Abenteuer Kind #2: Vater auf Distanz

Ab heute arbeite ich wieder. Zum ersten Mal bin ich länger als nur ein paar Stunden von unserem Zappelinchen getrennt. Klingt nicht dramatisch? Ihr habt ja keine Ahnung. Seit sich vor gefühlten 100 Jahren in unserer Schulclique die ersten Pärchen bildeten, hatte ich nicht mehr so große Angst etwas zu verpassen. Selbst die beständigen E-Mail-Updates meiner Frau vermögen kaum mich zu beruhigen.

Was wenn sie plötzlich anfängt zu sprechen? Was wenn sie ihre ersten Schritte macht? Was wenn sie mich vergisst? Was wenn sie – was wohl die einzig realistische Option ist – von Blähungen geplagt wird? Wo bin dann ich?

Natürlich weiß ich, dass sie bestens versorgt wird. Keine Frage. Doch mit dem rationalen Denken ist das eben so eine Sache. Auch wenn die letzten Tage wirklich anstrengend waren, so möchte ich doch keine Fütterung, kein Wickeln und schon gar keine Bespaßung missen. Es ist wirklich ein seltames und nur schwer zu beschreibendes Gefühl. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Zeit, als ihr Heimweh hattet weil es zum ersten Mal ins Schullandheim ging. So ähnlich ist das. Nur eben andersrum.

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Bei der Jobwahl auch an die potentielle Familienplanung denken.

Abenteuer Kind #1: Hitzige Zeiten

In Anlehnung an Dons Vaterlektionen, möchte ich an dieser Stelle meine eigenen väterlichen Abenteuer festhalten. Inzwischen ist unser Zappelinchen genau eine Woche alt. Mag man das glauben? Ich selbst kann mir ja jetzt schon nicht mehr vorstellen, wie es ohne sie war – auch wenn das für die kinderlosen Leser unter euch bestimmt furchtbar schmalzig und übertrieben sentimental klingen mag.

Doch zurück zum Thema. Der liebe Sommer ist da. Und wie! Eine Hitzewelle hat sich über Deutschland gelegt, die ich noch vor ein paar Wochen mehr als nur willkommen geheißen hätte. Doch nun? Das beherrschende Thema ist: Was zieht man der Kleinen an? Nicht nur tagsüber, sondern besonders auch nachts. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Stets eine gewisse Gradwanderung.

Heute jedoch habe eine weitere Neuerung kennengelernt. Das Vorkühlen (nicht zu verwechseln mit dem Vorglühen). Was tun wenn man den ersten großen Ausflug plant und es im Auto (nicht nur gefühlte) 40° C hat? Richtig. Vorkühlen eben. Also dreht der frischgebackene Papa erst einmal ein paar einsame Runden, um die Klimaanlage auf Hochtouren zu bringen. Dann erst wird die wertvolle Fracht zugeladen. Bei jeder Fahrt. Ausnahmslos. Ein Navi wäre – bei meinem Orientierungssinn – also spätestens jetzt Pflicht. Sonst würde ich im unbekannten Gelände wohl nie wieder zum Ausgangspunkt des Vorkühlens zurückfinden.

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

In hitzigen Zeiten lieber vorkühlen, als vorglühen.

You Little Wonder, Little Wonder You

Das Warten hat ein Ende. Sie ist da. Sie ist endlich da. Momentan kann ich meine Gefühle noch nicht so richtig in Worte fassen. Es ist einfach zu überwältigend. Soviel ist zumindest sicher. Nachdem die Geburt – ein Marathon, ohne Übertreibung – nicht ganz unproblematisch war, sind Mutter und Tochter inzwischen glücklicherweise wohlauf. Erst wenn man so etwas einmal erlebt hat, weiß man was Sorgen sind. Alles andere verliert an Bedeutung. Wirklich ein unbeschreibliches Gefühl.

Nun habe ich doch mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Vermutlich musste ich einfach nur noch einmal in Worte fassen, wie dankbar ich bin. Wie unendlich dankbar. Nun sitze ich hier am Rechner, die vergangenen 45 Stunden verschwimmen zu einem Kaleidoskop aus Bildern und Gefühlen und dennoch kann ich es jetzt schon nicht mehr erwarten morgen wieder meine Tochter in den Armen zu halten. Unbeschreiblich.

Du kleines Wunder, kleines Wunder du.

Run, Fatboy, Run (089)

Immer noch keine Neuigkeiten. Also wieder raus auf die Strecke um ein paar Kilometer zu bezwingen. Heute war es wieder einmal ziemlich heiß und sonnig, weshalb ich es bewusst eher langsam angehen ließ. Insofern keine Veränderung zu den letzten Läufen.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:00
kCal: 516
min/km: 6:05

Auch zeitlich habe ich mich weder verbessert noch verschlechtert, aber darum geht es mir zurzeit auch gar nicht. Eher ums Laufen an sich. Auf andere Gedanken kommen und einmal nur mit sich selbst kämpfen. Nun geht das lange Warten weiter…

Run, Fatboy, Run (088)

Unser Zwerg hat sich immer noch nicht gezeigt. Insofern habe ich mich erneut aufgemacht, um meine altbekannte Laufstrecke zu bezwingen. Etwas tun. Wenigstens irgendetwas. Die Sonne schien mir heute noch viel aggressiver als beim gestrigen Lauf und so habe ich mich durch gut 30° C heiße Luft gequält. Dennoch lief es verhältnismäßig gut.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:00
kCal: 516
min/km: 6:05

Die Zeit ist minimal schlechter als gestern, doch hatte ich heute auch wieder mit längeren Wartezeiten aufgrund von stärkerem Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Insofern mag ich mich nicht beschweren. Dennoch fühle ich mich heute so kaputt wie schon lange nicht mehr. Die Situation zehrt an den Nerven. Dabei kann ich mich wenigstens noch relativ gut ablenken…

Run, Fatboy, Run (087)

Nein, das Kind ist noch nicht da. Insofern habe ich mich noch einmal zu einem gemütlichen Abendlauf aufgemacht. Trotz brennender Sonne kam ich heute recht flott voran. Nach einem weiteren Tag im düsteren Büro sollte man aber auch wirklich jede Gelegenheit nutzen etwas rauszukommen. Leider bin ich in dieser Hinsicht sowieso zu nachlässig.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:36:00
kCal: 516
min/km: 5:55

Mit der Zeit bin ich heute voll und ganz zufrieden. Trotz ziemlicher Hitze gibt es absolut keinen Grund mich zu beklagen. Ansonsten war der Lauf recht unspektakulär. Ein netter Podcast, kaum Begegnungen und nur wenig Verkehr auf den Straßen. Mal sehen, ob dies nun erst einmal der letzte Lauf war…

Sonnwendfeuer 2010

Wie im letzten Jahr und den Jahren davor habe ich gestern wieder einmal die Flammen tanzen sehen. Schon wieder Sonnwende, obwohl man die sommerlichen Tage bisher an einer Hand abzählen kann. Ich mag noch gar nicht daran denken, dass es in absehbarer Zeit wieder merklich früher dunkel werden wird. Eine schreckliche Vorstellung.

Der gestrige Abend war irgendwie anders, als die Jahre zuvor. Es mag sicherlich auch daran liegen, dass kein Bier geflossen ist, doch hat sich auch meine gesamte Wahrnehmung verändert. Herumtollende Kinder. Eltern mit Babys auf dem Arm. Weinende und lachende Gesichter. Nächstes Jahr werden wir mit unserem Zappelinchen dabei stehen und alles mit ganz anderen Augen sehen. Ein seltsames und doch unglaublich gutes Gefühl.

Run, Fatboy, Run (086)

Nachdem ich gestern dank lautstark feiernder Nachbarn zu spät ins Bett gekommen bin und heute morgen durch anderweitige Geräusche viel zu früh geweckt wurde, dachte ich mir, dass ein morgendlicher Lauf durchaus angebracht wäre. So war ich zwar nicht sonderlich fit, doch immerhin motiviert. Und wie wir alle wissen, ist das bereits die halbe Miete.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:00
kCal: 516
min/km: 6:05

Die Laufzeit ist dieses Mal wieder ganz brauchbar. Es war noch nicht allzu heiß und die Sonne stand noch flach genug, dass große Teile meiner Strecke im Halbschatten lagen. Nun fühle ich mich gut und für die anfallenden Tätigkeiten des Tages gerüstet, dennoch ist es ärgerlich selbst wenn man einmal auschlafen könnte nur knapp sechs Stunden Schlaf abzubekommen. Aber vielleicht sollte ich das einfach als Vorbereitung auf die Dinge, die da kommen werden sehen… 😉

Run, Fatboy, Run (085)

Kaum ist die Sonne wieder da, geht aus auch schon wieder abwärts mit der Laufleistung. Heute ging es aber auch so gar nicht vorwärts. Zwar bin ich durchgelaufen, doch habe ich mich stets etwas schlapp gefühlt. Mag es da einen Zusammenhang geben, dass ich heute morgen kaum aus dem Bett gekommen bin und mich schon den ganzen Tag über extrem müde fühle? Dabei ist das Baby ja noch nicht einmal da!

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:39:00
kCal: 516
min/km: 6:25

Über die Zeit möchte ich eigentlich keine großen Worte verlieren. Vermutlich hätte ich einfach lieber in den Biergarten gehen sollen. Obwohl ich mich zurzeit ja nicht einmal dem Alkohol hingeben kann. So langsam wird es wirklich Zeit, dass sich der kleine Wurm blicken lässt. Und da heißt es die letzten Schwangerschaftstage seien nur für die Frauen nervenaufreibend…

Run, Fatboy, Run (084)

Nachdem mir gestern das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, musste ich den schon lange nötigen Lauf auf heute verschieben. Eigentlich war ich gestern auch ganz froh um den Regen, denn so richtig fit fühle ich mich zurzeit nicht. Ob es am wechselhaften Wetter ist? An einer schleichenden Erkältung? Oder doch etwa an der Aufregung Vorfreude?

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:36:00
kCal: 516
min/km: 5:55

Vermutlich das Letztere, doch trotz all dem war ich heute wieder einmal recht gut unterwegs. Das Laufen hat mich nicht zu sehr angestrengt, meine Gedanken sind wild durch alle möglichen Universen geschossen und ehe ich mich versah, war ich auch schon wieder zurück. Ganz angenehm eigentlich, doch irgendwie auch seltsam. Wie vermutlich alles im Moment.