Run, Fatboy, Run (174)

Nun hat uns der Herbst offiziell eingeholt. War ja irgendwie abzusehen. Dennoch war es für mein verwöhntes Läufer-Ich ein kleiner Schock bei gut und gern 20 °C weniger zu starten, als noch beim letzten Lauf. Da waren sie dann auch wieder, die herbstlichen Laufklamotten. Das fertig machen dauert nun wieder gut und gern 10 Minuten länger und es kostet deutlich mehr Überwindung. Wenigstens hat es erst wieder zu regnen begonnen, als ich wieder zurück war.

Distance: 7.32 km
Duration: 00:41:23
Avg Speed: 10.6 km/h
Avg Pace: 5:39 min/km
Energy: 591 kcal

Dafür, dass ich nicht wirklich motiviert war, ist die Zeit ganz in Ordnung. Könnte auf die kurze Distanz aber deutlich besser sein. Ich glaube, um wirklich schneller zu werden, sollte ich doch nach einem Trainingsplan laufen. Doch das verschiebe ich aufs kommende Frühjahr. In der nasskalten Jahreshälfte wird die heutige Strecke wohl auch das Maximum sein, das ich laufe.

Im Ohr: Nerdtalk Episode 223

Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten – OT: Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ am 17. September 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Dank rapide fallender Blu-ray Preise bin ich früher als gedacht in den Genuss des von mir im Kino verpassten „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“ gekommen. Die allgemeinen Kritiken waren ja durchaus gemischt: So gab es einerseits Stimmen, die vom besten Teil seit dem Ursprung der Reihe redeten, andererseits wurde der Film als unnötiges Produkt eines geldgeilen Studios gesehen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen…

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten (2011) | © Walt Disney

Tatsächlich erinnert das vierte Abenteuer um Captain Jack Sparrow wieder eher an den famosen ersten Teil, als an den überladenen Abschluss der ursprünglichen Trilogie. Back to the roots sozusagen. Allerdings merkt man deutlich, dass Regisseur Rob Marshall die Popcornkino-Erfahrung eines Gore Verbinski fehlt. Die Inszenierung wirkt demnach weniger spritzig und um einiges angestaubter, als dies bei den Bombastwerken Verbinskis der Fall war. Hinzu kommt, dass das Drehbuch erzählerische Tiefe vermissen lässt und die Dialoge teils zu sehr nach einstudiertem Text klingen.

Ist „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“ dennoch eine würdige Fortsetzung der Piratenfilmreihe? Jein. Der Film wirkt weniger wie eine Fortsetzung, als wie ein Spin-off. Obwohl Johnny Depps Figur bereits die vorhergehenden Filme getragen hat, so fehlt doch die übergreifende Handlung, die stets mit imposanten Bösewichten und einer beinahe schon epischen Hintergrundgeschichte aufwarten konnte. Die in diesem Film thematisierte Suche nach der Quelle der ewigen Jugend wirkt wie eine beliebige Nebenhandlung, die genauso gut als Prequel funktioniert hätte.

Auch wenn dieser Teil der Reihe nicht wirklich zwingend nötig gewesen wäre, so macht es jedoch wieder enorm viel Spaß Captain Jack Sparrow bei seinen Abenteuern zu begleiten. Leider jedoch bleibt Blackbeard als Bösewicht erschreckend blass und kann weder Barbossa, geschweife denn Davy Jones das Wasser reichen. Penélope Cruz als Blackbeards Tochter ist dagegen wieder stets nett anzusehen und liefert sich unterhaltsame Plänkeleien mit unserem stets angetrunkenen Captain.

Erstaunlicherweise hat mir besonders der Beginn des Films in London recht gut gefallen, obwohl dieser Schauplatz etwas aus der Reihe fällt. Die Kutschenverfolgungsjagd wies zudem etliche Parallelen zu Renny Harlins „Cutthroat Island“ auf, ohne jedoch dessen Klasse zu erreichen. Was bleibt also am Ende? Unterhaltsame zwei Stunden, die ein weiteres Jack Sparrow-Abenteuer zeigen, über das man sich als Fan der Reihe durchaus freuen darf – alle anderen verpassen aber auch nichts, wenn sie es bei der usprünglichen Trilogie belassen. Knappe 7/10 Punkte.

Trust Me – Season 1

Diese Serie über das bunte Leben in einer Chicagoer Werbeagentur wurde mir von einem Arbeitskollegen empfohlen. Da die andere Serie über meine verhasste geliebte Branche zurzeit keine neuen Geschichten bietet, kam „Trust Me – Season 1“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Leider ist nach den 13 Episoden dieser ersten und einzigen Staffel auch schon wieder Schluss, da die Serie vorzeitig abgesetzt wurde. Äußerst schade.

Natürlich kann man „Trust Me“ überhaupt nicht mit „Mad Men“ vergleichen – und dennoch gibt es Parallelen. Konzentriert sich „Mad Men“ eher darauf seine Charaktere und die Zeit, in der die Serie spielt, zu portraitieren, so steht bei „Trust Me“ eindeutig die Arbeit im Vordergrund. Hier schwankt die Handlung zwischen übertriebener Branchensatire und dem Versuch die Arbeit der Werbenden möglichst hip und cool erscheinen zu lassen. Besonders Branchenkenner sollten somit auf jeden Fall ihren Spaß mit der Serie haben.

Die Charaktere sind allesamt recht sympathisch gezeichnet, was sie für den Zuschauer zugänglicher macht, als dies normalerweise in dieser von Ego getriebenen Branche möglich wäre. Enthusiasmus wird groß geschrieben und auch wenn larger than life durchaus als Motto für die Figuren und viele Handlungsstränge gilt, so beschreibt die Serie doch wunderschön die Verlockungen und Fallen der Werbebranche.

Mir hat die Serie enorm viel Spaß bereitet, was einerseits natürlich an etlichen bekannten Arbeitsabläufen, andererseits aber auch an dem flotten Drehbuch und den starken Darstellern – wie z.b. Eric McCormack (Will Truman, „Will & Grace“) und Monica Potter (Kristina Braverman, „Parenthood“) – liegt. Ich nehme nun schweren Herzens Abschied von der Serie und frage mich, warum es dutzende Anwalts-, Ärzte- und Krimiserien gibt, sich jedoch solch unterhaltsame Einblicke in die bunte Welt der Werbung nicht länger halten können: 8/10 (8.1) Punkte.

Run, Fatboy, Run (173): Special Event

Heute war es endlich soweit und ich habe meinen erster Stadtlauf bestritten. Mein Ziel war es die 10 km unter einer Stunde zu schaffen und das habe ich mehr oder weniger erreicht. Zwar habe ich knapp über eine Stunde gebraucht, doch war die Strecke auch ca. 800 m (immerhin zwei Runden auf der Aschenbahn) länger, als angegeben. Insofern möchte ich mich nicht beschweren, zumal die ersten paar hundert Meter aufgrund der hohen Läuferzahl maximal schnelleres Gehen möglich war.

Distance: 10.8 km
Duration: 01:01:36
Avg Speed: 10.5 km/h
Avg Pace: 5:41 min/km
Energy: 873 kcal

Mit der Platzierung befinde ich mich – auch innerhalb meiner Altersklasse – in der besseren Hälfte, womit ich auch zufrieden sein kann. Leider hat mich gegen Ende ziemlich die Kraft verlassen, was umso ärgerlicher ist, da ich in meinen Trainingsläufen auf die letzten 400 m doch immer noch einiges herausholen konnte. Ich schiebe es einmal auf die Aufregung und den Laufrhythmus.

Ansonsten bleibt festzuhalten, dass mir der Lauf viel Spaß gemacht hat, was größtenteils an meinen beiden Mitstreitern lag. Eben ein Event. Für das kommende Jahr werden wir uns jedoch nach einem Lauf umsehen, bei dem es keinen so gestopften Massenstart gibt. Im ersten Drittel waren so auch mehr Slalom-, als Laufkenntnisse gefragt. Dennoch war es ein rundum gelungener Tag, den wir mit Bier und Pizza in gemütlicher Runde ausklingen ließen…

Im Ohr: Getröte, Geklatsche und diverse andere Anfeuerungsarten

Paul (2011)

Manchmal ist es wahrscheinlich tatsächlich von Vorteil, wenn man einen Film nicht auf dem Höhepunkt seines Erfolgs sieht. Um Greg Mottolas „Paul“ entwickelte sich vor dem Kinostart ein gnadenloser Hype, dem man sich als nerdiger Filmfreund kaum entziehen konnte. Die meisten Kritiken waren jedoch ziemlich verhalten, was meine Erwartungshaltung auch deutlich dämpfte. Vermutlich konnte ich die Sci-Fi-Komödie deshalb umso mehr genießen…

Zunächst einmal sollte ich festhalten, dass ich Simon Pegg und Nick Frost bereits seit ihrer TV-Serie „Spaced“ vergöttere. Ihr erster gemeinsamer Film „Shaun of the Dead“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und auch „Hot Fuzz“ konnte mich ausgezeichnet unterhalten. Doch leider lässt „Paul“ ein nicht unwichtiges Element vermissen, nämlich den Regisseur und kreativen Kopf hinter den oben genannten Serien und Filmen: Edgar Wright, der lieber bei der letztjährigen Comic-Verfilmung „Scott Pilgrim vs. the World“ die Zügel in die Hand nahm und hier den Weg für Greg Motolla („Superbad“) freimachte.

„Paul“ ist weit davon entfernt die erzählerische Finesse eines „Shaun of the Dead“ zu erreichen, doch das stört in diesem Fall nicht sonderlich. Die Geschichte um das gestrandete und sehr menschliche Alien Paul ist äußerst bodenständig und wird dementsprechend geradlinig erzählt. Somit bekommen wir als Zuschauer einen relativ klassischen Roadmovie zu sehen, der in seinen besten Momenten an die Filme erinnert, die er zu parodieren versucht. Dabei nutzt sich der Gag, dass Paul recht gerne flucht und auch sonst kein Problem mit Obszönitäten hat, doch relativ schnell ab. Glücklicherweise ist die Geschichte mit mehr Herz ausgestattet, als man dies nach dem Trailer erwarten würde.

Auch wenn der Film nicht mit so vielen Gags aufwartet, wie sich viele Zuschauer gewünscht hatten, so muss ich doch sagen, dass mich das Gesamtpaket außerordentlich gut zu unterhalten wusste. Besonders die subtilen Anspielungen auf die großen Sci-Fi-Klassiker à la „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“ oder „Star Wars“ haben mir ausgezeichnet gefallen. Hinzu kommt das Nerd-Setting, welches wunderbar mit einem Besuch der Comic-Con eingefangen wurde und Gastauftritte von etlichen Schauspielern, die ich außerordentlich gerne sehe (u.a. Jane Lynch und Jeffrey Tambor). Insgesamt also ein wirklich unterhaltsamer Film, der mit der richtigen Erwartungshaltung unglaublich viel Spaß machen kann: 8/10 Punkte.