Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge – OT: Astérix et Obélix : Le Combat des chefs – Die komplette Miniserie (2025)

Manche Serien erfahren keinen Hype und gehen unberechtigterweise völlig unter. Vielleicht ist die Hype-Maschine bei gewissen Serien auch nur viel zu prominent. Darum soll es heute aber nicht gehen, denn ich habe „Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge“ gesehen. Eine fünfteilige Miniserie, die auf Netflix läuft und die ich, das kann ich schon einmal vorwegnehmen, allen Freund:innen der beiden Gallier nur ans Herz legen kann. 🪨

Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge (2025) | © Netflix

Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge (2025) | © Netflix

Eine nahezu perfekte Adaption der Vorlage

Für mich sind die Geschichten von „Asterix & Obelix“ ein großer Teil meiner Kindheit. Ich habe die Comic-Bände geliebt und weiß noch, dass ich nach meiner Blinddarm-OP mit 10 Jahren den Band „Die große Überfahrt“ geschenkt bekam. Diesen fand ich so lustig, dass ich beständig lachen musste, obwohl mir das große Schmerzen bereitet hat. Dennoch habe ich ihn im Krankenhaus immer und immer wieder gelesen. Auch die „Asterix & Obelix“-Filme habe ich geliebt und diese waren, neben den Spencer/Hill-Kloppereien, die einzigen, auf die sich irgendwie die ganze Familie, inklusive meines Vaters, einigen konnte. „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“, der bis dato jüngste animierte Film der Reihe, war sogar der erste, den wir 2019 zu viert im Kino gesehen haben. Der erste Kinobesuch mit dem Zwergofanten. Ihr seht: Die Reihe bedeutet mir viel und ich war gespannt auf die Serienadaption.

Die Vorlage „Der Kampf der Häuptlinge“ habe ich damals tatsächlich gelesen und auch die Teiladaption „Asterix: Operation Hinkelstein“ habe ich natürlich gesehen. Die Netflix-Serie modernisiert viele Elemente und erweitert die Handlung in Teilen, zumindest soweit ich diese noch im Kopf habe. Das passt gut zu „Asterix & Obelix“, da auch die Comic-Bände stets Anspielungen auf den Zeitgeist und das moderne Leben hatten. Der Animationsstil erinnert sehr an die 3D-animierten Filme, welche ich äußerst gelungen fand, ergänzt diese jedoch durch eine wunderbare Comichaftigkeit, sprich z.B. visualisierte Soundeffekte. Aufgrund der geringen Laufzeit von fünfmal ca. 30 Minuten hätte man aus der Serie auch locker einen Kinofilm machen können. Dennoch funktioniert auch das Serienformat. Ich könnte mir gut vorstellen, ja würde mir sogar wünschen, dass noch weitere Adaptionen folgen.

Fazit

„Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge“ ist eine fantastische Adaption des Comic-Bandes. Die Kerngeschichte bleibt, wird jedoch durch viele moderne Anspielungen ergänzt, was für mich wirklich wunderbar funktioniert. Hätte das alles auch ein Film sein können? Sicher. Allerdings funktionieren „Asterix & Obelix“ auch als Serie wunderbar: 9/10 (8.8) Punkte. (Zappelinchen: hat diese Serie nicht mit angeschaut; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Der Schwarm – OT: The Swarm – Die komplette Miniserie (2023)

Nach zwei Serienmarathons bin ich, zumindest was einstündige Dramaserien angeht, wieder einmal bei einzelnen Staffeln angekommen. Den Anfang macht die ZDF-Event-Serie „Der Schwarm“ nach dem Bestseller von Frank Schätzing. Da ich auch diese aus der Konserve, sprich der ZDF-Mediathek, konsumiert habe, wusste ich im Vorfeld, dass sie bei den Kritiker*innen nicht sonderlich gut ankam. Das Buch fand ich damals jedoch extrem unterhaltsam und wollte mir deshalb selbst ein Bild machen. 🦀

Der Schwarm | © ZDF

Der Schwarm | © ZDF

Eine seltsam langatmige Hochglanzproduktion

Ich liebe Serien und Filme, die rund um das Meer spielen. Auch Wissenschaftsthriller treffen bei mir voll ins Schwarze. Ich erinnere hier z.B. an die kurzlebige Serie „Surface“ oder meinen Allzeitfavoriten „The Abyss“. Thematisch hätte mich „Der Schwarm“ also komplett abholen müssen. Doch das hat er nicht. Es ist auch gar nicht so einfach zu sagen, woran das liegt. Es ist eine internationale Produktion, in der offensichtlich viel Budget steckt. So habe ich die Serie auch im Originalton gesehen, sprich die Protagonist*innen sprechen sowohl Englisch als auch in ihren Muttersprachen. Leider jedoch wirkt das häufig sehr laientheaterhaft. Hinzu kommt, dass einzelne Bilder bzw. Einstellungen zwar sehr wertig aussehen, doch dramaturgisch will das Pacing einfach nicht funktionieren. Es kommt kein Rhythmus auf und Emotionen verpuffen genauso, wie die Dramatik von Action-Szenen. Es wirkt in vielen Einstellungen so, als würden sie immer ein paar Sekunden zu lange stehen bleiben. Ein seltsamer Effekt.

Dabei steckt im Kern immer noch eine faszinierende Geschichte und auch die Erzählung in Serienform macht Sinn. Doch auch inhaltlich leider kein Vergleich zum packenden Buch, auch wenn ich mich nur noch an wenige Details von vor 20 Jahren mehr erinnern kann. Dabei ist die Thematik relevanter denn je. Auch wenn viel am und im Wasser spielt, so bekommt man als Zuschauer*in kein gutes Gefühl dafür vermittelt. Zumindest mir ist es so gegangen. Viele Bilder wirken zu künstlich und die Dramaturgie ist holprig. Selbst als es dann im letzten Drittel handlungstechnisch schneller vorangeht, so bleibt das Gefühl des seltsamen Pacing und der Distanz zu Figuren und Handlung. Wirkt alles etwas wie gewollt und nicht gekonnt. Verstehe durchaus, warum sie Frank Schätzing, der Autor der Vorlage, von der Serie distanziert hat. Vielleicht wäre ein verdichteter Hollywood-Blockbuster doch das bessere Format für eine Adaption gewesen?

Fazit

Auch wenn ich mich auf die Sichtung der Romanadaption gefreut habe und sehr gerne positiv überrascht worden wäre, so hat mich die Serie letztendlich doch enttäuscht. Kein Totalausfall, doch ziemlich uninspiriert erzählt und teils erschreckend ungelenk inszeniert. Auch wenn theoretisch eine zweite Staffel im Raum steht, so vermute ich jedoch, dass es bei dieser einen Staffel bleiben wird und interpretiere die Adaption des Romanumfangs als Miniserie. Schade drum: 6/10 (5.8) Punkte.