John Connor einfach nicht. Vielleicht liegt das aber auch an der selten dämlichen Idee aus ihm den Bösewicht zu machen. Auch wenn „Terminator: Genisys“ damit das qualitative Schlusslicht der Filmreihe bildet, hatte ich doch Spaß mit dem Film:

  1. „The Terminator“ (1984)
  2. „Terminator 2: Judgment Day“ (1991)
  3. „Terminator 3: Rise of the Machines“ (2003)
  4. „Terminator Salvation“ (2009)
  5. „Terminator Genysis“ (2015) 

Insgesamt bekommt man mit dieser Reboot/Relaunch-Mutation wohl ziemlich genau das, was man erwarten konnte. So ähnlich wie bereits in „Jurassic World“ wird hier zu sehr auf Nostalgie gesetzt, ohne jedoch Verständnis für die Klassiker zu zeigen. Leider ist die Handlung größtenteils zu hanebüchen und die Action biedert sich an den CGI-Overkill der letzten Jahre an. Nichts Halbes und nichts Ganzes – und somit ein ziemlich unnötiger und bestenfalls durchschnittlicher Unterhaltungsfilm: 5/10 Punkte.

Schändung – OT: Fasandræberne (2014)

Nachdem ich vergangenen Sonntag die fränkische Ausgabe des „Tatort“ habe über mich ergehen lassen, stand heute wieder ein Krimi aus Dänemark auf dem Programm: Die Jussi-Adler-Olsen-Verfilmung „Schändung“ ist der zweite Fall des Sonderdezernat Q und lässt uns abermals in die düsteren Abgründe unserer nördlichen Nachbarn blicken. Ob die Roman-Adaption gelungen ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Nachdem der erste Fall „Erbarmen“ teils fast schon wie der Pilotfilm zu einer TV-Serie wirkte, setzt auch der zweite Fall diese Tradition fort: Man fühlt sich bereits mit den Charakteren verbunden, die Stammbesetzung wird erweitert und die Handlung aufgebohrt. Weniger klassischer Krimi als bitterböse Gesellschaftssatire. Habe ich in meiner Besprechung der Vorlage noch beklagt, dass die Charaktere zu klischeehaft gezeichnet sind, so ergibt sich im Film durch die verkürzte Handlung und effiziente Inszenierung ein treffenderes Bild: Erinnerungen an „A Clockwork Orange“ werden wach und die Gewalttaten schmerzen schon beim Zusehen.

Durch die längere Laufzeit kann die im Vergleich zum ersten Teil komplexer wirkende Geschichte auf zwei Zeitebenen ausführlich erzählt werden. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass im Vergleich zur Vorlage hier mehr Abstriche gemacht werden mussten. Die neuen Charaktere sind perfekt besetzt und tragen viel zur dichten Atmosphäre bei. Unsere beiden Hauptfiguren Carl Mørck und Assad gewinnen immer mehr an Profil und ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten perfekt. Auch die Inszenierung ist abermals wirklich gelungen und muss sich hinter großen US-Produktionen nicht verstecken.

Wie ihr seht, hat mir auch der zweite Fall der Filmreihe sehr gut gefallen. Freunde des skandinavischen Krimis sollten auch hier auf jeden Fall einmal reinschauen. Am besten, wenn bei uns wiedermal nur ein höchstens durchschnittlicher „Tatort“ ausgestrahlt wird. Bis der dritte Teil, der noch diesen Sommer in den Kinos anläuft, für das Heimkino erhältlich sein wird, habe ich auch den dritten Band der Buchreihe gelesen. Wenn das einmal keine Aussage über die Qualität der Verfilmungen ist: 8/10 Punkte.

Tatort: Das Recht, sich zu sorgen (2016)

Über ein Jahr ist bereits seit dem letzten Franken-Tatort vergangen. Der Hype in der Metropolregion Nürnberg war groß und er ist es auch dieses Mal wieder. Somit habe ich mich aufgerafft, um mir selbst ein Bild vom zweiten Franken-Tatort zu machen. Wer weiß? Vielleicht haben es die Autoren ja bei „Das Recht, sich zu sorgen“ geschafft, den Fall für die ermittelnden Kommissare (und vor allem für uns Zuschauer) interessanter zu gestalten. Also, liebe Tatort-Fans, lest hier nun also die unqualifizierte Meinung eines vehementen Tatort-Verweigerers…

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Der zweite Fall des Nürnberger Ermittler-Teams beginnt mit einem atmosphärischen Intro und entführt uns im Anschluss sogleich ins fränkische Hinterland. Auch hier erwarten uns schöne Bilder und meine Hoffnung wächst. Es folgt ein subtil inszenierter Mordfall, der das menschliche Schicksal dahinter in den Vordergrund stellt. Ich erwarte ein komplexes Familiendrama und hoffe auf das Eintauchen in die eingeschworene Dorfgemeinschaft. Doch dann der Sprung zu einem völlig anderen Fall, der im Pathologischen Institut der Stadt Würzburg spielt. Auch ein interessanter Schauplatz. Doch was ist mit dem ersten Fall? Mal abwarten, die Autoren haben schließlich noch eine Stunde Zeit, um eine Verbindung herzustellen.

Leider gestaltet sich der Fall in der Pathologie als recht vorhersehbar und dröge erzählt. Was war noch einmal mit dem ersten Mord? Ach, hier stellt sich plötzlich der Täter ohne erkennbare Motivation. Wieso dann diese bedeutungsschwangere Inszenierung im Vorfeld? Dafür wird der zweite Fall ewig in die Breite getreten und er läuft – eine offensichtliche falsche Fährte einmal ausgenommen – auch genau so ab, wie man dies als einigermaßen geübter Zuschauer erwarten würde. Danach haben meine Frau und ich uns gefragt, warum wir uns gerade 90 Minuten um die Ohren geschlagen haben. Lokalpatriotismus hin oder her. Wie man einen Krimi tatsächlich mitreißend erzählt und inszeniert, haben wir uns ja erst am Freitag mit „Erbarmen“ angesehen. Wieso funktioniert das in Skandinavien und hierzulande wird der „Tatort“ schon als Offenbarung der TV-Unterhaltung gefeiert?

Nach all der Meckerei, gibt es auch Positives zu vermelden: Die Bilder sind teilweise nett anzusehen und die Schauspieler agieren harmonisch zusammen. Fränkisch dürfen jedoch nur die Nebenfiguren sprechen, was ich persönlich schade fand. Darüber hinaus wirkt der zweite Franken-Tatort leider so, als hätte man zwei halbgare Fälle, die für 90 Minuten zu kurz gewesen sind, einfach ohne irgendein Konzept im Hintergrund zusammengepackt. Ich werde einfach nicht warm mit diesem steifen und größtenteils drögen Format. Selbst mit Franken-Bonus konnte „Das Recht, sich zu sorgen“ bei mir nichts reißen: 4/10 Punkte.