Toy Story 3 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Toy Story 3“ am 1. August 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Die „Toy Story“-Trilogie von Disney/Pixar wird für mich wohl stets die Animationsfilmreihe sein, der ich mich am meisten verbunden fühle. Den ersten Teil sah ich erstmals vor genau 15 Jahren und war damit exakt halb so alt, wie bei der gestrigen Sichtung von „Toy Story 3“ – dem Finale der Trilogie. Man könnte somit sagen, ich bin mit den Filmen aufgewachsen, wenn nicht sogar erwachsen geworden.

Toy Story 3 (2010) | © Walt Disney

Toy Story 3 (2010) | © Walt Disney

In „Toy Story 3“ dreht sich alles um den Abschied von der Kindheit und das Eintreten in einen neuen Lebensabschnitt. Stärker als bei den Vorgängern rückt damit Andy ins Zentrum der Geschichte. Bisher war er nur der Auslöser, der die Geschichte ins Rollen brachte – doch dieses Mal wird auch er emotional in sie eingebunden, was zu einem wunderschönen, sentimentalen Ende führt, bei dem wahrlich kein Auge trocken bleibt.

Bevor die Handlung jedoch dort ankommt, gibt es allerlei bunte Abenteuer zu bestehen, unzählige neue Spielzeuge zu treffen und fiese Hindernisse zu überwinden. Die Geschichte ist abermals mitreißend und flott erzählt, nimmt sich dennoch Zeit für ihre Charaktere und bietet herrlichen Humor sowie nachdenkliche Momente. Wie bereits in „Toy Story 2“ fügen sich die neuen Figuren perfekt in das bereits etablierte Universum ein. Pixar beweist zudem abermals ein Händchen für perfektes Timing und eine ausgewogene Erzählweise.

Audiovisuell ist der Film eine wahre Augenweide, was besonders bemerkenswert ist, da er dennoch nahtlos an die alten Filme anschließt – und dazwischen liegen immerhin 15 Jahre technischer Fortschritt. Ein Meisterwerk der Animationskunst. Auch die Geschichte ist erwachsener geworden und oft beherrscht ein beinaher schon erschreckend düsterer Grundton die einzelnen Handlungsabschnitte. Wie da wohl die absolut unpassende FSK-Freigabe (ohne Altersbeschränkung) zustande gekommen sein mag? Wirklich unfassbar.

Am meisten überzeugt hat mich „Toy Story 3“ abermals von der emotionalen Seite. Selten war ich so ergriffen, wie in der Szene als sich die Spielzeuge alle an den Händen fassten, um tapfer ihrem sicheren Ende entgegen zu sehen. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ebenso fantastisch ist natürlich das Finale der Geschichte, welches mit der real gewordenen Wolkentapete aus Andys Kinderzimmer in „Toy Story“ endet. Absolut fantastisch.

Fazit

Pixar ist mit diesem Film wohl der Abschluss zu einer der hochwertigsten Trilogien überhaupt gelungen – und das meine ich genreübergreifend und nicht nur auf Animationsfilme bezogen. Auch der dritte Teil hat sich sofort und unabdingbar in mein Herz gespielt. Ich freue mich jetzt schon darauf einmal zusammen mit meiner Tochter die gesamte Filmreihe zu sehen und mich am Leuchten in ihren Augen zu erfreuen. Ein größeres Kompliment kann man einem Film wohl nicht machen: 10/10 Punkte.

Day & Night

Bevor ich gestern Abend mit „Toy Story 3“  einen der von mir wohl am meisten erwarteten Filme gesehen habe, gab es zuvor mit „Day & Night“ – ganz nach Pixar-Tradition – einen Kurzfilm zu bewundern. Und was für einen. Pixar experimentieren in ihren Kurzfilmen ja seit jeher mit neuen Techniken, doch hier wurde wahrlich neues Terrain betreten.

Die Handlung ist schwer zu beschreiben und eher abstrakt: Der personifizierte Tag trifft auf die personifizierte Nacht. Dabei führen sie sich gegenseitig ihre Eigenheiten vor. Es kommt zu einer Art Wettkampf um die Frage, welche denn die schönere Tageshälfte ist. So präsentiert der Tag z.B. eine Bikinischönheit, während die Nacht mit Autokino und Feuerwerk auftrumpfen kann. Wer wohl am Ende gewinnt?

„Day & Night“ ist der wohl bisher ungewöhnlichste Kurzfilm der kalifornischen Animationsschmiede. Einerseits aufgrund der Geschichte, andererseits aufgrund der Umsetzung. So spielen hier erstmals – zumindest in diesem Ausmaß – 2D- und 3D-Elemente zusammen, was einen ungewöhnlichen Look erzeugt. Durch die Maskentechnik kommt es zudem zu ganz besonderen Effekten, welche Anfangs befremdlich wirken, letztendlich aber ein Feuerwerk an Ideen ermöglichen.

Auch wenn es „Day & Night“ wohl nicht unter meine Kurzfilmfavoriten schafft, muss ich dennoch die irrwitzige Spielfreude würdigen, die Pixar hier aus dem Hut zaubert. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Zusammen mit der gelungenen Umsetzung ein wunderbarer, experimenteller Kurzfilm. Sehr sehenswert: 8/10 Punkte.

Wintereinbruch 2010

Endlich lohnt es sich wieder die beliebte Eintragsreihe fortzuführen, welche im Jahr 2006 und 2007 bereits große Erfolge verbuchen konnte. Außerdem kann es ja nicht angehen, dass einzig und allein Don und Frau Bü mit dem Winter Wonderland gesegnet sind. Nein, denn schließlich wollen wir alle Spaß mit dem weißen Etwas haben, das sich in letzter Zeit so gerne auf unseren Straßen und Autos niederlässt.

Eigentlich könnte ich auch nahtlos an Frau Büs Pendlergeschichten anknüpfen, gibt es bei diesen Schneemassen doch vermehrt ein wunderbar skurriles Fahrverhalten zu bestaunen. So habe ich gestern Abend tatsächlich über 20 Minuten für ca. 300 Meter bis zur Autobahnauffahrt benötigt. Für den heutigen Arbeitsweg (40 km) immerhin nur 90 Minuten – Attraktionen, wie senkrecht zur Fahrtrichtung stehende LKWs, inklusive. Allerdings sollte man nicht den Fahrern die Schuld dafür geben, eher dem seltsamen Räumverhalten. So waren heute selbst um 10 Uhr die Straßen teils noch voller Schnee. Auf den Parkplatz ist man dann sogar nur mit Brachialgewalt (da lohnt es sich monatlich gutes Geld für abzudrücken) gekommen. Sicher liegt das nicht in den Händen der Straßenarbeiter – doch irgendwer muss da doch die Planung übernehmen. Es ist eben wie jedes Jahr: Der Wintereinbruch kommt ja auch immer ach so überraschend…

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS2)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Adventszeit: Glühwein, Lebkuchen und gemütliches Zusammensein. Was darf da nicht fehlen? Natürlich der Weihnachtsfilmklassiker der 80er Jahre: „Schöne Bescherung“ nach einem Drehbuch von John Hughes und mit Chevy Chase als fanatisches Oberhaupt der Familie Griswold. Die gestrige Sichtung war insofern etwas Besonderes, als dass sie für ein Zuschauerpaar tatsächlich eine Premiere darstellte – unglaublich, oder?

Vielleicht liegt es auch an den beiden Neuzugängen, doch so viel Spaß wie gestern hatte ich schon lange nicht mehr mit dem Film – und das wohlgemerkt, obwohl ich nahezu jedes Jahr enorm viel Spaß mit „Schöne Bescherung“ habe. Der Film bietet einfach so viele unglaublich gelungene Gags und Slapstickeinlagen, dass man ununterbrochen lachen könnte. Daneben gibt es während der Vorbereitungen zum Weihnachtsfest der Griswolds aber durchaus besinnliche Momente, die einen wunderbar auf die Feiertage einstimmen.

„Christmas Vacation“ ist wohl der Film, den ich in meinem bisherigen Leben am häufigsten gesehen habe. 20 Sichtungen dürften es wohl mindestens gewesen sein. Umso erstaunlicher, dass ich immer noch lachen kann und sogar neue Details entedecke. So ist es mir bisher tatsächlich entgangen, dass Rusty Griswold von niemand geringerem als Johnny Galecki (Leonard Hofstadter, „The Big Bang Theory“) gespielt wird.

Eigentlich hätte ich die Sichtung gerne näher zu Weihnachten verlagert, doch ist nahezu jeder Abend bis dahin schon verplant. Insofern war der gestrige Abend gar nicht schlecht gewählt, denn somit ist eines der jährlichen, vorweihnachtlichen Rituale – für mich zudem eines der schönsten – bereits vollzogen. Ich bin einmal gespannt, wann die restlichen Filmblogger mit ihren Einträgen folgen. We’re gonna have the hap hap happiest christmas since Bing Crosby tapdanced with Danny fucking Kaye: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

50% Rabatt auf MP3s bei Saturn

To make a long story short: Bei Saturn gibt es noch bis morgen (05.12.2010) 50% Rabatt auf alle MP3s (wohlgemerkt ohne DRM). Da lässt sich so das eine oder andere Schnäppchen machen.

Ich habe versucht meinen Kaufdrang zu zügeln und mich zunächst auf drei essentielle Alben beschränkt. Somit gab es:

NEON BIBLE von ARCADE FIRE für 3,64 Euro
KING JAMES VERSION von HARVEY DANGER für 4,99 Euro
MAVERICKS von JOHNOSSI für 3,64 Euro

Endlich wieder neues Futter für die Ohren! 🙂

Reindeer Games – Director’s Cut (2000)

Es ist kurz vor dem zweiten Advent. Allerhöchste Zeit also, sich auch filmisch auf die Feiertage einzustimmen. Den Anfang macht John Frankenheimers „Reindeer Games“ im Director’s Cut, der inzwischen seit beinahe 10 Jahren zu meinem vorweihnachtlichen Filmprogramm gehört – auch wenn die letzte Sichtung bereits einige Zeit zurück liegt.

„Reindeer Games“ ist einer jener Filme, über die man kaum ein gutes Wort liest. Wenige Kinofreunde kennen den weihnachtlichen Actionthriller und noch weniger mögen ihn. Ich dagegen war bereits bei der ersten Sichtung äußerst angetan von der Atmosphäre des Films. Ähnlich wie Renny Harlins „The Long Kiss Goodnight“ bietet der Film trotz seiner actionlastigen Handlung eine seltsam weihnachtliche bzw. winterliche Stimmung, welche die Geschichte auf ganz besondere Art und Weise unterstützt.

Der Film erzählt eine relativ typische Räuberpistole, die sich allerdings sehr viel Zeit für ihre Charaktere und deren Einführung nimmt. „Reindeer Games“ ist im besten Sinne altmodisch erzählt, was auch auf seine Inszenierung zutrifft. Im Gegensatz zu hysterisch geschnittenen Gangstervehikeln, wie „3000 Miles to Graceland“ oder „Smokin‘ Aces“, bleibt Frankenheimer seinen Wurzeln treu und beglückt uns mit klassischen Verfolgungsjagden und stimmungsvollen Wortgefechten.

Natürlich ist der Film alles andere als perfekt – so ist die letzte Wendung dann doch sehr an den Haaren herbei gezogen und über Ben Affleck kann man bestimmt auch streiten – doch warum John Frankenheimers letzter Kinofilm überall so abgewatscht wird, mag sich mir beim besten Willen nicht erschließen: Gary Sinise gibt einen wunderbaren Psychopathen, Danny Trejo darf über das marktwirtschaftliche Bedeutung von Weihnachten schwadronieren und Ben Affleck wird von Dartpfeilen durchbohrt – das kann doch gar kein schlechter Film sein!

Für mich wird „Reindeer Games“ immer zu den kleinen, missverstandenen Filmen gehören, die einen ganz besonderen Platz in meinem Filmherzen gefunden haben. Auch bei der inzwischen bestimmt vierten Sichtung hatte ich immer noch enorm viel Spaß mit little drummer boy und seinen mörderischen Weihnachtsmännern: 8/10 Punkte.

Bored to Death – Season 1 & 2

Manchmal sind die seltsamsten Begebenheiten auch die unterhaltsamsten. Jonathan Ames setzt in seiner TV-Serie „Bored to Death – Season 1 & 2“ genau auf diesen Faktor: Skurrile Figuren, skurriler Humor und skurrile Geschichten. Dabei bleiben die Charaktere so unglaublich sympathisch, dass es eine wahre Freude ist. Doch die Serie hat noch mehr zu bieten, wodurch sie sich ziemlich schnell in mein Serienherz gespielt hat.

Jonathan Ames (kongenial gespielt von Jason Schwartzman) ist Autor, der während der Arbeit an seinem zweiten Roman an einer Schreibblockade leidet. Außerdem wurde er gerade von seiner Freundin verlassen. Was tun? Es liegt auf der Hand: Sich als Privatdetektiv mit sehr vernünftigen Raten ausgeben und seltsame Fälle annehmen. Aus dieser Grundidee entspinnen sich herrlich skurrile Situationen, in denen Jonathan von seinen Freunden Ray (Zach Galifianakis, „Hangover“) und George (Ted Danson) unterstützt wird.

Schon lange habe ich keine Serie mehr gesehen, bei der ich so ausgiebig und herzhaft lachen konnte. Es ist wahrlich kein Schenkelklopferhumor und gibt es auch durchaus ernste Momente, doch die Mischung aus Situationskomik, skurrilen Drehbüchern und dem fantastischen Ensemble wirkt einfach unglaublich erfrischend. Man hat stets das Gefühl drei sehr guten Freunden bei ihren Abenteuern zuzusehen – seltsame Abenteuer, zugegegen, aber vermutlich gerade deshalb so unterhaltsam.

Die Serie ist – wie für HBO typisch – sehr hochwertig produziert und hauptsächlich on location in Brooklyn gedreht, was sie sehr authentisch wirken lässt. Mir haben die 16 leider viel zu knappen Episoden der ersten beiden Staffeln ausgezeichnet gefallen und ich kann es kaum erwarten wieder mit Jonathan Ames, Super Ray und Mr. George Christopher neue Abenteuer zu erleben: 8/10 (8.4) Punkte.

Anmerkung: Mit dieser Serie habe ich erstmals begonnen einzelne Episoden zu bewerten, was vielleicht zu einem nachvollziehbareren Gesamtergebnis führt. Die Punktbewertung der Staffel ergibt sich folglich aus der Schnittmenge der Einzelepisoden. Der genaue, nicht aufgerundete Wert lässt sich in der Klammer finden.

Für immer Shrek – OT: Shrek Forever After

Als Dreamworks 2001 „Shrek“ in die Kinos brachte, war ein neuer Klassiker des Animationsfilms geboren. Knapp 10 Jahre später nahm der grüne Oger mit „Für immer Shrek“ Abschied von der Leinwand. Ob das große Finale besser gelungen ist, als der von vielen Kritikern vernichtend besprochene Vorgänger? Man durfte gespannt sein…

Schon nach den ersten paar Minuten war mir klar: Die Magie ist weitgehend verschwunden. Bereits „Shrek der Dritte“ – der mir immerhin besser gefiel, als den meisten Zuschauern – hatte viel vom anarchischen Zauber der Vorgänger eingebüßt. Das beinahe schon satirische Märchenreich des Ogers wurde zu dem, was es selbst einmal durch den Kakao gezogen hat: Eine zuckersüße Bonbonwelt mit klischeehaften Charakteren und einer nur netten Geschichte.

Trotz des fehlenden Zaubers, versprach „Für immer Shrek“ zunächst eine immerhin mitreißende Geschichte zu erzählen. Ich liebe Handlungsstränge, die in Paralleluniversen spielen. Alternative Realitäten und so. Dafür bin ich wirklich immer zu haben. Hier jedoch vermisste ich bei diesen Ansatz die knackigen Ideen. Letztendlich wurde abermals die gleiche Geschichte abgespult, nur um am Ende mit einer Holzhammerbotschaft ins letzte Happy End der Reihe zu gehen.

Besonders schade ist, dass der Film eigentlich alle Knöpfe drückt, um ein Erfolg zu werden: Es gibt schöne Reminiszenzen an die ersten Teile, es gibt eine relativ vielversprechende Prämisse und es gibt einen interessanten Bösewicht, der letztendlich leider auch nicht das halten kann, was zunächst versprochen wird. Mir ist es vorgekommen, als wäre dem Film immer kurz vor dem nächsten großen Lacher die Luft ausgegangen. Nicht wirklich schlecht, sogar stets unterhaltsam, aber eben nicht konsequent durchdacht.

Freunde der Reihe werden bestimmt wieder 90 Minuten Spaß mit Shrek, Esel und Co. haben. Ich für meinen Teil habe mich durchaus amüsiert, musste aber immer öfter wehmütig an die wunderbaren Vorgänger denken. Somit bin ich nicht traurig, dass es sich hiermit um den – so hoffe ich zumindest – letzten Teil der Reihe handelt. Man sollte eben aufhören, wenn es am schönsten ist – und nicht erst zwei Filme danach: 6/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (122)

Trotz Wintereinbruch war ich heute einmal wieder laufen. Schnee war letzte Nacht nur vereinzelt auszumachen, doch wer weiß wie lange das noch so bleibt? In letzter Zeit komme ich aufgrund von erhöhtem Arbeitsaufkommen sowieso nur noch einmal pro Woche auf die Piste – und wenigstens dabei soll es auch bleiben.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:26:45
kCal: 357
min/km: 6:22

Aufgrund der frostigen Temperaturen habe ich es heute wieder sehr langsam angehen lassen, aber es war dennoch verdammt kalt. Das Gefühl danach war aber durchwegs positiv, was wohl dem bitter nötigen Ausgleich zum Büroalltag zu verdanken ist. Den Sommer vermisse ich aber jetzt schon…

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1″ am 29. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend hatten wir uns einmal wieder einen Elternabend gegönnt, der uns zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ ins Kino führte. Wie bei jedem Teil der Filmreihe war meine Vorfreude ziemlich groß, wenngleich ich es dieses Mal auch nicht geschafft habe, mir zuvor noch einmal den bzw. die Vorgänger anzuschauen. Spoiler sind zu erwarten.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Um es bereits vorweg zu nehmen: Mir hat der Film großes Vergnügen bereitet. Wie bisher alle Verfilmungen der erfolgreichen und von mir sehr geschätzten Vorlage. Mit dieser Einschätzung stehe ich meist – zumindest unter den Filmbloggern – ziemlich alleine da: Den Cineasten fehlt der künstlerische Anspruch, den Hardcorefans weichen die Filme zu sehr von der Vorlage ab und den Nichtkennern derselben ist die Geschichte zu konfus erzählt. Für mich jedoch funktionieren die Filme als Bebilderung der Geschichte ausgezeichnet. Den Rest füllt mein – zugegebenermaßen lückenhaftes – Gedächtnis auf. Und künstlerischer Anspruch? Mir reicht hier sauberes Handwerk – und das kann man David Yates in seinen Verfilmungen wahrlich nicht absprechen.

Der Film transportiert die dichte Atmosphäre der Vorlage einmal mehr ausgezeichnet. Als ich das Finale der Romanreihe las, begleitete mich stets eine düstere Endzeitstimmung, welche von Yates fabelhaft eingefangen wurde. Auch die Hauptpunkte der Geschichte werden erneut abgearbeitet, wobei sich die Verfilmung einmal mehr auf die Gefühle der Charaktere konzentriert, als jedes Detail ausführlich zu beleuchten. Für viele ein großer Kritikpunkt, für mich jedoch ein ein deutlicher Vorteil, da ich charakterorientiertes Erzählen bevorzuge – die Lücken in der Handlung füllt meine Erinnerung auf, doch die Emotionen werden auf der Leinwand abgebildet. Für mich funktioniert der Film dadurch ausgezeichnet.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirkt die Geschichte viel weniger gehetzt, was der Teilung der Adaption auf zwei Filme zu verdanken ist. Sicherlich wird Warner Bros. hier zunächst einmal Gewinnmaximierung im Fokus gehabt haben, doch kommt die doppelte Laufzeit durchaus auch der Geschichte und besonders den Charakteren zugute. Dabei bleibt der Film so kurzweilig, dass die doch recht ansehnliche Laufzeit wie im Fluge vergangen ist und ich mir im Anschluss sehr gerne noch Teil zwei angesehen hätte. Die Rechnung der Produzenten ist damit wohl aufgegangen und ich werde im Juli erneut im Kino sitzen.

Auf die Handlung des Films werde ich nicht weiter detailiert eingehen, sondern nur noch drei Aspekte ansprechen. Erstens: Warum mussten die Uniformen der bösen Ministeriumsmitarbeiter unbedingt NS-Uniformen nachempfunden sein? Da hätte man sich mehr Gedanken machen können. Zweitens: Die Sterbeszene von Dobby hat ihre Wirkung anscheinend nicht verfehlt, was ich am vermehrten Schluchzen diverser Kinobesucher festmachen konnte. Für eine reine CGI-Figur durchaus beeindruckend. Drittens: Die Umsetzung des Märchens um die drei Brüder ist wahrlich famos gelungen und hat den Film in meinen Augen noch einmal deutlich aufgewertet.

Fazit

Für mich hat David Yates mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ einen wunderbaren Anfang vom Ende der erfolgreichen Fantasybuchreihe geschaffen. In meinen Augen wird der Film der Vorlage durchaus gerecht, wenngleich er natürlich nicht deren Tiefe erreichen kann. Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden und freue mich bereits auf das Finale – sowie darauf danach hoffentlich Zeit für die erneute Sichtung der gesamten Reihe zu finden: 8/10 Punkte.