Drag Me to Hell (2009)

Auf die Sichtung von Sam Raimis „Drag Me to Hell“ hatte ich mich schon sehr lange gefreut. Endlich einmal wieder ein vielversprechender Genrefilm, den besonders die Fans in den Himmel lobten. Ein ziemlich zuverlässiges Qualitätsmerkmal. Folglich konnten meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht werden, oder etwa doch?

Zunächst einmal sollte ich vorausschicken, dass ich Sam Raimis frühe Genrebeiträge zwar durchaus gelungen finde, sie aber insgesamt nicht so ins Herz geschlossen habe, wie wohl die meisten Gernefreunde. Für mich ist seine „Evil Dead“-Trilogie dann am gelungensten, wenn sie den Zuschauer zum Lachen bringt. Überzogene Gewalt, hysterische Action und klamaukiger Slapstick. Vermutlich kann ich deshalb auch mit dem ersten Teil – dem in Deutschland zu trauriger Berühmtheit gelangten „Tanz der Teufel“ – am wenigsten anfangen.

Von vielen vergessen ist Raimis Rückkehr ins Genre aus dem Jahr 2000. „The Gift“ ist ein unspektakulärer, aber doch effektiver und atmosphärischer Gruselfilm, der mich damals unruhig auf der Kante des Kinosessels hin und her rutschen ließ. Sehr klassisch und ohne Humor inszeniert. Nach seiner „Spider-Man“-Trilogie kehrte Raimi mit „Drag Me to Hell“ nun erneut in sein Genre zurück und begab sich dabei wieder komplett zu seinen Wurzeln, sprich: Überzogene Gewalt, hysterische Action und klamaukiger Slapstick.

Wie die meisten guten Horrorfilme greift auch „Drag Me to Hell“ aktuelle sozialkritische Tendenzen auf und verarbeitet diese auf mehr oder minder dezente Art und Weise. Dieses Mal sind herzlose Bänker der Auslöser für das über die Charaktere hereinbrechende Böse und man darf sich auf einen besonders kreativen Ansatz zur Tilgung von Hypothekenschulden freuen. Die Geschichte bleibt dabei äußerst oberflächlich und lebt vor allem von ihren herrlich überzeichneten Schockszenen. Absolut ekelerregend und stets unterhaltsam. Der Übergang vom ersten Erschrecken zu hysterischem Lachen ist bei diesem Film wirklich nahtlos.

Kritisieren kann man natürlich die einfach konstruierte Geschichte samt vorhersehbarer Wendung, doch dank des trashigen Charmes mag ich dem Film nicht wirklich böse sein. Bis auf einige schlechte CGI-Effekte ist „Drag Me to Hell“ herrlich altmodisch und nimmt sich selbst alles andere als ernst. Für Genrefreunde kann ich insofern nur eine dicke Empfehlung aussprechen: 7/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (071)

Obwohl ich heute theoretisch hätte fit sein müssen, bin ich doch die schlechteste Zeit seit langem gelaufen. Vielleicht bin ich gestern einfach zu spät ins Bett, vielleicht bin ich auch nur zu zeitnah nach dem Aufstehen gelaufen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall war ich noch langsamer, als beim letzten Mal auf der Strecke.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:39:00
kCal: 504
min/km: 6:25

Die gute Nachricht: Ich habe mich heute nach dem Lauf auch noch wirklich fit gefühlt und hätte bestimmt noch eine kleine Runde dranhängen können. Insofern hat es sich auch durchaus gelohnt gemächlich zu starten, denn immerhin kommt es auf die Bewegung an und nicht die Zeit. Kann ich mir jetzt ja zumindest einreden…

Link for Shirt: The Return of Space Invaders

Anscheinend werde ich mir über meine diesjährige Sommerkollektion keine Gedanken mehr machen müssen, denn es ist – wie ich bei u-inside gelesen habe – einmal wieder eine Shirt vs. Link-Aktion am Start. Ich hab mich in dieser Runde für ein dezentes Retroshirt entschieden:

Wer steckt eigentlich hinter der Aktion? Aktuell wirft Customgarment ihre bunten Produkte in die Blogosphäre und wären wir nicht schon so gut mit Babyklamotten ausgestattet, würde sich hier auch für die ganz Kleinen ein lustiger Body o.ä. finden…

Edit: Wie man u.a. auf Knecht Ruprechts Sammelsurium nachlesen kann, spart sich Customgarment mit fadenscheinigen Argumenten die Auslieferung der Gewinne. Ich habe deshalb alle Links zu dem Shop aus obigem Eintrag entfernt und rate potentiellen T-Shirt-Käufern lieber bei 3Dsupply zu bestellen.

Run, Fatboy, Run (070)

Ich und meine guten Vorsätze. Eigentlich wollte ich ja mindestens bis Montag pausieren, doch nun habe ich morgen Abend doch etwas anderes vor, Dienstag fällt ebenso flach und Mittwoch ist auch ausgebucht. Also bin ich heute – wieder kurz nach dem Kaffeetrinken – dennoch eine Runde gelaufen.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:24:00
kCal: 349
min/km: 5:42

Eigentlich ging es wirklich ganz gut. Zwar bin ich – etwas Vernunft ist anscheinend noch da – nur die kurze Strecke gelaufen, doch die Zeit kann sich durchaus sehen lassen. Mal sehen was ich nach meiner Zwangspause am Donnerstag zustande bringe. Immerhin ist ja Vatertag und somit dürfte auch wieder viel zu gut für das leibliche Wohl gesorgt sein…

Run, Fatboy, Run (069)

Nach der wunderschönen Taufe meiner zuckersüßen Nichte war ich heute ein wenig größenwahnsinnig und – sind wir ganz ehrlich – dumm und habe mich nach einem dicken Kuchenbuffet gleich noch einmal auf meine neue Laufstrecke gewagt. Eigentlich hätte ich es ja besser wissen müssen.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:37:00
kCal: 504
min/km: 6:05

Die ersten ca. 5km war ich auch noch gut dabei, doch dann kam das Seitenstechen sowie die Rebellion des Magens aufgrund zuviel Kuchen (dabei hatte ich mich noch extra zurückgehalten). Kurz und gut: Ich bin den letzten Kilometer mehr gegangen, als gelaufen und habe mir somit meine Zeit ruiniert. Vermutlich hätte ich doch einen Tag pausieren sollen.

Absolute Giganten (1999)

Der Film war eine meiner ersten DVDs. Ich weiß auch nicht genau, warum ich ihn mir damals gekauft habe. Vermutlich war er einfach günstig. In den ersten Jahren habe ich „Absolute Giganten“ schließlich so oft gesehen wie keinen zweiten Film. Teils nur im Abstand von Monaten. So sehr berührte mich Sebastian Schippers Ode an die Freundschaft.

Es ist fantastisch wieviel diese kleine Film in seinen knapp 80 Minuten zu erzählen weiß. Man kennt seine Figuren ganz genau. Ihre Gefühle, ihre Wünsche und ihre Ängste. Man lebt, lacht und leidet mit ihnen. So als wäre man selbst dabei in dieser einen letzten Nacht. Als würde man selbst Abschied nehmen. Ich kenne keinen zweiten Film, der das Gefühl der Melancholie so wunderbar herzzerreißend einfängt, wie „Absolute Giganten“. Nicht durch große Dialoge, nicht durch eine voranpeitschende Handlung. Nein, allein durch Atmosphäre. Durch den wundervollen Score, durch Blicke und durch die magischen Bilder dieser wundervollen Stadt.

Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, doch Sebastian Schipper („Ein Freund von mir“) ist mit seinem Debütfilm etwas ganz Besonderes gelungen. Die Charakatere wirken einfach echt. Ihre Welt wirkt echt. Nicht unbedingt realistisch, aber echt. Vor allem von einem emotionalen Standpunkt aus gesehen. Schippers nächtliches Hamburg ist bevölkert von skurrilen Figuren, welche den Stellenwert dieser letzten Nacht unterstreichen. Irgendwann vergessen unsere Helden, was sie ziel- und ruhelos umtreibt. Sie werden in letzte Abenteuer verstrickt, doch irgendwann sind auch diese überstanden und es graut unausweichlich der Morgen.

Neben einem fantastisch inszenierten Kickerspiel und der wohl besten Tanzchoreografie der Filmgeschichte, bietet „Absolute Giganten“ das poetischste Filmende, das mir jemals untergekommen ist. Wer da keine Träne verdrückt war wohl noch nie an einem Wendepunkt in seinem Leben gestanden, musste noch nie Freunde zurücklassen und hat wohl so einiges verpasst in seinem Leben.

Für mich ist „Absolute Giganten“ ein ganz besonderer Film. Nur wenige Filme schaffen es, etwas so tief in einem drin zu berühren. Obwohl ich ihn bestimmt schon ein halbes dutzend Mal gesehen habe, hat er keine Unze seiner Wirkung verloren. Allen da draußen, die nun skeptisch sind, weil es sich um einen deutschen Film handelt, weil sich der Film nicht richtig einordnen lässt oder weil ihr ihn gerade nicht griffbereit habt, sei gesagt: Geht und schaut euch diesen Film an! Ihr werdet es nicht bereuen. Und wenn doch, dann schaut ihn euch noch einmal an, bis auch euer perfekter Moment hängen bleibt. Es lohnt sich: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Run, Fatboy, Run (068)

Heute habe ich mich an einer neuen Strecke versucht. Einer längeren Strecke. Man kann ja schließlich nicht immer nur auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Die Voraussetzungen für den heutigen Lauf waren nicht sonderlich gut, da ich im Büro schon fast eingeschlafen wäre und aufgrund des nasskalten und sehr trüben Wetters hielt sich meine Motivation auch in Grenzen.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:33:00
kCal: 504
min/km: 5:25

Im Ziel angekommen, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Nur eine Minute für gut 600m mehr gebraucht? Eine Geschwindigkeit von glatten 11km/h? Wie ist das möglich? Vielleicht hat mir das kühle Wetter doch in die Beine gespielt, vielleicht gab es auf der neuen Strecke weniger Steigungen oder vielleicht habe ich mich tatsächlich vermessen. Doch das wird erst der nächste Lauf zeigen. Nun freue ich mich erst einmal über das gute Ergebnis.

Run, Fatboy, Run (067)

Was tut man nicht alles, um die guten Vorsätze einzuhalten? Genau. Eben solche Sachen, wie sich bei strömendem Regen (um nur geringfügig zu übertreiben) auf die Laufstrecke zu wagen. Nicht unbedingt förderlich für die Motivation. Aber nun gut, denn was tut man nicht alles, um…

Länge: 5,41
Laufzeit: 00:32:00
kCal: 449
min/km: 5:54

Mit der Zeit darf ich heute wieder sehr zufrieden sein. Einmal mehr war ich schneller als 10km/h und dieses Mal sogar auf der längeren Strecke. Ich wollte aber auch schnell wieder ins trockene Heim. Nun bleibt nur zu hoffen, dass sich die Wetter- und somit auch Stimmungslage bald wieder bessert.

Run, Fatboy, Run (066)

Da wartet man den ganzen Tag auf ein paar regenfreie Minuten, gibt schließlich auf und verfällt dem Sonntagnachmittagskuchen, nur um kurz darauf mit viel zu vollem Bauch in die ersehnte Trockenperiode zu stolpern. Timing war eben noch nie mein Ding.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:25:00
kCal: 349
min/km: 5:57

Aufgrund widriger Offroadverhältnisse, habe ich mich heute nur auf die kürzere, befestigte Strecke gewagt. Somit bin ich mir nicht ganz sicher, wie stolz ich wirklich darauf sein kann endlich die 10km/h geknackt zu haben. Doch immerhin gleicht der übervolle Magen den fehlenden Streckenabschnitt wieder aus. Könnte ich mir zumindest einbilden…

Panic Room (2002)

(Es gibt wohl kaum einen Regisseur, dessen gesamte Filmografie so sehenswert ist, wie die von David Fincher. Zumindest in meinen Augen. Nach seinem Ausnahmefilm „Fight Club“ inszenierte er mit „Panic Room“ einen schnörkellosen Thriller, welcher bei den Kritikern unverständlicherweise nicht sonderlich gut angekommen ist. Für mich jedoch eine weitere Glanzleistung im Schaffen Finchers.

Zunächst einmal möchte ich die formalen Aspekte des Films hervorheben. Der Thriller ist unglaublich schön fotografiert. Die Kamerafahrten sind fantastisch. Minutiös geplant und entsprechend ausgeführt. Ohne jeden Zweifel ein audiovisuelles Meisterwerk. Bereits die Eröffnungstitel wirken bedeutungsschwanger und stellen die unterschwellige Bedrohung des urbanen Umfelds gekonnt dar. Hinzu kommt ein eindringlicher Score, der mich mehrmals an die Filme Hitchcocks denken ließ.

Auch von seinem erzählerischen Aufbau erinnert „Panic Room“ an den Großmeister des Genres. Ein begrenzter Zeitraum, eine klar abgesteckte Location und eine düstere Bedrohung, welche urplötzlich in das Privatleben der Charaktere einfällt. Hinzu kommt ein solch gezielter Einsatz von Suspense, als hätte Fincher Hitchcocks Definition stets im Hinterkopf gehabt. Selten durfte ich solch einem spannenden Film beiwohnen. Selbst bei der gestrigen Zweitsichtung konnte ich die Spannung körperlich zu spüren.

An die von den Kritikern oft bemängelten Logiklöcher habe ich bei der gestrigen Sichtung keinen einzigen Gedanken verschwendet, zu sehr nahm mich die Handlung gefangen. Auch die Kritik am angeblich so verdammenswerten einfachen Aufbau der Geschichte kann ich absolut nicht nachvollziehen. Was bitte braucht diese Geschichte mehr? Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und die Handlung peitscht förmlich voran. Besonders die Dynamik zwischen den Bösewichten fand ich grandios. Sicher kein zweiter „Fight Club“, doch hat solch eine verzwickte Handlung in diesem extrem dichten Thriller auch gar keinen Platz.

Für mich ist „Panic Room“ ein weiterer Volltreffer in Finchers Gesamtwerk. Sicher nicht sein bester Film, doch wohl einer meiner liebsten Spannungsfilme. Zudem ist er audiovisuell so perfekt gestaltet, dass jeder Filminteressierte alleine Stunden mit seiner formalen Analyse verbringen könnte. Ein unglaublich intensiver Film, den jeder Thrillerfreund mindestens einmal gesehen haben sollte: 9/10 Punkte.