CINEMA 4D Release 10

MAXON hat nun die 10. Version von CINEMA 4D vorgestellt – hier gibt es genauere Informationen. Ich freue mich besonders auf die Vereinfachung und Erweiterung des Animationsmoduls MOCCA, sowie die vollständige Implementierung und Überarbeitung von BODYPAINT 3D.

Im letzten Praxissemester war ich gar nicht mehr so gut auf C4D zu sprechen gewesen, da viel nicht möglich gewesen ist oder nur umständlich zu erreichen war. Ich habe daraufhin eine Zeit lang damit geliebäugelt mich tiefer in MAYA einzuarbeiten, doch bin ich letztendlich nicht von C4D weggekommen. Ist ja auch irgendwie ein tolles Tool und ich freue mich schon auf die Studentenversion von Release 10.

Ob ich mir zusätzlich einen neuen Rechner zulegen sollte? Doch von welchem Geld? Ich befürchte sowieso, dass ich mit meiner derzeitigen Ausstattung bei meiner – immer mehr Gestalt annehmenden – Diplomarbeit eher aufgeschmissen bin. Ich hoffe nur in der Firma ist die Ausstattung besser… aber ich schweife ab. 😉

Event Horizon (1997)

Mit „Event Horizon“ verbinde ich eines meiner schönsten Kinoerlebnisse. Damals, als man noch die Zeit hatte wöchentlich ins Kino zu gehen. Als man – mangels Führerschein – noch auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war. Als sich noch eine ganze Horde von Freunden zusammengefunden hat, um sich auf das Abenteuer Kino einzulassen. Ich weiß noch ganz genau, wie lange wir nach dem Ende noch über den Film diskutiert haben. Uns allen war klar kein Meisterwerk gesehen zu haben, doch „Event Horizon“ hat Wirkung gezeigt und ist mir im Gedächtnis geblieben – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Kinofilmen aus dieser Zeit.

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Auch heute noch zeigt Paul W. S.  Andersons Sci-Fi-Thriller Wirkung. Teils ist der Film tatsächlich äußerst spannend und unheimlich. Ein Geisterhaus im Weltraum. Sicher sind die meisten Schockeffekte äußerst berechenbar und werden zudem sehr plakativ eingesetzt, doch gerade die dadurch geschürte Erwartungshaltung – „Jetzt passiert es gleich!“ – lässt mich als Zuschauer schonmal unruhig auf der Sofakante sitzen.

Fantastisch ist das Produktionsdesign gelungen. Die Event Horizon bleibt wirklich im Gedächtnis. Wahrlich ein eigener Charakter im Film. Bei der Lewis & Clark hingegen musste ich öfter an die Nostromo denken – besonders beim Besprechungsraum. Alles in Allem trägt die schöne Gestaltung aller, für den Film wichtigen, Elemente jedoch viel zur starken Atmosphäre bei.

Die Geschichte lebt von der Atmosphäre. Ohne diese würde kaum etwas übrig bleiben. Die Idee ist leidlich innovativ und setzt sich hauptsächlich aus Genreversatzstücken zusammen. Ich weiß noch wie enttäuscht ich bei der besagten Kinosichtung war, als sich die Bedrohung als reines Hirngespinst herausgestellt hat. Dennoch fand ich die Idee in „Event Horizon“ noch um einiges besser umgesetzt, als im thematisch mehr als ähnlichen „Sphere“ aus dem Folgejahr.

„Event Horizon“ ist sicherlich Paul W. S. Andersons bester Film, wenngleich ich auch „Resident Evil“ oder „Alien vs. Predator“ zumindest den Unterhaltungswert nicht absprechen will. Dieser Genrehybrid hat zudem noch eine grandiose Atmosphäre und eine gesunde Portion Horror mit auf den Weg bekommen und ist – nicht nur aus diesem Grund – wirklich sehenswert: 7/10 Punkte.

From Dusk Till Dawn (1996)

Es gibt viele prägende Filme in meiner persönlichen Filmgeschichte. Doch kaum ein Film hat jemals soviel Eindruck hinterlassen, wie „From Dusk Till Dawn“. Ich erinnere mich noch genau an die erste Sichtung: Nach der überschwänglichen Empfehlung eines weiter entfernt wohnenden Freundes, habe ich – zusammen mit meinem damals besten Freund – den Film irgendwie aus der winzigen örtlichen Videothek geschmuggelt. Alleine das war für unter 18jährige schon ein kleines Abenteuer. Dann die Sichtung. Wow. Wir wurden förmlich überrumpelt. Dieser Film hat uns eine völlig neue Filmwelt eröffnet. Da mein Freund älter war und kurze Zeit später völlig legal die Videothek betreten durfte, folgten in den kommenden Wochen Filme wie „Braindead“ und alles weitere, was es von Tarantino oder Rodriguez gab. Mein Interesse am etwas anderen Film war geboren.

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„From Dusk Till Dawn“ war zudem einer der wenigen Filme, die ich auf VHS besessen habe – bzw. noch besitze: Die ungeschnittene Widescreen-Version aus UK, gekauft von besagtem 18jährigen Freund im WOM. Was war ich damals stolz. In den kommenden Jahren habe ich den Film unzählige Male gesehen, bis er sich irgendwann totgelaufen hatte. Nun – etliche Jahre später – die erneute Sichtung und ich kann immer noch verstehen, was mich damals so fasziniert hat.

Auch heute noch macht die Verbindung zweier Genres auf mich einen frischen und innovativen Eindruck. Doch im Gegensatz zu den ersten Sichtungen, gefällt mir die erste Hälfte deutlich besser. Diese ist typisch Tarantino und angereichert mit abgefahrenen Dialogen und dem schwärzesten Humor. Allein der Prolog. Fantastisch. Der Film ist hier wahrlich eine Gradwanderung zwischen An- und Entspannung. Er macht Spaß, doch es schwingt stets etwas Unangenehmes mit. Ich habe hier öfters an Rob Zombies „The Devil’s Rejects“ denken müssen – eine ähnliche Atmosphäre. Ab dem Titty Twister nimmt deutlich die Handschrift von Robert Rodriquez zu. Die nun folgenden Splattereinlagen machen immer noch Spaß – zumal auch hier der für Tarantino typische schwarze Humor vorherrscht – doch sind die Abnutzungserscheinungen etwas stärker, als in der ersten Hälfte.

Nachdem der Film in meinem Freundeskreis die Runde gemacht hatte, hat die Anzahl der an Halloween im schwarzen Anzug erscheinenden Jungs deutlich zugenommen. Die Zitate sind in den täglichen Wortschatz mit eingeflossen und Darsteller wie George Clooney oder Harvey Keitel wurden als Garant für gute Unterhaltung gewertet. Von Regisseur und Autor einmal gar nicht zu sprechen. Der Soundtrack wurde auf Parties rauf und runtergespielt und selbst heute höre ich ihn noch gerne. „From Dusk Till Dawn“ war ein Phänomen.

Nachdem ich nun unzählige Filme mehr gesehen habe, kann ich nur sagen, dass ich nach all den Jahren „From Dusk Till Dawn“ auch heute noch in mein Buch der coolen Filme aufnehmen würde: 9/10 Punkte.

Donnie Darko – The Director’s Cut (2001)

Nach über zwei Jahren des Wartens habe ich nun endlich „Donnie Darko – The Director’s Cut“ gesehen. Anfangs habe ich ja immer noch gehofft diese Version würde eine erneute Kinoauswertung erfahren, doch als dies nicht geschehen ist, habe ich mich irgendwie auch nicht dazu durchringen können, mir den Director’s Cut zusätzlich auf DVD zuzulegen – bis vor einer Woche. Gestern konnte ich mich nun endlich von den Vorzügen (und leider auch Nachteilen) der neuen Schnittfassung überzeugen.

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Richard Kellys „Donnie Darko“ ist ein fantastisches Erlebnis. Außer David Lynchs „Mulholland Drive“ kenne ich keinen anderen Film, der seine Rätselhaftigkeit so gut bewahren kann, ohne dabei zu künstlerisch oder abgehoben zu wirken. Den Film durchzieht dabei eine (alb)traumhafte Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Jedes Mal, wenn ich denke das Gesehene vollständig begriffen zu haben, fördert mein Bewusstsein neue Ungereimtheiten ans Tageslicht. So schön das Rätselraten auch ist, so erhoffe ich jedoch stets die Intention des Regisseurs zu verstehen. Ohne das fiktive Buch „The Philosophy of Time Travel“, das auf der DVD der Kinoversion vorliegt, hätte ich die Geschichte um das Tangentenuniversum, lebende Empfänger, Artefakte, manipulierte Tote und Lebende usw. nie auch nur annähernd begriffen – und ich bin mir sicher, dass niemand ohne diese Hilfe dahinter kommen kann, da diese essentiellen Informationen im Film verschwiegen werden. Das war ein Problem, das ich der ursprünglichen Version angelastet habe, denn ein Film muss auch ohne zsätzliche Informationen seine Geschichte offenbaren können. Diesen Missstand zu beheben, habe ich mir vom Director’s Cut erhofft.

Im Folgenden möchte ich kurz auf die Änderungen und ihre Wirkung eingehen: Die erweiterten und neuen Szenen fügen sich meiner Meinung tadellos in den Film ein und verhelfen den Charakteren zu mehr Tiefe. Ob alle nötig gewesen wären, lässt sich schwer sagen. Nicht gefallen haben mir die Änderungen im Soundtrack, was vermutlich daran liegt, dass ich den Score/OST im Kinocut bereits zu gut kenne und liebgewonnen habe. Nun zur größten Chance – und gleichzeitig auch zur größten Schwäche – des Director’s Cuts: Der Einbindung einzelner Kapitel aus „The Philosophy of Time Travel“. Die Seiten werden zu kurz gezeigt um ein Verständnis des Inhalts beim Zuschauer zu erreichen. Zudem wäre ein Vorlesen des Inhalts in Kombination mit kleinen Animationen im Stil von Roberta Sparrows Illustrationen schön gewesen. Ich denke, das hätte viel zum Verständnis beigetragen. So wirken die Einblendungen leider immer etwas wie störende Fremdkörper. Noch störender fand ich die überarbeiteten Effekte, wie z.B. das überlagernde Gitter bei der finalen Montage. Auch die technischen Texte, die öfter erschienen sind, empfand ich unpassend – solch eine Art Science-Fiction ist „Donnie Darko“ nicht.

Anonsten ist mir wieder einmal der wunderbare Score und das Produktionsdesign aufgefallen. Man wähnt sich wirklich in den 80ern. Auch die Schauspieler empfand ich erneut als grandios besetzt. Herausgestochen ist dieses Mal besonders Donnies Mutter, die ich erst kürzlich als Präsidentin Laura Roslin in „Battlestar Galactica“ gesehen habe. Schön auch das Zusammenspiel der Geschwister Gyllenhaal.

Insgesamt habe ich mir vom Director’s Cut wohl mehr (bzw. weniger) erhofft. Eine definitive Version von „Donnie Darko“ gibt es meiner Meinung nach also (noch) nicht. Der Kinocut ist mir jedoch in vielen Dingen sympathischer. In Ergänzung mit einer gedruckten Version von „The Philosophy of Time Travel“ dürfte die alte Version auch am meisten Spaß machen. Trotz allem auch in dieser Fassung ein klasse Film: 9/10 Punkte.

Overnight

Wie im Eintrag zu „The Boondock Saints“ erwähnt, hatte ich schon längere Zeit Interesse an der Entstehungsgeschichte des Films, die in „Overnight“ dokumentiert wurde. Da ich relativ günstig an die UK-Disc gekommen bin, stand einer Sichtung nun Nichts mehr im Wege.

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Der nette Herr auf dem Bild ist Troy Duffy. Barkeeper. Musiker. Regisseur. Arschloch. So wird er zumindest in „Overnight“ portraitiert. Der Film zeigt seinen Aufstieg vom Niemand zum Big Player in Hollywood – und da (wie uns „Der König der Löwen“ gelehrt hat) alles ein ewiger Kreislauf ist, bekommt man auch wieder seinen Abstieg zum Niemand zu sehen. Eine klassische Geschichte. Dieses Mal ist sie jedoch wirklich so geschehen.

Es ist teils kaum zu glauben, wieviel Selbstvertrauen und -sicherheit Duffy an den Tag legt. Der pure Wahnsinn. Er beißt sich wirklich in das Businnes hinein. Er will um jeden Preis seine Ziele erreichen. Am Erstaunlichsten: Es gelingt ihm! Er dreht „The Boondock Saints“. Ein Barkeeper dreht den Kulthit der späten 90er. Unglaublich – besonders wenn man die äußeren Umstände betrachtet. Noch unglaublicher ist, dass der Film – nach etlichen Querelen mit Miramax – gerade einmal mit fünf Kopien gestartet ist und seinen Ruhm erst auf VHS/DVD erreichen konnte. Dumm nur, dass Troy Duffy keinen Cent von dem Erlös aus Verleih und Verkauf sieht. Auch seine großspurigen Pläne im Musikbusinnes sind gescheitert, nachdem er innerhalb von sechs Monaten nur knapp 700 Alben verkauft. Einfach nur unglaublich.

So interessant die Geschichte ist, so einseitig wird sie in „Overnight“ präsentiert. Troy Duffy ist der Bösewicht. Sicher, er führt sich teils wirklich auf wie ein – Pardon! – Arschloch. Doch kam mir diese Dokumentation teils wie eine persönliche Abrechnung mit ihm vor. Der viel stärkere zerstörerische Einfluss in Form von Harvey Weinstein wurde nur am Rande erwähnt. Man merkt auf oft genug die Unerfahrenheit der Dokumentarfilmer. Viele Dinge erscheinen redundant, andere habe ich vermisst. Insgesamt trotzdem einfach eine unglaubliche Geschichte, die eine dunklere Seite zeigt – nicht nur von Hollywood. Auch von dem, was die Gier nach Ruhm und Erfolg im Menschen auslösen kann: 8/10 Punkte.

Was hat es eigentlich mit diesen komischen Insekten auf sich?

Dieser Eintrag ist für all diejenigen, die sich schon immer gefragt haben, was das denn für komische Viecher in meiner Titelleiste sind. Einen besonderen Grund gibt es eigentlich nicht. Ich wollte meinem Blog nur etwas Eigenständigkeit verleihen – und womit geht das besser, als mit einem selbst geschossenen Foto?

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Dieses Bild zählt schon immer zu meinen Lieblingen. Vermutlich weil es eines der wenigen ist, die mir sowohl von der Technik, als auch vom Inhalt her gelungen sind. Ein bißchen Nachbearbeitung mit Photoshop schon hatte ich mein Titelbild.

Den tieferen Sinn dahinter darf nun jeder für sich selbst suchen – und nein, ich bin kein besonderer Insektenfreund! 😉

Ausgesetzt (James W. Nichol)

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Bei Büchern achte ich normalerweise sehr darauf, dass ich nur lese, was mich auch wirklich interessiert. Noch mehr als beim Sichten von Filmen. James W. Nichols „Ausgesetzt“ war ein Geschenk, das ich eigentlich weniger aus Interesse, als aus Höflichkeit gelesen habe. Die Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite las sich für mich leidlich spannend und auch die Tatsache, dass der Roman von den Crime Writes of Canada ausgezeichnet wurde, gab mir keinen besonderen Grund zur Freude, da ich mit Kriminalgeschichten eher wenig anfangen kann. Meine Erwartungen waren demzufolge eher gering. So kann man sich täuschen.

Die ersten paar dutzend Seiten habe ich mich etwas schwer getan, da der Autor hier durch mindestens drei Zeitebenen springt, ohne dass mir als Leser eine übergeordnete Struktur klargeworden wäre. Glücklicherweise gibt sich das nach ein paar Seiten und die Erzählstränge werden zunächst auf zwei reduziert. Die Geschichte von Walker Devereaux ist höchst interessant. Der Leser weiß nie mehr als der Hauptcharakter und begibt sich mit ihm auf die abenteuerliche Suche nach seiner Vergangenheit. Die eingeschobenen Ausflüge in das Bewusstsein eines Psychopathen untebrechen diese Suche meist ziemlich plötzlich und – zumindest anfangs – noch ohne erkennbaren Zusammenhang. Ich war hier stets froh, wieder zum Hauplot um Walker und seine Freundin Krista zurückzukehren. Gegen Ende werden beide Erzählstränge immer mehr miteinander verwoben. Das endgültige Rätsel löst sich jedoch erst auf den letzten Seiten, wodurch die Spannung stets aufrecht gehalten wird.

„Ausgesetzt“ war für mich wirklich eine einzige positive Überraschung. Mit Walker Devereaux hat der Thriller eine Hauptfigur, mit der man sich sehr gut identifizieren kann. Zudem wird die geheimnisvolle Suche auf elegante Weise in Walkers Alltag integriert. Die Geschichte bleibt so stets glaubwürdig und doch mysteriös genug, um mich als Leser die wildesten Theorien aufstellen zu lassen. Die letztendliche Auflösung ist im weiteren Verlauf der Geschichte zwar keine allzu große Überraschung mehr, doch ist sie – im Gegensatz zu vielen anderen Roman- oder Filmenden – auch für den Leser befriedigend.

Als ich vor ein paar Stunden das Buch aus der Hand gelegt habe, war ich noch wie in Trance in der Geschichte gefangen und musste mich erst langsam an ihr Ende und an das Verlassen der Romanwelt gewöhnen. Allein dies ist für mich ein deutliches Zeichen, ein gutes Buch gelesen zu haben: 9/10 Punkte.

Collateral (2004)

Mit Michael Mann und mir ist das so eine Sache. Seine Filme gefallen mir zwar recht gut, doch als die häufig angepriesenen Meisterwerke wollen sie mir meist nicht erscheinen. Sein bester Film ist meiner Meinung nach „Heat“ und selbst der schafft es – wiederum meiner Meinung nach – nicht, sich ganz vorne unter seinen Genrekollegen zu platzieren. Nun also „Collateral“. Wieder tolle Unterhaltung – und wieder kein Meisterwerk.

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In „Collateral“ treffen Figuren aufeinander, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Taxifahrer Max (Jamie Foxx) trifft auf den eiskalten Killer Vincent (Tom Cruise). Die Begegnung ist eher zufällig und für beide Charaktere schicksalhaft. Gegensätze ziehen sich anscheinend an – und das nicht nur in der Liebe. Während der gemeinsamen Nacht lernt man als Zuschauer die Charaktereigenschaften der beiden Figuren kennen. Ihre Träume, ihre Wünsche und auch ihre Schwächen und Ängste. In diesen Szenen erscheint mir der Film am stärksten, wenngleich die Gegensätzlichkeit teilweise auch recht plakativ dargestellt wird.

Im letzten Drittel verwandelt sich der fast schon philosophisch angehauchte Film in einen knallharten Thriller. Der Wechsel wirkt jedoch organisch und führt die – an sich äußerst simple – Geschichte zu einem konsequenten und spannenden Ende. Hier kann Michael Mann zeigen, dass er Actionsequenzen äußerst eindrucksvoll in Szene zu setzen weiß, ohne dabei seine Figuren zu vernachlässigen.

Der Film lebt vom Zusammenspiel von Jamie Foxx und Tom Cruise, welches wirklich fantastisch funktioniert. Beide Darsteller können ihre Stärken ausspielen und besonders Tom Cruise als einsamer Wolf weiß in dieser für ihn untypischen Rolle zu Punkten. Die Sympathien liegen jedoch klar bei Jamie Foxx‘ (fast schon zu) liebenswertem Taxifahrer.

Mögliche Kritikpunkte: Meiner Meinung nach hätte man noch etwas mehr mit dem Gedanken von Gegensatz und Schicksal spielen können – die Szene mit dem Wolf wäre schon einmal ein Anfang gewesen. Die beinahe schon traumähnliche Atmosphäre des nächtlichen L.A. hätte auf jeden Fall genug Potential gehabt. Was der Atmosphäre jedoch teils abträglich war: Der entsetzliche Videolook. Bei den draußen spielenden Nachtaufnahmen nicht zu übersehen. Fand ich extrem störend, da der Film dadurch teils sehr billig und amateurhaft gewirkt hat. Verstehe ich nicht, da viele Szenen auch auf 35 mm Film gedreht wurden. Warum dann der Einsatz von Video? Hat für mich weder stilistisch noch dramaturgisch Sinn gemacht. Vielleicht gibt es dazu ja ein paar klärende Worte im Making Of.

„Collateral“ ist ein starker Film mit toller Atmosphäre, der jedoch etwas unkonventionellere Wege hätte einschlagen können. Zudem ist für mich der Einsatz von Video eine mehr als fragliche Technik in einem Film wie diesem. Trotzdem sehr sehenswert: 8/10 Punkte.

Kiss Kiss Bang Bang

Sehr ungewöhnlich. „Kiss Kiss Bang Bang“ ist wahrlich ein sehr ungewöhnlicher Film. Erwartet hatte ich einen Buddymovie im „Lethal Weapon“-Stil, doch gesehen habe ich eine Schwarze Komödie mit starken Film Noir-Anleihen. Ich war wirklich positiv überrascht, wie ideenreich und ungewöhnlich Shane Black sein Regiedebüt inszeniert hat.

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Die Geschichte wird aus der Sicht von Kleinganove Harry Lockhart (Robert Downey Jr.) erzählt, der nach einer Verwechslung plötzlich mitten im Interesse von Hollywood steht. Dies ist allerdings nur der Auslöser für ein paar wilde Eskapaden, die Harry fortan mit seinem neuen Partner, dem schwulen Privatdetektiv „Gay“ Perry, zu bestreiten hat. Fortan gibt es unzählige Leichen, eine Femme Fatale, sowie diverse Wortgefechte, die an Skurrilität teils nicht zu überbieten sind.

„Kiss Kiss Bang Bang“ macht Spaß, keine Frage. Doch irgendwie verrennt sich der Film meiner Meinung nach etwas in seinen unzähligen Ideen. Die Geschichte wartet mit Wendungen auf, die man aufgrund des hohen Tempos kaum wahrzunehmen im Stande ist. Zudem befindet man sich beinahe im Minutentakt an neuen Locations, die ebenso schnell wieder mit neuen Figuren aufgefüllt werden. Einerseits entsteht dadurch eine wirklich mitreißende Dynamik, doch andererseits kann man das Handeln der Identifikationsfiguren nicht wirklich nachvollziehen, wodurch eine Distanz zu ihnen entsteht. Diese wird durch die gewählt Erzählform noch größer. Harrys Voice Over beschränkt sich nicht nur auf die Geschichte an sich – nein, er spricht den Zuschauer direkt an, spult den Film vor und zurück und macht klar, dass man hier nur einen Film sieht. Einerseits wirklich innovativ und auch amüsant, doch leider wird hierbei völlig die Magie des Eintauchens in die Geschichte zerstört. Ich denke weniger wäre hier mehr gewesen.

Shane Black hat mit „Kiss Kiss Bang Bang“ einen wirklich unterhaltsamen und mit bösen Späßen angereicherten Film geschaffen. Die Figuren – und ihre Darsteller – sind zudem überaus sympathisch. Doch leider hätte man sich mehr auf die Chemie zwischen ihnen und die Geschichte an sich verlassen sollen, dann wäre aus dem Film eine rundere Sache geworden: 7/10 Punkte.

Mando Diao – Ode to Ochrasy

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MANDO DIAO ist eine noch relativ junge Band, die mich bisher mit all ihren Alben überzeugen konnte. Auch ODE TO OCHRASY rockt ohne Ende. Die Band bleibt ihrem Stil treu, doch ist auch eine gewissen Weiterentwicklung bemerkbar. Die Songs sind nicht mehr alle so roh und wild, wie noch auf BRING ‚EM IN – doch das ist nicht unbedingt von Nachteil, denn die Jungs aus Schweden wissen auch in den ruhigeren Stücken ihre ganz eigenen Stil zu transportieren.

Meine bisherigen Favoriten sind die aktuelle Single LONG BEFORE ROCK’N’ROLL, das rockige YOU DON’T UNDERSTAND ME, sowie das eingängige AMSTERDAM. Doch auch bei den restlichen Songs ist kein einziger Ausfall dabei. Gewöhnungsbedürftig ist einzig die abschließende und titelgebende Akkustiknummer OCHRASY – obwohl ich ihr einen gewissen Charme auch nicht absprechen kann.

MANDO DIAO haben mit ODE TO ORCHASY ihr bisher reifestes Werk abgeliefert, ohne jedoch ihre Wildheit zu verlieren. Ich bin mir sicher, dass die Platte den gleichen Langzeitwert besitzt, wie bereits BRING ‚EM IN und HURRICANE BAR. Nun bin ich sehr auf den 17. November gespannt, an dem ich die Jungs live in München sehen werde. Es darf wieder gerockt werden!