Als ich heute früh beim morgenlichen Kultivieren meine tägliche Dosis News auf meinem bevorzugten Radiosender gehört habe, sind mir besonders zwei Meldungen aufgefallen: „Schüler verprügeln Polizisten“ und „DFL will bessere Fanbetreuung“. In beiden Beiträgen ging es um Gewalt, deren Auslöser und eventuelle Lösungsmöglichkeiten.
Gewalt, die von Kindern bzw. Jugendlichen ausgeht, wird immer recht schnell den konsumierten Medien in die Schuhe geschoben. Killerspiele. Gewaltvideos. Das Verbot dieser Sündenböcke schwebt in Form der staatlichen Zensur bereits seit Jahren über den häßlichen Auswüchsen der popkulturellen Medienwelt. Aktuell ist es Innenminister Beckstein, der ein generelles Verbot fordert.
Dann haben wir neuerdings die Hooligans als weiteres Zentrum der Gewalt. Die Berichterstattung ist hier ähnlich. Bis es zu den Auslösern und Lösungsmöglichkeiten kommt. Man muss mehr Geld in die Fanbetreuung stecken. Die Fans psychologisch stärken. Ihnen helfen die Niederlagen ihrer Vereine zu verarbeiten.
Zwei interessante Herangehensweisen zum Lösen von Gewaltproblemen. Interessanterweise ist es bei den Hooligans stets klar, dass dies nur sowieso schon für Gewalt anfällige Menschen sind. Nicht so wie bei Gewaltvideos, die aus jedem braven Schüler einen Killer machen. Wenn man den Gedanken weiterführen wollte, müsste man auch Fußballspiele und deren Übertragungen verbieten. Man kann ja schließlich nicht wissen, ob der nette, fußballverrückte Nachbar nach der nächsten Niederlage seines Vereins Amok läuft. Oder aber man könnte auch bei den gewalttätigen Jugendlichen anfangen, nach den wahren Ursachen zu suchen. Versuchen ihnen wirklich zu helfen. Medien- und Sozialkompetenz fördern. Keine Hexenjagden. Keine Sündenböcke.
Ich bin wahrlich kein Befürworter von gewalttätigen Medien in Kinderhänden. Die FSK ist eine sinnvolle Einrichtung und die Einhaltung der Richtlinien sollte von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigen wirklich stärker kontrolliert werden. Die aktuell an den Tag gelegte Doppelmoral geht mir aber gehörig gegen den Strich.