Media Monday #186

Nach einem anstrengenden aber schönen Wochenende, inklusive Puppentheater und Kinderfasching, war der Start in die neue Woche ein wenig holprig bzw. anstrengend. Zum Glück bieten die Fragen des Medienjournals ein wenig Zerstreuung und lenken vom stagnierenden Hausbau und weiteren nicht so lustigen Themen ab…

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  1. Arnold Schwarzenegger ist ja mittlerweile echt in die Jahre gekommen, dennoch werde ich nicht müde mir seine Werke anzuschauen, denn er hat mit Filmen wie „Total Recall“ meine Jugend geprägt – meist kommen jedoch nur müde Versuche wie „Escape Plan“ dabei heraus.
  2. Die Oscar-Nominierungen sind da! Thema oder eher nicht und wieso? Seid ihr, so es euch denn interessiert, zufrieden oder könnt ihr euch gar nicht mit den Nominierungen anfreunden?
    Ich habe zwar Listen gesehen, doch mich nicht näher damit befasst. Falls der Film Nominierungen in den wichtigen Kategorien erhalten hat, würde ich mich über Auszeichnungen für „Boyhood“ freuen!
  3. Star Wars oder Star Trek und warum?
    Eigentlich beides, doch wenn ich mich entscheiden müsste, dann wohl „Star Wars“, weil die Filme meine Jugend stark geprägt haben. Heute ist es eigentlich egal, da beide Franchises in den Händen von J. J. Abrams sind und sich auch stilistisch immer mehr annähern werden.
  4. Größter Fehlgriff in den letzten Monaten war für mich das Mediabook zu „Invasion vom Mars“, das leider für den Preis wirklich schlecht verarbeitet ist. Die Qualität der Blu-ray ist dagegen klasse, wofür aber auch die Standardausgabe gereicht hätte…
  5. Eine regelrecht tragische Figur, die sich in jeder Szene mehr um Kopf und Kragen redet, ist Jerry Lundegaard (William H. Macy) aus dem wunderbaren „Fargo“ der Coen-Brüder.
  6. Die dämlichste Plattitüde findet sich garantiert auf einem DVD-Cover und liest sich so ähnlich: Von dem Assistenten des Beleuchters des Kameramanns der Second Unit von „x-beliebiger Erfolgsfilm“.
  7. Zuletzt gesehen habe ich den frischgebackenen Golden Globe-Gewinner „Boyhood“ und das war ein gar wunderbares Filmerlebnis, weil Regisseur Richard Linklater damit den ultimativen Coming-of-Age-Film geschaffen hat.

Run, Fatboy, Run (320)

Auch wenn ich mir die Nacht mit Bloggen um die Ohren geschlagen habe, so war ich dank meiner lieben Kinder schon wieder früh auf den Beinen – und da der heutige Nachmittag bereits mit wortwörtlichem Kinderfasching verplant ist, habe ich mich sogleich aufgemacht und bin laufen gegangen. Nachdem sich der Frühnebel verzogen hatte, ließ sich auch die Sonne blicken, was für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgte. Der Januar lässt sich bisher gar nicht so schlecht an…

Distance: 7.58 km
Duration: 00:45:15
Avg Speed: 10.05 km/h
Avg Pace: 5:58 min/km
Energy: 606 kcal

Was die Zeit angeht, so bin ich sehr zufrieden. Speziell wenn ich die lange Laufpause bedenke, so hätte ich nicht gedacht, dass es mir gelingt meinen Schnitt so schnell wieder auf unter 6 min/km zu heben. Das nächste Ziel ist ganz klar wieder einmal die 10 Kilometer anzupacken, doch das wird wohl erst kommendes Wochenende möglich sein. Immerhin kann ich heute Nachmittag nun guten Gewissens ein paar Krapfen verdrücken… 😉

Im Ohr: Radio Nukular – Episode 9: Nukular 64 – der, die, das

Boyhood (2014)

Es gibt wohl kaum einen Film, auf den ich in letzter Zeit so heiß war – und das nicht erst seit dem Gewinn des Golden Globes. Schon als ich zum ersten Mal von Richard Linklaters „Boyhood“ las, war ich fasziniert. Nicht nur liebe ich Coming-of-Age-Geschichten, ich weiß seit dem grandiosen „Dazed and Confused“ auch, dass Linklater ein Händchen dafür hat. Zudem hat mich natürlich die ungewöhnliche Produktionsphase fasziniert. Konnte der Film meinen Erwartungen letztendlich gerecht werden?

boyhood

Die Sichtung ist gerade ein paar Minuten vorbei und Arcade Fires „Deep Blue“ hat mich sanft aus dem Film entlassen. Nun sitze ich da und frage mich: ‚War es das?‘ Nicht, weil ich mir etwas anderes erwartet hatte, sondern weil ich gerne mehr gesehen hätte. Noch mehr. Selbst nach langen 165 Minuten habe ich das Gefühl gerne mehr von den unterschiedlichen Stationen dieses Lebens sehe zu wollen. Mason weiter dabei zu begleiten aufzuwachsen, denn erwachsen ist er noch lange nicht. Richard Linklater hat uns über 12 Jahre am Leben dieses Jungen, dieser Familie teilhaben lassen – und der Abschied schmerzt. Ein schöneres Kompliment kann es wohl nicht geben, selbst wenn die Kunst des Auslassens wohl bewusst von Linklater inszeniert wurde…

Anders als zunächst von mir vermutet, zeigt der Regisseur eben nicht alle typischen Stationen des Erwachsenwerdens: kein erstes Mal Alkohol, kein erster Kuss, kein erster Todesfall. Durch diese bewussten Auslassungen lässt uns Linklater diese Lücken selbst auffüllen und verknüpft „Boyhood“ mit unseren eigenen Erinnerungen. Ähnlich funktioniert auch der Soundtrack des Films, der bekannte Songs der jeweiligen Zeit oft nur ein paar Sekunden lang anspielt – und uns Zuschauer den kompletten Song selbst ergänzen lässt. Das Kaleidoskop der tatsächlich gezeigten Szenen reicht von trivial bis bedeutsam und zieht uns Stück für Stück in Masons Leben hinein.

Ich habe schon viel über „Boyhood“ gelesen. Meist waren es überaus positive Besprechen, einige Zuschauer bemängelten jedoch auch, dass der Film keine stringente Handlung habe und nichts passieren würde. Es gibt tatsächlich wenig Action im Sinne von körperlich ausgeführten Handlungen, dafür viele Gespräche und Stimmungen. Hier erinnert das Drama stark an ein anderes filmisches Experiment Linklaters, die „Before…“-Trilogie, in der der Regisseur eine Liebesgeschichte in drei Teilen über 18 Jahre erzählt. Wenn man diese mag, wird man wohl auch seine Freude an „Boyhood“ haben. Ich würde behaupten diese Art von Film Film ist eben einfach Typsache.

Auch wenn es letztendlich nur eine Formalie ist, so muss ich Linklater und seinem Team doch Respekt für die Ausdauer zollen. Speziell in der heutigen Zeit, in der es jeder gewohnt ist, sofort Feedback zu erhalten, muss es ein wahrer Kraftakt gewesen sein, 12 Jahre zu drehen – und das über weite Strecken ohne jegliche Rückmeldung aus der Öffentlichkeit. Auch wenn einige diese 12 Jahre Drehzeit als Gimmick sehen, so bin ich überzeugt davon, dass „Boyhood“ nur dadurch die in jeder Szene spürbare Kraft entfalten konnte. Schade, dass es auf der aktuellen Blu-ray keinerlei Hintergrundinformationen gibt, würde mich doch brennend interessieren, aus wieviel Material Linklater letztendlich die finale Schnittfassung destilliert hat.

Die Besprechung ist nun länger geworden, als ich um diese Uhrzeit eigentlich geplant hatte. Noch etwas, das für den Film spricht. Auch wenn er dramaturgisch vielleicht genauso wenig perfekt ist, wie das Leben, das er abzubilden versucht, so lässt er uns Zuschauer doch an einem großen Entstehungsprozess teilhaben, den er emotional perfekt einfängt: dem Erwachsenwerden. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass ich gerne mehr mit Mason verbracht hätte. Ich möchte den Film nach dieser ersten Sichtung noch nicht zum Lieblingsfilm erklären, doch viel fehlt wahrlich nicht: 10/10 Punkte.

Fargo (1996)

Während alle Welt über den Golden Globe-Gewinner „Fargo“ berichtet, habe ich mir heute einmal wieder den zugrunde liegenden Film der Coen-Brüder angesehen. Ihr 1996er „Fargo“ begleitet mich schon seit etlichen Jahren – und auch diese inzwischen bestimmt schon dritte oder vierte Sichtung war ein großes Vergnügen…

fargo_1996

Manchmal ist es schon seltsam, wie die eigene Erinnerung in Bezug auf Filme funktioniert. Ich hätte schwören können, der Film beginnt mit Marge und Norm Gunderson im Bett, dann der Anruf und die Fahrt zum Tatort. Tatsächlich lernen wir Marge erst nach über einer halben Stunde kennen. Auch hatte ich keinen so geradlinigen Film in Erinnerung und hatte vermutet, dass alle vorherigen Geschehnisse erst während der Ermittlungen in Flashbacks aufgelöst werden. Wirklich seltsam. Trotz meiner verschobenen Wahrnehmung was die Chronologie angeht, waren mir die einzelnen Szenen jedoch noch bestens im Gedächtnis – und was für Szenen das sind!

„Fargo“ ist bestimmt einer der zugänglichsten Filme der Coen-Brüder. Man erlebt eine ziemlich geradlinige Kriminalgeschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht wirklich wunderbar geschrieben ist. Viele Coen-Welten wirken extrem artifiziell und satirisch. Auch in „Fargo“ sind die Charaktere überzeichnet und erinnern oft eher an Karikaturen, als an echte Personen, doch weit nicht so extrem wie, zum Beispiel, in „Barton Fink“ oder „Burn After Reading“. Speziell Marge Gunderson, gespielt von der großartigen Frances McDormand, bietet eine gewisse Erdung, die man als Besucher dieser seltsamen Zwischenwelt gerne annimmt.

Überhaupt diese Charaktere und ihre Schauspieler! William H. Macy endlich in einer Hauptrolle, die er gar wunderbar trägt. Die geheimen Stars des Films sind jedoch Steve Buscemi und Peter Stormare als ungleiches Gangsterduo, das sowohl für die lustigsten als auch schockierendsten Szenen des Films sorgt. Dieses Ungleichgewicht aus Humor und exzessiver Gewalt in der hypnotisch weißen Landschaft hat zudem ein eigenes Subgenre geprägt: Filme wie „Ein einfacher Plan“ oder „The Big White“ kombinieren ebenfalls schwarzhumorige Gangstergeschichten mit typischen Alltagsfiguren und übernehmen dabei das Setting im ewigen Schnee.

Obwohl mir die Geschichte, abseits ihrer genauen Reihenfolge, noch im Detail bekannt war, hat mich „Fargo“ abermals wahnsinnig gut unterhalten. Ich muss auch die neu abgetastete Blu-ray von MGM/20th Century Fox lobend erwähnen, die den Film aussehen lässt, als wäre er erst gestern gedreht worden – mit Filmkorn und allem. Großartig! Für mich ein Kleinod des Coen-Universums, das man sich tatsächlich immer wieder anschauen kann. Nun bin ich umso gespannter auf die zugehörige TV-Serie: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (319)

Nachdem ich gestern gegen meinen wunderbar einfachen Diätplan – Süßigkeiten, Knabbereien und Alkohol nur am Wochenende – in allen drei Disziplinen(!) verstoßen hatte, musste ich heute einfach einen Lauf gegen das schlechte Gewissen einschieben. Es war stockdunkel, hat glücklicherweise nur ein wenig genieselt, dafür ging ein heftiger Wind. Und 2 Minuten nachdem ich wieder zu Hause angekommen war, sah es draußen so aus:

schneesturm

Distance: 5.60 km
Duration: 00:33:15
Avg Speed: 10.1 km/h
Avg Pace: 5:56 min/km
Energy: 447 kcal

Den Schneesturm hatte ich somit knapp verpasst. Puh! Das wäre nicht lustig gewesen. Mein GPS wollte auf dem letzten Kilometer auch nicht mehr so recht, weshalb ich den Lauf manuell anpassen musste. Vermutlich die dichten Wolken. Ansonsten ging es recht entspannt von der Sohle, was mich trotz der nur kurzen Strecke gefreut hat. Ein paar Bedenken hatte ich aufgrund meiner Schienbeine, da ich es beim letzten Lauf wohl ein wenig übertrieben hatte – kein Wunder nach der langen Trainingspause! Letztendlich war aber auch das kein Problem. Mal sehen, wie es sich morgen anfühlt… 😉

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 6: Das literarische Duett

Media Monday #185

Nach einem äußerst stürmischen Wochenende, an dem mir die Zeit nur so wie Sand zwischen den Fingern zerronnen ist, startete die neue Woche wieder unter Volldampf – und dazu gehört es natürlich auch, die Fragen des Medienjournals zu beantworten. Wie habt ihr die erste volle Woche im neuen Jahr verbracht?

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  1. Das neue Jahr fing ja schon mal schlecht (alternativ: gut) an in punkto Medien, schließlich gab es einen Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ – mehr möchte ich auch gar nicht zu diesem traurigen Ereignis schreiben.
  2. Arnold Schwarzenegger hat zwar nur immer ein und denselben Gesichtsausdruck im Repertoire, aber dieser funktioniert in den meisten seiner Filme, wie z.B. den erst am Wochenende wieder einmal gesehenen „Total Recall: Die totale Erinnerung“, wahrlich famos.
  3. Keine zwei Stunden, nachdem dieser Media Monday online gegangen ist, beginnen die Golden Globe Verleihungen. Spannend, uninteressant, schlicht egal? Wie ist deine Meinung zu derartigen bzw. speziell dieser Veranstaltung(en)?
    Ich bekomme die Gewinner (z.B. ganz aktuell „Boyhood“) so am Rande mit, doch geht die Veranstaltung ansonsten eher an mir vorüber. Schließlich gibt es ja genügend andere Blogs, die darüber berichten und sich auch auf solche Verleihungen spezialisiert haben.
  4. Ein Buch oder Film, das oder den ich nicht bis zum Ende durchgehalten habe, ist „Schattenmond“, die offizielle Roman-Fortsetzung des Fantasy-Klassikers „Willow“.
  5. Benedict Cumberbatch ist sicherlich prädestiniert, den Bösewicht zu spielen, schließlich hat er alleine durch seine Stimme dem Drachen Smaug eine wirklich imposante Aura verliehen – tatsächlich kann er aber wohl alles spielen.
  6. Wenn Chris Pratt nicht seinen großen Durchbruch feiert, dann weiß ich auch nicht, denn nach seinem fantastischen Andy Dwyer in der TV-Serie „Parks and Recreation“ konnte er bereits im Blockbuster „Guardians of the Galaxy“ als Starlord überzeugen und übernimmt nun auch noch in „Jurassic World“ die Heldenrolle.
  7. Zuletzt gelesen habe ich eine Seite unserer aktuellen Gute-Nacht-Geschichte „Pippi Langstrumpf“ und das war wie immer ganz famos, weil ich die Abenteuer von Pippi selbst sehr mag.

Run, Fatboy, Run (318)

Mein erster Lauf im neuen Jahr, mein erster Lauf seit Mitte November – das war vor 7 Wochen! Warum die lange Pause? Ich wurde in nächtlicher Dunkelheit auf dem Weg vom Wohnzimmer in die Küche von einem Hochstuhl attackiert. Meine kleine Zehe blieb bei diesem aussichtslosen Kampf auf der Strecke. Seit ca. einer Woche kann ich wieder größtenteils schmerzfrei laufen und habe das Tapen eingestellt. Zeit also, mich auch einmal wieder in die Laufschuhe zu wagen…

Distance: 6.65 km
Duration: 00:42:49
Avg Speed: 9.32 km/h
Avg Pace: 6:26 min/km
Energy: 545 kcal

Die Zehe hat den Lauf ganz gut verkraftet. Nach ca. der Hälfte habe ich sie ein wenig gespürt, doch insgesamt kein Problem. Puh! Jetzt habe ich keine Ausrede mehr – und das Laufen ist auch bitter nötig, habe ich es mir über die Weihnachtstage doch so gut gehen lassen, dass die Waage unbarmherzig 2 kg mehr anzeigt. Da haben selbst die sporadischen Liegestütze und Sit-ups nicht geholfen, die ich als Ersatz in mein, ähm, Training eingebaut hatte. Nun aber geht es wieder vorwärts: neues Jahr, Vorsätze und so. Dann mal ran!

Im Ohr: Second Unit #137: The Hobbit: The Battle of the Five Armies

Total Recall: Die totale Erinnerung (1990)

Die Frau ist außer Haus, die Kinder schlafen, draußen tobt ein unglaublicher Sturm. Nachdem mir John Carpenters „Die Mächte des Wahnsinns“ bereits während der ersten fünf Minuten zu unheimlich war, habe ich mich mit „Total Recall: Die totale Erinnerung“ für einen längst überfälligen Klassiker entschieden. Nach unzähligen Sichtungen der geschnittenen TV-Version, liegt selbst die letzte Sichtung der damals noch indizierten DVD-Fassung bestimmt 10 Jahre zurück. Wie schlägt sich der Film heute nach all der Zeit?

total_recall_1990

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte ich mir Len Wisemans 2012er Verfilmung der Philip K. Dick-Geschichte angeschaut. Diese bot komplett generische und glattgebügelte Sci-Fi-Action, welche man bereits dutzendfach besser gesehen hatte. Gerade in Anbetracht dieser Tatsache ist es aus heutiger Sicht umso erstaunlicher wie roh, ungeschliffen und mitreißend Paul Verhoeven seine Version vor 25 Jahren inszeniert hat. Auch wenn so mancher Effekt aus heutiger Sicht ein wenig angestaubt wirken mag, so funktionieren die echten Sets und Miniaturen doch ungleich besser, als die komplett digitalen Welten der Neuverfilmung – so gut diese auch aussehen mögen. Nach 5 bis 10 Minuten hatte ich mich an den Look der späten 80er bzw. frühen 90er gewöhnt und wurde wieder von der Geschichte mitgerissen.

Auch wenn ich im Vorfeld dachte, mich nicht mehr an jedes Detail erinnern zu können, so hatten sich doch unglaublich viele Bilder in mein filmisches Gedächtnis eingebrannt. Beinahe jede Szene hat mindestens eine ikonografische Einstellung zu bieten, die sich aus der Popkultur nicht mehr wegdenken lässt. Hinzu kommen unzählige Oneliner (z.B. „Consider this a divorce!“) und eine erstaunlich vielschichtige Handlung. Dabei nimmt sich der Film nicht komplett ernst, rutscht aber auch nicht in platte 80er Jahre Action ab. Paul Verhoeven trifft in „Total Recall“ stets den richtigen Ton und schuf somit einen der ultimativen Unterhaltungsfilme der 80er/90er Jahre.

Was soll ich sagen? „Total Recall“ funktioniert heute noch genauso gut wie damals. Ich beineide nur die heutige Jugend, die den inzwischen mit FSK 16-Freigabe versehenen Film einfach im Supermarkt mitnehmen können, während wir damals die Videotheken nach der ungeschnittenen Fassung abgrasen mussten. Aber vielleicht macht das die Filme dieser Ära heute auch so besonders. Für mich zweifellos einer der besten, wenn nicht sogar der beste Schwarzenegger-Film und auch im Werk Verhoevens ganz vorne mit dabei: 9/10 Punkte.

One Tree Hill – Season 8

Nachdem ich über die Weihnachtszeit vermehrt Filme geschaut habe, hat sich die Sichtung von „One Tree Hill – Season 8“ über knapp einen Monat gezogen. Letztendlich ging es dann doch schneller als gedacht, da die Staffel in ihrem zweiten Drittel ungeahnte Qualitäten offenbarte. Was das im Detail bedeutet, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung.

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Nach der vorangegangenen Staffel hatte ich mit der Serie in meinem Kopf schon weitgehend abgeschlossen. Die Qualität hatte deutlich nachgelassen, doch der Unterhaltungswert war immerhin noch so hoch, dass ich aufgrund der lieb gewonnenen Charaktere und der bereits erworbenen Staffeln mehr aus Gewohnheit dabei geblieben bin. Eine Steigerung hätte ich niemals für möglich gehalten – und doch sollte sich eine solche schon bald abzeichnen: Die Autoren haben es irgendwie geschafft wieder mehr Leichtigkeit in die Serie zu bringen.

Man darf natürlich nicht den Fehler machen zu denken, dass die Serie an die Qualität der ersten vier Staffeln anknüpfen kann oder gar keine hanebüchenen Wendungen mehr besitzen würde – denn diese sind ausgeprägter denn je. Insgesamt empfand ich den Unterhaltungswert jedoch deutlich höher als im letzten Jahr. Durch Episoden wie „The Drinks We Drank Last Night“, „Holding Out for a Hero“ oder „Valentine’s Day Is Over“ haben die Autoren einfach Spaß mit den Charakteren: So erleben die Damen aus Tree Hill z.B. eine weibliche Version von „The Hangover“ oder dürfen à la „Kick-Ass“ Superheldinnen spielen.

Mit der unsäglichen Clip Show „Quiet Little Voices“ und aufgesetzt wirkenden Bezügen zu ehemaligen Hauptfiguren hat die Staffel jedoch einige Bonuspunkte auch wieder zunichte gemacht. Weiterhin hat sich das ursprünglich nette Coming-of-Age-Drama komplett in Richtung Soap Opera verschoben, was sich auch in Sachen Kameraarbeit und Ausleuchtung bemerkbar macht. Dennoch bietet „One Tree Hill“ auch im inzwischen achten Jahr ein paar schön inszenierte und musikalisch nett unterlegte Montagen.

Letztendlich bin ich durchaus zufrieden mit der Entwicklung der Serie, die nach anstrengenden Tagen stets noch genau das richtige Maß an Unterhaltung bietet, ohne dass man allzu aufmerksam sein muss. Auch das kann manchmal sehr angenehm sein. Ich bin mir übrigens sicher, dass das Staffelfinale „This Is My House, This Is My Home“ ursprünglich als Serienfinale geplant war, denn es bildet – trotz einiger aufgesetzter Verweise – einen schönen Rückbezug zur ersten Staffel. Im kommenden Jahr heißt es dann tatsächlich Abschied nehmen – und ich bin wirklich schon gespannt, welches Ende unsere Charaktere letztendlich erwartet: 7/10 (7.4) Punkte.

Media Monday #184

Das letzte Urlaubswochenende neigt sich dem Ende zu und in zwei Tagen wartet der Alltag wieder auf mich. Kaum zu glauben, dass diese besonderen Tage des Jahres auch schon wieder vorbei sind – immerhin habe ich es zu „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ wieder einmal ins Kino geschafft. Was gibt es nun Schöneres als mit den Fragen des Medienjournals wieder in die Normalität zurückzukehren? In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr die Weihnachtszeit gut verbracht habt und gut ins neue Jahr gestartet seid!

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  1. Spätestens wenn „Star Wars: The Force Awakens“ anläuft, wird es mich wieder ins Kino treiben, denn schließlich handelt es sich um den neuen „Star Wars“-Film!
  2. Die Brüder Colin und Greg Strause hätten sich besser nie in einen Regiestuhl gesetzt, schließlich haben sie es mit „Aliens vs. Predator: Requiem“ geschafft, zwei der ikonischsten Filmmonster überhaupt, absolut desaströs zu inszenieren.
  3. Ich glaube, die Schauspieler, von denen ich die meisten Filme kenne, müssten wohl Terence Hill und Bud Spencer sein, denn in meiner Jugend habe ich alle ihre Filme mehrfach gesehen – und ihre Filmografie ist lang!
  4. Gnadenlos unterschätzt, wünsche ich mir ja für das vor uns liegende Jahr, dass es der zweite Teil von „Prometheus“ in die Kinos schafft.
  5. Bettlektüre, U-Bahn-Lektüre, Urlaubslektüre und so weiter und so fort. Ich persönlich lese ja am liebsten am Strand – inzwischen komme ich aber nur noch im Bett dazu.
  6. Jetzt braucht es eigentlich nur noch eine Fortsetzung zu „Zurück in die Zukunft“, ist 2015 schließlich gepflastert mit zweiten, dritten, vierten, fünften, siebten Filmen. Außerdem ist 2015 ja das Jahr in dem „Zurück in die Zukunft II“ spielt – welches Sequel wäre also naheliegender?
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Training Day“ und das war wirklich ein famoser Cop-Thriller, weil er mich stark an die fantastische TV-Serie „The Shield“ erinnerte.