300 (2007) (WS1)

Nachdem die Fortsetzung „300: Rise of an Empire“ inzwischen schon wieder aus den Kinos verschwunden ist und sich im Heimkino breitgemacht hat, war es für mich an der Zeit mit „300“ noch einmal zu den Ursprüngen der martialischen Fantasy-Geschichtsstunde aufzubrechen. An meine damalige Erstsichtung im Kino habe ich noch gute Erinnerungen und somit war ich gespannt, wie der Film den Test der Zeit überstanden hat…

300 (2006) | © Warner Home Video

300 (2006) | © Warner Home Video

Wie zu erwarten war ich erneut von der audiovisuellen Wucht des Films beeindruckt. Um ehrlich zu sein, dachte ich nach den ersten paar Minuten noch, dass ich den Film damals zu streng bewertet hätte. Irgendwann wurde ich jedoch auch dieses Mal der schönen Bilder überdrüssig und wünschte mir ein wenig Handlung als Abwechslung zu den imposanten Schlachtszenen – und siehe da, die gab es auch. Leider jedoch wirkt der gesamte politische Verschwörungsteil dermaßen dröge und einfältig, dass man sich prompt wieder in die Schlacht zurückwünscht. Puh, glücklicherweise hat der Film hier weiterhin Schauwerte zu bieten. Nur nicht von so etwas wie Handlung ablenken lassen. Cinematisches Fast Food für das Auge.

Da Zack Snyder „300“ völlig überstilisiert und comichaft inszeniert hat, und dabei auch inhaltlich keinen Hehl daraus macht, einfach nur ein unterhaltsamer Comicfilm sein zu wollen, kann ich auch nach dieser zweiten Sichtung die Debatte nicht nachvollziehen, die um den Film aufgemacht wurde. Als Ex-Zivi (so etwas kennt man ja heute nicht mehr), kann ich mich ohnehin nicht in die Gedankenwelt des militärischen Drills und Aufopferns einfühlen, doch selbst wenn man für so etwas empfänglich ist, muss einem doch klar sein, dass dieses Macho-Sparta nichts weiter als eine männliche Power-Fantasy ist. Da gibt es wahrlich wichtigere Diskussionen, die man führen sollte.

Letztendlich bleibt „300“ auch beim zweiten Mal ein unglaublich gut aussehender Film, in dem Zack Snyder wirklich zeigen konnte, dass er eine visuelle Sprache besitzt und diese auch einzusetzen weiß: Die Bilder sind zurecht in die Kinogeschichte eingegangen. Der Film macht Spaß, aber nicht satt. Inhaltlich ist er leider recht schwach auf der Brust und auch emotional weiß er nicht mitzureißen; Kino ist allerdings ein visuelles Medium – und dieses weiß „300“ bis zur Perfektion auszunutzen: 7/10 Punkte.

Blogparade: Halloween

Drei Tage vor dem 31. Oktober lädt mich olivesunshine91 von pieces of emotions tatsächlich zu einer Blogparade zum Thema Halloween ein. Normalerweise beginnen so Horrorfilme, weshalb ich die Einladung auch lieber einmal annehme…

1. Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?
Das Tür-zu-Tür-Drama bräuchte ich nicht. Es wirkt hierzulande furchtbar aufgesetzt und wird zudem hauptsächlich von Halbstarken missbraucht, um Krawall zu machen. Insofern doofes Ami-Plastik-Grusel-Gedöns. Die Atmosphäre an Halloween mag ich allerdings schon, zumal der Tag gerade dazu einlädt abends einen schönen Gruselfilm zu schauen.

2. Feierst du Halloween und wenn ja, wie?
Vor den Kindern war Halloween bei uns immer ein kleines Ereignis. Freunde kamen zum Videoabend und es gab ein paar richtig schöne Horrorfilme. Das habe ich sehr gemocht, ist inzwischen aber schon lange her…

3. Was ist dein Lieblingskostüm?
Ich verkleide mich nicht gern; wenn dann wäre es bestimmt etwas mit Filmbezug.

4. Was war dein Kindheitsmonster?
Gmork aus „Die unendliche Geschichte“ dürfte mir wohl am meisten Angst gemacht haben. Mit 14 hatte ich dann die erste Begegnung mit Ridley Scotts „Alien“ – und diese hat mich wahrlich nachhaltig geprägt.

5. Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an?
Ich weiß nicht, ob es unter Aberglaube fällt, doch glaube ich an Karma. Vielleicht bin ich deshalb so ein netter Kerl.

6. Glaubst du an Geister?
Daran glauben wäre wohl zu stark ausgedrückt; ganz ausschließen möchte ich es aber nicht.

7. Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: „Ich hätte gerade sterben können?“
Dieser Gedanke kommt mir beim täglichen Pendeln im Berufsverkehr durchaus öfter. Vor ca. 6 Jahren hatte ich zudem ein Erlebnis, das mich noch lange Zeit verfolgt hat. Glücklicherweise ist es glimpflich ausgegangen, doch wirkt es immer noch nach…

8. In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?
Seit ich in den letzten fünf Jahre mit meiner Oma und meinem Vater zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren habe, ist der Tod ein ständiger Begleiter. Auch unser Zappelinchen fragt immer öfter nach dem Sterben und wo die Leute danach denn sind. Das ist gar nicht so einfach zu erklären, verstehe ich es doch selbst nicht…

9. Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht „Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele“. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?
1000 Euro? Ich bitte dich! Meine exquisite Seele (Karma, siehe Frage 5) kann man doch nicht mit lumpigen 1000 Euro kaufen. Häng‘ mal noch sechs Nullen dran und wir können drüber reden… 😉

Ich nominiere:

Damages – Season 4

Nach längerer Pause habe ich mich über die letzten Wochen (fast schon Monate) verteilt immer wieder „Damages – Season 4“ zugewandt. Nachdem mich die erste Staffel des seriell erzählten Anwaltsdramas wirklich gepackt hatte, stellte sich während des dritten Jahres bereits Routine ein – somit war ich gespannt, ob der zeitliche Abstand und der Senderwechsel der Serie gut getan haben…

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Zunächst einmal die negativen Aspekte: Zu Beginn der Staffel war ich wirklich erschrocken wie billig die Serie wirkt. Man merkt das geschrumpfte Budget in nahezu jeder Einstellung: Licht, Drehorte, Sets – alles wirkt teils wie in einer Vorabendserie. Es gibt auch kaum noch Außenaufnahmen mit komplexeren Kamerabewegungen und die Anzahl der Schauplätze hat sich drastisch reduziert. Dadurch wirkt die Serie viel statischer, was auch der Atmosphäre abträglich ist.

Die Handlungs ist durchaus interessant, wenngleich auch zu wenig aus dem Thema gemacht wird. Mit John Goodman hat man einen weiteren famosen Gegenspieler für Glenn Close gefunden, wenngleich beide auch zu wenig Screentime besitzen. Auch wenn bereits die dritte Staffel nicht mehr großartig, sondern nur noch sehr gut war, so ist im vierten Jahr leider ein weiterer Qualitätseinbruch festzustellen.

Vermutlich sollte ich der Serie ihre budgetbedingten Schwächen nicht zu sehr anlasten, doch kann ich auch solche Elemente nur schwer ausblenden. Hinzu kommt ein durchaus routiniert erzählter Fall, der allerdings zu sehr in die persönliche Ebene geht und zu wenig aus der Vogelperspektive betrachtet – größere Themen, was z.B. die Rolle von privaten Militärunternehmen im Auslandseinsatz, werden leider nur am Rande behandelt. Das alles ist nicht schlecht, lässt „Damages“ im vierten Jahr allerings auch in der Maße der nur noch guten Shows verschwinden: 7/10 (7.0) Punkte.

Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit (2006)

Heute habe ich einmal wieder einen Film nachgeholt, der mich schon seit Jahren reizt. Tony Scotts „Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit“ hat inzwischen schon unglaubliche 8 Jahre auf dem Buckel – mir kommt es allerdings so vor, als hätte ich ihn erst gestern im Kino verpasst. Zeitwahrnehmung ist eben sehr subjektiv, was der Film auch inhaltlich am laufenden Band beweist…

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Den Trailer hatte ich über die letzten Jahre verteilt öfter gesehen. Insofern wusste ich von dem Zeitreisethematik – und war deshalb wohl auch so erstaunt, dass das Thema erst relativ spät im Film aufgegriffen wird. Die Jerry Bruckheimer-Produktion strahlt Hochglanz aus jeder Pore bzw. jedem einzelnen digitalen Filmkorn aus, allerdings auf die sympathische Art und Weise der 2000er Jahre. Irgendwo zwischen hypermodern und schon ein wenig veraltet. Inzwischen mag ich das. Denzel Washington macht sich wie immer gut und New Orleans kurz nach Hurrikan Katrina bietet ein interessantes Setting für diesen ungewöhnlichen Sci-Fi-Thriller.

Was Zeitreisegeschichten angeht, so bin ich wohl am stärksten von den Regeln fasziniert, die unterschiedliche Filme aufstellen. Anfangs versucht „Déjà Vu“ noch den ganz wissenschaftlichen Weg zu gehen: Man blickt gar nicht in die Vergangenheit, sondern sieht nur eine 3D-Rekonstruktion. Natürlich ist dies auf die dargestellte Art und Weise nicht möglich, der Kern der 3D-Rekonstruktion aus 2D-Fotos bzw. -Videobildern wird jedoch bereits heute durchgeführt – der Film zeigt uns nur die übernächste Stufe. Als jemand, der mit dem Thema ein wenig vertraut ist, war dies ein wahrlich interessanter Versuch den Blick in die Vergangenheit tatsächlich einigermaßen glaubwürdig zu erklären. Kurz darauf packt Val Kilmer (leider nur in einer kleinen Nebenrolle) allerdings das Wurmloch aus und wir befinden uns in einem klassischen Zeitreisefilm.

Rein audiovisuell hat Tony Scott auch in „Déjà Vu“ alle Register gezogen, ohne jedoch in den Stakkato-Schnitt zu verfallen, wofür seine letzten Filme (z.B. „Domino“) berühmt und berüchtigt waren. Inhaltlich muss man, wie es für das Genre üblich ist, eine gesunde Portion Suspension of Disbelief aufbringen, was mir allerdings nicht schwer gefallen ist. Der emotionale Kern des Thrillers, die angedeutete Liebesgeschichte, hatte mich ebenfalls voll auf seiner Seite. Insgesamt bin ich wirklich zufrieden mit dem Film, der mich ein wenig an „Frequency“ (ebenfalls mit Jim Caviezel) und „Source Code“ erinnerte. Für Fans von Zeitreisegeschichten wirklich bestens geeignet: 8/10 Punkte.

Media Monday #174

Trotz Krankheit und dickem Schädel, schlage ich mir die Nacht des ersten Urlaubstages um die Ohren, um die Fragen des Medienjournals zu beantworten. Zum Schlafen wäre ich sowieso noch zu aufgekratzt, da ich erst das Finale der fantastischen Serie „True Detective“ verarbeiten muss. Insofern drückt mir die Daumen, dass meine Kinder morgen ein wenig länger schlafen – und viel Spaß mit meinen Antworten zum 174. Media Monday!

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  1. In jedem Film, der in Washington, D.C. spielt, sieht man die typischen Wahrzeichen. Können die nicht mal stattdessen [Nein, können sie nicht! Schließlich schaue ich ja gerade deshalb viele Filme, die in der US-Hauptstadt spielen: weil dann Erinnerungen meine Hochzeitsreise wach werden – und das soll auch so bleiben!].
  2. Ewan McGregor zählt zu meinen liebsten Schauspielern, spätestens seit seiner Rolle als tragisch liebender Schriftsteller Christian in Baz Luhrmans „Moulin Rouge“.
  3. Diese Bundesliga ist auch wieder so ein Hype, dem ich nichts abgewinnen kann, denn wer soll sich wirklich ernsthaft für so etwas interessieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass darüber in ein paar Monaten noch jemand redet…
  4. Hingegen für Filme und Serien jeder Art bin ich Feuer und Flamme, bekomme nicht genug davon und verbringe hier viel zuviel Zeit damit über meine Sichtungen zu schreiben.
  5. Im direkten Vergleich zu früheren Filmepochen sind die in den letzten Jahren entstandenen Filme oft ein wenig herzlos.
  6. Den Podcast Second Unit kann ich nur jedem empfehlen, der gerne Filme analytisch betrachtet, denn Christian und Tamino gehen oft sehr ins Detail, was zwar nicht immer meiner Meinung entspricht, aber sehr fundiert und logisch begründet ist – für weitere Empfehlungen, schaut doch mal in meine Sidebar unter Podcasts!
  7. Zuletzt gelesen habe ich „Maniac“ von Douglas Preston und Lincoln Child und das war der dritte Teil der Diogenes-Trilogie, weil in diesem Band die Handlungsfäden rund um den bösen Bruder von Special Agent Pendergast aufgelöst werden.

True Detective – Season 1

Auch wenn ich immer über viel zu wenig Zeit jammere, so habe ich mir dennoch knapp 8 Stunden aus dem Kreuz geleiert, um die HBO-Serie „True Detective – Season 1“ zu schauen. Um ehrlich zu sein führte ja auch kein Weg daran vorbei, wurde man als Serienfreund in den letzten Monaten doch permanent an die Show erinnert – und sei es nur, wie kürzlich, zum Bekanntwerden der Besetzung der neuen Staffel. Ist der Hype also gerechtfertigt?

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Um es kurz zu machen: Ja, „True Detective“ ist eine Ausnahmeserie, die man selbst unter erschwerten Bedingungen sehen sollte – in meinem Fall eben gestreckt über drei Wochen, wenn immer mal ein Stunde zwischen 22 Uhr und Mitternacht Zeit war. Rückblickend betrachtet war dies auch genau der richtige Rhythmus, denn hätte ich mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wäre ich auch gnadenlos dem Binge-Watching, wie man heute neudeutsch sagt, verfallen. Dies bringt mich auch gleich zum ersten Punkt: Überall liest man mit „True Detective“ haben Serien endgültig das Kino überholt und die erste Staffel dieser Anthologie sei wie ein 8-stündiger Kinofilm. Bezieht man sich dabei rein auf die formalen und inszenatorischen Aspekte, mag das auch stimmen. Inhaltlich hat mich Nic Pizzolatto Serie jedoch eher an einen ausgefeilten Kriminalroman erinnert – umso erstaunlicher, dass es sich um eine originäre Geschichte und keine Adaption handelt.

Die Kino-Assoziation hängt natürlich auch mit den beiden Hauptdarstellern Woody Harrelson und Matthew McConaughey zusammen, die beide wahrlich famos spielen. Ich möchte hier besonders Harrelson hervorheben, der besser spielt denn je. Sein Charakter Marty Hart ist mitsamt all seiner Fehler näher am Zuschauer dran, als McConaugheys unnahbarer Rust Cohle, was seine Leistung umso bemerkenswerter macht. McConaughey spielt natürlich ebenso brilliant, doch liest man von seiner Leistung sowieso überall. Der eigentliche Star ist aber ohnehin das Drehbuch, das zwar Klischees des Cop-Dramas aufgreift, jedoch immer neue Wege zwischen Pulp und Horror findet, und seinen Charakteren dabei den Raum gibt sich glaubhaft zu entfalten. „True Detective“ eben; einen besseren Titel hätte man nicht wählen können.

Typisch für HBO ist die Serie sehr ruhig erzählt, lässt uns Zuschauer jedoch mit einer fast schon unheimlichen Regelmäßigkeit an den Rand des Sofas rutschen, da die nächste Abzweigung in die menschlichen Abgründe nicht nur unsere Hauptfiguren aus der Bahn wirft. Mit seiner von düsterer Ausweglosigkeit genährten Atmosphäre hat mich „True Detective“ stark an den den mitreißenden und ähnlich ruhig erzählten Thriller „Prisoners“ erinnert. Menschen am Rande der Gesellschaft, das ungreifbare Böse mitten unter uns, Leben die von Horror gezeichnet sind. Starker Tobak, den man sich jedoch nicht entgehen lassen sollte. Vielleicht heißt es schon bald: Leg‘ doch mal das Buch zur Seite und schau einmal wieder eine richtig gute Serie! Mal sehen, ob das Konzept in der geplanten zweiten Staffel der Anthologie-Serie ebenso famos aufgeht: 10/10 (9.5) Punkte.

 

Jahr 2022… die überleben wollen – OT: Soylent Green (1973)

Zurzeit wird die gesamte Familie von einer fiesen Erkältung gequält – allein unser Zappelinchen hält sich noch wacker. Dafür sind Mama und Papa zu fast nichts mehr zu gebrauchen, weshalb wir den heutigen Tag auch mit anspruchsloser Unterhaltung ausklingen lassen wollten. Trotz dieses Vorsatzes ist die Wahl auf „Jahr 2022… die überleben wollen“ gefallen, der besser unter seinem Originaltitel „Soylent Green“ bekannt ist. Also doch Anspruch mit einem der großen Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Puh, fast schon anstrengend…

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Mit „Soylent Green“ verbinde ich seelige Erinnerungen an durchwachte Fernsehnächte während meiner Zivildienstzeit. Zusammen mit „Logan’s Run“, „THX 1138“ und „Rollerball“ gehört er für mich zu den großen dystpopischen Sci-Fi-Klassikern dieser Zeit. Hinzu kommt die große popkulturelle Komponente des titelgebenden Nahrungsersatzmittels, welches in unzähligen TV-Serien (z.B. „Die Simpsons“ oder „Futurama“) oder aktuellen Kinofilmen (z.B. „Cloud Atlas“) referenziert wird. Damit spielt „Jahr 2022… die überleben wollen“ auch in einer Liga mit einem anderen großen Charlton-Heston-Klassiker, nämlich „Planet der Affen“, dessen Pointe ebenfalls zu den meistzitierten Wendungen der Popkultur gehören dürfte.

Auch wenn Richard Fleischers Film nach über 40 Jahren nicht mehr allzu frisch aussieht, so hat er doch keinesfalls etwas von seiner Faszination eingebüßt. Die Dystopie wird greifbar und das Setting ist in der heutigen Zeit aktueller denn je: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird hier so plakativ dargestellt wie nur selten. Die eingewobene Kriminalgeschichte ist spannend und führt zu einem Finale, das immer noch zu schockieren weiß. Auch emotional weiß „Soylent Green“ durch die ebenfalls oft zitierte zentrale Szene um Sol Roth (Edward G. Robinson in seiner letzten Rolle) mitzureißen. Überhaupt ist das ungleiche Duo Heston und Robinson großartig!

Wer auch nur ein wenig für das dystopische Sci-Fi-Kino der 60er bis 80er Jahre übrig hat, der hat „Jahr 2022… die überleben wollen“ bestimmt schon mehr als einmal gesehen. Wenn er euch bisher allerdings durch die Lappen gegangen ist, dann bitte anschauen – und die Chance ergreifen einen Genreklassiker neu für euch entdecken zu können: 8/10 Punkte.

Maniac (Douglas Preston/Lincoln Child)

maniac_preston_childNachdem ich mich in den letzten Jahren nahezu ausschließlich mit George R. R. Martins „A Song of Ice and Fire“ beschäftigt hatte, bin ich mit „Maniac“ zu einer altbekannten Romanreihe zurückgekehrt. Das Autorenduo  Douglas Preston und Lincoln Child beenden mit diesem Band ihre sogenannte Diogenes-Trilogie, welche mich mit den beiden Vorgängern „Burn Case“ und „Dark Secret“ bereits bestens zu unterhalten wusste.

Leider sind seit dem Lesen des letzten Bandes bereits drei Jahre vergangen, was mir so einige Zusammenhänge doch eher im Unklaren ließ. Dies ist besonders schade, da auch „Maniac“ wieder stark Bezug auf die anderen Bücher des Autorenduos nimmt. Die erste Romanhälfte hat mich zudem stark an den Klassiker „Relic“ bzw. dessen Verfilmung erinnert, da auch dieses Mal wieder eine Ausstellungseröffnung im American Museum of Natural History im Mittelpunkt stand, die von ungewöhnlichen Ereignissen begleitet wird.

Die starke Konzentration auf die Beziehung zwischen Aloysius und Diogenes Pendergast hat durchaus ihre Momente, wirkt aber teils auch etwas gewollt. Weiterhin schwebt die Geschichte erneut irgendwo zwischen Mystery und Kriminalfall, was ich durchaus begrüße. Dennoch fehlte mir dieses Mal der Wissenschaftsthriller-Anteil, der in den ersten Büchern des Autorenduos noch stärker vorherrschte.

Insgesamt bildet „Maniac“ einen schönen Abschluss der Diogenes-Trilogie, wenngleich sich der Roman qualitativ eher im Mittelfeld der gesamten Reihe befindet. Ich hatte meinen Spaß damit und werde irgendwann bestimmt auch in den Nachfolger „Darkness“ reinlesen, der bei uns schon im Bücherregal wartet: 7/10 Punkte.

One Lovely Blog Award

Mich hat bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Blog Award erreicht. Wow! Dieses mal hat mich die tanzende Mama vom Babykeks Blog mit dem „One Lovely Blog Award“ beworfen (beworfen, weil es eben doch irgendwie ein Stöckchen ist) und möchte im Gegenzug 7 Fakten von mir wissen. Na, ob das so eine gute Idee ist… 😀

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Dann also mal los – lüften wir 7 Geheimnisse über den mysteriösen bullion. Treue Leser werden merken, dass ähnliche Geheimnisse bereits vor über 7 Jahren gelüftet wurden – jetzt natürlich in der aktualisierten Fassung:

  1. Mir fällt zu beinahe jeder Gegebenheit eine unpassende popkulturelle Referenz ein. Da ich inzwischen fast nur noch englische Filme und Serien schaue, handelt es sich natürlich auch um englischsprachige Zitate – und damit komme ich in meinem Umfeld meist nicht weit, tja…
  2. Bis ins Teenageralter habe mit größtem Vergnügen Disney-Comics gelesen, am liebsten die “Lustiges Taschenbuch”-Reihe. Die heute so angesagten Superhelden-Comics aus dem Hause Marvel bzw. DC sind dafür komplett an mir vorbeigegangen.
  3. Ich wollte als Kind immer Forscher werden. Am liebsten Meeresbiologe (was wohl meine Affinität zu marinen Themen in Film und Literatur erklärt). Und was ist daraus geworden? Ein Social-Marketing-IT-Kommunikateur mit Wurzeln in 3D, Design, Film und Projektmanagement. Puh.
  4. In der Schulzeit war ich stets der Größte in der Klasse. So rein von der Länge. Ich habe das nie so toll gefunden, wie ich es – diversen Aussagen nach – hätte finden müssen. Heute kann ich meine Größe meist bei hohen Schränken ausspielen. Anscheinend bin ich praktischer als eine Leiter. Aha.
  5. Früher habe ich das Pen-&-Paper-Rollenspiel „Shadowrun“ gespielt. Das klingt nun viel nerdiger, als es eigentlich war. Mit den Kämpfen, Würfeln, Attributen etc. konnte ich auch nie wirklich viel anfangen. Ich fand es dagegen toll, dass man sich Geschichten ausdenken konnte. Vielleicht habe ich mich deshalb auch an einem Roman mit Cyberpunk-Setting versucht…
  6. Meinen ersten bewussten Albtraum hatte ich nach einer Episode „Tom & Jerry“: Tom wurde vom Teufel in die Hölle gezogen. Schrecklich. Glaubt man meiner Mutter, war das auch für sie eine äußerst unruhige Nacht. Danach war Fernsehen erst einmal tabu – wie ihr seht, war dies aber nicht von Dauer.
  7. Im Schulsport gab es für mich nichts Schlimmeres als Waldlauf. Was habe ich das gehasst. Das war sogar noch schlimmer als der Cooper-Test – und das mag etwas heißen. Heute dagegen kann ich nur darüber lachen und würde meinem jüngeren Ich nur zu gerne von den 12 Kilometern erzählen, die ich inzwischen recht locker laufe. Schon komisch wie sich manche Dinge ändern…

Spielregeln:

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat
  • Blogge die Spielregeln und präsentiere den Award
  • Veröffentliche 7 Fakten über dich
  • Nominiere 7 andere Blogger

Die Nominierten (dieses Mal nur Bloggerinnen):

Disclaimer:

Auch bei diesem Award habe ich ein paar meiner Lieblingsblogs ganz bewusst ausgeklammert, da ich weiß, dass die Damen und Herren Autoren bei so etwas gar nicht erst mitmachen würden. Wer doch gerne mitgemacht hätte – meldet euch, dann seid ihr beim nächsten Award dabei! 🙂

Media Monday #173

Nach einem herrlich sonnigen Herbstwochenende, war dieser fies verregnete Montag fast schon deprimierend – glücklicherweise sorgen die Fragen des Medienjournals für Ablenkung. Wollt ihr auch dem Grau in Grau entfliehen? Dann beteiligt euch an eifrigen Diskussionen rund um Filme, Serien und Co.

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  1. Nicht zum ersten Mal habe ich der Serienfigur Joffrey Baratheon den Tod gewünscht, weil die Autoren der TV-Serie „Game of Thrones“ ihn (noch stärker als George R. R. Martin) eben auch so angelegt haben – dies ist umso erschreckender, da es sich um ein Kind handelt.
  2. John Carpenter habe ich früher echt gemocht, aber seine neue(re)n Filme seit „Ghosts of Mars“ lassen den Charme und die Qualität vermissen, die ihn einst ausgezeichnet haben.
  3. Die erste Hälfte von „From Dusk Till Dawn“ zog einen so gravierenden stilistischen Bruch nach sich, dass der Film binnen kürzester Zeit zum Kultklassiker avancierte.
  4. Aus „Königreich der Himmel“ wurde im Extended/Directors Cut ein ganz anderer Film, denn er wurde erst mit der verlängerten Fassung (immerhin über 45 Minuten; siehe Schnittbericht) zu dem Epos, das der Geschichte auch gerecht wird.
  5. „American Horror Story“ hat mich ja thematisch sehr gereizt, allerdings würde ich die Serie nervlich wohl nicht durchstehen, denn so sehr ich Horrorgeschichten mag, so wenig bin ich letztendlich dafür gemacht.
  6. Dank Inishmores Blog bin ich überhaupt erst auf unzählige Serien aufmerksam geworden. Zum Glück, denn sonst wären mir einige tolle Stunden verwehrt geblieben – also mal reinschauen bei seinen regelmäßigen Serienchecks!
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Hot Tub Time Machine“ und das war ein wirklich unterhaltsamer Schwachsinn, weil der Film gelungen das Thema Zeitreise mit völlig hanebüchener Komödie verbindet.