Resident Evil: Extinction (2007)

Nach ganzen zwei Wochen bin ich endlich dazu gekommen meinen neuen Blu-ray Player einzuweihen. Zu sehen gab es Russell Mulcahys „Resident Evil: Extinction“, dem die zusätzliche Schärfe zumindest einige optische Highlights verleihen konnte.

resident_evil_3_3

Mit den „Resident Evil“-Filmen ist das so eine Sache. Eigentlich sind sie wirklich nicht sonderlich gut, doch dank Zombies und einer extra Portion Trash machen sie doch irgendwie ziemlich viel Spaß. Die Videospielvorlage ist mir zudem – bis auf „Resident Evil 4“ – gänzlich unbekannt, weshalb mir das Vergleiche ziehen schwer fällt. Doch auch ohne das Original zu kennen, waren mir die ersten beiden Teile zu sehr auf pseudohippen High-Tech getrimmt.

Paul W. S. Andersons („Event Horizon“) Erstling mochte ich dennoch ganz gerne. Der zweite Teil war mir zu hektisch, hat jedoch den Trashfaktor auf die Spitze getrieben. Teil drei ist wieder ruhiger und schafft eine ganz nette Endzeitatmosphäre, die – wie sollte es auch anders sein? – nicht nur Anleihen bei „The Road Warrior“ nimmt. Die Geschichte ist komplett Banane, die Charaktere sind farblos und langweilig. Doch die Zombieaction kann sich wahrlich sehen lassen. Hier macht der Film wirklich Spaß. Das Ende ist dann wieder Trash deluxe.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Endzeitsetting mochte und den Wüstenkampf verdammt unterhaltsam fand. Der Rest? Ja, den habe ich schon wieder so gut wie vergessen. Sei es drum. Für 90 Minuten Zombiespaß taugt das Vehikel allemal: 5/10 Punkte.

Hangover – OT: The Hangover

Nach einer 60 Stunden Arbeitswoche hatte ich gestern Abend Abwechslung dringend nötig. Der spontane Kinobesuch von „Hangover“ war letztendlich genau die richtige Entscheidung. Der perfekte Film, um dem grauen Alltag für gut 90 Minuten zu entfliehen.

hangover

Aufgrund teils überschwänglicher Kritiken waren meine Erwartungen durchaus hoch, wenngleich ich vor der Sichtung auch nicht wirklich viel über den Film wusste. Insofern konnte ich relativ vorurteilsfrei nach Las Vegas starten und kann mit gutem Gewissen behaupten, dass es ein absolut lohnenswerter Trip war. So viel Spaß hatte ich schon lang nicht mehr im Kino. Endlich einmal wieder eine Komödie, bei der ich richtig lachen konnte.

Die Prämisse des Films ist zwar nicht sonderlich innovativ, man hat sie aber in diesem Genre noch nicht allzu oft gesehen. Der Gedächtnisverlust unserer Helden führt zu so mancher Überraschung, was oft zu genreüberschreitenden Verwicklungen führt. Hier gewinnt der Film stets an neuer Fahrt und lässt einen als Zuschauer wirklich mitfiebern. Auch nicht unbedingt Standard bei einer Komödie. Mich hat diese Erzählform etwas an die chronologisch oft verzwickten Geschichten aus der Sitcom „How I Met Your Mother“ erinnert.

Auch die wirklich perfekt besetzten Schauspieler tragen ihren großen Teil zum Erfolg des Films bei. Herausragend war besonders Zach Galifianakis. Selten habe ich eine so verpeilte Interpretation eines Charakters gesehen. Den Namen sollte man sich merken. Ansonsten war es mir eine Freude Bradley Cooper (Will Tippin, „ALIAS“) und Ed Helms (Andy Bernard, „The Office“) einmal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Ein Ensemble mit toller komödiantischer Energie.

Todd Phillips‘ Film ist perfekt um einmal einen Abend abzuschalten. Um einfach eine gute Zeit zu haben. Anspruchslos, manchmal fast etwas blöd, doch immer unglaublich witzig. Ein Film um einmal wieder laut im Kino zu lachen zu können. Allein das rechne ich „Hangover“ hoch an. Nicht ernst nehmen und Spaß dabei haben: 8/10 Punkte.

Neues Jahr, neues Glück?

Wie jedes Jahr um diese Zeit, bin ich wieder einmal ein Jahr älter geworden. Der Schwelle in ein neues Lebensjahrzehnt ist nun gefährlich nahe gerückt. Doch das stört mich kaum. Es kann eigentlich nur besser werden. Nach beruflichen Desastern und privaten Verlusten fällt es mir nun schwer optimistisch in die Zukunft zu blicken, zumal manche Auswirkungen erst jetzt beginnen, sich bemerkbar zu machen.

birthday09

Wie die letzten Jahre auch, gab es wieder einmal reichlich Geschenke, von denen besonders der Einzug von Blu-ray ins heimelige heimische Heimkino hervorzuheben ist. Erste Tests sahen schon wirklich beeindruckend aus.

Nun beginnt es also, das 30. Lebensjahr und ich weiß im Moment noch gar nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich hoffe zumindest, das die nächsten 364 nicht so sentimental und nachdenklich geprägt sein werden, wie dieser heutige Tag. Ansonsten brechen nicht nur für mich und meine Mitmenschen, sondern auf für meine Blogleser schwere Zeiten an…

24 – Season 7

Wenn Serien sieben Jahre laufen, dann ist das eine lange Zeit. Nur die wenigsten schaffen das ohne Abnutzungserscheinungen. Im aktuellen Fall von „24 – Season 7“ machen sich diese leider in besonderem Maße bemerkbar. Aus der ehemaligen Premiumserie wird ein billiges Sequel. Schade drum.

24_s7_3

Hat sich der Niedergang von „24“ bereits in der vierten und sechsten Staffel abgezeichnet, so wurde im siebten Jahr der neue Tiefpunkt erreicht. Habe ich während der ersten drei Staffeln noch stets jeder neuen Folge entgegengefiebert, so musste ich mich aktuell teils durch die Episoden quälen. Wirklich schade, zumal ich nach dem der Staffel vorgeschalteten TV-Film „24: Redemption“ wirklich große Hoffnungen auf eine Besserung hegte.

Die Verlagerung der Handlung nach Washington, D.C. bringt die Geschichte keinen Millimeter voran. Statt seltsamer Verschwörungen innerhalb der CTU gibt es diese nun eben innerhalb des FBI. Hinzu kommt eine solch inkompetente Darstellung der Regierung, dass man sich wirklich nur an den Kopf fassen kann. Sicherlich bin ich hier durch die grandiose Serie „The West Wing“ voreingenommen, doch was die Autoren hier abfeuern kann man sich wirklich nicht ohne geistiges K.O. anschauen.

Sauer aufgestoßen ist mir dieses Mal zudem die politische Ausrichtung der Serie. Dass in „24“ die Republikaner die Hosen anhaben, ist mir schon früher aufgefallen und geht – besonders in Bezug auf die terrorgetränkte Handlung – auch völlig in Ordnung. Die rechtsgerichteten Tendenzen der Serie haben sich in diesem Jahr jedoch wirklich extrem in den Vordergrund gespielt. Folter, Mord und Totschlag sind die einzigen funktionierenden Mittel. Jeglicher diplomatische Ansatz versagt komplett und liberal denkende Charaktere werden einzig und allein als Alibi benutzt.

Sieht man einmal von den politischen Tendenzen ab, bleibt ein leidlich unterhaltsames Actionspektakel, welches seiner Hauptfigur viel zu wenig Spielraum gibt. Jack Bauer bleibt immer öfter auf der Strecke und damit verliert die Serie langsam aber sicher ihr einziges Zugpferd. Wirklich erschreckend, wie sich diese einstige Vorzeigeserie entwickelt hat. Nun ist sie dort angekommen, wo man wirklich nicht landen möchte: Im absoluten Mittelmaß. Selbst für Jack Bauer-Fans enttäuschend: 5/10 Punkte.

Brügge sehen… und sterben? – OT: In Bruges (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Brügge sehen… und sterben?“ am 27. August 2023 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ist es nicht ein tolles Gefühl, wenn einen Filme noch so richtig überraschen können? Martin McDonaghs „Brügge sehen… und sterben?“ gehört zu diesen seltenen Vertretern seiner Art. Zwar hatte ich schon viel Gutes über den Film gehört, doch wirklich Lust hatte ich nie auf ihn. Ein weiterer hipper Gangsterfilm. Wer braucht denn sowas?

Brügge sehen... und sterben? (2008) | © LEONINE

Brügge sehen… und sterben? (2008) | © LEONINE

Niemand. Ganz genau. Deshalb ist „In Bruges“, so der Originaltitel, auch alles andere als ein postmoderner Vertreter seines Genres. Zu sagen er wäre langsam erzählt, wäre wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Er ist gemütlich. Surreal. Äußerst brutal und emotional. Man lernt hier echte Charaktere kennen. Treibt mit ihnen durch die Nacht und erkundet mit ihnen einen magischen Ort namens Brügge, welcher in messerscharfen Dialogen genauestens seziert wird.

Die Geschichte um ein ungleiches Gangsterpärchen ist so dermaßen unspektakulär, dass man sich nur in den jeweiligen Moment fallen lassen kann. Dort warten komplexe Figuren mit echten Problemen, tiefschwarzer Humor und höchst absurde Situationen. Man kann wirklich nur schwer beschreiben, was die Faszination dieses Films ausmacht. Vermutlich die magische Atmosphäre Brügges. Wer einen auf cool getrimmten Gangsterfilm à la Guy Ritchie erwartet – als welchen uns das Marketing den Film verkaufen will – wird vermutlich maßlos enttäuscht sein. Alle anderen dürfen sich auf eine unkonventionelle Genreperle freuen.

Fazit

Getragen wird der Film von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen Brendan Gleesons und Colin Farrels. Äußerst nuanciert und erstaunlich tiefgehend für solch einen kleinen… ja, was eigentlich? Gangsterfilm? Surreales Drama? Existentiellen Thriller? Schwarze Komödie? Wohl von allem ein wenig. Für mich wohl der Gangsterfilm der vergangenen fünf Jahre. Nicht nur für Genrefreunde empfehlenswert: 9/10 Punkte.

X-Men: Der letzte Widerstand – OT: X-Men: The Last Stand (2006)

Mit Brett Ratners „X-Men: Der letzte Widerstand“ habe ich gestern Abend zum ersten Mal dem Finale der erfolgreichen Superheldentrilogie beigewohnt. Die Erwartungen waren aufgrund mäßiger Kritiken eher gemischter Natur, wodurch ich letztendlich ein durchaus positives Filmerlebnis zu verzeichnen hatte.

x-men_3_1

Die Prämisse des Films ist gut gewählt. Der heilende Mutant sowie Phoenix besitzen enormes Potential, um der Geschichte einen epischen Abschluss zu verleihen. Potentielle zwischenmenschliche bzw. -mutantische Konflikte sorgen zudem für den nötigen emotionalen Anker. Hinzu kommen dutzende von neuen Mutanten, die für optische Highlights sowie neue Bedrohungen bzw. Erlösungen sorgen. Folglich alles was ein fulminantes Finale benötigt.

Leider fehlt Brett Ratner das inszenatorische Feingefühl eines Bryan Singer. Lebten „X-Men“ und vor allem „X-Men 2“ hauptsächlich von den ausführlichen Charakterszenen, gehen diese dem bislang letzten Teil beinahe völlig ab. Hier folgt eine Actionszene auf die nächste. Neue Mutanten werden im Fließbandverfahren eingeführt ohne dass sich diese dem Zuschauer als Charaktere offenbaren. Hinzu kommt eine zu sprunghafte Handlung, was den Film leider sehr gehetzt erscheinen lässt.

Insgesamt ist „X-Men 3“ ein durchaus gelungener Abschluss der Reihe, wenngleich er auch nicht an die Qualität der Vorgänger anschließen kann. Schneller, weiter, höher ist im Kino eben nicht immer eine Erfolgsformel. Auch wenn ich mir sicher bin, dass Singer mehr aus der Geschichte hätte herausholen können, so wurde ich dennoch gut unterhalten. Wenn ich den reinen Unterhaltungswert entsprechend wichte, dann gibt es von mir knappe 7/10 Punkte.

Hellraiser: Das Tor zur Hölle – OT: Hellraiser (1987)

Als ich während meiner persönlichen Hochphase des Horrorfilms das erste Mal von Clive Barkers „Hellraiser: Das Tor zur Hölle“ hörte, war ich sofort fasziniert von der Geschichte. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis ich in den Genuss dieses ersten Teils der bekannten Filmreihe kam.

hellraiser

Eine Kursfahrt nach London eröffnete mir damals – noch weit vor Zeiten von DVD oder eCommerce – den Zugriff auf mir bis dato unerreichbare Filmperlen. Neben „Braindead“ fand u.a. auch die „Hellraiser“-Trilogie ihren Weg ins ferne Deutschland. Somit eröffnete sich mir ein neues Kapitel meiner persönlichen Filmgeschichte. Auch heute noch muss ich zugeben, dass die ersten Teile der „Hellraiser“-Reihe zu den wenigen Genrefilmen gehören, die ein ungutes Gefühl bei mir hervorrufen. Zu meinen unsterblichen Favoriten haben sie jedoch – oder gerade deshalb – nie gehört.

Bei der heutigen Sichtung auf DVD gab es – neben der vielfach besseren Bild- und Tonqualität – nur wenig neue Erkenntnisse. Clive Barkers filmgewordener Albtraum erzählt immer noch eine Geschichte über menschliche Schwächen. Sexuelle Hörigkeit, Egoismus und unreflektiertes Verlangen sind nur einige der Themen, mit denen Barkers Antihelden umzugehen haben. Ein etwas grobschlächtiges und nur allzu menschliches Drama trifft auf dystopische Düsternis: Die Charaktere betreten die Unterwelt der Cenobiten.

Clive Barker („Abarat“) hält sich bei der Verfilmung seiner eigenen Vorlage nicht mit halben Sachen auf. Die grafische Gewalt ist stets präsent und weiß auch heute noch zu schockieren. Besonders da sie aus den menschlichen Schwächen entwächst. Teils mag der phantastische Ansatz nicht so ganz mit dem Familiendrama harmonieren, doch gerade das Zusammenkommen dieser an sich fremden Elemente macht einen Großteil der von dem Film ausgehenden Faszination aus.

Für Horrorfreunde ist „Hellraiser“ auch heute noch Pflichtprogramm. Ein wichtiges Werk, das Grenzen überschreitet, ohne jedoch – wie leider heute oft zu sehen – rein auf der Gewaltwelle zu reiten. Horror mit Köpfchen, der weit über das hinaus geht, was sich auf der Leinwand abspielt. Nicht mein liebster Genrefilm, aber ohne Zweifel einer der Wichtigsten: 8/10 Punkte.

The West Wing – Season 4

Den gestrigen Abend habe ich dazu genutzt endlich die letzten Episoden von „The West Wing – Season 4“ zu sehen. Danach hätte ich am liebsten sofort mit der fünften Staffel weitergemacht, doch manche Serien sind wie ein guter Wein. Man sollte sie mit Verstand genießen.

west_wing_s4

Wie gewohnt schließt die Handlung ziemlich nahtlos an die des dritten Jahres an. Es gilt alte Geschehnisse aufzuarbeiten und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Besonders Sam Seaborne (Rob Lowe) beschreitet in dieser Staffel neue Wege, welche ihn aus den Hallen des Weißen Hauses nach Kalifornien führen, wo er die neue Leitfigur der dort ansässigen Demokraten wird. Es ist immer schwierig, wenn ein Charakter eine Serie verlässt. Selten wurde es jedoch so elegant gelöst, wie in diesem Fall. Will Baily ist zudem ein angemessener Ersatz und ich bin mir zudem sicher Sam Seaborne nicht das letzte Mal im West Wing gesehen zu haben.

Ein weiterer personeller Zuwachs ist mit Joe Quincy zu verzeichnen, der von Matthew Perry („Friends“) gespielt wird. Eine für ihn ungewöhnliche Rolle, die ihm den Weg in Aaron Sorkins Nachfolgeprojekt „Studio 60 on the Sunset Strip“ geebnet haben dürfte. Weitere Nebenrollen werden u.a. von Christian Slater und John Goodman übernommen. Es ist wahrlich immer wieder erstaunlich, wie wandlungsfähig sich manche Darsteller unter Aaron Sorkins Anleitung zeigen.

In den letzten Episoden gewinnt die Handlung deutlich an Fahrt und man bekommt beinahe schon ungewohnt actionreiche Szenen zu sehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel nervenzerrende Spannung hier aufkommt. Besonders da ich aktuell den Vergleich zur ebenfalls im politischen Milieu der amerikanischen Hauptstadt spielenden siebten Staffel von „24“ habe. Hier von dazwischen liegenden Welten zu reden wäre eine maßlose Untertreibung.

Für mich festigt „The West Wing“ auch im vierten Jahr ihren Stellenwert als Ausnahmeserie. Absolut perfekte Unterhaltung. Ohne Zweifel herausragendes Fernsehdrama: 10/10 Punkte.

Anwesenheitsnotiz

Da bin ich wieder. Wohlbehalten zurück in der Heimat. Zumindest beinahe. Nach zwei wirklich sehr erholsamen Tagen, war ich wohl doch zu übermütig und habe mich – ganz gegen meine Natur – zu ungestüm verhalten. Da ich nun doch nicht mehr der Jüngste bin, folgte die Strafe auf dem Fuß.

Etwas Gutes hat die körperliche Verhinderung ja, denn so komme ich trotz Bombenwetter nicht in Versuchung irgendetwas zu unternehmen. Mehr Zeit also für Film, Buch und Co.

Abwesenheitsnotiz

Spontaner Kurztrip. Nur ein paar Tage. Wir wissen noch nicht genau bis wann, wollen einfach nur raus. Etwas anderes sehen, hören, riechen. Andere Gedankenwelten finden. Eine kurze Auszeit vom chaotischen Alltag. Doch ich komme wieder, keine Frage.

Bis dahin: Bleibt tapfer!