BFG: Big Friendly Giant – OT: The BFG (2016)

Ich habe „BFG: Big Friendly Giant“ am 14. März 2020 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Ich schaffe es kaum noch ins Kino. Das letzte Mal habe ich mir „Star Wars: The Force Awakens“ angeschaut und das war schon ein Kraftakt. Was also tun, wenn man wegen den Kindern nicht mehr so oft ins Kino kommt? Richtig, die Kinder einfach mitnehmen. Der folgende Eintrag zu „BFG: Big Friendly Giant“ wird folglich weniger klassische Filmbesprechung als eine Reflexion über den ersten gemeinsamen Kinobesuch mit meiner Tochter. Da müsst ihr jetzt durch, liebe Filmfreunde… 🙂

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Der erste Kinobesuch

Den Gedanken, mit dem Zappelinchen ins Kino zu gehen, trage ich schon länger mit mir herum. Allerdings war der Plan nie sonderlich konkret, da ich auf den richtigen Film warten wollte. Hinzu kommt, dass sie bisher erst einen einzigen Film – und zwar den unvermeidbaren „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ – gesehen hat. Ziemlich ungewöhnlich für ihr Alter, zumindest wenn man sich in ihrem Freundeskreis so umschaut. Nach ihrem sechsten Geburtstag, und damit kurz vor dem Schuleintritt, schien mir die Gelegenheit nun günstig: Ich hatte mir Steven Spielbergs „BFG: Big Friendly Giant“ auserkoren, da sonst nur generische Animationsfilme laufen und ich mit Spielberg bisher immer gut gefahren bin. Also habe ich spontan Plätze reserviert und bin dann Sonntagnachmittag aufgebrochen, um meine große Kleine in das Abenteuer Kino einzuweihen.

Manchmal ist es faszinierend, die Welt bewusst durch die Augen eines Kindes zu sehen. Was für uns Erwachsene selbstverständlich ist, mag für Kinder noch völlig undefiniert sein. So war es dem Zappelinchen nicht klar, was denn Kino nun eigentlich ist: Ist das wie ein Theater in dem Menschen auftreten? Auch meine Beschreibung eines großen Fernsehers in einem Saal mit vielen Sitzplätzen hat nicht wirklich geholfen. Bis es dann soweit war und die Lichter ausgegangen sind. Und diese knisternde Spannung in der Luft lag. Als dann endlich der Film losging, waren ihre ersten Worte: „Ich habe das Gefühl als würde ich fliegen…“ Obwohl wir in einem eher kleinen Kinosaal waren und weit von der Leinwand entfernt saßen, hatte das Kinobild eine große Wirkung auf auf meine Tochter. Hier fühlte ich mich bestätigt, beim ersten Mal bewusst auf 3D verzichtet zu haben, da der immersive Eindruck ohnehin schon sehr überwältigend war. Der erste Kinobesuch. Eine magische Erfahrung.

Die Wahl des richtigen Films

Während der ersten halben Stunde war ich mir unsicher, ob die Entscheidung für „The BFG“ die richtige war. Der Film beginnt sehr düster und ist beinahe schon unheimlich. Die Atmosphäre hat mich, vermutlich auch aufgrund von John Williams‘ Score, sehr an die frühen „Harry Potter“-Filme erinnert. Die Altersfreigabe der FSK erscheint mir, wie so oft, ziemlich daneben zu sein. Auch das Zappelinchen hat sich anfangs öfter an meinen Arm geklammert, doch nachdem klar wurde, dass der Big Friendly Giant tatsächlich ein freundlicher Riese ist, hat sie sich deutlich entspannt. In der zweiten Filmhälfte, wenn die Handlung vom Land der Riesen wieder in die Welt der Menschen wechselt, wird der Ton des Films auch deutlich leichter und typischer Kinderfilm-Humor hält Einzug, sprich Spielberg setzt tatsächlich auf Slapstick und Fürze. Normalerweise kann ich mit so etwas eher wenig anfangen, doch als ich gesehen habe, wie gelöst meine Tochter lauthals lacht, hatte mich der Film auch mit diesen Szenen für sich gewonnen.

Eine objektive Bewertung abzugeben fällt mir nun wirklich schwer. Ich habe den Film durch die Augen meiner Tochter erlebt und sowohl Stärken als auch Schwächen wie durch einen Filter wahrgenommen. Technisch ist er wahrlich imposant und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er in 3D tatsächlich noch beeindruckender wirkt. Die Handlung ist ziemlich geradlinig und birgt kaum Überraschungen. Umso verspielter ist dagegen die Inszenierung, was sich speziell in den Details der Ausstattung widerspiegelt. Auch emotional funktioniert „BFG: Big Friendly Giant“ wunderbar, da der Charakter des Riesen eine technische Meisterleistung ist und auch Ruby Barnhill als Sophie wunderbar mit ihm zusammenspielt. So glaubwürdig sogar, dass mir das Zappelinchen während des Abspanns zuflüsterte:

„Papa, lass uns doch noch sitzen bleiben. Vielleicht kommen ja noch die Schauspieler und verbeugen sich…“ (Das Zappelinchen nach dem Film)

Fazit

Wenn man sich für eine Sichtung des Films entscheidet, dann sollte man sich darüber im Klaren sein, dass „The BFG“ ein waschechter Kinderfilm ist. Kein Wunder, ist doch auch die Vorlage von Roald Dahl ein Kinderbuch. Der Vergleich mit dem 80er-Jahre-Klassiker „E.T. – Der Außerirdische“ funktioniert für mich deshalb auch nicht wirklich, da Spielbergs jüngster Film ganz andere Schwerpunkte setzt und viel märchenhafter und kindgerechter inszeniert ist. Ich wurde auch als Erwachsener sehr gut unterhalten, würde aber ohne die besonderen Umstände meines ganz persönlichen Kinoerlebnisses einen Punkt von der Wertung abziehen. Rein emotional betrachtet ist die Roald-Dahl-Verfilmung jedoch jetzt schon einer der wichtigsten Filme meines Lebens – und vermutlich auch des Lebens meiner Tochter: 8/10 Punkte.

Der Marsianer: Rettet Mark Watney – OT: The Martian (2015)

Heute habe ich endlich den Film gesehen, auf dessen Sichtung ich schon seit einer halben Ewigkeit warte. Zuerst wollte ich den Roman lesen und dann eigentlich auf die Extended Edition warten – nun hatte Amazon die Kinofassung für 99 Cent in der Online-Ausleihe. Da bin ich doch schwach geworden und habe mir „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ angesehen, jedoch nicht ohne vorher zu überprüfen, ob er auch im Original-Bildformat gestreamt wird. Wird er tatsächlich – und somit gab es für mich kein Halten mehr…

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Ridley Scott kann den Weltraum einfach unglaublich gut inszenieren. Schon bei der ersten Einstellung musste ich an seinen Klassiker „Alien“ denken, was vielleicht auch daran liegt, dass Harry Gregson-Williams‘ Score in gewissen Passagen durchaus an seine Vertonung von „Prometheus“ erinnert, der wiederum eindeutig von Jerry Goldsmiths archetypischen Klängen zu „Alien“ inspiriert ist. Der Kreis schließt sich somit klanglich und auch die Bilder wissen zu imponieren. Ridley Scott hat es nicht verlernt und somit freue ich mich umso mehr auf „Alien: Covenant“, doch ich schweife ab. Nun also zurück zu „The Martian“ und Mark Watney…

Als Kenner der Vorlage gab es für mich nur wenige Überraschungen. Ja, teils fehlen Passagen, die ich gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte (speziell im letzten Drittel) und so manche kleinere Änderung gab es auch im Handlungsverlauf – insgesamt jedoch ist die Adaption von Andy Weirs Roman durchaus werkgetreu. Speziell die Atmosphäre auf dem Roten Planeten und Mark Watneys Charakter sind perfekt getroffen. Matt Damon trägt den Film über weite Strecken völlig allein und verschmilzt gekonnt mit Watney. Auch auf der Erde schaffen es die Darsteller ihren Figuren Leben einzuhauchen, wenngleich der Fokus, wie bereits im Roman, eindeutig auf den Mars-Szenen liegt.

Insgesamt kann ich nicht wirklich viel an „Der Marsianer“ kritisieren, außer dass er mir mit seiner Laufzeit von über 2 Stunden trotzdem zu kurz war. Zu gerne hätte ich den Zusammenbruch der Kommunikation gesehen oder Watneys Probleme mit den Solarzellen auf seiner Fahrt zum Schiaparelli-Krater. Dagegen wurden die Logbuch-Einträge wunderbar umgesetzt und fügen sich perfekt in den restlichen Film ein. Man darf als Kenner des Buches jedoch nicht erwarten, dass die wissenschaftlichen Hintergründe hier ebenso detailliert erläutert werden. Für mich gab es dennoch so manchen Aha-Effekt, da ich mich noch an die Gründe für so manche Entscheidung Watneys erinnern konnte. Ein Mehrwert für Leser. Auch mal schön.

Beim Schauen des Films ist mir – noch deutlicher als bei der Vorlage – aufgefallen, dass es keinen Antagonisten gibt. Alle arbeiten ohne versteckte Agenda daran, Watney nach Hause zu holen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und ist für das heutige Kino schon eher außergewöhnlich. Insgesamt bin ich also wirklich begeistert und kann mir hier – im Gegensatz zu „The Last Days on Mars“ – durchaus vorstellen, noch einmal auf den Roten Planeten zurückzukehren. Dann am liebsten im Extended Cut, für den ich mir gerne noch den fehlenden Punkt aufspare, um endgültig zur famosen Vorlage aufzuschließen: 8/10 Punkte.

Wayward Pines – Season 1

Nachdem ich früher recht nah am aktuellen TV-Geschehen war, hole ich inzwischen eher ältere Serien nach. Mit „Wayward Pines – Season 1“ gab es jedoch einmal wieder frisches Futter in meinem Programm. Gehört hatte ich schon einiges von der Serie und die Empfehlung der Singenden Lehrerin hat letztendlich den Anstoß gegeben nach langer Mystery-Abstinenz (meine Wiederholungssichtung von „Akte X“ einmal ausgenommen) diesem wunderbaren Genre einmal wieder einen Besuch abzustatten. Ob mich die Serie überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Während der ersten Episoden wirkt die Serie wie eine modernisierte Version von „Twin Peaks“ – nur ein wenig normaler bzw. mehr im Mainstream verankert. Eine abgelegene Kleinstadt im Nordwesten der USA, skurrile Bewohner und eine unheilschwangere Atmosphäre. Dazu ein Secret-Service-Agent, der einen Fall aufklären muss und in Wayward Pines hängenbleibt. Ja, die Serie ist eindeutig inspiriert von David Lynchs Klassiker. Dabei entwickelt sie sich ab der Hälfte der ersten Staffel doch stark in Richtung „Lost“ und setzt mehr und mehr auf Science-Fiction, ohne jedoch den skurrilen Mystery-Touch zu verlieren. Eine interessante Mischung, die mir tatsächlich viel Freude bereitet hat.

„Wayward Pines“ basiert auf einer Roman-Trilogie und wurde von M. Night Shyamalan („The Village“) für das Fernsehen adaptiert. Somit stand fast zu erwarten, dass am Ende der Staffel ein großer Twist wartet. Diesen gibt es auch, jedoch wird das ganz große Geheimnis bereits in der fünften Episode enthüllt – eine Wendung, mit der ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gerechnet hätte. Überhaupt besitzt die Serie ein ziemlich hohes Tempo und ich hätte mir gut vorstellen können, dass die Geschichte in anderen Händen durchaus auf drei Staffeln ausgewalzt worden wäre. Sehr erfrischend. Teils droht die Serie ein wenig in Richtung Trash zu kippen, jedoch schaffen es Shyamalan und Co. den Zuschauer bei der Stange zu halten – zumindest ich hatte die Prämisse nach ein wenig Eingewöhnungszeit gekauft.

Man darf sich keine Illusionen machen: „Wayward Pines“ ist sowohl inhaltlich als auch stilistisch weit davon entfernt die Bedeutung zu erlangen, die „Twin Peaks“ oder auch „Lost“ jemals hatte. Doch gerade weil die Handlung so wunderbar forsch voranprescht, ist es eine Freude den teils abstrusen Entwicklungen zuzuschauen. Ich hatte meinen Spaß damit und bin jetzt schon gespannt, wie sich die Serie nach diesem Finale entwickeln wird: 8/10 (7.9) Punkte.

Mozart in the Jungle – Season 1 & 2

So langsam aber sicher arbeite ich mich durch alle Amazon-Eigenproduktionen durch. Da ich Musik-Serien sehr gerne sehe, war es nur eine Frage der Zeit bis „Mozart in the Jungle – Season 1 & 2“ den Weg in unser Abendprogramm findet. Und dort ist die Serie über die Laufzeit ihrer ersten beiden Staffeln auch geblieben…

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Die Amazon-Serie basiert auf einem Buch, mit dem reißerischen Untertitel „Sex, Drugs, and Classical Music“ – da weiß man doch gleich, was man bekommt, oder? Zumindest bei HBO hätte die Serie wohl ganz anders ausgesehen und sich wohl in erster Linie auf die beiden erstgenannten Punkte konzentriert. Bei Amazon dagegen liegt der Fokus der Serie größenteils auf klassischer Musik und Geschichten, die das Orchester betreffen. Zwar gibt es auch mal Sex und Drogen, doch insgesamt ist die Serie für ihr Thema doch erstaunlich zahm und nett. Doch dies trifft ja fast schon auf alle Amazon-Serien (z.B. „Alpha House“) zu, die ich bisher gesehen habe.

Wie schon bei der Musical-Serie „Smash“ steht das Leben der Künstler im Mittelpunkt. Die Atmosphäre beider Serien ist auch ähnlich, doch ist „Mozart in the Jungle“ deutlich mehr Comedy als das oft unnötig dramatische Musical. Da Musikserien ein eher noch seltenes Genre sind („Nashville“ kenne ich zum Beispiel noch nicht), lohnt sich der Blick hinter die Kulissen der New Yorker Symphoniker auf jeden Fall. Ihre Qualität hält die Serie übrigens auch im zweiten Jahr:

  1. „Mozart in the Jungle – Season 1“ (7.9 Punkte)
  2. „Mozart in the Jungle – Season 2“ (7.9 Punkte)

Wer auf der Suche nach leichter Comedy-Unterhaltung abseits von teils brachialem Sitcom-Humor ist, der sollte durchaus einmal in diese nette Serie reinschauen. Kommt zudem ein Faible für klassische Musik hinzu, dann könnt ihr richtig viel Spaß mit „Mozart in the Jungle“ haben: 8/10 (7.9) Punkte.

Mission: Impossible – Rogue Nation (2015)

Dies ist der erste Eintrag, den ich auf Windows 10 schreibe. Das Upgrade hat also funktioniert. Nach einem langen Tag voll mit Arbeiten rund um Haus und Hof sowie Vorbereitungen für den 6. Geburtstag unseres Zappelinchens, sind wir wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Dennoch hatte ich mir fest vorgenommen einen Film zu sehen und da „Mission: Impossible – Rogue Nation“ gerade bei Amazon Prime im Programm läuft, ist die Wahl auf diesen unterhaltsamen Action-Thriller gefallen…

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Zunächst einmal möchte ich auf ein technisches Thema eingehen, das Streaming betrifft und mir die Freude am Film ein wenig verleidet hat: Bei Amazon Prime läuft der 5. Teil des „Mission: Impossible“-Franchises in 16:9 und somit Vollbild. Dieses Format kam mir bereits bei „Terminator: Genysis“ seltsam vor, doch hier war der Verlust an Bildinformationen nun mehr als auffällig. Kurz nachgeschaut – und natürlich ist das Original-Seitenverhältnis 2,40:1 und so liegt der Film auch auf Blu-ray und DVD vor. Tolle neue Streaming-Welt. Ich dachte wirklich seitlich beschnittene Filme oder Pan & Scan gehörten inzwischen der Vergangenheit an. Ich werde es mir in Zukunft auf jeden Fall zweimal überlegen, ob ich mir persönlich wichtige Film per Stream anschaue.

Trotz der technischen Defizite hatte ich unglaublich viel Spaß mit „Mission: Impossible – Rogue Nation“. Die Geschichte hat zwar nicht mehr zu bieten als ein typischer Agenten-Thriller, doch ist sie so leichtfüßig und mitreißend erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Tom Cruise funktioniert nach wie vor exzellent als Ethan Hunt und auch sein Team, allen voran Simon Pegg, weiß zu überzeugen. Die Action ist bombastisch, doch nicht zu übertrieben oder CGI-lastig. Regisseur Christopher McQuarrie schafft es wunderbar an den von J. J. Abrams in „Mission: Impossible 3“ etablierten und von Brad Bird in „Mission: Impossible – Ghost Protocol“ perfektionierten Stil anzuknüpfen.

Wer also nach drei gelungenen Teilen (den Beitrag von John Woo klammern wir lieber einmal aus) noch nicht genug vom Team der IMF hat, der dürfte auch mit dem jüngsten Abenteuer viel Spaß haben: Exotische Schauplätze, rasante Action und flotte Sprüche garantieren beste, wenn auch wohl nicht sonderlich nachhaltige, Unterhaltung. Ein wunderbar kurzweiliges Vergnügen: 8/10 Punkte.

Parenthood – Season 6

Jeder bekennende Fan von TV-Serien kennt dieses Gefühl der Leere, wenn die letzten Episoden einer geliebten Show über den Bildschirm flimmern. Im Fall von „Parenthood – Season 6“ war es für mich besonders hart, begleitet mich die Serie doch schon seit 2010 und damit ziemlich exakt seit der Geburt unseres Zappelinchens. Thematisch hätte mich die Serie somit zu keinem passenderen Zeitpunkt abholen können, zumal sich innerhalb der letzten sechs Jahre auch die restliche Familienkonstellation verändert hat – es sind Familienmitglieder dazu gekommen und gegangen. Familie eben. Kein Wunder also, dass auch der Abschied von den Bravermans so schwer fällt…

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Mit nur 13 Episoden fällt die finale Staffel der beständig von der Absetzung bedrohten Serie wieder sehr kurz aus – und schließt somit den Kreis zum ersten Jahr. Es ist auch die Staffel, die sich inhaltlich wohl am meisten von den anderen absetzt, gab es zu Beginn doch einen Zeitsprung, der die Weiterentwicklung aller Charaktere zeigt. Wie bereits schon in der fünften Staffel, scheint mir der Fokus auf die ältere Generation noch einmal stärker geworden zu sein. Gesundheitliche Probleme bei Zeek und der Umgang der Kinder damit, ließen bei mir Erinnerungen an die eigenen Eltern und Großeltern wach werden. Die Themen der Serie sind einfach sehr nah dran am Leben vieler Mitdreißiger – ob man will oder nicht. Daneben gibt es jedoch weiterhin etliche Handlungsstränge, die sich mit speziellen Themen beschäftigen und sowohl die für die Serie typisch idealisierte Familienatmosphäre aufrecht erhalten sowie für zusätzliches Drama sorgen. Ein volles Paket also für eine halbe Staffel.

Tatsächlich hatte ich zum ersten Mal Schwierigkeiten in die Staffel einzusteigen. Da ich direkt und ohne Unterbrechung weitergeschaut habe, waren der Zeitsprung und die damit einhergehenden Veränderungen zur vorhergehenden Staffel vielleicht zu groß. Gerade bei einer so kurzen Staffel nicht die beste Voraussetzung, doch nach den ersten vier Episoden war ich dem Charme der Bravermans wieder komplett erlegen. War die Serie schon seit jeher stark auf Emotionen und durchkomponierte Montagen des Familienlebens ausgelegt, haben die letzten vier Episoden diesen Stil noch einmal auf die Spitze getrieben: Da blieb bei mir öfter kein Auge trocken. Ich kenne tatsächlich nur wenige Serien, die bei mir emotional so ins Schwarze treffen. Manchen mag das zu viel sein (doch die schauen ohnehin nicht sechs Staffeln dieser Serie), für mich war es jedoch der perfekte Ausstieg – und damit schafft es die sechste Staffel, trotz des holprigen Anfangs, sich vor dem ersten und dem fünften Jahr zu platzieren, obwohl wirklich ausnahmslos jede Staffel ziemlich großartig ist:

  1. „Parenthood – Season 3“ (9.5 Punkte)
  2. „Parenthood – Season 2“ (9.4 Punkte)
  3. „Parenthood – Season 4“ (9.3 Punkte)
  4. „Parenthood – Season 6“ (9.2 Punkte)
  5. „Parenthood – Season 1“ (9 Punkte)
  6. „Parenthood – Season 5“ (9.0 Punkte)

Am Ende bleibt, wie bereits erwartet, eine gewisse Leere zurück. Der Abschied von länger gelaufenen Serien fällt ja immer schwer, doch bei dieser hier ist es besonders schlimm. Eine Serie, die nicht auf Action, Mord und Totschlag setzt, sondern eher unaufgeregt von den alltäglichen Dingen erzählt. Die positive Botschaften vermittelt und doch auch schwierige Themen anspricht. „Parenthood“ wird eine Lücke im Serienkosmos hinterlassen und es wird schwer werden, diese zu füllen. Es ist auch eine der wenigen Drama-Serien, bei denen ich mir gut vorstellen kann, die Reise noch einmal anzutreten. Denn auch dann wird es sich sicher wieder anfühlen, wie nach Hause kommen: 9/10 (9.2) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Up in the Air (2009)

Heute habe ich einmal wieder einen Film nachgeholt, der schön länger auf meiner imaginären Liste steht. Dabei hatte ich das Gefühl Jason Reitmans „Up in the Air“ bereits mehrfach gesehen zu haben. In unzähligen Podcasts (allen voran der Sneakpod) habe ich bereits mehrfach der Beschreibung der Handlung gelauscht und war stets neugierig, auch wenn es kein Film war, den ich unbedingt sofort sehen musste. Aber manchmal sind es ja gerade diese Werke, die einen längerfristig beeindrucken…

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Jason Reitman erzählt „Up in the Air“ herrlich unaufgeregt. Der Film wirkt dabei so durchstrukturiert, wie das Leben Ryan Binghams, der sich sein Geld mit der Vor-Ort-Abwicklung von Massenentlassungen verdient. Der von George Clooney gespielte Charakter ist deshalb unentwegt unterwegs und auf den Flughäfen und in den den Hotels Nordamerikas zu Hause. Ein Leben ohne Wurzeln und Gepäck. Im tatsächlichen und übertragenen Sinne. Ein einsames Leben, doch eines, das sich Ryan Bingham so ausgesucht hat und das er in vollen Zügen genießt – bis er eine Frau kennenlernt. Wird er nun plötzlich sesshaft und wandelt seinen Lebensstil?

Tatsächlich entwickelt sich die satirisch angehauchte Dramödie in der zweiten Hälfte eher zum Beziehungsdrama mit durchaus präsentem RomCom-Einschlag. Das unausweichliche Happy End wartet dennoch nicht auf Ryan. Ein unerwartet bitterer Twist, der jedoch wunderbar zur Stimmung des restlichen Films passt. Neben George Clooney, dem die Figur wie auf den Leib geschrieben ist, überzeugen Vera Farmiga und ganz besonders Anna Kendrick, die beide für Ryans Weiterentwicklung bedeutend sind. Neben diesen drei famosen Hauptdarstellern dürfen wir Jason Bateman, J. K. Simmons, Danny McBride und viele mehr in teils unerwarteten Rollen erleben.

„Up in the Air“ ist letztendlich ziemlich genau der Film, den ich durch die unzähligen Besprechungen bereits im Kopf hatte. Kein unfassbares Meisterwerk, doch gerade in seiner Unaufdringlichkeit bestechend unterhaltsam. Gut geschrieben, toll gespielt und zurückhaltend inszeniert. Wenn ihr euch bisher auch nicht aufraffen konnten, ihn zu schauen, dann ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt: 8/10 Punkte.

The Last Days on Mars (2013)

Da ich nun endlich „Der Marsianer“ fertig gelesen habe, hatte ich nun Lust auf die Verfilmung. Aber mir gab es zu wenig Zombies in der Geschichte und somit habe ich mich für „The Last Days on Mars“ entschieden. Mars und Zombies. Das hat doch schließlich schon 2001 bei John Carpenters „Ghosts of Mars“, ähm, exzellent funktioniert – oder sollte mich meine Erinnerung da etwa täuschen?

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Ich mag Sci-Fi-Horror und bin immer auf der Suche nach neuen Werken dieses Genres. So hat es auch „The Last Days on Mars“ auf meine Liste geschafft. Nachdem mich vor ein paar Jahren „Pandorum“ äußerst positiv überraschte und „Event Horizon“ nun auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat, war es doch höchste Zeit für gepflegten Grusel dort, wo dich niemand schreien hört. Wenn bekannte Horror-Figuren in einem neuen Setting (sprich fremden Planeten oder dem Weltraum) auftreten, dann ist immer Vorsicht geboten: Werke wie „Hellraiser IV: Bloodline“ oder „Jason X“ mögen Unterhaltungswert bieten, doch sind diese klar in der B-Movie-Ecke verankert. Auch The Asylum hätte die Prämisse unter „The Martian Zombie Chronicles“ verfilmen können. Doch dieser Film nimmt sich und seine Geschichte tatsächlich ernst.

„The Last Days on Mars“ ist atmosphärisch, ansprechend gefilmt und mit durchaus brauchbaren Schauspielern (u.a. Liev Schreiber) besetzt. Selbst die Zombies wirken angenehm realistisch und aufgrund des klaustrophobischen Settings bedrohlicher als in anderen Filmen oder Serien dieses Genres. Ein voller Erfolg also? Leider nicht, denn die Geschichte ist so unglaublich konventionell erzählt, dass es zu keinerlei Überraschungen kommt. Alles, aber auch wirklich alles wurde bereits unzählige Male besser erzählt. Die Charaktere bleiben zudem selbst für einen Horrorfilm frustrierend blass und irgendwann hat sich auch das Setting abgenutzt.

Letztendlich konnte mich „The Last Days on Mars“ nach dem vielversprechenden Start nicht überzeugen. Nette Bilder und durchaus spannende Szenen können nicht über ein viel zu formelhaftes Drehbuch und nichtssagende Entwicklungen hinwegtäuschen. Selbst das Finale ist an Beliebigkeit kaum zu überbieten. Aufgrund des fremdartigen Settings und der durchaus packenden Inszenierung, schafft es der Film gerade noch so in die Mittelmäßigkeit: 5/10 Punkte.

The Guest (2014)

Nach einem langen Tag mit Schwimmschule am Morgen und Sommerfest des Kindergartens am Nachmittag, war ich abends fast schon zu platt für einen Film. Deshalb habe ich mich für „The Guest“ entschieden, über den ich schon viel Gutes gehört hatte und der immer wieder als Geheimtipp gehandelt wird. Ob der Film dieses Versprechen einlösen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Zeit der Geheimtipps ist bei mir lange vorbei. Früher war ich meist noch recht zeitnah involviert, um die neusten Kultfilme – ich denke z.B. an „Donnie Darko“ – in meinem Freundeskreis zu verbreiten. Inzwischen springe ich meist als einer der letzten auf den Zug auf, was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. In diesem speziellen Fall waren meine Erwartungen zwar hoch, doch hatte ich noch nicht viel Enthusiasmus im Vorfeld investiert. Auch hatte ich inhaltlich nur eine wage Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Dass dieser angeblich so wendungsreiche Thriller letztendlich fast genauso abläuft, wie man ich mir das mit meinem geringen Vorwissen vorgestellt hatte, nimmt meine Kritik auch beinahe schon vorweg.

Während der ersten 40 Minuten hätte sich der Film noch in jede mögliche Richtung bewegen können. Es werden recht plakativ Hinweise gestreut, so dass die Wendung in der zweiten Hälfte nicht wirklich überraschend kommt. Macht aber auch nichts, da „The Guest“ glücklicherweise nicht komplett auf seinen Twist hin ausgerichtet ist. Inhaltlich ist Adam Wingards Film ein nett erzählter Thriller, der formelle Anleihen am Horrorfilm nimmt. Dazu gehört wohl auch, dass sich die meisten Charaktere oft wirklich unglaubwürdig verhalten und stets ein gewisses augenzwinkerndes Element mitschwingt. Im Finale entpuppt sich der Film sogar als waschechter Slasher, inklusive genretypischem Twist. Ein wenig wie „Scream“, wenn man den ganzen Film über schon weiß, wer der Killer ist. Inhaltlich also nur bedingt befriedigend, geschweige denn sonderlich innovativ.

Was „The Guest“ herausstechen lässt, ist seine Inszenierung: 80er Jahre Look, Synthie-Sounds und Style erinnern nicht von ungefähr an Nicolas Winding Refns „Drive“, ohne jedoch dessen Eleganz zu erreichen. Formal hat mir Adam Wingards Thriller dennoch äußerst gut gefallen und ich hätte mir nur gewünscht, dass er auch inhaltlich mehr zu bieten hat. Somit ist der Film letztendlich ein Blender, aber zumindest ein äußerst unterhaltsamer Blender. Um für mich wirklich als Geheimtipp durchzugehen, fehlt es jedoch an der einen oder anderen Ecke: 7/10 Punkte.

Parenthood – Season 5

Unglaubliche dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich eine meiner erklärten Lieblingsserien weiterschauen konnte. Doch seit ein paar Wochen befindet sich die komplette Serie (ganz klassisch auf DVD) in meinem Besitz und tatsächlich konnte ich es nicht erwarten, endlich „Parenthood – Season 5“ anzugehen – und ja, es war war wirklich wie nach Hause kommen. Ich hatte die Bravermans vermisst und weiß jetzt schon, dass der Abschied nach der finalen Staffel schwer werden wird. Doch nun erst einmal zum turbulenten fünften Jahr…

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Die Serie hatte über ihre gesamte Laufzeit mit der drohenden Absetzung zu kämpfen. Somit gab es nur zwei Staffeln mit komplett 22 Episoden – zu diesen gehört auch die fünfte Staffel. Vielleicht liegt es auch an den vielen Episoden, dass die Staffel teils ein wenig vollgestopft und so manche Charakterentwicklung zu sprunghaft wirkt. Speziell der Handlungsstrang um Julias und Joels Trennung hat durchaus öfter an meinen Nerven gezehrt. Nicht weil dieser schlecht geschrieben wäre, sondern weil noch so viel nebenbei passiert, dass ich das Gefühl hatte, den Charakteren wird zuwenig Freiraum gegeben, um ihre Entscheidungen für den Zuschauer nachvollziehbar zu begründen. Ist das einigermaßen verständlich?

Abseits von diesem Kritikpunkt habe ich mich jedoch maßlos gefreut, dass ich so lange an dieser Staffel hatte. Hach. Die Serie ist einfach wunderbar in ihrer Emotionalität. Ich musste mehrmals ein Tränchen verdrücken, habe gelacht, mich mit den Bravermans gefreut und mit ihnen gelitten. Die Mischung aus Drama und Komödie funktioniert dabei wieder außergewöhnlich gut und der Übergang ist meist subtil. Es ist ein idealisiertes Familienleben, das jedoch nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten charakterisiert wird. Vermutlich erkennt man als Familienmensch etliche Szenen wieder, würde sich wünschen, dass es in der eigenen Familie auch so wäre und ist doch froh, die dramatischen Entwicklungen nicht mitmachen zu müssen.

Nach meiner Sichtung dieser vorletzten Staffel fällt es mir schwer, meine liebsten Handlungsstränge zu benennen. Die meisten Geschichten haben mir wirklich sehr gut gefallen. So auch der Wahlkampf von Kristina um das Amt des Bürgermeisters von Berkeley. Oder die Gründung des Luncheonette-Labels samt Verstrickungen rund um egozentrische Musiker und das Zusammenspiel zwischen Crosby und Adam. Auch sehr schön fand ich, dass Zeek und Millie einen bedeutsamen Handlungsstrang spendiert bekommen haben, dessen Ende äußerst emotional für alle Beteiligten ist. Ein sehr rundes Ende, das auch als Serienfinale gut funktioniert hätte. Am schwächsten fand ich dagegen, wie schon erwähnt, die Entwicklungen von Julia und Joel sowie Amber und Ryan. Aber das ist jammern auf extrem hohem Niveau.

Für mich ist „Parenthood“ nach wie vor eine fantastische Serie, die das Thema Familie wunderbar warmherzig und doch realistisch erzählt. Die tollen Schauspieler (unter anderem Lauren Graham und Peter Krause) tragen ihren Teil dazu bei, dass man einfach nicht anders kann als sich bei den Bravermans wohl zu fühlen. Nun gibt es nur noch 13 Episoden und mich graust es jetzt schon vor dem Abschied. Eine wirklich herausragende Serie der „Friday Night Lights“-Macher: 9/10 (9.0) Punkte.